Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Rezension] Die Blutschule - Max Rhode

Titel: Die Blutschule
Autor: Max Rhode
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller, Horror
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3404172672
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe




"Eine unbewohnte Insel im Storkower See Eine Holzhütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen. Opfer jagen. Menschen töten. Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird ..."




Sebastian Fitzek ist wohl gerade deswegen so erfolgreich, weil er es versteht, Werbung für jedes seiner Bücher zu machen und diese dadurch perfekt in Szene zu setzen. So ist es auch bei seinem neuen Buch "Das Joshua Profil", das ja bald erscheint. "Die Blutschule" ist ein cleverer Marketingtrick, denn Max Rhode, also der Autor, ist kein geringerer als der nächste Hauptcharakter in Fitzeks Buch. Wie also passt das zusammen? Ist Max Rhode also in Wahrheit Sebastian Fitzek?

Ja, der Stil von "Die Blutschule" erinnert stark an Fitzek, auch wenn es gerade beim Schreibstil für mich einige Dinge gab, die ich ankreiden muss. Das Buch ist voll mit Schachtelsätzen, die mir persönlich nicht so gut gefallen haben, denn sie hemmten gerade zu Beginn meinen Lesefluss.

Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte rund um Simon, seinem Bruder und seinem Vater aber gepackt, auch wenn ich das Buch nicht direkt als "Thriller" bezeichnen würde. Hier fände ich "Horrorroman" treffender.




Simon zieht mit seiner Familie in eine einsame Gegend in der Nähe Berlins, da der Vater mit seiner Handwerksfirma pleite gegangen ist. Die neue Gegend gefällt weder Simon, noch seinem älteren Bruder Mark und doch finden sie sich damit ab, dort leben zu müssen.

Simon lernt die Jugend aus dem Ort kennen. Darunter ist Sandy, ein sehr freches, fast schon böses Mädchen, das im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielt.

Auch der Vater von Simon und Mark ist ein interessanter Charakter, der im Fokus der Geschichte steht. Der Beginn der Geschichte stellt die Gegenwart dar und wir erfahren, dass Simon seinen Vater hasst. Der Grund offenbart sich aber erst in der Geschichte, die sich 1993 zugetragen hat.




Zu Beginn war ich wie andere Leser auch ein wenig enttäuscht, dass das Buch so dünn ist, zeitgleich solch eine große Schrift gewählt wurde und die Kapitel so kurz sind, dass unweigerlich viele halbe oder leere Seiten vorhanden sind. Wer sich für "die Blutschule" entscheidet, dem sollte klar sein, dass es sich hier um ein recht kurzes Lesevergnügen handelt.

Wer meinen Blog liest, weiß, dass ich großer Fan von Sebastian Fitzek bin, auch wenn mir mittlerweile nicht mehr ganz so gut gefällt, welchen Aufwand er mit jedem Buch betreibt und wie sehr er es genießt, im Mittelpunkt zu stehen. Da ich selbst Autorin bin, weiß ich, wie schwer es ist gesehen zu werden und ich bin auch froh, dass ich ein Fitzek-Fan der ersten Stunde bin, aber trotzdem finde ich, dass besonders die Bücher eines Autoren im Fokus stehen sollten, nicht der Autor selbst! Das wollte ich aber nur am Rand erwähnt haben, denn wie gesagt, die Bücher von ihm sind toll, denn man spürt noch immer seine Leidenschaft zum Schreiben.

"Die Blutschule" ist wohl ein kleiner Vorgeschmack auf Fitzeks neues Buch und ja, ich hatte viel Spaß beim Lesen. Ein wenig hat mich der Aufbau der Geschichte an den früheren King erinnert, vor allem da hier ein Kind als Hauptcharaktere gewählt wurde. Simon ist eigentlich ein ganz normaler Junge, der gerade in die Pubertät kommt, als er mit seinen Eltern jedoch umzieht, ändert sich alles. Es kommt zu einigen seltsamen Vorfällen und er bekommt von einem angeblich pädophilen Mann, der im Ort Stotter-Peter genannt wird, eine sonderbare Geschichte aufgetischt, die dem Buch eine ganz neue Richtung gibt. Ist hier wirklich etwas Übernatürliches am Werk? Oder will uns der Autor komplett auf eine falsche Fährte locken?

Insgesamt fand ich die Geschichte sehr spannend, auch wenn mir die Kapitel teilweise einfach zu kurz waren. Gerade als es mit der "Blutschule" anfing (leider erst nach 100 Seiten), war das Buch auch schon vorbei. Hier ging alles sehr schnell und ich hatte das Buch in kurzer Zeit ausgelesen. Teilweise ist das Buch sehr brutal, manchmal auch ungewollt komisch. (Ich sage nur: die kleine Anspielung auf Saw!)

