Montag, 23. Januar 2017

[Rezension] Das Gesicht meines Mörders - Sophie Kendrick

Titel: Das Gesicht meines Mörders
Autor:  Sophie Kendrick
Genre: Psychothriller
Verlag: rororo
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © rororo




"Als Clara aus dem Koma erwacht, ist ihr bisheriges Leben wie ausgelöscht. Sie erinnert sich weder ihren eigenen Namen noch an ihren Ehemann, den Schriftsteller Roland Winter. Auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll. Freunde scheint sie keine zu haben – Roland ist ihre einzige Verbindung zur Vergangenheit. Mit seiner Hilfe wagt Clara einen Neuanfang. Bis jemand versucht, sie umzubringen. Und die junge Frau begreift, dass sie sich erinnern muss, um zu überleben. Schritt für Schritt rekonstruiert Clara ihr Leben und stößt auf eine geheimnisvolle Frau, mit der sie am Tag des Unglücks verabredet war. Und die seither spurlos verschwunden ist."




"Das Gesicht meines Mörders" von Sophie Kendrick ließt sich vom Klappentext her erst einmal wie der typische Frau-wacht-aus-Koma-auf-Thriller. Solche Art von Geschichten gibt es wie Sand am Meer und ich kann gar nicht sagen, wie wie viele Bücher dieser Art ich bereits gelesen habe! Sophie Kendrick greift dieses Thema ebenfalls auf und das Buch liest sich zu Beginn tatsächlich wie die typische Story über eine Frau, die ihr Gedächtnis verliert und ihren Mann nicht mehr erkennt, doch nach und nach entwickelt sich die Geschichte in diesem Buch in eine völlig andere Richtung.

Sophie Kendrick hat einen angenehmen Schreibstil, der einen unkomplizierten Einstieg ins Buch ermöglicht. Die Geschichte aus der Sicht der Frau, die ihre Erinnerung verloren hat, ist durchgehend spannend und die Autorin spricht einige psychologische Themen an. Der Einblick in die Gedankenwelt unserer Protagonisten ist ihr gut gelungen und ich konnte direkt mit Clara mitfiebern!




- Clara -

Im Fokus der Geschichte steht Clara, die wie bereits erwähnt, zu Beginn der Geschichte aus dem Koma erwacht. Sie erkennt ihren Mann nicht mehr und kann sich auch nicht daran erinnern, wer sie ist. Zusammen mit Clara müssen wir uns dann dem wahren Grauen stellen, das anfängt, als sie in ihr gewohntes Umfeld zurückkehrt.

Nach und nach passieren seltsame Dinge und Clara zweifelt an ihrem Verstand. Hat sie Wahnvorstellungen? Wird sie wirklich verfolgt? Und warum verhält sich ihr Mann so komisch?
Diese Fragen geht der Leser mit Clara auf die Spur und lüftet dabei auch noch einige Geheimnisse ihrer Vergangenheit.

Zu Beginn der Geschichte war ich mir nicht sicher, ob ich Clara wirklich sympathisch finden soll. Sie ist doch recht eigen und der Kontrast zwischen der Person, die sie vorher war und die sie ohne Erinnerung ist, erschien mir doch riesig. Im weiteren Verlauf konnte ich aber mit ihr mitfiebern und war über ihre ganze Geschichte und die ganze Auflösung wirklich schockiert!




Eigentlich habe ich diesem Buch anfangs gar keine große Beachtung geschenkt. Die Story klang wie ein recht typischer Thriller für Zwischendurch, der sich bestens zum Abschalten eignet. Und genau so fängt die Geschichte auch an: Frau wacht aus Koma auf, erinnert sich nicht, erkennt ihren Mann nicht und weiß nicht, war ihr widerfahren ist. Hinzu kommt, dass sie anscheinend psychisch labil ist und an Verfolgungswahn leidet. Letzteres erschwert es ihr erst einmal, Realität von Wahn zu unterscheiden.

Neben diesen psychischen Problemen gibt es aber noch eine weitere Gefahr für unsere Protagonistin: jemand scheint es auf sie abgesehen zu haben. Nach und nach geschehen Dinge und Clara muss versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen und endlich ihre Erinnerungen wiederzuerlangen.

"Das Gesicht meines Mörders" ist durchwegs spannend. Da auch dem Leser die Vergangenheit Claras unbekannt ist, habe ich mich hin- und hergerissen gefühlt. Kann ich Clara überhaupt vertrauen? Was ist mit ihrem Mann Roland? Und warum hat sie weder Familie noch Freunde?

Obwohl ich anfangs skeptisch war und mir auch nach fünfzig Seiten noch nicht so sicher war, muss ich nach dem Lesen dieses Buches doch sagen, dass mich "Das Gesicht des Mörders" bestens unterhalten könnte. So klischeehaft die Geschichte auch anfängt, so originell sind doch die Wendungen und Geheimnisse. Als Leser hatte ich so einige Theorien aufgestellt und wurde auch zum Miträtseln animiert, doch mit dem Ende habe ich nicht gerechnet. Für mich hat die letztendliche Auflösung dieses Buch zu einer echten Überraschung gemacht.




