Sonntag, 15. April 2018

[Rezension] Pippi Langstrumpf - Astrid Lindgren

Titel: Pippi Langstrumpf
Autor: Astrid Lindgren
Genre: Kinderbuch, Klassiker
Erscheinungsdatum: 1987
Anzahl der Seiten: 396
Cover und Inhaltsangabe © Oetinger




"Wer kennt sie nicht: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, die wohl bekannteste Figur von Astrid Lindgren. Sie macht, was sie will, ist stärker, als die Polizei erlaubt, und hat vor nichts und niemandem Angst. Seit sie im Nachbarhaus wohnt, gibt es für Tommy und Annika keine Langeweile mehr."




Wieder mal habe ich aus unseren Bücherschrank im Ort einen echten Schatz geborgen, der mich direkt an meine Kindheit erinnert hat! Ja, ich bin mit Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönebegerga groß geworfen - habe aber tatsächlich nie die Bücher gelesen.

Natürlich sind die Geschichten rund um Pippi Langstrumpf in erster Linie für Kinder, aber auch als Erwachsener habe ich beim Lesen oft lachen können und nach wir vor ist Pippi mein großes Vorbild! Der Schreibstil von Astrid Lindgren ist zwar sehr kindlich, aber dennoch ungemein bildhaft und voller Humor, aber auch voller Anspielungen, die man wohl nur als Erwachsener versteht!




- Pippi -

Ich liebe Pippi Langstrumpf schon seit meiner Kindheit, Sie war der erste Rebell, eine Art Punk und hat damit gezeigt, dass es in Ordnung ist, nicht den vorgeschriebenen Konventionen zu entsprechen. Sie lebt ihr Leben so wie es ihr gefällt und auch, wenn in einigen Geschichten ihre sehr zerbrechliche Art zum Vorschein kommt, ist sie doch ein starkes Mädchen, das auf die Meinung anderer pfeift und sich nur an die Devise hält: Mach das, was dich glücklich macht!

Pippi war daher schon immer mein Vorbild. Sie hält sich nicht an die Regeln, sondern stellt eigene auf. Sie sagt immer genau das, was sie denkt,eckt damit aber auch immer wieder an, weil die Menschen Ehrlichkeit nicht vertragen. Ich denke, gerade unserer sehr festgefahrenen Gesellschaft würde es echt gut tun, sich mal eine Scheibe von Pippi abzuschneiden ...




Die Geschichten rund um Pippi Langstrumpf, die damit beginnen, dass unsere kleine Heldin in die Villa Kunterbunt einzieht, haben mich wirklich zurück in meine Jugend katapultiert. Ich habe beim Lesen festgestellt, dass sich die Verfilmungen teilweise wirklich sehr genau an die Romanvorlage halten, was natürlich dazu geführt hat, dass ich immer die Schauspielerin als Pippi in meinem Kopf gesehen habe.

Sehr abwechslungsreich gibt es in diesem Buch kleine und große Abenteuer mit Pippi. Wir lernen mit ihr gemeinsam Tommy und Annika kennen, zwei Kinder, die in diesem ganzen Regelwahnsinn gefangen sind und im Kontrast zu der rebellischen Pippi stehen. Zusammen mit dem Dreiergespann gehen wir in den Zirkus, besuchen einen Jahrmarkt, gehen einkaufen und nehmen schlussendlich auch Abschied, als Pippi ins Taka-Tuka-Land aufbricht.

In diesem Buch sind alle Geschichten rund um Pippi Langstrumpf enthalten. Sie alle sind sehr kurz, wahrscheinlich die perfekte Lektüre zum Vorlesen. Ich war auf jeden Fall beim Lesen selbst tief in den Abenteuern von Pippi gefangen und habe mich pudelwohl an ihrer Seite gefühlt. Pippi ist und bleibt ein sehr großes Vorbild für mich!




Die Geschichten rund um Pippi waren für mich eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise zurück zu einem sehr großen Vorbild - einer Rebellin, die einfach ihr Leben geht und glücklich ist! Ich liebe Pippi und ihre kleinen und großen Abenteuer und werde dieses Buch sicher noch einmal lesen!

