Montag, 15. Februar 2016

[Rezension] So wüst und schön sah ich noch keinen Tag - Elizabeth LaBan

Titel: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag
Autor: Elizabeth LaBan
Originaltitel: The Tragedy Paper
ISBN: 978-3446250826
Genre: Jugendbuch
Verlag: Carl Hanser Verlag
Seitenzahl: 288
Cover und Inhaltsangabe © Carl Hanser Verlag




"Im renommierten Irving-College ist es Tradition, seinem Zimmer-Nachfolger eine Überraschung zu hinterlassen. Duncan findet besprochene CDs seines Vorgängers Tim, die eine traurige Liebesgeschichte offenbaren. Tim, der als Albino meist zum Opfer von Anfeindungen und Mobbing wird, verliebt sich darin in die begehrenswerte Vanessa. Mit ihr fühlt er sich das erste Mal nicht als Außenseiter. Trotzdem fehlt ihm der Mut, ihr seine Gefühle zu gestehen. Ein Mangel an Selbstbewusstsein, der zum tragischen Unglück führt. Für Duncan ist Tims Geschichte aber der Anstoß, endlich den entscheidenden Schritt in Richtung Liebe zu tun..."




"So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" von Elizabet LaBan ist ein Buch, das mich im ersten Moment ein wenig an "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher erinnert, ein Buch, das mich vor Jahren sehr begeistern konnte. Auch in dieser Geschichte rund um den Albino Tim geht es sehr emotional, tragisch und tiefgründig zu. Es gibt einige sehr schöne, romantische Momente, aber auch sehr viele melancholische! Beim Lesen habe ich mich wie auf einer Achterbahn gefühlt, vor allem auch da ich das Gefühl hatte, das ganze Buch läuft im Eiltempo ab. (Was ich aber nach dem Lesen des Endes aber durchaus als positiv empfinde!)





Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Sichten erzählt. Auf der einen Seite ist da Duncan, der ein neues Zimmer bezieht und als "Schatz" vom Vorgänger einen Stapel CDs findet. Erst ist er enttäuscht, doch dann wird ihm klar, wer in seinem Zimmer zuvor gewohnt hat und er beginnt, sich die CDs anzuhören. Duncan ist allerdings nicht so ganz der Hauptcharakter des Buches, denn Tims Geschichte nimmt einen viel größeren Teil ein!

Tim ist ein Albino und er ist nicht besonders selbstbewusst. Ihn konnte ich von Anfang an in mein Herz schließen! Wir lernen ihn praktisch als ganz normalen Jungen kennen, der einfach ein "normales" Leben führen möchte! Er lernt auf dem Weg zum College die unnahbare Vanessa kennen und die beiden verstehen sich sofort. Doch Vanessa hat einen Freund und zurück an der Schule wird klar, dass die beiden nicht zusammen sein können!

Besonders den Charakter von Tim McBeth fand ich sehr facettenreich. Ihn konnte ich in diesem Buch besonders verstehen und am Ende musste ich wirklich mit ihm mitfühlen! Er ist einfach ein klasse Typ, der aber leider so einige Fehler begeht!

Vanessa mochte ich auch sofort. Sie mag Tim und das empfand ich als sehr schön. Nur leider scheint es, als hätte das Schicksal etwas dagegen, dass die beiden zueinander finden!




"So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" ist ein Buch, das mich gleich nach den ersten Seiten wie magisch in den Bann ziehen konnte. Tims Geschichte ist emotional, schön, aber auch tragisch und es fühlte sich so an, als würde ich all sein Erlebtes ebenfalls miterleben und teilweise durchleiden. So nah komme ich selten einem Charakter!

In dem Buch gibt es viele schöne und romantische Momente, doch diese tragen eine gewisse Melancholie in sich. Immer wieder gibt es kleine Andeutungen, dass mit Tim damals etwas Schlimmes passiert sein muss und so hatte ich immer ein ungutes Gefühl und angst, ihm könnte jeden Moment etwas passieren.

Duncan, der die CDs anhört und so tief in Tims Leben gezogen wird, nimmt hier eigentlich nur eine Nebenrolle ein. Zwar kann er durch das Gehörte auch selbst etwas über die Liebe lernen, aber er als Charakter konnte mich nicht so recht berühren. Tims Geschichte fand ich um längen interessanter und tiefgründiger, aber die Idee mit den CDs und Duncans letztendliche Rolle bei dem ganzen hat mir gefallen!

