Dienstag, 27. Mai 2014

Fliegeralarm - Gerd Fischer

Vor einigen Wochen flatterte ein Buch eines sympatischen Autoren bei mir ein. Es handelt sich hierbei um den neusten Teil einer Krimireihe um den Ermittler Rausch. Erschienen ist das Buch "Fliegeralarm" bei Mainbook, einem Frankfurter Verlag. Das Buch spielt zudem in Frankfurt am Main und behandelt ein sehr brisantes Thema, das viele Menschen aus dieser Region betrifft.
Fluglärm. Ich muss sagen, dass ich von diesem Thema selbst nicht betroffen bin, aber mir nun, nach der Lektüre des Buches sehr gut vorstellen kann, in welcher ausweglosen Situation die betroffenen Menschen stecken. Es gibt Dinge, die man nicht ändern kann, so sehr man auch kämpfen mag.


Inhalt

Kommissar Andreas Rauscher heiratet. Jedenfalls hatte er das vor, bevor ihm– wie immer – etwas dazwischen kommt. Ein Dröhnen am Hochzeitshimmel, ein Selbstmordversuch und ein Ohr lassen Rauscher schneller in die Ermittlungen schlittern als geplant. Rasch wird klar, dass es in diesem temporeichen Krimi um den Flughafen und den Fluglärm über Frankfurt-Sachsenhausen geht. Es kristallisieren sich einige Indizien heraus, die darauf hinweisen, dass die Geschichte im Jahre 1987 an der Startbahn West ihren Ausgangspunkt hat. „Fliegeralarm“ verfolgt zudem die brisante Frage, wie weit Bürger gehen würden, wenn sie den Lärm nicht mehr ertragen können und sich gegen die Macht der Wirtschaft und der Politik wehren wollen.

Schreibstil

Der Schreibstil von Gerd Fischer ist sehr einfach und doch katapultiert dieser den Leser sofort in die Geschichte. Es gibt viele Dialoge, die die Story antreiben und manch einmal zum Schmunzeln bringen.

Charaktere

Wir lernen zu Beginn Andreas Rauscher auf seiner eigenen Hochzeit kennen. Da ich die vorherigen Teile der Reihe nicht gelesen habe, fiel es mir ein klein wenig schwer, ein genaues Bild von diesem Komissar aufzubauen, da er nur sehr oberflächlich beschrieben wurde. Leider trift dies auch auf andere Personen in dem Buch zu, sodass es mir schwer fiel, ein genaueres Bild vor Augen zu haben. Der Story an und für sich hat es aber keinen Abbruch getan.

Ich muss an dieser Stelle gleich zu Beginn gestehen, dass ich mit Rauscher nicht besonders warm wurde. Zum Glück gab es in diesem Buch aber noch andere Charaktere, besonders auf Täterseite, die ich von der Person her ungemein spannend fand. Da wären zum einen Irene, die am Anfang des Buches droht vom Dach der Unimensa zu springen und die im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielt und natürlich der Täter selbst, den ich an dieser Stelle aber natürlich nicht namentlich erwähnen möchte.

Meine Meinung

Ich muss hier am Anfang erwähnen, dass ich "Fliegeralarm" nach dem Lesen eher als Gesellschaftsroman und nicht als Krimi bezeichnen würde. Es geht vorwiegend um menschliche Probleme, die Gerd Fischer hier sehr gut offenbart. Man lernt eine persönliche Seite jener Menschen kennen, die über lange Zeit mit Fluglärm konfrontiert worden sind, erkennt die Ausweglosigkeit dieser Mensch und begreift wieder einmal, dass in der heutigen Zeit Macht und Geld über alles reagieren.

Nun aber zur eigentlichen Geschichte von "Fliegeralarm". Gerd Fischer ist es sehr gut gelungen die Realität aufzugreifen und mit Fiktion zu vermischen. Er geht sehr kritisch mit dem Thema Fluglärm um und zeigt einen Menschen, der mehr oder weniger daran kaputt gegangen ist. Die Story nimmt sehr schnell Fahrt auf und erzählt leise im Hintergrund wie alles 1987 begann. Diese Abschnitte aus der Vergangenheit  haben mit im Buch besonders gefallen, denn sie wirkten sehr lebendig und zum Teil auch melancholisch. Ich wohne selber nicht weit von Frankfurt entfernt, habe aber von diesen Problemen nie etwas mitbekommen. Als nicht selbst Betroffener stellt man sich solche Sachen wie Fluglärm nicht als "so schlimm" vor, doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Ich kann verstehen, wie machtlos sich diese Leute, die täglich dagegen kämpfen, ein normales, "lärmfreies" Leben führen zu dürfen, fühlen müssen. Doch was ist mit der Gegenseite? Braucht Frankfurt diese neue Landebahn überhaupt?

