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Donnerstag, 26. Februar 2026

[Rezension] Unheil über der Stadt (aus Doppelband) - Dean Koontz

 


Titel: Unheil über der Stadt (aus Doppelband)

Autor:  Dean Koontz

Genre: Horrorroman

Erscheinungsjahr: 1995

Seitenzahl: 864 (ganzer Doppelband)
Cover: © Heyne
Begonnen: 06.02.2026
Beendet: 11.02.2026


Die erste Geschichte in diesem Doppelband beginnt unfassbar atmosphärisch, denn die Ärztin Jenny kommt mit ihrer Schwester Lisa nach Snowfield (Die Partnerstadt von Rainfield? :P) und findet den kleinen Ort vollkommen verändert vor. Sämtliche Bewohner scheinen auf sehr grausame Art und Weise getötet worden zu sein. Sie alarmiert dem Sheriff der Nachbarstadt und gemeinsam müssen sie nicht nur herausfinden, was das Böse ist, nein, sie müssen es auch bekämpfen.

Bis zu einem gewissen Punkt hat mich dieser Horrorroman echt gut unterhalten. Gerade die ausgestorbene Kleinstadt mit den Spuren wirklich brutaler Todesfälle hat mir eine Gänsehaut beschwert. Doch dann werden mir zu viele Erklärungen gesucht und leider geht dabei das Mystische verloren. Zum Schluss gibt es auch wieder einen typischen, sehr actionreichen Endkampf gegen das Böse, der mich nicht mehr so recht unterhalten konnte.

Schade, dass die Gruselstimmung bei diesem Roman verloren geht sobald es um den Kampf geht. Hier wäre weniger mal wieder deutlich mehr gewesen. Ich bin nun aber dennoch auf den zweiten Horrorroman in diesem Doppelband gespannt!


Sehr atmosphärisch, unheimlich und beklemmend beginnt dieser Horrorroman, verliert sich dann aber Koontz-typisch mal wieder in einem actiongeladenen Showdown ...

Ich vergebe 3 von 5.

Samstag, 10. Mai 2025

[Rezension] Tödliche Augenblicke - Bari Wood

 


 Titel: Tödliche Augenblicke

Autor:  Bari Wood

Genre: Roman, Horror

Erscheinungsjahr: 1978

Seitenzahl: 318
Cover: © Goverts

Begonnen: 04.04.2025
Beendet: 07.04.2025


Jennifer war schon immer anders und sehr einsam. Seit ihrer Kindheit sterben immer wieder Menschen in ihrem Umfeld auf rätselhafte Art und Weise. Erst als Jennifer erwachsen ist und in ihren Haus ein Einbrecher mit gebrochenem Genick und ohne äußerliche Verletzungen tot aufgefunden wird, erkennt sie, welch Gabe sie hat. Die Gabe, Menschen allein mit ihren Gedanken umzubringen ...

"Tödliche Augenblicke" ist die Geschichte einer Frau, die immer gespürt hat, nicht wie alle anderen zu sein. Das hat mich natürlich sehr an "Carrie" von Stephen King erinnert und Bari Woods Buch ist tatsächlich auch um dieselbe Zeit erschienen. Im Fokus steht ein Kommissar, der fast schon obsessiv in Jennifers Leben eintaucht und alle rätselhaften Todesfälle noch einmal beleuchtet. So zeichnet sich hier das Bild einer Außenseiterin, die sich erstmals wehrt und danach erkennt, wie viel Macht sie doch besitzt.

Dieser Roman ist spannend und gleichzeitig auch unheimlich, denn von Jennifer geht tatsächlich eine besondere Atmosphäre aus. Ich konnte mit ihr mitfühlen und fand es sehr traurig, dass sie zu solch einer Einsamkeit verdammt ist.

Das Telekinese-Thema wurde sehr interessant eingebaut. Stellenweise wirkt die Übersetzung aufgrund des Alters des Buches etwas ungeschickt, aber darüber konnte ich hinwegsehen, da sich dieses Werk als echter Schatz erwies!