Donnerstag, 12. April 2018

[Rezension] Bertrams Hotel - Agatha Christie

Titel: Bertrams Hotel
Autor:  Agatha Christie
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: Erstmals 1965, diese Version 2005
Anzahl der Seiten: 224
Cover und Inhaltsangabe © Fischer



"Selten genug kommt es vor, dass sich Miss Marple einmal etwas gönnt, daher genießt sie den Aufenthalt in Bertrams Hotel in vollen Zügen. Das altmodische Hotel im Herzen Londons wirkt wie ein Relikt aus dem viktorianischen Zeitalter und selbstverständlich ist der Service tadellos und die Klientel rekrutiert sich aus den erlesensten Kreisen. Dennoch muss sich Miss Marple wundern: Warum hat sich die glamouröse Bess Sedgwick ausgerechnet hier eingemietet? Und welcher Art ist ihre Bekanntschaft mit dem Portier? Was sucht ein berüchtigter Rennfahrer im Bertrams – und wohin ist Hochwürden Pennyfather so plötzlich verschwunden? Irgendetwas in diesem Hotel ist längst nicht mehr so, wie es einmal war. Wenn Miss Marple nur darauf kommen könnte, was sich verändert hat..."




Wieder einmal war es Zeit für einen Krimiklassiker von Agatha Christie und da ich erst vor kurzem meine Leidenschaft für Hercules Poirot entdeckt habe, wollte ich auch einmal meine alte Liebe zu der etwas eingestaubten Miss Marple wieder aufleben lassen. Leider ist allerdings dieses Werk dafür nicht unbedingt das passende.

Warum? Miss Marple spielt hier nur eine Nebenrolle. Sie ist Beobachterin, aber nicht unbedingt die Detektivin, die man aus anderen Krimis von Agatha Christie kennt. Die Ermittlungsarbeit übernimmt hier größtenteils die Polizei - was bei mir ein wenig für Langeweile gesorgt hat.

Auch der Schreibstil von Agatha Christie war hier, in einem ihrer späteren Werke, nicht mehr so mitreißend und spannend und der Fall selbst ist doch recht harmlos gehalten!




Früher, als Jugendliche, mochte ich immer die altjüngferliche Miss Marple mehr als den doch überaus von sich überzeugten Hercules Poirot, doch mittlerweile hat sich dies tatsächlich gewandelt. In "Bertrams Hotel" spielt Jane Marple nur eine untergeordnete Rolle. Sie ist in die Jahre gekommen und möchte im Hotelurlaub, den sie von ihrer Nichte geschenkt bekommen hat, eigentlich nur entspannen.

Ihrer Neugierde ist es dann aber zu verschulden, dass sie ihre Nase doch in Angelegenheiten steckt, die sie nichts angehen. So belauscht sie Gespräche und setzt am Ende doch noch das letzte Puzzleteil in die Gesamtlösung, allerdings muss ich hier sagen, dass die Ermittlungsarbeit selbst doch von einem Polizisten von Scotland Yard übernommen wird.

Und dies war auch mein großes Problem mit diesem Krimi. Es ging lange Zeit nur um den Chefinspektor Father, der hier alles nach und nach aufklärt. Interessant war der Fall zwar dennoch, aber der Mord, der erst im letzten Drittel passiert, wird eher zur Nebensache.

Die Charaktere fand ich allerdings gut. Wir haben da den sehr verwirrten und debilen Kanonikus Pennyfather, der hier für einige sehr witzige Momente sorgt und dann eine junge Frau namens Elvira, die sich immer wieder danach erkundigt, was denn nach ihrem Tod mir ihrem Erbe passiert. Die letztendliche Auflösung hat mir zwar gut gefallen, der Weg dahin war mir dann aber doch etwas zu langatmig und daher wenig fesselnd!




"Bertrams Hotel" ist einer der späteren Werke von Agatha Christie und das merkt man der Geschichte leider an. Miss Marple rückt in den Hintergrund und überlässt der Polizei die Aufklärung eines interessanten, aber doch sehr einfachen Falles! Für mich eher Durchschnitt!

Dienstag, 10. April 2018

[Rezension] Götterfunke - Verlasse mich nicht (Band 3) - Marah Woolf

Titel: Götterfunke - Verlasse mich nicht (Band 3)
Autor: Marah Woolf
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 19. März 2018
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe © Dressler

Achtung! Band 3 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!



"Ein Verräter hat sich unter die Götter in Monterey gemischt und bald weiß niemand mehr, wer Freund oder Feind ist. Agrios ist jedes Mittel recht, um in den Besitz des Ehrenstabs zu kommen und seine Macht im Olymp zu besiegeln. Nur gemeinsam können Jess und Cayden dem Kampf der Götter ein Ende machen. Doch Jess ist noch nicht bereit, Cayden zu verzeihen. Aber ist sie deshalb bereit, ihn zu opfern?"