Das Ende ist dann auch eher offen gehalten und macht jetzt direkt mehr Lust auf das neue Buch von Fitzek. Was ist mit Simon passiert? Was ist mit Sandy? Und tauchen die beiden in "Das Joshua Profil" ebenfalls auf? Und wie ist eigentlich die Verbindung zu Max Rhode? Fragen über Fragen!

Für eingefleischte Thrillerfans, die immer alles logisch erklärt haben wollen, ist das Buch wohl nicht zu empfehlen. Man sollte schon für Horror- und auch Mysteryelemente offen sein und eine gute Vorstellungskraft mitbringen. Mir hat das Buch auf jeden Fall gefallen und ich bin schon gespannt, mehr über Max Rhode im "Joshua Profil" zu erfahren!



Der Besuch "der Blutschule" lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn das Lernen dort wohl nicht im Mittelpunkt steht! ;)

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.



Montag, 12. Oktober 2015

[Rezension] Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast - Lois Duncan

Titel: Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast
Autor: Lois Duncan
Verlag: cbt
Genre: Jugendthriller, Jugendbuch
Seitenzahl: 265
ISBN: 978-3570307960 
Cover und Inhaltsangabe © cbt




»Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast ... «, behauptet der Verfasser eines anonymen Briefs und versetzt damit Julie, Ray, Helen und Barry in Angst und Schrecken. Eigentlich war es »nur« ein Unfall – doch an jenem Juliabend vor einem Jahr beschlossen die vier Freunde, das tödliche Ereignis für immer als ihr Geheimnis zu bewahren. Aber irgendjemand kennt die Wahrheit – und will Rache! Und damit beginnt ein albtraumhafter Wettlauf auf Leben und Tod ...




Als großer Fan von alten Slasher-Horrorfilmen musste ich dieses Buch einfach lesen, vor allem da ich als Teenager den Film „Ich weiß, was du letzten Sommer“ geliebt habe. Hier muss ich nach dem Buch allerdings sagen, dass der Film komplett anders ist und im Grunde kaum mit dem Buch vergleichbar ist.

Im Internet habe ich gelesen, dass Lois Duncan damals wohl die Verfilmung ihres Buches echt schrecklich fand, was ich auch ein wenig verstehen kann. Aus einer eigentlich recht traurigen Geschichte um den Tod eines kleinen Jungen und die Frage nach der Schuld wurde ein blutiger Teenie-Horrorfilm gemacht. Um ganz ehrlich zu sein hat mir jetzt nach dem Buch der Film besser gefallen – wohl aus dem Grund, weil ich einfach ein riesiger Horrorfan bin und das Buch mich nicht direkt erreichen konnte.

Der Stil von Lois Duncan, die als erste Jugendthriller-Autorin gilt, ist sehr einfach und jugendlich, wenn auch ein wenig altmodisch. Klar, das Buch hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber mir hat größtenteils leider der Bezug zu den Charakteren gefehlt.




Julie und ihre Freunde haben im vergangenen Sommer etwas Schreckliches getan. Sie haben Fahrerflucht begangen und sind schuld an dem Tod eines kleinen Jungen. Juli ist damit nie fertig geworden, sie ist völlig in sich gekehrt und führt ein recht zurückgezogenes Leben.

Helen, die einstige beste Freundin von Julie ist heute ein Star und führt ein Leben im Luxus, ganz zum Leidwesen ihrer Schwester, die immer in ihrem Schatten stand. Helen fand ich recht interessant, vor allem da sie nicht so oberflächlich und egoistisch ist, wie alle denken.

Barry ist Helens Freund und ein riesiges Arschloch. Er liebt niemanden außer sich und das merkt man leider auch. Er war mit von den vier Freunden am unsympathischsten.

Ray war einst mit Julie zusammen und verschwand dann. Jetzt treffen sie sich alle wieder und natürlich kommen auch die alten Gefühle wieder an die Oberfläche. Leider blieb Ray mir ein wenig zu blass. Während die anderen drei mit ihren Leben im Mittelpunkt standen, erfahren wir kaum etwas über ihn.




Als absoluter Fan des Films fällt es mir schwer, das Buch zu bewerten. Ich denke, ich bin mit einer sehr hohen Erwartung an das Buch herangegangen und wollte den Film noch einmal Revue passieren lassen. Leider ist der Film keineswegs mit diesem Buch zu vergleichen.

