Samstag, 13. Juni 2026

[Spontane Leserunde] Es geschah im Nachbarhaus - Willi Fährmann

 


Erneut schließen meine liebe Autorenfteundin Sandra Pulletz und ich uns zu einer kleinen, spontanen Leserunde zusammen zu einem Bich, das schon ewig bei mir herumliegt. Wer mag, kann jederzeit gerne mit einsteigen und mitdiskutieren. 



Leseabschnitte:

1. Abschnitt - Kapitel 1 bis Kapitel 7

2. Abschnitt - Kapitel 8 bis Kapitel 14

3. Abschnitt - Kapitel 15 bis Kapitel 20

4. Abschnitt - Kapitel 21 bis Ende


27 Kommentare:

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    1. Sehr schön! Ich freue mich wieder auf eine tolle Leserunde.
      Zum Cover möchte ich nur anmerken, dass e smir so überhaupt gar nicht gefällt ... obwohl es vermutlich sicher gut zur Geschichte passt. Das ist aber nur meine Meinung.

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    2. Das ist interessant, also mich stört das Cover jetzt nicht und ich denke mal, dass es gut in die Zeit und auch zur Geschichte passen wird.

      Spannend finde ich ja, dass das Buch wohl zum deutschen Jugendpreis nominiert war. Das setzt die Erwartungen hoch. Ich glaube, ich hab es nun schon ein paar Jahre liegen und weiß gar nicht, wieso ich es nie begonnen habe.

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    3. Ja genau. Hab eich auch gemerkt, dass es zum dt. Jugenbuchpreis nominiert war

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    4. Die Gegend, in der das Buch spielt, kenne ich sogar. Wir haben ja einige Jahre in Rheinnähe gelebt und waren auch oft auf dem Rheinsteig wandern. Die Rheingegend selbst ist auch heute noch recht festgefahren habe ich das Gefühl. Es ist recht spießig in den Dörfern und es brodelt da sicher immer noch hinter den ganzen Fassaden.

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  2. 1. Abschnitt - Kapitel 1 bis Kapitel 7

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    1. Ich bin schon durch den ersten Abschnitt geflogen und habe mich direkt gefragt, warum das Buch so lange bei mir rumlag, denn es geht ja echt tief und wühlt gleichzeitig sehr stark auf

      Es beginnt direkt mit dem toten Kind und dann geht es auch schon mit den Beschuldigungen los. diese vorschnell Urteilen und vor allem Verurteilen nimmt mich ja vom Thema immer sehr mit, weil ich das auch kenne. Gegen so eine Mauer aus Gerüchten kommt man auch schwer an und hier zeigt der Autor wirklich sehr anschaulich, wie schnell die ganze Geschichte ein Eigenleben entwickelt. Die Menschen wollen einen Schuldigen und nehmen dann jemanden, der etwas anders ist und nicht dazugehört. Dabei hat Sigis Vater ja ein Alibi ...

      Das mit der gejagten Maus war auch ein perfektes Bild, sie wird eingekesselt und hat gar keine Chance, sich zu verteidigen. Sigi schien danach ja auch sehr nachdenklich. Es passt zu seiner Situation.

      Ich ahne nun mal, dass es für die Waldhoff-Familie nicht gut enden wird. Ich finde es ja immer wieder beeindruckend, wie Menschen in solch einer Situation ihr wahres Gesicht zeigen und ihre einstudierte Freundlichkeit dann Risse bekommt.

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    2. Also die ersten 2-3 Seiten waren recht ungewohnt zu lesen und auch etwas schwierig, aber irgendwie wurde es danach besser oder ich gewöhnte mich an die Art?
      Man merkt direkt, dass die Menschen einen Schuldigen suchen, ja. Es wundert mich ein bisschen, dass Herr Waldhoff so ruhig bleibt ... Und Sigi ist ein kluger Junge.

      Oh ja, die Mausszene war wild und pasts so gut ins Bild.

      Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht, ahne aber auch nur Schlimmes :(

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    3. Ich fand ja, so ruhig blieb Waldhoff gar nicht. Nachdem er so vollkommen respektlos gefragt wurde,
      Ob er der Mörder sei, kamen ihm ja die Tränen. Es begann in ihm ja schon zu brodeln. Ich glaube, er dachte oder eher hoffte, echte Freunde im Ort zu haben, auf die er sich eben verlassen kann.

