Sonntag, 3. April 2016

[Rezension] Locked in: Wach auf, wenn du kannst - Holly Seddon

Titel: Locked in: Wach auf, wenn du kannst
Autor: Holly Seddon
Genre: Thriller, Roman
Verlag:  Heyne
Seitenzahl: 432
Cover und Inhaltsangabe ©  Heyne



Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?




Bücher über Menschen, die im Koma liegen, sind wahrlich nicht neu, doch Holly Seddon hat mit "Locked in: Wach auf, wenn du kannst" einen besonders tiefgründigen Roman geschaffen, der ein wenig ins Thriller- beziehungsweise Krimigenre eintaucht.

Die Wahl der Charaktere und die Aufteilung der Kapitel fand ich hier besonders gelungen. Wir erfahren aus verschiedenen Sichtweisen, die zudem in den Zeitpunkten variieren, was mit Amy damals passiert ist. Interessant und einfühlsam sind hier besonders die Sichtweisen von Amy beschrieben und besonders beklemmend fand ich hier die Tatsache, dass wir auch nach und nach mitbekommen, was sie im Koma alles wahrnimmt!

Der größte Teil der Geschichte macht die Nachforschungsarbeit der Journalistin Alex aus, die dem Geheimnis, was Amy damals zugestoßen ist, auf die Spur kommt. An einigen Punkten wirkt das zwar alles ein wenig in die Länge gezogen, denn es ist Alex, die ganz allein die Geschichte vorantreiben muss, aber dennoch ließ sich das ganze Buch angenehm flüssig lesen!




-Amy Stevenson-

Der Fall rund um Amy ist sehr mysteriös. Sie wurde augenscheinlich missbraucht und zurückgelassen und seit gut 15 Jahren liegt sie nun im Koma. Die Polizei hatte damals natürlich einige Verdächtige durchleuchtet, aber den Täter nie finden können.

Kurze Abschnitte aus der Sicht von Amy zeigen, was sie an ihren "letzten" Tagen erlebt hat und im Laufe der Zeit setzen sich alle Puzzleteile zusammen. Amys Geschichte finde ich sehr tragisch und sehr gut von der Autorin umgesetzt!

-Alex Dale-

Sie ist eine Journalistin mit einem Alkoholproblem, das sie selbst erkannt hat, aber gegen das sie sich nicht zur Wehr setzen kann. Durch den Alkohol hat sie ihren Mann verloren und ihr Leben erscheint auf dem ersten Blick sehr einsam. Kein Wunder also, dass sie sich in den nächstbesten Fall stürzt und ihre ganze Energie dafür aufbringt, den Fall rund um Amy aufzuklären.

Alex nimmt den Hauptteil der Geschichte ein und ich kann sagen, dass ich sie als Charakter sehr mochte, auch wenn mir ihr Alkoholproblem an manchen Stellen fast zu viel war. Ohne diese eigenen Probleme wäre das Buch für mich nahezu perfekt gewesen!




"Locked in: Wach auf, wenn du kannst" hat mich schon nach wenigen Seiten in den Bann gezogen. Die Autorin versteht es, eine kontinuierliche Spannung aufzubauen und dem Leser einige Fragen aufzuwerfen. Die größte Frage, die ich mir von Anfang an gestellt habe, war natürlich, was mit Amy passiert ist und diese Ungewissheit wird bis zum Ende aufrechterhalten.

Neben Alex und Amy kommt noch ein weiterer interessanter Charakter vor: Jacob, der selbst in die Geschichte involviert zu sein scheint und Amy auch nach 15 Jahren noch regelmäßig besucht. Im weiteren Verlauf erscheinen aber noch viele andere Personen auf der Bildfläche und es gibt so einige Verdächtige. Zwar spielt hier der Zufall oft eine große Rolle, aber ich denke, für einen Debütroman hat die Autorin hier trotzdem Geschick bewiesen.