Götterfunke - Die Reihe hat mich besonders aufgrund der Götterthematik, die Marah Woolf hier sehr locker mit einer jugendlichen Liebesgeschichte vermischt, in den Bann gezogen. Deswegen kam ich nun auch nicht drumherum, auch noch den letzten Teil zu lesen.

Wie gewohnt, ist der Schreibstil hier recht locker und leicht, es geht viel um die Problemchen unserer Protagonistin Jess, die hier wirklich eine Menge Action erlebt und gar nicht mehr so recht zu wissen scheint, auf welche Seite sie steht und wem sie vertrauen kann.

Ich kam gut in die Geschichte rein, empfand diesen letzten Teil aber als etwas zu vollgepackt. Es passiert meiner Meinung nach viel zu viel, was bei mir ein wenig für Verwirrung gesorgt hat!




- Jess -

Bei Jess hatte ich das Gefühl, dass sich ihr Charakter in jedem Teil ein wenig gewandelt hat. Sie war für mich schon von Beginn an eine sehr starke Protagonistin mit Ecken und Kanten, hier in diesem Band wirkte sie für mich aber etwas verloren. Auf der einen Seite konnte ich sie verstehen. Nach diesem Verrat und dem Herausfinden der Wahrheit ist sie sehr verletzt - aber so bockig kannte ich sie gar nicht!

Ein wenig habe ich die chaotische, aber wenigstens selbstbewusste Jess aus dem ersten Teil vermisst. Ihre Entwicklungen empfand ich daher leider nicht als positiv!

- Cayden -

Cayden steht hier erst einmal gefühlt sehr stark im Hintergrund. Er ist jetzt ein Mensch und Jess will nichts mehr von ihm wissen, also muss er sein neues Leben irgendwie wieder in den Griff bekommen.

Von Anfang an war er ja eher der "Bad Boy", weswegen ich nie genau wusste, ob ich ihn nun mag oder nicht. Zwar muss ich sagen, dass er mir nach dem Ende dann doch noch in guter Erinnerung bleiben wird, aber mein Lieblingscharakter war er leider nie!




Der Anfang von "Götterfunke - Verlasse mich nicht" hat mir echt gut gefallen, ja, er hat mich emotional sogar berühren können! Die Geschichte setzt direkt nach dem letzten Band an und so erfahren wir erst einmal, wie es mit dem verletzten Cayden, der ja nun ein Mensch ist, weitergeht. Wird er überleben oder nicht? Und was wird aus der Liebe zwischen ihm und Jess?

Für mich lies das Buch nach diesem sehr spannenden Anfang aber etwas nach. Spannend fand ich zwar, dass die Autorin hier noch weitere Götter vorstellt und auch verschiedene Sagen geschickt einbaut, aber irgendwie drehte sich die Geschichte für mich dann doch im Kreis. Viel zu viele neue Charaktere kamen vor, für einen Abschlussband fand ich das eher etwas unpassend.

Ich muss hier gestehen, dass es tatsächlich mal wieder so eine Reihe ist, bei der ich den ersten Teil megastark fand, es bei den Folgebänden aber mal wieder bergab ging. Das ist auch der Grund, warum ich Reihen nicht so gerne mag und meistens auch mit mir hadere, ob ich eine neue überhaupt anfangen soll

Ein paar der Charaktere habe ich auf jeden Fall in mein Herz geschlossen, allen voran Jess, auch wenn sie mir in diesem Teil etwas trotzig vorkam. Auch die Götter mochte ich sehr gerne, auch wenn Cayden bei mir stets zwischen Sympathie und Hass stand. Da ging es Jess wohl teilweise ähnlich!

In "Götterfunke - Verlasse mich nicht" wollte die Autorin auf jeden Fall noch für sehr viel Spannung sorgen, für mich wirkte die Geschichte aber leider etwas fad. Eine wahre Gefahr beziehungsweise Bedrohung war für mich kaum spürbar. Die Götter und auch Jess, die erst einmal muter weiter zur Schule geht, all das wirkte viel zu harmlos. Geht es hier wirklich um die Bedrohung der Menschheit?

Das Finale fand ich dann aber auf jeden Fall gut und die Autorin hat hier auch ein Ende gefunden, das wohl alle Leser zufrieden stellen wird. Abschließend muss ich aber leider sagen, dass ich den Teil für den schwächsten der Reihe halte, die Liebesgeschichte kam einfach nicht mehr richtig in Fahrt und emotional berühren konnte mich die Geschichte dann leider auch nicht mehr ...