Leider hat man schon ungefähr hundert Seiten vor dem Ende erfahren, wer der Täter ist. Das hat zum Schluss hin die Spannung etwas gedrosselt. Nichts desto Trotz gab es noch einen Showdown am Ende, der mir noch sehr gefallen hat. Im Großen und Ganzen ein sehr tiefgründiges Buch, das mich wirklich begeistern konnte. Als einziger Minuspunkt muss ich angeben, dass mir eben der Krimi zu kurz kam. Es gab im Grunde kaum Ermittlungen von Rauscher, denn ihm flog alles mehr oder weniger in den Schoß. Wie zuvor erwähnt, möchte ich dieses Buch aber nicht als Krimi bewerten, sondern als das, was es für mich war: Ein kritischer Roman, der die Gesellschaft in den Fokus nimmt.

Fazit

Eine interessantes Buch über ein Problem, dass aktuell eine Menge Menschen betrifft. Absolut lesenswert!

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.




Donnerstag, 22. Mai 2014

Eene Meene - M.J. Arlidge

Bei Lovelybooks gab es wieder einmal eine tolle Leserunde zu einem Buch bei dem es gleich zwei Cover gibt. Man konnte sich entscheiden, ob man lieber das rote oder grüne haben wollte und spontan habe ich mich für die Lieblingsfarbe meines Mannes entschieden: grün. Doch die Farbe des Covers war nicht der einzige Grund, warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. Der Klappentext hat mich angesprochen, auch wenn ich gestehen muss, mit einer anderen Art von Thriller gerechnet zu haben.


Inhalt

Erschienen bei rororo
Ein perfider Killer kidnappt Paare. Die Opfer wachen orientierungslos auf, gefangen in einem Raum, niemand hört ihre Schreie. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, nur eine Waffe und die Botschaft des Entführers: Entweder sterben beiden einen langsamen, qualvollen Tod – oder einer bringt den anderen um und ist frei.

Detective Inspector Helen Grace und ihr Team wissen nicht weiter; nichts scheint die Fälle zu verbinden. Doch die Entführungen sind so akribisch vorbereitet, so konsequent durchgeführt, dass es einen Plan geben muss.

Und für Helen, die nach außen so stark und unberührbar erscheint, ist die Zeit gekommen, ein weiteres Mal ihre eigene Hölle zu durchschreiten, Brücken einzureißen und über Grenzen zu gehen


Charaktere

Helen Grace ist die Ermittlerin in diesen sehr brisanten Fall. Schon zu Beginn merkt man schnell, dass sie auch eine Last mit sich zu tragen hat, was das genau ist, erfährt man allerdings erst recht spät. Erst einmal lernen wir eine sehr verbissene Polizistin kennen, die sehr selbstbewusst und überlegen wirkt. Ich muss gestehen, dass ich Ermittler in Thrillern eh nicht besonders mag.... Mir sind diese meistens zu übertrieben menschlich gezeichnet, mit zu vielen Ecken (Das scheint ja in Mode gekommen zu sein) und leider trifft das auf Helen auch zu. Zudem waren mir einige Stellen über die Polizeiarbeit zu oberflächlich und manche Widersprüche haben sich für mich auch nach Beendigung des Buches nicht erklärt.

Meine Meinung

Das Buch enthält recht kurze Abschnitte, die es dem Leser enorm erleichtern schnell in die Geschichte zu kommen. Man erfährt einiges aus der Sicht der Opfer, meiner Meinung nach die spannendsten Szenen, die bedauerlicherweise recht oberflächlich gehalten wurde. Man konnte die Verzweiflung der Gefangenen spüren, doch man konnte zu keinem eine Beziehung aufbauen, weswegen es einem letztendlich egal war, wer die Wahl gewinnt.