Tim heißt mit Nachnamen McBeth, was eine direkte Anlehnung an Shakespeares McBeth ist, ein Stück, das in dem Buch noch eine große Rolle spielt! Besonders den deutschen Titel finde ich gut gewählt, denn er drückt die Atmosphäre des Buches sehr gut aus. Auch traurige, dunkle Tage können etwas Schönes an sich haben, wenn man genau hinschaut!

Das Ende hat mich selbst auch zerrissen und ein wenig melancholisch zurückgelassen. Es passte zu der Geschichte, es passte zu Tim und es war doch sehr schwer zu ertragen. "So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" ist ein Buch, das noch lange nachhallt und das mich zum Nachdenken gebracht hat!




Ein Buch voller Tragik, voller Melancholie, aber auch voller schöner Momente, die aufgewogen mehr zählen als all das Schlechte!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten!




Samstag, 13. Februar 2016

[Rezension] Die Zelle - Jonas Winner

Titel: Die Zelle
Autor: Jonas Winner
ISBN: 978-3426512760
Genre: Thriller, Psychothriller
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 336
Cover und Inhaltsangabe © Knaur





"Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater."




Das Buch "Die Zelle" von Jonas Winner ist mein erstes Buch dieses Autoren. Ich muss sagen, dass ich zuvor noch nichts von ihm gehört habe, obwohl er bereits zwei Bücher herausgebracht hat. "Die Zelle" habe ich auch ganz zufällig bei Lovelybooks gesehen und kurze Zeit später hatte ich eine Anfrage des Autoren, ob ich es vielleicht rezensieren möchte. Klar, für spannende Thriller bin ich ja immer zu haben!

Gleich nach den ersten Seiten ist mir aufgefallen, dass Jonas Winner einer sehr außergewöhnlichen Schreibstil hat. Ich weiß nicht ob es nur am Protagonisten, einem 11-Jährigen Jungen lag, aber ich hatte teilweise Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden. An einigen Stellen wurde sehr viel beschrieben, ohne dass ich mir jedoch alles bildhaft vorstellen konnte. Manchmal hat es sich der Autor einfach zu schwer gemacht, beispielsweise bei der Beschreibung eines einfachen Gucklochs, wo ich mir erst einmal überhaupt nicht vorstellen konnte, was der liebe Sammy da vorgefunden hat!

An einigen Stellen wirkt das Buch auch sehr verwirrend, aber das ist auf jeden Fall so gewollt. Da wir das Geschehen aus der Sicht eines Kindes erfahren, wirkt vieles recht einfach und naiv, aber auch das empfand ich als durchaus passend für die Geschichte. Nur eben der Schreibstil wird wohl nicht allen Leuten gefallen!




Im Fokus der Geschichte steht der 11-jährige Sammy, der für mich teilweise einen ziemlich großen Widerspruch darstellte. Zum einen ist er ein "normaler" Junge, doch auf der anderen Seite hat er auch ein reiferes Denken und es gab Momente, da habe ich mich gefragt, ob Sammy wirklich erst 11 Jahre alt ist! Zwar ist seine Sprache recht kindlich, aber als Leser bekommen wir auch sehr viel von seinem Innenleben mit!

Sammy ließ mich ein bisschen hin- und hergerissen zurück. Auf der einen Seite empfand ich ihn als sehr interessanten Charakter, doch auf der anderen Seite hat er mir das Lesen auch sehr schwer gemacht. Verwirrend ist hier wohl die treffende Bezeichnung für seine Gedanken!

Sammy findet in einer Zelle in einem Luftschutzbunker ein Mädchen, das er Yoki nennt, doch ist dieses Mädchen überhaupt existent? Am nächsten Tag ist sie nämlich verschwunden und der kleine Sammy weiß nicht, was er tun soll.

Eine zentrale Rolle in der Geschichte spielt auch Sammys Vater, denn Sammy denkt, dass dieser etwas mit dem eingesperrten Mädchen zu tun hat. Sammy Vater vertont Filme und wie es so kommt, muss er gerade an einem sehr schaurigen Werk arbeiten! Viel Zeit für seine beiden Söhne bleibt da nicht.

