Samstag, 8. Januar 2022

[Rezension] Das Leben ist ein listiger Kater - Marie-Sabine Roger

 


Titel: Das Leben ist ein listiger Kater

Autor:   Marie-Sabine Roger

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2015
Anzahl der Seiten: 224
Cover: © dtv

Begonnen: 16.12.2021
Beendet: 20.12..2021




Noch immer denke ich gern an die wundervolle Geschichte aus "Das Labyrinth der Wörter" zurück. Nun durfte ich ein weiteres Buch der Autorin entdecken, in dem es wieder einmal um einen liebenswürdigen Einzelgänger geht, der eine ganz neue Sicht auf das Leben aber auch die Menschen erhält.

Jean-Pierre fällt in die Seine und erwacht mit zahlreichen Knochenbrüchen im Krankenhaus. Der mürrische alte Mann ist nun ans Bett gefesselt und denkt über sein bisheriges Leben nach. Dabei kommt er mit einigen Leuten im Krankenhaus ins Gespräch und erkennt plötzlich seine eigenen Fehler ...

Die Kapitel sind, genau wie in "Das Labyrinth der Wörter' kurz und knackig. Da der Protagonist ans Krankenbett gefesselt ist, geht es vorwiegend um seine Gedanken und Erinnerungen. Sein Humor lockert die ganze Geschichte auf. Ich mochte es, dass er hier positiv bleibt und aus den Begegnungen mit den anderen Personen etwas über seinen eigenen Charakter lernt. 
Jean-Pierre selbst hat einige Vorurteile über die Menschen, doch das soll sich im Verlauf des Romans ändern. Besonders gefallen hat mir die Story von dem jungen Mädchen, das immer kommt, um sich seinen Laptop auszuleihen und Natur eine ganz eigene Lebensgeschichte besitzt.

Natürlich ist die Geschichte sehr tiefgründig, allerdings ohne wirklich schwermütig zu wirken. Das Bittere steht oft zwischen den Zeilen und bringt den Leser zwar zum Nachdenken, lässt ihn aber nicht hilflos zurück. Es ist toll zu sehen, wie sich Jean-Pierres Charakter wandelt und wie er das Krankenhaus schließlich als ganz anderer Mensch verlässt. Dieser relativ kurze Roman zeigt sehr schön auf, dass wir aus so gut wie allen Situationen etwas lernen können - wenn wir es denn zulassen.


"Das Leben ist ein listiger Kater" ist die Momentaufnahme eines Mannes, der plötzlich auf andere Menschen angewiesen ist und dadurch die Zeit und die Gelegenheit bekommt, über sein eigenes Leben nachzudenken. Ein humorvoller Roman, der zum Nachdenken einlädt.


Ich vergebe 5 von 5.




Freitag, 7. Januar 2022

[Rezension] Haus der Schatten (Die Hudson Saga 1) - V.C. Andrews

 


Titel: Haus der Schatten

Autor:   V.C. Andrews

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2002
Anzahl der Seiten: 493
Cover: © RM Buch + Medien

Begonnen: 14.12.2021
Beendet: 17.12..2021




V.C. Andrews war für mich im letzten Jahr eine große Entdeckung, auch wenn ich leider feststellen musste, dass sie nur einen Bruchteil ihrer Bücher selbst geschrieben hat. Nach ihrem recht frühen Tod wurde ihr Name zu einer Marke und ein Ghostwriter hat weitere Bücher in "ihrem Stil" verfasst. Das erzeugt natürlich erst einmal ein seltsames Gefühl, ich wollte aber dennoch einmal ein Buch dieses Ghostwriters ausprobieren.

