Titel: Das Lied der Stare nach dem Frost
Autor: Gisa Klönne
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenzahl: 480
Cover: © Pendo
Begonnen: 12.03.2025
Beendet: 16.03.2025
Rixa führt eigentlich bereits ihr eigenes Leben als Musikerin auf einem Schiff, als sie von dem tragischen Tod ihrer Mutter hört. Diese verunglückte auf derselben Autobahn wie schon Rixas Bruder. War es vielleicht ein Selbstmord? Zum ersten Mal setzt sich Rixa mit der Geschichte ihrer eigenen Familie auseinander, die zwei Kriege und die DDR erlebt haben ...
"Das Lied der Stare" besitzt eine interessante Ausgangslage. Rixa wird hier nach dem Tod ihrer Mutter förmlich von Erinnerungen überrollt, möchte jedoch zeitgleich auch mehr über die Jahre herausfinden, über die in der Familie nie gesprochen wurden. So baut sich nach und nach hier auch noch ein Strang aus der Vergangenheit auf, in der es um Theodor und Elise geht, die sich ineinander verlieben, schließlich ein Pfarramt übernehmen und Kinder bekommen.
Gisa Klönne besitzt einen sensiblen, sehr einfühlsamen Schreibstil, der allerdings leider auch für einige Längen sorgt. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass mir der Gegenwartsstrang viel zu ruhig erzählt war. Der Vergangenheitsstrang wirkt dagegen viel zu kurz, sodass natürlich auch die Geschichte nur sehr grob und oberflächlich angeschnitten wird. Ich hatte beim Lesen des Klappentextes erwartet, dass besonders die Geschichte der DDR einen großen Teil einnehmen wird, doch letztendlich geht es nur um das "dunkle" Familiengeheimnis, das mich leider nicht so recht vom Hocker reißen konnte.
Zum Ende hin gibt es zwar noch eine Überraschung, die ich auch so nicht erwartet hatte, aber vieles passte für mich nicht so recht zu den Charakteren, die man kennengelernt hat. Auch aus Rixa wurde ich beim Lesen nicht so recht schlau, bei ihr nahm ich auch keinen echten Wandel war. Schlecht war dieses Buch nicht, für mich aber viel zu lang beziehungsweise eher in die Länge gezogen. 200 Seiten und mehr Konzentration auf den teilweise sehr starken Vergangenheitsstrang hätten diesen Roman runder und fesselnder gemacht!
"Das Lied der Stare nach dem Frost" besitzt einen sehr sensiblen, ruhigen Schreibstil, der leider zu sehr vielen Längen führt. Wie so oft bei Büchern dieses Genres ist auch hier der Gegenwartsstrang zu lang geraten und der Vergangenheit, der sehr viele Stärken besitzt, zu kurz. Sehr schade!