Die Geschichte des Buches unterscheidet sich schon bei dem „Unfall“ stark von dem Film. Während die Jugendlichen in dem Film einen jungen Mann überfahren haben, handelt es sich hier um einen kleinen jungen auf einem Fahrrad, der nachts auf der einsamen Landstraße unterwegs war. Nach dieser Tragödie ändert sich das Leben der vier Freunde schlagartig und sie gehen auf unterschiedliche Art und Weise mit dieser Schuld um. Als Julie plötzlich eine Botschaft bekommt, auf der „ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ steht, ändert sich alles und die einstigen Freunde werden von der Vergangenheit überrollt. Wer steckt dahinter?

Auch die Auflösung ist komplett anders als im Film und leider muss ich sagen, dass der „Täter“ im Buch von mir doch recht schnell entlarvt war und demnach keine große Überraschung da war. Leider wurde auch das Ende viel zu schnell erzählt und es fehlte mir ein wenig das „danach“, denn sobald der Täter feststeht, ist das Buch auch schon vorbei. Doch was wird jetzt aus Julie und den anderen?

Ich denke, dass diejenigen, die den Film liebten, ein wenig enttäuscht sein werden. „Ich weiß, was du letzten Sommer getan“ von Lois Duncan ist eher eine ruhige Geschichte rund um das Thema „wie gehe ich mit einer solchen Schuld um?“. Das Buch ist kein Horrorschocker und auch kein Thriller, von daher würde ich es besonders jungen Lesern ans Herz legen, die sich nicht so gerne gruseln!




Da ich den Film liebe, muss ich hier leider sagen, dass das Buch da für mich nicht mithalten konnte! Ein gutes Jugendbuch, dass ich aber nur jüngeren Lesern empfehlen würde!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Freitag, 9. Oktober 2015

[Rezension] Herzklopfen und kalte Füße - Frieda Lamberti

Titel: Herzklopfen und kalte Füße
Autor: Frieda Lamberti
Verlag: Amazon Publishing
Genre: Roman, Liebesroman
Seitenzahl: 193
Cover und Inhaltsangabe © Amazon



"An einem Tag voller Pleiten, Pech und Pannen trifft die 27-jährige Produktdesignerin Rebecca Wagner unverhofft auf den Womanizer Veit Peterson. Nach ihrem ersten Eindruck steht fest, dass sie ihn nicht ausstehen kann. Arbeitslos und völlig abgebrannt zieht Becca aus dem Schwarzwald für eine Festanstellung nach Hamburg, um erst dort zu erfahren, dass sie fortan genau für diesen Mann tätig ist. Schnell muss sie sich eingestehen, dass Veit nicht nur ein toller Chef, sondern auch ihr lang ersehnter Traummann ist. Dumm nur, dass er beabsichtigt, eine andere Frau zu heiraten. Becca bleiben nur wenige Wochen, ihn von seinen Hochzeitsabsichten abzubringen."




Frieda Lamberti hat mit "Herzklopfen und kalte Füße" eine lockere Liebesgeschichte geschaffen, ohne viel Schnickschnack und Hintergrund. Das Buch ist im Grunde nur eine Momentaufnahme des Lebens einer Frau, die plötzlich ihren Traummann trifft und anschließend um ihn kämpfen muss. Das Buch hat kaum Tiefgang, lässt sich aber dennoch flüssig lesen und besitzt so einige witzige Stellen. Für Zwischendurch kann ich dieses Buch absolut empfehlen!




Rebecca, die von allen nur Becca genannt wird, ist eine sehr selbstbewusste Frau, die immer sagt, was sie denkt und deswegen oft auch in Zwickmühlen gerät. Ja, ich muss sagen, dass ich nicht ganz mit ihrem Charakter warm geworden bin, da es doch oft einfach zu übertrieben wirkte. Ich mag eher Charaktere mit Ecken und Kanten, die nicht als nahezu perfekt beschrieben werden!

Leider hat mir an Becca auch eine eher weiche Seite gefehlt. Im Laufe der Geschichte verliert sie einen geliebten Menschen und für mich als Leserin kam nicht rüber, dass sie da überhaupt etwas fühlt. Auch bei der Liebesgeschichte konnte ich nicht ganz so viel empfinden, auch wenn sich das Buch wie gesagt gut lesen ließ.

Veit ist ihr absoluter Traummann und gleichzeitig auch Beccas Chef. Wie es der Zufall so will ist er bereits verlobt, doch auch er verliebt sich unsterblich in Becca. Oder ist dies nur Show? Wie sind seine wahren Gefühle?

