Mittwoch, 8. Juli 2026

[Rezension] Ohrensausen - Jochen Till-

 


Titel:  Ohrensausen

Autor:  Jochen Till

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 256
Cover: © Ravensburger

Begonnen: 05.06.2026
Beendet: 08.06.2026


Danny ist Schlagzeuger in einer Punkband und endlich steht der allererste Auftritt an. Doch Vinnie, Dannys bester Freund, verhält sich seit einiger Zeit sehr sonderbar. Er kommt immer öfter zu spät, überschreitet Grenzen und bringt dann auch noch das Mädchen, in das Danny schon lange verliebt ist, zu einer Probe mit, nur um sie dort schlecht zu behandeln. Plötzlich hat Danny alle Hände voll zu tun. Nicht nur um seine erste Liebe muss er kämpfen, sondern auch um eine Freundschaft, die vielleicht längst verloren ist.

"Ohrensausen" ist ein frecher, sehr humorvoller Jugendroman, der mit einer gewissen Leichtigkeit ernste Themen einbaut. Mir gefiel die Band, auch wenn es hier von Anfang an einige Unstimmigkeiten gibt. Danny versucht beinahe krampfhaft dafür zu sorgen, dass Vinnie sein Freund und gleichzeitig auch der Sänger der Band bleibt, obwohl dieser längst einen anderen Weg eingeschlagen hat.

Ich flog förmlich durch die Seiten. Der Autor gibt einen kleinen, aber wirklich sehr gelungenen Einblick in die Pubertät von einem Jungen, der gerade verliebt ist, gleichzeitig aber auch um seine Freundschaft kämpft und seine Musikleidenschaft auslebt. Die kleinen Liebesgeschichten gefielen mir auch sehr, denn sie entwickeln sich einfach von ganz allein. Für mich ist "Ohrensausen" ein gelungener Jugendroman, der perfekt ein paar wichtige Momente im Leben eines Heranwachsenden einfängt und dabei zeigt, dass Veränderungen dazu gehören.



Ein frecher, humorvoller und doch sehr authentischer Jugendroman über die Liebe, Freundschaft und die Leidenschaft für die Musik. Eine klare Empfehlung!


Ich vergebe 5 von 5.

Montag, 6. Juli 2026

[Rezension] Fear Street - Nacht der Vergeltung- R.L. Stine


Titel:
Fear Street - Nacht der Vergeltung (Doppelband, enthält: "Rachsüchtig" und "Das Skalpell")

Autor:  R. L. Stine

Genre: Grusel

Erscheinungsjahr: 2008

Seitenzahl: 302
Cover: © Loewe

Begonnen: 04.06.2026
Beendet: 07.06.2026


Gerade bin ich wieder total im "Fear Street"-Fieber, denn die Bücher sind mir seit Kindheitstagen ein guter Trost in schwierigen Zeiten. In diesem Doppelband erwartete mich nun sowohl ein Besuch in einer alten Villa als auch ein Abenteuer im Krankenhaus von Shadyside, in dem gerade ein neuer Flügel entsteht.

"Rachsüchtig" habe ich bereits als Teenager verschlungen und tatsächlich erst im Jahre 2023 noch einmal gelesen. Auf meinem Blog gibt es dazu bereits eine ausführliche Rezension, weswegen ich mich an dieser Stelle kurz fasse. In dieser Geschichte geht es um eine Halloweenparty in der alten Cameron-Villa zu der neun Teenager eingeladen sind, die gar nicht viel miteinander zu tun haben. Es wird eine verrückte und sehr unheimliche Nacht, bei der ein dunkles Geheimnis offenbart wird. Obwohl ich mich noch an die gelungene Auflösung erinnern konnte, habe ich dieses Buch auch zum dritten Mal voller Vergnügen gelesen!

In "Das Skalpell" geht es um Laurie, die den Sommer über als Aushilfe im Krankenhaus arbeitet. Dabei bemerkt sie so einige merkwürdige und unheimliche Dinge, die auf der Kinderstation passieren und dann ist da auch noch Rick, der an ihr interessiert ist und den sie dabei beobachtet, wie er ein Skalpell mitgehen lässt. Auch dieses Buch muss ich in meiner Jugend bereits gelesen haben, konnte mich aber zum Glück kaum noch an die Story erinnern. So konnte ich diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite genießen. Die Auflösung gehört auch hier zu den besten der Reihe, denn diese habe ich so gar nicht erwartet.