Das Buch, das eine Mischung aus Roman und Thriller ist, ist zwar nicht perfekt, aber dennoch hat es sich gut lesen lassen. Die Geschichte wirft genau an richtigen Stellen gekonnt Fragen auf, die erst am Ende beantwortet werden. Einziger Minuspunkt ist das Ende, das zwar mit einen Überraschungen überzeugt, aber das Buch leider sehr abrupt beendet. Es wirkte auf mich nicht abgeschlossen, vor allem da ich gerne gewusst hätte, wie es mit Amy weitergeht!




Ein spannender Debütroman mit Tiefgang und einer außergewöhnlichen Story. Ich bin auf weitere Bücher der Autorin gespannt!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.


Freitag, 1. April 2016

[Rezension] Cold Calls - Charles Benoit

Titel: Cold Calls
Autor: Charles Benoit
Genre: Jugendbuch, Jugendthriller
Verlag:  cbt
Seitenzahl: 320
Cover und Inhaltsangabe ©  cbt



"Eric, der Fußballer. Shelly, das Goth-Girl. Fatima, die pflichtbewusste Tochter. Drei Teens, drei unterschiedliche Leben, und doch verbindet sie etwas: Ein anonymer Anrufer, der ihre dunkle Vergangenheit kennt und droht, ihr Leben zu zerstören – außer, sie mobben ganz bestimmte Mitschüler … In ihrer Verzweiflung tun sie, was er verlangt. Bis sie sich zum ersten Mal begegnen und beschließen, ihren mysteriösen Feind zur Strecke zu bringen."




Da ich großer Fan von Jugendthrillern bin, habe ich mich nach dem Lesen des Klappentextes sehr auf "Cold Calls" von Charles Benoit gefreut. Ich hatte bei diesem Buch mit ungewöhnlichen Charakteren, einer spannenden Story und einem jugendlichen Schreibstil gerechnet, doch leider wurde ich bei allen drei Punkten enttäuscht!

Der Autor, der einst an einer Highschool unterrichtet hat, schneidet hier einige Themen an, doch ohne dabei in die Tiefe zu gehen. Beim Lesen hatte ich leider auch kaum das Gefühl, es wirklich mit Jugendlichen zu tun zu haben. Nur weil hin und wieder "The walking Dead", "Game of Thrones", "Apps" oder "Starbucks" erwähnt wird, wirkt es nicht gleich jugendlicher. Nein, ganz im Gegenteil. Ich hatte das Gefühl, der Autor hätte die Teenies von heute nur aus der Ferne beobachtet, denn leider sind auch seine Charaktere sehr stereotypisch!




-Eric-

Der typische Sportler mit sehr vielen Freunden und einen hohen Beliebtheitsstatus. Was soll ich jetzt zu Eric schon großartig sagen? Er ist sehr klischeehaft beschrieben, mit vielen Freundinnen, vielen guten Kumpels und dem Sport, der ihm aber nur halb so wichtig ist, wie beispielsweise sein Ansehen an der Schule. Ich muss ganz klar sagen, dass ich solche stereotypischen Charaktere nicht mag und deswegen auch mit Eric, der den größten Teil der Geschichte einnimmt, nicht wirklich warm werden konnte.

-Shelly-

Ein Gothic-Mädchen, das sich selbst als Goth-Tussi sieht? Ein Mädchen, das sich erst einmal durch ihren Musikgeschmack identifiziert? Hier habe ich gleich gemerkt, dass sich der Autor nicht mit der Gothic-Szene auseinander gesetzte hat. Shelly ist so ein typischer, leicht depressiver Charakter ohne viel Tiefgang und ohne Freunde. Mehr kann ich an dieser Stelle auch nicht über sie sagen!

-Fatima-

Fatima taucht erst sehr spät auf und ist eine typische Muslima, die sehr religiös erzogen wurde. Mehr kann ich hier auch nicht über sie sagen, denn ansonsten erfahren wir nur noch ihr Geheimnis, das sie krampfhaft versucht, versteckt zu behalten!




Der Schreibstil von Charles Benoit hat leider dazu geführt, dass ich komplett nicht in der Geschichte abtauchen konnte. Die Dialoge wirken hölzern und nicht so, als würde sie aus dem Mund von Teenies stammen und leider sind auch die eingebauten Witze recht platt. (Wobei ich hier nicht beurteilen kann, ob es nicht an der Übersetzung liegt!)