Ähnlich wie bei Becca wurde ich mit Veit nicht warm. Die beiden Verliebten sind wohl einfach nicht meine Vorstellung von einem romantischen Liebespaar, denn es ging für meinen Geschmack alles ein wenig zu schnell. Die Liebe muss sich für mich entwickeln und besonders bei einem Liebesroman möchte ich doch schon selbst ein paar der Schmetterlinge im Bauch der Protagonistin selbst spüren!




Der Einstieg in die Geschichte ist absolut witzig gestaltet, denn hier erlebt Becca einen fürchterlichen Tag, an dem wirklich alles schief geht, was schief gehen kann. Das alles führt dazu, dass sie ihren Job los ist und schließlich bei Veit landet. Von da an geht eigentlich alles sehr schnell. Die beiden kommen sich näher und kurz darauf kommt der große Knall, den ich hier natürlich nicht verraten will. ;)

Ja, das Buch liest sich wirklich sehr flüssig und die Geschichte hat auch ihren gewissen Witz und Reiz, aber mir hat doch das gewisse Extra gefehlt. Es ist so eine typische Liebesgeschichte, die zwar unterhält, aber das Herz nicht berührt.

Mit Becca konnte ich mich leider auch nicht so recht identifizieren. Sie glaubt einfach zu schnell und zu leicht einfach alles, was man ihr auftischt und auch das Verlieben geht bei ihr sehr schnell. Wie sehr sie damit andere Menschen verletzt, merkt sie überhaupt nicht!

Das Ende kam mir leider auch etwas zu abrupt! Hier hätte ich mir ein wenig mehr Gefühl und auch mehr Erklärungen gewünscht. Veits Verhalten wäre für mich an Beccas Stelle nicht so leicht zu verzeihen gewesen. Aber das ist wohl die Liebe, die das Denken ausschaltet..




Ein guter Roman für Zwischendurch, der mein Herz aber leider nicht berühren konnte!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.



Mittwoch, 7. Oktober 2015

[Rezension] Töte ihn, dann darf sie leben - Freda Wolff

Titel: Töte ihn, dann darf sie leben
Autor: Freda Wolff
Verlag: Rütten & Loening
Genre: Krimi, Thriller
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3352006746
Cover und Inhaltsangabe © Rütten & Loening



"Ein perfides Spiel: Kann man wirklich seinen Mann töten – um die Tochter zu retten? Die Psychologin Merette Schulman und ihr Exmann, der Polizist Jan-Ole nehmen eine Auszeit auf einer einsamen Hütte in der Wildnis Norwegens. Doch schon in der ersten Nacht wird Jan-Ole bei einem Überfall schwer verletzt. Während er bewusstlos im Krankenhaus liegt, erfährt Merette: Aksel, einer ihrer früheren Patienten, ist aus der Forensik ausgebrochen. Merette ist überzeugt, dass er für den Überfall auf Jan-Ole verantwortlich ist. Noch am selben Tag erhält sie von ihm eine SMS mit einem Foto ihrer Tochter Julia. Kurz darauf folgt eine weitere Nachricht: „Töte ihn, dann darf sie leben.“




Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, denn ich mag Bücher, die im Norden spielen und zeitgleich atemlose Spannung versprechen. Von dem Autorenpaar Freda Wolff habe ich zuvor noch nichts gehört, aber anhand des Klappentextes hatte ich schon eine sehr hohe Erwartung an dieses Buch. Ich dachte, es würde sich um einen spannenden Thriller handeln, doch letztendlich muss ich ehrlicherweise sagen, dass dieses Buch eher ein Krimi ist, der an vielen Stellen zu konstruiert wirkt.

Der Schreibstil des Paares ist aber auf jeden Fall angenehm. Talent zum Schreiben ist vorhanden, aber mir fehlte im gesamten Buch allerdings die Spannung und so konnte ich mich kaum zum weiterlesen animieren.




Das Buch beschreibt unterschiedliche Sichtweisen. Zum einen ist da der "Psychopath" Aksel, der natürlich aus der Anstalt ausgebrochen ist und jetzt Rache möchte. Leider wirkte dieser auf mich nicht hart genug. An und für sich liebe ich Bücher, die aus der Sicht der Täter geschrieben sind, aber hier fand ich seine Abschnitte von der Wirkung zu schwach. Ich wollte mitfühlen und angst davor haben, was er als nächstes tut, aber das blieb leider aus.

