Mittwoch, 28. September 2016

[Rezension] Die Kinder der Kirschblüte, Teil 2: Bahlheim - Cardo Polar

Titel: Die Kinder der Kirschblüte, Teil 2: Bahlheim
Autor: Cardo Polar
Genre: Jugendroman, Fantasy
Verlag: BoD
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Die Kinder der Kirschblüte, Teil 1 (3 von 5)
Cover und Inhaltsangabe © Cardo Polar


"Die Villa, mitten im Nirgendwo der mecklenburgischen Seenplatte, ist ein sicheres Versteck - vorerst. Hanna und Nicole lernen viel über Hannas Kräfte und lang verborgene Geheimnisse. Jetzt haben sie die Chance, ihren Traum der Kinder der Kirschblüte zu verwirklichen. Allerdings setzen sie dabei Dinge in Gang, deren Wirkung sie bei weitem unterschätzen. Und dann sind da noch die Polizei und der mysteriöse Kreis, die sie jagen. Als alles eskaliert, wagen sich die Kinder der Kirschblüte aus ihrem Versteck – und machen Fehler. Tödliche Fehler. Denn Bahlheim wartet auf sie …"




Es geht endlich weiter mit den "Kindern der Kirschblüte". Wer meinen Blog verfolgt, wird wissen, wie schwer mir die Rezension zum ersten Teil gefallen ist! Damals habe ich Cardo Polar, einen echt sympathischen Menschen, bei der Leserunde zum ersten Teil kennengelernt und es folgte ein reger Austausch über das Buch und seine Schwachstellen.

Nun hat Cardo Polar eine weitere, überarbeitete Fassung von Teil 1 und Teil 2 herausgebracht! In einem Buch zusammengefasst, ergibt die Geschichte auf jeden Fall mehr Sinn, denn die Handlung reicht meiner Meinung nach für einen Mehrteiler schlicht und ergreifend nicht aus. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Die Reihe, die anscheinend aus drei Teilen bestehen wird, wäre wohl runder als ein eigenständiges Werk! (Da Schrift und Zeilenabschnitt bei Teil 1 und Teil 2 recht groß ist, gehe ich davon aus, dass alle Teile rund 400 bis 500 "normale" Buchseiten ergeben werden!)

Zum Schreibstil bleibt meiner ersten Rezension nicht viel hinzuzufügen. Cardo Polar ist da wohl einfach sehr eigen. Er neigt zu Übertreibungen, zu langen Schachtelsätzen und zu Synonym-Aneinanderreihungen, was leider immer noch meinen Lesefluss stört. Positiv zu erwähnen ist hier allerdings, dass der zweite Teil endlich echte Absätze hat. (Wodurch sich bei meiner Printversion allerdings einige Formatierungsfehler ergeben haben!)

Ich mag Cardo Polars Stil aber trotz meiner Kritik noch gerne. Ich denke, er hat ein großes Talent und wir werden noch viel von ihm hören!




- Hanna -

Natürlich treffen wir Hanna aus dem ersten Teil, die endlich mehr Informationen über ihre Gabe bekommt! Ihre Zerbrechlichkeit ist jetzt nicht mehr so sehr spürbar, sie wird stärker und durch ihre neuen Fähigkeiten trägt sie auch jede Menge Verantwortung!

Hanna als Protagonistin mochte ich noch immer sehr gerne. Endlich treffen die Freund auch auf das letzte "Mitglied" der "Kinder der Kirschblüte". Etwas mehr Hintergrundwissen zu den einzelnen Charakteren hätte ich mir aber schon gewünscht. Besonders Nicole, die ich wirklich interessant finde, bleibt doch recht blass und auch Sven wird in diesem Band beinahe zu einer unwichtigen Nebenfigur!

Was mir zu den Charakteren noch aufgefallen ist: Sie sprechen alle fast gleich, nämlich sehr umgangssprachlich und jugendlich. Da ich Cardo Polar bei der Leserunde beobachten konnte, habe ich gemerkt, dass er selbst auch selbst sehr umgangssprachlich "redet" beziehungsweise schreibt. Leider haben mir die Dialoge daher nicht so gut gefallen, da es kaum charakteristische Sprachweisen gab!




