Titel: Roman eines Schicksallosen
Autor: Imre Kertész
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2002
Seitenzahl: 288
Cover: © Rowohlt
Begonnen: 07.04.2026
Beendet: 09.04.2026
Immer wieder lese ich Bücher über die wohl düsterste Zeit unserer Geschichte, denn gewisse Taten dürfen nicht in Vergessenheit geraten. So stieß ich nun auf ein Buch von Imre Kertész, einem Holocaus-Überlebenen, der sogar den Nobelpreis für Literatur erhielt.
"Roman eines Schicksallosen" erzählt von dem 15-jährigen György, der aus Ungarn nach Deutschland deportiert wird und dort sowohl Ausschwitz als auch Buchenwald überlebt. Beinahe emotionslos berichtet der Junge, wie seine Tagesabläufe aussehen und was er alles beobachtet. Dabei passt er sich den neuen Regeln und Vorschriften an, die er weder hinterfragt noch beurteilt.
Ich muss leider ehrlicherweise sagen, dass ich mich sehr schwer mit der Sprache dieses Romans getan habe. Lange verschachtelte Sätze und viel zu wenige Absätze erschwerten mir das Lesen leider sehr. Ich konnte zudem keine emotionale Verbindung zu dem Protagonisten herstellen.
Imre Kertész beschreibt alles sehr detailliert und bildhaft, aber gleichzeitig emotional sehr unterkühlt. Man weiß zu kaum einem Zeitpunkt wie es in dem Jungen aussieht. Dieser Stil ist sicherlich bewusst so gewählt, denn der Roman besitzt autobiografische Anteile und da ist ein gewisser Schutz vor unschönen Erinnerungen oder zu viel Tiefe sicherlich angebracht.
Auch wenn der Roman bei vielen sicherlich als literarisches Meisterwerk gilt, konnte er mich allerdings nicht so recht abholen. Gewisse Beobachtungen fand ich interessant und manchmal sogar beängstigend, doch bei mir war da eine zu große Distanz beim Lesen vorhanden.