Ein Mädchen, das mit ihren Gedanken töten kann und zu einer Frau heranwächst, die mit dieser Fähigkeit irgendwie leben muss. Ein spannender und unheimlicher Roman über "Telekinese", er definitiv an Stephen Kings "Carrie" heranreicht!

Ich vergebe 5 von 5.


Montag, 25. November 2024

[Rezension] Die Augen der Dunkelheit - Dean R. Koontz

 


Titel: Die Augen der Dunkelheit

Autor:  Dean R. Koontz

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1993

Seitenzahl: 316
Cover: © Heyne
Begonnen: 23.10.2024
Beendet: 25.10.2024


Tina Evans konzentriert sich voll und ganz auf ihren Job als Verantwortliche einer großen Show in Las Vegas, um nicht dauernd an den Tod ihres Sohnes Danny denken zu müssen. Dieser kam angeblich bei einem Busunglück ums Leben, doch dann häufen sich die Anzeichen dafür, daß er vielleicht doch nicht tot ist. Denn Danny versucht auf unheimliche Art und Weise mit ihr Kontakt aufzunehmen ...

Dean Koontz gehört für mich zur Halloweenzeit einfach dazu und ich bin froh, immer wieder Bücher von ihm zu entdecken. In "Die Augen der Finsternis" widmet er sich wieder einem seinem Lieblingsthemen, das schon in vielen seiner Bücher Platz fand. Es geht nämlich um düstere Experimente, an denen auch die Regierung beteiligt ist. 

Zu Beginn dee Geschichte schafft es Koontz, eine wirklich unheimliche Atmosphäre zu erschaffen. Tina findet hier einige Hinweise darauf, dass ihr Sohn mit ihr Kontakt aufnehmen will. Gleichzeitig lernt sie allerdings den Anwalt, der früher beim militärischen Nachrichtendienst war, kennen. Mit diesem erlebt sie in der zweiten Hälfte des Buches dann auch eine spannende und actiongeladene Suche nach der Wahrheit.

Etwas Kitsch gibt es bei Koontz immer und mit Elliot, der Kampfsport beherrscht und ein eigenes Flugzeug fliegen kann, macht er sich hier auch recht leicht. Ohne Elliot, der hier wie James Bond wirkt, wäre Tina auch aufgeschmissen. Etwas schade ist, dass die gruselige Stimmung vom Anfang zum Ende hin etwas verpufft, als es nur noch um Action geht und alles wie ein Film eine Spur zu schnell abläuft. Als echten Horrorroman würde ich dieses Buch daher nicht bezeichnen, unterhaltsam ist die Geschichte aber auf jeden Fall.



Die gruselige Atmosphäre vom Anfang der Geschichte gefiel mir sehr, genau wie die vorherrschende Spannung, die einen durch die Seiten treibt. Ich würde dieses Buch aber eher in die Kategorie "Actionthriller" einordnen, weil ab einem gewissen Punkt alles sehr cinematisch abläuft ... 


Ich vergebe 4 von 5.


Montag, 26. Februar 2024

[Rezension] Am Strand des Todes - John Saul

  


Titel: Am Strand des Todes

Autor:  John Saul

Genre: Horrorroman

Erscheinungsjahr: 1995
Seitenzahl: 352
Cover: © Heyne
Begonnen: 12.02.2024
Beendet: 15.02.2024



In Clark's Harbour, einem idyllischen Fischerdorf, haben es Fremde nicht leicht. Das müssen auch Brad und Elaine feststellen, die ein ruhiges Umfeld suchen, damit Brad endlich sein Buch schreiben kann. Es scheint, dass ein Fluch auf dem Ort liegt, denn bei jedem Sturm kommt es zu sonderbaren Todesfällen.

