Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Dark Horses - Cecily von Ziegesar

Titel: Dark Horses
Autor:  Cecily von Ziegesar
Genre: Jugendbuch, Roman
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Gulliver

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Merritt steckt in einer tiefen Krise und landet im Erziehungsheim »Good Fences«, einem Heim für »schwierige« Mädchen und »schwierige« Pferde. Dort trifft das verschlossene Mädchen auf den unberechenbaren Hengst »Red«. Dieser wehrt jeden Menschen ab, außer Merritt. Aus den beiden Außenseitern wird auf Turnieren ein unschlagbares Team. Bis sich Merritt in den hübschen Jockey Carvin verliebt und Reds finsterer Instinkt durchbricht. Niemand ahnt, wozu das Pferd fähig ist.
Bestseller-Autorin Cecily von Ziegesar erzählt sowohl aus der Sicht von Merritt als auch aus der ungewöhnlichen Perspektive des Pferdes. Ein mysteriöser, süchtig-machender und böser Roman, der nicht nur Pferde-Fans in seinen Bann zieht!"




Lange ist es her, dass ich zum letzten Mal ein Pferde-Buch gelesen habe, obwohl ich früher sehr gerne geritten bin und diese anmutigen Tiere noch immer wunderschön finde. "Dark Horses" hat mich zugegebenermaßen in erster Linie angesprochen, weil es von der Autorin von "Gossip Girl" ist. Die Bücher zu dieser tollen Serie wollte ich immer mal lesen, habe es aber nie in Angriff genommen.

Mit "Dark Horses" hat Cecily von Ziegesar eine sehr emotionale Geschichte über ein Pferd und ein Mädchen verfasst und bei mir dabei für einige Tränen gesorgt. Abwechselnd wird hier aus der Sicht von Red, dem Pferd erzählt und von einem Mädchen namens Merritt, die mit einem schlimmen Verlust umgehen muss. Diese ständigen Wechsel und besonders die Sichtweise des Pferdes fand ich so ungemein fesselnd.




- Merritt -

Merritt ist total abgestürzt seit dem Tod ihrer geliebten Großmutter und deren Pferd namens Noble. Sie lässt sich total gehen, ist schlecht in der Schule und nimmt schließlich an einem wichtigen Test einfach nicht mehr teil. Besonders schlimm fand ich ihre Eltern, die stur einfach ihr eigenes Leben verfolgen und nicht sehen, wie es ihrer Tochter ergeht.

Merritt ist ein recht in sich gekehrtes Mädchen, das recht langsam auftaut. Ich konnte sie vollkommen verstehen, denn sie hat sich die Schuld am Tod ihrer Großmutter gegeben. Im Laufe der Geschichte muss sie noch weitere herbe Verluste einstecken und ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich mit ihr mitfühlen konnte.

- Red -

Der interessanteste Charakter in "Dark Horses" ist auf jeden Fall Red, der wilde und zu Beginn recht aggressive Fuchs, der niemanden so recht an sich heran lässt. Zu Beginn erfahren wir etwas zu seiner "Vorgeschichte", die mich berühren konnte. Auch der Prolog hat mich schon auf ein eher schlimmes Ende eingestimmt.

Ich mochte Red sehr, auch wenn er in seinem Abschnitten sehr berechnend gewirkt hat und auch so manch einen Unsinn anstellt. Einmal geht er sogar viel zu weit, aber trotzdem konnte ich ihn einfach nicht hassen. Seine Liebe zu Merritt und seine Treue ihr gegenüber hat mich sehr berührt!

- Beatrice -

Eigentlich ist Beatrice selbst nur ein Nebencharakter, aber ich muss sie einfach erwähnen, weil ich auch sie sehr gern mochte! Sie ist genau wie Merritt ein zerbrochenes Mädchen, das nach Good Fences kommt, dort aber rebelliert und schließlich rausgeschmissen wird. Ihre Eltern haben Red für sie gekauft, aber sie kommt von Anfang an nicht mit ihm klar und hasst ihn schließlich auch.

Auch Beatrices Geschichte, so tragisch sie auch ist, konnte mich berühren, denn sie ist nicht nur das harte Mädchen, das sie nach außen hin sein möchte. In ihr steckt mehr und eigentlich finde ich es fast schade, was in diesem Buch mit ihr passiert ...




Bücher mit Pferden oder allgemein Tieren lese ich viel zu selten, denn ich bin da leider viel zu emotional. Das hat sich auch bei "Dark Horses" gezeigt, denn schon allein der Prolog hat mein Herz rasen lassen und ich ahnte bereits, dass im Verlauf der Geschichte eine böse Überraschung auf mich warten wird.

Kommen wir aber erst einmal zum Anfang! Der Einstieg ins Buch ist mir sehr gut gelungen. Abwechselnd erfahren wir erst einmal die Vorgeschichte von Red und anschließend von Merritt. Interessant ist hier natürlich die Sichtweise von Red. Zwar denkt er recht menschlich, aber ich fand dies absolut originell und auch passend für die Geschichte. Besonders rührend fand ich die Songtexte, die er im Radio aufgeschnappt hat und immer wieder von sich gibt!