Für mich sind in diesem Doppelband zwei wirklich starke Teile der Reihe vertreten, bei denen R.L. Stine sein ganzes Können zeigt, was gut gesetzte Cliffhanger, eine unheimliche Atmosphäre und sympathische Charaktere betrifft! Ich bin sehr dankbar dafür, nun seit fast 30 Jahren Teil dieser Welt sein zu dürfen!


Ein weiterer unfassbar starker Doppelband aus der Fear-Street-Reihe, der mich perfekt unterhalten hat!

Ich vergebe 5 von 5.

Samstag, 4. Juli 2026

[Rezension] Ein praktischer Mann - Anna Bergmark

 


Titel: Ein praktischer Mann

Autor:  Anna Bergmark

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2001

Seitenzahl: 284
Cover: © Scherz

Begonnen: 02.06.2026
Beendet: 05.06.2026


Bengts Frau Eva verschwindet spurlos. Ist sie weggelaufen? Wurde sie entführt? Als die Polizei die Suche abbrechen muss, findet Bengt sich in einer tiefen Einsamkeit wieder und klammert sich beinahe panisch an seinek gewohnten Alltag. Er hält sich schließlich für einen praktischen Mann und ist daher bereit, mit dem Kapitel abzuschließen. Doch dann taucht eine Hellseherin auf, die genau zu wissen scheint, was mit Eva passiert ist.

"Ein praktischer Mann" von Anna Bergmark fokussiert sich auf das Innenleben eines Ehemanns und liest sich bis auf wenige Ausnahmen wie ein einziger Monolog, den er mit sich selbst führt. Bengt lässt keinerlei Gefühle zu. Er trauert nicht und seine Gedanken an Eva und auch an Frauen im Allgemeinen sind durchwegs sehr negativ. Das lässt den Leser natürlich schon früh erahnen, was wirklich mit Eva passiert ist.

Trotz dieser Vorhersehbarkeit geht das Buch in die Tiefe, denn Bengt ist gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Während er seinem gewohnten Ablauf folgt, schleicht sich die Einsamkeit in sein Leben. Interessant fand ich die Hellseherin, die auftaucht und die - genau wie der Leser - sofort erkennt, was in Bengt schlummert.

Viel Handlung besitzt das Buch nicht, denn es dreht sich im Grunde nur um die Kämpfe in Bengts Kopf. Es wird alles sehr ruhig und auch sehr langsam erzählt. Dies muss man mögen, denn einen Spannungsbogen besitzt das Buch nicht. Für mich hatte jede Seite dasselbe Lesegefühl ausgestrahlt. Schade ist, dass man Eva selbst nicht kennenlernen darf, es also nur Bengts eigene Ansichten zu hören gibt. Mitleid mit ihm zu haben ist schwer. Für mich war er schon ein sehr unangenehmer Protagonist. Das Buch selbst hebt sich dabei aber definitiv ab! 



Ein sehr ruhiger Roman, der sich fast wie ein einziger Monolog liest und dabei auf jeden Fall in die Tiefe geht.

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 2. Juli 2026

[Rezension] Die Bestie - Anders Roslund & Börge Hellström

 


Titel: Die Bestie

Autor:  Roslund und Hellström

Genre: Thriller, Krimi

Erscheinungsjahr: 2006

Seitenzahl: 304
Cover: © Fischer 

Begonnen: 01.06.2026
Beendet: 03.06.2026


"Die Bestie" beginnt schon sehr hart mit der Geschichte von einem Mann, der zwei kleine Mädchen anspricht und fortlockt. Kurz darauf werden die beiden auch schon missbraucht und ermordet aufgefunden. Der Täter ist Bernt Lund, der eigentlich lebenslänglich im Gefängnis sitzen soll, dann aber fliehen kann, um noch ein Mädchen zu töten. Der Vater der Ermordeten beschließt schließlich, Lund selbst zu jagen und stürzt sich so selbst ins Unglück.