Desweiteren erfahren wir von der Psychologin Merette, die mit ihrem Mann, von dem sie kurzzeitig getrennt war, Urlaub macht, damit sie wieder zueinander finden. Das Buch steigt direkt dort ein, als Merette ihren Mann Jan-Ole schon in der ersten Nacht niedergeschlagen findet. Was ist geschehen? Steckt Aksel dahinter?

Ein weiterer Charakter ist Julia, die Tochter von Merette. Vom Klappentext her würde man erwarten, dass sie entführt wird oder eben tiefer in der Sache verwickelt ist, aber das ist nicht der Fall. Sie macht Urlaub mit ihrer besten Freundin Marie und eigentlich war es das auch schon. Seltsam finde ich hier, dass im Klappentext eher eine andere Richtung angeschlagen wird und es so aussieht, als ginge es wirklich um das Leben der Tochter. Vielleicht ist das der Grund, warum mich das Buch letztendlich so enttäuscht hat!



Den ersten Teil kenne ich nicht und auch als ich von dem Buch erfahren habe, wusste ich gar nicht, dass es einen Band davor gibt. Letztendlich schließt sich diese Geschichte aber direkt an "Schwesterlein muss sterben an", in dem die Tochter von Merette von Aksel entführt wurde. Damals ging wohl alles einigermaßen gut aus, aber jetzt ist Aksel aus der Klinik geflohen und anscheinend will er noch immer Rache.

Es fiel mehr sehr schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Ich kann nicht sagen, ob es daran lag, dass ich den Vorgänger nicht kannte oder doch an diesem Buch, aber es fiel mir unsagbar schwer, mir alles vorzustellen. Zuerst wusste ich nicht, in welchem Alter Julia überhaupt ist, denn ich kannte sie ja zuvor nicht und auch Merette und ihre Geschichte wird erst sehr spät offenbart. Hier konnte ich keine Sympathien empfinden, da ich doch das Gefühl hatte, nur einer sehr vorhersehbaren Story zu folgen.

Ich fühle mich bei dieser Rezension direkt schlecht, denn ich kann nur wenig Positives über dieses Buch sagen. Vielleicht ist es einfach nicht mein Geschmack, denn eigentlich erwarte ich von einem Thriller immer, dass ich tief hineingezogen werde und mein Puls sich bei jeder Seite beschleunigt. Ich möchte das fühlen, was die Protagonisten fühlen, ich möchte angst haben, leiden und kämpfen. Das alles konnte ich bei diesem Buch leider nicht.

Als ich von dem Buch gehört habe, fand ich die Ausgangssituation recht interessant. Eine Frau wird vor die Wahl gestellt: Töte deinen Mann oder deine Tochter muss sterben. Leider geht es in diesen Buch überhaupt nicht darum. Klar, die SMS existiert wirklich, aber die Tochter schwebt zu keinem Zeitpunkt in Gefahr und es geht auch in keinster Weise darum, dass Merette ernsthaft darüber nachdenkt. Nein, die Geschichte entwickelt sich ab der Hälfte in eine ganz andere Richtung. Aksel wird zur Nebenfigur und plötzlich wird ein alter Fall neuaufgerollt. (Wahrscheinlich weil die Sache mit Aksels Rache nicht mehr logisch hätte erklärt werden können!)

Hinzu kommen leider einige Dinge, die ich für einen Krimi/Thriller viel zu unlogisch fand. Klar, die Autoren schreiben in ihrem Nachwort, dass sie sich aller "Freiheiten bedient" haben, aber ich denke immer, dass besonders die Polizeiarbeit doch wenigstens logisch und nachvollziehbar dargestellt werden sollte. Hier waren mir zu viele Dinge, die einfach zu konstruiert wirkten. (Beispielsweise ein Kondom, bei dem einfach mal die DNA hätte überprüft werden müssen!)

Auch andere Dinge wirkten zu konstruiert, denn alles läuft irgendwie zu gradlinig ab. Alles klappt, es gibt keine Fehler, keine Ecken und Kanten. Ich glaub, dies ist der Hauptgrund, warum ich überhaupt nicht in dem Buch abtauchen konnte.

Ja, was soll ich sagen? Ich bin sehr enttäuscht, da die Story doch leider komplett anders ist, als man es vermutet. Es ist am Ende nur noch ein Krimi über einen alten Fall und die Konsequenzen daraus. Das Buch lässt sich flüssig lesen, hat in mir aber leider nichts ausgelöst!




Für Fans des Autorenduos sicher empfehlenswert, aber mein persönlicher Geschmack war es leider überhaupt nicht!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.







