Freitag, 9. März 2018

[Rezension] One of us is lying - Karen M. McManus

Titel: One of us is lying
Autor:  Karen M. McManus
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 26. Februar 2018
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe © cbj

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!




"An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv..."




Als großer Fan von "The Breakfast Club", aber auch "Gossip Girl", "Pretty little Liars" und natürkuch auch Jugendthrillern, hat mein Herz bereits beim Lesen des Klappentextes zu "One of us is lying" von Karen M. McManus höher geschlagen.

Das Debüt der Autorin kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Der Schreibstil ist sehr jugendlich und durch die wechselnden Perspektiven bekommt man Einblick in die typischen Stereotypen, die es an jeder Schule/Highschool zu geben scheint.

Karen M. McManus beginnt ihren Jugendthriller auch gleich am Tag des Nachsitzens, an dem Simon augenscheinlich ermordet wurde. Zwar hatte ich in den einzelnen Abschnitten am Anfang etwas Probleme, die vielen Personen auseinanderzuhalten, denn es geht wie gesagt um alle vier Jugendliche, ihre Familien und ihren Freundeskreis, aber irgendwann war ich auch komplett in der Geschichte gefangen.




- Bronwyn -

Bronwyn war hier in diesem Buch wohl mein Lieblingscharakter. Sie ist eine typische Streberin, die etwas unter dem Einfluss ihrer Eltern steht und unbedingt nach Yale will. Dafür tut sie alles - wirklich alles ...

Ich mochte Bronwyn sehr gerne, vielleicht auch, weil Nate und sie gefühlt schon etwas im Zentrum dieser Geschichte stehen. Sie muss in diesem Buch lernen, was es bedeutet, zu seinen Fehlern zu stehen und dass es in Ordnung ist, nicht immer perfekt zu sein!

- Nate -

Nate ist der Drogendealer der Schule und er unterscheidet sich etwas von den anderen Jugendlichen, denn er interessiert sich null für den ganzen Tratsch und Klatsch der über ihn verbreitet wird. Er ist halt wie er ist und versteckt sich nicht hinter einer Fassade! Das fand ich toll an ihm, auch wenn er immer wieder ein paar sehr nachdenkliche Momente besitzt, in denen klar wird, dass er sich manchmal wünscht, aus seiner "Rolle" auszubrechen ...

- Addy -

Addy ist die typische Abschlussball-Prinzessin. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch noch beliebt und hat einen augenscheinlich perfekten Freund. Dass auch sie einen großen Fehler begangen hat, macht sie irgendwie sympathisch und menschlich. Zu Beginn der Geschichte hätte ich nämlich gedacht, dass ihre ganze Welt doch recht oberflächlich ist!

- Cooper -

So und dann haben wir noch Cooper, den ich weniger mochte. Er ist der typische Sportler, der furchtbar unter Druck steht, denn sein Vater verlangt von ihm immer die beste Leistung. Doch ist nicht irgendwann einmal ein Punkt erreicht, an dem es vielleicht nicht mehr weitergeht? Vielleicht auch im privaten Bereich ...

Ihn einzuschätzen fiel mir von Anfang an etwas schwerer. Ich muss gestehen, dass ich mit ihm und seiner ganzen Geschichte nicht so recht warm wurde, er aber am Ende doch noch einiges an Sympathie gewinnen konnte!




Wie einst im berüchtigten "Breakfast Club" treffen sich auch hier fünf Jugendliche zum Nachsitzen. Fünf Stereotypen versammeln sich: Die Streberin, der Sportler, der Rebell, das Prinzesschen und natürlich jemand, der in der heutigen Zeit nicht fehlen darf: ein "Gossip Girl", der in diesem Fall ein Junge ist ...

Dieses Nachsitzen endet für Simon, der eine Erdnussallergie hat, dann tödlich und die vier restlichen Schüler geraten in den Fokus der Ermittlungen, denn sie alle hatten ein Geheimnis, das Simon in seiner Gossip App platzen lassen wollte.

Die Ausgangsstory hat mir hier schon ausgesprochen gut gefallen, denn wir steigen hier sofort ins Geschehen ein und lernen dann, nach diesem schrecklichen Vorfall, die unterschiedlichen Leben der vier Jugendlichen kennen! So erfahren wir, welche Geheimnisse sie zu verbergen haben und wie "unperfekt" sie doch alle beim genaueren Betrachten sind.

Persönlich mochte ich Bronwyn und Nate am meisten, aber auch Addy, die auf den ersten Blick wie eine oberflächliche Tussi erscheint, konnte ich irgendwann in mein Herz schließen. Nur die Verbindung zu Cooper hat mir etwas gefehlt! Spannend fand ich aber hier, dass sie alle kleine (oder große) Geheimnisse haben und dass sich zwischen ihnen im Laufe der ganzen Geschichte zudem eine Art Freundschaft entwickelt!

Toll fand ich, dass sie (fast) alle lernen müssen zu ihren Fehlern zu stehen. Dies gehört zum Erwachsenwerden. Wir können nicht unser ganzes Leben eine Fassade aufrecht erhalten, sondern müssen uns irgendwann selbst finden! Es ist schade, dass wir in der Gesellschaft immer wieder eine Rolle spielen müssen, um im Anschluss in Schubladen gesteckt zu werden. In jedem Menschen steckt aber viel mehr als nur eine Richtung ...

