Freitag, 15. August 2014

Knochenfinder - Melanie Lahmer

Das Geocaching gehört schon länger zu einem unserer größten Hobbies, in den vielen Jahren, die wir das jetzt schon gemeinsam machen, haben wir 1400 Geocaches gefunden. Es ist ein tolles Hobby, da es einen in die Natur führt und gleichzeitig den Abenteurer in einem weckt. Bücher, die das Thema Geocaching behandeln findet man in der letzten Zeit öfter. "Fünf" von Ursula Poznanski hat mich begeistern können, während andere eher schlechter recherchiert waren. Vor einer Weile wurde ich auf Melanie Lahmers "Knochenfinder" aufmerksam. Schnell stand fest, dass ich das Buch lesen muss.

Inhalt

Erschienen bei Bastei Lübbe
Ein Schüler verschwindet spurlos. Wenig später wird in einem Geocaching-Versteck im Rothaargebirge ein Finger gefunden, und an der Schule des Vermissten kursieren brutale Gewaltvideos. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen suchen nach einem Täter - und ahnen nicht, welches grausame Spiel dieser mit ihnen spielt. Denn kurz darauf gibt es einen weiteren Geocaching-Fund ..

Charaktere

Kurz und Knackig, so in etwa sind alle Charaktere in diesem Buch beschrieben, was mich leider nicht so sehr begeistern konnte. Leider bin ich kein großer Fan von Ermittlergeschichten, vor allem dann nicht, wenn diese im Vordergrund stehen. Dies war auch in "Knochenfinder" leider teilweise vorhanden, auch wenn Melanie Lahmer versucht hat, diese Stellen in die Geschichte einzufügen.

Wir lernen zu Beginn Natascha Krüger kennen, die recht naiv wirkt. Leider wurde ich mit ihr nicht so recht warm, da sie mehr sehr kindlich vorkam. Ich kann auch gar nicht so genau sagen, woran das lag, in ihren Abschnitten sah ich immer eine Frau vor mir, die nicht recht wusste, wie sie ihre Arbeit zu tun hat, Vielleicht hat mir hier eine gewisse Eigeninitiative gefehlt.

Meine Meinung

Die Abschnitte aus der Sicht der Geocacher haben gleich zu Beginn die Spannung aufgebaut. In verschiedenen Dosen werden abgetrennte Finger gefunden. Gleichzeitig wird ein Junge vermisst gemeldet. Da fängt dann die Polizeiarbeit an, die für mich die Spannung extrem gemindert haben. Hier wird ermittelt, dort wird ermittelt. Zu viele Gespräche, die teilweise immer wieder das selbe Thema durchkauen... Klar, das Buch ist ein Krimi und KEIN Thriller, aber es war teilweise doch recht langatmig. Es gab viele falsche Fährten, was auch verständlich für einen Krimi ist, aber meiner Meinung hätte die Autorin hier sparen sollen und dafür lieber die Beweggründe des Täters verdeutlichen sollen.

Was mich etwas zum schmunzeln brachte waren die unzähligen Beschreibungen aus Sicht der Polizei, die ständig dem verhungern nahe zu sein schien. Klar Polizeiarbeit ist hart, aber an den Stellen, wo mal wieder genüsslich ein Brötchen gegessen wurde hätte ich mir viel lieber etwas mehr professionelle Polizeiarbeit gewünscht. Das war nämlich kaum vorhanden. Als Leser hat man diese nur oberflächlich wahrgenommen.

Das Ende wiederum hat mir gut gefallen. Es war spannend und flott erzählt, auch wenn die Auflösung keine große Überraschung war. Ich denke, die Autorin hat noch viel Potenzial nach oben. Schade, dass nur das Thema Geocaching so tiefgründig beschrieben wurde. Für einen Krimi muss auch die Polizeiarbeit, wenn eine solche vorhanden ist, eingehender erläutert werden. Als verwöhnter Krimi- und Thrillerleser giert man eben nach logischen Erklärungen.

Fazit

Ein durchschnittlicher Krimi, der das Hobby Geocaching aber aus einer sehr guten Sicht präsentiert.