Sonntag, 4. Oktober 2015

[Rezension] Totenstarre - Mark Nykanen

Titel: Totenstarre
Originaltitel: The Bone Parade
Autor: Mark Nykanen
Verlag: Blanvalet
Genre: Thriller
Seitenzahl: 432
ISBN:  978-3442366248
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet



"Mit seiner Skulpturenserie »Family Planning« gelangte der Bildhauer Ashley Stassler zu Weltruhm. Niemand ahnt jedoch, nach welcher Methode er seine hoch gerühmten Abbilder menschlichen Entsetzens tatsächlich kreiert: Sein Werkstoff sind die Menschen selbst … Doch bei seinem neuesten Projekt läuft alles anders. Eine junge Kunststudentin entdeckt ein makabres unterirdische Verlies – und eine entführte Familie. Während Stassler selbst in einem seiner Opfer eine Seelenverwandte zu finden glaubt, die ihn auch erotisch ungemein fasziniert …"




Wieder einmal habe ich einen Buch mit meinem Mann gemeinsam gelesen und ich kann gleich zu Anfang sagen, dass er "Totenstarre" ebenso toll fand wie ich - und das obwohl er kein sonderlich großer Fan von Thrillern ist. (Ja, ich muss ihm einfach ab und an mal dazu drängen, etwas in diesem Genre zu lesen!!!)

"Totenstarre" ist ein recht eigenwilliges Buch mit einem Schreibstil, der aufgrund seiner detaillierten Beschreibungen nicht ganz so gut in das Genre passen will, aber dennoch dieses gewisse "Etwas" besitzt. Der Autor geht gerne auf Nebensächlichkeiten ein, beschreibt die Umgebung und die Handlungen bis ins kleinste Detail und doch schafft er es, seine Geschichte voranzutreiben. Sie bleibt zu keinem Zeitpunkt auf der Strecke und diesen Spagat muss als Autor erst einmal geschafft werden!

Besonders "witzig" fanden wir die Vergleiche, die der Autor hin und wieder anstellt. Klar, sie sind nicht ganz so ernst gemeint und lockern die Sache eher auf, aber uns hat dieser Stil sehr gut gefallen.




Wir erfahren die gesamte Geschichte aus mehreren Sichten. Zum einen ist da natürlich unser Täter, der Bildhauer Ashley Stassler. Wir erfahren, wie er sich die "Objekte" für seine nächsten Skulpturen aussucht und wie er im weiteren Verlauf mit ihnen umgeht. Ja, diese Objekte sind Menschen, genauer gesagt Familien, die ganz seiner Vorstellung entsprechen. Er entführt diese Familien und "formt" sie ganz nach seinen Wünschen, um später Kunstwerke aus ihnen zu schaffen!

Neben dem Bildhauer lernen wir Lauren Reed kennen, eine Kunstdozentin, die, wie es der Zufall so will, eine Studentin hat, die bei Stassler ein Praktikum machen möchte. Diese Praktikantin mit dem Namen Kerry wird also in die Sache hineingezogen, denn natürlich bleibt ihr nicht verborgen, wie Stassler seine Skulpturen herstellt...

Die verschiedenen Sichten machen diesen Thriller ungemein spannend, obwohl wir von Anfang an wissen, wer der Täter ist. Es beginnt eine Art Katz- und Mausspiel und es gibt einige interessante Nebencharaktere mit recht seltsamen Eigenarten. Hier wollen wir dazu aber nicht mehr verraten, denn ich denke das besagter Charakter am besten selbst kennengelernt werden sollte!




Ich liebe Thriller, die größtenteils aus der Sicht des Täters verfasst sind. Aus der Sicht des Bildhauers Stassler erfahren wir hier eine Menge grausame Fakten, die aber auf recht charmante Weise übermittelt werden. (Ja, ich muss sagen, der Mörder in diesem Buch hatte eine gewisse Art an sich, die ihn sympatisch gemacht hat!)

Aus Stasslers Sicht erfahren wir also, wie er die Morde begeht, während wir zeitgleich erst einmal mit den anderen Charakteren vertraut gemacht werden. Wir erfahren, wie Lauren ein Interview gibt und wie sie selbst über den berühmten Ashley Stassler und seine Kunstwerke denkt. Desweiteren kommt auch noch Kerry dazu, die auf Stasslers Hof ein Praktikum macht und ebenfalls eine sehr interessante Persönlichkeit ist. Der Autor lässt seine Charaktere einfach agieren und genau das macht dieses Buch aus. Sie alle leben einfach und treiben die Geschichte an.

