Donnerstag, 4. Januar 2018

[Rezension] Wonderland - Christina Stein

Titel: Wonderland
Autor:  Christina Stein
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 25. August 2016
Anzahl der Seiten: 384
Cover und Inhaltsangabe © Fischer



"Sie machen eine Reise ins Paradies. Und landen in der Hölle auf Erden.
Thailand. Sonne, Palmen, eine Villa direkt am Strand. Der perfekte Urlaub! Doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob. Jacob, den keiner von ihnen richtig kennt, und der sie auf diese verdammte Strandparty eingeladen hat. Nur wegen ihm sind sie in einem Reality Game gelandet, in dem es nur schwarz oder weiß gibt, verlieren oder gewinnen, opfern oder geopfert werden.
Wer sind die Player in diesem Spiel? Was haben sie vor? Und welche Rolle spielt eigentlich Jacob? Lizzy hat keine Ahnung. Sie weiß auch nicht, wie lange sie ohne ihre Herzmedikamente überleben kann. Sie weiß nur eines: Die Gruppe muss bis morgen entscheiden, wer von ihnen das nächste Opfer sein wird …"




Wonderland von Christina Stein schlummerte als E-Book nun schon ewig auf meinem Gerät und irgendwie habe ich es nie in Angriff genommen? Warum eigentlich? Schließlich liebe ich Jugendthriller ja abgöttisch. Nun, aus Mangel an Büchern, habe ich einmal reingelesen und war sofort überrascht über Christina Steins tollen und eindringlichen Schreibstil. Ihr Umgang mit Worten konnte mich schon nach wenigen Abschnitten vollkommen überzeugen, genau wie der unterschwellige melancholische Ton.

Allein der Schreibstil hat mich dann auch am Ball bleiben lassen, auch wenn ich zugeben muss, dass die zwei Sichtweisen, aus denen die Geschichte erzählt wird, unterschiedlich stark sind. Teilweise mochte ich Jacobs Abschnitte nicht so, denn hier ging etwas von dem anfänglich wirklich hohen Niveau verloren.




- Liz -

Liz ist ein sehr melancholisches Mädchen, denn sie ist krank und weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Aus diesem Grund vergräbt sie sich unter ihrer Trauer und ihrem Selbstmitleid und kann das Leben nicht mehr genießen. Mit ihren Augen sieht alles düster und schwarz aus. Für sie gibt es eigentlich kein „Wonderland“ mehr.

Ich mochte ihre Abschnitte sehr gerne, auch wenn wir nur in einzelnen Bruchstücken etwas zu ihrem Leben erfahren. Es ist stets eine gewisse Distanz vorhanden, die von Liz ausgeht, weil sie sich niemanden anvertrauen will und kann.

Liz als Charakter fand ich hier ungemein interessant, ich hätte mir allerdings gewünscht, noch etwas mehr über sie zu erfahren.

- Jacob -

Jacobs ist ein harter und übertrieben starker Typ, der eine hohe Form der Kampfkunst beherrscht und damit hier natürlich die einzige Hoffnung ist, aus diesem „Spiel“ wieder herauszukommen.
Er hat eine eigene, kleine Geschichte und steht bei den Freunden natürlich sofort im Mittelpunkt der Verdächtigungen. Warum Liz ihm allerdings von Anfang bedingungslos vertraut, konnte ich nicht so recht nachvollziehen.

Mit Jacobs Abschnitten habe ich mich etwas schwer getan. Erst einmal war ich überrascht, das Geschehen auch aus einer anderen Sicht zu erfahren, dann war ich enttäuscht, dass Jacob halt diesen typischen „Retter“ darstellt. Charaktere ohne sichtbare Makel finde ich immer etwas uninteressant und deswegen konnte ich die Abschnitte mit ihm auch nicht so recht genießen …



Liz und ihre Freunde wollen um die Welt reisen und einfach nur Spaß haben. Sie treffen Leute, unter anderem auch Jacob, der sie mit zum luxuriösen Anwesen seines Onkels nimmt. Hier eröffnet sich ihnen ein „Wonderland“, doch die Idylle währt nicht lange: Sie sind plötzlich Teil eines makaberen Spiels, das sich „Opferland“ nennt …

Klingt spannend? Ja, ist es auch, allerdings nur teilweise. Während mich der Schreibstil sofort in den Bann gezogen hat, sah es mit dem Handlungsverlauf und den einzelnen Charakteren dann doch anders aus. Wir haben hier sechs „Freunde“, die alle etwas blass bleiben und bei denen nicht ganz klar wird, wie sie denn genau zueinander stehen. Ich hatte, außer von Liz und Jacob kaum ein genaueres Bild vor Augen, was hier recht schade war, denn genau diese Bindung hätte es benötigt, um Mitgefühl bei dem „Spiel“ entwickeln zu können.

