Spontane Leserunden sind wohl ganz unser Ding, deswegen lesen meine Autorenfreundin Sandra Pulletz und ich nun in dieser Woche gemeinsam hier "Blaupause - Blueprint" von Charlotte Kerner.
Wer spontan mitlesen möchte, ist herzlich eingeladen. Ich wünsche uns einen angenehmen Austausch!
Leseabschnitte
1. Abschnitt - Blueprint (Prolog) bis Doppelgöttin (Das Jahr null)
2. Abschnitt - Einklang (Kindheit I) bis Duett (Kindheit II)
3. Abschnitt - Zwietracht (Jugend I) bis Zweikampf (Jugend II)
4. Abschnitt - Doppelleben (Das zweite Jahr null) bis Ende

Allgemeines
AntwortenLöschenIch liebe es spontan zu sein :>D
LöschenHier muss ich erst starten mit dem Buch und weiß auch noch gar nicht so recht, was mich erwarten wird ...
Oh ja, spontan liegt mir eh mehr als wochen im voraus zu planen. So passt es hier doch immer echt gut!
LöschenBin gespannt, was du zum Thema sagst.
Übrigens ist in meinem Buch noch einiges an Zusatz über Wissenschaft und auch dem Film, ich weiß ja nicht, ob das bei dir auch drin ist, hab das hier aber als Punkt mal mit aufgenommen.
Übrigens habe ich seit dem Beginn von dem Buch diesen "Blueprint"-Song im Kopf, mit der Stelle "I Steak around the Corner, with a blueprint of my Lover", haha. Ich höre ja nicht viel Musik, aber den Song liebt mein Mann ja und ich hab den schon ein paar hundert Mal gehört sicher xD Nun habe ich durch das Buch wieder einen Ohrwurm.
LöschenUps, okay den Song kenne ich nicht. Muss ich mal hören :D - Hab nachgeguckt, bei mir ist auch Ethik u Nachwort zum Film drin.
Löschen1. Abschnitt - Blueprint (Prolog) bis Doppelgöttin (Das Jahr null)
AntwortenLöschenSo, ich habe den ersten Abschnitt gerade gelesen und das geht schon mal echt nahe. Iris, die MS hat und sich selbst durch einen Klon von sich selbst erhalten und unsterblich machen will. Das zeigt natürlich gleichzeitig wirklich immer die Hoffnung der Eltern, dass die eigenen Kinder ähnliche Interessen, Leidenschaften und auch einen passenden Charakter entwickelt. Hier ist es noch extremer, denn Siri muss ja nahezu perfekt sein, ansonsten wird sie enttäuschen.
LöschenGruselig finde ich die Tatsache, dass sie Mutter und Tochter und gleichzeitig Schwestern sind. Ein Herz und eine Seele wurde es genannt und doch steckt viel Erzwungenes dahinter. Mit Liebe hat hier das alles nichts zu tun, außer vielleicht Selbstliebe. Es ist ja zum Scheitern verurteilt.
Man weiß ja nun auch von Anfang an schon, dass Iris tot ist und damit wäre Sir ja nun eigentlich "frei", aber so leicht ist das wohl nicht.
Das Klon-Thema finde ich sehr interessant. Darüber hat man früher ja auch in der Schule oft gesprochen.
Irgendwie tu ich mir mit dem Namen Siri schwer, weil ich da dauernd an diesen Sprachassistenten von Apple denke ... aber okay :D
LöschenVon der MS hätte ich gerne mehr erfahren, wenn wir dann schon übers Klonen so viel lesen ...
Ich überlege auch schon die ganze Zeit, wer sich klonen lassen würde, wenn das so einfach wäre? Und natürlich haben wir hier auch einen großen ethischen Aspekt. Denn Iris will sich ja quasi klonen lassen, damit ihre Talente weiterleben ... Sie redet zwar von ihrer "Tochter", aber es ist halt doch ein Klon.
Ich hatte auch mal eine Dystopie gelesen, in der es Klone gab, die einfach als medizinische Spender für Organe benutzt worden. Das war auch sehr extrem. Ich glaube, die Liste ist sehr lang, wie solche Klone halt gebraucht werden könnten, wenn es in der Form wirklich möglich wäre.
Löschen2. Abschnitt - Einklang (Kindheit I) bis Duett (Kindheit II)
AntwortenLöschenIch kenne ja das Thema Klonen und Genetik aus der Schule und es war teils echt seeeeehr trockener Stoff ... Finde ich irgendwie cool, dass es sozusagen nun als Roman was dazu zu lesen gibt und man kennt ja doch viele Begriffe, die darin vorkommen. zB das Schaf Dolly!
LöschenDie gemischte Erzählperspektive finde ich etwas gewöhnungsbedürftig. Zwar auch gut irgendwie, aber mich reißt es dann jedes Mal halt raus ...