Villa des Schweigens - Ulrike Rylance

Eine Villa, in der jemand ein dunkles Geheimnis trägt. In "Villa des Schweigens" von Ulrike Rylance begleiten wir die junge Nina, die gerade erst nach Leipzig gezogen ist, um dort einem Ferienjob nachzugehen. Auf Arbeit ist alles ok, doch die Villa, die eine Art WG ist, ist unheimlich. Hier passieren seltsame Sachen und ein Mädchen stirbt...
Erschienen bei dtv!

Charaktere

Leider muss ich, wenn ich hier mit den Charakteren anfange, gleich mit dem größten Minuspunkt anfangen. Leider kommt der Leser den Charakteren nicht sonderlich nah. Eher im Gegenteil. Sie wirken alle recht nüchtern, leblos und selbst die Protagonistin, Nina, bleibt während der gesamten Geschichte recht farblos. Das fand ich etwas enttäuschend, da das Buch auf jeden Fall eine Menge potenzial bietet.

Meine Meinung

Ja, also ich habe eine spannenden Jugendthriller erwartet, vielleicht ist das Buch in dieser Hinsicht eher für jüngere Leser. (Obwohl eine Leiche in einer Geschichte sicher auch nicht für jedermann ist.)
Das Buch liest sich durch den einfachen Stil sehr flott, aber es fehlt an Tiefe. Es passiert viel, was Nina mitnimmt, aber leider bekommt der Leser keine Chance, mitzufühlen. Man kann fast sagen, dass alles aus der Ferne erzählt wird und man keinerlei Gefühle mit den einzelnen Charakteren verbindet.

Ich finde die Grundidee wirklich gut, Eine Villa, wo jemand ein Geheimnis trägt, doch leider ist der Autorin die Umsetzung nicht wirklich gelungen. Teilweise war das Buch recht langatmig, Spannung kam nur selten auf. Klar, es ist ein nettes Buch für Zwischendurch, man wird unterhalten, aber gerade was das Genre der Jugendthriller betrifft gibt es weitaus bessere Werke.

Das Ende konnte mich leider auch nicht begeistern. Man ahnt bereits etwas. Ich dachte, dass das Ende noch ein wenig in die Tiefe geht, das man noch mehr erfährt, aber leider war es recht kurz gehalten.

Fazit

Ein nettes Buch für Zwischendurch, aber mehr auch nicht.

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Dienstag, 12. August 2014

Die Tribute von Panem - Flammender Zorn - Suzanne Collins

Lange habe ich es vor mir her geschoben, doch nun habe ich mich endlich an den letzten Band von "Die Tribute von Panem" gewagt, eine Reihe, die mich sehr gefesselt hat. Ich mochte das Gefühl nicht, dass nach dem letzten Band alles vorbei ist, ich Katniss, Peeta und Gale nie wieder sehen werde. Der letzte Band einer Reihe ist immer ein Abschied, ein trauriger und melancholischer Abschied.

Inhalt

Copyright by Oetinger
Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt …

Meine Meinung

Ich muss gleich zu Beginn sagen, dass ich etwas schlechter in die Story rein kam, als bei den Teilen zuvor. Klar, man kennt mittlerweile alle Charaktere, aber mir fällte etwas die Spannung zu den kommenden Hungerspielen, da es diese ja in diesem Teil nicht so recht gibt, was auch recht logisch ist. Katniss findet sich im Distrikt 13 wieder, doch Peeta ist noch immer im Capitol. Die Dreiecksliebesgeschichte geht weiter, obwohl ich finde, dass diese teilweise nicht so romantisch und tiefgründig wie in den anderen Büchern beschrieben wurde. Es gibt Höhen und Tiefen, doch leider habe ich manche Reaktion von Katniss, die ja immer selbst sagt, dass sie den Menschen, die sie liebt, helfen will, nicht so recht verstehen. Leider waren ihre Gedanken und Handlungen an manchen Stellen nicht nachvollziehbar.