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    4. Später liest man, dass sogar Sigi denkt, der Vater gibt klein bei. Natürlich kann man sich die Chancen schon ausrechnen, aber ich würde vermutlich auch mehr Aufstand machen. Es geht ja auch um seine Familie. Oder denkt er echt, wenn er brav hört und mittut, dass ihm nichts passieren kann, weil er unschuldig ist?

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  3. 2. Abschnitt - Kapitel 8 bis Kapitel 14

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    1. Der zweite Abschnitt hat mich echt mitgenommen und aufgewühlt, obwohl man alles, was passiert ist, bereits so erwarten konnte. Mich überrascht immer wieder, wie leicht Menschen doch zu durchschauen sind. Irgendwie echt gruselig.

      Die ganze Familie erlebt nun den Hass ihrer Nachbarn, es eskaliert ja echt schnell, die Leute stacheln sih gegenseitig an und viele sind einfach nur blinde Mitläufer. Wie gesagt wurd
      e: "Ich kann doch nicht gegen den Strom schwimmen ..." sagt viel aus. Eigentlich schwimmen ja nur tote Fische mit dem Strom, aber das ist halt für die meisten Menschen doch einfacher.

      Gerd wird sich nun wohl auch von Ruth abwenden. Sehr schade, aber vielleicht auch besser so. Ich finde es ja immer angenehm, wenn Menschen ihr wahres Gesicht zeigen, dann kann man sie gut aussortieren. Leider in der Zeit und der Stellung der Familie nicht so leicht.

      Dass Sigi nun auch nicht mehr zur Schule darf ist ein zusätzlicher Schock, ich habe aber eh nur darauf gewartet, dass die Kinder die Meinung ihrer Eltern übernehmen ... so ist es ja leider oft, mab spürt hier richtig den Wandel aller Menschen, sobald da dieser Hass in die Köpfe gepflanzt wird. Einfach gruselig.


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    2. Die Situation in der Geschichte eskaliert sehr schnell. Ja, natürlich war das zu erwarten, aber dass die Leute einfach alle so schnell vorurteilen müssen? Und in dem Abschnitt gab es ja genug Vorurteile (nicht nur Juden gegenüber, sondern es wurde diverse andere Beispiele genannt). Bin schockiert :(
      Durch den Gruppendruck verschärft sich einfach alles.

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    3. Ich glaube, sie hatten sicher schon immer Vorurteile und dann nur drauf gewartet, dass mal etwas passiert. Zudem kommt hinzu, dass es leichter ist, direkt einen Schuldigen zu haben als weiterhin in Angst vor einem Mörder in der Nähe zu leben.

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    4. ich finde das einfach nur traurig :(

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  4. 3. Abschnitt - Kapitel 15 bis Kapitel 20

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    1. Hier gab es zum Glück schon einmal ein paar positive Momente, besonders für Sigi, der eigentlich ja in Fokus der Geschichte steht. Ich finde es toll, dass er in Karl einen so treuen Freund gefunden hat. Freunde sind in der Situation wohl das Wichtigste. Dass Sigi das Kind geschlagen hat, war natürlich nicht toll, gleichzeitig hat er aber dann Hein gerettet und so für einen positiven Moment gesorgt. Leider vergessen Menschen ja gerne alles Positive und klammern sich lieber an das Schlechte.

      Bei Ruth und Gerd dachte ich kurzzeitig auch noch, dass der Zusammenhalt da ist. Gerd liebt sie, aber er kommt wohl gegen den Druck von außen auch nicht wirklich an. Schade, dass er seine Aussage zurückgezogen hat und auch traurig, dass der Vater nun im Gefängnis sitzt.

      Ich frage mich, ob der wahre Mörder wohl noch gefasst wird ...
      Ist er noch unter den Dorfleuten? Vielleicht war es ja sogar ein Kind?
      Es sucht niemand mehr nach dem Mörder und irgendwie auch nicht nach einem Motiv. Sie haben ihren Schuldigen ja!