Die Idee mit der Entscheidung wer von zwei Menschen sterben muss ist bei weitem nicht neu. Ich habe schon einige Thriller mit einer ähnlichen Thematik gelesen, doch auch "Eene Meene" hat eine teils sehr gut durchdachte Story, die sich erst auf den letzten Seiten auflöst. Zwar gibt es die sogenannten falschen Fährten, doch leider ging es mir am Ende dann zu schnell, einiges wurde einfach nicht aufgeklärt und als Leser habe ich mich stellenweise gefühlt, als würde ich im Regen stehen gelassen werden. Es ist eine interessante Geschichte, die Auflösung ist auch echt gut, doch leider fehlt meiner Meinung nach eine Menge um dieses Buch von den durchschnittlichen Thrillern, die man derzeit auf dem Markt findet, abzuheben.

Fazit

Ein durchschnittlicher Thriller, nicht mehr, nicht weniger!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.

Sonntag, 18. Mai 2014

Versteckt - Jack Ketchum

Da wir gerade Urlaub hatten bin ich nicht so viel zum Lesen und Arbeiten gekommen. Vielleicht lag es auch an meinem aktuellen Buch, das sich zäh wie Kaugummi hingezogen hat. Trotzdem möchte ich euch das Buch kurz vorstellen, denn es stammt von einem berühmten Autoren.

Inhalt

erschienen bei Heyne Hardcore
Dead River ist kein Ort für junge Leute. Die Hitze und die Langeweile legen sich über sie und saugen das Leben aus ihnen heraus. Auf verzweifelter Suche nach einem Adrenalinkick streifen Dave und seine Freunde durch das Dorf. Ein verlassenes Haus wird schließlich zu ihrer Spielstätte. Doch Freunde können gefährlich sein. Und das Spiel wird blutiger als geplant ...


Meine Meinung

Puhh, ob man dieses Buch tatsächlich dem Hardcore Horror zuordnen kann, bezweifle ich stark. Ich muss gestehen, dass ich von Jack Ketchum bereits "Evil" gelesen hatte, das sehr brutal war, aber auch eine gute Story besaß. Beides kann man von "Versteckt" nicht behaupten... Es ist mehr ein Versuch von Ketchum eine fragwürdige Beziehung zu skizzieren, die Höhen und Tiefen zu beschreiben und verschiedenste Charaktere zu erschaffen. Meiner Meinung nach ist dies alles nicht sonderlich gut gelungen.

Worum geht es eigentlich? Im Grunde würde es mir nicht schwer fallen das Buch in ein oder zwei Sätzen zu erklären, denn leider gibt die Story nicht allzu viel her. Die ersten 100 Seiten plätschern monoton dahin, wir lernen Dan kennen, wir lernen seine neuen Freunde kennen und das Mädchen auf das er steht.... Alles schön und gut, doch wo ist der rote Faden.... Klar, ein unheimliches Haus wurde erwähnt und dem aufmerksamen Leser sollte klar sein, dass es genau darum geht, doch irgendwie fehlt die Spannung. Nur die letzten Seiten machen das buch teilweise lesenswert, aber leider sind auch hier die Beschreibungen der Situationen nicht gelungen.

Das Ende von dem Buch war in Ordnung, aber leider mehr auch nicht. Es war etwas zäh geschrieben. Ich hätte das Buch getrost an jeder Stelle abbrechen können.... Ich muss ehrlich sagen, dass ich kein Buch von Ketchum mehr lesen werde.

Fazit

Definitiv kein Horror!!!! Eher der Versuch eine Teenie-Liebesgeschichte mit etwas Grusel zu verbinden....
Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.

Mittwoch, 30. April 2014

Der Totenerwecker - Wrath James White

Puhhh, ich glaube ich muss auch gleich am Anfang warnen, denn "Der Totenerwecker" ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wer Richard Laymon oder Edward Lee mag, wird hingegen von diesem Buch begeistert sein. Es ist ein Buch voll abgrundtiefem Horror, voller Perversität und mit einer MEEEENNNGEEE Blut. Da ich selbst großer Fan von solchen Büchern bin und sie eben hin und wieder gerne lese, möchte ich euch heute das Buch vorstellen.