Spannend wurde das Buch für mich erst zum Ende hin. Da ging es dann wirklich zur Sache und an manchen Stellen hatte ich Tränen in den Augen. Mir war klar, dass man sich auch hier von liebgewonnen Personen trennen muss, doch dass dies so schmerzhaft ist, habe ich nicht gedacht. Die Autorin hat da wirklich wieder eine sehr emotionale Szene erschaffen, die ich hier aber nicht spoilern möchte.

Das Ende im Capitol mit Präsident Snow war dann sehr aufregend und wirklich spannend. Mit dieser Wendung hätte ich so dann auch nicht gerechnet. Hier hat die Autorin wirklich einen gelungenen Abschluss gefunden, auch wenn der Epilog letztendlich etwas schwermütig wirkte. In einer Welt wie Panem, in der einst Menschen für grausame Spiele missbraucht wurde, kann man wohl nie wieder glücklich werden, auch nicht nach Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten...

Fazit

Ein gelungener Abschluss der Panem-Reihe, auch wenn ich mir ein wenig mehr Spannung erhofft habe.

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Montag, 11. August 2014

Schwarze Stunde - Christine Fehér

Jugendthriller begeistern mich schon sehr lange. Nach "Dornenliebe" ist "Schwarze Stunde" nun mein zweites Buch von Christine Fehér und ich bin wieder einmal begeistert. Vor allem das Coher hat mich direkt angesprochen. Aber hier nun erst einmal etwas zum Inhalt.

Inhalt


Copyright by cbt
Zwölfte Klasse, Studienfahrt. Eine Schülerin fehlt, als alle am Frühstückstisch sitzen: die gerade 18 gewordene Valerie, der man nachsagt, zwischen ihr und dem Englisch-Referendar Corvin Schwarze sei was am Laufen. Da kommt die Polizei in den Raum: Valerie wurde schwer verletzt gefunden – jemand hat sie von einer Klippe gestürzt. Aber wer? War es ihr Ex-Freund Manuel, der nie über die Trennung hinwegkam? Ihre Freundin Alena, die ihr die Heimlichtuerei verübelt? Die Klassenlehrerin Frau Bollmann, die selbst in Corvin Schwarze verliebt war? Oder etwa Corvin selbst, der nicht akzeptieren wollte, dass Valerie Abstand von ihm suchte?

Charaktere

Wir lernen in "Schwarze Stunde" ein Mädchen namens Valerie kennen, eine stinknormale Jugendliche, die mit sich und ihrem Leben nicht so ganz zufrieden ist. Zum einen wäre da ihr Exfreund, der sie während der Beziehung eingeengt hatte und ihre beste Freundin, die ihr ebenfalls kaum Luft zum atmen lässt und sich nicht wirklich wir eine gute Freundin aufführt.
Valerie war mir von Anfang an sehr sympatisch, mit ihr konnte ich gut mitfühlen, vor allem da das Buch voller Höhen und Tiefen ist. Die Beziehung zu Corvin ist unendlich romantisch, aber auch sehr schmerzhaft. Eine tragische Geschichte, die ein gleichzeitig emotional und spannend ist.

Meine Meinung

Am Anfang erfahren wir bereits, dass auf einer Klassenfahrt etwas schreckliches mit Valerie passiert. Diese Situation ist aber noch in der weiten Ferne, als das Buch beginnt. Es ist erstaunlich, wie sehr es mich als Leser mitgenommen hat, zu wissen, dass bald etwas schreckliches mit Valerie passiert. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich wollte nicht, dass die ganze Situation so eskaliert.

Das Buch ist durchwegs spannend, denn es scheint jemanden zu geben, der genau über Valeries und Corvins "Beziehung" Bescheid weiß. Jemand, der die beiden um jeden Preis trennen will. Es passieren merkwürdige Dinge und schnell eskaliert die Situation. Schockierend fand ich hier, wie extrem die Mitschüler, Manuel und Alena auf all das reagieren. Für mich sehr extrem und ich würde solche Leute nicht einmal ansatzweise Freunde nennen. Im Grunde hatte Valerie keine wirklichen Freunde.

