Dienstag, 13. August 2019

Life.Now.

Die richtigen Worte zu finden, ist oft sehr schwer, vor allem, wenn es eigentlich überhaupt nicht viel zu sagen gibt ...

Im Grunde soll dies hier nur ein kleines Lebenszeichen sein und ein großes und dickes "Sorry" an alle meine Bloggerkollegen und natürlich auch die stillen Leser dieses Blogs, die ich zurückgelassen habe!

Meine reise ist (leider/zum Glück?) noch nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil. In den letzten zwei Monaten ist sehr viel passiert, sehr viel Negatives, sehr vieles, was mich weiterhin zweifeln lässt.

Als ich fortging, hatte ich die Hoffnung, dass ich irgendwo vielleicht einen Platz finden werde. Ja, ich dachte wirklich, dass es ihn irgendwo schon geben muss, dass ich irgendwann ankomme.

Vielleicht habe ich dabei vergessen, dass das Leben in erster Linie eine Reise ist. Es gibt (oder sollte ...) keinen Stillstand geben. Ich irre also noch immer umher, verzweifelt, grübelnd, verloren und doch angetrieben von einem letzten Funken Hoffnung.

Ich laufe davon. Das ist mir klar. Ich hab in den letzten zwei Monaten sicher einige hundert Kilometer zurückgelegt. Ich wollte nicht zurückschauen, doch dabei ist mir entgangen, dass ich meine ganze Vergangenheit mit mir herumtrage. Es ist eine ungemeine Last. Ich komme kaum noch voran. Drehe mich im Kreis.

Ich habe es versucht. Ich versuche es immer noch. Doch egal, welche Entscheidungen ich auch treffe, sie führen stets in Sackgassen. Das hat sich auch in den letzten Monaten wieder einmal gezeigt. Ich wollte dem "normalen Leben" noch eine Chance geben, es wäre die 100ste Chance gewesen und damit wohl der Tropfen, der das Fass nicht nur zum Auslaufen, sondern zum Platzen gebracht hat.

Viel zu oft bemitleide ich mich selbst. Ich hatte keine tolle Kindheit, keine liebenden Eltern, keine Familie und keine Freunde. Das und das über 10 Jahre dauernde Mobbing hat mich klein gemacht, sehr klein. So klein, dass ich mich selbst kaum noch sehe.

Das Schreiben hat mir in den letzten Jahren den einzigen Halt gegeben, doch nun hat es mich auch verlassen. Ich versuche jeden Tag, mich zu motivieren, aber schon die kleinsten Dinge werfen mich aus der Bahn. Ich bin wohl mittlerweile nicht mehr nur hochsensibel, sondern aus Glas und das darf man in der heutigen Gesellschaft einfach nicht sein.

Meine größte Angst war es immer gewesen, so frustriert und verbittert zu werden wie andere Menschen. Dabei war ich selbst auf den besten Weg dahin, genau so zu werden. Ich habe mich nur noch gefangen gefühlt, gefangen in einem Käfig, der nur noch aus Frust und Negativität bestand. Ich bin wohl der geborene Pessimist und das führte dazu, dass ich mittlerweile auch kleine Dinge nicht mehr ertragen kann. Früher war ich stark, ich habe das Mobbing ertragen, doch heute machen mich die kleinsten Aussagen fertig. Dabei will ich nur akzeptiert werden und das nicht nur "OBWOHL" ich so bin wie ich bin, sondern gerade deshalb!

Ich habe mir gewünscht, zurückzukommen, hierher, auf diesen Blog, doch ich weiß genau, dass es wieder nur "Ablenkung" gewesen wäre, ein verzweifeltes Abtauchen, ein Fluchtversuch, genau wie das Lesen. Vielleicht soll es so sein. Vielleicht ist alles, was wir tun, nur eine Art Rettungsanker, aber im Moment bin ich nicht bereit, mich retten zu lassen.

Momentan weiß ich nichts mehr. Nur, dass es viele Dinge gibt, die ich vermisse, aber genauso viele Dinge, die dazu führen, dass ich kein normales 0815-Leben führen kann. Ich bin vollkommen vom Weg abgekommen, hab mich verirrt und will momentan nur eins: Zum Schreibe zurückfinden. Dass das Schreiben mich verlassen hat, ist das Schlimmste. Denn genau das hat mich ausgemacht. Nicht, weil ich ein überaus talentierter Autor bin, sondern weil es seit meiner Grundschulzeit das einzig beständige war und wohl auch das einzige, was mich ausgemacht hat.

Ich hatte viel Zeit nachzudenken. Viel über das Leben, aber auch darüber, wie wenig ich erreicht/geschafft habe. Ich wollte nie groß sein, aber ich wollte verstanden werden. Leider hat das nur bedingt funktioniert. Eins weiß ich aber mittlerweile, der Beruf des Autors, der einzige war, der zu mir gepasst hat, ja, der mir schon von Anfang an vorgeben war. Leider sehe ich mich mittlerweile auch nicht mehr als Autor, denn ich habe seit gut einem Monat nichts mehr zu Papier gebracht. Es war der schlimmste Monat meines Lebens ...