Eric war mir sofort unsympathisch, auch wenn wir ihn und die anderen Charaktere nur oberflächlich kennenlernen. Vielleicht war genau das der Grund, warum ich mit niemandem so richtig arm wurde. Die Charaktere kratzen an der Oberfläche und ich habe sie im Grunde nur so kennengelernt, wie sie nach außen hin erscheinen.

Auch die Story hätte meiner Meinung nach viel mehr Tiefgang vertragen! Der Autor schneidet einige Themen an, ohne sich dabei von der Oberfläche zu entfernen. Besonders enttäuschend empfand ich das Mobbingthema, das hier einfach zu schwach umgesetzt wurde. Der Autor zeigt hier auch leider nicht, wie falsch Mobbing ist und wie sehr solche Menschen, die wirklich schikaniert werden, leiden könnten. Das empfand ich sehr schade, denn besonders das Ende hat dann nichts mehr mit diesem Thema Mobbing und den Folgen daraus zu tun. (Auch wenn der Autor es so aussehen lassen wollte!)

Positiv erwähnen sollte ich, dass es sich leicht lesen lässt. Das Buch besteht aus kurzen Sätzen und vielen Dialogen und hin und wieder empfand ich manche Passagen vom schriftstellerischen auch sehr gelungen, doch leider konnte dies meine Probleme mit der gesamten Geschichte nicht ausgleichen. Es fiel mir schwer, mir die Personen vorzustellen und die ganze Story lief für meinen Geschmack zu harmlos und geradlinig ab. Die drei Jugendlichen, die diese anonymen Anrufe bekommen, sind meiner Meinung zu gelassen mit der ganzen Sache umgegangen und schwups, sie schließen sich zusammen und finden heraus, wer dahinter steckt!

Das Ende konnte mich leider auch nicht überzeugen. Unser "Täter" tauchte zuvor nicht auf und es wurde zum Schluss hin nur versucht, eine weitere Geschichte rund um diesen Täter zu erfinden, die für mich aber sehr unlogisch erschien! An der Logik hapert es meiner Meinung nach auch an anderen Stellen, denn hier spielt der Zufall schon eine große Rolle. Und eins frage ich mich noch immer: Warum haben die drei Jugendlichen ein paar bestimmte Personen nicht schon vorher ausgefragt? Das Buch hätte so mindestens um die Hälfte gekürzt werden können!




Für mich war "Cold Calls" leider ein großer Flop. Eine unlogische Story, kaum Spannung und stereotypische Charaktere ohne Tiefgang! Schade!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.







Dienstag, 29. März 2016

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat März 2016

Die Ostertage sind jetzt vorbei und ich bin nicht so recht zum Lesen gekommen. Deswegen gibt es schon jetzt meinen Monatsrückblick, da im März erst einmal nichts dazu kommt!

Insgesamt empfand ich den Monat März als eher schwachen Monat, was vielleicht an meiner großen Enttäuschung über Richard Laymons neustes Buch lag. Ausgleichen konnte da nur der zweite und leider letzte Band der aktuellen Reihe von Sara Shepard. Desweiteren habe ich meinen Sub ein wenig abgebaut und ältere Thriller gelesen, aber mich auch an zwei Büchern über Familiengeheimnisse gewagt, die mich aber leider nicht so recht berühren konnten! Im Jugendbuchgenre war auch so einiges los, es ging sehr mysteriös zu, aber auch ein wenig romantisch mit einer Geschichte über Homosexualität!

Hier nun meine gelesenen Bücher! Insgesamt waren es 12 + leider ein Abgebrochenes!

Thriller

Memory Effekt - Lena Sander (5 von 5 Käseratten)
Das dunkle Haus - Saskia Noort (3 von 5 Käseratten)
Leises Gift - Greg Iles (3 von 5 Käseratten)

Horror

Das Haus - Richard Laymon (2 von 5 Käseratten)

Roman

Black Rabbit Hall - Eve Chase (3 von 5 Käseratten)
Das Seehaus - Kate Morton (3 von 5 Käseratten)


Jugendbuch

Nur drei Worte - Becky Albertalli (4 von 5 Käseratten)


Abgebrochen




Mein Highlight des Monats war ganz klar "The Perfectionists - Gutes Mädchen, böses Mädchen" von Sara Shepard. Ich mag die Autorin sehr gerne und ich liebe diese neue Reihe rund um die fünf Mädchen, die in einen sonderbaren Mordfall verwickelt werden. Leider ist die Reihe nach zei Büchern schon vorbei, aber das Finale und die Auflösung hat es in sich! 