Der erste Teil der Hudson-Saga dreht sich um Rain, die einer armen Familie aufwächst und wegen ihrer Hautfarbe und Herkunft schon oft diskriminiert wird. Ihr Vater ist ein arbeitsloser Trinker, der nichts auf die Reihe bekommt und die Familie mal wieder verlässt. Nun wachsen ihnen die Probleme über den Kopf. Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch noch um eine Gang, die Rain und ihre Schwester Beni belästigt. Als es zu einer großen Tragödie kommt, platzt ihre Mutter mit einer schrecklichen Wahrheit heraus: Rain ist gar nicht ihre leibliche Tochter und gehört eigentlich in eine reiche Familie, die aber nichts von ihr wissen will ... In diese gerät sie nun und muss herausfinden, wer sie wirklich sein will ...

Ein wenig erinnert "Haus der Schatten" an das Aschenputtelmärchen. Rain ist hierbei allerdings von Anfang an eine sehr starke und selbstbewusste Person, die gelebt hat, sich durchzubeißen. Ich konnte sie sehr schnell ins Herz schließen und habe mit ihr gelitten, als sie so einige Schicksalsschläge einstecken musste. In der ersten Hälfte geht es hierbei erst einmal nur um die Familie, in der sie aufgewachsen ist und später dann um ihre "echte" Familie, in der sie allerdings keinen Platz zu haben scheint. Es hat mir gefallen, dass sie sich trotzdem durchsetzt und ihrer doch sehr sturen Großmutter, bei der sie schließlich landet, beweist, was wirklich in ihr steckt. 

Es gibt auch in dieser Geschichte einige Schockmomente und natürlich jede Menge Leid. Vieles ist hier doch nur Schein bei den Hudsons und es ist wirklich traurig zu sehen, wie die einzelnen Familienmitglieder nur an dem eigenem Vorteil interessiert sind. Schön fand ich aber, wie Rain sich mit ihrer Großmutter anfreundet und ihr sogar zeigt, wie echter Zusammenhalt aussieht.

Ich muss allerdings sagen, dass sich das Buch ganz anders als "Blumen der Nacht" liest. Teilweise hatte ich sogar eher das Gefühl einen Jugendroman über eine Heranwachsende zu lesen, die sich selbst finden will. Wirklich düster oder psychisch belastend war das Buch für mich nur über relativ kurze Strecken, das Positive überwiegt hier tatsächlich. Dennoch war die Geschichte für mich sehr intensiv und der Sog und die Charakterzeichnungen erinnern tatsächlich sehr stark an V.C. Andrews. Ich hoffe aber, dass ich diese Reihe im nächsten Jahr fortsetzen kann.



Mich hat "Haus der Schatten" wirklich überrascht und in den Bann gezogen, obwohl dieses Buch sich definitiv anders als die "echten" Werke der Autorin liest. Rain ist ein toller Charakter, der hier einige Schicksalsschläge durchleben und viele Hindernisse überwinden muss. Die Geschichte zeigt sehr schön, dass echter Zusammenhalt keine Verwandtschaft als Grundlage braucht ... 

Ich vergebe 5 von 5.







Donnerstag, 6. Januar 2022

[Rezension] Der Salzpfad - Raynor Winn


 Titel: Der Salzpfad

Autor:   Raynor Winn

Genre: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2021
Anzahl der Seiten: 416
Cover: © Goldmann

Begonnen: 10.12.2021
Beendet: 13.12.2021




Ich liebe das Wandern und habe auf zahlreichen langen Touren eine Menge über mich selbst erfahren können. In "Der Salzpfad" erzählt Raynor Winn von der Reise, die sie mit ihrem Mann unternommen hat, nachdem sie plötzlich ihre Farm verloren hatten. Die beiden wollen, obwohl oder gerade weil sie kein Geld mehr besitzen, in Bewegung bleiben und begeben sich nun auf den 1014 Kilometer langen South West Coast Path, Großbritanniens längsten Fernwanderweg. 

Raynor Winn berichtet erst einmal, wie es dazu kommt, dass sie von einem Tag auf den anderen kein Dach über dem Kopf mehr haben. Die beiden sind bereits über 50 Jahre alt und zu allem Überfluss bekommt Moth noch eine sehr traurige Diagnose vom Arzt, die sie natürlich auf ihrer Wanderung begleiten wird.