Natürlich spielen auch die Ermittlungen und die Presse eine wichtige Rolle. So werden unsere vier Tatverdächtigen bald öffentlich angeprangert, jedes noch so kleine schmutzige Geheimnis wird breitgetreten. Willkommen in unserer Gesellschaft!

"One of us is lying" war für mich ein Jugendthriller ganz nach meinem Geschmack. Es gibt viele Geheimnisse, die offenbart werden und die ganze Zeit ist der Leser animiert, mitzurätseln. Im Gegensatz zu anderen Rezensenten hat mir die Auflösung gefallen - klar, der erfahrene Thrillerleser ahnt irgendwann, in welche Richtung es gehen kann, aber dennoch war es für mich alles stimmig. Ja, ein anderes Ende hätte ich an dieser Stelle, nachdem ich alle Charaktere näher kennengerlent habe, auch nicht für möglich gehalten!




Das Debüt von Karen M. McManus ist eine tolle Mischung aus "Breakfast Club", "Pretty little Liars" und "Gossip Girl". Mich konnte die Geschichte bestens unterhalten und ich habe mich beinahe selbst als Teil des "Mörder Clubs" gesehen ...

Mittwoch, 7. März 2018

[Abgebrochen] Liebe findet uns - J. P. Monninger

Titel: Liebe findet uns 
Autor:  J. P. Monninger
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 14. Juli 2017
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Ullstein




"Es ist der eine letzte Sommer nach der Uni, bevor das echte Leben beginnt. Heather reist mit ihren zwei besten Freundinnen durch Europa. Sie liest Hemingway, lässt sich durch die Gassen der Altstädte treiben. Dass sie Jack begegnet, hätte sie nicht erwartet. Und schon gar nicht, dass sie sich unsterblich in ihn verliebt. Er folgt Stationen aus dem alten Reisetagebuch seines Großvaters. Es ist sein Ein und Alles, und Jack beginnt die Schätze daraus mit Heather zu teilen. Die beiden besuchen die unglaublichsten Orte und verbringen die schönste Zeit ihres Lebens. Bis Jack völlig unerwartet verschwindet. Heather ist verzweifelt, wütend. Was ist sein Geheimnis? Sie weiß: Sie muss ihn wiederfinden."




Puhh, ja, es musste sein ... Ich habe echt mal wieder ein Buch abgebrochen, durch das ich mich nun fast eine Woche gequält haben. Eigentlich hatte ich mir "Liebe findet uns" von J. P. Monninger bereits fest für Valentinstag vorgenommen, es dann aber immer wieder vor mir hergeschoben. Liebesromane sind bei mir ja eh ein schwieriges Thema und ja, ich habe schon nach wenigen Seiten gemerkt, dass hier der Funke einfach nicht überspringt.

Ich denke, bei der Liebesgeschichte fehlte mir hier einfach Gefühl ... Heather und Jack kommen in Windeseile zusammen - im Zug lernen sie sich kennen, kommen ins Gespräch und Schwupps: Es ist die große Liebe ...

Allerdings war ich dann doch von Anfang an genervt, dass Heather und Jack zwei unterschiedliche Weltanschauungen haben und sich deswegen immer wieder in die Haare kriegen. Jack ist ein typische Freigeist, Heather hingegen möchte ein geordnetes Leben. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie langweilig ich Heather fand, denn sie stellte hier für mich tatsächlich so einen 0815-Durchschnittsmenschen da ...

Die Charaktere waren mir leider alle so eindimensional ...Da wir als Leser gleich bei der Situation einsteigen, in der die beiden sich kennenlernen, erfahren wir eben nur das, was die beiden über sich erzählen - und das ist leider reichlich wenig. Tiefgründige Gespräche hab ich vergebens gesucht, von daher wusste ich nach der Hälfte des Buches noch reichlich wenig über unsere beiden Protagonisten ...

Im Klappentext wird ja bereits Jacks Verschwinden angepriesen ... Das durfte ich nicht mehr erleben, obwohl ich tatsächlich über die Hälfte gelesen habe. Auf diesen über 200 Seiten ist allerdings nicht viel passiert, außer das ständige Rumgeknutsche, oberflächliche Gespräche und viele Streitthemen ... Das Buch hat mich leider nur noch genervt ...

Ich muss gestehen, dass ich kurz ins Ende reingelesen habe, denn ich hatte eine Vermutung, in welche Richtung es gehen wird. Und ja, ich hatte recht. Für mich war "Liebe findet uns" leider eine Enttäuschung und ich bin froh, dass ich es jetzt abgebrochen habe ...



Montag, 5. März 2018

[Rezension] Dein Leben gegen meins - Liv Constantine

Titel: Dein Leben gegen meins
Autor:  Alice Feeney
Genre: Psychothriller, Thriller, Roman
Erscheinungsdatum: 5. März 2018
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe © HarperCollins

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Amber hat es satt, unsichtbar zu sein. Sie will Daphnes perfektes Leben, ihr Geld, ihre Häuser, doch vor allem will sie ihren Mann: den attraktiven und extrem erfolgreichen Jackson Parrish.
Und sie wird nicht ruhen, bis sie Daphnes Platz eingenommen hat.
Daphne hatte nicht immer Angst vor ihrem Mann. Doch seit Langem ist Daphnes Leben die Hölle. Bis sie eine neue Freundin findet: Amber."