Richard Laymon gehört schon seit meiner Jugend zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Ich liebe seinen Schreibstil und seine kranken Ideen und kann mir gut vorstellen, welch großen Spaß er beim Schreiben hatte! Auf "Das Haus" habe ich mich lange gefreut und wurde bitter enttäuscht! Das ganze buch wirkte auf mich unfertig, wie ein Mansukript in den Kinderschuhen. Was hat der Verlag da bitte gemacht? Die Story ist wirr und ein richtiges Ende gibt es nicht. Vielleicht muss man nicht alles veröffentlichen, was Laymon jemals verfasst hat!




Überraschend fand ich einen eher unscheinbaren Titel. "Memory Effekt" von Lena Sander hat mich positiv überrascht und mich vor allem am Ende gepackt! Ein tolles Buch, das meiner Meinung nach auch viel mehr Leser haben sollte!

Und wie sah euer Monat so aus?



Mittwoch, 23. März 2016

[Rezension] Das Seehaus - Kate Morton

Titel: Das Seehaus
Autor: Kate Morton
Genre: Roman
Verlag:  Diana
Seitenzahl: 608
Cover und Inhaltsangabe ©  Diana


"Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.


Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …"




In letzter Zeit hat mich seit Lucinda Rileys "Lavendelgarten" ein neues Genre ganz magisch angezogen: Romane über Familiengeheimnisse! Von Kate Morton selbst hatte ich zuvor noch nicht viel gehört und so ging ich ohne große Erwartungen an dieses Buch heran, denn ich wollte einfach nebenbei ein einfach zu lesendes Buch verfolgen, das zwar eine leichte Geschichte zum Nachdenken beinhaltet, aber dennoch eher der Unterhaltung dient.

"Das Seehaus" von Kate Morton ist kein stinknormaler Roman. Nein, es ist vielmehr eine Mischung aus Roman und Krimi und ich muss leider sagen, dass mir dieser Genremix nicht ganz so gut gefallen hat! Dies lag vielleicht auch dem Schreibstil Mortons, denn leider ist dieser sehr ausschweifend. Sie beschreibt für meinen Geschmack zu viel und zu intensiv und so bot sich für mich kein Freiraum, mir die ganze Umgebung, das Haus und die Region selbst vorzustellen. Ich mag es zwar, wenn Autoren gute Bilder erzeugen, aber hier war es viel zu viel. Ich habe mich stellenweise leicht überfordert gefühlt!



-Alice Edevane -

Alices Sicht aus der Vergangenheit empfand ich zu Beginn des Buches als sehr spannend und interessant. Alice ist ein junges, neugieriges Mädchen, das gerne schreibt und später Autorin wird! Wir lernen sie an verschiedenen Punkten ihres Lebens kennen und erfahren, weswegen sie sich selbst die Schuld am Verschwinden ihres Bruders gibt!

-Sadie Sparrow-

Sadie ist eine junge Polizistin, deren eigene Problemchen zu Beginn der Geschichte die Oberhand gewinnen. Leider wurde ich mit ihr nicht so recht warm, was an meiner Abneigung gegenüber Polizisten/Ermittlern in Büchern liegt. Ihr Interesse an der ganzen Geschichte, die sich vor etwa 60 Jahren zugetragen hat, war für mich nicht direkt greifbar und deswegen mochte ich die Abschnitte aus ihrer Sicht leider überhaupt nicht!

-Nebencharaktere-

Für meinen Geschmack gab es in "Das Seehaus" von Kate Morton eine Spur zu viele Charaktere, was mich leicht überfordert hat! Natürlich wollte die Autorin so viele Verdächtige wie möglich erscheinen lassen, aber für mich war die Geschichte zu verworren. Es fehlte mir ein gewisser roter Faden, da ich auch mit den verschiedenen Sichtweisen der Vergangenheit nicht so gut zurecht kam!