Dieses Buch zu bewerten, fällt mir wieder einmal schwer. Ich möchte natürlich ehrlich bleiben und dem Autoren helfen, doch trotzdem fühle ich mich schlecht dabei, sagen zu müssen, dass mich der zweite Teil nicht mehr ganz so stark begeistern konnte. In erster Linie lag das an der fehlenden Spannung und der wenigen Handlung.

Das Buch hat "nur" 274 Seiten und der Zeilenabstand ist recht groß gehalten. Natürlich liest sich die Geschichte daher sehr flott, aber ein wirklich intensives Leseerlebnis blieb hier leider aus. Die Gefahr, die in diesem Teil immer wieder angedeutet wird, war für mich nicht greifbar. Leider. Teilweise ging es auch nur noch um die Kinder, die plötzlich "die Welt ändern" beziehungsweise ein Zeichen setzen wollten!

Zudem gibt es einige Hintergrundinformationen zu den Artefakten und auch über den "Kreis". Interessant und aufschlussreich war das alles auf jeden Fall, aber für einen Einzelband ist für meinen Geschmack einfach zu wenig passiert!

Ich denke, es war eine gute Entscheidung vom Autoren, Band 1 und Band 2 zusammenzufügen. Allerdings würde ich noch weitergehen und ein Einzelwerk bevorzugen. Ich denke mit einer weiteren Überarbeitung kann das Buch dann richtig toll werden, denn der ganze Plot, die Ideen rund um "Die Kinder der Kirschblüte" und die Vermischung von Jugendbuch und Fantasy gefällt mir immer noch richtig gut!




Ich weiß nicht, wie ich das Buch bewerten soll. (Eigentlich wollte ich hier komplett auf eine Wertung verzichten!) Als Einzelteile war mir sowohl Band 1, als auch Band 2 zu schwach, vom Plot selbst bin ich, trotz einiger Schwächen im Aufbau, dennoch überzeugt und Cardo Polars Leidenschaft ist noch immer spürbar! Ich gebe liebgemeinte 3 von 5!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.











Montag, 26. September 2016

[Auslosung] Gewinner der Blogtour zu "666" von Mario Steinmetz

Jetzt ist die Blogtour auch schon vorbei und ich hoffe, ihr hattet dabei genauso viel Spaß wie wir Blogger! ;)

Hier kommt nun kurz die Gewinnerbekanntgabe! ;)

Der papierverzierer Verlag sowie Mario Steinmetz haben uns für die Tour 3 Bücher sowie Buttons zur Verfügung gestellt, die ihr gewinnen konntet.


Die Gewinner wurden ausgelost und gewonnen haben

Richanni, Tiffi2000 und Jacqueline Oestringer

Herzlichen Glückwunsch! <3

Bitte schickt eure Postanschrift mit eventuellem Signierwunsch an steinmetz.speyer[at]gmail[dot]com und schon macht sich der Gewinn auf den Weg zu euch!

Ich bedanke mich ganz herzlich für eure Teilnahme!

[Rezension] Nebelschrei - Sam Baker

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Titel: Nebelschrei
Autor: Sam Baker
Genre: Thriller, Roman
Verlag: Diana
Bereits gelesene Bücher des Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Diana



"Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat …"




Sam Baker hat laut ihrer Biografie lange Zeit als Journalistin gearbeitet und diese Tatsache merkt man diesem Thriller beziehungsweise Roman auch an. Er ist recht nüchtern und sachlich verfasst und deswegen sehr ruhig. Für meinen Geschmack leider zu ruhig. Spannung kam nur am Ende raus.

Der Schreibstil von Sam Baker ist sehr einfach, sie bedient sich einiger Recherche bezüglich psychologischer Themen, allerdings fügt sie alles recht trocken zusammen. Ihre beiden Protagonisten blieben für mich deswegen recht eintönig. Ihr ist die Charakterbeschreibung zwar ganz gut gelungen, aber dennoch waren es für mich 0815-Charaktere ohne Besonderheiten.