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    2. Ja, es ist hier schwierig, einen echten Verdacht zu schöpfen, was den echten Mörder betrifft. Aber das ist vermutlich ja gar nicht Sinn der Sache bzw des Buches. Denn wie du sagst, es gibt ja schon einen Schuldigen und wenn so viel derselben Meinung sind, muss er es ja wohl gewesen sein ... Da hat dann die wahre Tätersuche gar keinen Platz mehr. Ich frage mich, ob die echt alle so leichtgläubig sind?

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    3. Sigi kam gerade aus einer blöden Situation, als er auf dieses Kind traf. da war er schon vorher wütend und der Spruch des Kindes hat wohl das Fass zum Überlaufen gebracht.

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    4. Nun habe ich auch gerade die Szene mit der Schlittenfahrt gelesen und wie Sigi Hein gerettet hat. Das ist doch mal ein schöner Moment (der Unfall an sich natürlich nicht).

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    5. Ja, um den echten Mörder geht es wohl nicht. Vielleicht steckt er sogar unter den Leuten, die irgendwas gesehen haben wollen ... Gruselig, aber viele Verprecher sind ja sehr angepasst und daher
      unauffällig. Um die Tätersuche geht es hier aber auch nicht, die kriminalistischen Mittel waren zu der Zeit auch sehr eingeschränkt. Im Grunde stützt sich hier alles nur auf Sichtungen.

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  5. Antworten
    1. Ich bin gerade durch den letzten Abschnitt geflogen. Puhh, das war ja noch echt mitreißend, erst kam der Vater raus und dann begann doch noch eine Verhandlung, bei der ich echt Angst hatte, dass es nicht gut laufen wird. Wie schwammig doch die ganzen angeblichen Zeugenaussagen waren. Da war ja echt nichts Handfestes dabei.

      In Ernnerung bei dem Buch wird mir zum Glück auch die tolle Freundschaft zwischen Karl und Sigi bleiben. Wenn es etwas Gutes an der Geschichte gab, dann dass Sigi dadurch erkannt hat, wer ihm beisteht. Und alle anderen haben erkannt, wie der wahre Charakter ihrer Nachbarn ist. Hat auch etwas Gutes.

      Der Umzug war wohl auch notwendig. Ich bin da genauso, mir Ist die eigene Lebenszeit wichtiger als in solch einem vergifteten Umfeld zu bleiben.

      Das Ende ist wohl bewusst offen gewählt. Beim letzten Satz bekam ich eine Gänsehaut, weil da so viel Wahres drin steckt. Irgendwie hat mich die ganze Geschichte mit Karl an "Wer die Nachtigall stört" erinnert.

      Ich denke mal, der wahre Mörder war nicht der Landstreicher, sondern einer der braven, angepassten Bürger. Sie verdienen es auch absolut, mit dem Mörder noch zusammenzuleben ...

      Ein starkes Buch, das nachhallt!

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    2. Jetzt bin ich auch durch. Puh! Da hat sich doch noch viel gedreht und verändert zum Glück! Ich habe es ja ehrlich gesagt nicht erwartet, dass es so ausgeht, aber es freut mich. Ich wäre ja schon viel früher weggezogen, also schon als der Verdacht aufkam, weil man kann sich denken, wohin so etwas führt .. aber natürlich kann man auch nicht einfach so schnell wegziehen, es hängt ja doch ein ganzer Hof mit Haus und Familie dran.
      Das Weihnachtsfest fand ich rührend und echt schön!
      Und kaum sind die Waldhoffs weg, wird der nächste verdächtigt ... nix gelernt, was?
      Sigi und Karl fand ich gut. Schön, dass Karl so zu seinem Freund gehalten hat. Immerhin einer der wenigen, die gegen den Strom schwimmen.

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  6. Antworten
    1. Ich fand das Buch großartig und sehr intensiv sowie eindringlich. Für mich wäre das die perfekte Schullektüre, schon für ganz junge Klasse, um gegen die hier aufgezeigten Vorurteile, die viele ja aus ihrem Elternhaus mitbringen, zu kämpfen. Ich glaube, Kinder können sicher gut verstehen, was hier falsch läuft.

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    2. Ein gutes Buch, das zeigt wie schnell Vorurteile entstehen und wie Menschen unter Gruppendruck handeln.

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