Ich hoffe, ihr werdet dennoch hie auf mich warten, ganz gleich, wie lange es dauern wird. Es ist schwer, sich selbst zu motivieren, immer wieder aufzustehen, obwohl es einfacher ist, einfach liegenzubleiben. Aber ich weiß, dass ich noch nicht am Ende angekommen bin, auch wenn sich dieser Beitrag vielleicht so liest. Ich will nur ehrlich sein. Und das in Zukunft, sobald ich die Kraft habe, zurückzukehren, auch fortführen. Denn eins habe ich erkannt: Die Welt ist nicht perfekt und deswegen sollte man diese gottverdammte Lüge auch nicht hier im Internet verbreiten ... Ich will mich nicht länger hinter eine Fassade/Maske/was auch immer verstecken. Ich will leben, im Hier und Jetzt, mit allen negativen Seiten, aber auch mit den positiven Sachen. Nur so kann man es genießen. Nur so kann man es verstehen. Nur so kann man sich gegenseitig helfen.

In erster Linie will ich jetzt die Kraft finden, wieder den Stift in die Hand zu nehmen. Ich hatte eigentlich vorgehabt, im Oktober mein nächstes Buch herauszubringen, doch momentan ist da eine große Hürde. Die erste Hürde, die ich erst einmal überwinden muss, ist wohl, die Blockade, die ich mir selber innerlich errichtet habe, zu lösen.

Ich habe am Anfang sehr viel geschrieben. Sehr viele Kapitel, die ich mit einem freien Geist aufs Papier gebracht habe, bevor die Realität wieder einschlug. Die 25 Kapitel, die mich begleitet haben sind etwas ganz Großes. Etwas, das schon lange raus wollte, das aber erst einmal zu Ende gebracht werden muss. Das hat momentan oberste Priorität.

Ich bitte daher um euer Verständnis dafür, dass dieser Blog erst einmal nicht die höchste Priorität hat. Ich bin immer noch obdachlos, geldlos, verloren, wandernd und muss für mich selbst erst einmal einige Dinge klären und abwägen. Ich weiß momentan nicht mehr, was wichtig ist, was richtig und was falsch ist, was ich wirklich will außerhalb des Schreibens. Ich hoffe, ihr versteht mich! Ich denke an alle meine Bloggerfreunde, an alle Lesefreunde und natürlich auch meine wundervollen Autorenkollegen. Ich bin froh, euch hier durch den Blog, durch meine Bücher und natürlich auch durchs Lesen kennengelernt zu haben. Das Bücher-Hobby verbindet wirklich auf eine besondere, einzigartige Weise. Und ich hoffe, dass diese Verbindung auch in Zukunft nicht abbricht!

I miss you all ... We will see us soon ... I swear!






Kommentare:

  1. Hey meine Süße <3

    Wir sind immer noch da und warten! Und ich jedenfalls freue mich sehr dass du ein Zeichen gegeben hast, auch wenn es sehr negativ getränkt ist.

    Dass das Schreiben grade gar nicht geht tut mir sehr leid für dich, aber vielleicht reduziert sich gerade einfach alles. Du hast alles um dich herum zurückgelassen und glaub mir, nicht das Schreiben macht dich aus, sondern einfach nur du wie du bist <3 Das ist nicht böse gemeint, nicht herabwertend, sondern aufwertend. Denn so wie du schreibst gehst du mir sehr ans Herz und es macht mich traurig, so einen lieben, mitfühlenden Menschen traurig und verloren zu sehen.

    Was verloren geht, kann man aber auch wieder finden, vielleicht kannst du das im Hinterkopf behalten. Alles braucht seine Zeit und vielleicht brauchst du deine einfach grade für dich selber.

    Ich weiß, ich rede mich leicht, auch wenn ich auch in viele Löcher gefallen bin, ich bin halt auch ein Optimist und grabe mich immer wieder nach oben ^^ Aber ich weiß wie schwer das ist, auch wenn ich mich nie in dich hineinfühlen kann oder weiß, wie schwer es für dich ist.

    ICh kann nur hoffen dass du den Mut findest, weiterzugehen, denn du wirst ankommen, irgendwann. Aber es wird kein Ort sein, sondern es wird ein Platz in deinem Herzen sein, der alleine mit dir ausgefüllt ist <3 Ich wünsche es dir von ganzem Herzen!

    Und bitte lass wieder etwas von dir hören, wenn es deine Zeit erlaubt!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Liebste Jessi,

    ich habe schon gestern deine Zeilen gelesen, brauchte jedoch Zeit, um alles etwas sacken zu lassen.

    Keine Ahnung warum, doch irgendwie war ich in der Hoffnung, dass das Loslassen dir dabei hilft, alles abzustreifen, was dir eine schwere Last ist. Nun lässt dein Post vermuten, dass du einfach nur in ein großes Loch gefallen bist, dass eher weniger Licht zu dir lässt.

    Nur zu gern würde ich dich in die Arme schließen, lauschige Abende mit dir auf der Terrasse verbringen und die erste Herbstluft einatmen. Schweigen, reden, sich an den winzigen Kleinigkeiten erfreuen - ich glaube, dies könntest du gut gebrauchen.

    Wie Aleshanee hoffe ich einfach, dass du das wenige Licht nutzt, dich nicht ganz aufzugeben. Dass die Sache mit dem Schreiben oder eher nicht Schreiben an dir nagt, kann ich nachvollziehen. Aber vielleicht muss erst etwas anderes erledigt werden?! Lass dem Schreiben Zeit, lass dir Zeit...lass aber auch die Verbindungen, die dir Halt geben, nicht abbrechen.

    Fühl dich umarmt. <3
    Hibi

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