"Das Gesicht meines Mörder" ist ein Buch, das vom Klappentext her eine typische Story über eine Frau, die ihre Erinnerung verliert, vermuten, doch diese Geschichte bietet einige überraschende Wendungen und animiert zum Miträtseln. Für mich ein wahrer Psychothriller, der mich mit dieser Auflösung tatsächlich schockieren konnte!




Donnerstag, 19. Januar 2017

[Rezension] Das Haus in der Nebelgasse - Susanne Goga

Titel: Das Haus in der Nebelgasse
Autor:  Susanne Goga
Genre: Roman
Verlag: Diana
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Diana

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"London 1900: Matilda Gray ist Lehrerin an einer Mädchenschule und führt das Leben einer unabhängigen Frau. Als ihre Lieblingsschülerin Laura nicht mehr zum Unterricht erscheint, ahnt Matilda, dass diese in Gefahr ist. Zu plötzlich ist ihr Verschwinden, zu fadenscheinig sind die Begründungen des Vormunds. Eine verschlüsselte Botschaft, die ihr Laura auf einer Postkarte schickt, bringt Matilda auf die Spur des Mädchens. Ihre Suche führt sie zu dem Historiker Stephen Fleming und mit ihm zu einem jahrhundertealten Geheimnis, tief hinein in die verborgensten Winkel der Stadt."




"Das Haus in der Nebelgasse" war mein erstes Buch von Susanne Goga, von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte, Da ich im letzten Jahr meine Leidenschaft für Romane, die um 1900 spielen, entdeckt habe, stand fest, dass ich dieses Buch hier unbedingt lesen muss.

Susanne Goga hat in ihr Werk sehr viel Recherchearbeit gesteckt. Atmosphärisch erzählt sie hier eine Geschichte über eine Lehrerin, die sich auf "Schatzsuche" begibt und präsentiert hierbei noch viele interessante Fakten wie den Tod von Oscar Wilde oder aber den Krieg, den England damals in Afrika hatte austragen müssen.

Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr gut, auch wenn in "Das Haus in der Nebelgasse" einige Längen vorhanden sind, die sie krampfhaft mit verschiedenen Gesprächen, die oft den gleichen Inhalt haben, zu füllen versucht. Die Hauptgeschichte um Laura und das Rätsel ihrer Familie fand ich gut ausgearbeitet, aber hier bot sich streckenweise leider ein winziges Problem, die Geschichte fließend voranzutreiben. Darauf werde ich aber später noch einmal eingehen! 




- Matilda -

Matilda ist eigentlich Lehrerin an einer reinen Mädchenschule, mutiert in diesem Buch aber zu einer Art Abenteurerin, als ihre Lieblingsschülerin nach den Ferien nicht mehr in der Schule auftaucht und sie eine sonderbare Karte von ihr bekommt. Sie begibt sich auf Schnitzeljagd und löst dabei das Rätsel um eine Familientragödie, die bereits im Mittelalter ihren Anfang nahm.

Mir hat Matilda ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist eine Frau, die selbst ihr Köpfchen anstrengt und im Stillen schon lange die Unterdrückung der Frauen kritisiert. Nach außen hin muss sie zwar ihre Haltung wahren, doch im Inneren ist sie eine starke Persönlichkeit, die stets ihren eigenen Vorstellungen folgt. 

Ich habe Matilda schnell in mein Herz geschlossen und hatte viel Freude, mit ihr zusammen auf Schnitzeljagd zu gehen. Da die Autorin die Zeitepoche perfekt eingefangen hat, kann ich sagen, dass ich mich in der vergangenen Woche komplett im alten London aufgehalten und ganz nebenbei so einige interessante Fakten präsentiert bekommen habe.




Ich liebe Bücher, die einen komplett in eine andere Zeit versetzen und die einen so tief in sich abtauchen lassen, dass man die Ungerechtigkeit des damaligen Lebens am eigenen Leib spürt und mit allen Charakteren mitfühlen kann. So erging es mit mit "Das Haus in der Nebelgasse". Das Buch hat mich von der ersten Seite an in sich abtauchen lassen und mich magisch in den Bann gezogen, obwohl die Geschichte, die hier erzählt wird, sehr ruhig ist und beinahe ohne große Spannungsmomente auskommt.

Besonders toll fand ich die Charaktere. Neben Matilda habe ich auch die sehr direkte Mrs. Westlake in mein Herz geschlossen, die selbst Groschenromane schreibt und bei mir immer wieder für einen gewissen Witz gesorgt hat. Matilda trifft im Laufe der Geschichte auf viele Personen. Zwar fand ich einige zu unwichtig und viel zu kurz eingebunden (wie beispielsweise den Antiquitätenhändler!), aber dennoch schafft es die Autorin, allen Charakteren Leben einzuhauchen und dem Leser nebenbei noch viel Wissen zu vermitteln.

"Das Haus in der Nebelgasse" spielt komplett im Jahr 1900, wenn auch die eigentliche Tragödie schon im Mittelalter ihren Lauf nimmt. Nach und nach wird offenbart, was dort passiert ist und wie sich das auf die Gegenwart und besonders auf Lauras Leben auswirkt. Interessant fand ich doch die Themen, die Susanne Goga hier anspricht. Zum einen haben wir wieder einmal die Unterdrückung der Frauen in England Anfang des 20. Jahrhunderts und dann eine sehr dunkle Zeit im 17. Jahrhundert. Interessant fand ich die Geschichte, die nach und nach aufgedeckt wird, auch wenn ich als Leser noch das Bedürfnis hatte, noch viel mehr über Katie zu erfahren.

Nun muss ich noch zu einer kleinen Kritik kommen. Wie bereits angesprochen besitzt das Buch einige Längen. Matilda trifft sehr viele Personen und bei vielen gibt es kaum neue Erkenntnisse. Besonders zu Beginn tritt sie doch sehr oft auf der Stelle, während ihr zum Ende hin doch der Zufall in die Hände spielt. Obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, die Geschichte würde sich auf der Stelle bewegen, konnte sie mich doch letztendlich begeistern. Sie ist zwar sehr geradlinig und weißt nur wenige Überraschungen auf, doch dennoch fesseln die tollen Charaktere und die Atmosphäre, die mich völlig in diese Zeitepoche versetzen konnte!




"Das Haus in der Nebelgasse" ist ein gut recherchierter Roman mit liebenswerten Charakteren und einer tollen Atmosphäre! Auch wenn das Buch ein paar Längen besitzt, empfehle ich es gerne weiter und weiß schon jetzt, dass es mich gedanklich noch einige Zeit begleiten wird!


Mittwoch, 18. Januar 2017

[Rezension] Flawed - Wie perfekt willst du sein? - Cecelia Ahern

Titel: Flawed - Wie perfekt willst du sein?
Autor:  Cecelia Ahern
Genre: Dystopie
Verlag: FJB
Bereits gelesene Bücher der Autorin: P.S. Ich liebe dich, Für immer vielleicht, Zeit deines Lebens
Cover und Inhaltsangabe © FJB



"Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.
Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte.
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe."




Cecelia Ahern gehört zu meiner Jugend wie kaum eine andere Autorin. Alle Bücher, die ich von ihr gelesen habe, konnten mich zum weinen bringen und besaßen Geschichten, die mich zum Weinen gebracht haben. Als ich von der neuen Dystopie-Reihe von ihr gehört habe, stand schnell fest, dass ich das Buch lesen musste, auch wenn ich erst einmal den Hype abwarten wollte.

Ich muss zum Schreibstil ehrlicherweise sagen, dass ich Cecelia Ahern in "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" nicht wiedererkannt habe. Es fehlte mir das Gefühl, die Nähe zu den Charakteren und eine besonders herzerwärmende Geschichte. Vielleicht bin ich hier auch einfach mit zu großen Erwarten herangegangen, denn ich habe wohl mit einer tollen Dystopie gerechnet, die unsere aktuelle Gesellschaft kritisiert, eine tolle und für Cecelia Ahern typischer emotionale Geschichte enthält und gleichzeitig mit neuen Ideen glänzen kann. Es tut mir selbst sehr leid sagen zu müssen, dass ich in allen drei Punkten enttäuscht wurde.




- Celestine -

Ich bin ehrlich: Bei Dystopien mag ich Persönlichkeiten, die ehrlich sind und sich während der Geschichte entwickeln. Ich möchte den Kampf der Rebellion mit dem Protagonisten bestreiten, doch das war in "Flawed" für mich nur bedingt möglich. Celestine selbst erschien mir viel zu eindimensional. Sie ist am Anfang natürlich eine Mitläuferin, die das System sogar bewundert und die "Fehlerhaften" meidet. Plötzlich wie aus dem Nichts begeht sie dann selbst einen Fehler, der für mich nicht zu ihrem vorherigen Denken passen will. (Zumal sie nur einen Tag zuvor sieht, wie ihre Nachbarin abgeführt wird!)

Celestine kam mir beim Lesen leider sehr oft viel zu naiv vor. Das hat nicht zu der starken Persönlichkeit gepasst, die uns Cecelia Ahern hier verkaufen will. Aus diesem Grund fiel es mir schwer, am Ball zu bleiben und Celestines Geschichte zu folgen und ihre Beweggründe zu verstehen. Der Wandel vom Mitläufer zur "Rebellin" war für mich leider nicht verständlich.




Die Welt, die Cecilia Ahern hier in ihrem Ausflug in ein neues Genres erschaffen hat, klang für mich im ersten Moment interessant. Auf der einen Seite gibt es die "Perfekten", die keinen Fehler begehen und Gesellschaft bilden. Die andere Seite wird von den "Fehlerhaften" gebildet, die sich irgendwann einmal etwas zu Schulden kommen gelassen haben und nun an ein "F" in die Haut gebrannt bekommen haben. Zusätzlich wird ihr Verschulden öffentlich breitgetreten, als Abschreckung, aber auch als Zeichen, dass dieser Mensch nun ein "Fehlerhafter" ist. Bis hierhin klingt Cecelia Aherns Idee nicht schlecht, doch meiner Meinung nach gibt es in ihrer Welt viel zu viele Ungereimtheiten.

Kommen wir hier erst einmal zum Bestrafungssystem, das mir viel zu willkürlich erschien. Je nach Art des gesellschaftlichen Fehlverhaltens wird eine bestimmte Stelle des Körpers gebrandmarkt. Hier empfand ich die Stelle von der Autorin als viel zu zufällig gewählt. Zum Beispiel die Fußsohle steht im keinen Vergleich zur Schläfe oder der Zunge und passt auch nicht so recht zur Art des moralischen Fehltritts!

Die Idee, moralische Entgleisungen zu bestrafen, empfand ich als spannend. Doch wurde die Idee meiner Meinung nach nicht zuende gedacht, denn hier erschienen mir diese Fehler, die begangen werden, nicht als Teil eines Systems. Celestine beispielsweise wird bestraft, als sie jemanden helfen möchte, der zu den "Fehlerhaften" gehört, später wird sie aber selbst eine "Fehlerhafte" und bekommt selbst auch Hilfe, die hier allerdings nicht betraft wird. Für mich passten hier einige Dinge einfach nicht zusammen!

Wie Celestine letztendlich als "Fehlerhafte" behandelt wird, empfand ich als sehr grausam. Diese Momente, in denen sie ausgesondert und am eigenen Leib erfahren muss, was es heißt, kein Teil der Gesellschaft mehr zu sein, haben mir sehr gut gefallen. Hier wurde das System deutlich, das Cecelia Ahern erschaffen wollte und auch ihre Leidenschaft zum Schreiben war wieder spürbar. Doch leider konnte dies all die Schwachstellen nicht ausbalancieren. Es gibt zu viele Ungereimtheiten, zu viele Klischees und leider auch sehr viele Momente, in denen ich die Beweggründe der Personen nicht verstehen konnte.

Obwohl sich die Rezension bis jetzt sehr negativ anhört, muss ich doch sagen, dass ich das Buch ganz gerne gelesen habe. Ein wenig hat mich die Geschichte an "Infernale" von Sophie Jordan erinnert, da es hier auch um die Aussonderung von Menschen geht, die eventuell gefährlich für die Gesellschaft werden "könnten". Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir die Welt von "Infernale" um längen besser gefallen hat. Auch die Charaktere und das Miteinander war dort intensiver, in "Flawed" hat mir erstaunlicherweise tatsächlich ein gewisses Gefühl gefehlt, das ich bei Cecelia Ahern erwartet hatte. Das lag vor allem daran, dass es keine richtige Liebesgeschichte gab. Celestine selbst ist zu Beginn der Geschichte bereits "glücklich" vergeben, weshalb wir Art, ihren Freund, nur oberflächlich kennenlernen dürfen. Ein weiterer Typ und Rebell namens Carrick ist natürlich auch dabei, auch wenn der Leser kaum etwas zu ihm erfährt. Leider konnte ich mit niemanden mitfiebern und es war eine Geschichte, die ich nicht so intensiv erleben durfte, wie ich es mir erhofft hatte!




Puhh, "Flawed" war wieder einmal ein Buch, von dem ich durch die zahlreichen positiven Rezensionen so viel erwartet hatte und dann doch enttäuscht wurde. Es ließ sich zwar gut lesen und hatte auch einige starke Momente, aber die Geschichte war mir nicht ausgereift genug. Ich konnte mir die Welt, so interessant sie sich auch anhörte, nicht vorstellen, da ich das System rund um diese Bestrafung nicht logisch fand. Obwohl das Ende definitiv neugierig macht, werde ich den zweiten Teil wohl eher nicht lesen und lieber bei Cecelia Aherns Romanen bleiben!

Montag, 16. Januar 2017

[Rezension] Das tote Mädchen - Steven James

Titel: Das tote Mädchen
Autor:  Steven James
Genre: Jugendroman, Jugendthriller, Jugendkrimi
Verlag: cbt
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe © cbt

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Als ein totes Mädchen im Lake Algonquin gefunden wird, glaubt der 16-jährige Daniel, wie alle anderen auch, dass seine zwei Jahre jüngere Mitschülerin Emily durch einen tragischen Unfall ums Leben kam. Doch bei ihrer Beerdigung hat er eine Vision von ihr, wie sie ihn um Hilfe bittet. Daniel glaubt, dass sie ermordet wurde. Doch keiner will ihm glauben. Es fällt Daniel immer schwerer, zwischen seinen Visionen und der Realität zu unterscheiden. Doch er muss den wahren Killer stellen, bevor dieser wieder tötet ..."




Mysteriöse Bücher für Jugendliche reizen mich immer wieder. Kein Wunder also, dass ich "Das tote Mädchen" von Steven James unbedingt lesen musste. Schon allein das Cover hat mich neugierig gemacht. "Das tote Mädchen" ist hierbei in erster Linie ein Jugendkrimi, der zum Miträtseln einlädt.

Interessant fand ich hier in erster Linie, dass das Buch aus der Sicht eines Jungen geschrieben ist, der mit dem toten Mädchen offensichtlich nichts zu tun hatte. Daniel kannte Emily kaum und dennoch erscheint sie ihm, als eine Art Geist. Ob es in dieser Geschichte tatsächlich um Geister geht, lasse ich in meiner Rezension hier offen, aber ich kann verraten, dass der Autor eine tolle Mischung zwischen Wahn und Realität geschaffen hat. Irgendwann, im Laufe des Buches, kommt der Leser zusammen mit dem Protagonisten an den Punkt, an dem er selbst an sich zweifeln muss.

Steve James Schreibstil ist sehr jugendlich. Neben der Mysterygeschichte in diesem Buch beschreibt der Autor auch noch das normale Highshool-Leben eines Teenagers zwischen Football, erster Liebe und Freunden. Mir hat die Mischung sehr gut gefallen und ich denke, dass sich besonders jüngere Leser in diesem Buch sehr wohl fühlen werden!




- Daniel -

Unser Protagonist ist ein normaler Teenie. Er spielt Football, hat einen tollen besten Freund und ist total verschossen in ein neues Mädchen an seiner Schule. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er vor Emilys Sarg steht und diese sich bewegt und zu ihm spricht. Natürlich glaubt ihm erst einmal niemand, doch Daniel beginnt Nachforschungen anzustellen und begibt sich und seine Freunde damit selbst in Gefahr.

Ich mochte Daniel. Er ist ein sympathischer Junge, genau wie all die Nebencharaktere. Zwar ist "Das tote Mädchen" kein Buch, das einem die Charaktere besonders nah bringt, doch der Autor hat all seine Personen ausreichend beschrieben, sodass ich mitfiebern konnte!




"Das tote Mädchen" ist ein Jugendbuch mit einer Geschichte zwischen Wahn und Wirklichkeit. Mit dem Hauptcharakter Daniel begeben wir uns auf die Suche nach der Wahrheit und bekommen wie durch Zauberhand immer neue Hinweise geliefert, an welchen Stellen zu suchen ist. Im ersten Moment fand ich es schade, dass Daniel und Emily sich kaum kannten, denn dadurch wurde ihr Tod zur Nebensache, aber letztendlich muss ich sagen, dass auch dies absolut zur Geschichte passt. Der Leser soll nicht mit der getöteten Emily mitfühlen, denn diese wird überhaupt nicht thematisiert. Sie bleibt ein Phantom, um sich komplett auf die Tätersuche konzentrieren zu können.

Diese Tätersuche nimmt das ganze Buch ein. Daniel bekommt einige Hinweise, die er deuten muss, um auf die richtige Spur zu kommen. Im Laufe der Geschichte werden beinahe alle Charaktere verdächtig und der Leser wird animiert, selbst mitzuermitteln. Ein paar Details waren für mich zwar sehr vorhersehbar, doch dennoch bietet das Buch so einige Überraschungen.

Der Autor schafft es, den Leser selbst zweifeln zu lassen. Kann ich Daniel vertrauen? Verfolge ich gerade die Geschichte eines Mörders? Das Ende kam dann recht schnell, für mich persönlich haben zwar noch einige Erklärungen zum Motiv und Tathergang gefehlt, aber dennoch fand ich das Ende passend. Schade ist nur, dass zum Schluss hin alles in einem zu schnellen Tempo ablief, der meiner Meinung nach nicht zu der sehr ruhigen Atmosphäre des Buches passen wollte.




Auch wenn "Das tote Mädchen" eine sehr ruhige Erzählung ist, weiß der Autor doch, wie er eine
mysteriöse Spannung aufbauen kann! Die Geschichte rund um die tote Emily und die Suche nach dem Täter eignet sich perfekt für junge Leser, die gerne miträtseln und mit Daniel gemeinsam dem Geheimnis auf die Spur kommen wollen!

Freitag, 13. Januar 2017

[Rezension] Lautlose Nacht - Rosamund Lupton

Titel: Lautlose Nacht
Autor:  Rosamund Lupton
Genre: Roman
Verlag: dtv
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © dtv




"Die britische Physikerin Yasmin fliegt mit ihrer zehnjährigen Tochter Ruby nach Alaska, um ihren Mann Matt zu treffen, der dort einen Dokumentarfilm dreht. Doch die Polizei empfängt sie mit der Nachricht, dass Matt weit oben im Polarkreis umgekommen ist. Yasmin will das nicht glauben. Sie ist überzeugt, dass Matt am Leben ist und ihre Hilfe braucht. Zusammen mit Ruby macht sie sich auf eine lebensgefährliche Reise durch ewiges Eis und ewige Nacht, um ihn zu finden. Und irgendwann bemerkt sie, dass jemand sie verfolgt. Jemand, der ihnen Böses will ..."




Es war mal wieder Zeit für einen Spannungsroman und ein Buch, das mich einfach einmal in ein anderes Land entführt und auf ein kleines Abenteuer geschickt. Genau solch ein Buch ist "Lautlose Nacht", eine Geschichte über eine Mutter, die sich mit ihrem Kind auf die Suche nach ihrem Mann begibt.

Rosamund Luptons Schreibstil ist durchaus spannend und sie vermittelt auch einiges an Wissen. Interessant fand ich, dass die Geschichte aus den Sichten der Mutter und des zehnjährigen Kindes erzählt wird. So haben wir einmal eine realitätsnahe Betrachtungsweise und einmal eine kindliche. Natürlich versteht die kleine Ruby noch nicht, was da vor sich geht, doch dennoch ist ihre Entwicklung spürbar!




- Yasmin -

Yasmin reist nach Alaska und möchte dort eigentlich ihren Mann treffen, doch bereits nach ihrer Ankunft bekommt sie mitgeteilt, dass ihr Mann höchstwahrscheinlich Tod ist, da es einen Brand in der Stadt gab, in der er sich aufhielt.

Statt zu Trauern akzeptiert Yasmin diese Tatsache nicht und macht sich mit ihrer Tochter auf die Suche nach ihrem Mann und muss dabei durch halb Alaska reisen. Ein wahres Abenteuer beginnt.

Zu Yasmin habe ich keinen Bezug gefunden, was ich ein wenig schade fand. Zwar gab es immer wieder Einblicke in die Zeit, in der sie Matt kennen und lieben gelernt hat, doch es fehlte mir hier an einer gewissen Nähe!

- Ruby -

Ruby hingegen fand ich interessant. Sie versteht mit ihren zehn Jahren allerdings noch nicht, was plötzlich vor sich geht und was ihre Mutter da alles macht! Mit Ruby hat die Autorin hier ein taubes Mädchen erschaffen, dass durchaus eine eigene Geschichte erzählt, für die Handlung aber dennoch gebraucht wird.

Ihre Abschnitte fand ich besonders gelungen, da hier doch ihre kindliche Art für Abwechslung zu Yasmins verbissener Suche gesorgt hat! Sie lockert die Stimmung auf und ich denke ohne sie wäre das Buch bei mir komplett durchgefallen!




"Lautlose Nacht" ist in erster Linie ein Roman und kein Thriller. Obwohl Mutter und Tochter augenscheinlich einen Verfolger hinter sich haben, der sie aus irgendwelchen Gründen aufhalten möchte, ist das Buch in erster Linie eine Abenteuergeschichte. Werden Yasmin und Ruby es schaffen ihren Vater zu finden? Und lebt dieser überhaupt noch? Schaffen sie es tatsächlich allein durch halb Alaska?

Unlogische Momente gibt es in diesem Buch leider viele. Obwohl die Autorin mit Wissen über Alaska, über LKWs und andere Thema glänzt, ist die gesamte Handlung doch sehr auf Zufälle und plötzliche Fähigkeiten ausgelegt, die unsere Protagonisten auf einmal entwickeln. So fand ich zum Beispiel die Reise mit dem LKW, auf dem sich übrigens ein Haus befindet, mehr als unglaubwürdig und das hat mich teilweise tatsächlich etwas gestört.

Ich hatte bereits in einigen Rezensionen geschrieben, dass ich Logik in Büchern nicht so wichtig finde. Autoren gebe ich gerne einen gewissen Freiraum, solange es der Geschichte gut tut. Bei "Lautlose Nacht" empfand ich das alles aber als "zuviel". Mutter und Tochter werden regelrecht zu Superhelden gemacht, die durch die Eiswüste reisen, um Vater beziehungsweise Ehemann zu retten. Für mich hat das Buch daher für ein wenig Enttäuschung gesorgt, da es sich die Autorin doch sehr einfach gemacht hat!

Unterhalten hat mich "Lautlose Nacht" dennoch. Es hat sich schnell lesen lassen, doch mir fehlte es stellenweise an einer nachvollziehbaren Handlung. Obwohl die Themen, die Rosamund Lupton hier anspricht brandaktuell sind, werden sie doch vom viel zu rasch abgehandelten Ende verschluckt. Auch hatte ich das Gefühl, dass das Buch nach den letzten Worten noch nicht fertig erzählt ist. Insgesamt war die Geschichte für mich nicht rund genug!




Ein netter Spannungsroman, der das Abenteuer von Mutter und Tochter beschreibt, die durch die Eiswüste von Alaska reisen und teilweise nicht nachvollziehbare Fähigkeiten und Kräfte entwickeln. Die Thematiken, die Rosamund Lupton in diesem Buch anspricht sind aktuell, aber leider werden sie nicht tiefer ausgearbeitet. "Lautlose Nacht" war für mich eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, nicht besonders schlecht, aber leider auch kein echter Genuss!



Mittwoch, 11. Januar 2017

[Rezension] Eleanor - Jason Gurley

Titel: Eleanor 
Autor:  Jason Gurley
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Heyne
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



"Das Leben der jungen Eleanor gerät völlig aus den Fugen, als ihre Zwillingsschwester Esme bei einem Autounfall stirbt: Der Vater verlässt die Familie, die Mutter ergibt sich dem Alkohol. Eines Tages tritt Eleanor in der Schule durch die Tür der Cafeteria und befindet sich plötzlich zu einer völlig anderen Zeit an einem völlig anderen Ort. Im Laufe der Jahre fällt Eleanor immer öfter aus der Zeit und kommt schließlich einem magischen Geheimnis auf die Spur – einem Geheimnis, das mit dem Tod ihrer Schwester zu tun hat …"




 Jason Gurley, von dem ich bisher noch nichts gelesen hat, besitzt einen ganz besonderen Schreibstil, den ich in erster Linie als sehr melancholisch bezeichnen würde. Er lässt Bilder im Kopf entstehen, gibt dem Leser zudem aber genug Freiraum, um die Geschichte selbst zu formen. Zwei Drittel des Buches sind hierbei sehr geheimnisvoll gehalten. Ich hatte lange Zeit keine Ahnung, wohin die Story mich denn nun eigentlich führt, denn "Eleanor" hebt sich deutlich von anderen Büchern dieses Genres ab.

Obwohl es um die Teenagerin Eleanor geht, wird die Geschichte doch aus der Sicht mehrerer Personen erzählt. So beginnt das Buch mit dem Prolog der "ersten Eleanor", erstreckt sich dann über eine Tragödie, die sich im Leben der "zweiten Eleanor" abgespielt hat und beleuchtet alles aus vielen Sichten. Die Charakter haben alle ihre Last zu tragen und das ist auch spürbar. Ich muss sagen, dass das Buch definitiv keine fröhliche Fantasygeschichte über eine strahlende Magiewelt ist, vielmehr ist es ein Werk, das zum Nachdenken anregt und leise eine Geschichte von Schmerz und Verzweiflung erzählt. Fröhliche und einfach nur glückliche Charaktere wird der Leser in diesem Buch nicht finden, was mir ausgesprochen gut gefallen hat und "Eleanor" deutlich von anderen Fantasyromanen abhebt!




- Eleanor -

Als Leser erfahren wir in einem Prolog erst einmal die Geschichte von Eleanors Großmutter und Namensgeberin, die plötzlich verschwand. Sie hinterlässt einen Mann und ein Kind namens Agnes. Besagter Agnes begegnen wir viele Jahre später wieder. Sie hat selbst zwei Kinder (Zwillinge) und ist maßlos überfordert. Es passiert eine Tragödie und wir machen noch einmal einen Zeitsprung und die Geschichte rund um Eleanor nimmt seinen Lauf.

Wir lernen Eleanor als Teenagerin kennen und erfahren, dass sie kein einfaches Leben führt. Ihre Eltern haben sich getrennt und die Mutter, Agnes, ertrinkt ihren Kummer seit Jahren im Alkohol. Immer wieder macht sie Eleanor, die bei dem Autounfall den vorderen sicheren Platz hatte, Vorwürfe und das war für mich als Leser kaum auszuhalten. Eleanor ist ein sehr zurückhaltendes Mädchen, das ihren Schmerz so gut es geht versteckt und deswegen habe ich mich so verbunden mit ihr gefühlt. In erster Linie ist das Buch eine Jugendgeschichte über Schmerz, Verlust und Hoffnung.

- Mea -

Zu Mea kann ich nicht viel sagen. Ihre Abschnitte sind sehr kurz und geheimnisvoll gehalten. Sie sitzt in einer Membran und beobachtet und manipuliert Eleanor anscheinend. Was für ein Wesen Mea ist und wie diese Manipulation aussieht, lasse ich an dieser Stelle offen, denn dies macht den Reiz des Buches aus. Spannend finde ich, dass der Autor auch hier fast das gesamte Buch über viel Interpretationsspielraum lässt!

Gedanken über Mea habe ich mir schon früh gemacht und ich kam der Auflösung tatsächlich sehr nahe. Das Buch ist aber auf keinen Fall vorhersehbar, ganz im Gegenteil. Die Geschichte rund um Mea, die Hüterin und Eleanor ist kreativ und bietet so einige neue Ideen!




Von "Eleanor" habe ich gar nicht so viel erwartet. Der Klappentext und auch das Cover stimmten mich auf eine typische Fantasygeschichte ein, in der ein stinknormales Mädchen in eine andere Welt reist und dort einem Geheimnis auf die Spur kommt. Nach den ersten Seite wurde mir allerdings klar, dass dieses Buch ganz anders ist. Besonders die schwermütige Art hat mich in den Bann gezogen, denn dieser Autounfall und die Folgen davon sind im ganzen Buch spürbar.

Teilweise hatte ich das Gefühl, der Autor hätte sich selbst in seiner Geschichte verloren, auf eine positiven Art und Weise! Der Leser bleibt sehr lange im Ungewissen und erlebt mit Eleanor immer wieder seltsame Dinge, die sich nicht erklären lassen. Durch die Abschnitte von Mea und auch "der Hüterin" wird klar, dass da viel mehr hintersteckt und das auch Eleanors Vergangenheit eine tiefe Rolle dabei spielt.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst zu Eleanor zu werden. Ich konnte ihren Schmerz spüren, ihre Verzweiflung, aber auch ihrem Mut, das alles irgendwie durchzustehen. In erster Linie würde ich dieses Buch aber weder als Fantasyroman, noch als Jugendbuch bezeichnen. "Eleanor" ist vielmehr ein Roman über das Leben, übers Loslassen, über Schmerz und Verzweiflung. Es geht um die Zeit, die unaufhaltsam alles verschluckt, eine Zeit die scheinbar nicht zu ändern ist und die trotzdem bekämpft wird.

Bildhaft beschreibt der Autor den Schmerz der Erinnerungen. Eleanor taucht immer wieder in die "andere Welt" ein, die aus Fetzen der Vergangenheit besteht. Besonders toll fand ich die Abschnitte der "Hüterin", die ihr Land langsam zerfallen sieht. Die letztendliche Auflösung dahinter hat mir tatsächlich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt!

Jason Gurleys Schreibstil hebt sich deutlich von anderen Autoren ab. Er lässt die Geschichte bis zum Ende sehr geheimnisvoll erscheinen und gibt kaum Informationen preis. Ich mag solche Art von Büchern, die einem nicht die ganze Story vorkauen und so konnte ich mit Eleanor zusammen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Bemerkenswert fand ich die sensible Art, die sehr viel Nähe zu jedem Charakter erzeugt, sei es die alkoholkranke Mutter, der Vater, der plötzlich verzweifelt mit anschauen muss, wie etwas mit seiner Tochter geschieht oder aber Eleanors Freund Jack.

Auch das Ende konnte mich überzeugen. Zwar zwingt einem der Autor schon fast in diese Richtung, dennoch gab es doch einige Überraschungen und Momente, die mich sprachlos zurückließen. Einige Tränen habe ich beim Lesen ebenfalls vergossen und ich möchte dieses Buch echt jedem ans Herz legen, der melancholische Geschichten fern des Mainstreams liebt!




"Eleanor" ist ein düsteres Buch voller Emotionen und mit vielen Geheimnissen. Es hebt sich eindeutig von anderen Werken dieses Genres ab und ist für mich ein wahres Highlight! Ich hoffe, der Autor bleibt seinem Stil treu und wird noch weitere Bücher dieser Art schreiben!





Montag, 9. Januar 2017

[Rezension] Sanfte Rache - Sandra Brown

Titel: Sanfte Rache
Autor:  Sandra Brown
Genre: Thriller
Verlag: Blanvalet
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet



"An einem eisigen Wintermorgen verschwindet die Kinderärztin Emory Charbonneau bei einer Joggingrunde auf einer einsamen Bergstraße spurlos. Ihr Mann Jeff meldet sie als vermisst, doch als die Ermittlungen endlich beginnen, ist die Spur bereits kalt. Während die Polizei Jeff selbst verdächtigt, erwacht Emory in Gefangenschaft eines geheimnisvollen Mannes. Sie versucht alles, um ihm zu entkommen, muss aber schnell feststellen, dass die wahre Bedrohung für ihr Leben nicht von ihrem Entführer ausgeht. Und obwohl sie weiterhin Angst vor ihm hat, sprühen zwischen den beiden bald auch die Funken der Leidenschaft …"




Schon viele Jahre habe ich mir vorgenommen, endlich mal ein Buch von Sandra Brown zu lesen. Sie reiht sich ja mittlerweile in die Reihe bekannter Thrillerautorinnen ein und ich kann es echt nicht fassen, dass ich noch nie ein Buch von ihr gelesen habe.

Sandra Brown hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der sich aber meiner Meinung nach nicht besonders abhebt. Das ist aber nicht schlimm, denn ihre Thriller sollen in erster Linie Unterhaltung bieten und das schaffen sie auf jeden Fall!

Im Vorfeld habe ich bereits gehört, dass in ihren Büchern auch Erotik nicht zu kurz kommt. Davon bin ich absolut kein Fan, besonders nicht in Thrillern, denn es rutscht meiner Meinung nach leicht ins Groschenroman-Niveau. Ich muss sagen, dass mich hier einige Formulieren ungewollt zum Lachen gebracht haben, aber ich war froh, dass der Thrill in ihren Büchern doch zu überwiegen scheint!




- Emory -

Emory ist eine sehr starke Persönlichkeit. Sie ist Kinderärztin und macht sich zu Beginn der Geschichte, ganz zum Leidwesen ihres Mannes, auf, um für einen Marathon zu trainieren. Sie bricht also auf und peng ... Sie wacht in der Hütte eines fremden Mannes auf und weiß nicht, was passiert ist. Natürlich denkt sie, dass dieser Mann etwas damit zu tun hat und beginnt, sich ihm zu widersetzen. Da sie aufgrund von Nebel die Hütte nicht verlassen kann, ist sie gefangen und muss selbst einschätzen, ob dieser Mann ihr nun Gutes oder Böses will.

Emory mochte ich schnell, ihre plötzliche Leidenschaft für den Mann, dessen Name lange verborgen bleibt, war für mich aber nicht direkt greifbar, was vielleicht daran lag, dass ich solche oberflächlichen Liebeleien selten mag. Nichtsdestotrotz konnte ich aber mit Emory mitfiebern.




Endlich habe ich mein erstes Buch von Sandra Brown gelesen, das zeitgleich auch noch ihr neustes Werk ist. Inwiefern sich ihr Stil verbessert/verändert hat, kann ich schlecht beurteilen, dennoch kann ich sagen, dass sie mit "Sanfte Rache" einen Thriller verfasst hat, der solide Unterhaltung bietet.

Das Spannungsniveau wird während des ganzen Buches aufrechterhalten und das ist für mich das Wichtigste an einem Thriller. Die Geschichte rund um Emory und ihrem vermeintlichen "Entführer" steckt voller Geheimnisse. Was ist ihr wirklich passiert? Was weiß dieser Mann? Und wer ist er überhaupt?

Der Mann, der sie gefangen hält, bleibt lange Namenlos und ohne Hintergrund. Der Leser muss selbst entscheiden, ob dieser Typ nun gut oder böse ist und was hinter Emorys "Unfall" steckt. Auch ihr Ehemann spielt hier noch eine große Rolle!

Teilweise ist die Geschichte zwar recht vorhersehbar, doch die Autorin beweißt dennoch Geschick, indem sie einige Wendungen einbaut und letztendlich so für eine durchgehende Spannung sorgt. Ich würde auf jeden Fall ein weiteres Buch von ihr lesen!




Mein erstes Buch von Sandra Brown wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. Der einfach und
schnörkelose Schreibstil ermöglicht ein sofortiges Abtauchen in die Geschichte und wenn man die teilweise recht unpassenden Erotikszenen ausblendet, ist "Sanfte Rache" auf jede Fall ein solider Thriller, den ich gerne weiterempfehle!