Mein erstes Buch von Kate Morton wird wohl auch direkt mein letztes gewesen sein, denn der Stil der Autorin hat mir überhaupt nicht gefallen. Es fiel mir schwer, in der Geschichte anzukommen und besonders der Protagonistin Sadie zu folgen. Leider wurde ich mit ihr nicht warm, zu keinem Zeitpunk, was meinen Lesefluss enorm gestört hat!

Die Grundidee rund um "Das Seehaus" ist auf jeden Fall spannend. Da ist dieser Junge namens Theo, der damals einfach verschwindet. Niemand weiß, was mit ihm passiert ist! Eine Entführung? Ein Mord? War es jemand aus seiner Familie? Ein Fremder? Fragen über Fragen! Auf der Bildfläche erscheinen im Laufe der Geschichte eine Menge Verdächtige und genau dann, wenn man denkt, der Auflösung nahe zu sein, reißt die Autorin das Segel noch einmal um. Das ist ihr wirklich ausgesprochen gut gelungen, denn die zahlreichen Wendungen haben mich trotzdem zum Durchhalten animiert!

Die Sichten in "Das Seehaus" verändern sich ständig und springen zwischen Gegenwart (2003) und Vergangenheit (um 1933 und Jahre davor und danach!) hin und her und das war für mich leider das größte Problem. Die Protagonistin Sadie, die in der Gegenwart den Hauptteil einnimmt, kam mir nicht nahe genug, um wirklich Sympathie für sie zu empfinden und in der Vergangenheit hätte ich mir den Fokus auf einer Person gewünscht! Mir waren es hier einfach zu viele Charaktere und oft hat mein Kopf gequalmt, als ich krampfhaft versuchte, alle Zusammenhänge zu verstehen!

Das Ende ... Ja, was soll ich hier dazu sagen? Originell ist es auf jeden Fall, aber logisch? Ich bin mir nicht sicher. Es hat mir zwar am Ende noch ein paar Spannungs- und Überraschungsmomente gebracht, aber dennoch bin ich unsicher, was ich davon halten soll!



Kate Mortons Schreibstil ist absolut nicht meins! Spannend war "Das Seehaus" aber auf jeden Fall und es gab einige Überraschungsmomente, doch trotzdem war es kein Buch, das ich in vollen Zügen genießen konnte. Der Mix aus Krimi und Roman über Familiengeheimnisse war leider nichts für mich!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten!

Montag, 21. März 2016

[Rezension] Das Haus der bösen Träume - F.R. Tallis

Titel: Das Haus der bösen Träume
Autor: F.R. Tallis
Genre: Roman
Verlag:  btb
Seitenzahl: 352
Cover und Inhaltsangabe ©  btb



"Suffolk, 1950er Jahre: Der junge Psychiater James Richardson tritt eine Stelle in Wyldehope Hall an, einer Privatanstalt unter der Leitung des renommierten Professor Maitland. Weitgehend allein bleibt ihm die Führung der Klinik überlassen; u.a. die Betreuung einer besonderen Station im Kellergewölbe des alten Hauses. Dort sind sechs Patientinnen in einen künstlichen Dauerschlaf versetzt – laut Maitland eine neuartige Behandlung ihrer psychischen Störung. Doch dann kommt eine junge Nachtschwester zu Tode, kurz nachdem sie in panischer Angst aus dem Keller floh. Richardson beschleichen Zweifel …"




Alte und düstere Psychiatrien finde ich schon lange interessant und bei F.R. Tallis "Das Haus der bösen Träume" hat mich besonders die Tatsache angesprochen, dass das Buch in den 50ern spielt. Wie wir alle ja wissen, war die Psychologie zu dieser Zeit noch nicht besonders weit und es gab zahlreiche Experimente von strebsamen Psychologen und Ärzten, die nicht das Wohle des Patienten im Vordergrund gesehen haben.

