Sonntag, 22. Dezember 2019

[Rezension] Dunkelsommer - Stina Jackson

Titel: Dunkelsommer
Autor:  Stina Jackson 
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2019
Anzahl der Seiten: 352
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann

Begonnen: 16.10,19
Beendet: 23.10.19



"Drei Jahre ist es her, dass Lelles Tochter in einem abgelegenen Teil Nordschwedens spurlos verschwand. Seither fährt er jeden Sommer im düsteren Licht der Mitternachtssonne die Straße ab, an der Lina zuletzt gesehen wurde. Nacht für Nacht sucht er verzweifelt nach seiner Tochter, nach sich selbst und nach Erlösung. Dann kommt eines Tages die siebzehnjährige Meja in der Hoffnung auf einen Neuanfang in Norrland an. Doch als sich die Dunkelheit des aufkommenden Herbstes über das Land legt, verschwindet ein weiteres Mädchen. Und Lelles und Mejas Leben werden durch dramatische Ereignisse miteinander verbunden, die sie nie wieder loslassen werden."




Im Herbst war es für mich mal wieder Zeit für einen schwedischen Roman. "Dunkelsommer" ist dabei ein sehr düsteres Werk, obwohl die Geschichte teilweise zur Mitsommer-Zeit spielt und dabei natürlich die Nächte eigentlich sehr hell sind.

Lelle hat seine Tochter verloren und ein wenig auch sich selbst. Verzweifelt fährt er immer wieder jene Straße ab, auf der ewigen Suche nach Lina. Der Autorin ist hierbei ein gutes Bild eines Vaters gelungen, der einfach nicht aufgeben will, auch wenn seine eigene Welt dadurch immer mehr zerbricht.

Lelles Ehe ist an dem Verlust kaputt gegangen und so ist da nur noch sein Job als Lehrer und seine Hoffnung, seine Tochter doch noch wiederfinden zu können. Auf der anderen Seite der Geschichte steht ein Mädchen in Linas Alter. Mejas Mutter hat einen neuen Mann kennengelernt und Meja selbst verliebt sich zum allerersten Mal.

Natürlich stellt sich über dem gesamten Verlauf der Handlung die Frage, was mit Lina passiert ist und vor allem, welche Rolle Meja, die doch wie Lelle sehr verloren wirkt, spielen wird. Das Buch ist dabei in erster Linie ein Roman, der aber dennoch eine durchgehende unterschwellige Spannung besitzt!

Durch Lelles Verzweiflung hat das Buch zwar einige Längen, weiß aber dennoch durch den angenehmen, teilweise auch sehr düsteren Schreibstil doch zu unterhalten. Es gibt zwar keine großen Wendungen oder Überraschungen, aber dennoch sind mir die Charaktere ungemein Nahe gegangen.

Die letztendliche Auflösung hate ich so schon teilweise erahnt, aber das ganze Ausmaß wird erst auf den letzten Seiten deutlich. Mich konnte der Roman auf jeden Fall begeistern und ich bin gespannt, auf weitere Bücher der Autorin!





Mit "Dunkelsommer" ist Stina Jackson ein sehr düsterer Roman über einen verzweifelten Vater und ein junges Mädchen, das sich erst einmal selbst finden muss, gelungen!


Freitag, 20. Dezember 2019

[Rezension] Das Geheimnis der Goldmine - Agatha Christie

Titel: Das Geheimnis der Goldmine
Autor:  Agatha Christie 
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: 1956
Anzahl der Seiten: 231
Cover und Inhaltsangabe © Scherz Verlag

Begonnen: 14.10,19
Beendet: 16.10.19



"Mr Rex Fortescue, ein ruchloser Geschäftsmann, wird beim Nachmittagstee vergiftet - in seinen Jackentaschen findet die ratlose Polizei eine Handvoll Roggenkörner. Zu den Verdächtigen zählt neben den Familienmitgliedern auch das Personal. Als wenig später auch sein Hausmädchen stirbt, bekommt Inspector Neele Unterstützung von Miss Marple. Hat Mr Fortescues Goldmine in Südafrika etwas mit den Morden zu tun? Ein Kinderreim liefert Miss Marple schließlich den entscheidenden Hinweis."



