Samstag, 17. Januar 2026

[Rezension] Schattenspiel - Charlotte Link


  Titel: Schattenspiel

Autor:  Charlotte Link

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 528
Cover: © Club Ausgabe
Begonnen: 29.12.2025
Beendet: 04.01.2026


David Bellino, der selbst immer nur verzweifelt auf der Suche nach echten Freundschaften war und nun stinkreich ist, sieht sich damit konfrontiert, dass jemand ihn so sehr hasst, dass er ihn tot sehen will. Kurzerhand lädt David vier alte Freunde ein, in deren Leben er eine düstere Rolle gespielt hat. Doch bevor sie sich alle ausprechen können, wird David ermordet aufgefunden ... 

Charlotte Link hat mich das ganze letzte Jahr treu begleitet und so habe ich das neue Jahr mit einem weiteren Werk von ihr begonnen. In "Schattenspiel" zeichnet sie mehrere sehr tragische Lebensgeschichten auf. Mary, Gina, Natalie, Steve und auch seine Freundin Laura machen David für die Sackgassen verantwortlich, in der sie gelandet sind. Natalie ist tablettensüchtig, Gina hat ihre große Liebe verloren, Steve saß im Gefängnis und Mary ist gefangen in einer gewalttätigen Ehe. 

Link zeigt sehr schön auf, wie David von allen in die Rolle des Sündenbocks gedrängt wird. Klar hat er Fehler begangen, aber alle vier Freunde und auch seine Freundin Laura machen es sich sehr einfach, indem sie ihn für all ihre Probleme verantwortlich machen.

Die Auflösung selbst bietet zwar keine allzu große Überraschung oder gar Wendung, dennoch hat mich auch dieses Werk begeistert. Mir gefiel vor allem die Charaktertiefe in den sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten und die Tragik, mit denen es bei allen Berg ab ging. Das Buch zeigt perfekt auf, wie Menschen lieber einen Schuldigen suchen statt Verantwortung zu übernehmen. Auch dieses Werk von Charlotte Link konnte mich begeistern!



Charlotte Link zeichnet hier verschiedene sehr tragische Lebensgeschichten auf und zeigt, wie einfach es ist, sich einen Sündenbock zu suchen und die Verantwortung für eigene Entscheidungen so abzugeben. 

Ich vergebe 5 von 5.

Freitag, 16. Januar 2026

[Rezension] Im Winter der Löwen - Jan Costin Wagner

 


Titel: Im Winter der Löwen 

Autor:  Jan Costin Wagner

Genre: Roman, Krimi

Erscheinungsjahr: 2009

Seitenzahl: 290
Cover: © RM Buch und Medien Vertrieb
Begonnen: 24.12.2025
Beendet: 27.12.2025


Kimmo Joentaa arbeitet an Weihnachten und kommt dadurch mit einer Prostitutierten, die sich selbst Larissa nennt, in Kontakt. Larissa wird plötzlich Teil seines Lebens während er einen mysteriösen Fall lösen muss, bei dem erst ein Gerichtsmediziner, den er kennt stirbt und schließlich auch noch ein Puppenbauer ermordet wird. Beide waren zuvor bei einer TV-Show zu Gast ...

Ich mag die Melancholie, die Jan Costin Wagner in seinen Büchern verströmt und die für mich perfekt zur mental sehr fordernden Weihnachtszeit passen. Dieses Jahr habe ich die eiskalten Feiertage also mit Kommissar Joentaa verbracht, den ich mittlerweile wirklich ins Herz geschlossen habe. Hier wird eine Frau, von der er überhaupt nichts weiß, auf sehr abstrakte Weise Teil seines Lebens. Sie scheint zur rechten Zeit zu kommen.

Der Fall selbst ist wie immer sehr ruhig aufgebaut, weiß aber dennoch zu fesseln. Im Grunde löst Joentaa den Fall hier, in dem er sich die besagte TV-Show immer und immer wieder anschaut. Als Leser bekommen wir bereits ein paar Einblicke und Andeutungen, was den Täter betrifft. Erst am Ende fügt sich hier allerdings alles zu einem sehr traurigen und schaurigen Ende zusammen.

"Im Winter der Löwen" war für mich wieder ein starker Krimi mit Tiefgang. Mich inspiriert der Autor nach wie vor sehr und ich hoffe, im neuen Jahr noch eine ganze Weile von seinen Büchern begleitet zu werden!




