Titel: Paper Princess - Die Versuchung
Autor: Erin Watt
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenzahl: 384
Cover: © Piper
Begonnen: 30.04.2026
Beendet: 03.05.2026
In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mal öfter über den Tellerrand hinauszublicken und auch Bücher außerhalb meiner bevorzugten Genres zu lesen. So fiel mir in einem Bücherschrank nun der erste Teil dieser Reihe in die Hände, in der es um ein Mädchen geht, das sich nach dem Tod allein durchschlagen muss, dann aber plötzlich Teil von der Familie eines Multimillionärs wird. Seine fünf Söhne machen ihr das Leben allerdings von Anfang an sehr schwer ...
Tatsächlich war ich von "Paper Princess" zu Beginn angenehm überrascht. Ella ist eine starke Protagonistin, die es - abgesehen von ihrer Fixierung auf ihr atemberaubendes Aussehen - wirklich faustdick hinter den Ohren hat und sich in der neuen Familie wirklich zu behaupten weiß. Der Luxus im Haus der Royals haut sie er erst einmal um und ich habe schnell erkannt, dass dies auch so gar nicht meine Welt ist, denn hier ist vieles Schein und das viele Geld verleiht eine Macht, die besonders die Söhne gerne ausnutzen.
Zu den Söhne muss ich hier auch noch kommen, denn die fand ich allesamt sehr abstoßend. Besonders Reed und Easton mit ihren frauenfeundlichen und sehr sexistischen Sprüchen haben bei mir an manchen Stellen echt Würgereize hervorgerufen. Ich war froh, dass Ella sich meistens doch gut gegen sie behaupten konnte - allerdings nur bis zu dem Punkt, an dem Reed ihr gehörig den Kopf verdreht und sie sich ihm beinahe willenlos hingibt. Das hat mich leider etwas von Ella distanziert.
Natürlich wird Reed von der Autorin bewusst so extrem dargestellt. Für mich persönlich hat er jedoch zu viele Grenzen überschritten und bis auf wenige Ausnahmen, in denen er einmal kurz Einblick in seine Gedanken gibt, geht es für ihn doch nur ums Körperliche. Das hat es für mich sehr anstrengend gemacht, denn als Frau möchte ich solche Sprüche, die er für vollkommen normal hält, ehrlich gesagt nicht hören.
Der Cliffhanger am Ende hat mir gefallen, aber die Reihe fortsetzen werde ich dennoch nicht, denn ich möchte weder Reed oder den anderen Söhne noch einmal begegnen. Eins hat mir das Buch allerdings mal wieder klar gezeigt: Ich bin lieber weiterhin arm wie eine Kirchenmaus als gefangen in solch einer anstrengenden Welt, in der es nur um Geld und Oberflächlichkeiten geht ...