LöschenSiri berichtet ja aus ihrer eigenen Sicht und wie sie ihre Mutter erlebt. Also bin ich nahe an Siri dran, dann aber gibt es auch Passagen, die von außen erzählt werden. Somit wird auch das Thema des Buches verstärkt, finde ich.
Siri berichtet ja rückblickend, also weiß der Leser schon, dass Siri über ihre Vergangenheit nachdenkt. In diesen Abschnitten wird klar, dass sie nicht eine normale "Tochter" ist, sondern die genetische Kopie ihrer Mutter. Siri spürt, dass ihre eigene Identität kompliziert ist.
Auch werden die Unterschiede deutlich zwischen den beiden. Obwohl Siri geklont ist, ist sie nicht gleich wie Iris. Sie hat eigene Gefühle und Bedürfnisse.
Iris hat nun auch mehr mit ihren Einschränkungen zu kämpfen.
Die Szene mit Mister Black fand ich schön, weil Iris und Siri mal zusammen etwas machten und hier hatte ich auch so ein Mutter-Tochter-Gefühl, das direkt danach verschwand, als Iris ja bis zu 10 Stunden komponierte ... Dafür schenkt ihr Janeck eine süße Katze.
Die Jahre verfliegen fast so wie die Seiten ... und Siri wird ihrer Mutter immer ähnlicher, sodass sie sogar die Leute verwechseln. Allerdings behauptet Siri auch, dass sie sich immer fremder vorkommt. Das regt schon zum Nachdenken an.Die Stelle zeigt für mich den größten Konflikt von Siri: Je ähnlicher sie ihrer Mutter Iris äußerlich wird, desto stärker entsteht die Frage, wer sie eigentlich selbst ist.
Nun haben wir also mehr über ihre Kindheit erfahren. Ich frage mich seit Anfang an, ob es für Siri auch eine Möglichkeit gegeben hätte, einen ganz anderen Weg als ihre Mutter einzuschlagen. Sie bekam ja nie die Freiheit, sich selbst wirklich auszuprobieren und zu testen, ob die Musik wirklich ihr Leben ist. Sie wird da hineingezogen.
LöschenMit dem Stil hatte ich teils auch etwas Probleme, finde ihn aber doch passend, weil irgendwie gleichzeitig so viel Tiefe in den Gedanken steckt, dann aber so eine kalte Distanz auch, in der das Menschliche sogar etwas fehlt.
Interessant fand ich hier auch das Verhalten der Großmutter und die Bezeichnung "Monster". Fragt sich ja echt, wer hier das Monster ist, Mutter oder Tochter? Teil einer echten Familie war Siri nie so wirklich.
Etwas verblüfft hat mich ja die Sache mit der Katze, uch dachte, da gäbe es ein großes Theater, weil so ein Haustier gar nicht in die Welt passt.
Das Wort "Liebe" wird hier ja auch öfter erwähnt, aber ich glaube fast, weder Siri noch Iris wissen so genau, was das ist. Sie kennen ja nur sich selbst so gesehen. Sie sind so ein Spiegel des anderen und da ist kein Platz für Individualität, auch wenn da feine Unterschiede sind.
Ich hätte anfangs ja vermutet, dass Siri sich eher in Janeck verliebt, aber nun musste es ja irgendwie so kommen, dass sie sich zu dem gleichen Mann wie ihre Mutter hingezogen fühlt. Nun merkt Iris wohl, wie sie langsam selbst verschwindet und ihre jüngere Version alles übernimmt.
3. Abschnitt - Zwietracht (Jugend I) bis Zweikampf (Jugend II)
AntwortenLöschenGanz am Beginn von dem Abschnitt kommen mir auch endlich mal Gedanken zum Titel! Also ein "Aha-Erlebnis" sozusagen!
LöschenIris war ja bei dem Zwillingstreffen allein ... So manche Aussage habe ich echt schon mal von Zwillingen gehört. Hat mich echt zum Nachdenken gebracht.
LöschenDanach geht es Iris ja immer schlechter und Siri findet das sogar gut, denn endlich erkennt man einen Unterschied zwischen den beiden ... Irgendwie traurig, obwohl ich es auch ein wenig verstehe.
Siri hat dann auch Kristian eingeladen und zuerst wirkte es ja so, als würde er sich um den Finger wickeln lassen, aber dann doch nicht. Fand ich gut von ihm und hätte es nicht gedacht..
Zwischen Mutter und Tochter entsteht mehr Spannung und Konkurrenz. Auch dass Siri fast von Kristian erzählt hat bzw. Iris sich das dann zusammenreimen konnte, passt gut. Iris hat aber weiterhin sehr hohe Erwartungen und hängt stark an ihrer Vorstellung von Talent, Erfolg und ihrer eigenen Person.