Die Geschichte ist sehr ehrlich verfasst und Raynor Winn schreibt von Anfang an über ihre Ängste, Sorgen und all ihre Probleme. Ich lebe ja selbst nun über 2 Jahren ohne Wohnsitz und ich kann nur sagen, dass solch ein Leben einige Hürden bereithält. Die beiden Wanderer in dieser Geschichte müssen sich nicht nur mit Hunger, Durst und der täglichen Suche nach einem Platz für ihr Zelt herumschlagen, sondern werden auch mit viel Feindseligkeit konfrontiert. Das Verhalten mancher Leute hat mich hier echt sprachlos gemacht, obwohl ich ja selbst oft genug am eigenem Leib erfahren habe, wie man als Obdachloser behandelt wird ...

Schön hingegen ist zu sehen, dass es da auch Menschen gibt, die ihnen helfen wollen. Gleichzeitig habe ich ihre durchwegs sehr positive Art bewundert. Sie lassen sich nicht von den Beleidigungen herunterziehen und nehmen auch verschiedene Rückschläge mit Humor.

Zu Beginn des Buches ist auch eine Karte des Wanderweges abgedruckt und es gibt im Mittelteil einige Bilder aus der Zeit vor und während der Wanderung, wodurch man als Leser tatsächlich das Gefühl bekommt, hautnah dabei zu sein. Es ist schön zu sehen, wie die beiden psychisch aber auch physisch stärker werden und am Ende erkennen, dass Zusammhalt wichtiger als jeder Besitz ist. Für mich war "Der Salzpfad" ein sehr inspirierendes Buch. Etwas traurig bin ich darüber, dass ich den zweiten Teil nicht aus dem öffentlichen Bücherschrank mitgenommen habe ... Ich würde echt gerne wissen, wie es mit den beiden weitergeht!



"Der Salzpfad" beschreibt die sehr inspirierende Wanderung eines älteren Ehepaars, die alles verloren hat und auf ihrer Reise plötzlich so viel findet. Eine wunderschöne Geschichte, die zeigt, dass "Zuhause" kein Ort und Zusammenhalt wichtiger als jeder Besitz sein sollte. 

Ich vergebe 5 von 5.





Mittwoch, 5. Januar 2022

[Rezension] Paganinis Fluch - Lars Kepler


 Titel: Paganinis Fluch

Autor:   Lars Kepler

Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2012
Anzahl der Seiten: 624
Cover: © Weltbild

Begonnen: 07.12.2021
Beendet: 10.12..2021




Noch vor ein paar Jahren habe ich fast ausschließlich Thriller und Krimis gelesen, größtenteils sogar jene Ermittlergeschichten, um die ich heute einen großen Bogen mache. Von dem Autorenduo, das sich hinter dem Namen Lars Kepler verbirgt, habe ich vor ewiger Zeit bereits einen Thriller gelesen, der mir erstaunlich gut in Erinnerung geblieben ist. Nun habe ich "Paganinis Fluch" entdeckt und da ich mich momentan tatsächlich etwas nach Spannungsliteratur sehne, habe ich mich an der Seite von Joona Linna diesem Fall gestellt ...

Die Polizei findet den Generalsekretär der Waffenkontrollbehörde tot auf. Alles deutet auf Selbstmord hin. Zeitgleich wird eine Frauenleiche in einem Boot gefunden und eine andere Frau ist auf der Flucht vor einem mörderischen Killer. Wie passt das alles zusammen? Und was hat das alles mit einem seltsamen Foto zu tun, auf dem bekannte Persönlichkeiten aus dem Waffenhandel zu sehen sind?

Durch die relativ kurzen Kapitel kam ich schnell in der Geschichte an. Zu Beginn wird hier auch eine angenehme Spannung erzeugt, die allerdings verpufft, als Jonna Linna den Fall übernimmt und es größtenteils um seine Ermittlungsarbeit geht. Es gibt zwar immer wieder Kapitel aus der Sicht anderer Charaktere, die eine tolle Dynamik erschaffen, aber größtenteils zieht sich die Ermittlung doch in die Länge. Kein Wunder bei über 600 Seiten, die irgendwie gefüllt werden wollen ...

