Freitag, 12. Juni 2015

[Rezension] Die Feenjägerin - Elizabeth May

Titel: Die Feenjägerin
Autor: Elizabeth May
Verlag: Heyne Verlag
Genre: Steampunk, Fantasy
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3453316096 

Vielen Dank an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar!



„Ballsaison im Edinburgh des Jahres 1844: Jeden Abend verschwindet die junge und bildschöne Aileana Kameron für ein paar Stunden vom Tanzparkett. Die bessere Gesellschaft zerreißt sich natürlich das Maul über sie, aber niemand ahnt, was die Tochter eines reichen Marquis während ihrer Abwesenheit wirklich tut: Nacht für Nacht jagt sie mithilfe des mysteriösen Kiaran die Kreaturen, die vor einem Jahr ihre Mutter getötet haben – die Feen. Doch deren Welt ist dunkel und tückisch, und schon bald gerät Aileana selbst in tödliche Gefahr ...“




„Die Feenjägerin“ war mein erster Ausflug ins Steampunk-Genre. Ich wollte mich schon lange mal mit neuen Genres auseinandersetzen und dieses Buch bot mir diese Gelegenheit, denn es klang von der Beschreibung schon einmal wirklich interessant. Der Stil der Autorin ist eher sehr einfach gehalten und hat mich zu Beginn der Geschichte gleich einmal in die Zeit eingeführt. Natürlich spielt das Buch nicht in einem real existierenden Schottland, sondern in einer erdachten Fantasywelt, die zwar Ähnlichkeit mit der damaligen Gesellschaft besitzt, aber dennoch besonders was die Erfindungen anbelangt, sehr modern wirkt. 

Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat: Viele Dinge wurde meiner Meinung nach nicht ausreichend erklärt. Da dies mein erstes Buch in diesem Genre war, fand ich die technische Seite zwar recht interessant, aber dennoch hat mir irgendwie eine genauere Beschreibung gefehlt. Klar, das alles entspringt der Fantasie der Autorin, aber besonders bei den Erfindungen konnte ich mir einige Dinge nicht so gut vorstellen!




Ich muss gestehen, dass ich mich mit Aileana nicht ganz so gut identifizieren konnte. Zwar fand ich ihre Stärke und ihr Selbstbewusstsein sehr beeindruckend, aber irgendwie hat mir eine menschliche Seite an ihr gefehlt. Sie wirkt zu hart, fast schon eiskalt und ihr Selbstmitleid wirkt nicht echt. Klar, seit dem Mord an ihrer Mutter ist sie von Rachegedanken getrieben, aber ist sie nicht eigentlich auch noch eine junge Frau? Warum bestimmt die Rache ihr vollständiges Leben?

Ich mag an und für sich gerne starke Protagonisten, doch ich finde, es ist wichtig, dass auch solche Charaktere hin und wieder einmal Schwäche zeigen, ganz gleich ob nur innerlich oder auch äußerlich. Bei Aileana ist das nicht der Fall. Sie versucht sowohl innerlich, als auch äußerlich stets stark zu sein, obwohl sie eigentlich längst zerbrochen ist. In dem Buch gibt es keinen Moment, in dem sie einmal Schwäche zeigt, was ich ein wenig Schade fand.

Auch Kiaran, die Fee mit der sie zusammen trainiert wirkt eiskalt und stets unberechenbar. Gefühle habe ich in dem Buch leider erfolglos gesucht, es gibt im Grunde nur Rachegelüste und Kampfeslust. Nur die ganzen Nebencharaktere fand ich sehr interessant, auch wenn diese ebenfalls nur recht kurz beschrieben wurde. Besonders die kleine Fee von Aileana fand ich aber echt goldig!




Ich kenne mich mit dem Steampunk Genre noch überhaupt nicht aus, weswegen es mir jetzt schwer fällt, dieses Buch mit anderen, von mir gelesenen Büchern zu vergleichen. Ich denke daher, dass ich einfach erst einmal meine eigenen Leseempfindungen wiedergebe.