Am Ende erfahren wir dann natürlich, was auf der Klassenfahrt wirklich passiert ist. Klar, mit dieser Auflösung hat man nicht gerechnet, aber dennoch ging mir alles zu schnell und ich muss zugeben, dass ich nach dem Ende enttäuscht war. Man hat zwar erfahren, wer der Täter war, aber nichts weiter. Kein Hintergrund, nur wenige Sätze zum Motiv und danach war die Geschichte auch schon vorbei. Wie geht es nun mit Corvin und Valerie weiter? Was wird aus Manuel? Aus Alena? Für dieses viel zu abrupte Ende muss ich leider eine Käseratten abziehen.

Fazit

Spannend, emotional, ein Buch zum Mitfiebern, leider ist das Ende ein wenig zu oberflächlich.

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten. 


Dienstag, 5. August 2014

Die Familie - Richard Laymon

Laymon mag man einfach oder eben nicht. Ich war schon immer ein großer Fan des Schriftstellers. Seine Horrorbücher sind zwar sehr extrem, aber auch sehr sarkastisch, während die Charaktere etwas Eigenes haben. So wie Laymon geschrieben hat, schreibt kein anderer. Dieses Mal habe ich mich an "Die Familie" gewagt, da einige davon sprachen, dass dies eines seiner besten Werke ist. 

Inhalt

Über einem Höhlenlabyrinth liegt das Mordock Cave Hotel, bei Touristen sehr beliebt. Ein Familienbetrieb, geführt von Vater und Sohn Mordock. Beide legen Wert auf ihre Traditionen: Zimmer 115 ist stets für die attraktiveren Gäste reserviert. Nach einem Stromausfall wird die Mordock-Höhle für eine Touristengruppe zur Falle. Es ist dunkel. Es gibt keinen Ausweg. Und bald merken die Eingesperrten, dass in der Finsternis jemand lauert. Die Mordocks – und noch etwas anderes. Etwas, das Blut riecht. Etwas, das Fleisch will ...


Meine Meinung

Laymon ist für mich Kult, eine Legende der makaberen Horrorliteratur. Auch "Die Familie" hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, besonders durch die unverwechselbaren Charaktere. Zum einen hätten wir hier Darcy, die Führerin in der Murdock-Höhle. Sie ist stark und selbstbewusst. Als Gegensatz haben wir zudem Kyle, den Sohn des Hotelbesitzers, der sich von Darcy besessen ist. Im Laufe der Geschichte lernen wir zudem noch andere Charaktere kennen, wie beispielsweise Darcys Mutter, die ihre Tochter aus der Höhle befreien will und Hilfe von einem Mann hat, dessen Tochter ebenfalls in der Höhle eingeschlossen ist. Leider muss ich hier sagen, dass mir die Stellen mit den Beiden nicht so sehr gefallen haben. Sie waren zu kurz und es gab nur wenige Laymon-typische Splatter-stellen. (Die, die es gab waren aber wieder richtig gut)

Die Geschichte nimmt sehr schnell Fahrt auf, als die Touristengruppe in der Höhle eingesperrt ist. Wir erfahren, was Kyle mit seinem Vater in Zimmer 115 treibt und dies hat Auswirkungen auf das gesamte Geschehen, denn sie sind nicht allein in der Höhle... Leider war mir die Geschichte etwas zu kurz. Das Ende kam viel zu schnell und hatte nicht so viel Witz beziehungsweise Ironie wie andere Werke von Richard Laymon.

Fazit

Für mich nicht das Beste Werk von Laymon, eher durchschnitt, aber wohl ein Muss für jeden Fan. 

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Montag, 4. August 2014

Krähenmädchen - Erik Axl Sund

Als absoluter Schweden und Psychothrillerfan musste ich dieses Buch einfach lesen. Es ist der erste Band einer Trilogie, was für mich schon etwas anderes ist in der Thrillerliteratur. Ja, ich glaube, sonst kenne ich nur Jugendthriller, die in mehrere Teile eingeteilt wurden. "Krähenmädchen" ist aber nicht nur aus diesem Grund etwas ganz Neues, nein, der Autor hat einen komplett eigenen Stil.