Merritt landet ziemlich schnell in "Good Fences", doch dort bleibt sie nicht allzu lange, was mich erst einmal ein wenig verwundert hat, denn ich nahm an, dass die gesamte Geschichte in diesem "Heim für schwierige Mädchen und schwierige Pferde" spielt, doch dem ist nicht so. Vielmehr freundet sich Merritt dort mit Red an, der sich auch sofort zu ihr hingezogen fühlt.

In "Good Fences" beginnt die Freundschaft (oder sollte ich es besser Liebe nennen?) zwischen Merritt und Red und die beiden werden ein unschlagbares Team. Auch Beatrice, die eigentliche Besitzerin von Red, spielt noch eine kleine, aber wichtige Rolle. Alle Charaktere sind der Autorin ausgesprochen gut gelungen. Hier muss ich auch noch Carvin erwähnen, der erst im späteren Verlauf dazustößt.

"Dark Horses" ist meiner Meinung nach eine Mischung aus Jugendbuch, Thriller und Drama. Es gibt einige unschöne Momente, in denen man als Leser Red regelrecht hassen könnte, doch irgendwie habe ich dies nie geschafft. Red war für mich ein sehr schwieriges Pferd mit einem eigenem Kopf, das viele Fehler tut, aber Merritt wirklich aufrichtig liebt und genau deswegen habe ich ihn in mein Herz geschlossen!

Kommen wir nun zu der Liebesgeschichte. Natürlich kommen auch die zwischenmenschlichen Gefühle nicht zu kurz, doch für mich stand ganz klar die Liebe zwischen Merritt und dem Fuchs Red im Vordergrund und diese fand ich sehr bewegend. So bewegend, dass ich nach dem letzten Kapitel aus Reds Sicht erst einmal minutenlang weinen musste. Mich hat "Dark Horses" mit auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle genommen. Ich konnte mich über Red ärgern, mich mit ihm freuen, als er in Merritt eine echte Freundin gefunden hat, mit ihm hassen, als er wieder allein gelassen wurde, aber auch tiefe Trauer empfinden, als das passiert, was eben unweigerlich passieren musste ...




"Dark Horses" war ein Buch, das mich nach dem Zuschlagen erst einmal lange traurig zurück ließ.
Die Geschichte besticht durch eine originelle Erzählweise, tolle und tiefgründige Charaktere und sehr vielen Emotionen! Für mich ein echtes Highlight!




Montag, 27. März 2017

[Rezension] The Couple Next Door - Shari Lapena

Titel: The Couple Next Door
Autor:  Shari Lapena
Genre: Thriller, Psychothriller
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Lübbe

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Deine Nachbarin möchte nicht, dass du dein Baby zur Dinnerparty mitbringst. Dein Ehemann sagt, das sei schon in Ordnung. Ihr wohnt ja gleich nebenan. Außerdem habt ihr ein Babyfon und könnt abwechselnd nach der Kleinen sehen. Deine Tochter schläft, als du das letzte Mal nach ihr siehst. Doch jetzt herrscht Totenstille im Haus. Du rennst ins Kinderzimmer - und dein schlimmster Alptraum wird wahr: Die Wiege ist leer."




Bücher mit englischen Titel häufen sich ja in letzter Zeit auf dem deutschen Buchmarkt und ich bin eigentlich niemand, der gerne mit dem Strom schwimmt. Dennoch hat sich der Klappentext für mich sofort ansprechend angehört und ich hatte aufgrund des eher unscheinbaren Covers wieder einmal die Vermutung, dass sich hier ein richtig toller Thriller versteckt.

"The Couple Next Door" ist ein Debüt, das sich sehen lassen kann! Aus unterschiedlichen Perspektiven wird die Geschichte um eine Kindesentführung von mehreren Seiten beleuchtet. Ich hatte das Gefühl, sofort in die Geschichte reinzurutschen, denn es beginnt mit der Party bei den Nachbarn und der plötzlich leeren Wiege und schon beginnt sich die Wahrheit nach und nach zu offenbaren. So macht ein Buch Spaß und so fesselnd muss ein guter Thriller sein!




- Anne -

Anne ist die Mutter der vermissten Cora. Sie hatte schon vor der Party bei den Nachbarn bedenken und wollte ihr Baby eigentlich überhaupt nicht allein lassen, wird dann aber von Marco, ihrem Mann, überredet. Abwechselnd schauen sie alle halbe Stunde nach ihrer Kleinen und haben zudem das Babyfon eingeschaltet.

Auf der Party selbst hat Anne kaum Spaß. Sie sieht, wie Cynthia, die Nachbarsfrau, mit ihrem Mann flirtet und fühlt sich selbst dick und hässlich. Im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass sie an einer postnatalen Depression leidet. Nach der Geburt ihres Kindes hat sich ihr Leben komplett verändert, doch da schlummert noch mehr in ihrer Vergangenheit ...

Mit Anne konnte ich sehr gut mitfühlen. Der Verlust des Babys hat auch mich mitgenommen (Und das, obwohl ich keinerlei Bezug zu Kindern habe!!!!) und ich konnte verstehen, dass sie sich schuldig gefühlt hat, denn schließlich ist sie die Mutter und trägt damit auch die Verantwortung. Nach und nach kommen aber auch die Fragen auf, ob Anne selbst vielleicht etwas mit der Entführung zu zun haben könnte ...

