Dienstag, 4. Februar 2020

[Rezension] Blau ist eine warme Farbe (Graphic Novel) - Julie Maroh

Titel: Blau ist eine warme Farbe
Autor:  Julie Maroh
Genre: Graphic Novel
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2016
Anzahl der Seiten: 160
Cover und Inhaltsangabe: © Splitter Verlag


Begonnen: 01.01.2020
Beendet: 02.01.2020



"Das Leben von Clementine kippt an dem Tag, als sie Emma trifft, eine junge Frau mit blauen Haaren, die sie alle Facetten der Lust entdecken lässt und ihr ermöglicht, sich dem Blick der anderen zu stellen. Eine einfühlsame Erzählung voller Zärtlichkeit."




Ich habe mir fürs neue Jahr vorgenommen, öfters Comics, Mangas und Graphic Novels zu lesen. 2020 habe ich daher mit der Geschichte eines homosexuellen Paares begonnen. "Blau ist eine warme Farbe" besticht hier zum einen durch einen wirklich einzigartigen Zeichenstil. Besonders die Blautöne, die hier herausstechen, haben mir gefallen.

Die Geschichte selbst beginnt schon recht dramatisch und traurig und genau diese Melancholie zieht sich durch das gesamte Buch. Es gibt viel Hoffnung, aber auch die doch sehr kalte Realität, die viele Homoseuelle bestimmt kennen. Die Zeichnerin/Autorin spricht hier auf jeden Fall sehr wichtige und leider immer noch aktuelle Themen an. Themen, die es in einer Zeit der angeblichen Akzeptanz eigentlich nicht mehr geben sollte.

Besonders berührt haben mich hier die Charaktere. Zum einen ist da Clementine, die sich erst einmal schämt, solche Gefühle für eine Frau zu haben, dann aber schnell merkt, dass sie und Emma und eine ganz besondere Liebe verbindet. Natürlich gibt es hier Höhen und Tiefe und jede Menge Probleme, mit denen die beiden Liebenden konfrontiert werden.

"Blau ist eine warme Farbe" war meine allererste Graphic Novel und er hat mich gleich an mehreren Stellen zum Weinen gebracht. Da ich Ungerechtigkeiten, Ausgrenzungen und dergleichen eh nur schwer ertrage, habe ich mit Clementine und Emma mitgelitten. Das Ende selbst, das sich auf den ersten Seiten schon erahnen lässt, ist tatsächlich noch trauriger, als ich es anfangs vermutet hätte ...




"Blau ist eine warme Farbe" war meine erste Graphic Novel und die Zeichnungen, die Story und die Charaktere haben mich ungemein berührt!!


Sonntag, 2. Februar 2020

[Jahresrückblick] Mein Bücherjahr 2019 + Meine zehn Highlights

Mein letztes Jahr war sehr turbulent mit vielen Tiefschlägen, aber auch mit neuen Erkenntnissen. Wie ihr sicher gemerkt habt, habe ich meine Monatsrückblicke nicht mehr erstellen können. Dafür konnte ich es mir nicht nehmen lassen, jetzt das letzte Jahr doch noch einmal im Form eines Rückblicks Revue passieren zu lassen. Über die Hälfte des Jahres habe ich hier vorwiegend Bücher aus öffentlichen Bücherschränken gelesen, was dazu geführt hat, das ich den ein oder anderen Schatz entdeckt habe, den ich sonst wohl niemals gelesen hätte.

Gelesene Bücher: 128

Nach Bewertung:

  

 = 19 Bücher

 = 31 Bücher

 = 43 Bücher

 = 25 Bücher

 = 10 Bücher

 =  0 Bücher


Ich bin hier auf jedem Fall sehr glücklich, kein 1-Sterne-Buch gelesen zu haben. Als Autor finde ich eine solche Bewertung meistens eh nicht gerechtfertigt, da doch immer Arbeit in einem Buch steckt und ich in meinem Leben wirklich selten Bücher gelesen habe, die wirklich nur einen Stern verdient hätten. Irgendetwas Positives ziehe ich doch immer aus einem Buch und wenn nicht, breche ich es rechtzeitig ab.