Als großer Fan von John Saul und seinen Old-School-Horrorromanen musste ich dieses Buch direkt verschlingen, als ich es im öffentlichen Bücherschrank fand. Sauls Bücher sind zwar oft sehr ähnlich aufgebaut, wissen aber doch gut zu unterhalten. So geht es hier um einen alten, indianischen Fluch, der offenbar nur Fremde trifft.

Das kleine Fischerdorf ist hier sehr atmosphärisch beschrieben. Die Einheimischen haben sich miteinander verbündet und akzeptieren niemanden. Auch den Kindern wird früh eingetrichtert, sich von Fremden fernzuhalten. So haben es auch die beiden Kinder Robby und Missy hier sehr schwer.

"Am Strand des Todes" ist eine interessant aufgebaute Geschichte mit spannenden Charakteren und einem ganz leichten, angenehmen Grusel. Für meinen Geschmack hätte gerade der titelgebende Strand aber noch ein paar unheimlichere Momente verdient gehabt. Auch das Ende war mir ein klein wenig zu lahm, da sich alles recht schnell wieder auflöst. Leider fehlte hier ein Showdown. Dennoch halte ich "Am Strand des Todes" für einen lesenswerten Horrorroman!


"Am Strand des Todes" ist von Aufbau her ein typischer Roman von John Saul, in dem es um einen alten Fluch geht. Unterhaltsam mit leichtem Grusel!

Ich vergebe 4 von 5.



Montag, 23. Oktober 2023

[Rezension] Die Falle - Tabitha King

 


Titel: Die Falle

Autor:  Tabitha King

Genre: Roman, Horrorroman

Erscheinungsjahr: 1987
Seitenzahl: 411
Cover: © Heyne
Begonnen: 19.09.2023
Beendet: 23.09.2023


Liv und Pats Ehe droht zu zerbrechen, da Pat als Drehbuchautor immer unterwegs ist und Liv nicht umziehen will. Mit ihrem Sohn Trevis reist Liv spontan im Winter in ihr Sommerhaus in Maine. Doch Zuflucht finden die beiden dort nicht, denn ein paar junge Rowdies brechen in ihr Haus ein ...

Ich habe vor einigen Jahren bereits sehr neugierig das erste Buch von Stephen Kings Frau gelesen, doch "Das Puppenhaus" konnte mich damals nicht überzeugen. Leider entpuppte sich auch "Die Falle" schnell als sehr zähe und langweilige Lektüre. Auf den ersten 200 Seiten, als die Hälfte des Buches, passiert nämlich so gut wie gar nichts. Der Leser wird einfach nur Teil der Eheprobleme von Liv und Pat, die nicht einmal so gravierend sind, dass sie zu fesseln wissen. Im Grunde geht es auf diesen 200 Seiten nur darum, dass Pat Liv immer wieder allein lässt und sie schließlich überrumpelt und zu einem Umzug drängen will.

Vom Stil her hat sich Tabitha King einiges von ihrem berühmten Ehemann abgeschaut, gerade was die Charakterzeichnung angeht. Die ist durchaus gelungen. Pat als Drehbuchautor ist interessant, auch wenn mir die Kapitel, die seinen Film beschreiben, nicht gefallen haben, da sie keinen echten Bezug zur Haupthandlung haben. Für gutes Storytelling hat die Autorin allerdings meiner Meinung nach kein Talent.

In "Die Falle" passiert so gut wie nichts. Die besagten Rowdies treten kurz am Anfang auf und sollen da wohl mit den Mord an einer Katze schockieren, doch bleiben sie leider sehr primitiv und verstecken sich hinter ihrer vulgären Sprache. Das, was dann im Sommerhaus passiert, läuft schnell ab und hat irgendwie wenig zu bieten. Zwar versucht Tabitha King alles mit einer gewissen Härte zu würzen, doch dadurch wirken die Vergewaltigungsszenen noch platter. Für mich verströmten die Rowdies keine Gefahr und dieser Roman leider überhaupt keine unheimliche Atmosphäre. Dies war nun definitiv mein letztes Buch von Tabitha King!