Bei Lovelybooks habe ich wieder mal ein Buch erspäht, das sich ganz nach meinem Geschmack angehört hat. "Dein Leben gegen meins" ist das Debüt zweier Schwestern, die hier eine sehr bedrohliche, durchwegs tiefgründige und bitterböse Geschichte geschaffen haben.

Für mich war das Buch durchwegs spannend, auch wenn einige bei der Leserunde den ersten Teil aus Ambers Sicht doch etwas zäh empfanden. Dem kann ich nicht zustimmen, denn hier schaffen die beiden Autorinnen ein tolles Bild einer zerbrochenen und von Neid zerfressenden Person, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ein perfektes Leben zu führen!

In dem Thriller, der wohl vielmehr ein Psychothriller ist, ist eine durchwegs bedrohliche Atmosphäre vorhanden. Wir lernen Charaktere kennen, die vielleicht auf den ersten Blick unsympathisch erscheinen, die allerdings im Inneren vielleicht noch etwas zu verbergen haben. Der Leser ist durchwegs animiert, Situationen selbst einzuschätzen und sich nicht von den ersten Blick manipulieren zu lassen. Die Geschichte beweist wieder einmal, dass wir Menschen viel zu schnell urteilen ...




- Amber -

Das erste Drittel des Buches beschäftigt sich mit Amber. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass Neid furchtbar unsympathisch macht! Amber ist neidisch auf Daphne, die in einer perfekten Welt zu leben scheint ... Sie hat ein großes Haus, einen liebenden Ehemann, sie ist beliebt und kann sich alles, wirklich alles, leisten.

Amber möchte Daphnes Leben haben, sie will das Haus, die Kinder und ihren Mann. Die beiden ungleichen Frauen lernen sich im Fitnessstudio kennen, kommen sich näher und werden so etwas wie Freundinnen - wären da nicht Ambers bitterböse Hintergedanken!

Amber selbst kann man als Leser nur für abgrundtief böse halten. Sie ist in ihrem Vorgehen skrupellos, sie manipuliert sämtliche Menschen und sie ist sehr berechnend. Dadurch war sie für mich allerdings auch ein furchtbar spannender Charakter!

- Daphne -

Daphne hat das perfekte Leben, so scheint es jedenfalls auf dem ersten Blick. Der Klappentext lässt bereits vermuten, dass hier bereits einiges verbogen liegt! Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, da ich doch gemerkt habe, das es einen Teil der Spannung weg genommen hat.

Was ich sagen kann: Daphne ist Luxus gewohnt, die hat zwei Kinder und anscheinend einen Mann, der sie auf Händen trägt. Doch hinter verschlossenen Türen ist nicht alles so perfekt, wie es auf den ersten Blick scheint.

Ich hatte Mitleid mit Daphne, gleichzeitig fand ich sie extrem stark! Das, was sie durchmachen muss und was im Abschnitt aus ihrer Sicht geschildert wird, ist brutal, es ist praktisch die Hölle auf Erden. Eine Hölle, der sie nicht entfliehen kann!




Psychothriller gehören für mich nach wie vor zu einem recht schweren Genre. Warum? Weil es schwer ist, den Leser wirklich tief in die menschliche Psyche zu entführen, ihnen Einblicke in die tiefschwarzen Abgründe zu geben und trotzdem eine spannende und vor allem abwechslungsreiche Geschichte zu verfassen. Das Autorenduo Liv Constantine hat dies für mich auf jeden Fall geschafft!

Schon nach den ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte gefangen, auch wenn alle Personen doch recht stereotypisch wirken. Allerdings ist das nur der erste Blick, der uns in Daphne einen regelrechten Snob präsentiert, in ihren Kindern verzogene Gören und in Jackson, ihrem Ehemann, einen vielbeschäftigten Ehemann, der seine Frau allerdings abgöttisch liebt.

Die Leserunde zu diesem Buch hat mir wieder einmal gezeigt, wie schnell wir Menschen doch urteilen und uns dazu hinreißen lassen, nur das äußere Bild zu betrachten. Daphne ist furchtbar naiv und einfach nur in ihrer Luxuswelt gefangen? Amber einfach nur ein neidisches Biest? Und Jackson ein Mann aus dem Bilderbuch? Nein, weit gefehlt!

In diesem Thriller, der wohl eher ein Psychothriller ist, geht es um Manipulation, um die Ausübung von Macht und um Intrigen. Wer ist der Gewinner? Wer der Verlierer? Das wird erst am Ende klar, auch wenn der Leser, durch den etwas missglückten Klappentext leider schon eine gewisse Vorahnung hat!

Dieser Klappentext ist auch meine einzige Kritik an dieser Stelle, denn sie deutet eine sehr starke Wendung leider bereits an und hat diese dann leider abgeschwächt. Das ist sehr schade, denn diesen großen Knall braucht das Buch, um zu schockieren, um den Leser mit seiner Oberflächlichkeit zu konfrontieren und um das Geschehen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Nachdem wir erst einmal Amber und ihre Machenschaften kennenlernen, geht es dann nämlich aus der Sicht von Daphne weiter und dieser Abschnitt hat es wirklich in sich! Er ist nicht nur brutal, nein, er ging mir als Leser so nahe, dass ich schlucken musste. Hier haben die Autorinnen eine sehr bittere Geschichte verfasst, die für mich kaum auszuhalten war!