- Helen -

Helen zieht in ein kleines Dorf, um vor einem schrecklichen Ereignis zu fliehen. Dieses Ereignis wird dem Leser bereits auf den ersten Seiten offenbart: Es hat in ihrer Wohnung gebrannt und scheinbar ist dabei jemand ums Leben gekommen. Hier versucht die Autorin ein Mysterium um diesen Brand aufzubauen. Mit der Protagonistin Helen versuchen wir, rauszufinden, was dort in der Pariser Wohnung wirklich passiert ist!

Helen ist eine gebrochene Frau. Mitleid oder gar Sympathie konnte ich für sie aber nicht empfinden. Ich muss aber dennoch sagen, dass ich sie interessant fand. Sie kommt sehr gut alleine klar, wirkt aber immer gehetzt und irgendwie neben der Spur. Warum sie zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist, wird erst am Ende klar. Mit war das alles aber eine Spur zu klischeehaft!

- Gil -

Jetzt komme ich leider zu einem Charakter, der die Geschichte für mich unnötig zäh gemacht hat, nämlich Gil, ein älterer Herr, der gerade in den Ruhestand gegangen ist und vorher viele Jahre als Journalist gearbeitet hat. Die Autorin gibt hier zwar gute Einblicke in den Journalismus, aber ich hatte wenig Spaß daran, diesen alten Herren hier bei einem Date zu begleiten oder aber dauernd zu erfahren, wie wenig Kontakt er zu seiner Familie hat. Ja, Gil ist ein einsamer Mann, der nur für seine Arbeit gelebt hat, aber irgendwie passte er für mich nicht leider überhaupt nicht in die Geschichte!




Was das Thriller-Genre angeht, habe ich einfach bereits zu viel gelesen. Viele Thriller besitzen das gleiche 0815-Schema und die gleichen Charaktere, die irgendwann etwas Schlimmes erlebt haben und sich nun ihrer Vergangenheit stellen müssen. Leider ist "Nebelschrei" genau solch ein Buch ohne große Höhen und Tiefen und mit wenig Thrill.

Kommen wir erst einmal zum Positiven: Das Buch liest sich sehr leicht, allerdings hat mir das Fesselnde gefehlt. Ich musste mich oft zum Weiterlesen zwingen, da mich die Geschichte nicht so recht packen wollte! Leider waren besonders die Abschnitte aus der Sicht von Gil, dem pensionierten Journalisten, zu zäh und inhaltslos. Wir lernen durch ihn zwar das Dorfleben und auch sein Leben kennen, aber besonders wichtig für die eigentliche Handlung war das für mich nicht!

Es fällt mir wieder einmal schwer, das Buch hier zu bewerten, denn leider hat für mich die Langeweile überwogen. Für mich war das Buch sehr geradlinig und besaß daher keinerlei Höhen und Tiefen. Auch die letztendliche Auflösung war so bereits zu erahnen und die psychologischen Aspekte waren mir zu nüchtern wiedergegeben. Mir fehlte eine gewisse Leidenschaft und ein gewisser Mut, einen Thriller außerhalb der Norm zu schreiben. Für mich war "Nebelschrei" von daher nur Durchschnitt.




Alles an dem Roman/Thriller war für mich Durchschnitt, die Charaktere, die Story und die Auflösung.

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.








Samstag, 24. September 2016

[Rezension] Survive - Du bist allein - Alexandra Olivia

Titel: Survive - Du bist allein
Autor: Alexandra Olivia
Genre: Thriller, Roman
Verlag: Scherz
Bereits gelesene Bücher des Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Scherz



"Eine junge Frau allein in der Wildnis – eigentlich sollte es nur ein Abenteuer werden. Doch aus diesem Albtraum wird niemand mehr erwachen.
Tief in einem felsigen Waldgebiet beginnt die Fernseh-Show: mit zwölf Frauen und Männern, die sorgfältig gecastet wurden, um den Zuschauern etwas zu bieten. Schon bei den ersten Gruppenaufgaben geraten einige Teilnehmer an ihre Grenzen – Orientierungsläufe, Lager bauen, Nahrung finden. Allianzen werden geschmiedet, Konflikte brechen auf, die Prüfungen werden härter und perfider. Und bald muss sich jeder Kandidat ganz allein zu seiner großen Einzel-Challenge aufmachen. Doch keiner ahnt, welch tödliche Gefahr bereits in das Überlebens-Spiel eingebrochen ist."