Zu Beginn mochte ich das Buch noch sehr. Ich kam gut in der Geschichte an und wurde auch gleich in Aileanas Leben katapultiert. Wir erfahren nach und nach, was damals passiert und warum das Mädchen sich selbst nicht mehr in die Gesellschaft integrieren kann. Früher wollte sie nichts sehnlicher, als einmal einen Mann finden, heiraten und ein angesehenes Leben führen, doch das hat sich jetzt geändert. Seit dem Tod ihrer Mutter jagt sie Feen und will die Mörderin ihrer Mutter finden, die ebenfalls eine sehr mächtige Fee ist.

Bis zum ersten „Kampf“ hat mir „Die Feenjägerin“ auch noch sehr gut gefallen, aber dann wurde die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu flach. Ja, ich bin kein großer Fan von Action-Szenen, vor allem wenn diese noch zu lange und zu ausführlich beschrieben werden. Dies langweilt mich meistens und leider war das auch bei diesem Buch der Fall. Einige Stellen in diesem Roman fand ich leider zu langatmig und ich habe gemerkt, wie ich immer weiter von der Geschichte abgedriftet bin. Ich war nicht mehr wirklich nah am Geschehen und leider hat sich das immer mehr verstärkt.

In „Die Feenjägerin“ gab es jedoch auch einige Abschnitte, die mir richtig gut gefallen haben. Leider wurden diese immer wieder mit dem Kampfszenen abgewechselt, sodass ich nach einiger Zeit nicht mehr so recht Lust hatte, das Buch weiterzulesen. Ich habe mich nicht mehr so gefühlt, als wäre ich ein Teil der Geschichte, sondern eher das Gegenteil: Es war, als würde ich zum Ende hin nur noch alles aus der Ferne beobachten. Die Sache mit dem Siegel und der Armee der Feen fand ich zwar interessant, aber irgendwie hat mich die Geschichte da schon verlassen gehabt.

Auch wenn sich das alles jetzt vielleicht vorrangig negativ anhört, muss ich doch sagen, dass mich die Grundidee und die ganze Sache mit den Feen eigentlich begeistern konnte. Es war alles sehr fantasievoll und auch ein wenig unheimlich, aber ich denke, dass mein Problem vorwiegend die schwierige Protagonistin war. Ich kam ihr einfach nicht nahe, von daher konnte ich sie zum Ende hin der Geschichte nicht mehr begleiten. Der Cliffhanger zum Schluss war dann auch echt fies, aber wohl verständlich, denn das Buch ist Teil einer Trilogie. Ob ich einen weiteren Teil lesen würde, weiß ich allerdings noch nicht. Die ganzen Action-Szenen sind eher nichts für mich und ich denke, dass der Krieg im zweiten Teil erst richtig losgehen wird!




Ein wirklich interessantes Genre, aber leider kam ich nicht in der Geschichte an. Die Beschreibung der Feen und der ganzen Zeit fand ich jedoch sehr interessant, auch wenn ich mit der Protagonistin überhaupt nicht warm wurde!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Mittwoch, 10. Juni 2015

[Rezension] Türkisgrüner Winter - Carina Bartsch

Titel: Türkisgrüner Winter
Autor: Carina Bartsch
Verlag: rororo
Genre: Liebe, Romantik
Seitenzahl: 463
ISBN: 978-3499227912 

ACHTUNG! DAS IST BAND 2, REZENSION KANN DAHER SPOILER ENTHALTEN!



