Dienstag, 10. März 2026

[Spontane Leserunde] Ghetto Kidz - Morton Rhue


Da meine liebe Autorenkollegin Sandra Pulletz und ich noch nie etwas gemeinsam gelesen haben und gemerkt haben, dass wir beide gerade "Ghetto Kidz" von Morton Rhue gefunden beziehungsweise noch liegen hatten, gibt es hier eine spontane Leserunde in dieser Woche. Falls jemand das Buch auch noch zufällig liegen hat, darf er gerne miteinsteigen.

Wir lesen im eigenem Tempo und diskutieren in den jeweiligen Abschnitten.


Leseabschnitte

1. Abschnitt - Anfang bis Kapitel Fünfzehn

2. Abschnitt - Sechszehn bis Siebenundszwanzig 

3. Abschnitt - Achundzwanzig bis Ende.


Ich wünsche uns viel Spaß :)

35 Kommentare:

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    1. Hey! Ich freue mich, dass wir das so schnell und spontan auf die Beine gestellt haben und freue mich auf die Leserunde.

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    2. Ich freue mich auch sehr, denn wir haben ja echt noch nie etwas zusammen gelesen.
      Ich werde mich gleich mal dem ersten Abschnitt widmen.

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    3. ja, es ist schon cool, dass uns die Buchwelt auf diese Weise auch zusammengeführt hat jetzt :D

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    4. Ich finde es cool, dass ein Zitat von Coolio im Buch zu finden ist. - Weiß nicht, wie das heutzutage ist, aber in meiner Jugendzeit war das ein riesen Hit, den jeder kannte.

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    5. Oh ja, ich glaube, "Gangsta Paradise" ist noch immer ein echter Klassiker, den so gut wie jeder kennt und der echt perfekt zu dem Buch passt. Ich habe mal im Radio gehört, das der Coolio das Lied damals umschreiben und "zahmer" machen musste, als er damit berühmt wurde.

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  2. 1. Abschnitt - Anfang bis Kapitel Fünfzehn

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    1. Puhh, schon den Einstieg mit dem Jungen, der aus dem Fenster stürzte, fand ich total hart. Man wird hier wirklich in eine schonungslose Welt geworfen. Hinter dem Sturz steckt sicherlich mehr.

      Das Wohngebiet, in dem ich aufgewachsen bin, wurde ja auch lange Zeit "Ghetto" genannt, weil sie es irgendwann eingezäunt haben wegen zu vielen Vorfällen. Aber so extrem wie hier war es natürlich nicht.

      Kalon ist ein interessanter Protagonist, auch wenn man bei ihm merkt, dass er schon jegliche Hoffnung verloren hat und sich mehr oder weniger treiben lässt. Kaum zu glauben, dass er am Anfang erst 12 ist und schon so viel Negatives gesehen hat. Er kennt die Welt außerhalb des Ghettos überhaupt nicht. Er empfindet das alles dort als normal. Schießereien, Waffenhandel, Bandenkriege, Drogen, dann noch seine schwangere Schwester, die wohl auch nie dort rauskommt. Für ihn ist das eben normal und sein Leben.

      Ich denke, Kalon wird unweigerlich in die Kriminalität abrutschen. Obwohl ihm ja der Lehrer sogar das mit der Schule vorschlägt und er sicherlich echt eine gute Chance hätte, da raus zu kommen. Aber was nützt das ohne Hoffnung? Ich habe bei ihm das Gefühl, dass er sein Schicksal einfach annimmt. Nun hat er ja auch eine Freundin aus einer anderen Gang. Das geht schon in Richtung "Romeo und Julia" eventuell.

      Die Nebencharaktere finde ich auch spannend. Terrell, der unbedingt zu der Gang gehören will und dann als Kontrast Lightbulb, der echt intelligent zu sein scheint.

      Ich bin echt angetan von der Story und mittendrin. Ich hätte die Abschnitte aber wohl eher nach dem Alter aufteilen sollen. Das habe ich gestern beim Durchblättern nicht gesehen. Es ist sicher spannend, nun Kalons Entwicklungen sehen zu können.

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    2. Man landet echt mitten in der Geschichte und schon der erste Absatz zeigt deutlich, wo wir uns befinden. So typisch, die Makkaroni! :D Auch die erwähnte TV Show macht schon deutlich, dass wir in den USA sind.

      Das ganze erste Kapitel bringt uns Kalons Welt näher. Als Leserin kann ich mir sofort vorstellen, wie es in seiner Umgebung aussieht und zugeht. Die einfache Sprache macht es leicht sich hineinzuversetzen , auch die Ich-Form bringt uns Kalon sehr nahe.