Insgesamt 19 Büchern habe ich 5+ gegeben, was bedeutet, dass diese Bücher zu meinem absoluten Lieblingen gehören.. Auch über diese Zahl bin ich sehr froh, denn ich hatte in diesem Jahr wirklich das große Glück viele ältere Bücher zu entdecken, die mich absolut begeistern konnten.

Autoren, die ich 2019 neu entdeckt habe

Durch einen Kurzgeschichtenband bin ich zum ersten Mal auf Robert Bloch aufmerksam geworden. Der Autor von "Psycho" schreibt sehr eindringliche Gruselgeschichten, die mich absolut begeistert haben. Nun bin ich neugierig auf weitere Bücher von ihm und froh, noch ein weiteres seiner Bücher in einem Bücherschrank entdeckt zu haben. 2020 werden mit Sicherheit noch weitere Bücher von ihm folgen und natürlich auch die "Psycho"-Reihe!

Endlich habe ich ein Buch von Shirley Jackson gelesen. "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" hat mich von der Atmosphäre her so sehr überzeugt, dass ich bald "Spuk in Hill House" lesen werde!

Die niederländische Jugendthrillerautorin Mel Wallis de Vries hat mich ebenfalls in ihren Bann gezogen, auch wenn mich bisher nur 2 ihrer Bücher in den Bann gezogen und mich eins leider extrem enttäuscht hat. Im neuem Jahr werde ich aber weitere ihrer Bücher ausprobieren!

Margaret Miller wurde oft im selben Atemzug wie Patricia Highsmith erwähnt, die mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. "Liebe Mutter, es geht mir gut ...", war ein genialer Psychothriller, der mir gezeigt hat, was für eine wunderbare Autorin Margaret Miller war. Auch von ihr werde ich noch weitere Bücher lesen!



Meine zehn Buch-Highlight 2019

© Sauerländer
Allen voran muss ich wohl den Abschlussband der "Scythe"-Reihe von Neal Shusterman nennen. Ich bin absolut kein Reihenleser, aber diese Reihe hat mich echt umgehauen und gehört definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Ich weiß nicht, wie viele Tränen ich mit den Charakteren vergossen habe und wie oft mein Herz fast stehengeblieben ist, aber diese Reihe hat mit "Das Vermächtnis der Ältesten" einen tollen Abschluss gefunden! Nun warte ich auf die Verfilmung und hoffe, das Abenteuer der Scythes dort noch einmal erleben zu dürfen!
© Heyne



Im Sommer habe ich noch einmal "Es" von Stephen King gelesen. Das Buch hatte ich zum ersten Mal im Alter von 16 oder 17
gelesen und ich war tatsächlich überrascht, dass mich das Buch zum zweiten Mal gruseln konnte und zeitgleich zu meinem eigenen nächsten Werk inspiriert hat. Pennywise bleibt aber einfach der unheimlichste Buchcharakter aller Zeiten!


© btb
Hätte ich "Die Bienenhüterin" von Sue Kidd Monk nicht in einen Bücherschrank gefunden, hätte ich diesen kleinen Schatz wohl nie gelesen. Es ist die Geschichte eines Mädchens, das zu drei dunkelhäutigen Schwestern kommt und dort endlich erkennt, was es heißt, geliebt zu werden. Mich hat die Geschichte ungemein berührt und zum Weinen gebracht. Ein tolles Werk, nachdem ich jetzt irgendwie Lust habe, selbst Bienen zu züchten!


© Heyne
Ich bin schon lange großer Fan von älteren Horrorbüchern und da hat es mir besonders John Saul angetan. Er schreibt Horrorromane, die genau meinen Geschmack treffen, in denen meist Kinder die
Hauptrolle spielen und die einfach eine angenehm schaurige Atmosphäre besitzen. "Teuflische Schwester" war die Geschichte eines Mädchens, das plötzlich eine Stiefschwester bekommt, die es leider alles andere als gut mit ihr meint ...


© Rowohlt
Kommen wir nun zu einem deutschen Buch, das ich eigentlich nur gelesen hatte, weil ich etwas Sommerliches und Leichtes gebraucht habe. Tja, "Tschick" war ein ungemein verrückter Roadtrip, der mich so sehr zum Lachen gebracht hat, dass ich sogar all den Schmerz des letzten Jahres ausblenden konnte!! So muss ein gutes Buch sein!