Melancholische Feiertage mit dem nachdenklichen Kommissar Kimmo Joentaa und einem sehr traurigen Fall! Mich hat der Krimi unterhalten und berührt!

Ich vergebe 5 von 5.

Donnerstag, 15. Januar 2026

[Rezension] Die schwarzen Vögel - Maarten`t Hart

 


 Titel: Die schwarzen Vögel

Autor:  Maarten`t Hart

Genre: Roman, Krimi

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 320
Cover: © Piper
Begonnen: 29.122025
Beendet: 31.12.2025


Als seine Frau für eine Woche verreist, trifft sich Thomas Kuyper mit der Bibliothekarin Jenny, die er schon lange sehr anziehend findet. Doch dann taucht plötzlich die Polizei bei ihm auf: Jenny ist verschwunden und er ist der letzte, der sie lebend gesehen hat. Zu allem Überfluss ist Thomas auch noch Pharmakologe und experimentiert mit Ratten, die laut Ansicht der Polizei eine Leiche restlos beseitigen können ...

Von Maarten 't Hart habe ich zuvor noch nie etwas gehört gehabt, doch sein Stil hat mich von der ersten Seiten an gepackt und ein wenig an Patricia Highsmith erinnert. "Die schwarzen Vögel" ist ein außergewöhnlicher Krimi, der eine Ehe aufzeichnet, in der es schon lange Probleme gab. Leonie will unbedingt ein Kind und will nicht einsehen, dass es ihr selbst wohl niemals vergönnt werden wird. Thomas wird von diesem Kinderwunsch erdrückt und sucht deswegen die Nähe zu der unkomplizierten Jenny.

Alle Charaktere haben Ecken und Kanten, was mir hier besonders gut gefallen hat. Die Geschichte wird anfangs aus der Sicht von Thomas, später aber auch anhand von Briefen und Leonies sehr tiefgründigen Tagebucheinträgen erzählt. Überrascht war ich über all die Emotionen, die spürbar waren. Leonie ist verletzt und wird von ihrer Eifersucht förmlich zerrissen, zeitgleich bringt sie aber auch jede Menge Verständnis auf und hält zu ihrem Mann. Das hat mich sehr beeindruckt.

Die ganze Zeit stellt sich die Frage, wo Jenny stecken könnte. Das Tierlabor, in dem Thomas arbeitet, bietet dabei natürlich einen schaurigen möglichen Schauplatz für einen Mord. Die Wendung hat mir echt gefallen und ich bin begeistert darüber, daß Jahr mit diesem Highlight und dieser Neuentdeckung abschließen zu können.


Ein Krimi über eine zerbrechende Ehe, Eifersucht und eine Liebe, die sich nicht so leicht in Worte fassen lässt. Für mich war das Buch ein Highlight und der Autor eine grandiose Neuentdeckung zum Jahresende!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse.

Mittwoch, 14. Januar 2026

[Rezension] Verschollen im Eismeer - Jules Verne

  


Titel: Verschollen im Eismeer

Autor:  Jules Vernes

Genre: Roman, Klassiker

Erscheinungsjahr: 1970

Seitenzahl: 210
Cover: © Karl Müller Verlag
Begonnen: 26.12.2025
Beendet: 30.12.2025


Joerling, der einige Zeit auf einer Insel verbracht hat, will eigentlich nur in seine Heimat zurückkehren. Doch das erste Schiff, das nach dem Winter erscheint, will einen ganz anderen Weg einschlagen. Der Kapitän der Helbrane nimmt Joerling mit, doch das Schiff befindet sich auf einer ganz eigenen Expedition ...

Als ich mit diesem Klassiker begonnen habe, war mir gar nicht klar, dass es sich hierbei im Grunde um eine Fortsetzung von Edgar Allen Poes Roman rund um die "Abenteuer von Arthur Gordon Pyms" handelt. In einem Kapitel erzählt Jules Verne auch erst einmal die Handlung dieser Geschichte nach, die der Protagonist erst einmal für Fiktion, dann aber durch das Auffinden einer Leiche jedoch für wahr hält.