Die große Verlagshäuser übertreiben in letzter Zeit ja gerne einmal. Jeder Thriller ist atemberaubend, heftig und geht ans Limit. Meistens ist da nur heiße Luft dahinter, wie ich in einigen Rezensionen der letzten Monate erschreckenderweise feststellen musste. Je höher die Erwartungen sind, die man anhand des Klappentext und lobenden Werbeworten aufbaut, umso enttäuschter ist man am Ende.

"Survive - Du bist nicht allein" von Alexandra Olivia ist mal wieder ein Beispiel dafür. Ein kompromissloser und heftiger Thriller? Nein, dieses Buch ist ganz bestimmt kein Thriller und als diesen möchte und kann ich ihn hier einfach nicht betrachten, denn das Buch ist sehr ruhig. Es ist weder psychologisch besonders ausgeklügelt, noch besonders spannend und mitreißend, aber dennoch ist es intensiv - wenn man es als Roman betrachtet.

Aus zwei verschiedenen Sichten wird die Zeit während und "nach" der Survivalshow betrachtet. Während man Einblicke in die Show und auch hinter die Kulissen bekommt, wird immer mal wieder ein Blick in die Gegenwart oder man könnte auch sagen, in die Zukunft, geworfen. Eine Teilnehmerin der Show ist nämlich plötzlich auf sich allein gestellt und muss tatsächlich ums Überleben kämpfen!




- Zwölf Teilnehmer der Survial-Show "Im Dunkeln" -

Genau charakterisiert werden die Teilnehmer nicht, aber sie lassen hin und wieder ihre Persönlichkeiten durchblitzen. Aus der Sicht eines allwissenden Erzählers beobachten wir die Teilnehmer der Show bei der Bewältigung der verschiedensten Aufgaben. Sie müssen Challenges absolvieren und werden an ihre Grenzen gebracht.

Dabei erfahren wir aber alles aus der Sicht der Produzenten der Realityshow und wir wissen auch, wie die einzelnen Szenen nachher im Fernsehen erscheinen werden. Hier gibt die Autorin einen tollen Einblick in die Machenschaften der großen Fernsehsender, die natürlich nur ihren eigenen Profit sehen.

 - Sam -

Die andere Sichtweise ist die von Sam, einer Frau, die plötzlich auf sich allein gestellt zu sein scheint. Wo sind die restlichen Teilnehmer der Show? Was ist passiert?

Sam ist eine starke Frau, die weiterhin allein ums Überleben kämpft und immer noch denkt, teil einer Show zu sein. Nach und nach deckt sich hier aber die erschreckende Wahrheit auf!



"Survive - Du bist nicht allein" ist nach "Dark Woods" von Thomas Finn nun mein zweites Buch innerhalb kürzester Zeit mit dem Thema "Realityshows". Ich muss gleich hier sagen, dass mir "Survive", trotz der fehlenden Spannung, besser gefallen hat, denn die Geschichte ist wahrlich eindringlicher und interessanter aufgebaut!

Zum einen hat mir die sehr kritische, aber auch ehrliche Sicht auf die Teilnehmer gefallen. Alles wird ausgeschlachtet, der kleinste Streit wird aus dem Kontext gerissen und aufgebauscht - So wie es wohl in der echten Welt der TV-Formate vorgeht. Als Leser lernen wir die Charaktere so kennen, wie man sie wohl auch bei einer der Shows kennenlernen würde. Oberflächlich, aber doch ausreichend und mit einigen schmutzigen Geheimnissen, die gelüftet werden!

Zwar ist der ganze Aufbau mit den Challenges und Einzelpüfungen recht vorhersehbar, da eine gewisse echte Gefahr ausbleibt, aber dennoch schafft es die Autorin, den Leser zu fesseln. Besonders durch die Abschnitte aus der Gegenwart/Zukunft wird einem immer wieder vor Augen gehalten, dass etwas passiert sein muss. Nur was?