Ich glaube, dass einige Leser dieses Buch schon nach den ersten Seiten abbrechen werden, denn die Morde sind brutal und schockieren, weil die Opfer Kinder sind, die hier gar keine echte Chance haben. Mit einer durchgehenden Gänsehaut habe ich dieses Buch gelesen, in dem es wirklich um eine Bestie geht, in der keinerlei Menschlichkeit mehr zu existieren scheint und um eine Gesellschaft, die mit solchen Verbrechern gar nicht umgehen kann.

Einen klassischen Krimi oder gar Thriller findet man in dieser Geschichte nicht. Das Autorenduo erzählt alles aus sehr vielen unterschiedlichen Sichtweisen. Die Vielzahl an Charakteren mag einige Leser sicher überfordern, doch mir gefiel es, denn so gibt es einige Blickwinkel auf das ganze Geschehen. Letztendlich geht es in diesem Buch um viele moralische Fragen, die sich nicht so leicht beantworten lassen. Es ist eine verstörende, aufwühlende und sehr erschreckende Geschichte, die nicht leicht zu verdaueni st, sich aber definitiv stark von anderen Werken abhebt!



Erschreckend, verstörend und sehr hart wird hier das Thema "Kindesmissbrauch" behandelt. Das Buch geht unter sie Haut und wirft viele moralische Fragen auf!

Ich vergebe 5 von 5.

Mittwoch, 1. Juli 2026

[Rezension] Trau niemals einem Mann - Jane Heller

  Titel: Trau niemals einem Mann


Autor:  Jane Heller

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 1997

Seitenzahl: 350
Cover: © Goldmann

Begonnen: 29.05.2026
Beendet: 02.06.2026


Bei diesem Buch habe ich nach dem Lesen des Klappentextes eine ganz andere Geschichte erwartet, denn schließlich sollte es um drei geschiedene Freundinnen gehen, die an einer Kreuzfahrt teilnehmen, auf der eine von ihnen sterben soll. Elaine, Pat und Jackie lernen relativ schnell einige Männer kennen, die es auf die abgesehen haben könnten. Der Leser weiß hier allerdings von Anfang an mehr und so besteht weit mehr als die Hälfte des Romans erst einmal nur aus dem Kennenlernen der verschiedenen Männer.

Erzählt wird das Geschehen aus der Sicht von Elaine, die nach einer großen Enttäuschung nichts mehr mit Männern zu tun haben will, dann aber Sam trifft und ihr Herz verliert. Ihre Liebesgeschichte, die zwar aus vielen Zweifel besteht, aber doch recht schnell intensiver wird, verdrängt alles andere. Ihre Freundinnen Jackie und Pat treten immer nur kurz auf und bleiben recht blass, obwohl eine von ihnen ja das Opfer des Auftragskillers sein könnte.

Das Ambiente auf dem Kreuzfahrtschiff ist gut eingefangen, auch wenn dies mal wieder nicht so ganz meine Welt ist. Leider baut die Autorin nur wenig Spannung auf, was wohl daran liegt, dass die Krimihandlung nur einen winzigen Teil der Geschichte ausmacht und auch erst spät Fahrt aufnimmt. Für mich persönlich hätte gerne mehr Gefahr spürbar sein können, denn schließlich weiß Elaine irgendwann, dass da ein Killer lauert. Die Auflösung selbst fand ich etwas lahm und recht einfach. Sicher ein ganz netter Urlaubs- und Liebesroman, den man gut nebenbei lesen kann, aber wohl nicht zu viel von erwarten sollte!


Eher Liebesroman als ein Krimi mit Spannung. Kann man gut nebenbei lesen, wenn man nicht zu viel erwartet!

Ich vergebe 3 von 5.

Montag, 29. Juni 2026

[Rezension] Ich mag dich - Achim Bröger


  Titel: Ich mag dich

Autor:  Achim Bröder

Genre: Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2002

Seitenzahl: 188
Cover: © Omnibus 

Begonnen: 30.05.2026
Beendet: 01.06.2026


Für Mick geht die Welt unter als er umziehen muss. Da er gerade mitten in der Pubertät steckt, gibt es noch einige zusätzliche Probleme. Er hat das Gefühl, dass sein leiblicher Vater sich nicht für ihn interessiert und mit seinem Stiefvater kommt er nicht besonders gut klar. Doch dann verliebt er sich und plötzlich wird alles leichter ...