Auch Sammys Bruder Linus und das Kindermädchen Hannah empfand ich als sehr angenehme Charaktere, die das "Miteinander" der einzelnen Personen perfekt gemacht haben. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass der Autor es geschafft hat, all seine Charaktere mit Leben zu füllen und ihnen eine eigene Persönlichkeit zu geben. Sie alle passen perfekt in dieses Buch, von ihrer Art und auch von ihren kleine "Geheimnissen"!




Der Einstieg in das Buch ist mir ein wenig schwer gefallen, denn ich musste mich erst einmal an den Schreibstil und die Sichtweise gewöhnen! Fahrt aufnehmen tut das Buch auch noch nicht so recht, aber das erwarte ich von einem Psychothriller auch nicht. Es war toll, erst einmal die ganze Familie kennenzulernen und mitzuerleben, wie Sammy die Zelle findet, auch wenn mir hier etwas Atmosphäre gefehlt hat!

Da alles aus der Sicht von Sammy erzählt wird, kommt der Leser nicht so schnell dahinter, was Fiktion und was real ist! Das hat der Autor sehr geschickt in dieses Buch eingefügt, denn ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob nun tatsächlich der Vater etwas mit diesem eingesperrten Mädchen zu tun hat, oder ob der kleine Sammy einfach nur halluziniert.

Mit jeder einzelnen Seite hatte ich das Gefühl, dass sich immer mehr Frage auftun und diese Fragen haben mich dazu gebracht, das Buch weiterlesen zu wollen. Für mich war jetzt direkt kein großer Spannungsbogen vorhanden, aber ich wollte dennoch unbedingt wissen, wie das alles zusammenpasst und was es letztendlich mit dem Mädchen auf sich hat.

Das Ende kam dann auch recht schnell und mit einigen Wendungen. Allerdings muss ich sagen, dass mich das Ende ein wenig enttäuscht hat, da ich einfach mit diesem gerechnet hatte. Im Grunde gibt es ja auch nur zwei (oder drei, wenn man ein wenig kreativer denkt!) mögliche Enden und leider konnte mich dann auch die letztendliche Auflösung nicht mehr so recht überraschen. Leider blieben auch noch einige Fragen offen, denen sich der Leser selbst stellen muss!




Die Bewertung des Buches fällt mir wieder einmal ein wenig schwerer. Der Schreibstil war wohl einfach nicht so meins und auch das Ende konnte mich nicht wirklich überraschen! Dennoch hatte "Die Zelle" seinen Reiz und obwohl ich einige Abschnitte sehr langatmig fand, habe ich doch der Auflösung entgegen gefiebert! Trotzdem würde ich das Buch auf jeden Fall anderen Thriller- und Psychothrillerfans empfehlen! Spontan würde ich mich für 3,5 Käseratten entscheiden, vergebe hier dann aber, da ich keine halben Käseratten vergeben kann, erst einmal 3 und bin gespannt auf weitere Werke des Autoren. (Die vielleicht nicht unbedingt aus der Sicht eines Kindes geschrieben sind!)

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten!








Donnerstag, 11. Februar 2016

[Rezension] Tagebuch eines Vampirs 3 - Lisa J. Smith

Titel: Tagebuch eines Vampirs 3, In der Dunkelheit
Autor: Lisa J. Smith
Genre: Fantasy
Verlag: Weltbild
Seitenzahl: 256
Cover und Inhaltsangabe © Weltbild, cbt

ACHTUNG! BAND 3 EINER REIHE! REZENSION ENTHÄLT SPOILER!



Während die Brüder Damon und Stefano aufs Blutigste um Elena kämpfen, erleidet diese einen schweren Autounfall und stirbt – zumindest glauben das alle in Fell’s Church. Doch Elena lebt – als Untote in ein Schattenreich verdammt, nachdem sie bereits das Blut der beiden Vampirbrüder getrunken hat. Stefano beschuldigt Damon, sie getötet zu haben, um sie endlich besitzen zu können. Doch tatsächlich spürt Elena auch im Reich der Finsternis die Gefahr einer fremden Macht, die nicht nur ihren Tod verursacht hat, sondern eine Bedrohung für all jene darstellt, die ihr einst nahe waren! Sie beschwört Stefano und Damon, ihre Feindschaft zu begraben und gemeinsam mit ihr gegen das Unbekannte anzukämpfen, das viel stärker zu sein scheint als die Vampire.