Kapitän Len Guy ist auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder William Guy und so beginnt eine Reise durch die Antarktis zum Südpol. Dabei greift Jules Vernes immer wieder Poes Roman auf. Man spürt hier richtig, wie sehr er für die Geschichte brennt und ihr zudem ein etwas erklärendendes Ende geben will.

Manchmal war mir die Erzählung selbst zwar eine Spur zu trocken, dennoch gefiel mir dieses Abenteuer im eiskalten Meer, das hier einige Todesopfer fordert. Jules Verne versucht Antworten auf jene Fragen zu finden, die Poe wohl mit Absicht unbeantwortet ließ. So erklären sich hier im Grunde die Schicksale aller beteiligen Personen und das von Poe geheimnisvolle und offene Ende bekommt eine Auflösung. Etwas mehr Atmosphäre hätte das ganze Abenteuer aber nach meinem Geschmack gebraucht. "In 80 Tagen um die Welt" fand ich deutlich stärker von der Erzählweise - ob dies an der Übersetzung liegt kann ich aber nicht sagen.



Jules Verne setzt ein Werk von Edgar Allen Poe fort, um Antworten auf Fragen zu finden, die damals sicher viele Leser geplagt haben. Mir fehlte es dabei aber etwas an Atmosphäre ...

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 13. Januar 2026

Neue winterliche Kurzgeschichten ab heute!

💙💙💙 Heute erzähle ich euch ein wenig über die Winter-Kurzgeschichten 💙💙💙💙

In "Wintereinbruch" erlebt der Mobber Gill, der vergeblich auf den Schulbus wartet, einen ganzen besonderen Beginn dieser kalten Jahreszeit.

"Grüß ihn besser nicht" handelt von Fynn, der es gehasst hat, in Deutschland jeden zwangsweise grüßen zu müssen. Um an den Erwartungen seiner Mitmenschen nicht zu zerbrechen, nimmt er an einen Schüleraustausch teil und blüht richtig auf. Bis er auf einer langen Wanderung ein deutsches Ehepaar trifft.


"Das Geschenk" erzählt von der obdachlosen Donna, die in der Ramshakle Road einfach nur einen Ort zum Sterben sucht, dann aber auf eine Namensvetterin trifft, die ihr ein besonderes Geschenk macht.

Blake hat Angst vor seiner Schwester Nancy, die auch den Titel der nächsten Kurzgeschichte liefert. Könnte sie ein Wechselbalg sein?

In "Die Feuerprobe" erzähle ich mehr von dem neuen Hexenzirkel, der sich schon im letzten Band gegründet hat. Es fehlt jedoch noch das vierte Element in ihrer Runde ...

"Blut und Fleisch" beschreibt einen Mondvampir oder auch Blutwerwolf. Ein Mischwesen aus beiden Kreaturen, mächtig und unsterblich ...

Darryl ist ein echter Mädchenschwarm, der schon viele Herzen gebrochen hat. Er hat sich vorgenommen, sich niemals zu verlieben, doch dann ist da June, die in "Das gebrochene Lebkuchenherz" seltsame Gefühle in ihm auslöst.

Der gerade erst eröffnete Secondhand-Laden von Maura läuft nicht besonders gut. Doch dann erscheint ein Vertreter, der ihr eine Schaufensterpuppe mit dem Namen "Lady Eliška" anbietet ...

In "Wie jeder normale Mensch" klammert sich Lucille an einen Alltag, der schon lange nicht mehr existiert.

Das Autokino im Dew Wood ist Schauplatz der nächsten Geschichte mit dem Titel "Ho ... Ho ... Ho ..." und es ist an Weihnachten nicht wirklich gut besucht ...

Carrie sucht in "Die Regenkugel" ein Geschenk für ihre Großmutter, die sich niemals über etwas freut. In einem sehr speziellen Laden wird sie fündig.

Der Kindermörder "Raven Raynes" hat eine eigene, traurige Geschichte, die ich natürlich auch mit euch teilen möchte.

In Winterende treffen wir eine alte Bekannte aus dem letzten Buch. Claire, die ihren Job als

Schulpsychologin nach den Geschehnissen im Herbst aufgegeben hat, steht nun kurz vor einer Hochzeit, die sich einfach nicht richtig anfühlt ...