Immer wieder bin ich froh, im Bücherschrank ein Buch von Agatha Christie zu können. "Das Geheimnis der Goldmine" war hierbei mal wieder ein Krimi, in dem Miss Marple nur eine kleine Rolle spielt.

Ermitteln tut hier Inspector Neele. Nach dem Tod des Geschäftsmanns Rex Fortescue, durchleuchtet der Ermittler die ganze Familie des Opfers und kommt dabei so einigen Geheimnissen auf die Spur.

Die Verstrickungen empfand ich hierbei als gewohnt interessant, denn natürlich kommt erst einmal jeder als Täter in Frage. War es die Ehefrau, die längst eine Affäre hatte? Oder doch eines seiner Kinder? Seine Schwägerin? Oder doch ein Angestellter des Hauses?

Mir gefallen Krimis, in denen jeder als Täter in Frage kommt, unfassbar gut. In "Das Geheimnis der Goldmine" macht die Ermittlung auch großen Spaß, denn die ganze Geschichte, auch rund um die Titelgebende Goldmine, setzt sich nach und nach zusammen. Miss Marple selbst gibt hier allerdings nur den finalen Denkanstoß, ist also lange Zeit nur eine Nebenfigur, ja mehr schon eine stille Beobachterin!

Den Täter selbst hatte ich zwar schon im Fokus, dennoch hat mir die Auflösung gut gefallen und besonders die letzten Seite sind doch noch einmal recht bitter und böse! Das ist jene Seite, die mir an Agatha Christie am meisten gefällt!




"Das Geheimnis der Goldmine" war wieder einmal ein Krimi, der mich wirklich gut unterhalten hat.Die Ermittlungen von Inspector Neele sind gut und fesselnd beschrieben, die Auflösung passend. Für mich ein toller Kriminalroman!

Mittwoch, 18. Dezember 2019

[Rezension] Meistererzählungen - Liam O'Flaherty

Titel: Meistererzählungen
Autor:  Liam O'Flaherty 
Genre: Kurzgeschichten
Erscheinungsdatum: 1993
Anzahl der Seiten: 215
Cover und Inhaltsangabe © Diogenes

Begonnen: 15.09,19
Beendet: 25.10.19



Irland als Land interessiert mich schon lange, doch von dem anscheinend sehr bekannten, irischen Schriftsteller Liam O'Flaherty habe ich bisher noch nichts gehört. In einem Bücherschrank ist mir dieses Buch mit seinen "Meistererzählungen" in die Hände gefallen und da ich dachte, dass Kurzgeschichten einen guten Einblick in das Schaffenswerk eines Autors geben, habe ich mich entschieden, diesen Geschichten einmal eine Chance zu geben.

Für gewöhnt stelle ich bei solchen Geschichtenbänden jede Kurzgeschichte vor und gebe eine Meinung dazu ab. Bei Liam O'Flahertys "Meistererzählungen" habe ich mich für eine Gesamtrezension entschieden, da sich alle Geschichten doch sehr ähneln und immer nur Momentaufnahmen beschreiben, was bedeutet, dass sie keine Wendung, Auflösung oder Überraschung besitzen.

Alle sechszehn Geschichten sind sehr geradlinig und betrachten eine bestimmte Situation. Dabei legt der Autor durch seine Charaktere natürlich schon eine Wertung in das Betrachtete, lässt dem Leser aber viel Spielraum, selbst zu entscheiden, welche Moral er aus der Geschichte zieht.

Liam O'Flaherty hat mich eine ganze Weile begleitet. Für das Buch habe ich tatsächlich mehr als einen Monat gebraucht, vielleicht, weil die Geschichten doch sehr ruhig sind, sehr leise und dabei das Leben ganz normaler, einfacher Menschen in Irland beschreibt.