Den Handlungsverlauf fand ich leider auch nicht ganz gelungen. Während wir am Anfang erst einmal nur Liz verfolgen und die Welt praktisch mit ihren Augen sehen und erleben, wie sich das „Wonderland“ in die „Hölle“ verwandelt, bekam ich durch Jacob das Gefühl, gerade Teil eines „Actionfilms“ sein. Hier hat es mit etwas an Atmosphäre gefehlt, denn gerade die plötzliche Gefangenschaft und die Ungewissheiten waren für mich nicht spürbar.

Als Jacob dann als Charakter eingeführt und das Geschehen auch aus seiner Sicht geschildert wird, fiel mir das Lesen deutlich schwerer. Immer wenn ich gemerkt habe, dass das nächste Kapitel aus seiner Sicht ist, habe ich innerlich aufgestöhnt und musste mich etwas zum weiterlesen zwingen. Hier hat es sich die Autorin meiner Meinung nach recht einfach gemacht, denn mit Jacob als Kung-Fu-Meister ließ sich die Gefahr doch recht flott überwinden … Das Spiel war damit eigentlich gar kein richtiges Spiel, auch wenn es noch die eine andere „Wendung“ ab.

Ich muss sagen, dass mich auch die letztendliche Auflösung über das „Warum“ und wer nun dahinter steckt nicht mehr vom Hocker reißen konnte. Als Horrorfilmfan ist alles schon bekannt und ich muss sagen, dass das alles in Buchform nicht funktioniert hat.

Liz als zerbrechlichen Charakter, der hier wieder zu neuen Lebensmut findet, ist zwar recht typisch für so ein Szenario, hat mir allerdings wirklich gut gefallen. Ihre Sichtweisen und der wirklich schöne Schreibstil haben mich am Ball bleiben lassen, die Handlung hat mich hingegen allerdings bis zum Ende nicht überzeugen können.




„Wonderland“ von Christina Stein ist ein Jugendthriller, der wie ein recht typischer Horrorfilm daherkommt, allerdings kaum Spannung oder Gefahr verströmt. Der Schreibstil der Autorin ist einmalig, die Handlung leider komplett austauschbar. Das Buch lässt sich gut lesen, wird mir aber wohl kaum in Erinnerung bleiben …

Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    diesmal gehen unsere Meinungen auch mal auseinander. Sehr fein, sonst kriegt man es doch mal mit der Angst zutun. ;) Liz ist mir unsagbar auf die Nerven gegangen. Das mit der Pampelmuse ist mir noch in schlechter Erinnerung, das war einfach nicht meins.

    Schön, dass es dir gefallen hat!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D
      hach, ich kann dich sogar verstehen, sie war auch recht pessimistisch, aber ich konnte sie irgendwie verstehen. Jacob hingegen ... Den fand ich extrem nervig mit seinem Kung-Fu-Superkräften xD

      Die Geschichte selbst hat mir aber weniger gefallen, hab sie auch komplett schon wieder vergessen. Eher Mittelmaß von der Auflösung :/

      Liebe Grüße
      Jessi

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    2. Ha! Das Kung-Fu-Gehabe hatte ich schon erfolgreich verdrängt. :D Das ist mir auch auf die Nerven gegangen! Das Setting hätte viel mehr Potential gehabt, das weiß ich noch. Und das Ende kam für mich sehr vorhersehbar. Es war im Gesamtpaket einfach nicht meins. :/

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    3. Oh ja, das Setting mit dem Spiel und so weiter klang gut, der Schreibtil war auch toll, aber die Handlung leider so gar nicht. Die Erinnert mich an einen Horrorfilm, den ich toll finde. Vorhersehbar trifft es gut, das Ende fand ich auch total öde!

      Liebe Grüße
      Jessi

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