"Götterfunke" ist von der Thematik und der Grundidee eine tolle Trilogie, die für mich aber mit jedem Band schwächer wurde. Zwar sind die Göttersagen auch hier wieder interessant in die Handlung eingewebt, aber es ist keine Gefahr zu spüren, obwohl die Autorin Jess hier einiges abfordert. Schade, aber mich konnte leider nur der erste Teil so richtig überzeugen!


Samstag, 7. April 2018

[Rezension] Der Engelsbaum - Lucinda Riley

Titel: Der Engelsbaum
Autor: Lucinda Riley
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 8. Dezember 2014
Anzahl der Seiten: 640
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann



"Dreißig Jahre sind vergangen, seit Greta Marchmont das Herrenhaus verließ, in dem sie einst eine Heimat gefunden hatte. Nun kehrt sie zurück nach Marchmont Hall in den verschneiten Bergen von Wales – doch sie hat keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit, denn seit einem tragischen Unfall leidet sie an Amnesie. Bei einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft macht sie aber eine verstörende Entdeckung: Sie stößt auf ein Grab im Wald, und die verwitterte Inschrift auf dem Kreuz verrät ihr, dass hier ein kleiner Junge begraben ist – ihr eigener Sohn! Greta ist zutiefst erschüttert und beginnt sich auf die Suche zu machen nach der Frau, die sie einmal war. Dabei kommt jedoch eine Wahrheit ans Licht, die so schockierend ist, dass Greta den größten Mut ihres Lebens braucht, um ihr ins Gesicht zu blicken ..."




Es war mal wieder Zeit für ein Buch von Lucinda Riley. Mittlerweile habe ich ja schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin immer wieder begeistert wie intensiv ihre Geschichten doch sind und wie sehr sie mich in den Bann ziehen.

Dies war auch bei "Der Engelsbaum" der Fall, auch wenn ich gestehen muss, dass ich bezüglich der Familienverhältnisse zu Beginn so meine Schwierigkeiten hatte. Zum ersten Mal muss ich bei einem von Lucinda Rileys Büchern sagen, dass ein Stammbaum wohl angebracht gewesen wäre. Zumal mich die Gegenwart erst einmal etwas ratlos zurückgelassen hat ...

Gewohnt wechselt das Erzählte zwischen Gegenwart (1985) und der Vergangenheit (ab 1946), was der Autorin wieder sehr gut gelungen ist. Die Abschnitte der Vergangenheit sind zwar wieder einmal stärker, was aber vielleicht daran liegt, dass die Gegenwart hier wirklich so kurz wie möglich gehalten ist! Das hat mir sehr gut gefallen!



- Greta -

Mit Greta beginnt und endet diese Geschichte sozusagen. In der Gegenwart lernen wir sie als alte Frau kennen, die seit vielen Jahren eine Amnesie hat und sich an wichtige Dinge aus ihrem Leben nicht mehr erinnern kann und auch ihre Familie nicht wiedererkennt. Das ist bereits sehr tragisch, steigert sich dann allerdings noch, als die ganze Lebensgeschichte von Greta offengelegt wird ...

Greta hat es wirklich nicht einfach gehabt. Zu Beginn muss ich sagen, dass ich Gretas Entscheidungen nicht so recht verstehen konnte, sie wirkte doch sehr naiv und nur auf ihren Vorteil bedacht. Doch das passte dann zu dem ganzen Reifungsprozess, den sie hier durchmacht. Im Leben macht man eben auch Fehler - das wichtigste ist nur, dass man aus diesen lernt!

Greta hatte ich am Ende wirklich in mein Herz geschlossen. Sie tat mir auf der einen Seite schrecklich leid, auf der anderen Seite hielt ich sie aber auch für eine starke Frau, die viel mitmachen und lernen musste!

 - Cheska -

Cheska ist Gretas Tochter und spielt im späteren Verlauf noch eine sehr wichtige Rolle. Ihr Leben hat mich wirklich mit, denn an ihr wird deutlich, was Ruhm aus einem Menschen machen kann.

Sie tat mir beim Lesen schrecklich leid, denn es wird deutlich, dass nie eine echte Kindheit hatte und im Leben nichts als Druck gespürt hat. Druck, an dem sie letztendlich kaputt gegangen ist ...




"Der Engelsbaum" ist wohl die bisher düsterste und tragischste Geschichte, die ich bisher von Lucinda Riley gelesen habe. Schon auf den ersten Seiten wird klar, das Greta viele schlimme Ereignisse aus ihrem Leben verdrängt hat - ja, das ihr Unterbewusstsein sie vor einer wahrlich schockierenden Wahrheit beschützen will.