Natürlich gab es, wie in jedem Kurzgeschichtenband, auch hier wieder Geschichten, die mir gar nicht zugesagt haben, wie beispielsweise "Der Bettler" oder "Die alte Frau". Dann gab es aber Werke, die gezeigt haben, weswegen Liam O'Flaherty solch eine bekannte Persönlichkeit ist.

Meine Favorit war auf jeden Fall "Armut und Reichtum", in der Geschichte geht es um eine Familie, die der Gesellschaft trotzt und einen unkonventionellen Weg einschlägt, nur um am Ende als Sieger dazustehen. Die Aussage der Geschichte entspricht doch meinem Lebensmotto.

Liam O'Flaherty betrachtet in seinen Geschichten alltägliche Situationen. Sei es eine Hochzeit, ein Abschied, eine unerwiderte Liebe oder eine zufällige Begegnung. Ich mochte seinen Schreibstil sehr gerne, seine Geschichten habe mich innerlich wirklich zur Ruhe gebracht. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir dann doch an vielen Stellen das Außergewöhnliche gefehlt hat. Leider habe ich zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Rezension viele der Geschichten bereits wieder vergessen!




Ich bin froh, in diesem Geschichtenband einmal den irischen Liam O'Flaherty kennengelernt zu haben. Seine Geschichten sind Momentaufnahmen, die viel Ruhe ausstrahlen und das einfache Leben der irischen Bevölkerung betrachten.

Montag, 16. Dezember 2019

[Rezension] Haus Nummer 13 - Nika Lubitsch

Titel: Haus Nummer 13
Autor:  Nika Lubitsch
Genre: Psychothriller, Krimi
Erscheinungsdatum: 6. September 2019
Anzahl der Seiten: 230
Cover und Inhaltsangabe © Nika Lubitsch

Begonnen: 10.10,19
Beendet: 11.10.19



"Die alte Villa mit der Hausnummer 13 ist Claudias Traumhaus. Kurz nachdem sie und ihr Mann es gekauft und mit den Renovierungsarbeiten begonnen haben, erhalten sie einen sonderbaren Brief. Ein anonymer Schreiber warnt die neuen Besitzer davor, etwas an dem Haus zu verändern, andernfalls würde sich das Haus rächen und ihre Familie zerstören. Anfangs hält Claudia das für eine harmlose Spinnerei, doch es folgen weitere Briefe, die vermeintlich auch ihre Kinder bedrohen und wie Gift in das Leben der Familie tröpfeln. Die Details, die der Schreiber kennt, werden immer persönlicher und die Drohungen immer schlimmer. Als eine Leiche im Keller gefunden wird, hat Claudias Traumhaus sich vollends in einen Albtraum verwandelt."




"Haus Nummer 13" war mein erstes Buch von Nika Lubitsch. Von der Autorin, die vorwiegend Krimis scheint, habe ich bisher noch nichts gehört und so wollte ich sie mit ihrem neuesten Werk einmal kennenlernen.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich sehr einfach. Ich kam sehr schnell in die Geschichte hinein, auch wenn gerade unsere Protagonistin Claudia von Anfang an etwas naiv wirkt und dadurch die Story natürlich nicht sonderlich in die Tiefe geht. Teilweise konnte ich mit ihr auch nicht so recht mitfiebern und habe beim Lesen doch das eine oder andere Mal die Augen verdreht! Bei deutschen Psychothrillern bin ich immer ein wenig skeptisch, da doch in vielen diese typische deutsche Nüchternheit und Distanziertheit mit eingearbeitet wird. So war es leider auch in diesem Buch, das für mich vielmehr ein Krimi als ein echter Psychothriller war.