„Gut aussehend, charmant und mit einer Prise Arroganz raubt er Emely den letzten Nerv: Elyas, der Mann mit den türkisgrünen Augen. Besonders zu Halloween spukt er in ihrem Kopf herum. Doch was bezweckt er eigentlich mit seinen Avancen? Und wieso verhält er sich nach dem ersten langen Kuss mit einem Mal so abweisend? Nur gut, dass Emelys anonymer E-Mail-Freund Luca zu ihr hält. Das noch ausstehende Treffen mit Luca sorgt für ein mulmiges Gefühl. Dann verstummt auch er. Hat Emely alles falsch gemacht? Sehnsüchtig erwartet: Emely und Elyas are back!“




Wie schon im ersten Band nimmt uns Carina Bartsch wieder mit auf eine emotionale Reise in die Gefühlswelt zweier Menschen, die einfach nicht zueinander finden können. Der Schreibstil ist gewohnt leicht und passend, um den einzelnen Charakteren nah zu kommen. Die Autorin versteht es, die einzelnen Momente ihrer beiden Protagonisten bis ins kleinste Detail zu beschreiben, sodass ich mich als Leser des Buches so gefühlt habe, als wäre ich selbst ein Teil der Geschichte. Ja, die einzelnen Emotionen, sowohl bei Elyas, als auch bei Emely waren für mich absolut spürbar und genau so sollte ein Buch sein. Für kurze Zeit möchte ich mit den Charakteren leben, ihre Gefühle und Gedanken verstehen. Carina Bartsch hat das mit „Kirschroter Sommer“ und“Türkisgrüner Winter“ auf jeden Fall geschafft!




Emely und Elyas haben wir ja bereits im ersten Band der Reihe kennengelernt. Die beiden werden sehr tiefgründig beschrieben und besonders Elyas zeigt in diesem Band noch eine ganz andere Seite von sich. Die beiden sind für mich das absolute Traumpaar und während der gesamten Geschichte habe ich stets still gebetet, dass die beiden doch endlich zusammenkommen! Eine solche Gefühlsachterbahn wie bei den beiden habe ich vorher noch nie erlebt.

Interessant und spannend fand ich zudem, dass man auch noch einmal die anderen Personen aus dem Umfeld Emelys und Elyas besser kennenlernen darf. In „Türkisgrüner Winter“ treffen wir wieder einmal auf Alex, die liebenswerte Nervensäge, auf Sebastian, der jetzt nur noch Augen für Alex hat und auf die Familie von Emely und Elyas. Eine solche perfekte Familie gibt es aber wohl wirklich nur in Büchern!

Auch Jessica, die einst mit Elyas zusammen gewesen war, taucht noch einmal auf und wird zum Ende hin sogar noch wichtig. Manchmal schleckt das Schicksal eben genau in den unpassendsten Momenten zu. Alles in allem kann ich sagen, dass mir wirklich alle Charaktere aus der Buchreihe ans Herz gewachsen sind und ich werde sie wohl alle nun vermissen!




Ich habe den zweiten Teil lange herausgezögert, denn ich hasse es einfach, wenn gute Bücher zu Ende gehen. Ein Teil von mir hatte auch Angst, dass Emely und Elyas am Ende überhaupt nicht zueinander finden oder dass es womöglich noch zu einem größeren Misere zwischen den beiden kommt. Letztendlich habe ich dieses Buch aber wie den ersten Band in vollem Umfang genießen können.

Die Geschichte beginnt wieder einmal mit sehr viel Sehnsucht, Verzweiflung und auch Angst. Carina Bartsch schafft es meiner Meinung nach enorm gut, die Gefühle ihrer Protagonisten zu beschreiben. Emely wirkt auch im zweiten Band wieder hin- und hergerissen. Sie weiß im Grunde überhaupt nicht, was sie tun oder fühlen soll. Ich als Leser konnte sie verstehen, auch wenn ich an manchen Stellen fast selbst am verzweifeln war, denn manche Dinge hätten mit ein wenig Kommunikation bestimmt schneller aus der Welt geschafft werden können.

