Freitag, 30. Oktober 2026

[Rezension] Sand - Wolfgang Herrndorf

 


  Titel: Sand

Autor:  Wolfgang Herrndorf

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 2013
Anzahl der Seiten: 476
Cover und Inhalsangabe: © Rowohlt
Begonnen: 26.09.2026
Beendet: 29.09.2026



Seit "Tschick" und "In Plüschgewittern" bin ich großer Fan von dem viel zu früh verstorbenen Wolfgang Herrndorf. Schon vor knapp zwei Jahren stieß ich auf "Sand", dem letzten von ihm vollendeten Roman und habe nun schon öfter versucht, Zugang zu diesem doch seht verrückten Werk zu finden. Nun ist es mir endlich geglückt.

Die Geschichte spielt im Afrika und lässt sich gar nicht einmal so leicht einem Genre zuordnen. Zu Beginn haben wir mehrere recht wirre Handlungsstränge, so wird beispielsweise von zwei Polizisten erzählt, die sich mit gefälschten Ausweisen vergnügen, aber auch von einer Hippiekommune, in der es zu Morden kam. Zeitgleich kommt die Amerikanerin Helen an und ein Geheimagent namens Lundgren versucht einen Kontaktmann zu treffen, wird dann aber tot aufgefunden. Richtig verrückt wird die Story aber, als ein Mann ohne Gedächtnis in einer Scheune erwacht und schließlich durch die Wüste gejagt wird, weil er irgendwas besitzen soll, was gewisse Leute unbedingt haben wollen.

Mit "Tschick" oder seinem Debüt lässt sich "Sand" nicht vergleichen und ich finde es bewundernswert, dass Herrndorf hier einfach sein eigenes Ding durchgezogen und vermutlich damit einen Roman erschaffen hat, der nur eine ganz kleine Zielgruppe anspricht. Wäre das Buch nicht von ihm gewesen, hätte ich es vermutlich auch nicht zur Hand genommen und ich hätte mir auch nicht so große Mühe gegeben, einen Zugang zu finden.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mit den wirren Handlungssträngen am Anfang doch meine Schwierigkeiten hatte und es einige Zeit brauchte, bis ich wirklich in der Geschichte ankam. Stellenweise war ich wirklich verblüfft darüber, welche Richtungen das Buch schließlich einschlägt und wie abgedreht alles wird. Ich mag für gewöhnlich keine Spionageromane, Agententhriller und wilde Verfolgungsjagden, doch Herrndorf nimmt all diese Genres gekonnt auf die Schippe, fügt einen eigenen Humor ein und erschafft so etwas ganz eigenes. Herrndoef zeigt hier auf jeden Fall, wie vielseitig er war.



Herrndorfs letzter vollendeter Roman ist eine verrückte Reise durch die Wüste und wird wird wohl nur eine kleine Gruppe von Lesern wirklich begeistern. Originell und einzigartig, aber gerade im ersten Drittel schwer zugänglich ...

Ich vergebe 4 von 5.

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