Natürlich spielt es an dieser Stelle keine Rolle, welches Genre das Buch nun wirklich bedient. "Haus Nummer 13" bietet auf jeden Fall und trotz meiner kleinen Kritik kurzweilige Unterhaltung. Die Kapitel sind kurz und knackig und sobald der erste Brief in Claudia neuem Heim ankommt, ist da auch ein angenehmer Spannungsbogen, der auf jeden Fall bis zum Ende vorhanden ist.

Der Titel "Haus Nummer 13" hört sich, in Kombination mit dem unheimlichen Cover, erst einmal sehr mystisch an. Ich hatte hier auch tatsächlich damit gerechnet, dass das Haus noch irgendeine Geschichte bekommt oder eine größere Rolle spielt, aber tatsächlich erstreckt sich die Handlung doch mehr auf den ominösen Briefeschreiber und Claudia Familie. Das Verhalten von Claudias Mann, der seine Frau hier kaum unterstützt, konnte ich allerdings nicht so ganz nachvollziehen.

Das Buch ist mit seinen 230 Seiten recht kurz und daher fix ausgelesen. "Haus Nummer 13" bietet auf jeden Fall gute Unterhaltung, wenngleich mich die letztendliche Auflösung nicht wirklich überrascht hat und mich das Ende ein klein wenig enttäuscht hat, einfach weil es doch recht typisch war ...





"Haus Nummer 13" ist ein gut zu lesender, recht typischer deutscher Krimi, der ein paar nette und unterhaltsame Lesestunden beschert, dabei aber leider kaum zu überraschen oder in die Tiefe zu gehen weiß! Ich hätte mir etwas mehr Mut gewünscht, mal einen unkonventionellen Weg zu gehen!


Samstag, 14. Dezember 2019

[Rezension] Glück auf Spanisch - Heidi Oehlmann

Titel: Glück auf Spanisch
Autor: Heidi Oehlmann
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: Dezember 2019
Anzahl der Seiten: 267
Cover und Inhaltsangabe © Heidi Oehlmann

Begonnen:  10.11.19
Beendet: 18.11.19



"Klara fällt in ein tiefes Loch, als ihr Mann bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Eines Tages beschließt sie, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Um sich von ihrer Trauer abzulenken, lernt sie Spanisch und macht eine Sprachreise. Da sie sich als unbekannte Autorin den Urlaub nicht leisten kann, besorgt ihr der Spanier Pedro einen Job in dem Hotel seines besten Freundes. Nach ihrer Ankunft kommen das erste Mal seit Jahren Gefühle in Klara auf, die sie längst verdrängt hatte."



Erneut durfte ich ein Buch der lieben Heidi Oehlmann testlesen und das möchte ich euch, jetzt nach dem es erschienen ist, natürlich auch gerne vorstellen. "Glück auf Spanisch" ist hierbei ein Liebesroman, in dem es um die Autorin Klara geht, die nach dem Tod ihres Mannes spontan den Vorschlag ihres Chatfreunds Pedro annimmt und nach Spanien fliegt.

Schon bald ist Klara hin und her gerissen zwischen zwei Männern. Zum einen ist da Pedro, mit dem sie sich auf Anhieb gut versteht und zum anderen ist da Miguel, dem das Hotel gehört, in dem sie anfängt zu arbeiten, um sich den Spanienaufenthalt überhaupt leisten zu kennen.

Klara war mir von Anfang sehr sympathisch, was nicht nur daran lag, dass sie Autorin ist, sondern vielmehr an ihrer Art. Auf der einen Seite wirkt sie doch recht selbstsicher, auf der anderen Seite hat sie doch stets Zweifel, ob das, was sie tut oder fühlt überhaupt richtig ist.

Heidi Oehlmanns Schreibstil ist locker und leicht. Ich kam wie bei ihren vorherigen Werken unfassbar schnell in der Geschichte oder besser noch in Spanien an und fand es ungemein spannend, mit Klara zusammen die zwei Männer kennenzulernen. Abwechslungsreich sind auch die unterschiedlichen Sichten, sodass wir sowohl Klaras, als auch Pedros und Miguels Gefühlswirrwarr betrachten.

