Titel: Die falsche Zeugin
Autor: Karin Slaughter
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2021
Seitenzahl: 592
Cover: © Harper Collins
Begonnen: 16.04.2026
Beendet: 22.04.2026
Karin Slaughters Bücher kenne ich noch aus meiner Jugend und damit aus meiner Anfangszeit als Thrillerleserin. Irgendwann habe ich ihre Werke aus den Augen verloren und dann dieses recht aktuelle Buch, das während der Corona-Pandemie spielt, gefunden. Lange lag es allerdings herum, denn die beinahe 600 Seiten haben mich doch ein wenig abgeschreckt. Meine Angst war jedoch unbegründet, denn ich bin förmlich durch die Seiten geflogen.
Allein der Einstieg, der von dem wohl schrecklichsten Tag im Leben von der Babysitterin Callie erzählt, ist unfassbar spannend, tragisch und hart. Hier musste ich beim Lesen schon ein paar Mal innehalten. Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht allerdings die Anwältin Leigh, die nun einen mutmaßlichen Vergewaltiger vertreten soll. Andrew ist jedoch kein Unbekannter für sie, sondern der Junge, auf den sowohl Callie als auch Leigh früher aufgepasst haben und der etwas über die beiden Schwestern zu wissen scheint.
Spannend fand ich hier die Beziehung der beiden Schwestern, die sich beide in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Callie konnte die Geschehnisse aus ihrer Jugend niemals verarbeiten und rutschte in eine Drogensucht, während Leigh versucht, ein halbwegs normales Leben zu führen und die Vergangenheit nicht an sich heranzulassen. Mir gefiel die Härte der Geschichte, denn es zeigt sich an Callie sehr schön, wie schnell eine einzige Entscheidung das Leben in eine Sackgasse lenkt.
Auch der Gegenwartsstrang bleibt interessant, denn der Leser erkennt sehr schnell, dass Andrew ein echtes Monster ist, das eigentlich eingesperrt gehört. Leigh ist allerdings gezwungen, sich für ihn einzusetzen und den Opfern somit einen weiteren Faustschlag zu verpassen. Dieser Zwiespalt in Hinblick auf ihre eigene Vorgeschichte ist absolut gelungen. Ich hätte selbst nicht gewusst, was ich an Leighs Stelle hätte tun sollen. Große Wendungen und Überraschungen gibt es in diesem Thriller nicht, aber die waren für mich auch nicht nötig, denn die Einblicke in die menschlichen Abgründe reichen hier vollkommen aus. Ich sollte wohl wieder öfter zu einem Buch der Autorin greifen!