      Insgesamt erinnern mich die ersten Seiten an THUG, irgendwie spannend.

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    3. Es steht ja: "Ein kleiner Junge ist aus dem Fenster gefallen." - Wieso sagt er "gefallen" und nicht geschubst oder ähnliches? Erhöht natürlich die Spannung für den Leser. Aber gleich darauf erfährt der Leser, dass die Schuld den "Gangsters" zugewiesen wird.
      In Kapitel 2 wird das bestätigt, denn wir lesen, was Jamar erzählt.

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    4. Wir hier in D/Ö ... können uns das ja gar nicht wirklich vorstellen, wie es in so einem Ghetto abgeht. Solche Szenen kennen wir ja bloß aus dem TV oder aus Büchern.

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    5. Ja, stimmt, es hat etwas Ähnlichkeit mit "The Hate u Give".

      Ich glaube, die Polizei hält sich aus solchen Gebieten heraus. Eswurde ja auch gesagt, dass die tagsüber noch Streife fahren, nachts die Gegend aber meiden. Die können sicher auch nichts machen. Die Sache mit dem Jungen wurde daher sicher auch gewollt lieber schnell als Unfall abgestempelt, bevor man da zwischen die Fronten gerät.

      Kalon ist mit seinem Wissen rund um das Gitter ja auch nicht zur Polizei gegangen. Er ist vermutlich nicht mal auf die Idee gekommen. In solchen Gegenden klärt man das alles alleine. Schon schrecklich, sich das vorzustellen.

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    6. In den ersten sieben Kapiteln lernen wir Kalon als einen guten, braven Jungen kennen, der auch einer der wenigen ist, der in der Schule gut zurechtkommt.
      Mich hat es ein wenig getroffen, als der Lehrer Mr Brand vorschlug, er solle überlegen, in die bessere Schule zu wechseln und dann genau verstanden hatte, warum nicht. Irgendwie finde ich es ein bisschen traurig, wenn ich mir das vorstelle und mich in Kalons Gedanken reinversetze. Selbst auf der Munson High, wo alle hingehen, wäre er bald allein, weil alle bei Gangs dabei wären und oder kriminelle Dinge machen. Und der "brave" Kalon? Noch denkt er ja, dass er den Schulabschluss durchziehen wird.

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    7. Will Kalon herausfinden, wie und wieso der Junge aus der Wohnung geworfen wurde? Sonst würde er sich nicht in die Wohnung schleichen, oder?
      Und ich finde es absolut gruselig, dass man in dem Hochhaus von Wohnung zu Wohnung kriechen kann durch diese Löcher - zwar ein genialer Plan, wenn man flüchten muss, doch stell dir vor, nachts oder auch tagsüber kriechen da irgendwelche Leute in deine Wohnung. Brrrrr

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    8. Ich habe bei Kalon eher das Gefühl, dass er sich die Wahrheit hinter dem Sturz längst zusammengereimt hat und er sich schließlich eher raushalten will. Also für ihn ist das eh alles Alltag sicherlich.

      Was ich übrigens noch spannend finde ist die Sache mit Marcus und dem Geld. Ich glaube, dieses entgegengebrachte Vertrauen löst sicher etwas in Kalon aus. In gewisser Weise ist er mit den Disciples verbunden. Das gefällt mir nicht wirklich.

      Und ja, das ganze Hochhaus löst bei mir eh eine Gänsrhaut aus. Für mich persönlich ja die Hölle. Man lebt in ständiger Angst, wie such die Situation mit dem älteren Mann gezeigt hat. Da ist Zuhause kein Ort, der Sicherheit gibt.

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    9. Habe auch erst beim Lesen bemerkt, dass es da Abschnitte nach Lebensalter gibt. Bin gespannt, wo die Figur noch hineinrutscht dann ...

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  3. 2. Abschnitt - Sechszehn bis Siebenundszwanzig

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    1. Dieser Abschnitt hat mich echt noch weiter total mitgenommen - unglaublich, wie viele Themen der Autor hier anspricht und einbaut. Er durchleuchtet echt perfekt so ein Ghetto.

      dass die Sanitäter Angst vor dem Haus hatten, war schon echt krass, aber auch verständlich. Man will in dem Job sicher nicht das eigene Leben riskieren. Und der Ort selbst ist ja echt gefährlich!