© Ravensburger
Ein Buch, das mir durch seine geniale Wendung wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird, war "Solange wir lügen" von E. Lockhart. Das Buch entspinnt hier eine sehr traurige und
schockierende Geschichte, die ich so sicher nicht erwartet hätte. Für mich ein wahres Highlight!



Natürlich ging es auch 2019 mit Joe R. Lansdale weiter, auch
© Heyne Hardcore
wenn ich am Ende leider nicht mehr bei den Leserunden meiner Bloggermädels teilnehmen konnte. Das hat mich sehr traurig gemacht, aber dennoch blieben dann doch die Erinnerungen an die tollen Lansdale-Werke, die wir gemeinsam gelesen haben. Mein Favorit bleibt ganz klar: "Das Dickicht"! Ein schräges Abenteuer mit ebenso schrägen Charakteren!



© Diogenes
Nachdem mich "Honig" von Ian McEvan nicht so recht begeistern konnte, wollte ich ihm dennoch mit "Abbitte" noch eine Chance. Und siehe da, dieses Buch habe ich regelrecht verschlungen, denn es war doch ganz anders als erwartet. Eine wahrlich tragische Liebesgeschichte, die zeigt, wie schnell ein unbedachtes Wort ein Leben zerstören kann! Es gehört nun definitiv zu meinen
Lieblingsbüchern!


© Luzifer Verlag
"Matthew Corbett und die Hexe von Found Royal" von Robert McCammon war ebenfalls ein Buch, das mich positiv überrascht. Der Zweiteiler verströmt eine ganz eigene Atmosphäre zur Zeit der Hexenverfolgung und beobachtet ein Dorf, das sich gegen eine Frau verschworen hat. Matthew Corbett ist echt ein genialer Protagonist und ich werde versuchen, in diesem Jahr noch weitere Teile zu lesen.
© dtv



Ich und Liebesromane? Ja, manchmal muss das auch bei mir sein. Und so habe ich in diesem Jahr Colleen Hoover für mich entdeckt. "Weil ich Layken liebe" hat mich dabei von der ersten Seite in den Bann gezogen. Auch wenn mich der zweite Teil der Reihe direkt im Anschluss maßlos enttäuscht hat, muss ich den ersten dennoch hier bei meinen Favoriten erwähnen!














Freitag, 31. Januar 2020

[Rezension] Horror Cocktail - Robert Bloch

Titel: Horror Cocktail
Autor:  Robert Bloch
Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 1971
Anzahl der Seiten: 141
Cover und Inhaltsangabe: © Heyne


Begonnen: 21.12.2019
Beendet: 27.12.2019




Nachdem ich vor kurzem bereits ein Buch mit Kurzgeschichten von Robert Bloch gelesen, das sich vorwiegend mit Geistergeschichten beschäftigt hat, ging es nun mit diesem Kurzgeschichtenband weiter, in dem acht Geschichten von ihm enthalten sind.

Dabei fällt auf, dass es dieses Mal eher weniger gruselig zugeht und einige Geschichten doch in eine andere Richtung gehen. Besonders aufgefallen ist mir hier, dass Robert Bloch das Thema "Zeitreise" öfters einbaut. Ich werde euch hier kurz einen Einblick in die acht Geschichten geben.

Studienreise

"Studienreise" ist eine eher kurze Geschichte über eine Zeitreise, die hier ohne viele Schnörkel erzählt wird. Für den Einstieg in dieses Buch gut, aber ich denke, diese Geschichte gehört nicht zu den besten aus Blochs Feder.

Partnertausch

Hier haben wir fast schon einen Krimi über einen Fernsehshowman, der stirbt und von einem Double ersetzt wird. Interessant ist hier besonders die letztendliche Auflösung!

Der letzte Meister

Hier haben wir noch einmal eine Zeitreise der etwas anderen Art. Die Geschichte ist in mehrere Sichtweisen untergliedert. Es geht um einen Mann, der aus dem Meer steigt und schließlich alte Kunstwerke und Manuskripte kaufen will - natürlich aus einem ganz besonderen Grund. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen!

