Sonntag, 19. Juli 2026

[Rezension] Der Mann von nebenan - Amelie Fried

 


Titel: Der Mann von nebenan 

Autor:  Amalie Fried

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2014

Seitenzahl: 336
Cover: © Heyne (zum Welttag des Buches)

Begonnen: 19.06.2026
Beendet: 21.06.2026


Vor ein paar Jahren konnte mich "Paradis" von Amelie Fried leider nicht so recht überzeugen, doch nun war ich bereit, der Autorin noch einmal eine Chance zu geben.

Ähnlich wie in "Paradies" geht es auch in "Der Mann von nebenan" hauptsächlich um sehr frustrierte Menschen und um einen typischen Nachbarsschaftsstreit. Kate zieht nach ihrer Scheidung in das Haus von einem alten Freund. Den Nachbarn Matuschek findet sie eigentlich ganz nett, auch wenn er es mit Ordnung und Gesetzen sehr genau nimmt. Doch dann geraten die beiden aneinander, Matuschek zieht Kate vor Gericht und sie verbündet sich mit anderen frustrierten Frauen aus der Nachbarschaft, um es dem verhassten Nachbarn endlich heimzuzahlen.

In "Der Mann von nebenan" geht es im Grunde um die Dinge, vor denen ich im echten Leben geflohen bin. Matuschek symbolisiert den klassischen und sehr spießigen Nachbarn, der seine gesamte Freizeit damit füllt, alles anzuprangern, was sich seiner Meinung nach nicht gehört und nicht den deutschen Gesetzen entspricht. Kate als frustrierte, gerade geschiedene Frau hat selbst nun genug Zeit, um in den Nachbarschaftskrieg einzusteigen. 

Für mich sind Nachbarn wie Matuschek ja der absolute Albtraum und ich verstehe nach wie vor nicht, wie man seine Lebenszeit mit solchen Dingen verschwendet kann. Verbitterte Menschen gibt es in diesem Roman viele und das macht die Geschichte ein wenig eindimensional. Kate lässt sich auch nur schwer als sympathisch beschreiben und auch die anderen Frauen sind einfach nur gefrustet. Zum Glück ist der Unterhaltungswert dieses Buch doch so hoch, dass dich dies etwas ausgleicht.

Mir hat dieses Werk deutlich besser gefallen als "Paradies", weil es als Leser doch eine gewisse Genugtuung verschafft, dass der Nachbar schließlich das bekommt, was er verdient. Mir gefiel auch die sehr chaotische und im Grunde von Anfang an zum Scheitern verurteilte Herangehensweise der Frauen sehr. Das erzeugt einen passenden Humor, der mich durch die Geschichte getragen hat. Es handelt sich hierbei eher um eine leichte Kost ohne echte Tiefe, aber mit einem ganz guten Unterhaltungswert! Als Krimi sollte man das Buch allerdings nicht lesen!



Eine leichte Kost, die - wenn man die eindimensionalen Charakter ausblenden - zumindest einen guten Unterhaltungswert besitzt!

Ich vergebe 4 von 5.

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