- Marco -

Marco ist Annes Ehemann. Er liebt seine Frau, hat auf der Party aber zu viel getrunken und flirtet mit Cynthia, der Nachbarsfrau. Als sein Baby verschwindet ist auch er außer sich, gerät aber genau wie seine Frau bald ins Zentrum der Ermittlungen. Auch er hat Geheimnisse, die nach und nach offenbart werden.




Wow! "The Couple Next Door" war mal wieder eine Achterbahnfahrt der besonderen Art. Durch den leichten Einstieg wird der Leser sofort ins kalte Wasser geschubst und muss sich mit den traurigen Tatsachen anfreunden: Das Baby eines jungen Paares wurde anscheinend aus der Wohnung entführt. Anne und Marco geben sich selbst die Schuld und natürlich stürzt sich auch bald die Presse auf den tragischen Umstand, dass die Eltern zur Zeit der Entführung auf einer Party im Nachbarhaus waren.

Natürlich darf in einem Thriller wie diesen auch ein Ermittler nicht fehlen. Verwirrt hat mich zu Beginn der Geschichte, dass dieser sofort die Eltern als schuldig ansieht. Er geht nicht von einem unbekannten Entführer aus, sondern ist sich sicher, dass Anne und Marco etwas zu verbergen haben. Er fühlt beiden also auf den Zahn und bringt nach und nach die ganze Wahrheit ans Tageslicht.

Ich mag Ermittler in Büchern selten (wie oft ich diesen Satz doch auf meinem Blog schon geschrieben habe!), fand es aber angenehm, dass die Autorin sich hier überhaupt nicht mit zäher Polizeiarbeit beschäftigt hat, sondern den Augenmerk auf die Charaktere gelegt hat. So agiert der Ermittler zwar als Spurenleser, hat aber keine eigene Handlung, die den Lesefluss eh nur gestört hätte. Stattdessen werden Anna und Marco, die Nachbarn und auch Annas reiche Eltern näher beleuchtet.

Spannend ist an dem Buch erst einmal die Tatsache, dass jeder verdächtig erscheint. Beim Lesen hatte ich tatsächlich jede Person mindestens einmal im Verdacht und so muss meiner Meinung nach ein guter Thriller sein! Nach und nach fügt sich wie ein Puzzle die gesamte Geschichte zusammen und ich fand es unendlich toll, wie sich wirklich am Ende ALLE Fragen beantwortet haben.

Die letztendliche Auflösung konnte mich als eingefleischter Thriller-Fan tatsächlich noch überraschen und ich mochte auch das letzte, bitterböse Kapitel sehr gerne. Ich hoffe, noch mehr Bücher von Shari Lapena lesen zu dürfen, denn mit diesem Debüt hat sie bewiesen, dass ihr dieses Genre liegt!




Ein Thriller, der sich im Verlauf zum echten Pageturner entwickelt und so einige spannende Wendungen enthält. Für mich ein absolutes Highlight in diesem Genre! Bitte mehr davon!


Samstag, 25. März 2017

[Rezension] Demon Road - Derek Landy

Titel: Demon Road
Autor:  Derek Landy
Genre: Fantasy
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keins
Cover und Inhaltsangabe © Löwe





"Amber Lamont ist gerade 16 Jahre alt, als sie feststellen muss, dass ihre eigenen Eltern sie gerne zum Abendessen verspeisen möchten. Nur so könnten sie ihre Kräfte wieder aufladen. Alles klar: Ambers Eltern sind waschechte Dämonen.
Seitdem ist Amber auf der Flucht. Quer durch die USA ist sie auf der Demon Road unterwegs, einem magischen Straßennetz, das unheimliche Orte und schauerlichste Wesen miteinander verbindet. Sie trifft auf Vampire, Hexen und untote Serienkiller und erfährt nach und nach, was für teuflische Fähigkeiten in ihr stecken ..."




Als großer "Supernatural"- Fan stand dieses Buch trotz zahlreicher eher negativer Kritik schon lange auf meiner Wunschliste. Ich wollte gemeinsam mit Amber die Demon Road bereisen und gegen Hexen, Vampire und Untote kämpfen. Genau so abenteuerlich beginnt das Buch auch, hat jedoch soviel Handlung, dass mir beim Lesen leicht schwindelig wurde!

Derek Landy hat echt eine tolle Fantasie, doch ich denke, er ist sich über seine Zielgruppe nicht so recht bewusst. Sehr brutale Stellen wechseln sich mit einem recht seltsamen und teilweise recht "dummen" Humor ab. Eigentlich liebe ich Sarkasmus total, aber hier konnte ich leider kaum schmunzeln. (Ich kann mir aber vorstellen, dass der Humor im Original anders rüberkommt!) Es schwankt zwischen diesem recht kindlichen Stil und einer gewissen Härte, die ich persönlich Lesern ab 14 noch nicht zumuten würde!

Originell ist die Geschichte rund um die sagenumwobene Demon Road auf jeden Fall, doch die Charaktere sind leider alle recht schwierig, allen voran Amber. Auch die Übersetzung fand ich teilweise echt nicht gelungen, es gab Momente, die mich echt aus dem Buch katapultiert haben, da sie irgendwie nicht stimmig beziehungsweise flüssig gewirkt haben.