Leider konnte mich auch das zweite Buch von Tabitha King nicht begeistern! 200 Seiten bestehen hier nur aus Familendramen, der Rest aus einer lieblos erzählte Story über drei Rowdies, die bei einer Frau einbrechen, um sie zu vergewaltigen ... 


Ich vergebe 2 von 5.





Sonntag, 25. Dezember 2022

[Rezension] Sommer der Nacht - Dan Simmons

 


Titel: Sommer der Nacht

Autor:  Dan Simmons

Genre: Roman, Horrorroman
Erscheinungsjahr: 1996
Seitenzahl: 765
Cover: © Heyne

Begonnen: 21.11.2022
Beendet: 28.11.2022



Im Jahre 1960 soll die alte Schule in Elm Haven geschlossen werden. Die Schüler sehnen sich nach den Ferien und so merkt erst niemand, dass ein Junge das Schulgebäude nicht verlässt. Eine Gruppe von Freunden entschließt sich dazu, Nachforschungen anzustellen und begibt sich damit selbst in Gefahr ...

"Sommer der Nacht" hat mich vom Lesegefühl direkt an Stephen Kings "Es" erinnert. Wir haben hier nämlich auch eine Gruppe von Freunden, die gegen das Böse ankämpfen muss. Dieses Böse ist allerdings lange Zeit nicht greifbar als die die Jungs zahlreiche unheimliche und sehr mysteriöse Dinge erleben.




Mir gefielen die unterschiedlichen Sichtweisen, denn so lernt der Leser die Freunde getrennt voneinander näher kennen. Mike ist der Anführer, Duane der intelligente Außenseiter, Harlen der Rebell und Dale und Lawrence sind zwei Brüder, die sich füreinander einsetzen. Mein großer Favorit war hier Duane, dessen Schicksal mich echt mitgenommen hat.

Mir gefiel bei diesem Buch, dass die Gefahr auf jeder einzelnen Seite spürbar ist. Allein das alte Schulgebäude erzeugt dabei eine ganz besondere Atmosphäre. Ich habe in meinem Leben viele Horrorgeschichten gelesen und grusele mich nur noch selten, aber hier lief es mir oft eiskalt den Rücken runter. Die 766 Seiten flogen auch nur dahin während ich tief in diese sehr dichte und atmosphärische Geschichte hineingezogen wurde und mit den Freunden ums Überleben gekämpft habe.




Da meine Ausgabe sehr alt ist, wirkt der Stil zwar etwas eingestaubt und es gibt auch zahlreiche Fehler, aber ich war dennoch beeindruckt von diesem Horroroman, der sowohl vom Kampf gegen das Böse als auch vom Erwachsenwerden erzählt. Für mich war "Sommer der Nacht" ein großes Abenteuer und ein einmaliges Gruselerlebnis!


"Sommer der Nacht" ist ein atmosphärischer Horrorroman in dem eine Gruppe Freunde den Kampf gegen das Böse aufnehmen und gleichzeitig erwachsen werden muss. Eine klare Empfehlung an alle Horrorfans!

Ich vergebe 5 von 5.



Freitag, 8. Juli 2022

[Rezension] Die Wächter - John Saul


 Titel: Die Wächter

Autor:  John Saul

Genre: Roman, Horrorroman
Erscheinungsjahr: 1994
Seitenzahl: 367
Cover: © Heyne

Begonnen: 16.06.2022
Beendet: 21.06.2022




Mary Anne wurde von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen und plötzlich stirbt auch noch Audrey, ihre beste Freundin und hinterlässt ihr nicht nur eine abgelegene Ranch, sondern auch ihren Sohn. Der dreizehnjährige Joey entpuppt sich jedoch als ein sehr schwieriger Junge. Einige Leute im Ort munkeln sogar, dass er etwas mit dem Tod seiner Eltern zu tun haben könnte.