Das Thema dieses Krimis/Thrillers war leider nicht meins. Es geht nämlich um den illegalen Waffenhandel und daher wirkt die Geschichte größtenteils doch sehr politisch. Mir persönlich gefallen Thriller und Krimis mit einem persönlichen Bezug mehr, da ich doch beim Lesen immer gerne einen Charakter habe, mit dem ich mitfiebern kann. Diesen habe ich in diesem Buch leider nicht finden können. Halbwegs interessant fand ich den musikalisch hochbegabten Axel, aber leider nimmt er hier nur eine relativ kleine Rolle ein. Auch das Geigenthema, das mich beim Titel doch sehr gereizt hat, ist hier nur Mittel zum Zweck.

Schlecht ist dieser Krimi/Thriller sicherlich nicht. Er ist einfach geschrieben, schnörkellos und daher auch als Lektüre für Zwischendurch gut geeignet. Viel Mitdenken erfordert die Geschichte nicht, ist doch recht schnell klar, wie alles zusammenpasst. Wendungen oder große Überraschungen gibt es nicht, dafür aber eine actiongeladene Handlungen mit einigen Toten und vielen Schusswechseln. Eins hat mir dieses Buch auf jeden Fall gezeigt: Meinen Geschmack treffen Ermittlergeschichten einfach nicht mehr ...



Ein actionreicher Thriller/Krimi, in dem es um den illegalen Waffenhandel geht. Einfach zu lesen, aber doch leider sehr arm an Spannung und Wendungen. Ich wurde durch dieses Buch mal wieder daran erinnert, dass Thriller mit zäher Ermittlungsarbeit einfach nichts mehr für mich sind ... 

Ich vergebe 3 von 5.


Dienstag, 4. Januar 2022

[Rezension] Die Wiege des Bösen - James Patterson


 Titel: Die Wiege des Bösen

Autor:   James Patterson

Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2001
Anzahl der Seiten: 350
Cover: © Bastei Lübbe

Begonnen: 20.12.2021
Beendet: 22.12..2021




Die Bücher von James Patterson habe ich nun schon oft gesehen, aber erst jetzt verspürte ich den Wunsch, einmal eines auszuprobieren als mir "Die Wiege des Bösen" in die Hände fiel. Ich habe im Vorfeld allerdings gelesen, dass Patterson selbst, ähnlich wie Ken Follett, mehrere Mitarbeiter hat, die den größten Teil seiner Bücher schreiben. Es handelt sich hier also eher um Massenware, was beim Lesen leider auch zu spüren ist.

Die Grundidee hat mir hier gut gefallen. Zwei angeblich jungfräuliche Mädchen werden schwanger und einer alten Prophezeiung zur Folge soll eine das Kind Gottes und das andere das Kind des Teufels zur Welt bringen. Kathleen, die erst 16 ist, stammt aus einer reichen Familie und das öffentliche Aufsehen an ihrer Schwangerschaft ist riesig. Colleen hingegen stammt aus ärmlichen Verhältnissen und niemand will ihr so recht glauben, dass sie noch Jungfrau ist. Nun schickt der Vatikan seine Leute los, um mehr herauszufinden. So findet auch die Privatdetektivin Anne ihren Weg zu Kathleen und fängt plötzlich an zu glauben ...

Die kurzen und sehr einfach gehaltenen Kapitel erzeugen von Anfang an eine angenehme Spannung. Einen eigenen Stil konnte ich beim Lesen nicht wirklich erkennen, teilweise wirkt der Satzbau etwas laienhaft. Positiv ist dabei aber: Das Buch lässt sich ohne große Anstrengung lesen. Negativ fiel mir allerdings auf, dass ich mich etwas unterfordert gefühlt habe.

