Mittwoch, 13. September 2023

[Rezension] Sofies Welt - Jostein Gaarder

 


Titel: Sofies Welt

Autor:  Jostein Gaarder

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2005
Seitenzahl: 622
Cover: © dtv
Begonnen: 13.08.2023
Beendet: 16.08.2023


Die 15-jährige Sofie Amundsen bekommt plötzlich geheimnisvolle Briefe und taucht auf diese Weise in die Welt der Philosophie ein. Schnell ist Sofie gebannt von den Geschichten und Ansichten der großen Denker und beginnt auch selbst, über gewisse Dinge nachzudenken. Doch dann findet sie immer mehr Hinweise auf ein Mädchen namens Hilde, die ein Mädchen in ihrem Alter ist und ebenfalls bald Geburtstag hat ...

"Sofies Welt" habe ich bereits in meiner Jugend begeistert verschlungen. Es hat mich damals tief in die Welt der Philosophie geführt. Nun wollte ich noch einmal in den Genuss dieser Geschichte kommen. Erneut haben mich die aufgeworfenden Fragen, mit denen sich Sofie auseinandersetzen muss, zum Nachdenken gebracht und über mein eigenes Leben nachdenken lassen.

Spannend finde ich nach wie vor, dass der Autor hier durch die gesamte Geschichte der Philosophie reist. Beim zweiten Lesen fiel mir jetzt aber auch der teils sehr sachliche und belehrende Ton auf, den er hier anschlägt, wenn er die einzelnen Ansichten beschreibt. Das war mir tatsächlich teilweise zu trocken.

Das Buch liest sich zudem anders, wenn das überaus gelungene Ende bereits bekannt ist. So fiel mir auch auf, wie blass Sofie eigentlich gezeichnet ist. Im Fokus steht hier nämlich tatsächlich nur die Auseinandersetzung mit verschiedenen philosophischen Fragen. Gelungen empfand ich aber abermals, wie die zwei Ebenen miteinander verschmelzen. Am Ende bleibt das große Rätsel offen, was Realität nun eigentlich bedeutet. Auch wenn ich beim zweiten Lesen nicht so begeistert wie beim ersten war, halte ich "Sofies Welt" dennoch weiterhin für einen lesenswerten Ausflug in die Welt der Philosophie!


Meine Begeisterung hat beim zweiten Lesen dieses Buches leider etwas nachgelassen, da ich als Erwachsene mit dem sachlichen und belehrenden Stil nicht wirklich etwas anfangen konnte. Ich hatte das Buch dennoch weiterhin für einen spannenden und tiefgründigen, wenn auch etwas trockenen Einblick in die Welt der Philosophie!

Ich vergebe 4 von 5.


Montag, 11. September 2023

[Rezension] Christiane F. - Mein zweites Leben - Christiane V. Felscherinow, Sonja Vukovic

 


Titel: Christiane F. - Mein zweites Leben

Autor:  Christiane V. Felscherinow, Sonja Vukovic

Genre: Biografie
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenzahl: 336
Cover: © Kampenwand Verlag 
Begonnen: 12.08.2023
Beendet: 14.08.2023


35 Jahre nach ihrer Zeit als eines der "Kinder vom Bahnhof Zoo" erzählt Christiane F. erneut von ihren Leben. Dabei wird durch ihre sehr ehrliche Art deutlich, dass sie nie irgendwo ankam und auch die Drogen niemals hinter sich lassen konnte ...

"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" habe ich erst vor gut zwei Jahren entdeckt und bin total in Christianes Geschichte versunken. So sehr, dass ich die Geschichte im selben Jahr noch einmal als Hörbuch gehört habe. Es ist die tragische Geschichte einer Süchtigen, die von der Gesellschaft früh ausgemustert wird und immer tiefer sinkt. Auch in dieser zweiten Autobiografie wird deutlich, dass Christiane wohl niemals ein stinknormales Leben führen wird. Noch immer kämpft sie mit ihrer Sucht, Krankkeiten, dem Jugendamt und der Presse, die irgendwann ein ganz eigenes Bild von ihr erschaffen hat. Ich mag mir gar nicht vorstellen, unter welchem Druck sie nach dem Erfolg des Buches und des Films gestanden hat!