Inhalt

Copyright by Goldmann
Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Charaktere

Ich glaube, das Besondere an diesem Buch sind die Charaktere. Als Leser lernt man sie sehr genau kennen, ja fast schon zu genau. Das Buch ist bei weitem keine leichte Kost. Man dringt sehr tief in die Psyche ein und der Autor schafft es, dort eine ganz eigene Welt zu erschaffen.

In Rückblicken wird die recht erschreckende Geschichte des Krähenmädchens erzählt. Diese Abschnitte sind die Highlight des Buches und man kann dort überhaupt nicht aufhören zu lesen. Der Leser hat Mitleid mit Victoria Bergmann und wird mit auf eine Reise in tiefe Abgründe genommen. Abgründe, die man niemals betreten sollte. Das einzige, was mir hier nicht so gefallen hat war, dass man recht schnell herausfindet, wie alles zusammengehört. Ja, man ahnt im Grunde schon kurz vor der Hälfte, wer Viktoria ist und das hat meiner Meinung nach die Spannung etwas gedrosselt.

Meine Meinung

Das Buch hat einen sehr interessanten und tiefgründigen Plot. Wenn man den Klappentext liest würde man meinen, dass es vorwiegend um die Morde an den Kindern geht und die Ermittlungen im Vordergrund stehen. Dies ist nicht der Fall, was mir wirklich gut gefallen hat. Im Endeffekt ist die Geschichte mit den toten Jungs, die von der Polizei nur wenig Beachtung finden, nur eine Randgeschichte. Es geht vielmehr um die Entwicklung der Charaktere, das Innenleben dieser und was mit ihnen passiert. Anfangs dachte ich, dass der Autor zu viele Nebensächlichkeiten in die Geschichte verstrickt, doch letztendlich hat sich alles zusammengefügt wie es sich für einen Thriller gehört.

Der Schreibstil von Erik Axl Sund ist sehr tiefgründig. Er hat eine Auge für Details, treibt die Story aber sehr gut voran. Was mir nicht so gefallen hat, war, dass es gleich zu Beginn schon so einige Hinweise gab, wodurch mich die Auflösung im Grunde nicht überrascht hat. Das fand ich sehr schade, denn die Idee ist wirklich ungemein toll

Da es der erste Band einer Trilogie ist, ist die Geschichte noch nicht abgeschlossen. Nein, das Buch endet mit einem spannenden Cliffhanger. Einem sehr gemeinen Cliffhanger. Das nächste Buch der Reihe werde ich auf jeden Fall auch lesen.

Fazit

Ein tiefgründiger Psychothriller mit spannenden Charakteren! Ich freue mich auf den nächsten Band.

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Freitag, 25. Juli 2014

Versuchung - Harry Luck

Die Geschichte von Eva und Adam einmal ganz anders. Das verspricht das Buch "Versuchung" von Harry Luck aus dem Gabriel Verlag. Den Thriller habe ich von BloggDeinBuch erhalten. Der Klappentext hat mich gleich angesprochen, doch bedauerlicherweise muss ich gleich zu Beginn sagen, dass dieser nicht hält, was er verspricht.

Inhalt

Copyright by Gabriel Verlag
Der Konzern SkyCorp ist zu einem alles beherrschenden Monopolisten geworden: Computer, Internet, Mobilfunk, Datenbanken, Suchmaschinen – die digitale Welt ist fest in SkyCorps Hand. Die junge Berliner Journalistin Eva Röller bekommt den Auftrag, über den Chef Marc Donnelly ein Porträt zu schreiben. Als sie beginnt, Fragen über eine längst überfällige neue Software-Version eines Suchprogramms zu stellen, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Sie wird entführt und niedergeschlagen, irgendjemand scheint es auf die Dokumente abgesehen zu haben, die ein Informant ihr zugesteckt hat. Doch Eva lässt sich nicht einschüchtern. Sie stößt auf einen geheimnisvollen Hintermann, der behauptet, den Code für das Suchprogramm programmiert zu haben. Mit ihm hätte man Zugriff auf sämtliche Datenbanken und jemals abgespeicherten Informationen im Netz – man wäre allwissend. Doch welchen Preis zahlt man für dieses umfassende Wissen? Ist es Eva so viel wert, dass sie dafür ihre berufliche und private Existenz aufs Spiel setzt? Und kann sie Adam überzeugen, ihr zu helfen?