Die Geschichte der Vergangenheit Gretas und auch die ihrer Tochter bringt uns der Wahrheit stück für Stück näher und ich muss echt sagen, dass ich an einigen Stellen echt schlucken musste. Für mich besaß die ganze Story, die sich am Ende tatsächlich über drei Generationen erstreckt, eine durchgehende Melancholie. Momente der Hoffnung wechselten sich mit Momente der puren Verzweiflung ab.

Lichtblicke besitzt das Buch kaum. Dafür sehr viele emotionale Momente, denn es scheint, als würde das Leben aller Familienmitglieder nicht perfekt laufen. Sie alle haben ihre Probleme, sei es die Liebe, der Druck der Arbeit oder eine gewisse Verantwortung, der sie einfach nicht gewachsen sind. Hier hat die Autorin wieder einmal eine sehr vielschichtige und tiefgründige Geschichte geschaffen, in der beinahe alle Charaktere einen eigenen Hintergrund hatten.

Besonders interessant fand ich unsere drei Frauen, also Greta, Cheska und Ava. Sie alle machen Fehler und müssen lernen, mit diesen zu leben. Spannend fand ich zudem die psychologischen Einblicke in eine Krankheit, die damals noch nicht direkt erforscht hat. Hier sorgt die Autorin für eine Spannung, die tatsächlich einem Thriller ähnelt!

Obwohl das Buch 640 Seiten hat, habe ich es in nicht einmal drei Tagen gelesen - nein, förmlich verschlungen. Es war wieder einmal ein Buch, das mich zum weinen, zum lachen, aber auch zum nachdenken gebracht hat. Auf jeden Fall war es düsterer als die bisherigen Bücher, die ich von Lucinda Riley gelesen habe, aber mir hat diese durchgehende Melancholie gefallen. Zumal es am Ende dann doch einen gewissen Hoffnungsschimmer gibt!




"Der Engelsbaum" ist eine sehr melancholische und düstere Geschichte, die tief in die menschlichen Abgründe führt, aber auch durchwegs für Mitgefühl sorgt. Dieses Buch spendet nicht so viel Hoffnung, wie andere Romane der Autorin, war für mich aber dennoch ein besonderes Leseerlebnis, das mich an einigen Stellen auch zu Tränen rühren konnte!


Donnerstag, 5. April 2018

[Rezension] Und immer du - Saskia von der Osten

Titel: Und immer du
Autor: Saskia von der Osten
Genre: Roman, Liebesroman
Erscheinungsdatum: 15. März 2018
Anzahl der Seiten: 385
Cover und Inhaltsangabe © Masou Verlag

Ich bedanke mich herzlich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar!




"Nach einem Herzstillstand hat Michaela einen Blackout. Wer ist diese blonde Frau im Spiegel? Gehören die knappen Röcke im Schrank tatsächlich ihr? So sehr sie sich auch bemüht - sie kann mit ihrem alten Leben nichts mehr anfangen. Während Familie und Freunde immer mehr Veränderungen an ihr feststellen, hat sie das Gefühl zu ihrem “wahren Ich” zu finden. Schließlich lernt sie Felix kennen, der ihr Seelenverwandter zu sein scheint. Einige Ungereimtheiten lassen jedoch Zweifel in ihr aufkommen. Warum ist er der einzige, der ihr bekannt vorkommt? Wer ist er wirklich? Treibt er ein falsches Spiel?"



"Und immer du" ist das erste Buch von Saskia von der Osten, die damit ein Debüt hinlegt, das sich auf jeden Fall sehen lassen kann. Überrascht war ich hier besonders über ihren sehr professionellen Schreibstil. Schon nach wenigen Sätzen war ich komplett in der Geschichte gefangen und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Alles ist sehr einfach gehalten, die Geschichte besitzt aber ein sehr angenehmes Tempo und wird an keiner Stelle langweilig. Vielleicht hätten ein paar tiefgründigere Momente und auch etwas ausgefeiltere Charakterbeschreibungen der Story noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt, allerdings muss ich auch so sagen, dass mir "Und immer du" dennoch positiv in Erinnerung bleiben wird.




- Michaela -

Michaela wacht im Krankenhaus auf. Sie hatte einen Herzstillstand und leidet nun an Amnesie, sie kann sich also nicht an ihr altes Leben erinnern. Ihre Schwester holt sie ab und bringt sie nach Hause - wo bereits ihr Freund auf sie wartet. Einen Freund, den Michaela natürlich nicht wiedererkennt.