"Dein Leben gegen meins" ist zwar ein recht ruhiger Psychothriller, der mich aber von der ersten Seite dennoch in den Bann gezogen hat. Nach und nach werden Parallelen gezogen, kleine Anspielungen endlich gelüftet und die Wahrheit offenbart. Die Frage ist, wer hier wirklich am längerem Hebel sitzt ...

Schadenfroh wie ich nun einmal bin, fand ich die letzten Seiten einfach nur perfekt! Manchmal, ja manchmal, bekommen Menschen dann doch noch ihre gerechte Strafe!




"Dein Leben gegen meins" ist eine bitterböse Geschichte über Intrigen, Lügen, Manipulation und dem schönen Schein, der auf den zweiten Blick einfach verpufft. Ein genialer Psychothriller, der nur durch den großen Spoiler im Klappentext etwas abgeschwächt wird. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorinnen!



Freitag, 2. März 2018

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat Februar 2018

Und wieder ist ein Monat rum und ich blicke wieder einmal auf viele interessante Bücher zurück. Zudem ist im Februar mein mittlerweile fünftes Buch erschienen, was mich zahlreiche Nerven und viele Tränen gekostet hat. Nun bin ich aber froh, dass "Ymberra" das Licht der Welt erblicken durfte und das Momentum, das Jahr der Entscheidung, von Jesper und Pearl endlich vorbei ist. Das letzte Jahr war in dieser Hinsicht auch für mich ein Jahr der Entscheidung, denn ich wusste lange Zeit nicht, ob ich das Buch überhaupt herausbringen sollte ...

Mir geht es beim Schreiben nicht wirklich ums Veröffentlichen und ich bin auch niemand, der dauernd Werbung machen kann oder sich aufdrängt, um Leser zu finden. Deswegen ist diese Branche im Grunde nichts für mich - ich habe zuwenig Selbstbewusstsein und zu wenig Vertrauen in mich! Das wurde mir auch mit diesem Buch mal wieder klar! Ich habe mir deswegen vorgenommen, nicht mehr das Veröffentlichen meiner Geschichten anzustreben, sondern in erster Linie zu schreiben. Das bekommt mir hier einfach viel besser!

Nun kommen wir aber zum Lesen ... Ja, das musste ich aufgrund der Veröffentlichung etwas hinten ansetzen, weswegen es in diesem Monat kaum Neuerscheinungen gab und ich für viele Bücher auch recht lange gebraucht habe.

Insgesamt habe ich dennoch 9 Bücher geschafft!


- Thriller/Psychothriller/ Krimi -

Manchmal lüge ich - Alice Feeney (5 von 5)
Ich will dich nicht töten (Band 3) - Dan Wells (4 von 5)
Blitze des Bösen - John Saul (4 von 5)
Und hinter dir die Finsternis - Mary Higgins Clark (3 von 5)

- Roman -

Die Oleanderfrauen - Teresa Simon (4 von 5)
Geschehnisse am Wasser - Kerstin Ekman (2 von 5)

- Jugendbuch -

Malika oder: Komm mit in meinen Traum - Valérie Valère (5+ von 5)

- Fantasy -

Midnight, Texas - Charlaine Harris (2 von 5)

- Klassiker -

Das Notizbuch von Sherlock Holmes - Arthur Conan Doyle (5 von 5)


Cover  © Rowolth




Hach, hier muss ich wohl Amber aus "Und manchmal lüge ich" von Alice Feeney nennen, auch wenn viele Leser sie wohl eher nicht verstehen werden, so ging mir ihre Geschichte doch extrem nahe. Nach und nach wird in diesem Psychothriller ein wirklich erschreckendes Bild zusammengesetzt und als Leser weiß man lange Zeit nicht, ob man Amber vertrauen kann, sagt sie doch auf den ersten Seiten selbst, dass sie manchmal eben lügt ...




Das wird euch hier mittlerweile sicher langweilen, aber ich muss hier mal wieder Sherlock Holmes nennen. Tja, ich finde ihn nach wie vor brilliant, auch wenn er in einer Kurzgeschichte in "Das Notizbuch des Sherlock Holmes" eine sehr rassistische Seite an sich gezeigt hat. Das hat mir doch eine andere Seite seines Charakters gezeigt, die hoffentlich eine Ausnahme war ...



Cover  © Piper



Meinen spannendsten Buchmoment hatte ich auf jeden Fall mit Dan Wells "Ich will dich nicht töten", denn am Ende passiert etwas, das nicht nur John Wayne Cleaver vollkommen durcheinanderbringt, sondern auch mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Obwohl der dritte Band hier echt lahm anfängt, schlägt das Ende wirklich ein wie ein Blitz!



Cover © dtv




Weinen musste ich in diesem Monat nur bei einem Buch und das war bei "Malika oder: Komm mit in meinen Traum". In diesem Roman einer viel zu früh verstorbenen französischen Autorin geht es um eine Geschwisterliebe der besonderen Art und die Welt der Erwachsenen, die hier wieder einmal kritisch betrachtet wird. Die letzten Seiten haben mich vollkommen zerrissen!


Und wie sah euer Februar aus? Seid ihr zufrieden?


Dienstag, 27. Februar 2018

[Rezension] Midnight, Texas - Charlaine Harris

Titel: Midnight, Texas
Autor:  Charlaine Harris
Genre: Roman, Fantasy
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2018
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Heyne

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!