Wie in „Kirschroter Sommer“ gibt es hier auch wieder einige Überraschungen. Besonders toll und wizig fand ich die Halloweenparty, die Emely und Elyas wieder zueinander führt. Ich dachte, dass jetzt alles gut wird, aber wer Emely und Elyas kennt, weiß, dass dies meist nicht von lange Dauer ist. Elyas hat einen Fehler begangen, den man als Leser bereits schon so vorhergesehen hat. Auf der einen Seite konnte ich Emelys Schmerz darüber verstehen, auch wenn man ihre eigene Vergangenheit hinsichtlich Elyas berücksichtigt, doch auf der anderen Seite wird schnell klar, aus welchen Beweggründen gehandelt wurde. Falscher Stolz gepaart mit der Angst, erneut verletzt zu werden führt oft zu den falschen Entscheidungen.

Die Weihnachtsfeier, auf der sich Emely und Elyas später wiedertreffen war für mich der melancholischste Teil des Buches. Ich konnte Emely hier voll und ganz verstehen, denn der Abend war für sie tatsächlich die Hölle. Zwischen den Zweien war so viel unausgesprochen und doch mussten sie irgendwie miteinander agieren und ihre Gefühle verstecken. Klar, dass ihnen das nicht wirklich gelingen konnte. Echte Gefühle sind nur schwer zu verbergen.

Das Ende des Buches und Elyas Offenbarungen fand ich dann würdig für den Abschluss dieser Buchreihe. Es wurde zum Schluss besonders von seiner Seite sehr viel Gefühl gezeigt und mit der Wahrheit schafft man es meistens, doch noch alles zum Guten zu wenden. Hier hätte die Autorin keinen besseren Schluss für ihre beiden Protagonisten finden können, auch wenn ich natürlich hoffe, dass es vielleicht irgendwann noch einen dritten Teil geben wird. Vielleicht könnte auch das ganze Geschehen noch einmal vollständig aus Elyas Sicht beschrieben werden??? Oder die Beziehung von Alex und Sebastian in den Fokus gestellt werden? Was es auch sein mag, ich würde die Charaktere gerne noch einmal in einem weiteren Buch treffen!




„Türkisgrüner Winter“ ist ein toller Abschluss der Geschichte von Emely und Elyas, zwei Charakteren, die ich mit Sicherheit vermissen werde!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten mit Extrakäse!


Samstag, 6. Juni 2015

[Manga-Woche] Grimms Manga - Kei Ishiyama

Und nun kommt auch schon der letzte Tag der Mangawoche!!! Vor kurzem habe ich (Jessi) auf einem Blog "Grimms Manga" in der gebundenen Ausgabe gewonnen. Da ich das Buch schon öfter im Laden in der Hand hatte und die Märchen der Gebrüder Grimm liebe, habe ich mich natürlich tierisch darüber gefreut! ;) Schatzi hat mir dann jeden Abend daraus vorgelesen, ganz wie es sich für ein Märchen gehört.

Worum geht es?

Grimms Märchen mal anders. So oder so ähnlich könnte man das Buch wohl beschreiben, denn hier werden bekannte Märchen wie Rotkäppchen oder Rapunzel mal auf eine ganz eigene Weise erzählt und interpretiert.

Unsere Meinung

Der Manga ist einfach wunderschön gezeichnet und die Stories sind alle sehr witzig und interessant. Sie lehnen sich zwar an die Originalmärchen der Gebrüder Grimm an, aber sind doch völlig anders. So ist zum Beispiel der Wolf aus Rotkäppchen eine Junge, der sich erst einmal in einen Wolf verwandeln will und Rapunzel ist in Wahrheit ein Mann. Unserer Meinung nach sind die Märchen allesamt sehr kreativ und lassen sich gut lesen!

Und was ist mit euch? Mögt ihr Märchen? Und was haltet ihr davon, sie einfach mal komplett neu zu erzählen?



Freitag, 5. Juni 2015

[Manga-Woche] Zelda - Akira Himekawa

Da wir viele Nintendo-Spiele mögen und Zelda diesem Universum entspringt, kamen wir auf die Idee, die "Zelda"-Reihe zu lesen. Wir haben auch schon ein Zelda-Spiel gespielt und haben es gemocht, deswegen kamen jetzt die Mangas an die Reihe. ;)

Worum geht es? 