Die Charaktere sind nicht besonders tiefgründig gezeichnet und der Geschichte fehlt es leider etwas an Atmosphäre. Hinzu kommt, dass einige Stellen etwa lächerlich wirken, besonders jene, in denen die Ärzte vollkommen geschockt darüber sind, dass ein Mädchen, das offensichtlich noch Jungfrau ist, schwanger werden konnte. Ich denke, man braucht kein Medizinstudium, um zu wissen, wie das mit der Fortpflanzung funktioniert ... 

"Die Wiege des Bösen" ist kein schlechter Thriller, aber mir fehlte hier doch das Außergewöhnliche. Die Idee selbst hat mir gefallen, genau wie die kurzen, knackigen Kapitel, die einen dazu bringen, das Buch fix durchzulesen. Doch nach dem Zuschlagen bleibt leider recht wenig zurück ...


Mein erstes Buch von James Patterson hat mich unterhalten, aber mir auch gezeigt, dass ich mit dieser Art der Massenware doch nicht allzu viel anfangen kann. Mir fehlte einfach etwas Außergewöhnliches, etwas das im Gedächtnis bleibt ... 

Ich vergebe 3 von 5.



Montag, 3. Januar 2022

[Rezension] Die Eleganz des Igels - Muriel Barbery

 


Titel: Die Eleganz des Igels

Autor:   Muriel Barbery

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2016
Anzahl der Seiten: 372
Cover: © dtv

Begonnen: 06.12.2021
Beendet: 09.12..2021




Renée ist 54 Jahre alt und Concierge in einem herrschaftlichen Stadthaus. Sie mimt nach außen hin eine ungebildete Frau, um sich ihrem Stand angemessen zu verhalten. In Wahrheit ist sie allerdings sehr intelligent und an Literatur interessiert. Die zwölfjährige Paloma wohnt ebenfalls in diesem Haus und auch sie will, dass niemand erkennt, wie intelligent sie ist. Sie hat erkannt, wie vorhersehbar und verlogen das Leben ist und will an ihrem dreizehnten Geburtstag Selbstmord begehen ...

"Die Eleganz des Igels" beschäftigt sich mit der Kluft zwischen den Armen und Reichen, die in der heutigen Zeit eigentlich gar nicht mehr so groß sein sollte. Dennoch ist da Renée mit ihrem sehr scharfen Verstand und ihren doch sehr eingestaubten Ansichten. Sie verurteilt alle Reichen und merkt gar nicht, dass sie damit nur sich selbst schadet, wird es für sie doch zunehmend schwer, ihre eigentlich unnötigen Rolle als ungebildete Angestellte aufrechtzuerhalten. Erst als der Japaner Kakuro Ozu in das Haus zieht, ändert sich ihr Denken.

"Die Eleganz des Igels" ist ein sehr philosophischer Roman, in dem sowohl Renée als auch Paloma ihre doch sehr düsteren und mitunter auch vernichtenden Ansichten über das Leben und die Menschen mitteilen. Die Geschichte verströmt dabei eine gewisse Arroganz, die ich als etwas unangenehm empfand. Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob intellektuelle Menschen es wirklich nötig haben, alles zu verurteilen ...

Aufgelockert wird die Geschichte zwar durch einen doch sehr passenden Humor und einige sehr amüsante Momente, aber mit Renées Ansichten kam ich bis zum Ende leider nicht klar. Paloma hingegen, die bis zu ihrem Tod tiefgründige Gedanken sammeln will, empfand ich hier als sehr faszinierenden Charakter, der allerdings etwas kurz kommt. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie im Mittelpunkt des Ganzes gestanden hätte und es noch mehr um den Austausch der beiden und damit auch das "voneinander Lernen" gegangen wäre ...



"Die Eleganz des Igels" ist keine einfache Lektüre, handelt es sich hierbei doch um einen sehr philosophischen Roman, auf dem man sich einlassen muss, um die beiden Charaktere zu verstehen ... Der Humor ist passend, doch leider verströmt die Geschichte eine gewisse Arroganz ...

Ich vergebe 3 von 5.