Das Interessanteste an dem Buch ist wohl die Aufklärung, was passiert hat. Sie ist zwar nicht "Super-originell", aber dennoch passend und abwechslungsreich. Die gesamte Geschichte ist recht ruhig gehalten und so auch das Ende, ein echter Spannungsbogen war nicht spürbar, aber doch muss ich sagen, dass mich das Buch unterhalten konnte. Ich möchte hier aber noch einmal betonen, dass ich das Buch eher als Roman ansehe, als ganz speziellen Roman, aber das genaue Genre kann ich hier nicht verraten, denn es würde die gesamte Auflösung kaputt machen!




Für mich kein echter Thriller, aber ein interessanter Roman mit tollen Einblicken und einigen Gänsehaut-Momenten!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.


Donnerstag, 22. September 2016

[Rezension] Die Insel der besonderen Kinder - Ransom Riggs

Titel: Die Insel der besonderen Kinder
Autor: Ransom Riggs
Genre: Roman, Jugendroman, Fantasy
Verlag: Knaur (Meine Ausgabe ist vom Pan - Verlag! Diese ist nicht mehr erhältlich!)
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe ©  Knaur



"Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Inzwischen ist Jacob 15 Jahre alt und kann sich kaum noch an die wunderbaren Schauergeschichten erinnern – bis zu dem Tag, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt und Jacob Hinweise darauf findet, dass es die Insel aus seinen Geschichten wirklich gibt. Der Teenager macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freunde findet, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Monster sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …"




"Die Insel der besonderen Kinder" war ein Buch, das ich schon lange aus der Ferne beobachtet, an das ich mich aber nie herangetraut habe! Durch eine liebe Freundin, mit der ich Bücher getauscht habe, durfte ich dieses Werk dann aber endlich lesen. Besonderer Anreiz war natürlich auch der Film, der bald erscheint!

Highlight in diesem Buch sind die vielen echten Fotos, um die der Autor eine sehr fantasievolle Geschichte gestrickt hat. Der Schreibstil von Ransom Riggs ist zwar recht einfach, aber dennoch passend für ein Jugendbuch. Mich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten in den Bann ziehen und ich bin froh, es endlich gelesen zu haben!



- Jacob -

Jacob ist eigentlich ein normaler Teenager, der schon lange nicht mehr an die seltsamen Geschichten seines Großvaters glaubt. Als sein Opa dann aber stirbt, wird Jacob tief in das einstige Leben seines Großvaters hineingezogen.

Jacob beginnt, an die Existenz von jenen Monstern zu glauben, die seinen Großvater angeblich schon seit Jahren gefolgt sind. Einziger Ort, der Schutz bieten soll, ist eine Art "Waisenhaus" auf einer Insel. Hier beginnt die Reise in die Vergangenheit. Eine Reise, die Jacobs Leben für immer verändern soll.

- Die besonderen Kinder -

Ich möchte hier nicht zu viel von der Geschichte oder den Charakteren wegnehmen, denn "Die Insel der besonderen Kinder" ist ein Buch, das man erleben muss. Auf der Insel leben so einige Kinder mit besonderen "Fähigkeiten", mit Eigenarten, die es ihnen nicht ermöglicht, normal unter Menschen zu leben!

Liebevoll beschreibt der Autor die verschiedensten Kinder und das war für mich das Besondere an dem Buch. Es hat Spaß gemacht, die Charaktere näher kennenzulernen und durch die Fotos hatte ich stets das Gefühl, ihnen nahe zu sein. Ich hatte das Gefühl, die eigentliche Geschichte ist eigentlich nur Nebensache, denn wie gesagt, mir hat besonders die Charakterzeichnung gefallen!




"Die Insel der besonderen Kinder" ist tatsächlich ein besonderes Buch! Schon nach wenigen Seiten war ich in dieser rätselhaften und atmosphärischen Geschichte gefangen und habe mich zusammen mit Jacob auf die Reise begeben. Es war eine Reise ins Ungewisse, denn die ganze Geschichte rund um die Kinder wird sehr mysteriös gehalten.

Nach und nach kommen jedoch die Wahrheiten ans Licht. Hier muss ich besonders die Kreativität des Autoren loben. Zwar ist erst recht spät eine echte Gefahr zu spüren, aber dennoch fesselt das Buch durch die dichte Atmosphäre und die Beschreibung dieser sonderbaren Insel!