John Saul ist für mich der Meister des Old-School-Horrors. Auch in "Die Wächter" erschafft er wieder eine sehr atmosphärische Geschichte, in der es um ein Kind geht, das auf den ersten Blick böse zu sein scheint. Es kommt im Umkreis der Ranch schnell zu einigen sonderbaren Vorfällen und weiteren Toten. War es Joey? Oder doch ein wildes Tier? Treibt dort etwa ein Sasquatsch sein Unwesen? Und was hat es mit dem Mann auf sich, der immer wieder dort gesehen wird?

Die Geschichte ist von Anfang an sehr spannend und John Saul baut mal wieder seine Lieblingsthemen ein. Zwar sind andere Bücher von ihm deutlich unheimlicher, doch "Die Wächter" weiß zu überraschen und besticht durch ein sehr bitteres und trauriges Ende.

Ich habe mittlerweile einige Bücher von John Saul gelesen und dabei festgestellt, dass er einfach immer meinen Geschmack trifft. Seine Bücher mögen vielleicht nicht unbedingt zeitgemäß sein, aber sie verströmen etwas ganz Eigenes und vor allem eine Art des Grauens, die in aktuellen Büchern kaum noch zu finden ist. Für mich daher weiterhin ein echter Geheimtipp für Horrorliebhaber. Ich hoffe, noch einige Bücher von ihm entdecken zu dürfen.


Old-School-Horror vom Feinsten. Ein weiteres sehr atmosphärisches Werk von John Saul, das von der ersten Seite in den Bann zieht. Geheimtipp für Horrorfans.

Ich vergebe 5 von 5.


Sonntag, 24. Oktober 2021

[Rezension] Grausame Muster - Cherry Wilder

 


Titel: Grausame Muster

Autor:  Cherry Wilder

Genre: Roman, Horrorroman
Erscheinungsdatum: 1994
Anzahl der Seiten: 399
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 22.09.2021
Beendet: 24.09.2021


"Kate ist Amerikanerin, die in einer deutschen Kleinstadt lebt und für einen Verlag arbeitet. Sie ist begeistert, als sie hört, dass eine Familie aus den Staaten das Nachbarhaus gemietet hat, um ihren Urlaub in dem kleinen verschlafenen Nest zu verbringen. Sie ist vor allem gespannt auf Jason Limbart, der ein bekannter Sachbuchautor ist und ein überaus charmanter Mann sein soll. Doch bald wird ihre Freude erheblich gedämpft, als sich merkwürdige Vorfälle häufen und auch sie selbst einen mysteriösen Unfall erleidet!



Als ich dieses Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank gezogen habe, hatte ich mich erst einmal riesig gefreut, denn sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich als Fan alter Horrorromane total angesprochen.

Die Ausgangslage hat mir auch sehr gefallen. Besonders originell fand ich es, einen amerikanischen Roman in einer deutschen Kleinstadt spielen zu lassen. Kate ist Amerikanerin und erfährt, dass ihr gegenüber der berühmte Sachbuchautor Jason Limbart eingezogen ist. Sie stellt sich der Familie vor, wird jedoch doch dann in das Grauen hineingezogen, dass diese und auch das Haus umgibt.

Den Anfang fand ich wirklich fesselnd, denn die Autorin kommt schnell zur Sache und der Leser erfährt, dass Jason alles andere als ein liebender Ehemann und Vater ist. Leider bleibt Kate als Hauptfigur sehr blass. Ich hatte das Gefühl, dass viele Charaktere einfach nur Namen, aber keine echte Persönlichkeit besitzen.

Auch der Schreibstil war stellenweise sehr hölzern. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob dies vielleicht an der Übersetzung lag, aber ab einen gewissen Punkt konnte das Buch leider keine Bilder mehr bei mir erzeugen. Alles wird nur noch abgehandelt und dabei zäh in die Länge gezogen. Der Spruch: "show don't tell" passt hier sehr gut, denn die Autorin lässt leider auch die spannenden Momente sehr schnell verpuffen.