Ich bin jetzt beim dritten Band angelangt und zum Schreibstil kann ich leider nicht mehr sagen, als bei den Bänden davor. Er ist leider viel zu einfach, um Spannung aufzubauen und Mitgefühl entstehen zu lassen. Für mich ist dies der größte Schwachpunkt dieser Reihe, denn eigentlich hat es die Geschichte wirklich drauf. In diesem Band erwarten uns auch so einige Aufklärungen, Wendungen und Überraschungen, was mich ein wenig von dem Schreibstil ablenken konnte!




Natürlich treffen wir im dritten Teil altbekannte Charaktere wieder. Im ersten Teil fand ich Elena noch erfrischend anders, aber leider muss ich sagen, dass sie mir schon zweiten Teil sehr unsympathisch wurde. Für meinen Geschmack ist sie zu selbstbewusst, mir eine Spur zu egoistisch und für mich hat sie weder die Liebe zu Stefano, noch ihre beiden Freundinnen so recht verdient.

Hier im diesen Teil lernen wir auch Damon etwas näher kennen. Er ist eigentlich gar nicht so düster und gefährlich, wie es eigentlich scheinen soll. Interessant fand ich ihn als Charakter auf jeden Fall, aber weder ihn noch Stefano konnte ich so recht in mein Herz schließen.




Nachdem mir der erste Teil der Reihe eigentlich noch ganz gut gefallen hatte, habe ich mir auch direkt die anderen Bücher bestellt. (Bis Band 4) Leider ging es ab dem zweiten Band schon ein wenig bergab, aber hier kann ich jetzt sagen, dass die Geschichte endlich ein wenig Fahrt aufnimmt und wirklich einmal ein paar Überraschungen aufweist!

Elena, die im letzten Teil gestorben ist, tritt hier abermals als Protagonistin auf - allerdings nicht mehr als Mensch. Zu Beginn wirkt die Geschichte mit ihr noch ein wenig bemüht, denn es geht erst mal nur um sie und ihr "neues" Ich. Es scheint, dass sie sich erst einmal nicht an Stefano erinnern kann und Damon für ihre große Liebe hält, aber all das klärt sich schnell auf.

Dann ist auch endlich einmal eine Gefahr zu spüren. Eine dunkle Macht scheint es auf das gesamte Städtchen abgesehen zu haben und Elena, Stefano und Damon wollen diese aufhalten. Hier hat Lisa J. Smith wirklich ein paar neue und interessante Ideen mit in die Geschichte gebracht und konnte mich doch noch im letzten Drittel begeistern.

Das Ende reißt dann auch noch noch einmal die ganze Geschichte herum. Damit hätte ich nicht gerechnet und es hat mich wirklich begeistert! Bei den letzten Kapiteln habe ich auch direkt nicht mehr auf den Schreibstil geachtet und konnte die Story endlich einmal genießen! Nachdem ich das Buch beendet hatte, war ich auch ein wenig geschockt und frage mich nun doch, wie es jetzt noch weitergehen soll! Hier gibt es anscheinend kein Happy End!




Auch wenn ich mit dem Schreibstil immer noch nicht viel anfangen konnte, war doch das Ende und die Wendung der Geschichte eine kleine Entschädigung! Von der Story her hat mir dieser Teil auf jede Fall am besten gefallen!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten!






Dienstag, 9. Februar 2016

[Rezension] Opfertod - Hanna Winter

Titel: Opfertod 
Autor: Hanna Winter
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 320
Cover und Inhaltsangabe © Ullstein


"Er muss sie töten. Alle. Zusehen, wie ihre Augen brechen. Sie zerstören… Gleich bei ihrem ersten Fall gerät Kriminalpsychologin Lena Peters an einen Killer, der eine tödliche Mission verfolgt. Eine Mission, in der Lena eine entscheidende Rolle spielt. Doch davon ahnt sie nichts. Lena weiß, wie Mörder ticken, was Obsession ist: Denn sie hat ihre eigenen Abgründe. Und dennoch sitzt sie bald in der Falle."