Spannend war zu sehen, mit welchen Persönlichkeiten sie in Kontakt kam. So hat es mich überrascht, dass sie sogar tiefen Einblick in den Diogenes-Verlag hatte und sogar meine Lieblingsschriftstellerin Patricia Highsmith kannte. Ich fand es erstaunlich, wie Christiane zu so vielen Bekannt- und auch Freundschaften kam. Bewundernswert sind hier tatsächlich jene Menschen, die ihr bereitwillig und aufopferungsvoll halfen. Auch die viele Männerbeziehungen zeigen, dass Christianes größtes Problem wohl ihre Einsamkeit war, mit der sie nicht umgehen konnte.

In dieser Biografie zeichnet Christiane ungeschönt auch die vielen Tiefpunkte ihres Lebens auf. Zum einen sind da natürlich die Schwierigkeiten mit ihrem Sohn, der ihr irgendwann sogar weggenommen wird. Zum anderen aber auch die Drogen, von denen sie niemals loskommt und ihre Wut dem System gegenüber, das es nie besonders gut mit ihr meinte. Die Journalistin Sonja Vukovic fügt zudem zwischen den Kapiteln noch einige Fakten über die Entwicklungen der Drogenszene ein, die es für mich allerdings nicht unbedingt gebraucht hätte. Passend fand ich, dass Christiane ihre Fehler selbst erkennt und analysiert. Meiner Meinung nach ist diese Biografie nach "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" kein echtes Muss, aber doch ein Buch, das zeigt, dass wohl jedes Leben aus Höhen und Tiefen besteht!


Mit 51 Jahren blickt Christiane F. noch einmal auf ihr Leben zurück und gibt den Leser erneut einen ehrlichen Blick auf all die Fehler, die sie selbst begangen hat! Ich habe die Autobiografie gerne gelesen, auch wenn sie mir nicht so nahe ging wie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo".

Ich vergebe 4 von 5.



Sonntag, 10. September 2023

[Rezension] Süße Küsse am Gardasee - Sandra Pulletz

  


Titel: Süße Küsse am Gardasee 

Autor:  Sandra Pulletz

Genre: Roman, Liebesroman

Erscheinungsjahr: 2023
Seitenzahl: 256
Cover: © Sandra Pulletz



Stella reist zu ihrer Nonna an den Gardasee. Dort soll sie für die Boutique ihrer Mutter nach der neuesten Mode Ausschau halten. Schon am Tag ihrer Ankunft kreuzt der Macho Emilio ihren Weg, der nichts anbrennen lässt und ihre Geduld auf eine harte Probe stellt. Kann sie sich wirklich in so einen Mann verlieben?

Sandra Pulletz entführt uns in ihrem Sommerroman nach Limone und damit an den Gardasee. Besonders die wundervollen Schauplätze stechen in diesem Roman heraus, die nun am Ende des Sommers noch einmal für Urlaubsfeeling sorgen.

Abwechselnd aus der Sicht von Stella und Emilio wird hier eine lockerleichte Lovestory erzählt, in der auch noch das große Eisgeheimnis von Stellas Nonna eine Rolle spielen wird. Mir gefiel hier besonders die Gelateria in Limona, die einen ganz eigenen Charme versprüht. Ich mochte Stella sehr und auch wenn ich mit Emilios Art am Anfang so einige Probleme hatte, finde ich, dass sie ein schönes Paar abgeben.

Zwischen sauren Zitronen, süßem Eis und der tollen Umgebung des Sees entwickelt sich hier eine süße Liebesgeschichte, die natürlich mit einem großen Happy End enden. Für mich ein weiterer gelungener Wohlfühlroman aus der Feder von Sandra Pulletz.

ommer, Sonne, Eis und der Duft von Zitronen! Ein toller, sommerlicher Roman mit einer süßen Liebesgeschichte!

Ich vergebe 5 von 5.



Samstag, 9. September 2023

[Rezension] Räuberhände - Finn-Ole Heinrich

  


Titel: Räuberhände

Autor:  Finn-Ole Heinrich

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenzahl: 208
Cover: © btb
Begonnen: 09.08.2023
Beendet: 12.08.2023


Janik und Samuel verbindet eine tiefe Freundschaft, die allerdings durch ein entscheidendes Erlebnis auf eine harte Probleme gestellt wird. Gemeinsam reisen sie nach Istanbul, auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben, doch wollen sie dieses überhaupt, nach allem, was geschehen ist, gemeinsam verbringen?