Ich würde mich sehr über euren Besuch in Rainfield freuen.  💙💙

Montag, 12. Januar 2026

[Rezension] Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten: und andere winterliche Morde - Håkan Nesser


  Titel: Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten

Autor:  Håkan Nesser

Genre: Kurzgeschichten

Erscheinungsjahr: 2014

Seitenzahl: 176
Cover: © btb
Begonnen: 23.12.2025
Beendet: 26.12.2025


In fünf Kurzgeschichten zeichnet Håkan Nesser die düstere und melancholische Seite von Weihnachten auf. Für mich war dieses kleine Büchlein in diesen Jahr die perfekte Lektüre über die Feiertage.

In "Herr Kader" reißen wir in ein warmes Ferienparadies und beobachten eine seltsame Ehe, aus der es nur einen Ausweg gibt. Die Geschichte gefiel bis auf das Ende. "Shit happens" ist ausgesprochen amüsant, denn hier sitzt ein falscher Weihnachtsmann, der Juwelen gefressen hat, in einer Zelle, damit sein Stuhlgang überwacht wird.

"Eine unwahrscheinlicher Begegnung", geschrieben mit Henning Mankell beschreibt das Recht melancholische Aufeinandertreffen von Wallander und Van Veeteren. Sehr witzig fand ich zudem, dass sie auf ihre Schöpfer treffen.

"Wie ich meine Tage und Nächte verbringe" ist wieder eine klassische Krimigeschichte über einem Schriftsteller, der für seine Frau jemanden töten will. Auch diese ist sehr unterhaltsam. Mein großer Favorit in diesem Band war jedoch "Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten". Die kleine Beate will unbedingt einen Hundewelpen zu Weihnachten bekommen und hat einen bitterböse Plan für den Fall, das dies nicht geschieht.

Alle fünf Geschichten waren originell, kreativ und passten für mich von der Stimmung perfekt zu den Feiertagen, die mich jedes Jahr mental vor eine kleine Herausforderung stellen. Håkan Nesser und seine Bücher werden mich auch im nächsten Jahr weiter begleiten.



Für mich war diese melancholische, amüsante und vor allem bitterböse Geschichtensammlung in diesem Jahr die perfekte Weihnachtslektüre!

Ich vergebe 5 von 5.

Sonntag, 11. Januar 2026

[Rezension] Evas Auge - Karin Fossum


 Titel: Evas Auge

Autor:  Karin Fossum

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2003

Seitenzahl: 368
Cover: © Piper
Begonnen: 22.12.2025
Beendet: 24.12.2025


Die Künstlerin Eva hat plötzlich mehr Geld, doch auch einen Haufen Probleme. Vor allem als sie mit ihrer Tochter eine angespülte Leiche findet, daraufhin aber nicht die Polizei ruft. Eva hat nämlich etwas mit dem Mord zu tun, auch wenn alles ganz anders ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Karin Fossum hat es in diesem Jahr geschafft, in der Liste meiner Lieblingsautoren ganz weit nach oben zu klettern. Ihre Krimis sind außergewöhnlich von der Erzählweise, gehen sehr tief und besitzen meistens sehr bittere Wendungen. Auch "Evas Auge" hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. 

Mit der Malerin Eva konnte ich mich direkt identifizieren. Als Künstlerin nagt sie förmlich am Hungertuch, ist aber nicht bereit, ihre Leidenschaft aufzugeben. Sie trifft schließlich auf ihre alte Freundin Maja, die ihr eine Möglichkeit aufzeichnet, wie Eva schnell an Geld kommen kann. Doch ist Eva überhaupt in der Lage, ihre eigenen Werte und Ideale zu verraten? Ja, einen Teil ihrer Seele aufzugeben?

Der Krimi ist sehr clever aufgebaut, denn der Leser wird direkt mit Evas Schuld konfrontiert, kennt die Hintergründe, die alles in ein ganz anderes Licht rücken, aber noch nicht. Der sensible Sejer als Ermittler war für mich hier mal wieder eine willkommene Abwechslung zu den stereotypischen und problembelasteten Kommissaren in anderen Krimis. Das Ende dieses Falls hallt auch hier wieder nach und könnte kaum bitterer sein. Ich bin weiterhin unfassbar begeistert von Karin Fossum und ihrem großen Talent!



Karin Fossum konnte mich abermals mit einem außergewöhnlichen und raffinierten Krimi in den Bann ziehen. Eine großartige Autorin!

Ich vergebe 5 von 5.