Im Laufe der Geschichte sorgen allerdings nicht nur die Gefühle unserer Protagonisten für einige Turbulenzen. Ich mochte es sehr, dass die Geschichte noch einige Wendepunkte bietet, die man sonst in Liebesromanen eher selten findet. Natürlich ist das Buch aber dennoch eine Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Wohlfühlroman, der absolut toll in diese kalte Jahreszeit passt! Vielleicht auch, um gedanklich einmal in ein wärmeres Land zu reisen!





Auch mit ihrem neuen Werk konnte mich Heidi Oehlmann wieder überzeugen! "Glück auf Spanisch" ist ein toller Liebesroman mit einer verzwickten Liebesgeschichte und einigen Überraschungen. Von mir eine klare Leseempfehlung!

Freitag, 13. Dezember 2019

[Rezension] Weihnachtswunderküsse - Sandra Pulletz

Titel: Weihnachtswunderküsse
Autor: Sandra Pulletz
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 20. November 2019
Anzahl der Seiten: 196
Cover und Inhaltsangabe © Sandra Pulletz

Begonnen:  10.11.19
Beendet: 18.11.19



"Eigentlich will Holly das Weihnachtsfest in Ruhe und ganz allein zu Hause verbringen. Aber eine Last Minute Bestellung für eine Weihnachtstorte bringt ihre Pläne durcheinander. Auf dem Rückweg von der Lieferung gerät sie in einen Schneesturm und bleibt in Winters Grove hängen. Holly bleibt nichts anderes übrig, als im einzigen Bed and Breakfast des winzigen Ortes zu übernachten. Noel, der Besitzer, entpuppt sich zudem als Weihnachtsmuffel. Holly will Noel von dem Fest der Liebe überzeugen, doch das ist nicht so einfach. Schon bald landen die beiden nicht nur in einem Weihnachtschaos, sondern auch in einem Gefühlswirrwarr. Ob der Weihnachtsmann da seine Finger im Spiel hat?"




Obwohl ich ein großer Weihnachtsmuffel bin, konnte ich es mir einfach nicht nehmen lassen, Sandra Pulletz neuestes Werk bereits im November testzulesen und was soll ich wieder einmal sagen? Die Geschichte hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen.

Beginnen wir aber erst einmal am Anfang. Hier lernen wir Holly kennen, die einen Tortenhandel hat und eine Anfrage von einem Mädchen bekommt, die unbedingt eine Torte will. Holly, die bereits total im Stress ist, da die Feiertage immer näher rücken, sagt erst einmal ab, bekommt dann in der Nacht allerdings weihnachtlichen Besuch, der sie doch umstimmt.

Schon am Anfang musste ich sehr oft schmunzeln beim Lesen. Ja, "Weihnachtswunderküsse" besitzt einen tollen Humor, zeitgleich natürlich aber auch eine wundervolle weihnachtliche Atmosphäre und natürlich auch eine sehr romantische Liebesgeschichte.

Winters Grove als Ort fand ich sehr idyllisch, wenngleich Noel, der Besitzer eines Bed and Breakfasts natürlich ein waschechter Weihnachtsmuffel ist. Vielleicht konnte ich mich aber auch genau deswegen so gut mit ihm identifizieren! Er hat mich ein wenig an Luke aus "Gilmore Girls erinnert und genau deswegen habe ich ihn schnell ins Herz schließen können!

Ich empfand ihn und auch Holly aus ungemein tolle Protagonisten. Auch wenn die beiden sich erst mal nicht ausstehen können, finden sie doch durch ein kleines Weihnachtswunder zusammen. Und ja, selbst ich musste am Ende die ganze Zeit beim Lesen lächeln, einfach weil die Geschichte so schön ist und einen mit einem sehr wohligen Gefühl zurücklässt!