Vor etwa einem Jahr habe ich "Stirb" von Hanna Winter gelesen und war wirklich überrascht. Nun habe ich mich entschlossen, auch den ersten Thriller der Autorin zu lesen, denn ich mochte in "Stirb" ihren Stil wirklich sehr. Leider aber sieht man hier, dass sie noch in ihrer Anfangsphase steckte. "Opfertod" kommt sehr klischeehaft daher und bietet eigentlich nichts Neues!

Spannend ist das Buch an einigen Stellen schon, aber nicht kontinuierlich spannend. Der Schreibstil ist zu einfach, als würde sich Hanna Winter noch nichts trauen und leider hat sie einen ganz typischen Thriller schreiben wollen, in dem echt ALLE Klischees erfüllt werden. (Ein Serienmörder, sehr viel Polizeiarbeit, die typischen Täterklischees...)




Lena ist eine typische Charakterin für einen Thriller. Sie ist selbst gebrochen, auch wenn ich für ihre Lebensgeschichte überhaupt kein Mitgefühl empfinden kann. Trotzdem ist sie recht selbstbewusst, wenn sie sich nicht gerade selbst bemitleidet. Ich wurde mit ihr nicht so recht warm, ganz im Gegenteil. Sie war für mich mal wieder nur eine weitere nervige "Ermittlerin" (in diesem Fall ja Kriminalpsychologin!).

Auch der Täter nimmt eigentlich eine große Rolle in der Geschichte ein. Ich muss hier aber das Wort "eigentlich" verwenden, denn auch er konnte mich mit seinen Taten nicht vom Hocker reißen, wahrscheinlich weil es so oder so ähnlich schon etliche Male in Büchern aufgegriffen wurde!




Ja, von einem Debüt kann man eigentlich meistens nicht besonders viel erwarten - was ja absolut nicht schlimm ist. Jeder fängt mal an und muss erst einmal lernen und sich entwickeln! Das kann ich verstehen! Trotzdem finde ich es schade, dass sich Hanna Winter hier von den typischen Thrillergrößen hat leiten lassen, ohne eine eigene Geschichte zu erfinden! Auch die Recherche, besonders bezüglich der Polizeiarbeit, kam mir einfach zu kurz. Manche Handlungen der Beamten und besonders der Kriminalpsychologin wirkten auf mich unlogisch.

Die eigentliche Geschichte rund um den Täter, der Frauen tötet, konnte mich ebenfalls nicht vom Hocker reißen. Für mich war das gesamte Buch über keine Gefahr spürbar, es lief alles sehr geradlinig und konstruiert ab, einige Stellen konnte ich direkt vorhersagen.

Das Ende konnte mich dann leider auch nicht mehr begeistern. Leider bot das Buch für mich keine Überraschungen. Es war zwar einfach und schnell zu lesen, aber besaß leider keine Höhen und Tiefen, alles lief auf einer gerade Linie ab!




Wer Hanna Winter noch nicht kennt, sollte lieber mit "Stirb" anfangen und um dieses Buch einen große Bogen machen. Es bietet leider nichts Neues und nur mäßige Spannung!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.



Sonntag, 7. Februar 2016

[Rezension] Die Flut - Arno Strobel

Titel: Die Flut
Autor: Arno Strobel
Genre: Thriller, Psychothriller
Verlag: Fischer
Seitenzahl: 368
Cover und Inhaltsangabe © Fischer





"Zwei Pärchen machen Urlaub auf Amrum. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die „perfekte Mordserie“ zu begehen. Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt.
Die beschauliche Insel Amrum hat er sich ausgesucht, weil dort normalerweise nie etwas passiert und ihm die entsprechenden Schlagzeilen sicher sind. Das ist es, was er möchte. Die ganze Welt soll erfahren, wie clever er ist. Und es sieht so aus, als hätte er damit Erfolg …"




Wer meinen Blog aufmerksam liest, weiß, dass ich von den letzten beiden Büchern von Arno Strobel sehr enttäuscht war. Mir hat vor allem seine Leidenschaft zum Schreiben gefehlt, die bei seinen ersten Büchern noch deutlich spürbar war. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, kein Buch mehr des Autoren zu lesen, doch dann habe ich so viel Gutes über "Die Flut" gehört. Es soll richtig unheimlich, beklemmend und unerträglich spannend sein! Leider kann ich das nicht bestätigen!