"Die Bewohner Midnights haben diesen Ort allesamt aus einem Grund zu ihrem Zuhause gewählt: Das texanische Städtchen ist klein und ruhig. Und damit ein perfektes Versteck. Doch wovor verstecken sie sich? Allein Bobo Winthrop, der Besitzer des Pfandhauses, scheint von jedem in der Stadt etwas zu wissen. Da ist Bobos neuer Untermieter, der seine Wohnung nur nachts verlässt. Oder die Esoterik-Lady, die behauptet, eine Hexe zu sein. Als Bobos Freundin Aubrey verschwindet, fangen die Einwohner an, Fragen zu stellen. Zu viele Fragen, denn plötzlich drohen Geheimnisse ans Tageslicht zu kommen, die besser verborgen geblieben wären ..."




Lange habe ich mich auf "Midnight, Texas" von Charlaine Harris gefreut, denn das Buch klang in der Verlagsvorschau ganz nach meinem Geschmack. Ich liebe das Paranormale und zusätzlich wollte ich schon immer mal ein Buch der Autorin lesen. Die "True Blood"-Reihe war mir dabei zu lang, also habe ich mich auf diesen neuen Reihenauftakt gefreut.

Was soll ich sagen? Schon nach ein paar Seiten wurde mir klar, dass ich jetzt wohl ganz stark sein muss ... Denn erst einmal passiert nichts ... Wir lernen das Städtchen Midnight in Texas kennen, ihre Bewohner und leider einen sehr unsympathischen Hauptcharakter namens Manfred. Zu allem Überfluss konnte ich mich mit Charlaine Harris Schreibstil nicht so recht anfreunden, sie beschreibt viel und ausführlich, aber leider wenig tiefgründig. Ich konnte mir Midnight und sämtliche Bewohner daher nur oberflächlich vorstellen!




- Manfred -

Manfred und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr ... Er ist ein sehr oberflächlicher Typ, der natürlich die Schönheit jüngerer Frauen zu schätzen weiß! Manfred ist ein Medium, beziehungsweise ein Hellseher. Übers Internet zieht er Leuten das Geld aus den Taschen und beantwortet ihnen ihre Fragen, natürlich ohne seine echte Fähigkeit einzusetzen.

Ja, Manfred zieht nun also nach Midnight und findet schnell Anschluss in dieser kleinen Gruppe von Leuten. Für meinen Geschmack ging das etwas zu schnell, aber natürlich war das notwendig für die Geschichte. Aus dem Hellseher Manfred wird hier nämlich eine Art Ermittler als es zum Fund einer Leiche kommt ...

- Bobo -

Bobo gehört das Pfandleihhaus von Midnight und sein Großvater, der vorherige Besitzer, gehörte einer rechtsextremen Vereinigung an ... Das schlägt noch immer Wellen und Bobo und sein Laden stehen nun im Zentrum der ganzen Geschehnisse in dieser Geschichte.

 - Fiji -

Fiji ist Manfreds Nachbarin und ich muss sagen, dass sie die einzige war, die ich wirklich mochte. Sie ist eine Hexe und hat wie alle im Ort besondere Fähigkeiten. Ich mochte sie, besonders weil sie als einzige Ecken und Kanten zu haben scheint. Sie ist nicht perfekt, hat aber ein sehr großes Herz!




Ich muss als erst zugeben, dass ich wahrscheinlich zu große Erwartungen hatte, als ich mit "Midnight, Texas" von Chalaine Harris begonnen habe. Die Geschichte klang abgedreht und da ich das Paranormale im Stil von "Supernatural", meiner absoluten Lieblingsserie liebe, dachte ich, es hier mit einem echten Highlight zu tun zu haben - doch ich wurde leider bitter enttäuscht.

Schon Charlaine Harris Schreibstil konnte mich nach den ersten paar Seiten nicht überzeugen. Das kleine Örtchen Midnight, das sich auf dem Klappentext so schön düster und atmosphärisch angehört, blieb dann doch nur eine normale Stadt mit ein paar "Kreaturen" als Bewohner, die allerdings gar nicht näher thematisiert werden, sondern Stereotypen bleiben.

Schon nach den ersten hundert Seiten wird klar, dass hier eine ganz sonderbare Gefahr in Form einer Gruppe Rassisten im Fokus des Ganzes steht und das fand ich leider sehr uninteressant. Mit diesem Plot hatte ich hier wahrlich nicht gerechnet ... Ich muss an dieser Stelle auch ehrlich sagen, dass ich irgendwann das Interesse an dieser sonderbaren Geschichte, die leider wenig Glaubhaftigkeit besitzt, verloren habe. Vor allem hat sich mir eine Frage gestellt: Wieso soll im Land der unbegrenzten Möglichkeiten das, was diese Gauner haben wollen, so viel Wert haben?

Das Ende war dann auch leider sehr enttäuschend ... Der Mordfall wird zwar aufgeklärt, aber auch die Auflösung konnte mich dann nicht überraschen oder überzeugen, da ich doch keinen Bezug zu den einzelnen Charakteren hatte.

Schade fand ich zudem, dass die meisten Charaktere nur recht lieblos beschrieben wurde. Ein Vampir ist also nun mal ein Vampir (Ob er nun Energie braucht oder Blut trinkt!) und eine Hexe eben eine Hexe. Mir fehlte es hier an Originalität, an Hintergrundgeschichten und an lebhaften Charakteren. Alles wirkt seltsam fad, lieblos und leider auch furchtbar neblig.