Anders als bei normalen Mangareihen geht es bei "Zelda" nicht um einen einzigen Handlungsstrang. Bei dieser Reihe, bestehend aus 10 Mangas, werden verschiedene Spiele nacherzählt, Es geht immer um den Helden "Link", der irgendwie in ein Abenteuer hinein gerät und das Königreich Hyrule retten muss.

Unsere Meinung

Alle 10 Bände waren mal mehr und mal weniger unterhaltsam. Da es sich um eine Videospieladaption handelt, ist die Story eher einfach gehalten. Trotzdem hatten wir viel Spaß mit den Büchern, obwohl wir die meisten Spiele überhaupt nicht gekannt haben. Wichtig zu erwähnen wäre, dass der Zeichenstil sich auch je nach Band unterscheidet, eine willkommene Abwechslung.

Wir würden diese Reihe vor allem Fans der "Zelda"-Spiele empfehlen oder eben jüngeren Lesern, die gerne in eine Fantasywelt eintauchen, aber nicht viel wert auf eine umfangreiche Story legen.

Kennt ihr Zelda? Oder andere Spiele?


Mittwoch, 3. Juni 2015

[Manga-Woche] Death Note - Takeshi Obata

Ja, wir mögen anscheinend etwas düstere Mangas. ;) Heute geht es auf jeden Fall mit "Death Note" weiter. Wir haben erst die beiden Filme gesehen und waren wirklich begeistert von der Geschichte. Irgendwann haben wir gehört, dass die Mangas von der Story komplett verschieden sein sollen, also haben wir uns alle Teile in einer Sammleredition gekauft und nun lesen wir sie nach und nach. (Wir sind gerade bei der Hälfte.)

Worum geht es?

Das Death Note ist ein dunkles Buch, in dem man Namen von Menschen schreiben kann, um diese zu töten. Light Yagami, ein intelligenter Schüler findet das Buch und versucht die Welt damit ein Stückchen besser zu machen. Er tötet vorwiegend Straftäter, doch irgendwann ist ihm die Polizei und jemand mit dem "Namen" L auf der Spur....

Unsere Meinung


Bis jetzt haben wir nur die Hälfte der Reihe gelesen, müssen aber sagen, dass sie uns sehr gut gefällt. Jeder Band ist unglaublich spannend und es passieren so einige Dinge, die man nicht erwartet hat. Witzig ist, dass René eher auf der Seite von Light Yagami steht, während ich (Jessi) sein Verhalten nicht als ganz richtig einschätze. Beim Lesen haben wir deshalb stets unterschiedliche Auffassungen zu den einzelnen Entwicklungen, aber das macht die Sache ja spannend. ;) Wir sind schon auf die ganze Reihe gespannt und fragen uns bereits jetzt, wie das alles ausgehen wird. ;)

Die Idee rund um das "Death Note" ist auf jeden Fall genial, auch die Charakterwahl ist sehr cool. Besonders "L" und Light Yagami sind sehr starke Charaktere!!! Wir können sowohl die Mangas, als auch die beiden Filme empfehlen. (Und wie wir gehört haben, wird es bald eine Neuverfilmung geben. Wir sind schon sehr gespannt!)

Und kennt ihr die Reihe? Oder den Anime oder den Film?

Dienstag, 2. Juni 2015

[Großes Gewinnspiel] - 5 Jahre Mainbook!!!

Der Mainbook-Verlag wird schon 5 Jahre alt! Kaum zu glauben, aber wahr! Vor genau 5 Jahren, im Juni 2010 hat Gerd Fischer seinen ersten Krimi namens "Lauf in den Tod" dort veröffentlicht. Und bis heute hat er vielen weiteren Autoren die Chance gegeben, bei ihm zu veröffentlichen.