Michaela muss sich selbst neu entdecken und so begleiten wir sie als Leser dabei, wie sie immer mehr Abstand zu ihrem alten Leben sucht.. Statt Kaffee mag sie plötzlich Tee, sie möchte kein Fleisch mehr essen und liebt es plötzlich, zu kochen. Ihr Freund Benjamin erkennt sie natürlich nicht mehr wieder - und auch Michaela weiß nicht, ob sie ihn so überhaupt lieben kann.

Mit Michaela hat die Autorin hier wirklich eine sehr sympatische Protagonistin geschaffen und ich bin froh, dass wir sie erst nach dem tragischen Vorfall kennengelernt haben - denn es scheint, als wäre sie vorher doch ein komplett anderer Mensch gewesen.

Ich mochte Michaela von Anfang an, es war toll, mit ihr gemeinsam ihr "neues" Ich zu entdecken. An ihrer Seite habe ich mich wirklich pudelwohl gefühlt! Auch als sie Entscheidungen über ihr zukünftiges Leben getroffen hat, hatte ich das Gefühl, immer auf ihrer Seite zu stehen!

- Benjamin -

Benjamin ist wie gesagt der Freund von Michaela, beziehungsweise eher von der alten Michaela. Schnell stellt sich heraus, dass die beiden reichlich wenig gemeinsam haben. Benjamin möchte natürlich seine alte Freundin zurück, allerdings hat er auch selbst ein kleines Geheimnis ...

Ich konnte Benjamin auch gut verstehen, denn plötzlich war Michaela nicht mehr die, in die er sich einst verliebt hat. Das beweist wieder einmal, dass wir Menschen nicht nur eine Hülle sind. Das Innere ist viel wichtiger!

- Dr. Seidel -

Dr. Seidel, beziehungsweise Felix spielt in der ganzen Geschichte auch noch eine wichtige Rolle. Michaela träumt nämlich, seit sie aus dem Koma aufgewacht ist, ständig von ihm und einen Hund. Die beiden laufen sich dann auch über den Weg und es scheint, dass das Schicksal sie zusammenbringen will ...

Ich muss sagen, dass ich Felix lange Zeit nicht so richtig einschätzen konnte. Ich hatte irgendwie an einigen Stellen ein echt schlechtes Gefühl, weil die Liebesgeschichte doch dann recht schnell ablief. Ich weiß auch nicht wieso, denn eigentlich ist er ein sympatischer, junger Mann ...




Eine Frau wacht aus einem Koma aus und hat plötzlich ihr Gedächtnis verloren. Diese Ausgangsstory ist nicht neu, aber die Autorin entwickelt alle hier in eine sehr interessante, wenn auch nicht neue Richtung.

Spannend war es, als Leser Michaela beim Entdecken ihres neuen Lebens zu begleiten. Sie muss sich von dem alten Ballast befreien und ihren neuen Weg finden. Saskia von der Osten greift hier viele interessante Fragen auf und animiert den Leser zum Nachdenken. Was macht einen Menschen überhaupt aus? Sind es die Erinnerungen? Die kleinen Dinge, die wir erlebt und die uns geformt haben? Und gibt es das Schicksal?

Die Frage nach dem Schicksal steht auch im Zentrum dieses Romans. Ich denke, man muss schon etwas romantisch veranlagt sein, um die Geschichte wirklich genießen zu können, denn die Liebe, die hier beschrieben wird, ist doch eine Liebe der etwas anderen Art!

Im weiteren Verlauf ist die Geschichte sehr geheimnisvoll gehalten, was der Autorin gut gelungen ist. Die Liebesgeschichte selbst lief mir zwar etwas zu schnell ab, aber war dennoch passend für die späteren Entwicklungen. Toll fand ich, dass lange Zeit nicht klar ist, in welche Richtung sich das ganze jetzt entwickelt.

Kurz vor dem Ende, beziehungsweise ab einem gewissen Punkt, den ich hier leider nicht erwähnen kann, hatte ich dann allerdings doch schon eine Vermutung. Ein wenig hat mich das Buch hier an einen Roman von Susanna Ernst erinnert, den ich vor vielen Jahren gelesen und der mich so extrem mitgenommen hat. "Und immer du" hat mich emotional zwar nicht so sehr berühren können, aber dennoch fand ich die Grundthematik auch hier ungemein faszinierend und interessant!

Besonders das letzte Kapitel hat mich hier schlucken lassen. Ein besseres Ende hätte die Autorin hier wahrlich nicht finden können, denn dieses schließt die ganze Geschichte wirklich gekonnt ab und gibt Hoffnung, dass die echte Liebe eben doch unsterblich ist!