Die ganz oben

Diese Geschichte war in diesem Band mein Favorit. Wir reisen nach Hollywood in die Welt der Filmstars und erleben einen Erschreckende Seite dieses Erfolges. Ich hatte hier eine ganz andere Auflösung erwartet, mochte aber die kleine Kritik an diese Welt der unmenschlichen Perfektion hier ausgesprochen gerne!

Kain und Abel

Hier geht es um einen Antiquitätenladen der ganz anderen Art. Für mich war auch diese Geschichte eher ein Krimi, mit dessen Auflösung ich zwar schon gerechnet habe, den ich aber dennoch sehr gerne gelesen habe!

Das Geschenk

Eine bitterböse Geschichte über ein Pin-Up-Girl und einen Prinzen, der plötzlich ihr wahres Gesicht erkennen muss. Besonders das Ende fand ich hier überaus gelungen.

Rechenfehler

Die geschichtliche Einordnung fiel mir hier ein wenig schwer. Es handelt sich allerdings auch bei "Rechenfehler" wieder um eine Geschichte übers Zeitreisen. Interessant, aber sie traf nicht unbedingt meinen Geschmack.

Dreimal recht tödlich

Und am Ende präsentiert uns Bloch noch drei ganz kurze Geschichte über die unterschiedlichsten Morde. Ein guter Abschluss, auch wenn mir wohl keine der Storys länger im Gedächtnis bleiben wird!




Roberts Blochs Kurzgeschichten fand ich auch in dieser Sammlung wieder lesenswert und fesselnd, wenngleich der Titel "Horror Cocktail" doch eine ganz andere Richtung vermuten lässt. Tatsächlich versprüht hier aber keine Geschichte eine unheimliche Atmosphäre, denn es sind eher Krimis und Zeitreisegeschichten. Dennoch war Robert Bloch auch hier eine große Inspiration für mich!

Dienstag, 28. Januar 2020

[Rezension] Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten - Neal Shusterman

Titel: Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten
Autor:  Neal Shusterman
Genre: Roman, Jugendbuch, Dystopie
Erscheinungsdatum: 27 November 2019
Anzahl der Seiten: 608
Cover und Inhalsangabe: © Sauerländer
Achtung! Das ist Band 3 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!


Begonnen: 18.12.2019
Beendet: 27.12.2019



"Drei Jahre sind vergangen, seit mit Scythe Goddard ein Scythe der neuen Ordnung die Macht ergriffen hat, und seit der Thunderhead verstummt ist – für alle Menschen, bis auf Grayson Tolliver. Gibt es Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Citra und Rowan und auf ein wirkliches Happy End in der scheinbar perfekten Welt? Stell dir eine Welt vor, in der Armut, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben. Die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe: sie allein entscheiden, wer sterben muss. Und nicht alle Scythe halten sich an die alten Regeln …"




Die "Sycthe"-Reihe hat mich von ersten Band an ungemein gefesselt. Ich würde hier beinahe schon sagen, dass es tatsächlich neben "Die Tribute von Panem" meine liebste Dystopie ist. Die überbevölkerte Welt, in der sogenannte Scythes den Tod imitieren, um für das nötige Gleichgewicht zu sorgen, fand ich ungemein faszinierend und erschreckend zugleich. In "Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten" schafft der Autor nun einen Abschluss für die grausigen Geschehnisse aus den ersten zwei Bänden.

Schon nach dem zweiten Band wollte ich unbedingt wissen, wie es nun mit Citra und Rowan weitergeht. Schließlich gab es hier einen ungemein bösen Cliffhanger. Der dritte Band startet allerdings erst einmal in anderen Teilen der Welt. So erfahren wir natürlich erst einmal, was Goddard nach dem "Unglück" denn so getrieben hat und erfahren, dass das Scythetum einen Wandel durchlebt. Einen sehr erschreckend Wandel.

Natürlich gibt es auch in diesem Teil wieder einige Parallelen zu unserer Welt, die mir echt ein mulmiges Gefühl verpasst haben. Aber so muss eine gute Dystopie sein, sie muss die Fehler der aktuellen Gesellschaft aufzeigen und das tut "Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten" auf jeden Fall.