- Amber -

Amber wird zu Beginn der Geschichte als typische Außenseiterin beschrieben. Sie hat keine Freunde, ist dick und deswegen auch alles andere als Selbstbewusst. Schnell wird klar, dass auch ihre Eltern nicht für sie da sind und sich eigentlich überhaupt nicht für sie interessieren. Sie sprechen nicht mit ihr und integrieren sie auch nicht - bis auf den Tag, der alles verändern soll.

In dem Schnellrestaurant, in dem Amber arbeitet, gibt es einen Vorfall und auf dem Nachhauseweg wird sie von zwei Jungs blöd angemacht, die dann aber schnell ihre Lektion lernen, denn plötzlich wird Amber zu einem Monster. Ja, richtig gehört: Amber ist ein Dämon und plötzlich überaus interessant für ihre Eltern, die ihre Tochter plötzlich am liebsten verspeisen würden!

Amber in ihrer normalen menschlichen Form fand ich sehr interessant, sie war zu Beginn der Geschichte so schön unperfekt, hatte Ecken und Kanten und konnte damit gut Leben, immer als "hässlich" bezeichnet zu werden! In ihrer Dämonenform ist sie jedoch das komplette Gegenteil: Sie ist schlank, überaus anziehend und plötzlich fahren alle Männer auf sie ab. Die Aussage dahinter fand ich weniger schön und sie hat mich ein wenig geärgert, denn teilweise ist das Denken der Menschen in diesem Buch sehr oberflächlich ...

Amber als Dämon wirkt zudem recht unberechenbar. Sie wird selbstbewusst, wenn sie sich verwandelt (kein Wunder, bei dem Aussehen *Augen verdreh*), aber auch teilweise sehr egoistisch. Sie denkt weniger über ihr Handeln nach und das hat mich im Laufe der Geschichte arg gestört!

- Milo -

Der einzige echte Sympathieträger in diesem Buch war für mich Milo. Er ist Ambers Begleiter auf dem Road Trip und zum Ende der Geschichte erfahren wir auch noch etwas über seine Vergangenheit. Milo ist einfach ein cooler Typ, den ich als Leser gleich in mein Herz geschlossen habe!

- Glen -

Vom coolen Typen kommen wir jetzt zum nervigen Typen. Glen soll wohl für einen gewissen Humor in diesem Buch sorgen, hat mich aber teilweise echt stark genervt. Eigentlich brauchen Amber und Milo ihn überhaupt nicht, er ist nur eine Last mit einem eigenem Problem. Trotzdem werden sie zu so etwas wie Freunden und unterstützen sich gegenseitig. (Naja, fast gegenseitig ...)




Gleich vorneweg: Dieses Buch hat eher wenig mit der Welt von "Supernatural" zu tun. Eigentlich sind die einzigen Parallelen der coole Wagen, den Milo fährt und die Wesen, die sie auf ihrer Reise treffen. (Es hatte tatsächlich etwas von Sam und Deans typische Fällen!)

Uneigennützig handelt in "Demon Road" aber so gut wie niemand. Hier geht es nur um Ambers Leben, das durch ihre Eltern bedroht wird und ihren Versuch, ebenfalls mit einem mächtigen Dämonen einen Pakt einzugehen. Auf ihrer Reise trifft sie, wie der Klappentext schon andeutet, einige Gestalten und es wird eigentlich nie langweilig - eher das Gegenteil: Das Buch ist so vollgepackt, dass mir beim Lesen teilweise schwindelig wurde!

Die Idee hinter der "Demon Road" ist echt genial, der eigentliche Road Trip ist dann aber nicht sonderlich überraschend. Sie kommen von einem Übel ins Nächste, vieles wird dem Zufall überlassen (oder aber Ambers plötzlicher Stärke) und es geht kaum um das Zwischenmenschliche. (Oder Zwischen-DÄMONISCHE?) Auf jeden Fall kamen mir die Charaktere viel zu kurz. Positiv zu erwähnen ist zwar, dass der Autor komplett auf eine Liebesgeschichte verzichtet, aber im selben Atemzug hat er auch sämtliche Emotionen aus seiner Geschichte verbannt.

Auch die Aussage bezüglich Amber und ihrer plötzlich so ansehnlichen Dämonenform hat mir nicht sonderlich gefallen und mir das Buch doch recht oberflächlich erscheinen lassen. Leider zog sich das durch die gesamte Geschichte. In ihrer normalen Menschenform wird Amber weiterhin nicht wahrgenommen - während sie in ihrer Dämonenform plötzlich interessant auf andere wirkt. Ich hoffe, dass sie sich im nächsten Teil noch in eine andere Richtung entwickeln wird!

Wie zuvor angesprochen, war auch der Humor nicht so meins. Er passt meiner Meinung nach eher zu einem Kinderbuch, was "Demon Road" aufgrund einiger sehr gewalttätiger Szenen aber definitiv nicht ist! Zwar liebe ich Sarkasmus, aber hier waren mir manche Stellen einfach zu dumm. (Besonders Glen und die Toilette ...)

Abschließend möchte ich aber noch einmal sagen, dass ich das Buch wirklich sehr originell fand, es gibt sehr viel Inhalt und die ganzen Ideen mit den Dämonen, Vampiren und Hexen haben mir ausgesprochen gut gefallen. So gut, dass ich vermutlich auch noch den zweiten Teil lesen würde - ich hoffe hier aber, dass sich unsere Protagonistin noch entwickelt und die Geschichte endlich richtig rund wird!