Inhalt

Erschienen bei Festa
Seitdem der neue Nachbar Dale McCarthy in das Haus einzog, hat Sarah schreckliche Albträume. Sie träumt immer wieder, dass sie und ihr Mann in ihrer Wohnung brutal ermordet werden. Sarah weiß, dass dies nur wirre Ängste sind.

Bis sie eines Morgens erwacht und die Flecken auf dem Teppich und das Blut auf der Matratze bemerkt ...

Schreibstil

Ja, der Stil von Wrath James White kann man wohl mit einem Wort am besten beschreiben: Bittersüß. Er hat es auf jeden Fall drauf eine enorme Spannung zu erzeugen, schon nach den ersten Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn manche Passagen wirklich ekelhaft sind. Als einziges Manko muss ich hier an dieser Stelle die Übersetzung erwähnen. An wenigen Stellen gab es hier kleine Fehler, die meiner Meinung aber durch die durchwegs Spannenden Handlung nicht ins Gewicht fielen.

Charaktere

Zu Beginn lernen wir Dale im Kindesalter kennen und werden gleich mit seiner "Gabe" bekannt gemacht. Er kann Tote zum Leben erwecken. Eigentlich etwas gutes, doch dem Leser wird schnell klar, dass in Dale der leibhaftige Teufel lauert. Ich habe in Büchern schon viele Serienmörder getroffen, aber Dale ist meiner Meinung der schlimmste, der böseste und der brutalste. Ich hatte oft eine Gänsehaut auf der Haut, als aus seiner Sicht geschrieben wurde.

Nachdem wir Dale im Kindesalter kennengelernt haben, kommen wir erst einmal zu einem süßen, total verliebten Paar. Wir lernen Sarah und Josh kennen, die sich nach vielen Ehejahren noch immer anziehend finden... Ich mochte Sarah gleich, auch wenn sie nicht die typische Frau ist. Leider zieht dann jemand im Nachbarshaus ein und man kann sich an dieser Stelle sicher denken wer es ist....

Meine Meinung

Also das Buch würde ich gleich einmal unter "Extrem-Horror" einordnen. Obwohl ich sehr viel durch Richard Laymon gewohnt bin, musste selbst ich bei "Der Totenerwecker" oftmals schlucken. Die Story war durchwegs sehr spannend und man weiß vor allem niemals wie es weitergeht, denn die Geschichte von Sarah scheint ausweglos zu sein. Doch Sarah und ihr Mann wollen sich nicht so schnell unterkriegen lassen und wollen mit aller Macht beweisen, dass ihr neuer Nachbar hinter der ganzen Sache steckt. Doch wie beweist man einen Mord bei dem es keine Leichen gibt? Bei dem die Leute wie durch Zauberhand wieder auferstehen? Diese Fragen fand ich beim Lesen sehr interessant. Wrath James White hat eine tolle Story erfunden, eine Story, die mir so noch nicht untergekommen ist. Auch das Ende hat mir gefallen, auch wenn natürlich noch einiges an Fragen offen geblieben sind. Aber vielleicht wird es ja einen zweiten Teil geben?

Fazit

Ein toller Horrorroman der definitiv nichts für schwache Nerven ist.

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Samstag, 26. April 2014

Dark Village (Bd.2) -dreht euch nicht um - Kjetil Johnson

So, nachdem ich meinem Mann den ersten Band gemeinsam gelesen haben, haben wir uns auch alle bis jetzt erschienenen Nachfolgebände zugelegt. Ich finde von außen sind sie echt der Hammer, aber leider.... Lest erst mal selbst.

Inhalt

Erschienen bei Coppenrath
Trine und Vilde haben ihre Liebe füreinander entdeckt, doch äußere Umstände bringen die beiden wieder auseinander. Nora sucht währenddessen das Gespräch mit Nick und erzählt ihm von Benedictes Behauptung, er habe sie vergewaltigt. Weitere Verwicklungen, die auch Nicks Familienumstände betreffen, sorgen für großen Nervenkitzel.


