Montag, 1. September 2014

Niemand liebt November - Antonia Michaelis

Nachdem ich den "Märchenerzähler" vor gut einem Jahr förmlich verschlungen habe und mich auch das zweite Buch von Antonia Michaelis begeistern konnte, habe ich mich bei der Leserrunde zu ihrem neuen Buch "Niemand liebt November" beworben. Das Sprachgefühl der Autorin ist sensationell, sie hat einen ganz eigenen Stil, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Es ist sicher keine leichte Kost für Zwischendurch, denn der Leser wird zum mitdenken animiert, doch ihre Bücher sind etwas ganz besonderes!


Inhalt

Erschienen bei Oetinger
Kurz vor Ambers sechstem Geburtstag verschwanden ihre Eltern auf unerklärliche Weise. Jetzt ist Amber, die eigentlich November heißt, 17 Jahre alt und glaubt, eine Spur zu haben. Doch was hat es mit dem Jungen auf sich, der in dem erleuchteten Zelt ein Buch liest, sich aber in Luft auflöst, sobald sie sich ihm nähert? Welche Ziele verfolgt der Kneipenwirt, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, und der immer für sie da zu sein scheint? Steckt er vielleicht sogar hinter den anonymen Drohungen, die sie erhält? Amber muss sich entscheiden: zwischen ihrer zerstörerischen Vergangenheit und dem Aufbruch in die Zukunft.

Meine Meinung


Ich war gleich von der ersten Seite wieder einmal von Antonia Michaelis Schreibstil begeistert. Er ist sehr poetisch und voller Mataphern, Das gefällt mir echt gut und hat mich schon bei ihren anderen Büchern begeistert. Leider ist mir allerdings bei "Niemand liebt November" aufgefallen, dass ich den Stil nicht ganz verfolgen konnte. Er war zu intensiv stellenweise, zu aufdringlich, das er für mich nicht zu der Situation passen wollte. Klar, das Buch soll düster und melancholisch sein, doch für mich war das teilweise "too Much". Ich kam nicht nahe genug an die einzelnen Charaktere ran, als das mich die Geschichte bewegen konnte. Für mich war Amber bzw. November nicht mehr als ein armes, junges Mädchen, das ihren Weg verloren hat. Sie ist recht naiv, kindlich, verletzlich... Aber in die Tiefe ihrer Seele habe ich nicht blicken können. Nein, irgendwas hat mir gefehlt, etwas, das ich schlecht mit Worten beschreiben kann.

Wie alle anderen Bücher der Autorin besteht auch dieses aus Geheimnissen. Geheimnisse, die man nach und nach lüften will. Für meinen Geschmack gab es in "Niemand liebt November" zu viele Rätsel, zu viele Geheimnisse...Und alle wurden erst zum Ende hin gelöst, obwohl der Leser zuvor schon Vermutungen hatte... Vermutungen, die sich letztendlich als richtig herausgestellt haben... Ja, was soll ich sagen. Das Ende hat mich enttäuscht. Ich hatte etwas großes erwartet, ein Buch zwischen den Zeilen eben, aber im Grunde war es nur eine recht seichte Geschichte... Beispielsweise hat mir die Aufklärung mit den Briefen überhaupt nicht gefallen, mir fehlte da die Verbindung zu den Eltern... Zu dem Hauptthema des Buches... Letztendlich ist "Niemand liebt November" ein recht melancholisches Buch, voll Trauer, voll Selbstzerstörung, voll von Verzweiflung.... Ich weiß nicht so genau, ob mir dieser Schwermut gefallen hat, da ich selbst auch sehr melancholisch bin und ich das nicht unbedingt in dieser Intensität in Büchern brauche...



Fazit

Für mich war das Buch eher enttäuschend, die Geschichte hat mich nicht gepackt und leider nicht berührt. Es fehlte mir etwas.


Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

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