Die Stimmung des Buches ist mystisch, zwar nicht direkt gruselig, aber dennoch so spannend und interessant, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen! Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzungen und natürlich auf den Film, von dem ich hoffe, dass er diese sagenhafte Atmosphäre einfangen kann!




"Die Insel der besonderen Kinder" ist ein Buch, dass sich kaum in Worte fassen lässt. Mir fällt nur eins ein: Besonders! Von daher, eine klare Leseempfehlung!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten!

Dienstag, 20. September 2016

[Rezension] Hochland - Steinar Bragi

Titel: Hochland
Autor: Steinar Bragi
Genre: Thriller
Verlag: DVA 
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe ©  DVA

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!




"Zwei junge Paare aus Reykjavík machen mit ihrem Jeep einen Ausflug in die raue, menschenfeindliche Bergwelt des isländischen Hochlands. Dichter Nebel zieht auf, sie kommen vom Weg ab und rammen ein Haus, das in der Einöde plötzlich wie aus dem Nichts vor ihnen aufragt. Notgedrungen müssen sie die Nacht dort verbringen. Ihr Amüsement über das ungeplante Abenteuer verwandelt sich schon bald in Unbehagen, denn ihre Gastgeber, ein verschrobenes altes Paar, benehmen sich sehr merkwürdig: Warum verbarrikadieren sie das Haus bei Einbruch der Dunkelheit wie eine Festung? Was lauert dort draußen in der Sandwüste? Und wieso haben sie so wenig Interesse daran, ihren Gästen zu helfen? Zunehmend panisch geraten die Städter miteinander in Streit, und ihre Versuche, den Weg zurück in die Zivilisation zu finden, werden immer verzweifelter. Gibt es ein Entrinnen?"




Auf "Hochland" habe ich mich besonders gefreut, denn das Buch sollte mein erster "Island"-Thriller werden und besonders die Aussage auf dem Klappentext, dass der Autor "alle Schattierungen des Horrors beherrscht" hat mich mit großen Erwartungen an dieses Buch herangehen lassen. Leider hat der Autor aber diese Schattierungen in diesem Buch nicht gezeigt und auch sonst ist das Wort "Horror" oder "Thriller" absolut nicht passend für dieses sehr ruhige und leider teilweise auch extrem langatmige Buch.

Kommen wir aber erst einmal zum Positiven. Das "Island"- Feeling war auf jeden Fall gegeben. Mit den Beschreibungen der Umgebung und der ganzen Atmosphäre hat sich Steinar Bragi große Mühe gegeben, aber leider hat das alles nicht ausgereicht! Das Buch ist vielmehr eine Charakterstudie mit sehr schwachem Ende, das aus zig Büchern bereits bekannt ist!

Der Schreibstil von Steinar Bragi hat mir leider überhaupt nicht zugesagt. Immer wieder triftet er über mehrere Seiten in die Vergangenheit seiner Charaktere ab und die eigentliche Geschichte stagniert einfach. Hätte es sich bei diesem Buch nicht um ein Rezensionsexemplar gehandelt, so hätte ich es höchstwahrscheinlich schon nach 100 Seiten abgebrochen.




- Hrafn, Anna, Egill, Vigdis -

Da sind sie also unsere vier Freunde, die Urlaub in Island machen wollen. Natürlich gibt es auch jede Menge Stress zwischen den beiden Paaren, denn Anna und Egills Beziehung steht schon lange unter keinem guten Stern mehr und auch Vigdis und Hrafn haben mit einigen Problemen zu kämpfen.

Ich mag Charakterstudien prinzipiell sehr gerne - wenn sie denn glaubhaft gemacht sind und wenigstens einen Sympathieträger oder aber wirklich vielschichtige Eigenschaften haben. In "Hochland" war mir alles zu konstruiert. Wir haben den Typen, der auf die Freundin seines besten Freundes steht, die Frau, die in ihrer Beziehung viel erdulden muss und jede Menge unausgesprochene Lügen. Könnte ja eigentlich ganz spannend sein, oder? Ist es aber leider nicht.