Überrascht war ich hier aber doch über die Zeitsprünge, die hier zu Beginn gemacht werden. Es dauert erst einmal eine Weile, bis wir Citra und Rowan wiedertreffen, die hier in diesem Band fast schon Nebencharaktere sind.

Nichtsdestotrotz lernen wir aber noch viele andere neue Charaktere kennen. Zum einen ist da auf jeden Fall Jerico, der/die Geschlechtslose, die sich sowohl als Mann, als auch als Frau sieht und die/den ich sehr schnell in mein Herz geschlossen habe. Aber auch andere Scythes und damit auch andere Länder werden noch einmal beleuchtet und es tun sich doch recht schnell zwei Lager auf - einmal jene Scythes der neuen Ordnung und jene, die sich an die alten Gesetze halten wollen.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Greyson hier eine so zentrale Rolle spielt, den ihn mochte ich schon im letzten Teil unfassbar gerne. Natürlich wird durch ihn in erster Linie eine doch recht religiöse Seite eingefügt, die aber auch seine Schattenseiten hat.

Ich habe auch diesen Band wieder verschlungen. Neal Shusterman lässt sich bis zum Ende nicht in die Karten schauen und schafft hier wirklich einen krönenden und spektakulären Abschluss für seine Reihe. Wir erfahren nun auch, was sich hinter dem blinden Fleck versteckt und was genau nun das Vermächtnis der Ältesten ist.

Alle Stränge - und davon gab es hier teilweise so viel, dass ich dachte, sie könnten niemals zusammengeführt werden - konnten mich begeistern und ich empfand auch alle, als absolut passend beendet. Vielleicht könnte man bemängeln, dass Citra und Rowan hier doch nur Nebencharaktere waren, aber ich muss doch sagen, dass ich die ganzen Sichtweisen ungemein fesselnd fand und das Buch daher absolut genießen konnte. Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich mich tierisch auf die Verfilmung freue und darauf, Citra, Rowan, Faraday, Jerico und Greyson noch einmal wiederzutreffen!




Für mich ein krönender Abschluss einer Reihe, die mich von dem ersten Band hat so begeistert hat, wie nie eine Reihe zuvor. Ich werde die Charaktere und die ganze erschreckende, unheimliche,
teilweise sogar grausame Welt echt vermissen und beende diesen Abschlussteil mit einem lachenden und einem weinenden Auge! Ich hoffe, das diese Buchreihe wirklich verfilmt wird. Sie verdient es auf jeden Fall!

Montag, 27. Januar 2020

[Rezension] Der Schlaf der Toten - Andrew Taylor

Titel: Der Schlaf der Toten
Autor:  Andrew Taylor
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 14 November 2005
Anzahl der Seiten: 576
Cover und Inhalsangabe: © Goldmann


Begonnen: 13.12.2019
Beendet: 17.12.2019



"England, 1819. Thomas Shield, ein mittelloser Lehrer mit einer Vergangenheit, die reich an Fehlschlägen ist, tritt eine Stelle in einer Schule außerhalb Londons an. Hier wird er Tutor des scheuen kleinen Charles Frant und fühlt sich bald unwiderstehlich zu dessen so schöner wie unglücklicher Mutter Sophia hingezogen. Immer häufiger sucht Thomas die Nähe der Familie Frant, ohne zu wissen, worauf er sich einlässt. Denn als Sophias Mann, ein reicher Bankier, ermordet aufgefunden wird, gerät Thomas in ein tödliches Netz aus Sex, Geld und Intrigen…"



Wieder einmal fiel mir ein Buch außerhalb meiner gewohnten Genres in die Hände. Bei "Der Schlaf der Toten" handelt es sich um einen sehr athmosphärischen Roman, der im 19 Jahrhundert in England spielt. Sehr dicht und stilistisch wirklich einzigartig lässt der Autor den Leser hier in diese Zeit tauchen - doch die Story hält leider dann noch nicht das, was der Klappentext verspricht.

Ich habe mich von den Bezeichnungen "Thriller" und "Psychothriller" ein wenig in die Irre leiten lassen. "Schlaf der Toten" ist ein ungemein ruhiger Roman und passt, obwohl doch ein paar Morde geschehen, noch nicht einmal in das Krimigenre. Dafür besaß das Buch leider für mich kaum einen Spannungsbogen und auch leider auch keine besonders interessante oder fesselnde Geschichte.