Aufgeteilt in zwei Teile, nämlich "Sommer" und "Herbst" wird im Grunde zwei Mal dasselbe durchgekaut, nur mit den Unterschied, dass der Leser alles was zuvor passiert ist bereits weiß, die Protagonistin aber nicht. Unheimlich hätten wohl die Geschichten sein sollen, die sich um das Haus erzählt werden, aber auch hier wird alles sehr schnell abgehandelt und erzeugt einfach keine Bilder.

Ich weiß nach dem Lesen nun auch ehrlich gesagt nicht, worauf Cherry Wilder nun hinaus wollte. Sollte es um die Villa gehen, die teilweise wirklich gut beschrieben wird? Oder um die Familie? Und welche Rolle spielt hier eigentlich Kate, die einfach nur durch Zufall in die ganze Geschichte hineingerät und sich einfach nicht wie eine echte Protagonistin anfühlt? 
Für mich sind hier am Ende zu viele Fragen offen geblieben ...



Die Ausgangslage versprach eine interessante Gruselgeschichte, doch letztendlich konnte mich weder der Schreibstil, noch die Charaktere überzeugen ...


Ich vergebe 2 von 5.


Montag, 14. Dezember 2020

[Rezension] Friedhof der Kuscheltiere - Stephen King

 


Titel: Friedhof der Kuscheltiere

Autor:  Stephen King
Genre: Roman, Horror
Erscheinungsdatum: 1985
Anzahl der Seiten: 452
Cover und Inhalsangabe: © Heyne


Begonnen: 26.10.2020
Beendet: 29.10.2020


"Hinter dem kleinen Tierfriedhof liegt eine verwünschte indianische Grabstätte. Ob Katze oder Mensch: Wer hier beerdigt wird, wird zum Albtraum für die Hinterbliebenen."


In der Halloweenzeit habe ich mich in diesem Jahr entschieden, mal wieder zu einem Buch zu greifen, dass ich vor gut 15 oder 16 Jahren das erste Mal gelesen habe. "Friedhof der Kuscheltiere" hatte auf mich damals eine ganz besondere Wirkung, da ich Tiere liebe und es King hier in erster Linie um den Umgang mit dem Tod geht. So war es damals ein Horrorroman, der mich als Jugendliche echt schockiert und auch sehr ängstlich zurückgelassen hat.

In "Friedhof der Kuscheltiere" geht es um einen sehr unheimlichen Begräbnisplatz, der die Bewohner des Ortes seit Jahren in Versuchung führt. Hier wurden nämlich schon viele Tiere begraben, die im Anschluss wieder zu ihren Besitzern zurückkehren - allerdings vom Wesen her verändert. Auch unser Protagonist Louis, der mit seiner Familie in die Nähe des Friedhofs zieht, gerät in Versucht, den Friedhof auszuprobieren. Doch sollten Menschen wirklich Gott spielen und über Leben und Tod entscheiden?

Louis als Vater, Ehemann und Arzt offenbart hier viele Blickwinkel. Zum einen weiß er natürlich, dass der Tod zum Leben gehört und versucht dies auch seinen Kindern beizubringen, zum anderen ist er aber natürlich auch nur Mensch, der für seine Familie natürlich alles tun würde.

Für mich ist "Friedhof der Kuscheltiere" nach wie vor ein sehr düsterer und beklemmender Roman, der zwar recht ruhig erzählt wird und ohne viele Nebencharaktere und auch Nebenstränge auskommt, dafür aber eine ganz besondere Atmosphäre besitzt. Ich mochte den Friedhof, die Vorgeschichte und auch den Nachbarn Jud, den unser Louis als Freund und Vater betrachtet.

"Friedhof der Kuscheltiere" ist von der Handlung her recht geradlinig, besitzt nicht einmal besonders viele Schauerelemente, weiß aber dennoch zu fesseln und zu gruseln. Für mich daher das perfekte Buch für Halloween!


Ein Re-Read eines Buches, das bei mir schon als Jugendliche für Beklemmungen gesorgt hat. Ein ruhiger, aber dennoch unheimlicher Roman, der sich in erster Linie mit dem Tod auseinandersetzt und dabei einige moralische Fragen aufwirft. Ein starkes Werk von Stephen King!

Ich vergebe 5 von 5.




Montag, 30. November 2020

[Rezension] Der unsichtbare Freund - Stephen Chbosky

 


Titel: Der unsichtbare Freund

Autor:  Stephen Chbosky
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 4. November 2019
Anzahl der Seiten: 912
Cover und Inhalsangabe: © Heyne


Begonnen: 12.10.2020
Beendet: 16.10.2020


"Die alleinerziehende Kate muss dringend mit ihrem siebenjährigen Sohn Christopher untertauchen. Das beschauliche Örtchen Mill Grove, Pennsylvania, scheint dafür ideal zu sein. Eine Straße führt hinein, eine hinaus. Ringsum liegt dichter Wald. Doch kurz nach ihrem Umzug beginnt der kleine Christopher eine Stimme zu hören. Und merkwürdige Zeichen zu sehen. Zeichen, die ihn in den Wald locken.
Sechs Tage lang bleibt er spurlos verschwunden. Als er wieder auftaucht, kann er sich an nichts erinnern. Aber plötzlich hat er besondere Fähigkeiten. Und einen Auftrag: ein Baumhaus mitten im Wald zu errichten. Wenn er es nicht bis Weihnachten schafft, so die Stimme, wird der ganze Ort untergehen. Ehe sie sichs versehen, befinden sich Christopher, seine Mutter und alle Einwohner von Mill Grove mitten im Kampf zwischen Gut und Böse."


Von Stephen Chbosky habe ich bisher nur das Jugendbuch "Das also ist mein leben", was mich wirklich begeistert hat. Auf zahlreichen Blogs bin ich nun immer wieder über "Der unsichtbare Freund" gestoßen, einem Buch, bei dem die Meinungen mal wieder stark auseinander gehen.

Christopher und seine Mutter wollen in der kleinen Stadt Mill Grove noch einmal ganz neu anfangen. Doch dann verschwindet Christopher für ein paar Tage spurlos und ist nach seiner Rückkehr vollkommen verändert. Plötzlich ist seine Leseschwäche verschwunden, er ist gut in der Schule und bekommt die Chance, mit seiner Mutter in ein eigenes Haus zu ziehen. Doch der Missionswald zieht ihn immer wieder magisch an und verlangt von ihm, dort ein Baumhaus zu bauen ...

"Der unsichtbare Freund" hat mich von Anfang an stark an "Es" und andere Werke von Stephen King erinnert. Christopher ist zu Beginn der Geschichte ein echter Außenseiter, der allerdings treue Freunde an seiner Seite hat. Freunde, die ihm schließlich auch dabei helfen, das Baumhaus im Wald zu errichten.

Die Geschichte ist unheimlich und sehr mysteriös. Bei einigen Abschnitten haben sich bei mir die Nackenharre aufgestellt und das, obwohl ich mich mittlerweile bei Büchern nur noch selten grusele. Ich mochte die Ideen, die Stephen Chbosky hier einbaut, besonders den Missionswald, den unsichtbaren Freund, aber auch den bösen "Gegner". Der Einfluss von Stephen King ist hier aber deutlich auf jeder einzelnen Seite spürbar.

Als besonders fesselnd empfand ich die unterschiedlichen Blickwinkel. Wir lernen viele Bewohner der kleinen Stadt Mill Grove kennen und erleben an ihnen hautnah mit, wie das Grauen sich in dem Ort ausbreitet. In einem Punkt muss ich den zahlreichen Kritiken allerdings zustimmen: Das Buch ist deutlich zu lang und zum Ende hin zeitgleich fürchterlich überladen. Hier hätte der Autor sparsamer mit den Gruselelementen umgehen sollen, denn es geht leider viel zu viel von der Atmosphäre verloren ...

"Der unsichtbare Freund" ist ein fesselnder Gruselroman, der stark an Stephen Kings Werke erinnert und gerade zu Beginn eine tolle Atmosphäre besitzt. Allerdings verliert sich der Autor zum Ende in einer etwas zu überladenen Story. Dennoch bin ich gespannt auf weitere Bücher von ihm im Horror/Gruselgenre.

Ich vergebe 4 von 5.










Mittwoch, 18. November 2020

[Rezension] Der Spuk von Beacon Hill - Ambrose Ibsen

 Titel: Der Spuk von Beacon Hill


Autor:
  Ambrose Ibsen
Genre: Horrorroman
Erscheinungsdatum: 23. Sebtember 2020
Anzahl der Seiten: 272
Cover und Inhalsangabe: © Festa Verlag


Begonnen: 29.09.2020
Beendet: 01.10.2020




"Sadie ist 25, arbeitet als Bibliothekarin und hat eine besondere Gabe: Sie ist empfänglich für das Übernatürliche. Ein Freund bittet Sadie, sich mit einem seltsamen Ereignis zu befassen. In einem angeblichen Spukhaus in der Stadt ist ein Mädchen verrückt geworden. Sie versucht seither sich umzubringen, weil sie, so behauptet das Mädchen, von dem Geist einer toten Frau terrorisiert wird. Diesen Geist nennt sie »die Madenmutter«. Obwohl sie ihre Gabe immer unterdrückt hat, möchte Sadie helfen und betritt das unheimliche Haus. Doch die Geschichte der Madenmutter ist keine Erfindung von einem gestörten Teenager. Der Geist der Toten ist real – und sehr bösartig ..."




Der düstere Herbst animiert mich jedes Jahr wieder auf die Jagd nach neuen Horrorautoren zu gehen. So bin ich nun auf Ambrose Ibsen und sein Buch "Der Spuk von Beacon Hill" gestoßen, ein klassischer Horrorroman, in dem es um ein unheimliches Spukhaus geht.

Drei Jugendliche wollen das Haus erkunden. In der Dunkelheit hören sie Geräusche und Ophelia, die von Anfang an sehr ängstlich war, ist nach dem Besuch des Spukhauses vollkommen verändert. Es scheint, dass sie etwas mit nach draußen gebracht hat ...

Ophelias Mutter weiß nicht, wie sie helfen soll und kommt schließlich Sadie ins Spiel, die einer Bibliothek arbeitet und vor vielen Jahren Geister sehen konnte. Sadie empfand ich als angenehme Protagonistin, die in diesem Roman praktisch als Geisterjäger oder eher "Geisterseher" agiert. Das Geisterthema fand ich hier und gut mit einem leichten Gruselfaktor umgesetzt.

"Der Spuk von Beacon Hill" ist vom Aufbau ein klassischer Gruselroman, bei dem es darum geht, einen bösen Geist wieder zu vertreiben. Die Legende der Madenmutter ist dabei echt unheimlich, hätte für meinen Geschmack aber noch etwas intensiver in die Handlung eingebaut werden können. Dafür ist dem Autor aber eine tolle Atmosphäre rund um das Spukhaus gelungen.

Es gibt keine allzu großen Überraschungen in diesem Buch, dennoch fand ich es aber absolut unterhaltsam. Es eignet sich für einen trüben Tag auf der Couch (Oder in meinem Fall eher im Auto ...) und bietet einige tolle Schockmomente. Zum Ende gibt es auch noch einen Cliffhanger, der andeutet, dass die Geschichte von Sadie weitergehen könnte ...


"Der Spuk von Beacon Hill" ist ein klassischer, recht ruhiger Geisterroman, der mich von der Atmosphäre her auf jeden Fall überzeugen konnte, auch wenn es wenig Überraschungen oder Wendungen gibt ...
Ich vergebe 4 von 5.