Auch mit dem Hauptcharakter wurde ich nicht warm. Manfred ist mir so unsympathisch und farblos gewesen, dass ich hoffe, ihn bald aus meinem Kopf verdrängen zu können. Zwar nahm die Spannung am Ende noch etwas zu, aber mitfiebern konnte ich leider nicht. Ich werde mir wohl auch die Fernsehserie sparen ...




Eine mysteriöse Kleinstadt, in der es Übernatürlich vorgeht? Das ist nur die äußere Hülle dieses Romans, in dem es im Grund nur um die Gefahr einer Gruppe Rechtsradikaler geht und die
Aufklärung eines unspektakulären Mordfalls ... Schade, dass die Thematik des Paranormalen nur Nebenhandlung bleibt und es wenig Charaktere mit Tiefgang gibt. Ich bin echt enttäuscht von diesem Auftakt und werde die Reihe nicht weiter verfolgen!

Sonntag, 25. Februar 2018

[Rezension] Manchmal lüge ich - Alice Feeney

Titel: Manchmal lüge ich
Autor:  Alice Feeney
Genre: Psychothriller, Roman
Erscheinungsdatum: 15. Dezember 2017
Anzahl der Seiten: 384
Cover und Inhaltsangabe © Rowolth




"Ich heiße Amber Reynolds. Drei Dinge sollten Sie über mich wissen:

1. Ich liege im Koma.
2. Mein Mann liebt mich nicht mehr.
3. Manchmal lüge ich."




"Manchmal lüge ich" ist das Debüt von Alice Feeney und besonders ihr Schreibstil hat mich hier positiv überrascht. Die Geschichte wird in drei Zeitebenen (davor, jetzt und früher) sehr eindringlich erzählt und gibt einen guten Einblick in das Leben unserer Protagonistin Amber Reynolds.

Ich würde "Manchmal lüge ich" als Psychothriller erzählt. Die Sprache ist eindringlich und gut gewählt, allerdings hapert es an einigen Stellen an Spannung. Mir war die Atmosphäre an einigen Stellen einfach zu ruhig, weswegen mir die Geschichte auch nicht so recht fesselnd vorkam. An einigen Stellen hätte ich mir gerade bei den gut gesetzten Wendungen etwas mehr Tempo gewünscht!




- Amber -

Wir lernen Amber zu drei verschiedenen Zeitpunkten kennen. Einmal in der Gegenwart: Sie liegt im Koma, kann sich nicht bewegen und dementsprechend auch nicht kommunizieren. Allerdings hört sie all das, was um sie herum vor sich geht. Sie ist praktisch in ihrem eigenen Körper gefangen.

Zusätzlich erfahren wir, was vor ihrem "Unfall" passiert ist. Spannend fand ich hier ihre Situation auf der Arbeit, denn sie stößt hier ganz schön mit einer Kollegin zusammen, die zu allem Überfluss auch noch ein Ultimatum beim Chef stellt: Entweder ändert sich etwas an der Situation oder Amber wird gekündigt!

Das setzt Amber natürlich total unter Druck. Hinzu kommt ihre Beziehung zu einem Mann, die schon lange nicht mehr rund läuft. Immer mehr Hinweise deuten an, dass er ihr etwas verheimlicht ...

Hinzu kommt eine sonderbare Beziehung zu ihrer Schwester und eine Vergangenheitssicht in Tagebuchform, die am Ende noch für eine Mega-Überraschung sorgt!

Mit Amber hat die Autorin hier einen vielschichtigen und ungemein tiefgründigen Charakter geschaffen, der allerdings vor dem Leser auch so einige Geheimnisse hat. Ich fand es toll, sie näher kennenzulernen und nach und nach ein genaues Bild über sie und ihr Leben zu bekommen!




Manchmal lüge ich. Damit konfrontiert Amber den Leser bereits auf den ersten Seiten und natürlich schwebt dieser Satz dann auch über die ganze Geschichte. Was ist wahr? Was eine Lüge? Wie passt alles zusammen?

Nach und nach wird das Leben einer eher labilen Person skizziert, sehr tiefgründig, sehr eindringlich. Ich konnte mit Amber mitfühlen, auch wenn hier wahrlich nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Autorin hat es geschafft, einen sehr bedrohlichen Unterton zu finden. Auch wenn die Stimmung dieses Psychothrillers sehr ruhig gehalten hat, hat die Sprache bei mir an vielen Stellen für eine Gänsehaut gesorgt.

Die drei Zeitebenen sind gut gewählt und fließen zum Ende hin ineinander. Es gibt zahlreiche Überraschungen und Wendungen, hier hat mir zwar an einigen Stellen ein gewisser Paukenschlag gefehlt, aber die Geschichte ist unvorhersehbar und durchwegs auf einem hohen Niveau was die psychologische Sichtweise angeht!

Tief tauchen wir in Ambers Leben ein und eine Frage beherrscht diesen Roman: Was ist ihr geschehen? Wer ist Schuld an dem Unfall? Alles fügt sich hier nach und nach zusammen und besonders die Wendung bezüglich der Vergangenheitssicht fand ich gut gewählt und hätte ich so wohl niemals erwartet.

