Freitag, 4. April 2025

[Rezension] Das Lied der Stare nach dem Frost - Gisa Klönne

 


Titel: Das Lied der Stare nach dem Frost 

Autor:  Gisa Klönne

Genre: Roman

Erscheinungsjahr: 2013

Seitenzahl: 480
Cover: © Pendo

Begonnen: 12.03.2025
Beendet: 16.03.2025


Rixa führt eigentlich bereits ihr eigenes Leben als Musikerin auf einem Schiff, als sie von dem tragischen Tod ihrer Mutter hört. Diese verunglückte auf derselben Autobahn wie schon Rixas Bruder. War es vielleicht ein Selbstmord? Zum ersten Mal setzt sich Rixa mit der Geschichte ihrer eigenen Familie auseinander, die zwei Kriege und die DDR erlebt haben ...

"Das Lied der Stare" besitzt eine interessante Ausgangslage. Rixa wird hier nach dem Tod ihrer Mutter förmlich von Erinnerungen überrollt, möchte jedoch zeitgleich auch mehr über die Jahre herausfinden, über die in der Familie nie gesprochen wurden. So baut sich nach und nach hier auch noch ein Strang aus der Vergangenheit auf, in der es um Theodor und Elise geht, die sich ineinander verlieben, schließlich ein Pfarramt übernehmen und Kinder bekommen.

Gisa Klönne besitzt einen sensiblen, sehr einfühlsamen Schreibstil, der allerdings leider auch für einige Längen sorgt. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass mir der Gegenwartsstrang viel zu ruhig erzählt war. Der Vergangenheitsstrang wirkt dagegen viel zu kurz, sodass natürlich auch die Geschichte nur sehr grob und oberflächlich angeschnitten wird. Ich hatte beim Lesen des Klappentextes erwartet, dass besonders die Geschichte der DDR einen großen Teil einnehmen wird, doch letztendlich geht es nur um das "dunkle" Familiengeheimnis, das mich leider nicht so recht vom Hocker reißen konnte.

Zum Ende hin gibt es zwar noch eine Überraschung, die ich auch so nicht erwartet hatte, aber vieles passte für mich nicht so recht zu den Charakteren, die man kennengelernt hat. Auch aus Rixa wurde ich beim Lesen nicht so recht schlau, bei ihr nahm ich auch keinen echten Wandel war. Schlecht war dieses Buch nicht, für mich aber viel zu lang beziehungsweise eher in die Länge gezogen. 200 Seiten und mehr Konzentration auf den teilweise sehr starken Vergangenheitsstrang hätten diesen Roman runder und fesselnder gemacht!



"Das Lied der Stare nach dem Frost" besitzt einen sehr sensiblen, ruhigen Schreibstil, der leider zu sehr vielen Längen führt. Wie so oft bei Büchern dieses Genres ist auch hier der Gegenwartsstrang zu lang geraten und der Vergangenheit, der sehr viele Stärken besitzt, zu kurz. Sehr schade!
Ich vergebe 3 von 5.

Mittwoch, 2. April 2025

[Rezension] Nimm dich in acht - Mary Higgins Clark

 


Titel: Nimm dich in acht

Autor:  Mary Higgins Clark

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 1998

Seitenzahl: 335
Cover: © Heyne
Begonnen: 11.03.2025
Beendet: 14.03.2025


Die Psychologin Susan Chandler spricht in ihrer Radioshow über verschwundene Frauen und dabei wird sie auf Regina Clausen aufmerksam, die einst auf einer Kreuzfahrt verschwand. Plötzlich rufen andere Frauen beim Radio an, die alle von einem Mann und einem Ring mit der Inschrift "Du gehörst mir" sprechen ...

Mary Higgins Clarks Romane lese ich immer wieder gerne zur Entspannung  sind sie doch leicht geschrieben und spannend aufgebaut. Bei "Nimm dich in acht" hatte ich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet, dass es hauptsächlich auf dem Kreuzfahrschiff spielen würde, doch dem ist leider nicht so. Erzählt wird eigentlich nur, wie Susan Chandler mithilfe der Radioshow dem Täter, der sich längst in ihrem Umfeld befindet, auf die Spur kommt.

Leider ist der Leser Susan immer einen Schritt voraus, wodurch die Spannung recht schnell abflaut. So vergehen manchmal fünfzig oder sogar hundert Seiten bis Susan etwas herausfindet, was der Leser längst weiß. Der Mörder geht hier sehr brutal vor und tötet irgendwann jeden, der sein Gesicht gesehen hat. Dadurch hinterlässt er natürlich eine eindeutige Spur.

Ich wusste relativ früh, wer der Täter ist und deswegen war ich am Ende sehr enttäuscht von diesem Roman. Vieles ist hier viel zu eindeutig gestaltet und Susan war mir eine Spur zu naiv. Unter Mary Higgings Clarks Werken habe ich bisher zwar nie besonders originelle oder einzigartige Geschichten entdecken können, aber zumindest solche, die mit mehr Herzblut geschrieben habe. Für mich zählt "Nimm dich in acht" auf jeden Fall zu ihren schwächsten Werken!


"Nimm dich in acht" besitzt eine gute Ausgangslage, verliert dann aber immer mehr an Spannung, weil der Täter viel zu früh zu erahnen ist. Eins ihrer schwächsten Werke!
Ich vergebe 2 von 5.