Lange habe ich mich auf "Demon Road" von Derek Landy gefreut, doch leider konnte es meine Erwartungen nur zum Teil erfüllen. Die Charaktere konnten mich bis auf Milo nicht so recht in den Bann ziehen und manche Handlungen und Ereignisse waren mir zu unlogisch und viel zu zusammengeschustert. Dennoch mochte ich die Grundidee und die Geschichte der Demon Road sehr gerne und hoffe, dass der nächste Teil besser werden wird!


Donnerstag, 23. März 2017

[Abgebrochen] Die Gästeliste - Sanne Averbeck

Titel: Die Gästeliste
Autor:  Sanne Averbeck
Genre: Krimi, Thriller
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Lyx



"Carola Martins hat die Menschen und sozialen Netzwerke fest im Griff. Regelmäßig veranstaltet sie Partys, zu denen sie wichtige Persönlichkeiten einlädt, und erschleicht sich subtil Vorteile. Ihrer Karriere im Rampenlicht scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Doch gerade, als sie den bedeutendsten Erfolgen entgegensieht, werden Menschen aus ihrem Bekanntenkreis brutal ermordet. Alles deutet auf Carola als Täterin hin. Offenbar will jemand ihr Leben vollkommen zerstören. Um das zu verhindern, muss sie ihren kostbarsten Besitz aus der Hand geben: die Gästeliste!"




"Die Gästeliste" von Sanne Averbeck war ein Buch, das beim großen A sehr gelobt wurde und auf das ich deswegen aufmerksam wurde. Ich hatte hier einen etwas "anderen" Thriller beziehungsweise Krimi erwartet und war nach der Einführung unserer Hauptcharakterin Carola eigentlich noch positiv gestimmt.

Carola selbst ist kein einfacher Charakter, sie ist sehr berechnend, was bereits auf der Party zu Beginn deutlich wird. Sie macht nichts ohne Hintergedanken und denkt immer darüber nach, wie sie nach außen hin wirkt. Sich online zu präsentieren ist ihr Leben und deswegen führt sie auch eine Gästeliste, um stets die perfekte Vorzeige-Party zu planen.

Ich denke, dass mir der Schreibstil der Autorin einfach nicht lag. Mein Kopfkino wollte einfach nicht einsetzen und irgendwann hatte ich leider auch keine Lust mehr auf die Tätersuche. Da Carola selbst solch ein schwieriger Charakter ist, hätte es meiner Meinung nach hier wenigstens einen anderen Sympathieträger geben sollen, um mich zum Weiterlesen zu animieren. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Menschen mit Ecken und Kanten, Menschen fern des Mainstreams, aber das alles dann doch nicht zu Carola, die für mich viel zu verblendet war. (Sorry für diese Ausdrucksweise, aber es ist das Wort, das sie meiner Meinung nach am besten beschreibt!)




Ich möchte hier auch gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, denn wie ihr oben bereits lesen konntet, musste ich das Buch leider abbrechen. So interessant die Geschichte auch anfing, so zäh war sie irgendwann für mich. Schon im ersten Drittel habe ich gemerkt, dass ich einfach keinen Zugang finde.

Da ich neuen und eher unbekannten Autoren aber gerne noch eine Chance gebe, habe ich mich noch bis über die Hälfte des Buches gequält - es dann aber endgültig aufgegeben. Für mich waren die "Morde" nur ein Randgeschehen und deswegen fand ich den ganzen Fall, auch mit diesem seltsamen Ermittler, mehr als sonderbar. Es wirkte alles etwas gewollt und ich hatte schreckliche Angst, wieder so eine typische "Gangster"-Auflösung am Ende vorzufinden.

Ich habe über die Hälfte gelesen, habe fieberhaft nach einer Person zum mitfiebern gesucht, aber leider das Buch immer wieder beiseite legen müssen, weil ich eben diese nicht fand. Die Plotidee ist sicher nicht schlecht, aber es war wohl einfach nicht mein Schreibstil und auch nicht die Art von Thriller, die mich fesseln können.

Wie gehabt verzichte ich hier auf eine Bewertung. Leider konnte mich auch die Suche nach dem Täter nicht mehr am Ball bleiben lassen. Vielleicht hätte mich das Ende noch vom Hocker reißen können, aber ich denke, dass es richtig war, das Buch abzubrechen, da ich keinen Zugang habe finden können! Das Leben ist zu kurz für Bücher, die einem nicht gefallen und deswegen hoffe ich, dass ich in das nächste Buch wieder abtauchen kann!

Dienstag, 21. März 2017

[Rezension] Das Leben ist nur ein Moment - Heike Fröhling

Titel: Das Leben ist nur ein Moment
Autor:  Heike Fröhling
Genre: Roman
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Tinte & Feder



"Im Nachlass ihrer Großmutter findet Isabell Hinweise auf eine rätselhafte Vergangenheit. Sie reist nach Island, um Antworten zu finden. Dort lernt sie den jungen Isländer Gabríel kennen, der ihr bei ihrer Spurensuche hilft. Gemeinsam mit ihm findet sie immer mehr Hinweise, dass ihre Großmutter nie die Frau war, die sie vorgab zu sein, und dass das Schicksal der Verstorbenen bis heute sogar ihr eigenes Leben bestimmt …"




Es war mal wieder Zeit für einen Roman über ein Familiengeheimnis und da ich mal Lust hatte, gedanklich nach Island zu reisen, fiel meine Wahl auf "Das Leben ist nur ein Moment" von Heike Fröhling. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gehört, fand aber Cover und Klappentext direkt ansprechend.

