Mittwoch, 30. September 2026

[Rezension] Das Mädchen im Nordwind - Karin Baldvinsson

 


Titel: Das Mädchen im Nordwind

Autor:  Karin Baldvinsson

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2021

Seitenzahl: 572
Cover: © Ullstein
Begonnen: 28.08.2026
Beendet: 03.09.2026


Es war für mich mal wieder an der Zeit für einen Roman über ein dunkles Familiengeheimnis. Mit "Das Mädchen im Nordwind" habe ich auch wieder eine echte Perle in diesem Genre entdeckt. 

Auf zwei Zeitebenen wird von zwei sehr unterschiedlichen Leben erzählt. Zum einen haben wir Sofie, die in der Gegenwart per "Work & Travel" nach Island kommt und dort in dem Haus, das sie renovieren soll, ein auf deutsch verfasstes Tagebuch findet, das sie direkt in den Bann zieht. In diesem Tagebuch hat die Jüdin Luise ihre ganze tragische Geschichte niedergeschrieben, die damit begann, dass sie sich im Jahre 1936 in einen Isländer verliebte. 

Obwohl ich schon etliche Bücher über die Zeit des zweiten Weltkrieges gelesen habe, hat mich die Geschichte von Luise und Jónas sehr bewegt, denn es ist klar, dass die Liebe der beiden in dieser Zeit keinem echten Platz findet. Als deutscher Schauplatz und damit als Heimat von Luise dient hier Lüneburg, eine Stadt, die ich gut kenne, da ich im Norden Deutschlands aufgewachsen wird. Die Autorin baut spannende historische Ereignisse ein und zeigt, wie das Leben in Deutschland immer schwieriger und irgendwann sogar lebensgefährlich wurde.

Es ist selten, dass ich in diesem Genre einmal beide Zeitebenen gleich stark fand, doch hier war dies tatsächlich einmal der Fall. Mir gefielen beide Liebesgeschichten, auch wenn in der Gegenwart natürlich kein Krieg herrscht und die Charaktere hier mit persönlichen Problemen zu kämpfen haben. Mich hat die gedankliche Reise nach Island sehr gefallen und die Geschichte hat mich sowohl unterhalten als auch berührt. Ich hoffe, noch einmal ein Buch der Autorin zu finden!



Ein starker und sehr bewegender Roman mit zwei sehr unterhaltsamen Liebesgeschichten!

Ich vergebe 5 von 5.

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