      Terrell wurde Gangmitglied. Das war abzusehen. Er gehörte eh von Anfang an schon dazu. Er überschreitet auch direkt die ersten Grenzen und dadurch hat auch Kalon eine Waffe in der Hand. Ein erschreckender Moment, als er erkennt, wie viel Macht ihm dieser verleiht. Ich glaube, Kalon ist auch schon verloren. Das mit der Schule hat ja nicht geklappt, weil er im Grunde gar kein Interesse an Schulthemen zeigen kann. Wie auch? Er lebt in einer ganz anderen Realität.

      Dann war auch noch die Sache mit Tanisha. Es war eh abzusehen, dass die Beziehung so wohl nicht bestehen kann mit den verfeindeten Banden.

      Und dann am Ende die Sache mit Denzel. Erst habe ich geschmunzelt, als er Warhammer spielen ging. Und dann das ...

      Und joa, die lieben Politiker waren auch da, nachdem Kinder einer schwangeren Frau in den Bauch schossen. Vermutlich mit Bodyguards und nur um eine Show abzuziehen. So ein Ghetto zu einem sicheren Ort zu machen ist wohl nahezu unmöglich.

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    2. Ich weiß nicht, was ich zu der Szene mit den Sanitätern sagen soll. Ja, sie haben wohl Angst. Aber ist es nicht so, dass sie quasi einen Eid schwören, zu helfen und es gibt bestimmt zahlreiche gefährliche Situationen im Rettungsdienst. Es hat mir nicht gefallen, wie sie sich verhalten haben.

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    3. Uuups, ich musste gerade soooo lachen, denn ich kam an die Stelle, wo Precious das T-Shirt trägt mit "So many Boyz, so little Time" - ich hatte Anfang der 2000er genau so eines!!!!!!!!!!!!!!!!!! XD

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    4. Ja klar, sie sind ihrer Pflicht nicht nachgekommen und haben eigenrlich bewusst ein Menschenleben riskiert. Ein Menschenleben, dass sie vermutlich als nicht so wertvoll erachtet haben.
      Ist ja auch die Frage, wie weit man fürs Retten von Menschen geht. Da waren auch Schüsse zu hören, dann sicher die ganzen Gerüchte. Selbst die Polizei hält sich aus Angst fern. Die Leute da sind auf sich selbst gestellt. Der spätere Vergleich mit einem Dschungle ist echt passend.

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    5. Krass, dass es die Shirst auch hier bei uns gab. Habe selbst aber glaube ich nie so eins gesehen.

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    6. Puh, diesen Abschnitt fand ich teils echt krass. Wenn ich darüber nachdenke, dass manche Leserinnen eine Triggerwarnung bei meinen Büchern verlangten (weil zB Eltern der Prota schon länger verstorben waren oder so!) müsste hier doch glatt seitenweise Triggerwarnungen vorhanden sein. Schlimm fand ich das mit dem getöteten Baby im Bauch *ufff und auch dass Denzel erschossen wurde und ja auch noch genauer beschrieben wie ... Auch das mit der Protitution und dem Methadon-Dealen ... Und auch schlimm, dass die Babys nur Zuckerwasser bekamen und hungerten, so wie alle hungerten ...Irgendwie war hier schon sehr viel Verschiedenes dabei. Hat mich aufgerüttelt.

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    7. Na ja, das war damals aber auch eine andere Zeit und auch ein anderes Genre. Ich glaube, bei Morton Rhue wussten die Leute eh, dass es extremer wird und bei einem Buch über ein Ghetto kann man sich schon denken, was einen erwartet.

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    8. Na ja seine anderen Bücher sind halt nicht so "extrem" finde ich.
      Da Ghetto Kidz schon oft in der Unterstufe (bei und in Ö oft 13-14jährige) gelesen wird, finde ich es fast noch zu früh für dieses Alter.

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    9. So Bücher wie "Ich knall euch ab" oder auch "Asphalt Tribe" fand ich ähnlich schonungslos. Aber ja, eventuell ist das Buch für die Klassenstufe zu früh. Andererseits schauen die Kinder ja sicher auch schon ganz andere Filme/Serien.

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  4. 3. Abschnitt - Achundzwanzig bis Ende.

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    1. Ich bin tatsächlich auch schon durch. Ich konnte gerade am Ende auch gar nicht mehr aufhören zu lesen, denn da hat sich ja echt noch alles überschlagen.

      Dass Kalon noch mit Tanisha zusammen ist, hat mich echt gewundert, fand es aber sehr stark. Vom Gefühl her nahm Kalon aber die Gefahren allesamt gar nicht so ernst. Irgendwie saß ganze Buch über. Vielleicht wird man so abgebrüht, wenn man so aufwächst.