Auch wenn mich die Geschichte in "Und immer du" mich nicht unbedingt emotional berühren konnte, fand ich sie doch sehr faszinierend und interessant zu lesen. Der Schreibstil der Autorin ist wundervoll und hat mich animiert, das Buch innerhalb von zwei Tagen durchzulesen! "Und immer du" ist eine tolle Geschichte über eine große Liebe und das Schicksal, das dafür sorgt, dass diese großen Gefühle nicht sterben können! Eine klare Empfehlung!

Dienstag, 3. April 2018

[Rezension] Die Flüchtige - Karin Alvtegen

Titel: Die Flüchtige
Autor:  Karin Alvtegen
Genre: Roman, Krimi
Erscheinungsdatum: 2002
Anzahl der Seiten: 272
Cover und Inhaltsangabe © rororo



"Sibylla Forsenström ist auf der Flucht. Vor ihrer Familie, ihrer Vergangenheit und vor der Polizei. Denn sie ist die Hauptverdächtige in einer grausamen Mordserie. Ihr bleibt nur eine Chance: Sie muss die Morde auf eigene Faust aufklären. Mit großer Präzision und psychologischem Einfühlungsvermögen beschreibt Karin Alvtegen die Bedrängnis einer aus dem Leben gefallenen Frau."




Wieder mal habe ich ein eher älteres Buch im Bücherschrank gefunden, von einer Autorin, die ich schon lange einmal austesten wollte, denn von Karin Alvtegen, der Großnichte von Astrid Lindgren, habe ich doch schon öfter einmal gehört, allerdings noch nie ein Buch in Angriff genommen,

Schon nach wenigen Seiten fand ich hier die Leichtigkeit im Stil von Karin Alvtegen wirklich erstaunlich. Die Geschichte ist einfach erzählt, kommt schnell voran und auch schnell auf den Punkt, besitzt aber dennoch seine sehr tiefgründigen Momente. Die Autorin schafft es hier, auf nur 272 Seiten, eine sehr interessante und spannende Geschichte zu schaffen und zugleich eine sehr tolle Protagonistin zum Leben zu erwecken!




- Sibylla -

Die gesamte Geschichte dreht sich um Sibylla, die in ihrer Jugend von Zuhause geflüchtet ist und nun seit vielen Jahren auf der Straße lebt. Obwohl sie reiche Eltern hat und ihr auch wohl eine glorreiche Zukunft bevorstand, hat sie sich für ein einfaches und unabhängiges Leben entschieden - fern von Geld, fern ihrer Familie und außerhalb des Systems, das sie so verabscheut.

Sibylla ist ist eine starke Frau, die nie aufgegeben hat und sich zu einer wahren Lebenskünstlerin gewandelt hat. Ich fand sie als Protagonistin hier ungemein beeindruckend. Sie hat mich ein wenig an mich selbst erinnert, denn ich würde mich wohl auch immer für ein einfaches Leben fern des Konsums und des Systems entscheiden.

Interessant ist hier, dass der Leser nach und nach Einblicke in ihre Jugend erhält. Diese Rückblenden laufen parallel zu den ganzen Mordfällen, in die Sibylla in der heutigen Zeit verwickelt ist. Ich habe Sibylla beim Lesen immer mehr in mein Herz schließen können und hatte am Ende das Gefühl, wirklich mir ihr gemeinsam irgendwie aus dem ganzen Schlamassel kommen zu müssen!




"Die Flüchtige" ist eine Mischung aus Roman und Krimi. Die Geschichte beginnt mit einem guten Einblick in Sibyllas Leben. Sie schleicht sich in ein Hotel und beweist wahres schauspielerisches Talent, um an ein Zimmer zu kommen. Das hat mich hier wahrlich fasziniert, wie gut sie Menschen doch um den Finger wickeln kann und wie sie es schafft, in eine andere Rolle zu schlüpfen!

Natürlich geht es dann auch gleich weiter mit dem Mordfall, der im Klappentext beschrieben wird und unsere Sibylla rutscht in die ganze Sache hinein. Nach und nach lernen wir als Leser dann auch ihre Vorgeschichte in Form von Rückblenden kennen. Wir erfahren, wie sie von ihren Eltern behandelt wurde und wie sie versucht, aus dieser ganzen oberflächlichen Welt, in der nur das Geld regiert, zu fliehen.

Sibylla ist hier unsere "Flüchtige", die sich praktisch in Luft aufgelöst hat, um dieser viel zu perfekten Welt zu entfliehen. Ich habe diese Frau bewundert, denn sie hat verstanden, worauf es im Leben wirklich ankommt ... Es geht nicht um Geld, um Besitz, nur darum, sich frei und glücklich zu fühlen - ganz egal auf welche Weise!