In einigen Rezensionen hatte ich bereits gelesen, dass das Ende eher offen gehalten wurde. Das stimmt nur teilweise. Es gibt auf der letzten Seite tatsächlich noch einen echten Schockmoment, der die Geschichte rund um Amber noch einmal in ein neues Licht rücken will. Hier ist der Leser selbst gefragt, alles zusammenzufügen. Wie passt es zusammen? Welche Geheimnisse liegen noch zwischen den Zeilen verborgen? Ich liebe es, am Ende selbst mitdenken zu dürfen, denn tatsächlich ist der Leser hier selbst gefragt, das letzte Puzzlestück zu finden ...

"Manchmal lüge ich" von Alice Feeney ist zwar recht ruhig erzählt und vielleicht fehlt es an einigen Stellen auch etwas an Spannung oder einen gewissen Nachklang von Wendungen, dennoch kann sich dieses Debüt sehen lassen. Nicht nur sprachlich ist der Autorin hier ein kleines, stilles Meisterwerk gelungen, auch von der Geschichte her werde ich dieses Buch noch länger in Erinnerung halten!




"Manchmal lüge ich" ist ein Psychothriller, der diesen Namen auf jeden Fall verdient. Der Schreibstil ist intensiv, er zieht den Leser tief in das Leben von Amber, das alles andere als perfekt war. Für mich auf jeden Fall ein echtes Highlight, auch wenn ich mich erst einmal an den ruhigen Erzählstil gewöhnen musste! 

Donnerstag, 22. Februar 2018

[Rezension] Das Notizbuch von Sherlock Holmes - Arthur Conan Doyle

Titel: Das Notizbuch von Sherlock Holmes
Autor:  Arthur Conan Doyle
Genre: Krimi, Klassiker
Erscheinungsdatum: 1985
Anzahl der Seiten: 336
Cover und Inhaltsangabe © Kiepenheuer




Sherlock Holmes gehört für mich mittlerweile echt zu meinen Lieblingsbuchcharakteren. Ich liebe seine Schlussfolgerungen, seine leicht abgehobene Art, die oft mit Arroganz verwechselt wird und seine Willensstärke, die ihn immer wieder dazu veranlasst, sich an einem Fall festzubeißen!

Bemerkenswert finde ich auch immer noch den Stil von Arthur Conan Doyle, sehr distanziert durch die Berichterstattung Watsons und dennoch fesselnd und tiefgründig.

Hier in meiner Rezension werde ich euch nun die 12 Kurzgeschichten vorstellen, die "Das Notizbuch von Sherlock Holmes" beinhaltet!




Der berühmte Klient

Holmes bekommt einen Auftrag von einem Klienten, der anonym bleiben will. Violet de Merville ist total verliebt, nein fast schon besessen, von einem zwielichtigen Typen. Baron Adelbert Gruner soll schon mehrere Morde begangen haben und Frauen nur benutzen.

Leider glaubt Miss Violet niemanden, denn der Baron besitzt so seine ganz eigenen Mittel. sie gefügig zu machen. Wird es Holmes gelingen, diese Heirat zu verhindern und Miss Violet davon zu überzeugen, dass ihr Zukünftiger sie nur ins Unglück stürzen wird?

Ein echt spannender Fall mit einer echt bitterbösen Auflösung. Mitgefiebert habe ich hier vor allem, weil Holmes verletzt wird und der Gegner hier echt gewalttätig zu sein scheint! Diese Kurzgeschichte beinhaltet eine interessante Thematik und ein wirklich spannendes Ende!

Der bleiche Soldat

Ein Soldat kommt zu Holmes. Sein engster Vertrauter wurde im Krieg verletzt und hat urplötzlich den Kontakt abgebrochen. Natürlich möchte der Soldat seinen Freund wiedersehen und so erzählt er Holmes, dass er bereits bei den Eltern zuhause war und dass besonders der Vater sich sonderbar verhalten hat.

Holmes besucht das Anwesen, weil er den Fall ziemlich schnell durchschaut hat. Diese Geschichte ist wirklich sehr dramatisch, besonders da es noch eine weitere Wende am Ende gibt!

Begeistern konnte mich dieser Fall besonders dadurch, dass es der erste ist, der von Holmes erzählt wird. Watson selbst ist gerade frisch mit seiner zweiten Frau verheiratet und so wird das Geschehen von Sherlock Holmes persönlich berichtet. Ein echtes Highlight!

Der Mazarin Stein

Bei diesem Fall erfahren wir wenig über die Hintergründe und wie genau Holmes ihn denn nun gelöst hat. Wir steigen direkt bei einer Verfolgungsjagd ein und Graf ist ein Täter. Der Mazarin Stein ist Teil der britischen Kronjuwelen und wurde anscheinend von ihm entwendet. Doch wo ist er?

Die Falle, die Holmes dem Grafen hier stellt, fand ich genial, auch wenn das doch eine eher untypische Geschichte ist. Hier bekommen wir nämlich keine Schlussfolgerungen geliefert, sondern es geht einzig und allein darum, herauszufinden, wo sich der Stein befindet!

Das Haus zu den drei Giebeln

Puhh, diese Geschichte hat mich etwas geschockt, denn hier agiert Holmes zu Beginn unerwartet rassistisch, als er einen Dunkelhäutigen davonjagt. Aus diesem Grund konnte ich diesen Fall auch nicht so recht genießen, obwohl er eigentlich interessant ist.

Es geht um eine Frau, die von einem Makler ein sonderbares Angebot bekommt - Sie soll ihr Haus samt Inhalt verkaufen. Was genau steckt dahinter?