Mich hat der Stil sehr an "Das Dorf" erinnert, auch wenn es hier nicht ganz so verwirrend zugeht. Seine Charaktere lässt Arno Strobel aber leider wieder nicht so recht leben. Er erfüllt sie stattdessen lieber mit jeder Menge Klischees und das finde ich wirklich sehr schade!




Ja, über die Charaktere kann ich eigentlich nur wenig sagen, denn sie sind recht eintönig gezeichnet und bekommen kaum Gelegenheit, sich zu entwickeln. Am nervigsten fand ich direkt Julia, die wir hier mehr oder weniger als Protagonistin haben. Sie ist sehr naiv, besitzt kaum eigenes Handeln und an vielen Stellen konnte ich ihre Beweggründe und ihre Denkweisen nicht nachvollziehen!

Julia fährt zusammen mit ihrem Mann Michael und deren Arbeitskollegen samt Frau nach Amrum, um dort Urlaub zu machen. Bei dieser Ausgangslage habe ich mir wirklich einen Psychothriller gewünscht, der sich besonders zwischen diesen ungleichen Paaren abspielt, aber leider kratzt Arno Strobel hier nur ein paar oberflächliche Themen wie Eifersucht, Treue und so weiter an, ohne sich dabei jedoch auf etwas zu konzentrieren.

Zu Michael, seinem Arbeitskollegen und deren Frau kann ich hier wirklich nur wenig sagen, denn sie bleiben eher im Hintergrund, obwohl sie im weiteren Verlauf noch eine "größere" Rolle spielen.

Schade fand ich auch, dass die Polizei und deren Arbeit einen zu großen Teil der Geschichte einnimmt und leider sehr klischeehaft daherkommt. Harmsen, der die Ermittlungen leitet, ist so der typische knallharte Typ, der das Wort Respekt wohl von der Bedeutung her nicht kennt. Er war mir hier als Charakter einfach zu viel. Das geht für mich gar nicht, erst recht nicht als Polizist!




Psychothriller? Thriller? Krimi? Ich weiß nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll. Am Anfang war ich noch interessiert an der Geschichte, denn es fing ganz spannend an. Auch von der Charaktereinführung war ich überrascht und ich dachte, ich hätte es hier wieder mit einem typischen Strobel seiner Anfangszeit zu tun, aber leider wurde ich schnell eines Besseren belehrt.

Nach und nach fingen die Charaktere mich an zu nerven. Nur die kurzen Abschnitte aus der Sicht des Täters konnten mich dann noch am Lesen festhalten, auch wenn ich am Ende dachte, dass SO doof wohl kein Mörder sein kann, aber doch, anscheinend kann er... Leider hat mich auch der unmögliche Polizist immer wieder aus der Bahn geworfen, sodass es für mich ab der Hälfte wirklich schwer war am Ball zu bleiben.

Bei einem Psychothriller wünsche ich mir vor allem Charaktertiefe, sei es jetzt vom Täter oder von den Charakteren. Ein Psychothriller sollte meiner Meinung nach auf einer psychologischen Ebene spielen, ich möchte verstehen und einen Einblick in die verschiedensten Gedankenwelten bekommen. Leider war das hier nicht der Fall. Ich habe mich nicht gefühlt, als wäre ich zusammen mit den Opfern in der Flut gefangen, viel mehr kam es mir so vor, als würde ich weiterhin auf der Oberfläche treiben. Die Ängste waren für mich nicht greifbar!

Die Idee, was der Täter dort mit seinen Opfern anstellt, ist nicht neu. Ich habe dies schon in einigen Horrorfilmen gesehen und deswegen habe ich gehofft, dass der Autor hier wenigstens mit den Ängsten der Opfer spielt oder aber den Täter von mehreren Seiten beleuchtet. Leider war das jedoch nicht der Fall.