Schreibstil

Ja, ja, der liebe Kjetil Johnson hat einen sehr einfachen Schreibstil, manchmal wiederholt er in seinen Büchern ganze Abschnitte, was bei einem solchen Buch natürlich ins Gewicht fällt. Die Schrift ist sehr groß, sehr viele leere Seite und für uns wirkt das ein klein wenig unnötig in die Länge gezogen, denn die Geschichte von Band 1 und Band 2 hätte man mühelos in einem 300 Seiten Buch zusammenfassen können! Aber nun ja, es ist wie es ist. 


Unsere Meinung

Puhh, Puhh, Puhh, wie soll ich hier jetzt anfangen. Der erste Band hat uns ganz gut gefallen, man hat die Charaktere kennengelernt, die alle irgendwie verschieden und ziemlich schräg drauf sind. Der zweite Band setzt an den ersten an und es bleiben nur noch wenige Tage bis zum Mord. Diese Idee, die Tage vor einem schlimmen Unglück zu erzählen und im Hinterkopf zu wissen, dass es einen unserer Protagonisten treffen wird, ist wirklich sehr spannend, doch leider ist die Umsetzung nicht so recht gelungen. Es kommen viele recht "perserve" Szenen vor, die ich von Richard Laymons Büchern erwarten würde, nicht aber von einem Jugendthriller... Leider ziehen diese Stellen das Buch ungewollt ins Lächerliche... Die Spannung flacht ab und man kann eigentlich nur mit dem Kopf schütteln... 

An manchen Stellen erkennt man den Schriftsteller in Kjetil Johnson, denn er hat wohl auch eine emotionalere Seite und findet manchmal die treffenden Worte. Leider kann er den Stil nicht halten.

Wir finden es Schade, dass der Autor einige Stellen so sehr in die Länge ziehen und mit unwichtigen Details füllen muss, denn die Geschichte hat auf jeden Fall potenzial. Besonders die Geschichte um Nick, seine Vergangenheit und die Sache mit der Lehrerin ist unheimlich spannend. Nur irgendwie fehlt in den Büchern das gewisse "Etwas". Die Charaktere sind leider nicht sehr tiefgründig und man erfährt nur wenig über sie. Die einzige, die dem Leser zudem sympatisch ist, ist wohl Nora, denn sie scheint wenigstens halbwegs normal zu sein, auch wenn ihre Gedanken manchmal auch nicht so recht nachvollziehbar sind.


Fazit

Die Geschichte könnte so spannend sein.... Mal schauen ob der nächste Band mehr überzeugen kann"


Wir vergeben gut gemeinte 3 von 5 Käseratten, aber wehe der nächste Band ist auch so ;)

Freitag, 25. April 2014

Frag die Toten - Linwood Barclay

Vor Jahren habe ich bereits ein Buch von Linwood Barclay gelesen. "Ohne ein Wort" habe ich damals sehr gerne gelesen, auch wenn Barclays Stil etwas anders ist und von normalen Thrillern abweicht. Nun habe ich mich an "Frag die Toten" als Hörbuch gewackt, da mich schon der Klappentext neugierig gemacht hat.

Inhalt

Erschienen bei Knaur.
Keisha schlägt sich als Medium durch. Die junge Frau studiert Todesanzeigen und gaukelt den trauernden Angehörigen vor, Verbindung zu den Verstorbenen aufnehmen zu können. Natürlich kostet das Geld: 5000 Dollar. Die meisten kaufen Keisha die Nummer ab. Auf den ersten Blick auch Wendell Garfield, der verzweifelt nach seiner verschwundenen Frau sucht. Doch der Schein trügt ...

Schreibstil

Ich denke, dass ich mich als erstes Mal über Barclays Stil auslassen muss. Dieser weicht nämlich stark von anderen Thrillern ab. Er setzt den Fokus auf die Dialoge und die Ausarbeitung der verschiedenen Charaktere. Auch in "Frag die Toten" geht es nicht wirklich um die Aufklärung eines Mordes oder dergleichen, sondern um die Geschichte von Keisha, die Leute betrügt, um an Geld zu kommen, dann jedoch in einen großen Schlamassel gerät. Mir gefällt Barclays Stil recht gut, auch wenn an einigen Stellen die Spannung auf der Strecke geblieben ist.

