Dienstag, 21. November 2017

[Rezension] Boy in a White Room - Karl Olsberg

Titel: Boy in a White Room
Autor:  Karl Olsberg
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2017
Anzahl der Seiten: 288
Cover und Inhaltsangabe © Löwe




"Eingesperrt, ohne Erinnerung, erwacht Manuel in einem weißen Raum. Er weiß weder, wer er ist, noch, wie er hierher kam. Sein einziger Kontakt ist eine computergenerierte Stimme namens Alice, durch die er Zugriff auf das Internet hat. Stück für Stück erschließt sich Manuel online, was mit ihm passiert ist: Bei einem Entführungsversuch wurde er lebensgefährlich verletzt. Doch wie konnte er diesen Anschlag überleben? Ist das tatsächlich die Wahrheit? Und wer ist Manuel wirklich?"




Karl Olsberg gehört seid "Mirror" und "Delete", zwei wahnsinnig tollen Büchern, zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Umso gespannter war ich auf sein neues Werk, das sich wieder einmal den technischen Fortschritt widmet, den ich so furchtbar erschreckend finde.

"Boy in a White Room" ist hierbei fast schon ein philosophisches Buch. Es geht um die Frage, was einen Menschen ausmacht, inwiefern wir noch eigenmächtigen Willen zeigen und wie sich die Welt vielleicht in ein paar Jahren entwickeln wird, wenn das Thema "künstliche Intelligenz" immer greifbarer wird.

Natürlich ist "Boy in a White Room auch ein Thriller. Der Spannungsbogen ist dem Autoren gut gelungen, es gibt viele Rätsel und viele Wendungen, die das Buch wie immer abwechslungsreich machen!




- Manuel -

Manuel (Was für ein passender Name!) erwacht in einem weißen Raum. Er erinnert sich nicht daran, wer er ist und warum er in dieser virtuellen Welt ist. Er beginnt nachzuforschen und findet dann heraus, dass er bei einem Entführungsversuch so schwer verletzt wurde, das er nur noch in dieser "unechten" Welt am "Leben" gehalten werden kann.

Manuel könnte in dieser "virtuellen" Welt problemlos leben. Er ist mit dem Internet verbunden, kann sich Streams von Menschen ansehen und sogar in eine extra für ihn erschaffene Welt in Form von Mittelerde eintauchen. Doch Manuel möchte dies nicht, er will wieder zu einem echten Menschen werden.




"Ich denke, also bin ich." Dieses Zitat von René Descartes steht im Zentrum der Geschichte rund um Manuel, den "Boy in a White Room". Der Autor Karl Olsberg beschäftigt sich in seinem Buch mit der Frage, was genau einen Menschen zum Menschen macht. Ist es das eigene Denken? Der eigene Wille? Doch was, wenn beides irgendwie beeinflusst wird?

Manuel ist ein starker Charakter. Von Anfang an stellte er seine Existenz in dieser virtuellen Welt in Frage und versucht, sich selbst wieder kennenzulernen. Gefangen in einem weißen Raum muss er sich selbst finden, bevor er komplett in diese "Welt" eintauchen kann.

Spannend ist hier natürlich die Tatsache, dass wir bereits in einer Welt leben, die sich genau in diese von Karl Olsberg beschriebene Richtung entwickelt. Das Internet wird immer wichtiger, ja, man kann sagen, dass es mittlerweile überlebenswichtig ist. Gerade junge Menschen unterschätzen auch hier die Gefahren, die aus einer Abhängigkeit entstehen können. Während Manuel in der Geschichte aus dieser virtuellen Welt fliehen möchte, um endlich wieder Mensch zu sein, gibt es doch in unserer Zeit viel zu viele Leute, die ins Internet flüchten. Dort ist doch auch alles so furchtbar leicht, nicht wahr?

Manuel hat Zugriff auf eine virtuelle Welt, die extra für ihn programmiert wurde. Er könnte dort in Frieden leben, denn sein Körper scheint in der echten Welt nicht mehr überlebensfähig zu sein. Warum reist er also nicht einfach nach Tolkiens Mittelerde und führt dort das heldenhafte Leben eines Elfs?

"Boy in a White Room" ist zeitgleich ein spannender Thriller mit vielen überraschenden Wendungen. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und Karl Olsberg reißt das Ruder mehr als einmal rum. Gemeinsam mit Manuel begeben wir uns auf Spurensuche nach einer Identität, die immer wieder in Frage gestellt wird. Irgendwann weiß der Leser selbst nicht mehr, was wahr oder falsch ist.

"Alice im Wunderland" spielt auch noch eine wichtige Rolle in der Geschichte. Manuel muss das eine oder andere Rätsel lösen, was sich zwar teilweise etwas zieht, dennoch aber seine intensiven Momente besitzt. Das Ende habe ich in dieser Form wohl erwartet (Als ich mit dem Buch angefangen habe, hatten mein Mann und ich genau darüber ein längeres Gespräch ...), dennoch fand ich es passend, vielleicht, weil es etwas pessimistisch ist und das gut zur Gesamtthematik passt!




"Boy in a White Room" ist ein spannender Jugendthriller über eine virtuelle Welt, die uns Menschen zunehmend gefangen nimmt. Karl Olsberg kombiniert hier viele philosophische Ansätze mit einer düsteren Zukunftsprognose. Was macht uns eigentlich zum Menschen?

Kommentare:

  1. Hey =)

    ich finde das hört sich großartig an! Ich habe den Autor auf der Messe zu ersten Mal gesehen als er dieses Buch vorgestellt hat. Wirklich ein sehr sympathischer und intelligenter Mensch. Das Buch ist direkt bei mir eingezogen und nach deiner Rezi freue ich mich umso mehr es endlich lesen zu können.

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Anja :D

      Karl Olsberg gehört für mich schon lange zu den besten deutschen Autoren. Er schreibt wirklich ganz eigen und seine Bücher sind allesamt von der Thematik sehr interessant und regen zum Nachdenken an! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
    2. Huhu Jessi,

      ich kann mich da nur anschließen, definitiv ein Autor, den man im Auge behalten muss. Bisher kenne ich erst "Mirror" von ihm und das war wirklich beeindruckend.

      LG
      Anja

      Löschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Datenschutzerklärung
dieses Blogs.