Mit "Weihnachtswunderküsse" ist Sandra Pulletz wieder ein toller weihnachtlicher Roman gelungen, der mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat. Wieder einmal versüßt die Autorin das Fest mit einer süßen und magischen Geschichten und zwei tollen Protagonisten!


Mittwoch, 11. Dezember 2019

Was ich in diesem Jahr gelernt habe (oder lernen musste!)

1. Der Mensch kann sich an alle Umstände gewöhnen. So ist es für mich wirklich normal geworden, keine Wohnung mehr zu haben. Ja, ich fühle mich tatsächlich freier, weil ich jeden Morgen an einem anderen Ort sein kann und Plätze sehe, die ich sonst wohl nicht gesehen hätte. Und auch die Kälte macht mir gar nicht mehr zu schaffen! Ich denke, man kann sich tatsächlich an sehr viele Dinge gewöhnen und mit den einfachsten Dingen klarkommen! Die ersten Minusgrade habe ich nun auch überstanden, mal schauen, ob wir auf ein Dachzelt sparen können.

2. Nachdem ich in diesem Jahr kaum Privatsphäre hatte, habe ich doch gemerkt, dass dies doch ein sehr großer Luxus ist und das, was ich wohl am meisten vermisse! Manchmal sehne ich mich doch nach einem kurzen Moment des Alleinseins, des Verschnaufens. Genau deswegen mag ich momentan gerade lange Wanderung sehr gerne, um den Kopf freizubekommen!

3. Familie kann man nicht erzwingen. Das musste in diesem Jahr auch mein Mann auf schmerzhafte Art und Weise lernen und auch ich hatte mir immer einen gewissen Rückhalt und Verständnis gewünscht, statt immer nur Geld oder materielle Dinge zugesteckt zu bekommen und nur als "Maschine" angesehen zu werden. Naja, wenn ich eins gelernt habe: Man kann sich seine Familie nicht aussuchen, aber man kann jene Menschen in sein Leben lassen, die es wert sind. Und mittlerweile sehe ich einige Autorenkolleginnen und meine Bloggermädchen hier tatsächlich als Art Ersatzfamilie! Und ich weiß nun wenigstens, dass es selbst eine gute Entscheidung war, selbst auf Kinder zu verzichten. :)

4. Ich bin eine Meisterin der dummen Entscheidungen! Wenn ich die Wahl habe, dann entscheide ich mich doch immer falsch! (Also, falls ihr mal einen Rat bracht, hört bitte nicht auf mich oder tut einfach genau das Gegenteil. Obwohl, das war jetzt auch schon wieder ein Rat ...)

5. Mein Bauchgefühl, was Menschen anbelangt, war jedoch doch immer gut. Ich vertraue Leuten nur selten, aber in diesem Jahr habe ich wirklich einige Zeit bei der angeblichen "Familie" verbracht, die mich psychisch noch mehr fertig gemacht haben. Hier war es schade, dass ich mich habe überreden lassen, es hat mir doch gezeigt, dass mein Bauchgefühl doch von Anfang an wieder einmal recht hatte. Ich hoffe, meine alte Heimat nie wieder sehen zu müssen und jetzt einfach mal zu leben ohne an all das Denken zu müssen, was mir fehlt ... Stattdessen lebe ich jetzt so, dass ich mich über die vielen kleinen Dinge freue. Wie toll ein Apfel schmeckt oder eine Dose Bohnen, wie sehr man sich doch mal über ein warmes Getränk oder eine kurze Rast auf einem Berg freuen kann. Oder wie schön es ist, morgens immer an einem anderen Ort zu sein und die Sonne aufgehen zu sehen.