Der  Autor verliert sich leider immer wieder in der Vergangenheit seiner Charaktere. Immer wieder gibt es Rückblenden, die sich über mehrere Seiten erstrecken und die Charaktere beleuchten sollen. Einziges Problem: Es hat mich immer wieder komplett aus der Geschichte geworfen. Plötzlich wird die ganze Lebensgeschichte aufgetischt und Island ist vergessen. Wozu frage ich mich? Das Buch ist weder Psychothriller, noch Horrorroman. Nicht einmal die Bezeichnung "Thriller" wird diesem Werk gerecht!




Ich habe mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen müssen, in der Hoffnung, dass das Buch irgendwann anfängt. Auf gut 200 Seiten (von 300!) passiert nämlich nicht viel, außer kleine, aber leider sehr langweilige Nachforschungen und Versuche, das Haus und diese Umgebung endlich zu verlassen.

Auch die versprochenen "Schattierungen des Horrors" fehlten komplett. Vielleicht hat der Autor diese ja wirklich drauf, in diesem Buch ist davon aber nicht viel davon zu spüren. Auf den letzten 50 Seiten versucht er sich teilweise noch mit recht plumpen Horror zu retten, aber Spannung hat mir leider das gesamte Buch über gefehlt.

Das Buch fängt recht mysteriös an und es werden viele Fragen aufgeworfen. Den Plot zu Beginn der Geschichte fand ich eigentlich nicht schlecht. Da sind 4 Freunde, die Urlaub machen wollen und plötzlich einen Unfall haben und gegen ein Haus mit seltsamen Bewohnern fahren. Doch dann gibt es leider kaum Entwicklungen und Steinar Bragi versucht das Buch mit Nebensächlichkeiten zu strecken. So fand ich, wie bereits erwähnt, besonders die Einwürfe des gesamten Lebens der einzelnen Charaktere unpassend.

Es fällt mir wirklich schwer, das Buch hier zu bewerten und vor allem meine Leseeindrücke wiederzugeben, denn "Hochland" hat sich leider bis zum Ende gezogen. Es hatte kaum Spannung, nach jedem Kapitel musste ich mich zwingen, weiterzulesen, da ich all das Handeln einfach nicht nachvollziehbar fand. Die Ideen, die der Autor beschreibt, sind zwar ganz nett, aber letztendlich zu wirr. Steinar Bragi schreibt und schreibt und doch hatte ich das Gefühl, kaum Handlung zu haben. Er lässt seine Charaktere zwar agieren, aber erzeugt dabei keinerlei Spannung! Und das Ende fand ich leider wieder mal wirklich enttäuschend! Nein, mehr als enttäuschend, es hat mich wütend gemacht, weil sowas schon tausendmal in Filmen und Büchern behandelt wurde!




"Hochland" war für mich weder Thriller, noch Horrorroman und auch keine Charakterstudie. Es war zäh und zu gewollt! Schade!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.



Montag, 19. September 2016

[Rezension] Die Schande der Lebenden - Mark Billingham

Titel: Die Schande der Lebenden 
Autor: Mark Billingham
Genre: Roman
Verlag: Atrium 
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe ©  Atrium




"Fünf Menschen, die sich zufällig begegnen, bilden einen Kreis. Jeder von ihnen hat ein dunkles Geheimnis. Doch eines davon ist schwarz wie die Nacht. Fünf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versammeln sich jeden Montag im selben Haus. Sie alle sind Verlorene, die in ihrem Leben Schande auf sich geladen haben und sich nun auf der Suche nach Hilfe zufällig begegnet sind. In ihrer Mitte sitzt der Therapeut Tony De Silva, der eine ganz eigene Vergangenheit hat. In ihrem Kreis offenbaren sich die fünf gegenseitig ihre dunkelsten Geheimnisse. Dabei gibt es nur eine Regel: Nichts von dem, was zwischen ihnen besprochen wird, darf jemals nach außen dringen. Selbst als einer der fünf ermordet aufgefunden wird, bricht keiner sein Schweigen. Und doch ist nichts mehr wie zuvor. Denn zum Kreis gehört nun auch ein Mörder – der alles über die anderen weiß."




Mark Billingham hat mit "Die Schande der Lebenden" einen sehr tiefgründigen Roman vorgelegt, der besonders auf psychologischer Ebene besticht. Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht. Eine Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Und eine Geschichte, die mit Blut endet.