Mit dem "Ich"-Erzähler Thomas Schield wurde ich auch nicht so recht warm. Er fängt als Hilfslehrer an einer Schule an und gerät schließlich zu einer Familie eines der Jungen und gerät dort an die eine oder andere Intrige, allerdings war es für mich jetzt nichts sonderlich Fesselndes ...

Interessant ist allerdings, dass Andrew Taylor eine historische Figur als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte bereithält. Wir lernen hier nämlich den jungen Edgar Allan Poe kennen. Allerdings bleibt er doch nur ein Nebencharakter, der zudem auch noch recht unbedeutend ist und daher keinen eigenen Charakter entwickelt.

Der Autor gibt in seinem Nachwort selbst an, dass er allein 2 Jahre für die sprachliche Entwicklung dieses Romans gebraucht hat. Und sprachlich ist dieses Buch wirklich ein kleines Meisterwerk. Ich habe mich schon nach wenigen Seiten gefühlt, als wäre ich in England des 19. Jahrhunderts angekommen. Die Dialoge sind passend, die Denkweisen der einzelnen Personen der Zeit angemessen und natürlich gibt es auch viele kleine Details, die dafür sorgen, dass wir das Jahr 1819 so intensiv wie möglich wahrnehmen.

Dennoch hat mich die Handlung hier stellenweise enorm gelangweilt. An vielen Stellen dreht sich die Geschichte im Kreis, es geht nur sehr mühsam voran und die letztendliche Auflösung ist dann so einfach, dass ich mir die Frage gestellt habe, ob sich der Weg dahin, der mit über 500 Seiten nicht unbedingt kurz war, überhaupt gelohnt hat. Beim Zuschlagen habe ich auf jeden Fall Erleichterung und leider auch Enttäuschung gespürt!



Andrew Taylor besitzt hier einen ungemein intensiven und atmosphärischen Schreibstil, aber leider fehlt es de Geschichte an einer fesselnden Handlung. Die Figur des Edgar Allan Poe ist interessant, hätte für meinen Geschmack aber gerade charakterlich noch besser ausgearbeitet werden können. Sprachlich ist "Der Schlaf der Toten" absolut ein Genuss, aber von der Handlung leider ungemein zäh ...

Samstag, 25. Januar 2020

[Rezension] Abbitte - Ian McEwan

Titel: Abbitte
Autor:  Ian McEwan
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 26. März 2004
Anzahl der Seiten: 544
Cover und Inhalsangabe: © Diogenes


Begonnen: 9.12.2019
Beendet: 12.12.2019



"Die Abgründe und die Macht der Leidenschaft und der Phantasie: An einem heißen Tag im Sommer 1935 spielt die dreizehnjährige Briony Tallis Schicksal und verändert dadurch für immer das Leben dreier Menschen."




Immer wieder freue ich mich, wenn ich Bücher vom Diogenes-Verlag im Bücherschrank entdeckte. Den Verlag habe ich früher nie beachtet, in den letzten Jahren, in denen ich mich immer mehr mit der klassischen Literatur angefreundet, habe ich ihn aber lieben gelernt. "Abbitte" nun nach "Honig" mein zweiter Roman von Ian McEwan und dieses Mal hat mich der Autor nicht nur überzeugt, nein, er hat mich regelrecht umgehauen!

Auf den ersten Seite hat mich Ian McEwans Stil ein wenig an Jane Austen erinnert. Wir haben hier erst einmal die sehr kindliche und verträumte Sicht eines jungen Mädchens, das sich durch das Schreiben in ihre eigene Welt verzieht. Locker und leicht wird ein auf den ersten Blick recht unbeschwertes Familientreffen beschrieben, das dann aber eine bitterböse "Überraschung" parat hält.

"Abbitte" ist in drei Teile untergliedert, die unsere drei Hauptpersonen - Briony, Cecilia und Robbie - zu unterschiedlichen Zeiten betrachten. Am Anfang ist da der fatale Tag, an dem sich die Leben der drei schlagartig ändert, dann die Zeit des Krieges und schließlich ein stiller Nachklang, in dem es auch um die titelgebende Abbitte geht!