Dieses Thema schneidet der Autor, der selbst auch Psychologe ist, in diesem Buch an und die Geschichte besticht für mich vor allem durch die gründliche Recherche. Es werden verschiedene Behandlungsmethoden gezeigt, wodurch der Schreibstil aber immer öfter ein wenig ins medizinische abtriftet und ein wenig an Spannung verliert! Trotzdem muss ich sagen, dass ich hier sehr viele interessante Fakten dargeboten bekommen habe, besonders das Thema "Schlafkur", also Heilung durch einen künstlich zugeführten Schlaf, empfand ich hier als sehr spannend!



-James Richardson-

James ist ein junger Psychologe, der zu Beginn der Geschichte einen Job an der Privatklinik Wyldehope Hall angeboten bekommt. Er wirkt noch recht unerfahren, jung, aber wissbegierig. In der Anstalt angekommen wird er sofort mit den dortigen Behandlungsmethoden vertraut gemacht und lebt sich schnell ein. 

Als Arzt trägt er eine gewisse Verantwortung in Wyldehope Hall und versucht, den Patienten zu helfen. Er findet jedoch heraus, dass der Leiter der Klinik, Hugh Maitland, ganz eigene Ziele verfolgt und die Hintergrundgeschichten der Patienten für unwichtig einstuft.

-Hugh Maitland-

Der Leiter der Klink möchte im Grunde nur eines: Erfolg. Er schreibt selbst Bücher zum Thema Psychologie und "experimentiert" ein Wenig mit seinen Patienten. Maitland selbst war mir eim Lesen oft unsympathisch, auch wenn er nur eine Randfigur war! 

-Jane Turner-

Ich war mir erst unsicher, ob ich Jane Turner ebenfalls in dieser Charakterbeschreibung erwähnen soll, aber ich denke, dass auch sie eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielt. James geht es nämlich nicht nur um die Arbeit, nein, es entwickelt sich auch eine kleine "Liebesgeschichte", die einen großen Teil der Geschichte einnimmt!

Jane ist Krankenschwester in der Anstalt und es wird schnell deutlich, dass sie ein Auge auf James geworfen hat. Doch die Geschichte der beiden entwickelt sich in eine ganz andere Richtung!




Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass "Das Haus der bösen Träume" von F.R. Tallis ein Buch ganz nach meinem Geschmack ist. Die düstere Stimmung der Anstalt war direkt nach James Ankunft zu spüren und ich habe alle Fakten bezüglich der Schlafkur und der Behandlung der Patienten in mich aufgezogen. Ich habe mich so gefühlt, als wäre ich selber Arzt und müsste mich um all die kranken Seelen dort kümmern.

Die ersten 100 Seiten habe ich direkt in mich aufgezogen und voller Spannung den ersten Gruselmoment erwartet, doch leider wurde ich enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich allgemein zu abgehärtet bin, aber eine gruselige Atmosphäre kam bei mir leider zu keinem Zeitpunk auf! Der Hauptgrund hierfür war für mich auf jeden Fall der Schreibstil, der bei psychologischen Erklärungen sehr gut funktioniert, aber in Momenten der Spannung leider versagt hat! 

Aufgrund der streckenweise fehlenden Spannung verlor das Buch für mich ab der Hälfte einen gewissen Reiz. Ich habe es zwar immer noch gerne gelesen, aber mir fehlten diese Momente, die mein Herz zum rasen bringen! Zwar gab es einige Vorkommnisse, die für mich aber zu beiläufig wirkten, beinahe zu unwichtig! Der liebe James, seine Liebesgeschichten und seine Strebsamkeit nehmen einen großen Teil der Geschichte ein und für mich fehlte es gerade im Mittelteil an Atmosphäre!

Das Ende hat dann aber noch zum Nachdenken angeregt und es gibt hier einen echten Schlüsselmoment mit einem tollen Zitat. (Das ich an dieser Stelle aufgrund von Spoilern aber nicht erwähnen werde!) Zwar habe ich mit dieser Art der Auflösung gerechnet, doch es gab dennoch einen Wow-Moment!




Ob es in Wyldehope Hall spukt oder nicht, werdet ihr wohl alleine herausfinden müssen. Trotz fehlendem Grusel verbirgt sich in diesem recht unscheinbaren Buch doch eine interessante Geschichte, die zum Miträtseln und eigenem Nachdenken auffordert!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.