Das einzige, das die Geschichte noch ein wenig lesenswert gemacht hat, war das Ende. Hier beweist Arno Strobel, dass er es eigentlich kann, nur frage ich mich, warum das Buch erst so spät Fahrt aufnehmen konnte? Ich bin jetzt etwas hin und hergerissen. Ich denke nicht, dass ich noch einmal ein Buch von ihm lesen werde, denn jetzt, nach den drei letzten Büchern, denke ich nicht, dass er noch einmal zu seiner alten Form zurückfinden wird. Schade!




Leider wird das Buch erst im letzten Drittel ein wenig spannend. Die Charaktere gingen für mich gar nicht, sie haben mich teilweise extrem genervt und meinen Lesefluss gestört! Für Krimifans, denen es aber nur um die Aufklärung und Tätersuche geht und die hier keinen Psychothriller erwarten, wird das Buch aber gefallen. Das Ende ist auf jeden Fall überraschend, auch wenn es das Bild vom Täter für mich etwas zerstört hat!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.


Freitag, 5. Februar 2016

[Rezension] Vampire Academy: Blutsschwestern (Band 1) - Richelle Mead

Titel: Vampire Academy - Blutsschwestern
Autor: Richelle Mead
Genre: Fantasy
Verlag: Lyx
Seitenzahl: 304
Cover und Inhaltsangabe © Lyx






"Die Vampire Academy ist eine Schule für junge Vampire und ihre Beschützer. Auch die siebzehnjährige Rose – halb Mensch, halb Vampir – wird hier zur Wächterin ausgebildet. Sie hofft, eines Tages ihrer besten Freundin Lissa zur Seite stehen zu können, der letzten Überlebenden der Vampirfamilie Dragomir. Seit Lissas Eltern bei einem Autounfall den Tod fanden, besteht zwischen Rose und Lissa eine besondere Verbindung. Kurz darauf kommt es zu einer Reihe merkwürdiger Vorfälle. Irgendjemand scheint es auf Lissas Leben abgesehen zu haben. Der Einzige, dem sich Rose anvertrauen kann, ist der gut aussehende Wächter Dimitri, der ihr Nachhilfestunden geben soll ..."




Seit ein paar Wochen lese ich wieder gerne "Vampir"- Romane und so bin ich auch auf diese Reihe gestoßen, die ich unbedingt ausprobieren wollte! Zu Beginn muss ich hier auch gleich sagen, dass ich die Idee mit den Vampiren, die von sogenannten Wächtern beschützt werden, sehr originell empfand. Hier in "Vampire Academy: Blutsschwestern" erfahren wir das Geschehen aus der Sicht der jungen Wächterin Rose, die ich sofort sympathisch fand.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr geradlinig. Ich mag keine große Action in Büchern und deswegen war ich froh, dass es hier kaum Kampf- und Actionszenen gab. Die Geschichte ist recht geheimnisvoll gehalten und es geht viel mehr um das Miteinander der einzelnen Personen, um Intrigen, Lügen und ein wenig auch um Liebe und Anziehung! Ich fand die Mischung genial und ich konnte mich von der ersten Seite auf diese neue "Welt" einlassen!




Rose ist ein Dhampir, das bedeutet sie ist halb Mensch und halb Vampir. An der Schule, der Vampire Academy wird sie zur Wächterin ausgebildet, um später einen Vampir beschützen zu können!

Zu Beginn des Buches ist Rose mit ihrer Freundin, die ein Vampir ist, auf der Flucht vor etwas Unbekannten. Sie haben die Schule verlassen, werden jedoch schnell wieder aufgespürt und zurückgeholt, denn Rose ist noch lange keine Wächterin! Sie ist sehr mutig, selbstbewusst und obwohl sie öfters ihre harte Seite raushängen ließ, mochte ich ihren Charakteren und war froh, dass die Autorin sie als Protagonistin genommen hat!

Lissa ist ein wenig unsicher, obwohl sie vor ihrer Flucht an der Schule angesehen war. Nach ihrer Rückkehr scheint sich alles zu ändern und schnell wird klar, dass mit Lissa etwas nicht stimmt. Lissa war für mich ebenfalls ein sehr interessanter Charakter, mit dem ich vor allem im letzten Drittel stark mitfühlen konnte!




Wow! Ich hätte nie gedacht, dass sich hinter "Vampire Academy" eine Geschichte fern der typischen Klischees versteckt. Ich habe eine ganz seichte Vampir-Liebesgeschichte erwartet, aber hier verbirgt sich doch viel mehr!