In diesem Monat feiert der Mainbook-Verlag Geburtstag und IHR könnt gewinnen. Wollt ihr auch wissen was? Ganze 5 Buchpakete mit jeweils 5 (!) Büchern!!!

Was ihr tun müsst? Einfach bis zum 20. Juni 2015 diese einfache Frage beantworten: „Wie hieß das erste mainbook-Buch, das im Juni 2010 erschienen ist?“ 
Antwort bitte mailen an info@mainbook.de

Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal ins Verlagsprogramm zu schauen. Es gibt nicht nur Krimis, sondern auch zahlreiche andere Genres!!!


Montag, 1. Juni 2015

[Renzension] Das Loch - Richard Laymon

Titel: Das Loch
Originaltitel: Into the fire
Autor: Richard Laymon
Verlag: Heyne
Genre: Horror
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3453676268 

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!





„Nach einer höllischen Begegnung mit einem ehemaligen Mitschüler irrt die junge Pamela durch die kalifornische Wüste, bis sie von einem höchst seltsamen Busfahrer aufgelesen wird. Gleichzeitig nimmt der harmlose Student Norman zwei Anhalter mit, die sich schnell als eiskalte Psychopathen entpuppen. Alle treffen sich in einem winzigen Kaff in der Einöde, dessen Bewohner auf den ersten Blick ganz nett zu sein scheinen – aber manche Gäste auf der Durchreise wahrhaftig zum Fressen gern haben...“




Hier in „Das Loch“ präsentiert sich Richard Laymon wieder einmal in Höchstform. Nachdem ich im vergangenem Monat „Der Killer“ von ihm gelesen habe, muss ich ganz klar sagen, dass mir sein Stil in „Das Loch“ wieder um einiges besser gefallen hat. In diesem Buch setzt der Meister des Horrors wieder auf atemberaubende Spannung und einen bitterbösen Humor. Nichts ist vorhersehbar und genau das liebe ich an seinen Büchern!




Zu Beginn der Geschichte lernen wir Pamela in einer sehr brenzligen Lage kennen. Sie wird von einem irren Typen, der seit der Schulzeit bereits vernarrt in sie ist, entführt. Spannender kann ein Buch meiner Meinung nach gar nicht anfangen, denn Richard Laymon befördert den Leser hier gleich in eine abgrundtief böse Geschichte, die mit einem Kampf um Leben und Tod beginnt. Nach und nach lernen wir hier auch Pamela näher kennen, die erst einmal alles geben muss, um dem Irren zu entkommen. Wird sie gerettet werden? Und wenn ja, von wem?

Gleichzeitig lernen wir Norman kennen, einen jungen Studenten, der gerade mit dem Auto unterwegs ist. An einer Tankstelle gesellt sich plötzlich ein Mann zu ihm und möchte ihn begleiten. Norman ist eher ein schüchterner Junge, den man schon fast als eine Spur zu langweilig bezeichnen könnte.. Natürlich entpuppt sich sein neuer Freund namens Duke als echter Abenteurer und Norman ist hin und hergerissen. Auf der Fahrt gabeln sie auch noch eine junge Frau auf, doch schnell stellt Norman fest, dass er sich die falschen Freunde ausgesucht hat. Wird es ihm gelingen, sich von ihnen zu lösen? Oder wird er jetzt ewig an sie und ihre psychopathischen Neigungen gebunden sein?

Wie ich bereits oft in meinen Rezensionen zu den Büchern von Richard Laymon erwähnt habe, liebe ich seinen Stil einfach. Besonders wegen den Charakteren, die alle ein wenig durchgeknallt und einfach komplett anders sind. Mainstream wird man hier bei den Personen vergebens suchen und genau deshalb finde ich Laymons Charaktere so einmalig.