Ich vermag "Abbitte" gar nicht so recht in ein Genre einzuordnen. Es ist zum Teil Liebesgeschichte, zum Teil Kriegsroman, zum Teil auch ein Buch über das Erwachsenwerden. Selten schafft es ein Autor, seinen Charakter so viele Eigenarten und Fehler einzugestehen, wie Ian McEwan es in diesem Werk doch tut.

Das Buch hat von der ersten Seite einen magischen Bann auf mich ausgeübt und mich dann an einigen Stellen enorm geschockt und mitgenommen. "Abbitte" ist definitiv so ein Buch, das nur schwer in Worte zu fassen ist und einfach erlebt werden sollte. Ich habe die Geschichte auf jeden Fall verschlungen und ich hoffe, dass auch andere Werke von Ian McEwan an dieses hohe Niveau anknüpfen!




"Abbitte" von Ian McEwan war für mich wieder ein echtes Highlight, denn die Geschichte hat mich sowohl sprachlich als auch inhaltlich auf eine sehr intensive Reise mitgenommen! Definitiv eins meiner Lieblingsbücher!

Donnerstag, 23. Januar 2020

[Rezension] 15 Gruselstories - Robert Bloch

Titel: 15 Gruselstories
Autor:  Robert Bloch
Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 1965
Anzahl der Seiten: 301
Cover und Inhalsangabe: © Heyne


Begonnen: 3.12.2019
Beendet: 14.12.2019




Der Zauberlehrling
Das unersättliche Haus
Ich küsse deinen Schatten
Ihr sehr ergebener Jack the Ripper
Mr. Steinway
Wachsfigurenkabinett
Der zuständige Geist
Die süße Puppe
Henoch, der Eingeweihte
Rückkehr zum Sabbat
Der Gott ohne Gesicht
Die Axt im Spukhaus
Mutter der Schlangen
Das Zeichen des Satyrs
Die Käfer



Von Robert Bloch wollte ich schon lange einmal etwas lesen. Zufällig bin ich da auf diese, leider heute nur schwer erhältliche Anthologie gestoßen. Durch diese 15 Kurzgeschichten hatte ich einen sehr guten Einblick in sein Schaffenswerk und Robert Bloch hat mich durch diese unheimlichen, kurzen Stories inspiriert, mich selbst einmal wieder an kurzen Geschichten zu versuchen.

Die Mischung diesen Kurzgeschichten hat mir hier sehr gut gefallen. Robert Bloch, dessen bekanntestes Werk wohl "Psycho" ist, besitzt einen sehr einfachen, aber dennoch einprägsamen Schreibstil. Schnörkellos kommt er schnell zum Kern seiner Geschichte, lässt seinen Charakteren aber gleichzeitig Zeit, sich zu entfalten.

Ich würde die Stories in diesem Buch durchwegs dem klassischen Horror zuordnen. Das Unheimliche schleicht sich auf leisen Sohlen an und schlägt dann in einem Finale voller Wendungen und böser Überraschungen zu. Dabei bereist Robert Bloch in seinen Geschichten einige Länder wie Ägypten und Griechenland, lässt seine Protagonisten aber auch andere, typische Gruselorte wie ein Wachsfigurenkabinett, ein Spukhaus oder aber eine Zaubershow aufsuchen.

In "Ihr sehr ergebener Jack the Ripper" rollt Bloch auch noch einmal den Fall eines der wohl grausamsten Serienmörder auf und präsentiert eine interessante Theorie. Meine Favoriten in diesem Buch waren "Mr. Steinway", "Wachsfigurenkabinett", "Henoch der Eingeweihte" und "Die Axt im Spukhaus". Bei vielen der Kurzgeschichten konnte ich mich wirklich gruseln und ich freue mich schon jetzt, bald mehr von Robert Bloch entdecken zu dürfen!




Mein erstes zaghaftes Herantasten an die Werke von Bloch hat mich zu diesem Kurzgeschichtenband geführt, der mich nicht nur gegruselt, sondern auch neugierig auf weitere Bücher dieses talentierten Horrorautors gemacht hat!