Schon allein die Idee mit den Dhampiren und Vampiren fand ich genial. Eine Liebesgeschichte gibt es zwar mehr oder weniger schon in diesem Buch, aber sie trieft nicht vor Kitsch wie in anderen Geschichten. Stattdessen wird sie leise und gefühlvoll erzählt und das hat mir hier besonders gefallen!

Rose und Lissa verbindet ein Band, das es zwischen Wächter und Vampir nur selten gibt. Rose kann in Lissas Kopf eindringen und spürt all das, was Lissa spürt. Dies fand ich sehr spannend, denn durch diese "Gabe" erfahren wir auch, wie es um Lissa steht. Das restliche Buch ist nämlich aus der Sicht von Rose erzählt!

Obwohl die Geschichte recht geradlinig ist und wenig Action bietet, empfand ich sie dennoch als spannend. Hier steht definitiv das Zwischenmenschliche im Vordergrund und die Entwicklung der beiden Charaktere!

Natürlich gibt es aber auch einige Überraschungen. Besonders das Ende kam für mich sehr unerwartet und ich war ein wenig geschockt. Ich habe sowohl mit Lissa, als auch mit Rose mitgefiebert und empfand es als sehr spannend, wie sie der Lösung des Ganzen auf die Spur gekommen sind!




Ein toller Vampirroman ohne Kitsch und mit viel Charakterentwicklung! Eine klare Empfehlung von mir!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten!


Mittwoch, 3. Februar 2016

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat Januar 2016

So, der erste Monat des neuen Jahres ist auch schon um und ich hab gleich gut mit 13 Büchern gestartet. Der Januar fing auch direkt mit sehr guten Büchern und sehr vielen 5-Käseratten-Bewertungen an, ließ am Ende jedoch ein wenig nach. Ich habe mal wieder eine Genres vermischt, so war von Vampirgeschichten, über Psychothrillern, Liebesromanen bis hin zu Jugendfantasy wieder einmal alles dabei und ich kann sagen, dass ich großen Spaß dabei hatte, in diesem Monat wieder einmal in den verschiedensten Büchern gelebt zu haben!

Hier kommen nun meine gelesenen Bücher!

Thriller

Grabkammer - Tess Gerritsen
Das Wunschspiel - Patrick Redmond
Der Vollstrecker - Chris Carter
Fürchte dich - J. S. Carol

Fantasy/Jugendfantasy

Tagebuch eines Vampirs, Band 1 - Lisa J. Smith
Tagebuch eines Vampirs, Band 2 - Lisa J. Smith
Das dunkle Spiel, Band 1 - Lisa J. Smith
Die Kinder der Kirschblüte - Cardo Polar

Horror

Schule des Schreckens - John Saul

Jugendbuch

Bis du wieder atmen kannst - Jessica Winter
Verdrehtes Spiel - T.J. Dell
All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven

Roman

Lesbisch für Anfängerinnen: Willkommen in der WG! - Celia Martin

Abgebrochen

Die Anstalt - John Katzenbach
Der Schlafmacher - Michael Robotham




Mein Highlight des Monats war "Schule des Schreckens" von John Saul. Ich hatte schon lange mal wieder Lust auf einen guten Horrorroman und dieser hat mich wirklich direkt in diese gruselige Schule entführt. Das Ende und die letztendliche Auflösung fand ich einfach genial und ich habe mir jetzt direkt noch weitere Bücher von John Saul bestellt!

Cover © Pavillon



Einen Flop des Monats gab es eigentlich nicht, denn ich finde, keines von den gelesenen Büchern verdient diesen Titel. Es gab einige schwächere Bücher, bei denen mir besonders der  Schreibstil nicht zugesagt hat, aber ich möchte hier an dieser Stelle keins davon nennen!




Meine große Überraschung war im Januar "Das Wunschspiel" von Patrick Redmond, ein älteres Buch, von dem ich im Vorfeld schon einiges gehört hatte. Die Geschichte ist ein spannender Psychothriller über die obsessive Freundschaft zweier Jungen, die das ganze Internat durcheinander bringt. Ich hatte eine Gänsehaut beim Lesen!

Cover © Goldmann