Donnerstag, 30. April 2015

Das Haus der dunklen Träume - Stefanie Kasper

Titel: Das Haus der dunklen Träume
Autorin: Stefanie Kasper
Verlag: Goldmann
Genre: Mystery-Thriller
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3442474028





"Ein altes Pfarrhaus, böse Träume und eine schreckliche Wahrheit

Nach sieben Jahren in der Großstadt zieht die junge Annika Burgdorfer wieder in ihr altes Heimatdorf in Oberbayern, wo sie einen alten Pfarrhof kauft und eigenhändig restauriert. Als sie eines Nachts seltsame Geräusche hört, glaubt sie zunächst, die alten Dielen des Hauses würden ächzen. Doch die Geräusche werden zunehmend bedrohlicher. Außerdem verfolgen Annika immer häufiger seltsame Träume, in denen ihr eine Magd namens Maria erscheint, die Ende des 18. Jahrhunderts auf dem Hof lebte. Zusammen mit dem Weltenbummler Victor Rautenstein kommt Annika einem grausamen Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur …"




"Das Haus der dunklen Träume" spielt abwechselnd in der heutigen Zeit und in der Vergangenheit, genauer gesagt im 18. Jahrhundert. Der Schreibstil der Autorin ist hierbei sehr einfach gehalten, für meinen Geschmack ein wenig zu einfach, denn besonders in den Abschnitten aus der Sicht der Magd hat es die Autorin für mich leider nicht geschafft, diese Zeitepoche rüberzubringen. Das verwundert mich doch sehr, denn ich habe gelesen, dass die Autorin vorwiegend historische Romane schreibt. Ich weiß natürlich nicht, wie ihre anderen Bücher sind, aber in "Das Haus der dunklen Träume" war für mich kaum ein Unterschied zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit zu spüren. Das fand ich ein wenig schade.

Die Autorin hat ohne jeden Zweifel Talent zum Schreiben, nur leider ist die Geschichte rund um "Das Haus der Träume" nicht ganz ausgereift in meinen Augen. Es fehlt ein wenig Recherche, um dem Haus und den einzelnen Personen (besonders in der Vergangenheit) Tiefe zu geben.

Bei den Rückblenden in die Vergangenheit waren die Dialoge größtenteils auf bayerisch verfasst. Bei kurzen Abschnitten wäre das für mich sicher kein Problem gewesen, aber nach einiger Zeit fand ich diese Dialoge nur noch anstrengend, da man schon sehr genau lesen musste, um das alles zu verstehen. Klar, die Autorin hat ihre Geschichte in Bayern angesiedelt, aber für die Leser, die damit keinerlei Erfahrung haben, ist dies etwas schwer und nimmt auch teilweise die Spannung! Dauernd habe ich mich gefragt: "Was heißt das noch gleich?" und "Wie soll ich das jetzt verstehen?" Leider muss ich sagen, dass ich die Abschnitte aus der Sicht der Magd dadurch sehr langatmig fand. Wie zuvor erwähnt, fehlte mir hier auch das Gefühl der Zeit. Die Magd hätte wohl genauso gut ein normales Dorfmitglied in der heutigen Zeit sein können!!




Annika Burgdorfer ist eine junge Frau mit der ich mich ganz am Anfang nicht so recht identifizieren konnte. Sie wirkte auf mich zu Beginn der Geschichte recht naiv und nicht besonders stark. Wir lernen sie zwar in einer Situation kennen, wo sie ihr Leben gerade komplett neu umkrempelt, aber irgendwie waren ihre Gedanken für mich teilweise nicht nachvollziehbar. Alles geht sehr schnell, sie verlässt ihren Freund und fängt ein neues Leben auf dem Pfarrhof an, den sie mithilfe ihrer Familie wieder aufbaut. Leider wurde ich erst gegen Ende des Buches warm mit der lieben Annika, denn sie wirkte für mich teilweise noch recht jung und irgendwie unerfahren, obwohl das im riesigen Kontrast zu der Rolle steht, die die Autorin ihrer Protagonistin auferlegt hat.

Interessant und ganz spannend fand ich hingegen Viktor, der urplötzlich auftaucht und auch eine Verbindung zu dem Pfarrhaus hat. Doch welche? Und was verschweigt er Annika? Die Auflösung fand ich ganz spannend und auch ihre gemeinsame Ermittlung war für mich das Highlight dieses Buches.



Ich liebe Bücher, die in alten, gruseligen Gemäuern spielen und dann auch noch mit Geistern zu tun haben. In "Das Haus der dunklen Träume" steht diese paranormale Geschichte aber leider nicht im Vordergrund. Wirklich schade fand ich, dass es die Autorin nicht geschafft hat, das Haus mit seiner dunklen Vergangenheit so genau zu beschreiben, dass ich es mir bildhaft vorstellen konnte. Für mich war es nur ein Haus. Ich habe beim Lesen kein bedrückendes Gefühl gehabt, da die gruseligen Stellen leider viel zu kurz waren und auch sonst keinerlei Spannung in Bezug auf das Haus aufgebaut wurde. Ich denke, ein wenig mehr Recherche hätte dem Buch auf jeden Fall gut getan, besonders was die Zeitepoche und die Geschichte des Pfarrhauses betrifft. Hier hätte ich mir viel mehr Hintergründe gewünscht und viel mehr kleine Dinge, die der guten Annika passieren. Die einzigen "Geister"-Abschnitte waren für mich leider alles andere als unheimlich.

Trotz all meiner Kritik muss ich sagen, das mich "Das Haus der dunklen Träume" durchaus unterhalten konnte, aber auf einer anderen Weise. Ich hatte mit einem Mystery-Thriller gerechnet, doch letztendlich ist das Buch eher eine leichte Liebesgeschichte, die später dann mit einem Hauch Paranormales versüßt wird. Das Buch ist wirklich gut und schnell zu lesen und das Ende fand ich auch nicht schlecht, aber bei mir persönlich hat es leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.



Ein gutes Buch für Zwischendurch für Leute, die es eher weniger gruselig mögen!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten!

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