Samstag, 19. März 2016

[Rezension] Black Rabbit Hall - Eve Chase

Titel: Black Rabbit Hall
Autor: Eve Chase
Genre: Roman
Verlag:  Blanvalet
Seitenzahl: 416
Cover und Inhaltsangabe ©  Blanvalet



"Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.


Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ..."




Seitdem mir Lucinda Rileys "Der Lavendelgarten" so gut gefallen hatte, war ich auf der Suche nach weiteren Büchern über Familiengeheimnisse. Ich hätte nie gedacht, dass mich dieses Genre wirklich reizen könnte, aber nun es ist wohl geschehen. "Black Rabbit Hall" von Eve Chase hat mich gleich angesprochen und so musste ich dieses Buch einfach lesen!

Eve Chase besitzt einen sehr eingängigen Schreibstil, der mir das Haus und die ganzen Umgebung Cornwalls nähergebracht hat. Leider schweift die Autorin jedoch in ihren Erzählungen oft sehr weit ab und beschränkt sich auf sehr langatmige Erzählungen und Wiederholungen. Das hat meinen Lesefluß bei diesem Buch leider ein wenig gestört!

Charaktere

Das Buch besteht aus zwei verschiedenen Sichten. Zum einen ist da die wohlhabende Tochter Amber Alton, die wir 1968 kennenlernen. Sie ist eigentlich ein recht fröhliches Mädchen, doch dann passiert ein tragischer Unfall und ihr ganzes Leben wird aus den Bahnen geworfen. Sie muss mit ansehen, wie ihre Familie zerbricht und sich alles plötzlich ändert, denn es drängt sich plötzlich eine weitere Person in die einstige glückliche Familie ...

Im Jahre 2011 treffen wir auf Lorna, die mit ihrem Verlobten eine passende Location für ihre Hochzeit sucht. Ganz zufällig stoßen sie dabei auf "Black Rabbit Hall" und Lorna fühlt sich gleich magisch zu dem alten Haus hingezogen. Schnell findet sie heraus, dass ihre eigene Vergangenheit mit "Black Rabbit Hall" verbunden ist und sie beginnt nachzuforschen!

Die Charaktere haben mir in diesem Roman gut gefallen, auch wenn ich fand, dass einzelne Nebencharaktere eine größere Rolle hätten spielen können. Ich hatte das Gefühl, besonders in der Vergangenheitssichtweise die Familie rund um Amber nicht gut genug kennenzulernen, um an Ende Mitgefühl empfinden zu können! Trotzdem muss ich sagen, dass mir ihre Sicht am besten gefallen hat, was wohl daran lag, dass mir die Geschichte rund um Lornas Nachforschungen im heutigen "Blach Rabbit Hall" nicht düster genug wirkten.



Die Geschichte rund um Amber und ihre Familie wird von Eve Chase hier sehr interessant erzählt. Es gibt wie immer ein Geheimnis, das erst am Ende offenbart wird. Leider empfand ich den Weg zur letztendlichen Auflösung stellenweise sehr holprig. Für meinen Geschmack gab es zu viele Abschweifungen von der eigentlichen Geschichte. Diese Nebensächlichkeiten haben dafür gesorgt, dass ich das Buch problemlos beiseitelegen konnte, denn Spannung wurde so leider nicht erzeugt!

Die Frage ist, ob ich in einem Roman über Familiengeheimnisse überhaupt Spannung erwarte. Ja, das tue ich. Zudem erwarte ich eine unheimliche, fast gruselige Stimmung, die zwar nicht ständig präsent ist, sich aber dennoch durch das Buch zieht. Auch das habe ich hier leider nicht gefunden. Es gab zwar einige Momente, in denen ich eine gewisse Bedrohung spüren konnte, aber mir fehlte eine gewisse Nähe zu den Charakteren, um wirklich mitfühlen zu können!