6. Ich bin froh, mich nie wieder um eine Wohnung bemühen zu müssen. In der Region, in der wir uns gerade befinden, explodieren die Mietpreise gerade eh, es ist uns kaum möglich, eine Kaution von mindestens 1500 Euro und dann noch die erste Miete aufzubringen - und ganz ehrlich, dass ist es uns auch nicht mehr wert ... Ich habe keine Lust in einem grauen Betonblock mit Leuten zu leben, die frustriert sind und dies an anderen auslassen. Man befindet sich nur noch in einen Hamsterrad, muss sich anpassen, nur um dann ein winziges Stückchen Ruhe zu haben. (Ruhe, kein Frieden oder gar Freiheit!). In den letzten drei Monaten haben wir auch tatsächlich noch andere Menschen kennengelernt, die in ihren Autos leben und es war sehr inspirierend zu sehen, wie weit sie in ihrem Denken schon sind. Sie genießen ihre Zeit einfach und haben etwas erkannt, was viele Leute erst viel zu spät erkennen. Nämlich das Zeit das Wichtigste ist!

7. ... Weihnachten. *Grusel* Weihnachten wird auch in diesem Jahr wieder blöd! Irgendwie dachte ich früher immer, dass es in jedem Jahr besser werden könnte, dass es irgendwann mal wirklich richtig schön wird und doch wird es immer wieder gleich monoton. Und dieses Mal frieren wir im kalten Auto! Aber hey, es ist halb so schlimm! Man kann an jedem Ort schöne Momente verbringen und ich glaube fest daran, dass ich auch ein wenig Ruhe finde über die Feiertage. Ich habe mir vorgenommen, einen schönen Horrorroman zu lesen - wie passend, was? Und besser als ein heuchlerisches Familienfest, bei dem es eh nur um Geld geht ...

8. Reden ist Silber, Schweigen Gold. Menschen denken nur selten nach, bevor sie den Mund aufreißen, weil sie stets der Meinung sind, Dinge besser zu wissen. Dabei wissen die wenigstens, wie verletzend Worte sein können und wie tief die Wunden, die daraus resultieren. Leider denken viele Menschen auch nicht wirklich nach und das ist für mich, als hochsensibler Mensch, ein großes Problem geworden. Ich finde Worte sehr oft grausamer als Taten ... Mittlerweile habe ich allerdings akzeptiert, introvertiert und so sensibel zu sein. Und auch, dass ich mit "normalen" Menschen nichts mehr zu tun haben möchte/kann, einfach weil es doch sehr kräftezehrend ist, immer auf Unverständnis zu stoßen.

9. Meine letzte Veröffentlichung war für meinen Geschmack zu überstürzt, ich habe mich total in Arbeit vergraben und das Buch an einem Ort beendet, der mir nicht gut getan hat. Ich konnte es nicht genießen, ich hatte keine Sekunde, um Stolz zu sein oder mal durchzuatmen. Und gerade das ist doch wichtig. Man darf nicht erwarten, dass andere Leute stolz auf einen sind, nein, es ist viel wichtiger, dass man es selbst ist und jedes Projekt mit einem Lächeln abschließt statt sich zu fragen: "War das jetzt überhaupt richtig?"

10. Es ist schade, dass ich (und auch andere befreundete Autoren!) immer wieder Opfer von Fakerezensionen werden von anonymen Leuten, die das Buch nicht einmal gekauft habe. Mir persönlich tun 1-Sterne Fake-Rezensionen nicht mehr weh, weil ich weiß, was für ein frustrierter Mensch dahinterstecken muss, aber ich habe in diesem Jahr viele Selfpublisher trösten müssen. Klar, solch eine 1-Sterne-Rezi ist im Grunde auch nur (kostenlose!) Werbung, aber es nagt bei vielen schon am Selbstvertrauen und ich habe in diesem Jahr irgendwie festgestellt, dass ich manchmal auch viel zu hart bewertet habe. Allerdings sehe ich meistens von 1-Sterne-Rezensionen ab, da ich eigentlich noch nie ein Buch hatte, dass dies verdient hätte. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, merke ich das früh und dann beende ich es, um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden ...