Charaktere

Ich habe in einem Buch noch nie solch platte Charakter gesehen. Die Dialoge wirkten durchwegs hölzern, wodurch man den Charakteren nicht wirklich nahe kam. Es geht, wie der Klappentext es vermuten lässt, um Adam und Eva, zwei Journalisten, die meiner Meinung nach die ganze Zeit recht unprofessionell und recht naiv wirken. Der Autor schafft es leider nicht seinen Charakteren Leben einzuhauchen, was sehr stört, da es ja im Grunde um die Beziehung der beiden geht.

Meine Meinung

Das Buch besitzt leider keinen Spannungsbogen und ist definitiv kein Thriller. Ich habe ihn zwar innerhalb von ein paar Tagen gelesen, aber ich hätte es, wenn ich keine Rezension dazu schreiben müsste, schon nach wenigen Seiten abgebrochen. Der Schreibstil des Autoren passt einfach nicht zu einer solchen Geschichte. Es geht um die Zukunft, um Unternehmen, die an der Macht sind und doch erhält der Leser kaum Hintergrundwissen. Die Geschichte hätte genauso gut in der heutigen Zeit und nicht im Jahre 2020 spielen können...

So, ich komm dann mal zur eigentlichen Geschichte, die man an und für sich in wenigen Worten wiedergeben könnte. Die Anspielung zu Adam und Eva ist ganz gut, aber die Umsetzung leider grottenschlecht. Es gibt keinen roten Faden, ja der gesamte Anfang mit Eva und ihrer Reise zu Skycorp ist im Grunde extrem unwichtig und langweilig. Klar, hier wollte der Autor die Geschehnisse vorstellen, erzählen, was es mit Skysearch auf sich hat und so weiter, aber im Grunde hat das die Story nicht in Fahrt gebracht. Eigentlich hätte das Buch auch ab der Sache mit dem Aktenkoffer beginnen können, ja vielleicht hätte man dann doch noch einen Thriller draus machen können...

Die Beziehung zwischen Adam und Eva war meines Erachtens auch zu oberflächlich beschrieben. Klar, hier wollte der Autor zügig die Verbindung zu der Bibelgeschichte bringen, doch das ist ihm überhaupt nicht gelungen. Solch eine "Liebe" kann man Lesern heutzutage nicht mehr vorgaukeln. Nein, man möchte Erklärung und wenn solch eine Entwicklung zustande kommt, möchte man auch Gefühle. Beides hatte das Buch nicht.

Ja, was soll ich großartig sagen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie ich dieses Buch ehrlich bewerten soll. Es hilft weder dem Autoren, noch dem Leser, wenn ich hier etwas vorspiele, von daher muss ich sagen, dass "Versuchung" von Harry Luck für mich eines der schlechtesten Bücher war, die ich jemals gelesen habe. Die Charaktere und die gesamte Geschichte ist zu oberflächlich und zu konstruiert, dass ich einfach keinen Zugang gefunden habe. Die Idee ist an und für sich sehr gut, doch die Unternehmen und Entwicklungen in der Zukunft hätten detaillierter beschrieben werden müssen. Das ist meiner Meinung nach wichtig für einen Roman, der sich mit solch einem Thema befasst. Zudem muss ich abschließend leider sagen, dass das Buch definitiv kein Thriller ist. Spannung kam bei mir zu keinem Zeitpunkt auf. Nur Verwirrung und hin und wieder ein Kopfschütteln.

Fazit

Leider war "Versuchung" für mich ein Reinfall. Es ist nur eine seichte Erzählung ohne roten Faden.

Ich vergebe 1 von 5 Käseratten.