Das alles klingt jetzt erst einmal negativ, aber an und für sich hat mir das Buch sehr gut gefallen! Eve Chase hat einen sehr angenehmen Schreibstil und eine Leichtigkeit, mit der sie die Umgebungen und Momente beschreibt! Ich denke aber, dass sie sich noch ein wenig mehr auf einen roten Faden konzentrieren sollte, denn besonders die Sicht von Lorna, die 2011 das Haus aufsucht, wirkt an einigen Stellen künstlich in die Länge gezogen!

Das Ende von "Black Rabbit Hall" empfand ich zwar nicht direkt als überraschend, aber dennoch als passend für diesen Roman. Auch wenn ich hier so einige Kritikpunkte genannt habe, muss ich doch sagen, dass mich das Buch insgesamt gut unterhalten konnte.




"Black Rabbit Hall" ist ein kurzweiliger Roman über Familiengeheimnisse und die Vergangenheit, die auch noch in der heutigen Zeit präsent ist. Für ein Debüt nicht schlecht, für meinen Geschmack fehlte es mir jedoch an Nähe zu den einzelnen Charakteren, um wirklich Mitgefühl empfinden zu können!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.



Donnerstag, 17. März 2016

[Rezension] Leises Gift - Greg Iles

Titel: Leises Gift
Autor: Greg Iles
Genre: Thriller
Verlag:  Bastei Lübbe
Seitenzahl: 608
Cover und Inhaltsangabe ©  Bastei Lübbe



"Dr. Chris Shepard hat die junge Frau, die in seine Arztpraxis kommt, nie zuvor gesehen. Alex Morse gibt sich als Agentin des FBI zu erkennen. Sie sei, so sagt sie, auf der Spur eines Scheidungsanwalts, der seinen Klienten einen ganz besonderen Dienst bietet: Ihre Ehepartner sterben auf unerklärliche Weise. "Okay. Aber warum erzählen Sie mir das?" Zum ersten Mal blickte Agentin Morse unbehaglich drein. "Weil ...", sagte sie schließlich zögernd, "vor genau einer Woche Ihre Frau nach Jackson gefahren ist und zwei Stunden im Büro dieses Anwalts verbracht hat."



"Leises Gift" ist ein Thriller, den ich hier schon ewig lange liegen hatte und der mich aufgrund seines eher medizinischen Themas niemals so recht angesprochen hatte. Nun habe ich mich aber doch herangewagt und ich kann sagen, dass dieses Buch ein actiongeladener Thriller ist, der mich allerdings etwas zwiegespalten zurücklässt.

Der Schreibstil von Greg Iles ist in meinen Augen jetzt nichts Besonderes. Ganz gut zu lesen, aber er bleibt mir wohl nicht im Gedächtnis. Das ganze Buch lief zwar wie ein spannender Film vor meinen Augen ab, aber es hatte aufgrund der Thematik auch einen unangenehmen Beigeschmack.




Ich werde bei dieser Rezension keine Charaktere beschreiben, weil ich in diesem Buch nicht das Gefühl hatte, irgendjemanden näher kennenzulernen. Es ging vielmehr um die Story, die ein recht brisantes Thema aufgreift: Die Frage, kann man einen Menschen mithilfe Viren so krank machen, dass er eines "natürlichen" Todes stirbt. Ja, ich fand diese Frage, die der Autor hier aufwirft, sehr spannend und interessant, aber dennoch ein wenig unpassend für einen Thriller. Er beschreibt hier Krankheiten und die absichtliche Einleitung dieser und ich bin mir doch recht unsicher, ob ich das wirklich rein fiktiv betrachten kann. Mir war die Geschichte einfach ein wenig zu viel und mir fehlte ein gewisser Abstand beziehungsweise Respekt gegenüber diesen kranken Menschen!

Im Großen und Ganzen entwickelt sich "Leises Gift" zu einem stinknormalen "Ermittler-Thriller". Die Ausgangssituation ist sehr spannend und originell, doch letztendlich geht es nur um die Aufklärung und die Abarbeitung verschiedener medizinischer Fakten. Informativ ist das Buch auf jeden Fall, spannend ebenso, aber es fehlte mir das gewisse Etwas, was vielleicht auch den viel zu blassen Charakteren lag!




Eine originelle Geschichte, für mich aber zu viel Ermittlungsarbeit und zu übertriebene Actionszenen!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.