Im Großen und Ganzen ist dem Autoren hier ein spannungsgeladener und origineller Thriller gelungen, der einen schon nach wenigen Seiten tief in die Welt eines überheblichen und leicht gestörten Künstlers zieht. Nur das Ende hätte sich unserer Meinung nach besser in eine andere Richtung entwickelt, denn es gibt eine sehr lange und auch recht eintönige Verfolgungsjagd, die diesem Buch nicht ganz gerecht wird!

Teilweise ist "Totenstarre" recht brutal und blutig und auch der Sex kommt nicht zu kurz. Im Vergleich zu anderen Büchern muss ich aber sagen, dass ich schon schlimmeres gelesen habe und hier teilweise die Psyche der betreffenden Personen im Mittelpunkt steht! Für allzu zartbesaitete Leser ist dieses Buch aber wohl nicht geeignet!




Wir haben die Geschichte rund um den Bildhauer Ashley Stassler genossen und können trotz des etwas zähen Showdowns eine klare Leseempfehlung aussprechen!

Wir vergeben 5 von 5 Käseratten.





Freitag, 2. Oktober 2015

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat September 2015

Obwohl es hier in erster Linie um meine gelesenen Bücher gehen soll, war in diesem Monat doch meine eigene Buchveröffentlichung meine größte Ablenkung. Aus diesem Grund habe ich auch "nur" 12 Bücher geschafft, da ich zeitgleich auch in der Endphase meines nächsten Buches stecke. Ja, ja, schreiben, lesen, schreiben, lesen. So sieht meine ganze Welt wohl aus.

Nun komme ich aber zu den Büchern, denn da gab es in diesem Monat wieder so einige Schätze. In Richard Laymons neustem Buch habe ich an einer spannenden Wandertour teilgenommen, während die Pretty Little Liars mich wieder mal in ihre Welt entführt haben und mir zeigten, dass "A" noch lange nicht verschwunden ist. In "Trügerische Nähe" bin ich mit zwei Paaren aufs Land gezogen und in "Eisige Schwester" war ich auf einer einsamen Insel und konnte mit einer verzweifelten Mutter mitfühlen, die ein Kind verloren hat.

Folgende Bücher habe ich gelesen:

Thriller/Krimi

Trügerische Nähe - Susanne Kliem
Der Beobachter - Charlotte Link
Der Totschläger - Chris Carter
Lauras letzte Party - J. K. Johannsson
Eisige Schwestern - S. K. Tremayne
Das Dornenkind - Max Bentow

Horror

Die Spur - Richard Laymon

Jugendbuch

Blood Magic - Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut - Tessa Gratton
Pretty Little Liars: Teuflisch (Band 5) - Sara Shepard
Tote Lehrer gehen nicht shoppen - Catherine MacPhail

Roman

Die Frau mit dem roten Schal - Michel Bussi
Vielleicht mag ich dich morgen - Mhairi McFarlane



Mein Highlight des Monats war auf jeden Fall "Trügerische Nähe" von Susanne Kliem. Ein Buch über zwei Paare, die auf einem Hof glücklich zusammenleben wollen, dann jedoch von ihren Problemen überrollt werden. Das Buch hat mich auch zwischen dem Lesen nicht losgelassen und ich fand die psychologische Tiefe der einzelnen Charaktere einfach bemerkenswert!


Der Flop des Monats ist auch schnell zu benennen: "Lauras letzte Party" von J. K. Johannsson
Ich habe das Buch bei einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und ich fand es wirklich schrecklich. Ich kam zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte an, die Charaktere waren extrem langweilig und so blass, dass das Lesen für mich zur Qual wurde. Obwohl das Buch "Lauras letzte Party" heißt, nimmt besagte Laura nur eine unwichtige Nebenrolle ein. Bei dem Buch wurde meiner Meinung nach ziemlich viel falsch gemacht, was vielleicht auch daran liegt, dass mehrere Autoren daran geschrieben haben und bekanntlich verderben ja mehrere Köche den Brei. Die weiteren Teile dieser Trilogie werde ich bestimmt nicht lesen!



Meine Überraschung des Monats war "Die Frau mit dem roten Schal" von Michel Bussi. Auch wenn ich den Schreibstil des französischen Autoren ein wenig anstrengend fand, offenbart sich in diesem Buch doch eine sehr kreative und tiefgründige Geschichte fern des Mainstreams! 
Und wie sah euer Lesemonat aus? Seid ihr zufrieden?