"Räuberhände" ist ein Debütroman über eine tiefe Freundschaft, die allerdings Risse bekommt, die sich nicht so leicht reparieren lassen. Janik ist der Sohn angesehener und wohlhabender Eltern, während Samuel Armut kennt und selten bei seiner alkohlkranken Mutter daheim ist. Er gehört im Grunde bereits zu Janiks Familie und ist wie ein Bruder für ihn. Doch Janik leidet unter seinen Eltern, die in Samuel einen scheinbar perfekten Sohn sehen und unter dem Gefühl, sich selbst und auch Samuel längst verloren zu haben.

Finn-Ole Heinrich besitzt einen mitreißenden Schreibstil, der leicht wirkt, aber dennoch in die Tiefe geht. Er vermischt gekonnt die Gegenwart mit prägenden Ereignissen aus der Vergangenheit. Obwohl für Janik Samuel der Mittelpunkt seines Lebens zu sein scheint, erfährt der Leser eher mehr über Janik, der zunehmend das Gefühl hat, im Schatten seines besten Freundes zu stehen.

Etwas ernüchternd und auch steif empfand ich allerdings das Ende. Für mich endete die Geschichte eine Spur zu früh, wodurch ich das Buch mit dem Gefühl zugeschlagen habe, dass die Geschichte der beiden Freunde noch längst nicht vorbei ist ...


"Räuberhände" von Finn-Ole Heinrich ist ein beeindruckendes Debüt über eine Freundschaft, die droht kaputt zu gehen. Nur das Ende war mir etwas zu übereilt, es fehlte für mich noch ein echter Abschluss oder ein wenig Hoffnung ...

Ich vergebe 4 von 5.



Donnerstag, 7. September 2023

[Rezension] Die junge Frau und die Nacht - Guillaume Musso

 


 Titel: Die junge Frau und die Nacht

Autor:  Guillaume Musso

Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsjahr: 2020
Seitenzahl: 432
Cover: © Piper
Begonnen: 08.08.2023
Beendet: 12.08.2023


Der Schriftsteller Thomas wird von der eigenen Vergangenheit eingeholt als er zur Feier des 50-jährigen Bestehens an seine ehemalige Schule zurückkehrt. Damals gab es einen großen Skandal, als seine Freundin Vinca angeblich mit einem Lehrer durchbrannte und nie wieder gesehen wurde. Doch Thomas weiß, dass es ganz anders war, schließlich hat er selbst gemeinsam mit einem Freund damals eine Leiche verschwinden lassen ...

"Die junge Frau und die Nacht" war nun mein zweites Buch von Guillaume Musso und besitzt kurze, sehr knackige Kapitel, die sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit beschreiben sowie einen außergewöhnlichen Schreibstil, der direkt in den Bann zieht. Mit Thomas gemeinsam reisen wir in die Vergangenheit und decken auf, was damals wirklich mit Vinca und ihrem Lehrer passiert ist. Dabei lässt der Autor einige Bomben platzen.

Der Fall selbst hat mir gut gefallen, ist er doch sehr verstrickt und bietet viele Überraschungen. Ein paar Längen gab es für mich allerdings gerade im Mittelteil bei den Nachforschungen von Thomas, die manchmal nicht so recht vorankamen. Auch die Atmosphäre am Schulcampus hätte für mich gerne noch einen Hauch intensiver sein können. Dennoch kann ich aber sagen, dass ich diesen Thriller sehr gerne gelesen habe und mir die ganze Auflösung - so unwahrscheinlich das alles in der Realität auch wäre - sehr gefallen hat. Ich freue mich auf weitere Bücher von Guillaume Musso.


"Die junge Frau und die Nacht" ist ein packender und überraschender Thriller, der zwar ein paar Längen besitzt, mich aber gut unterhalten konnte!

Ich vergebe 4 von 5.


Dienstag, 5. September 2023

[Rezension] Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone - Mark Haddon

  


Titel: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone 

Autor:  Mark Haddon

Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2006
Seitenzahl: 288
Cover: © cbt
Begonnen: 07.08.2023
Beendet: 09.08.2023


Christopher Boone ist anders als andere Fünfzehnjährige. Er liebt Primzahlen, verabscheut Unordnung, kann Gesichtsausdrücke nicht zuordnen und lässt sich von niemanden anfassen. Als der Hund der Nachbarin mit einer Mistgabel ermordet wird, beginnt er Nachforschungen anzustellen und kommt dabei einer Wahrheit auf die Spur, die sein eigenes Leben nicht nur betrifft, sondern komplett auf den Kopf stellt.

"Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" beginnt mit dem Mord an einem Hund, doch ein Krimi ist dieser jugendliche Roman nicht, katapultiert er uns doch noch in die Welt eines Jungen, der alles mit eigenen Augen betrachtet und nah eigenen Regeln lebt. Christopher war für mich von Anfang an ein sehr spannender Charakter, der hier mit eigenen Worten sein Leben schildert. So gibt er neben jeder Menge Formeln, Diagrammen, Bilder und Fakten aus der Wissenschaft auch Einblick in seine Familie und seinen Alltag.

Die Geschichte mag sehr geradlinig sein, aber genau das passt zu Christopher, der die Kapitel hier kurzerhand nur mit Primzahlen nummeriert und gedanklich immer wieder abtriftet, wenn ihn eine Situation überfordert. Schließlich reist er sogar ganz allein nach London, um dort ein ganz eigenes Abenteuer in dieser großen, sehr beängstigenden Stadt zu erleben.

Mich hat dieser Jugendroman unterhalten und berührt. Auch wenn Christopher selbst hier nur mit Alltäglichen kämpft, ist es doch spannend, ihn zu beobachten und in seine Welt einzutauchen. Der Autor hat hier eine angenehm leichte, aber dennoch sehr warmherzige Geschichte über einen ganz besonderen Jungen erschaffen, den man beim Lesen unweigerlich ins Herz schließt!



"Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" ist die berührende und sehr warmherzige Geschichte über einen Jungen, der anders ist und den Leser kurz Einblick in seine Welt und seinen Alltag gibt! Absolut lesenswert!

Ich vergebe 5 von 5.


Sonntag, 3. September 2023

[Rezension] Nacht komm! - Agnes Hammer

 


Titel: Nacht komm!

Autor:  Agnes Hammer

Genre: Thriller, Jugendthriller
Erscheinungsjahr: 2015
Seitenzahl: 288
Cover: © script5
Begonnen: 04.08.2023
Beendet: 08.08.2023


Die notorische Schulschwänzerin Lissy Winterhart wird zu 120 Sozialstunden verurteilt und leistet diese im städtischen Altenheim ab. Dort freundet sie sich mit Nele an, die kurz darauf ermordet wird. Natürlich ist Lissy sofort die Hauptverdächtige, denn kurz zuvor hatte sie mit Nele einen Streit um einen Jungen  ...

"Nacht, komm!" ist ein Jugendthriller mit einer spannenden Protagonistin. Lissy wirkt sehr verloren, hat einen Alkoholiker zum Vater und sackt selbst immer tiefer ab, weil sie die Schule und ihr Lebein einfach nicht gemeistert bekommt. Als sie sich dann auch noch in den "Freund" ihrer neuen Arbeitskollegin verliebt, der aber nur rein körperlich an ihr interessiert zu sein scheint, beginnt es zu eskalieren. Der Mord macht sie zur Zielscheibe, da sie durch ihre Vorstrafen eine gute Täterin abgibt.

Mich konnte der Thriller von der ersten Seite an fesseln, schneidet er doch viele interessante Themen an. Zum einen geht es um die Pubertät, zum anderen gibt die Autorin aber auch einen guten Einblick ins Altersheim und die Alkoholsucht. Lissy ist kein leichter Charakter, denn sie wirkt sehr verloren. Dennoch hat es mir gefallen, mit ihr gemeinsam darum zu kämpfen, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

So spannend und fesselnd der Anfang war, muss ich aber leider zugeben, dass mir die Auflösung etwas zu unoriginell und lahm vorkam. Leider gibt es hier auch nicht allzu viele Tatverdächtige, weswegen das Miträtseln doch etwas kurz kommt. Dennoch kann ich aber sagen, dass ich diesen Jugendthriller gerne gelesen habe und mich sicher öfters an Lissy Winterhart zurückerinnern werde!



"Nacht, komm" ist ein spannender Jugendthriller, der viele interessante Themen anschneidet und zu unterhalten weiß. Nur das Ende war mir ein wenig zu einfach gestrickt ...

Ich vergebe 4 von 5.