Mittlerweile werden die meisten von euch wissen, wie sehr ich Richard Laymons Bücher verehre. Er ist für mich der wahre Meister des extremen Horrors und ich liebe einfach seinen bitterbösen Stil und seinen sehr schwarzen Humor. Auch in „Das Loch“ beweist er wieder einmal, wie gut er in diesem Genre ist. Der Spannungsbogen wird von Anfang an auf einem sehr hohen Niveau gehalten und schwappt während der gesamten Geschichte nicht ab. Laymon verzichtet auf unwichtige Nebendetails, er lässt seine Charaktere einfach leben und agieren, ohne dabei zu viele Erklärungen zu liefern. Genau das macht seine Bücher zu etwas so Besonderem!!

Interessant fand ich in „Das Loch“ besonders die Beschreibung des Ortes. Pits in Kalifornien ist ein Kaff, das nur sechs Einwohner zählt. Was geht dort vor? Und warum wird Pamela nach ihrem Zusammentreffen mit dem alten Schul“freund“ gerade dorthin gebracht? Ich muss sagen, dass ich den Ort sehr unheimlich fand, auch wenn ich die Leute dort von Anfang an mochte. Sie sind eine Gemeinschaft, die sich gegen die Gesellschaft stellt und die kann ich einfach nur bewundern. Natürlich hat der gute Laymon auch wieder ein paar Horrorelemente in den Ort verfrachtet, aber trotzdem hat mir der Ort selbst sehr gut gefallen.

Norman und seine neuen „Freunde“ verwandeln sich im Laufe der Geschichte in die typischen „Laymon-Verrückten“, die in keiner seiner Geschichten fehlen dürfen. Die Story der drei, die sich zufällig (oder war es Schicksal?) treffen, beinhaltet wohl die größte Entwicklung im Buch. Norman, der eher ein normaler Student war, lernt plötzlich eine andere Seite des Lebens kennen. Eine böse Seite. Eine Seite, von der er einfach nicht loskommt.

In einigen Kritiken zu dem Buch habe ich gelesen, dass der Titel bemängelt wurde, da die eigentliche Grube beziehungsweise „das Loch“ erst am Ende wichtig wird. Dies sehe ich ein wenig anders. Klar, der englische Originaltitel passt um einiges besser, aber das „Loch“ war für mich eine Anspielung an Pits. Der Ort steht meiner Meinung nach im Zentrum der ganzen Geschichte und es ist klar, dass er ein echtes „Loch“ ist.

Wer Laymon kennt, weiß, dass in seinen Büchern Gewalt und auch Sex sehr ausgedehnt beschrieben werden. Ich denke, dies muss man einfach mögen, beziehungsweise mit anderen Augen betrachten. Ich selbst finde seine Bücher mit den Beschreibungen sehr „witzig“ und auch in diesem Buch musste ich sehr oft laut los lachen und meinem Mann einzelne Stellen vorlesen. Richard Laymon hat es wirklich wieder geschafft, eine sehr böse Geschichte mit dem nötigen Humor zu beschreiben. Einfach Genial!

Interessant fand ich auch, dass es hier einmal nicht nur einen Protagonisten geht. Nein, Laymon schickt gleich zwei Charaktere, die nicht unterschiedlicher sein könnten, nach Pits. Norman ist eher der Mitläufer, der es nie gelernt hat, sich für seine eigene Meinung einzusetzen. Pamela dagegen ist stark, aber auch sehr misstrauisch. Ich finde, diese Unterschiede der jeweiligen Abschnitte haben der Geschichte noch eine zusätzliche Würze gegeben. 




Für mich ist „Das Loch“ eines der besten Laymon-Büchern. Es ist zwar sehr brutal, aber der schwarze Humor kommt hier nicht zu kurz. Ich würde das Buch besonders jenen Leuten empfehlen, die einmal mit einem Laymon beginnen möchten, denn hier stellt der Autor sein Können auf höchstem Niveau unter Beweis. Alle eingefleischten Laymon-Fans werden an dem Buch eh nicht vorbeikommen!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten mit Extrakäse!