Mittwoch, 30. September 2015

[Rezension] Blood Magic - Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut - Tessa Gratton

Titel: Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, rot wie blut
Autor: Tessa Gratton
Verlag: cbj
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Seitenzahl: 448
ISBN:  978-3570152867 
Cover und Inhaltsangabe © cbj





„Es hört sich ganz einfach an: Zeichne einen Kreis ... Lege ein welkes Blatt in den Mittelpunkt ... Sprich einen Zauberspruch ... Und opfere einen Tropfen Blut ...

Der letzte Teil ist keineswegs einfach. Aber Silla spürt, dass der Zauber richtig ist. Und richtig war in Sillas Leben nichts mehr, seit ihre Eltern einen grausamen Tod fanden. Erst das geheimnisvolle Zauberbuch, das ein Unbekannter vor ihrer Tür abgelegt hat, scheint Sillas Leben wieder Sinn zu geben. Ein Buch voller Zaubersprüche, die allesamt mit dem Blut des Magiers ausgeführt werden. Als Silla tief in den Strudel ihrer eigenen berauschenden Magie gezogen wird, gibt es nur einen, der sie warnt: Nick, der Junge von nebenan, der ahnt, dass die Blutmagie dunkle, uralte Mächte heraufbeschwört und dass sie Segen sein kann – oder Fluch.“




Puhh, mit dem Schreibstil von Tessa Gratton hatte ich so meine Probleme. Zugegebenermaßen lese ich wenig Fantasy-Sachen, doch wenn ich etwas lese, möchte ich voll und ganz in die mir fremde Welt abtauchen. Bei diesem Buch ist mir das leider nicht so recht gelungen. Ähnlich wie die Protagonistin wurde ich ein wenig ins kalte Wasser geworfen und musste plötzlich mit der Welt der Magie klarkommen, ohne einen direkten Zugang zu finden.

Zudem ging mir in dem Buch einfach alles zu schnell. Knall hier, Knall da, Spannung, Spannung, Spannung, kurzer Moment durchatmen und nächste Konfrontation. Das war mir zu viel, vor allem da ich mich mit den Charakteren nicht anfreunden konnte und ich deswegen nicht das Gefühl hatte, mitfiebern zu müssen!




Ja, die Charaktere... Ich habe leider keinen direkten Zugang zu ihnen finden können. Zum einen ist da Silla, die plötzlich ein Buch findet und in die Welt der Magie eintaucht und zum anderen Nick, der auf Silla trifft und schnell mit ihr gemeinsam alles erforscht. Das Zueinanderfinden der zwei ging mir zu schnell, zu emotionslos. Wohl ein Grund, warum ich zu den beiden Protagonisten keinen direkten Zugang finden konnte.

Eine weiterer Erzählstrang beginnt vor über 100 Jahren. Tagebuchähnlich wird hier die Geschichte von Josephine Darly erzählt, die beschließt, ewig zu leben. Natürlich mit Magie, genauer gesagt Blut-Magie. Sie macht die Geschichte spannend, denn sie ist lange Zeit der unbekannte Feind und spielt im weiteren Verlauf des Buches noch eine große Rolle.




Unter Blut-Magie habe ich mir ein sehr spannendes und fantasievolles Thema vorgestellt. Ich wollte mit diesem Buch tief in die Welt der Magie eintauchen und selbst das Gefühl bekommen, zaubern zu können. (Ja, wer wünscht sich das nicht!) Leider wurde ich ein wenig enttäuscht, denn alles rund um die Magie des Blutes wird nur schnell abgehandelt.

Das Buch lässt sich schnell und gut lesen, aber mit hat ein gewisser Bann gefehlt. Klar, es ist spannend, aber trotzdem hat sich mein Puls bei keiner einzigen Stelle beschleunigt und auch das Ende ließ mich eine Spur zu kalt.

Auch mit den Charakteren kam ich nicht ganz so gut klar. Sie agieren im Grunde nur und außer der familiären Situation erfährt man nicht sehr viel über sie. Obwohl Silla eigentlich ein normales Mädchen darstellen soll, kam sie mir hier im Buch eher wie eine Art Heldin vor, die plötzlich diese Magiekräfte hat und alles kann. Über ihre Gedanken und Gefühle erfährt man recht wenig, weswegen auch die Liebesgeschichte zwischen ihr und Nick schon nach gut 100 Seiten abgehandelt ist.




Ich würde das Buch eher jüngeren Lesern empfehlen. Es ließt sich auf jeden Fall gut, hatte für mich aber keine nennenswerten Höhen und Tiefen!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.