Ich habe beim Lesen mit Sibylla mitgefiebert, denn sie muss hier echt einiges durchmachen und ist eben immer auf der Flucht - nun auch vor der Polizei, die denkt, dass sie eine Serienmörderin ist. Ja, das Buch entwickelt sich wirklich noch Richtung Krimi und es gibt am Ende eine echt gute und kluge Auflösung, die allerdings mit Sibylla selbst nichts zu tun hat. Das fand ich erst sonderbar, da es doch so scheint, als wäre sie nur durch einen großen Zufall in die Sache gerutscht, aber ich muss dennoch sagen, dass die Geschichte für mich rund und absolut unterhaltsam war.




Mit "Die Flüchtige" von Karin Alvtegen habe ich mal wieder einen kleinen Schatz aus unserem Bücherschrank geborgen. Eine tolle Geschichte über eine Frau, die mutig ihren eignen Weg geht und bis zum Schluss an ihren Einstellungen festhält. Die Krimihandlung ist zwar Nebensache, aber rundet den Roman perfekt ab! Ich werde definitiv noch weitere Bücher der Autorin lesen!

Sonntag, 1. April 2018

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat März 2018

Endlich steht der Frühling in den Startlöchern, auch wenn der März insgesamt eher doch noch ein kühler Monat war, der mich dazu animiert hatte, mich mit einer guten Tasse Tee und einem Buch ins Bett zu kuscheln.

Im März habe ich daher 9 Bücher geschafft, leider aber auch eins abgebrochen. Wieder einmal waren viele Genres dabei und mit der Fortsetzung von "Scythe" sogar ein echtes Lesehighlight, leider hatte ich aber auch ein paar Flops und eher durchschnittliche Bücher, die mich nicht direkt vom Hocker hauen konnten.

Meine gelesenen Bücher:

- Thriller -

Dein Leben gegen meins - Liv Constantine (5 von 5)
The Woman in the Window - A. J. Finn (5 von 5)
Das Ende - Richard Laymon (3 von 5)
Und in dir die Finsternis - Kevin O`Brien (2 von 5)

- Jugendthriller -

One of us is lying - Karen M. McManus (5 von 5)
Gestrandete der Nacht - Claudia Kabel (3 von 5)

- Jugendroman -

Hex Hall - Wilder Zauber - Rachel Hawkins (4 von 5)

- Dystopie -

Scythe - Der Zorn der Gerechten - Neal Shusterman (5+ von 5)

- Roman -

Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer - Clannon Miller (2 von 5)

- Abgebrochen -

Liebe findet uns - J. P. Monninger


Beim liebsten weiblichen Charakter muss ich diesen Monat sofort an Bronwyn aus "One of us lying" von Karen M. McManus denken. Sie war die "Streberin" in dieser Gruppe von
Jugendlichen, die aus "The Breakfast Club" entsprungen sein könnten. Ich mochte ihre Art sehr gerne und natürlich auch ihre kleine Liebesgeschichte in diesem sehr spannenden Jugendthriller!




© Sauerländer
Mein liebster männlicher Charakter war in diesem Monat auf jeden Fall Greyson aus "Sythe - Der Zorn der Gerechten" von Neal Shusterman. Greyson wurde erst in diesem Teil eingeführt und ist en ungemein faszinierender Charakter, der hier auch neue Fazetten der Welt offenbart hat. Er ist ein sehr mutiger Junge, der immer das richtige tun will, aber nicht direkt zu wissen scheint, was das überhaupt ist ...


Emotional berührt hat mich in diesem Monat ebenfalls die Fortsetzung von "Scythe". Das Ende hat mich echt geschockt und nach den letzten Seiten musste ich erst einmal weinen, weil sie alle Dinge überschlagen haben und es wirklich einen sehr traurigen Ausgang gab. Wie soll ich es jetzt nur schaffen, auf den nächsten Teil zu warten?




© HarperCollins
Meinen spannendsten Buchmoment hatte ich auf jeden Fall mit "Dein Leben gegen meins", denn hier ging es um Manipulationen und echt bitterböse Intrigen, auch wenn das Buch bei der Leserunde einigen Leuten nicht gefallen hat. Die Wendung im späteren Verlauf, die der Klappentext leider schon andeutet, fand ich aber wirklich genial und ich habe mit Daphne hier echt mitfiebern können!


Und wie sah euer Monat aus? Seid ihr zufrieden?