      Eine Schießerei jagte hier ja fast schon die Nächste und das Buch endet ja echt mit einigen Toten.
      Die zwei Banden gerieten aneinander. Dass dieses doppelte Spiel nicht gut enden wird, hätte sich Jamar eigentlich denken können.

      Kalon wurde dann kurz Teil der Gang und war total verändert. Sehr schade, aber das war zu erwarten gewesen. Er sah wohl darin am Ende die einzige Chance, an Geld und ein halbwegs normales Leben zu kommen. Er musste sich ja nur auch noch um ein Kind kümmern ...

      Der Zusammenschluss der Banden kam mir aber etwas plötzlich, fast wie aus dem Nichts. Das hätten sie ja auch vorher schon haben können ...

      Auch die Morde an Denzel und an dem kleinen Jungen haben sich nun aufgeklärt. Marcus stirbt und dann auch noch Rance. Und Kalon landet im Knast. Im ersten Moment dachte ich, dass er da zumindest sicherer ist als im Ghetto, aber für ihn selbst ist das Hölle. Wäre er nicht in den Knast gekommen, wäre er sicher aber vorher schon von irgendwem abgeknallt worden.

      Auffallend ist, dass Kalon doch einige Chancen hatte. Da war die Schule und dann auch der Detective. Er hätte da rauskommen können. Ja, hätte ...

      Eine sehr bittere, schockierende und schonungslose Geschichte. Morton Rhue hat das Thema echt mal wieder von allen Seiten perfekt beleuchtet. Das Buch sollte gerade in Amerika echt Schulleiter sein!

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    2. Bin auch schon durch. Huch, was für Wendungen da noch kamen! Mich hat es auch ein wenig gewundert, dass Kalon noch mit Tanisha zusammen war ...
      Ja, auch schade, dass alles so kommen musste am Ende. Kalon empfand ich als einen klugen Kerl. Vielleicht ist er etwas zu selbstsicher geworden, als er in die Gang kam? Denn er hatte ja selbst doppelt gespielt ... Und puh, dass er jemanden erschießt, hätte ich nicht von ihm gedacht. So mancher kam ja aus der Szene raus.

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    3. Ich hatte bei Kalon eh das Gefühl, das er von Anfang an sehr abgebrüht war. Er hat kaum Emotionen gezeigt und ich glaube, er hat sein Schicksal einfach angenommen. Er hat sich mehr oder weniger treiben lassen, fast so, als hätte es für ihn eh nur diesen Weg gegeben. Vielleicht hat er ja sogar damit gerechnet, früher oder später im Knast zu landen? Oder eben tot zu sein ...

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    4. Vielleicht rechnet im Ghetto fast jeder damit?

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  5. Antworten
    1. Ich fand das Buch teilweise sehr schockierend und manchmal schwer zu lesen, weil viele Szenen sehr brutal sind (Schießereien, Drogen, Gewalt gegen Kinder). Besonders eben das mit der Schwangeren ... Für mich wirkt es teils fast zu extrem. Gleichzeitig verstehe ich, warum der Autor so schreibt. Er möchte zeigen, wie hart das Leben in manchen sozialen Vierteln sein kann und wie Jugendliche dort früh mit Gewalt und Kriminalität konfrontiert werden. Und dass man meist aus so einer Szene gar nicht mehr rauskommt, selbst, wenn "Hilfe" angeboten wird. Das Umfeld prägt einen eben sehr und auch die Umstände, wenn zum Beispiel die ganze Familie von einem abhängig ist. Dann bist du nicht nur für dich selbst verantwortlich, sondern auch für deine Lieben.

      Insgesamt finde ich das Buch sehr eindrucksvoll und realistisch, aber auch sehr belastend, weshalb ich es eher für ältere Jugendliche empfehlen würde.

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    2. Ich glaube, auf andere Art und Weise hätte das Buch auch gar nicht erzählt werden können. Es ist glaubwürdig, schonungslos und wachrüttelnd. Das schätze ich wirklich so an Morton Rhue.

      Mir hat das Buch sehr gefallen, ich konnte kaum aufhören zu lesen. Es ist zwar sehr kurz, aber dennoch sehr intensiv. Von mir bekommt es natürlich 5 von 5 Sternen. Ich kann mich gar nicht so recht entscheiden, welches Buch ich von ihm am besten finde. Ich finde es so toll, wie er Themen wirklich von allen Seiten beleuchtet.

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    3. Ja, das stimmt. Das kann er echt gut. Ich mag auch noch etwas von ihm lesen :)

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