Der Stil dieser deutschen Autorin ist recht einfach und flüssig. Zu Beginn der Geschichte kam er mir zwar ein wenig eintönig vor, aber er hat sich in eine angenehme Richtung entwickelt und der Lesefluss war im späteren Verlauf auch kein Problem mehr. Vielmehr war es dann der Plot, der, trotz der kürze des Buches, doch nicht so recht Fahrt aufnahm ...




- Isabell -

Isabell findet, wie im Klappentext angedeutet, im Nachlass ihrer Großmutter eine Kiste, die ihr Fragen aufwirft. Sofort ist ihre Neugierde gepackt und sie reist, völlig überstürzt, nach Island, um der Vergangenheit ihrer Großmutter auf die Spur zu gehen.

Isabell ist unsere Gegenwarts-Perspektive und recht typisch für solche Romane wird hier nach und nach die Geschichte offenbart, die in der Vergangenheit ihren Anfang nahm und natürlich auch Isabells Leben beeinflusst.

Mit Isabell selbst wurde ich beim Lesen nicht so recht warm. Ich habe keinen rechten Bezug zu ihr finden können und deswegen blieb hier das Mitfiebern leider auf. Außerdem fand ich ihre viel zu überstürzte Art teilweise ein wenig unpassend.

- Emma -

Der Vergangenheitsstrang hat mir auf jeden Fall besser gefallen. Er ist intensiver, auch wenn ich mir hier mehr historische Fakten gewünscht hätte. Emma ist die Großmutter von Isabell und ihre Geschichte beginnt bereits zum Ende des zweiten Weltkriegs. Sie geht nach Island, um dort ein neues Leben anzufangen. Doch wird ihr das gelingen?

Echte Sympathie konnte ich auch zu Emma nicht empfinden, was aber auch an ihren Entscheidungen lag, die sie im Laufe des Romans trifft. Auch hier hat mir leider eine emotionale Bindung gefehlt!




Seit gut einem Jahr lese ich nun Bücher über Familiengeheimnisse und ich habe schon einige Autoren ausprobiert. Vielleicht war mein Fehler, mit Lucinda Riley anzufangen, denn dadurch habe ich im Kopf eine Art Messlatte, die ich immer wieder etwas herunterschrauben muss!

"Das Leben ist nur ein Moment" ist eine recht leichte Lektüre. Das Lesen fällt nicht schwer, die Story ist durchaus nachvollziehbar, hielt für mich aber kaum Höhepunkte parat. Leider konnten mich beide Liebesgeschichten nicht so recht packen und die ganzen Zusammenhänge waren zwar recht komplex, aber irgendwie auch schnell zu durchschauen.

Insgesamt ist die Geschichte recht kurz und das ist wohl der Grund, warum kein Platz da war, die Geschichte intensiv zu erleben. Für mich war da kein Raum für echtes Gefühl und es kam mir fast nur wie eine nette Nacherzählung von Erlebnissen vor. Ich war beim Lesen leider meilenweit von den Charakteren entfernt und konnte deswegen auch nicht mitfiebern!

Die Beschreibung Islands fand ich allerdings gelungen und das Buch hat auch ein paar echt schöne Momente, doch leider wirkte es auf mich teilweise sehr gehetzt, was wohl vor allem an der Länge lag.




"Das Leben ist nur ein Moment" ist wirklich ein netter Roman, der mir aufgrund der Kürze aber
kaum Möglichkeiten bot, mich näher mit den Charakteren auseinanderzusetzen. Island als Setting fand ich toll, doch der Plot konnte mich leider nicht so recht mit auf die Reise nehmen ...


Sonntag, 19. März 2017

[Rezension] Mirror - Karl Olsberg

Titel: Mirror
Autor:  Karl Olsberg
Genre: Thriller
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Delete (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe © Atb



"Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen."




Vor langer, langer Zeit habe ich bereits "Delete" von Karl Olsberg gelesen und ich habe das Buch über ein Online-Rollenspiel wahrlich geliebt! Jetzt war es mal wieder an der Zeit für ein weiteres Werk dieses tollen Autoren, da ich bereits wusste, dass ich es erneut von vorne bis hinten genießen werden können und so war es auch.

Karl Olsbergs Schreibstil wusste mich mit "Mirror" wieder einmal zu begeistern. Durch ständige Wechsel der Perspektiven wird eine enorme Spannung erzeugt und ich als Leser habe wieder einmal seine Leidenschaft spüren können. Ich mag es, Bücher zu lesen, die einen einfach mitnehmen, die von Anfang an das Kopfkino einschalten - und solche Geschichten schreibt Karl Olsberg, der für mich mittlerweile zu einem der liebsten deutschen Autoren geworden ist.

Witzig finde ich, dass Karl Olsberg sich auch ein wenig selbst auf die Schippe nimmt mit der Figur des Carl Poulson, der hier mit einem Freund die Mirrors erschaffen hat. Humor hat er, der gute Karl Olsberg und zusätzlich einen guten Blick auf unsere Gesellschaft, die sich ja gerne manipulieren lässt ...