Die Auflösung hat mir gefallen, der rassistische Ton am Anfang nicht ...

Der Vampir von Sussex

Hach ja, das ist dann wohl meine Lieblingsgeschichte aus diesem Buch. Holmes wird tatsächlich zu einem Fall gerufen, in dem alles auf einen Vampir hindeutet!

Vampire? Glaubt unser Meisterdetektiv etwa an Vampire? Natürlich nicht, aber dieser Fall hat es echt in sich! Mr. Ferguson hat zum zweiten Mal geheiratet. Seine neue Frau verhält sich echt sonderbar, sie schlägt seinen Sohn aus erster Ehe und beißt plötzlich das gemeinsame Baby. Was steckt dahinter?

Ein echt genialer Fall mit eine grandiosen und überraschenden Auflösung, wenngleich sie auch recht traurig ist!

Die drei Garridebs

Das war mal wieder so ein Fall, den ich nicht ganz so logisch fand und der mich deswegen auch nicht so recht begeistern konnte ... Es geht um mehre Leute, die den Namen Garrideb tragen. Ein gewisser Nathan Garrideb bittet Holmes um die Hilfe, einen weiteren Garrideb zu finden. John Garrideb kam nämlich zu ihm und erklärte, dass er 15 Millionen aus einem Testament bekommen würde, wenn er mindestens zwei weitere Namensvetter findet. Nathan ist der erste, fehlt dann nur noch der zweite ..

Eine recht einfallsreiche Geschichte mit einer Auflösung, die allerdings schon zu erahnen gewesen war. Dennoch lesenswert!

Die Thorbrücke

Hier kommt mal wieder ein Fall, den ich auf Anhieb durchschaut habe, was mich auch mächtig stolz macht. Was wohl Sherlock Holmes dazu sagen würde`

In dieser Geschichte geht es um den Mordfall Maria Gibson. Ihr Mann kommt zu Holmes, damit dieser die Wahrheit über dieses Verbrechen herausfindet - allerdings wird hier schnell klar, dass es Neil Gibson nicht um das Opfer, also seine Frau, geht, sondern um die mutmaßliche Täterin. Grace Dunbar war eine Angestellte des Hauses und Gibson hatte anscheinend eine ganz besondere Beziehung zu ihr!

Der kriechende Mann

Trevor Bennet kommt zu Holmes, da sich sein Schwiegervater seltsam verhält. Professor Presbury wird von seinem Hund angegriffen, er taucht unerwartet vor dem Fenster seiner Tochter auf und er kriecht wie ein Tier durch den Gang. Was steckt dahinter?

Diese Geschichte fand ich sehr witzig von der Auflösung, auch wenn es natürlich dennoch tragisch ist. Manchmal verleitet die Hoffnung eben zu unüberlegten Entscheidungen ...

Die Löwenmähne

Wieder ein Fall aus Holmes Sicht, was mir auch hier gut gefallen hat! Sherlock Holmes hat sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt und sieht Watson nicht mehr so oft. Als er mit einem Bekannten den sterbenden Professor McPherson sieht, der mit letzter Kraft "Mähne des Löwen" murmelt, ist natürlich sein Interesse geweckt ...

Ein sehr interessanter Fall. Die Auflösung ist dann zwar recht einfach, aber sehr informativ!

Die verschleierte Mieterin

Diese Geschichte beinhaltet eigentlich gar keinen richtigen Fall, denn es geht um eine entstellte Frau, die Holmes und Watson ihre tragische Lebensgeschichte erzählt, um sich endlich alles von der Seele zu reden.

Bei dieser Geschichte musste ich am Ende tatsächlich weinen, denn hier offenbart sich, wie verzweifelt diese arme Frau doch sein musste ...

Shoscombe Old Place

John Mason kommt zu Holmes, weil sich sein Arbeitgeber Sir Robert Noberton seltsam verhält. Dieser hat Schulden und möchte alle beim Pferderennen täuschen. Zusätzlich hat sich urplötzlich das Verhältnis zu seiner Schwester verschlechtert und er wird nachts in der Krypta gesehen. Plant er etwa eine schlimme Tat?

Dies ist die allerletzte Geschichte von Arthur Conan Doyle mit seinem Meisterdetektiven. Sehr schade, dass dieser Fall dennoch recht einfach gestrickt ist ...

Der Farbenhändler im Ruhestand

Josiah Amberlays Frau ist angeblich mit einem Mann durchgebrannt - und hatte alle Ersparnisse Amberlays mitgenommen. Anfänglich findet Holmes den Fall wenig interessant und so schickt er Watson vor. Dieser beweißt zum ersten Mal seinen Scharfsinn und bemerkt ein paar seltsame Dinge: Der Tresorraum wurde beispielsweise frisch gestrichen und Amberlay scheint verfolgt zu werden.

Diesen Fall, so kurz er auch ist, fand ich sehr überraschend von der Auflösung!




"Das Notizbuch von Sherlock Holmes" gibt wieder einmal einen tiefgründigen Einblick in das Leben des Meisterdetektivs. Auch wenn mir eine Geschichte aufgrund des rassistischen Tons nicht gefallen hat, konnten mich die anderen wieder einmal begeistern. Highlight war auf jeden Fall "Der Vampir von Sussex" und die Tatsache, das zwei Fälle von Holmes selbst erzählt werden!