Ich würde den Schreibstil des Autoren als sehr eindringlich bezeichnen. Schon auf den ersten Seiten lernen wir unsere fünf Teilnehmer der Therapiesitzungen kennen und bekommen einen Einblick in die Welt der Süchtigen, Sei es nun Alkohol-, Drogen- oder Esssucht, all das steht im Fokus dieser Geschichte. Aber gibt es nicht für alles einen Auslöser? Einen Moment, der das Leben so verändert, dass es nur einen Fluchtweg gibt?




- Tony, der Therapeut -

Tony leitet die Selbsthilfegruppe schon seit einigen Jahren und er ist ein sehr geduldiger Mensch. Er lässt die Teilnehmer ihrer Probleme selbst lösen und drängt sich nur auf, wenn keine Problemlösung in Sicht ist. Es wird schnell klar, dass er für die Fünf eine große Stütze ist!

- Heather -

Ich möchte hier nicht jeden der Fünf Charaktere beschreiben, aber ich denke, dass Heather eine zentrale Rolle spielt. Sie war einst Spiel- und Drogensüchtig und hat nun ihren Platz in dieser Gruppe gefunden, in der sie tatsächlich aufblüht. Doch sie hütet ein schreckliches Geheimnis!

- Caroline -

Sie stößt zu Beginn der Geschichte zu der Selbsthilfegruppe und findet erst einmal wenig Akzeptanz. Der Grund: Sie ist ja "nur" Esssüchtig, was für einige der Runde keine echte Sucht darstellt. Caroline empfand ich als interessanten Charakter, der bis zum Schluss sehr geheimnisvoll bleibt!

- Tanner -

Tanner ist die Ermittlungen in einem Mordfall, der anscheinend zu dieser Selbsthilfegruppe führt. Obwohl die Ermittlungsarbeit nur einen kleinen Teil der Geschichte einnimmt, fand ich sie stellenweise doch recht unpassend, besonders im Hinblick auf das Ende. Leider war Tanner als Ermittlerin der einzige Minuspunkt für mich in diesem Buch, denn für mein Empfinden hat sie leider nicht in das "Gesamtpaket" hineingepasst, sondern die Geschichte ein wenig abgeschwächt!




Ich mag Bücher, in denen es um Probleme von Frauen und Männer geht. Die Ausgangssituation von "Die Schande der Lebenden" hat mir deshalb besonders gut gefallen! Die Fünf Therapieteilnehmer, die nicht unterschiedlicher sein könnten, konnten mich sofort in den Bann ziehen. Der Autor hat hier seine Figuren einfach Leben lassen und hat ihnen die ganz unterschiedlichsten Probleme zugeschrieben. Gleichzeitig beweißt er ein Geschick für eine sehr psychologische Sicht der Dinge, jedoch ohne zu urteilen.

"Die Schande der Lebenden" konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Insgesamt verfolgen wir drei Zeitstränge, wobei einer recht geheimnisvoll bleibt und bereits Einblicke in die schicksalhafte Nacht gibt. Im "Jetzt" erfahren wir von der Zeit nach der Tat und den Ermittlungen, während wir im "Damals" die einzelnen Charaktere näher kennenlernen. Besonders spannend fand ich die einzelnen Sitzungen, in denen jeder Teilnehmer ein Teil seiner Geschichte offenbart hat. Hier musste ich teilweise schlucken, denn manche Wahrheiten die ans Licht kommen, sind nicht so einfach zu verkraften!

Die Ermittlungen fand ich hingegen völlig unpassend, zumal das Buch ein offenes Ende besitzt und den Leser animiert, die Geschichte im Kopf weiterzuspinnen. Ja, Tanner und ihre ganze Ermittlungsarbeit passten für mich nicht ins Gesamtbild und wirkten leider etwas bemüht, doch noch eine "Krimi"- Richtung einzuschlagen. Dies ist jedoch mein einziger Kritikpunkt!




Eine facettenreiche und spannende Geschichte mit Einblicken in das Leben von Süchtigen! Es gibt so einige Überraschungsmomente und das Ende hat mich förmlich überwältigt!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten!