Montag, 17. Juli 2017

[Rezension] Tod auf dem Nil - Agatha Christie

Titel: Tod auf dem Nil
Autor:  Agatha Christie
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: erstmals 1937
Anzahl der Seiten: 320
Cover und Inhaltsangabe © Fischer 



"Männer finden die schöne Erbin Linnet Ridgeway schlicht bezaubernd, Frauen schweigen bei ihrem Anblick missbilligend. Sie selbst glaubt keinerlei Feinde zu haben und will nur die Kreuzfahrt auf dem Nil genießen. Doch dann beugt sich Meisterdetektiv Hercule Poirot über ihre Leiche und bemerkt: »Die meisten Liebesgeschichten sind doch nur Tragödien.« Schon ist der dem Täter auf der Spur."




Da ich mich die aktuellen Krimis, die meistens nach dem gleichen Schema ablaufen und sich meistens nur um die Probleme der Ermittler drehen, nicht mehr so recht begeistern können, habe ich beschlossen, mehr von den älteren Krimi-Klassikern zu lesen. Nachdem ich im letzten Monat schon "Und dann gabs keines mehr" gelesen habe, ging es nun mit "Tod auf dem Nil" weiter.

Als Jugendliche habe ich bereits die Miss Marple-Geschichten von Agatha Christie gelesen, nun werde ich mich einmal mit Hercule Poirot befassen. Ich liebe den Schreibstil der britischen Autorin, der sich nicht an Nebensächlichkeiten aufhält und viele kleine Hinweise enthält. Bei diesem Fall konnte ich auch wieder miträtseln und hatte großen Spaß dabei!




- Hercule Poirot -

In "Tod auf dem Nil" ermittelt Hercule Poirot auf dem Nildampfer "Karnak". Ich muss zugeben, dass ich den Detektiven als Jugendliche überhaupt nicht mochte und damals fast ausschließlich die Geschichten mit Miss Marple gelesen hatte. Mir war Hercule Poirot zu überheblich, zu vorschnell und etwas zu selbstbewusst, doch dieses falsche Bild, das ich von ihm hatte, hat sich nun gewandelt.

Hercule Poirot zeigt in "Tod auf dem Nil" auch eine menschliche Seite, die ihm sehr gut steht. Er gibt Leuten zweite Chancen und verurteilt sie nicht sofort. Aus diesem Grund habe ich ihn jetzt "lieben" gelernt und bin bereits auf weitere Fälle mit ihm gespannt!

- Linnett Ridgeway -

Die Vorgeschichte zu dem Mord ist recht lang und deswegen lernen wir auch alle beteiligten Personen näher kennen. Linnett ist eine sehr reiche Frau, die ihrer Freundin Jacqueline de Bellefort den Freund ausspannt und diesen heiratet. Das ist natürlich nicht wirklich nett und deswegen war mir Linnett von Anfang an sehr unsympathisch.

- Jacqueline de Bellefort -

Jacqueline ist eigentlich eine recht arme Frau, denn sie wollte unbedingt ihren Verlobten Simon heiraten, doch dieser verliebt sich dann in ihre Reiche Freundin Linnett und heiratet diese ... Tragisch ist diese Geschichte auf jeden Fall, auch wenn die Auflösung hier noch mehr zu bieten hat!

Jacqueline selbst reist Simon und Linnett hinterher, man kann sie beinahe einen Stalker nennen. Sie hat auf jeden Fall Rachegedanken, doch hat sie deswegen auch gleich etwas mit dem Mord zu tun, der auf den Nildampfer passiert?




Allein den Schauplatz von "Tod auf dem Nil" fand ich toll. Zusammen mit Hercule Poirot und anderen Passagieren reisen wir nämlich auf dem Nil durch Ägypten. Der Mord, der im Klappentext bereits angedeutet wird, findet erst sehr spät statt, weswegen der Leser in der ersten Hälfte erst einmal die Charaktere näher kennenlernt.

Hier wird auch schnell deutlich, dass es um eine Art "Dreiecksbeziehung" geht. Jacqueline liebt immer noch ihren Ex-Verlobten, der jetzt aber mit ihrer besten Freundin zusammen ist. Sie reist den beiden nach, weil sie einfach nicht weiß, was sie sonst tun soll. In ihr lodern Rachegedanken, doch ist sie wirklich fähig, einen Mord zu begehen?

Ganz Nebenbei deckt Hercule Poirot noch andere "Fälle" beziehungsweise "Verbrechen" auf. Irgendwann nennt er sich mit dem anderen Detective "Die Vertuscher vom Dienst", weil sie einigen Leuten hier noch eine zweite Chance geben. Diese Seite an Hercule Poirot hat mir sehr gut gefallen und ich habe endlich angefangen, ihn zu mögen.

Interessant ist zudem, dass Hercule Poirot versucht, beide Seiten zu verstehen. Er hält zu Jacqueline, die von Simon zutiefst verletzt wurde, deutet aber auch an, dass der Weg, den sie geht, nicht unbedingt der Richtige ist. Sie kann schließlich an der Tatsache nichts mehr ändern, dass ihr Ex-Verlobter nun mit einer Anderen zusammen ist, oder?

Toll fand ich, dass im Grunde jeder als Täter in Frage kam und Poirot verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen hat, dabei der Wahrheit dann Stück für Stück näher kam. Ich muss sagen, dass ich den Täter als diesen schon so erwartet habe, das Buch aber dennoch nicht vorhersehbar war. Es hat großen Spaß gemacht, die versteckten Hinweise zu deuten und nach und nach die Wahrheit zu entwirren!




"Tod auf dem Nil" ist ein toller Kriminalfall mit einem spannenden Mord, bei dem jeder als Täter in
Frage kommt! Das Buch hat mir auch endlich Hercule Poirot näher gebracht, den ich hier wirklich sympathisch fand. Ich bin schon jetzt auf den nächsten Fall gespannt!



Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    es freut mich sehr, dass dir dieser Poirot-Krimi auch so gut gefallen hat! Ich war genau wie du sehr positiv überrascht und fand Poirot ebenfalls total unsympathisch. Er versucht eben, alle Seiten zu beleuchten und kann sich gut in andere Menschen einfühlen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D
      Ich glaube, ich hatte einfach, dass ich im Kopf ein komplett falsches Bild von ihm hatte! :D Er ist zwar echt ein eigenartiger Kauz, aber mittlerweile mag ich diese Eigenarten sehr gerne! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Huhu Jessi,
    ich mochte Hercule Poirot irgendwie immer viel lieber als Miss Marple, gerade wegen seiner merkwürdigen Eigenarten. Ich weiß noch wie ich ihn vor 15 Jahren im Deutschunterricht als meinen Lieblingsbuchcharakter genau analysiert habe :D
    "Tod auf dem Nil" hab ich zwar nie gelesen, aber ich kenne den Film dazu auswendig. Peter Ustinov fand ich auch immer genial in der Poirot Rolle.
    Ich hoffe du hast weiterhin Spaß mit den Agatha Christie Büchern.

    Viele Grüße, Julia

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