- Andy -

Mein absolute Lieblingscharakter in Mirrors war auf jeden Fall Andy, der selbst viel Zeit am PC verbringt, aber kein normaler Junge ist. Andy hat eine leichte Form von Asperger und deswegen hat er Probleme im direkten Menschenkontakt. Als er einen "Mirror" geschenkt bekommt, ist er erst einmal skeptisch, merkt dann aber, wie hilfreich dieses Teil im "realen" Leben ist. Er findet endlich eine Freundin und gehört plötzlich "dazu". Da Andy jedoch ein sehr nachdenklicher Mensch ist, stellt er bald fest, dass die Mirrors nicht unbedingt nur Gutes vollbringen ...

Ich mochte Andy sehr, denn ich liebe Charaktere, die einfach anders sind und gegen den Strom schwimmen. Andy ist ein vielschichtiger junger Erwachsener, der durch seinen Mirror zwar erst neues Selbstvertrauen findet, aber schnell begreift, dass dieses nicht nur durch einen Computer hervorgebracht wird ...

- Freya -

Freya ist eine Journalistin, die durch einen kleinen Vorfall bemerkt, dass irgendwas mit den Mirrors nicht stimmt. Ihrer Einsatzbereitschaft und ihren Nachforschungen ist es zu verdanken, dass die Geschichte voran getrieben wird und nach und nach die Wahrheit über die Mirrors ans Licht kommt.

Freyas Kapitel mochte ich ebenfalls, denn sie waren für mich der größte Spiegel der aktuellen Gesellschaft. Freya hat vieles durchschaut, doch durch ihren Job als Journalistin weiß sie, wie hart es ist, dass alles an die Öffentlichkeit zu bringen.




Dass wir schon lange in einer Dystopie leben, ist nicht mehr zu verleugnen. Auch die Technik ist kaum noch aufzuhalten, so sehr man sich auch dagegen wehrt. Ich selbst besitze kein Handy, wir haben keinen Fernseher und auch kein Telefon, einfach weil wir es nicht brauchen. Aber was, wenn man durch den gesellschaftliche Druck abhängig von der Technik gemacht wird? Sind wir das in Zeiten von Smartphones nicht vielleicht bereits?

Karl Olsberg hat mit "Mirror" zwar kein neues Thema auf den Tisch gebracht, dafür aber eine Geschichte geschrieben, die uns mal wieder einen Spiegel vor die Nase hält. Das Szenario, das der Autor hier beschreibt, ist gar nicht einmal so abwegig. Die Mirrors, kleine Computer mit verschiedensten Funktionen und Erweiterungen, sollen in erster Linie dem Menschen helfen und dienen. In den ersten Kapitel gibt der Autor ein umfangreiches Bild über die Mirror und was sie so können und für mich als Technik-Muffel war das auch absolut notwendig.

Die technischen Fortschritte der Mirrors kann man fast schon auf unsere Zeit übertragen. Ich bin der festen Überzeugung, dass all das bereits möglich ist oder in anderer Form bereits auf dem Markt vorhanden ist. Genau deswegen ist das Szenario auf der einen Seite so faszinierend und auf der anderen Seite so erschreckend. Karl Olsberg wechselt zu Beginn sehr häufig die Perspektiven und wir erfahren von unterschiedlichen Personen, wie sehr die Mirrors ihr Leben beeinflusst.

Ich möchte vom Inhalt gar nicht so viel erzählen, denn das Buch ist ein wahres Erlebnis, auf das man sich einfach einlassen muss. "Mirror" regt zum Nachdenken und urteilen über das eigene Leben ein. Inwieweit möchte ich mich von der Technik beeinflussen lassen? Braucht der Mensch wirklich Computer, Handys und co? All das kann der Leser nach der Lektüre dieses Buches selbst entscheiden und ich spreche dem Autoren hier wieder ein Lob aus. Es war sicher nicht mein letztes Werk von ihm!



Ein spannender und aktueller Thriller über den technischen Fortschritt, Abhängigkeit und
Manipulation. Aber Achtung, manch einer schaut mit diesem Buch wohl in den eigenen Spiegel ...

Freitag, 17. März 2017

[Rezension] Die Tür - Richard Laymon

Titel: Die Tür
Autor:  Richard Laymon
Genre: Thriller
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Das Spiel, Die Insel, Nacht, Der Geist, Rache, Das Treffen, Das Ufer, Die Jagd, Der Killer, Das Haus, Die Spur, Das Loch, Licht aus!, Die Show, In den finsteren Wäldern
Cover und Inhaltsangabe © HeyneHardcore

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Tief und düster ragt es in die Nacht empor. Das sogenannte Horrorhaus. Schreckliche Morde sollen dort über die Jahrzehnte geschehen sein. Immer wieder ist die Rede von Bestien, die grausame Massaker in dem Haus angerichtet haben sollen. Doch wer soll solche Schauergeschichten schon ernst nehmen? Dem jungen Mark geht es vor allem darum, Alison zu beeindrucken. Das Mädchen verspricht ihm ein Date, eine Nacht im Horrorhaus. Im Keller des makabren Anwesens will Mark sich seinen Ängsten stellen – ohne zu wissen, dass ihn ein Inferno des Grauens erwartet …"




Es ist wieder Zeit für einen neuen Laymon! Klar, auch wenn Richard Laymon jetzt schon seit mehr als zehn Jahren tot ist, kommen noch immer die "vergessenen" Romane/Novellen von ihm aus dem Werk, also jene Werke, die im Englischen nie so viel Anklang gefunden haben.

Zugegebenermaßen war ich etwas enttäuscht, als das Buch dann bei mir ankam. Es ist echt dünn und es stellte sich heraus, dass "Die Tür" nur eine von zwei Novellen ist. Da mir die letzten bei Heyne erschienen Bücher schon nicht mehr gefallen haben, ging ich mit wenigen Erwartungen an das Mini-Büchlein heran - wurde dann aber überrascht.

Auch wenn das Buch noch mit einem Vorwort, einer Leseprobe und der Auflistung aller Werke von Laymon in die Länge gezogen wurde, so versteckt sich im Inneren doch wieder einmal etwas, das ich als "typisch Laymon" beschreiben würde. Wie Jack Ketchum im Vorwort so schön sagt: "Laymons Stil ist so schön unperfekt ..." und genau das liebe ich an ihn so. Er ist ein Schriftsteller, der sich zu Lebzeiten nicht verbiegen hat lassen und einfach seinem Stil treu geblieben ist und das wird auch in diesen beiden Kurzgeschichten wieder deutlich!

Tolle Dialoge, eine geniale Atmosphäre und der typische schwarze Humor, das finden wir besonders in der ersten Kurzgeschichte, während die zweite uns mit auf einem Camping Ausflug nimmt und besonders am Ende noch eine kleine Wendung parat hält. Beide Geschichte habe ich gerne gelesen, auch wenn sie natürlich viel zu kurz waren. Aber was sollen wir tun? Genauso unvollendet hat Laymon diese Werke wohl hinterlassen und genau so müssen wir sie eben nun genießen!




"Die Tür" soll laut Klappentext der vierte "Keller-Roman" sein. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass "Der Keller" zu den wenigen Büchern zählt, die ich bis jetzt noch nicht gelesen habe, aber das sollte ich wohl schnell ändern! In der besagten ersten Kurzgeschichte werden wir in das Horrorhaus gebracht, in dem anscheinend die Morde in den "Keller-Romanen" stattfanden. Mark, der Protagonist, hat dort ein Date mit einem Mädchen, das er mag und das sich von ihm dort einschleusen lassen möchte.

Die Geschichte, wie Mark das "Horrorhaus", das mittlerweile eine art Museum ist, betritt, fand ich sehr atmosphärisch und es hat mir gezeigt, dass ich "Der Keller" unbedingt lesen muss. Besagter Keller kommt in "Dir Tür" nämlich auch fort und dort gibt es ein lLch, aus dem anscheinend eine Bestie gestiegen kam ...

Tolle Dialoge verbinden sich hier wieder mit einer teilweise sehr verrückten Geschichte, Schade ist allerdings, dass der Titel irreführend ist, denn besagte Tür spielt nur eine ganz unwichtige Nebenrolle, viel treffender ist da doch der Originaltitel, nämlich "Friday Night in Beast House", denn genau darum dreht sich diese Kurzgeschichte, um eine Nacht in dem Horrorhaus!

Die erste Kurzgeschichte/Novelle geht bis Seite 128 und ja, sie wirkt unfertig, ist aber dennoch lesenswert und ist wieder auf einem Niveau, das die letzten Bücher (Besonders "Das Haus" und "Der Killer") nicht haben halten können. Das Ende ist nicht blutig, aber irgendwie verrückt und es hat mich auf jeden Fall zum Lachen gebracht. Der Humor ist absolut meins und ich bin froh, mal wieder einen echten Laymon gelesen zu haben

Kommen wir nun zur zweiten Novelle, die den Namen "Die Wildnis" trägt. Sie ist in Form eines Reisetagebuchs verfasst und führt den Leser, wie der Titel schon vermuten lässt, in die freie Natur auf einem Campingausflug eines Jungen, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde. Auf seinem Trip trifft der Junge so einige Gestalten und das Buch ist vergleichbar mit Werken wie "In den finsteren Wäldern" oder "Die Jagd".

Insgesamt hat mir "Die Tür" von der Atmosphäre besser gefallen, doch die krankere Geschichte war auf jeden Fall "Die Wildnis", die mich besonders zum Ende hin begeistern konnte. Auch dieses Werk wirkt wieder leicht unfertig, aber wir werden wohl nie rausfinden, ob beide Kurzgeschichten nun der Anfang von etwas Neuem sein sollten oder nicht!

Ich kann das Buch aber dennoch empfehlen. Hier zeigt Laymon wieder seinen genialen Stil und auch, wenn wohl einige Szenen im deutschen etwas entschärft wurden, bieten beide Novellen doch gute Unterhaltung!




Meine erste Enttäuschung darüber, dass dieses Buch so dünn ist und eigentlich "nur" aus zwei
Novellen besteht, schlug beim Lesen wieder in Begeisterung um. Für Laymon-Fans ist dieses Buch wohl wieder ein Muss und macht wieder Appetit auf mehr Werke dieses viel zu früh verstorbenen Schriftstellers!