11. Ich führe diesen Blog nicht, um Bücher runterzumachen oder sie nur kritisch zu betrachten. Ich führe diesen Blog, weil ich das Lesen liebe. ich gerne Bücher weiterempfehle, die ich mochte und ich vor allem das Lesegefühl, das ich hatte, festhalten möchte. Bücher sind immer Geschmackssache und meiner Meinung nach gibt es für jeden Leser auch das passende Buch. Und genauso betrachte ich das in meinen Rezensionen. Man darf nicht immer nur das Negative sehen, sondern muss auch offen für all das Positive sein! Daher werde ich superkritischen Blogs, die mich einfach frustrieren, weil manche Leute echt an jeder Kleinigkeit etwas auszusetzen haben, nicht mehr folgen! Lesen soll für mich in erster Linie Spaß mache, ich möchte Buchempfehlungen haben, nicht nur das Negative herauspicken!

12. Es ist vollkommen in Ordnung, Menschen, die einfach nicht gut für einen sind, wie Luft zu behandeln. Das ist einer meiner wichtigsten Grundsätze geworden, denn ich halte nicht viel von aufgesetzter Freundlichkeit. Ich habe das viel zu lange durchgezogen, nur um am Ende hin selbst nur unglücklich zu sein! Im übrigen kann jeder Mensch selbst entscheiden, wie er leben möchte und das muss, solange er niemand anderen einschränkt, akzeptiert werden. Für die einen reicht es vielleicht wirklich vollkommen aus, sich abends vor die Glotze zu setzen, wiederum andere gehen daran vielleicht kaputt! In diesem Jahr habe ich tatsächlich erkannt, wie ich NICHT sein will. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich sein möchte, um vollkommen glücklich und unabhängig zu sein.

13. Ich bin wohl durch und durch ein Bohemian und ich liebe es, außerhalb der Gesellschaft zu stehen. Viel zu lange habe ich versucht, mich anzupassen, mich zu verändern, um gemocht zu werden, doch das hat mich so sehr eingeengt, dass ich keine Luft mehr bekam. Mein Mann hat auch stets versucht, es seiner Familie recht zu machen und das hat doch nur dazu geführt, dass man sich selbst verliert ... Es ist nicht wichtig, dass die Menschen in einen sehen, es ist wichtig, was ihr selbst in euch seht! (Witzigerweise ist mir das Wort "Bohemian" jetzt auf meiner Reise sehr oft begegnet, wohl ein Zeichen?)

14. Ich genieße es gerade, keinen festen Wohnsitz zu haben. Das Timing mit dem kommenden Winter ist zwar nicht gerade optimal, aber wir werden das schon irgendwie überstehen. Das einzige, was mich etwas stresst, ist dieser Blog und das Abtippen meiner Manuskripte. Aber ich denke, ich werde es da von jetzt an ruhiger angehen lassen und mich nicht so unter Druck setzen. Wenn ich für ein paar Stündchen Internet und Strom habe, werde ich mein Buch abtippen und hier auch nach und nach die Rezensionen der letzten Bücher reinstellen. Einige sind jetzt schon vorgeschrieben, ich werde sehen, wie ich das ab jetzt von der Zeit her mache, in denen Beiträge erscheinen. Ich versuche mein Bestes, bitte euch aber weiterhin um Verständnis!

15. Und der wohl wichtigste Punkt: Dass ich dankbar bin für all die kleinen Dinge. Ich besitze nicht mehr viel, praktisch nur noch etwas Kleidung, mein Schreibzeug und ein paar Bücher, aber das tut gut! Und das Schreiben hat mich hier tatsächlich so intensiv wie noch nie begleitet! Ich habe endlich einen Punkt gefunden, an dem ich gedanklich wirklich offen und frei bin. Und auch wenn die Kälte an meinem Körper nagt, so weiß ich doch, dass Rainfield mir im Gedanken immer einen warmen (wenn auch regnerischen!) Platz bietet!