Charaktere

Der Autor versteht es die Charaktere bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Für die einen mag der Stil etwas zu langatmig sein, doch Fans von Barclays Werken werden dies an seiner Arbeit besonders schätzen. In "Frag die Toten" lernen wir als erstes mal Keisha von einer Seite kennen, die eigentlich nicht so sympatisch wirkt. Während der Geschichte versteht man aber ihre Beweggründe und kann sich besser in sie hinein versetzen. Sie ist eine sehr sympatische Protagonistin mit Ecken und Kanten, die aber sehr viel Herz hat.

Meine Meinung

Das Buch hat mich von der ersten Seite an in die Geschichte gezogen, die von einer Frau erzählt, die sich als Medium ausgibt, in Wahrheit jedoch keinerlei Fähigkeiten besitzt. Die Idee ist nicht neu, wurde in dem Buch aber sehr gut umgesetzt. Man lernt zu Beginn die Masche kennen, nach der Keisha vorgeht, doch bei einem weiteren Fall wird ihr genau diese zum Verhängnis. Ich möchte an dieser Stelle nicht so viel darüber verraten, aber mir hat die Entwicklung der Geschichte sehr gut gefallen.

Was mit leider streckenweise gefehlt hat war die Spannung. Vor allem die Stellen aus der Sicht von Keishas Freund waren teils sehr langatmig, weil einfach nichts passiert ist. Das Ende hingegen hat mir wieder gut gefallen, auch wenn es ein klein wenig böse ist.

Fazit


Ein tolle Geschichte mit vielschichtigen Charakteren

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Donnerstag, 24. April 2014

Wanted. Ja. Nein. Vielleicht - Lena Hach

Gemeinsam mit der Autorin durfte ich dieses Buch bei einer Leserunde auf Lovelybooks lesen. Der Klappentext hat mich gleich angesprochen, da mir die Idee mit den Abrisszetteln sehr gut gefallen hat.
Aber lest erst einmal selbst, worum es in dem Buch geht ;)

Inhalt

Seit seine Freundin ihn verlassen hat, leidet der fünfzehnjährige Finn an Liebeskummer der Stufe zehn. Das hat zumindest sein bester Kumpel Moritz diagnostiziert. Obwohl dieser sich alle Mühe gibt, Finn aufzumuntern, kann der erst wieder richtig lachen, als er an einer Litfaßsäule zufällig einen merkwürdigen Abrisszettel erblickt. Aber wer ist das Mädchen, das die Zettel aufhängt, und wie kann er sie kennenlernen? Zum Glück hilft ihm Moritz auf die Sprünge ... 


Charaktere

Wir lernen zu Beginn des Buches Finn kennen, der von seiner Freundin verlassen wurde. Ich muss gestehen, dass ich ihn schon zu Anfang nicht besonders sympatisch fand, gerade weil er sich mit einem Mädchen wie Sophie abgegeben hat. Seine Entwicklung in dem Buch ist allerdings toll, auch wenn er einige Rückschläge einstecken muss.

Lara ist hingegen eine sehr tolle Persönlichkeit, die allerdings eine Menge Probleme hat. Nach und nach erzählt sie alles und in dem Buch entwickelt sich eine emotionale, teils sehr tiefgründige Geschichte. Sie ist wohl der Charakter, den ich jetzt nach dem Lesen am meisten vermissen werde.


Meine Meinung

Das Buch ist in sehr einfacher Sprache gehalten, sodass man sehr schnell ins Buch reinkommt. Man lernt schnell alle nötigen Charaktere kennen und hat sofort ein Bild vor Augen. Meiner Meinung nach sagt der Klappentext jedoch nicht das aus, was die Geschichte im wesentlichen ausmacht. Es ist nicht die Liebesgeschichte, sondern viel mehr die kleinen, gefühlvollen Passagen in denen man den Charakteren unendlich nahe kommt. Das habe ich für solch ein Jugendbuch sicher nicht erwartet.

Ich als Leser habe vor allem mit Lara mitfühlen können. Finns Reaktionen bezüglich Sophie konnte ich teilweise nicht nachvollziehen, aber so ist das wohl wenn man ein eine rosarote Brille auf hat. Das Ende des Buches ist sehr gut gelungen, sehr emotional und doch voller Hoffnung. Einfach toll!


Fazit

Ein tolles Jugendbuch, das auch junggebliebene Erwachsene lesen sollten.!


Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.