Achim Bröger ergründet das Leben eines Heranwachsenden, der sich in einem neuen Umfeld erst einmal zurechtfinden und viel lernen muss. Mehr als die Hälfte des Buches beschäftigt sich dabei erst einmal mit seiner Familiensituation. Hier gibt es einige Kriesen, denn er ist eifersüchtig auf seine jüngere Stiefschwester und sehnt sich nach Kontakt zu seinem leiblichen Vater, der sich aber im Grunde kaum für ihn interessiert.

Der Autor beschreibt sehr ehrlich und verständlich das Innenleben seines Hauptcharakters. Dabei richtet sich das Buch wohl primär an jüngere Leser, die gerade in einer ähnlichen Phase stecken und dabei erkennen, dass sie mit ihren Gefühlschaos gar nicht allein sind. Mick Hormone drehen hier ab einem gewissen Punkt regelrecht durch. Auch das wird sehr passend beschrieben.

Die kleine, sehr süße Liebesgeschichte gefiel mir ebenfalls, auch wenn sie - zumindest für den Leser - recht bitter und eine Spur zu realistisch endet. Schön fand ich, wie erwachsen sich Mick am Ende des Buches verhält. Seine Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist sehr gelungen!



Ein schöner Jugendroman über die Pubertät und das Chaos der eigenen Gefühle. Lesenswert!

Ich vergebe 5 von 5.

Sonntag, 28. Juni 2026

[Rezension] Meistermorde - Edgar Wallace

 


 Titel: Meistermorde

Autor:  Edgar Wallace

Genre: Geschichten

Erscheinungsjahr: 1983

Seitenzahl: 446
Cover: © Scherz

Begonnen: 26.05.2026
Beendet: 29.05.2026



Mit Edgar Wallace und seinen Filmen sowie Werken tue ich mich nach wie vor schwer. "Zimmer 13" habe ich im letzten Jahr gelesen, fand aber keinen echten Zugang. Vor kurzem habe ich aber zum ersten Mal einen Edgar-Wallace-Film gesehen, der mir tatsächlich sehr gut gefiel und ich wollte daher diesem Werk, in dem sich fünf seiner Geschichten befinden, eine Chance geben.

Es beginnt mit einer sehr bekannten Geschichte rund um den "roten Kreis", der eine Erpressergruppe ist, die sehr weit vernetzt ist. Obwohl solche organisierten Verbrechen nie meins sind und mir abermals nicht gefiel, dass es in erster Linie um Geld geht, hat mich dennoch unterhalten. Was sicherlich an der sehr unterhaltsamen Thalia Drummond und die nette Wendung am Ende lag.

"Geheimagent Nummer Sechs" handelt dem Verbrechee Cäsar Valentine, dem endlich das Handwerk gelegt werden soll. Dafür wird schon der sechste Geheimagent in sein Umfeld geschleust. Diese Geschichte handelt auch wieder um Geld und Habgier und hat mir leider weniger gefallen. Genau wie auch die Detectivgeschichte namens "Mr. Reeder weiß Bescheid", in der es um einen Mord und einen von einer verschleierten Frau eingelösten Scheck geht. Hier wird das Ende sehr trocken heruntergeleiert und gefiel mir nicht.

Reeder tritt auch im Fall um "Die Diamantenbrosche"  und in "Der Fall Joe Attymar". Beide Geschichten handeln von eher unspektakulären Morden und haben mir nicht gefallen, weil alles zu trocken erzählt wird Reeder und ich werden wohl keine Freunde und ich glaube, dass dies auch auf Edgar Wallace zutrifft. Die Leitmotive in seinen Krimis entsprechen einfach nicht mein Geschmack. Ich lebe wohl schon zu lange ohne Geld und Besitz, um verstehen zu können, warum Menschen dies für das Wichtigste im Leben halten.


Mein letzter Versuch, einen Zugang zu Edgar Wallace und seinen Werken zu finden, scheiterte leider. Mir geht es zu viel um Habgier und zu wenig um persönliche Verbrechen und Verstrickungen.

Ich vergebe 3 von 5.