Siri beginnt, sich immer mehr gegen diese Rolle zu wehren.
Iris schwindet hier ja immer mehr durch ihre Krankheit, gleichzeitig flieht Siri kurzzeitig in ein eigenes Leben. Ich sehe es ja auch so, dass der freie Wille daraus besteht, dass wir uns jederzeit verändern können. Sirius schafft das hier allerdings nicht wirklich, ja vermisst dieses Doppelleben, wie sie es nennt, sogar. Das fand ich echt krass. Sie kann ohne ihre Mutter/Schwester selbst auch nicht leben.
LöschenIch habe im echten Leben tatsächlich noch nie Zwillinge getroffen, man hört halt auch nur diese typischen Geschichten, auch eben dass sich Zwillinge auch recht oft in andere Zwillinge verlieben. Die Verbindung finde ich ja auch sehr faszinierend, aber nun durch das Buch auch etwas gruselig. Es kann eben auch einengen.
Das mit Kristian hat mich auch überrascht. Es hätte sicher Männer gegeben, die das ausgenutzt hätten an die jüngere Version ihrer Partnerin zu kommen. Ist ja eh auch so ein Klkschee.
Spannend fand ich hier auch das Konzert, das ja schief laufen musste, weil die Erwartungen viel zu hoch waren. Eine Kopie kann wohl wirklich niemals an das Original heranreichen.
Ja, ich denke, gerade wenn man so "eng" ist miteinander, wird man ja auch irgendwie abhängig?
LöschenJa, das denke ich. Vielleicht denken viele Zwillinge auch, dass diese enge Verbindung einfach da sein muss?
LöschenWiederum gibt es sicher auch Zwillinge, die sich in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln, so ganz unabhängig voneinander. Das ist ja auch sehr interessant, wenn eineiige Zwillinge wirklich grundverschieden sind. Vielleicht hängt vieles da auch mit der Familie und dem aufwachsen zusammen.
Werden Sie als Individium gefördert oder eben - um das mal hart und passend zum Buch auszudrücken - als Kopie voneinander gesehen.
4. Abschnitt - Doppelleben (Das zweite Jahr null) bis Ende
AntwortenLöschenIch habe das Buch heute schon fertig gelesen. Irgendwie hat mir zum Ende hin noch ein größeres Ereignis gefehlt. Das ganze Buch liest sich doch auf dem selben Niveau. Als Leser weiß man zudem ja auch von Anfang an, dass Iris sterben wird.
LöschenSpannend finde ich, dass Siri auch einen Weg als Künstlerin geht, zwar nicht als Komponistin, aber dennoch in der Welt der Kunst bleibt. Ich habe ja auch das Gefühl, dass man als Künstler echt geboren wird und da auch schlecht etwas gegen tun wird. Das zu unterdrücken ist schwer, man sieht ja schon Kindern an, wer künstlerisch begabt ist und wer eben nicht.
Siri ist nun also unabhängig von Iris endlich ein eigener Mensch und ein Individuum. Das ist schön.
Nun bin ich auch durch. Es war wie zu erwarten eigentlich .. Iris ist dann ja gestorben und Siri geht ihren eigenen Weg. Was natürlich auch schön ist und auch, dass sie Erfolg mit ihrer Kunst hat.
LöschenJa absolut, schön wäre irgendwie vielleicht noch eine Wendung gewesen und irgendein größerer Knall, der auch nich stärker die Gefahren vom Klonen aufzeichnet. Ansonsten hat die Autorin das Thema aber interessant aufgearbeitet.
LöschenNachwort/Wissenschaft/Anmerkungen zur Verfilmung
AntwortenLöschenAh, da kam ja noch eine gute Zusammenfassung am Ende zum wissenschaftlichen Thema :D
LöschenUnd auf den Film wäre ich gespannt irgendwie, wie das alles umgesetzt wurde.
Ja, wissenschaftlich wurde doch sehr gut zusammengefasst, was die Verwendung vom Klonen wäre
LöschenDen Film würde ich auch gerne schauen, aber ich finde den nirgends. Es gibt ihn scheinbar nicht auf Streaming-Plattformen.
Fazit
AntwortenLöschenEin spannendes Thema. Liest man sonst ja irgendwie eigentlich nicht ... Aber das Buch war auch ein bisschen langatmig zum Teil und es fehlte ein wenig der Spannungsbogen dann ...
AntwortenLöschenJa, ich werde 4 von 5 Sternen geben, es fehlte irgendwie etwas und ich glaube fast, viele Schüler würden das Buch nicht unbedingt mögen, wenn sie sonst nicht viel lesen. Es ist schon etwas anstrengend vom Stil leider.
AntwortenLöschen