Samstag, 1. Januar 2022

[Jahresrückblick] Mein Jahr 2021 in Büchern und meine 9 Highlight!

Jetzt blicke ich auch schon auf ein sehr entspanntes Jahr 2021 zurück. An meinem Lebensstil hat sich nicht wirklich viel geändert, ich lese, schreibe und wandere/geocache. Ansonsten besteht mein Leben eigentlich nur aus purem Überleben. Manchmal war es echt hart zu spüren, kaum Rückhalt zu haben, aber ich denke, das vergangene Jahr hat mich noch einmal stärker gemacht. Und mittlerweile glaube ich fast, dass "Zuhause" für mich wohl niemals ein Ort sein wird und ich dies wohl einfach mal akzeptieren muss.

Kommen wir aber nun zu meinem gelesenen Büchern.

Ich habe im letzten Jahr tatsächlich 184 Bücher geschafft und bin selbst überrascht über diese Anzahl, auch wenn es wenig verwundert, lese ich doch sicherlich 4-5 Stunden pro Tag!

Mit meinem Bewertungen bin ich auch sehr zufrieden. Diese sahen wie folgt aus:

5+ (Highlight) = 18 Bücher  = 9,8 %

5 Sterne = 52 Bücher   = 28,3 %

4 Sterne = 65 Bücher  = 35,3 %

3 Sterne = 33 Bücher = 17,9 %

2 Sterne = 16 Bücher = 8,7 %

1 Stern = 0 Bücher = 0 %


Über die vielen Highlights und 5- und 4-Sterne-Bücher bin ich besonders glücklich. Ich habe fast ausschließlich Bücher aus dem Bücherschrank gelesen und sie beim Lesen mit Kommentaren versehen. Das liebe ich noch immer sehr und werde es auch in den nächsten Jahren beibehalten.

Meine absoluten Highlight in diesem Jahr waren folgende Bücher:

De profundis - Oscar Wilde

"De profundis" kommt tatsächlich "aus der Tiefe" von Oscar Wildes Seele. Der Brief, den er einst im Zuchthaus verfasst hatte, beschreibt perfekt den Weg zu einem selbstbestimmten und reflektierten Leben, offenbart Wildes Schwächen und zeigt auf, dass wir uns alle als Individualisten ansehen sollten. Ein Werk, das meinen Sicht auf mich selbst, aber auch die Welt verändert und mir wieder einmal gezeigt hat, dass es in Ordnung ist, gegen den Strom zu schwimmen. 

Anna Karenina - Leo N. Tolstoi

Ich habe im Vorfeld tatsächlich mit einer anstrengenden und eher schwer zu lesenden Lektüre gerechnet, war dann aber überrascht, welchen Sog dieses Buch doch ausübt. Für mich war "Anna Karenina" eins der intensivsten
Leseerlebnisse, die ich je hatte. Ein wahres Meisterwerk und nun ein Buch, das ich unbedingt irgendwann noch einmal lesen muss!


Ein Traum und zwei Füße - Sarah Rubin

"Zwei Füße und ein Traum" ist ein unfassbar berührender und wunderschöner Roman für Jugendliche, aber auch Erwachsene, der sehr schön zeigt, dass wir für unsere Träume kämpfen müssen. Ein sehr starkes Werk! 






Rebecca - Daphne du Maurier

Eine sehr tragische Geschichte über eine junge, namenlose Frau, die einfach nicht gegen die Schatten der Vergangenheit ankommt.
"Rebecca" ist ein sehr intensives Werk mit einer tollen Protagonistin, einer überraschenden Wendung und einer düsteren Grundstimmung. Für mich ein absolutes Must Read und nun definitiv eins meiner Lieblngsbücher!


Fräulein Niemand - Tomek Tryzna

"Fräulein Niemand" ist ein unfassbar starkes Werk über Freundschaft, Abhängigkeit und den Druck einer Gesellschaft, die keinerlei Fehler verzeiht. Für mich definitiv ein Must-Read und nun eins meiner Lieblingsbücher.


Fahrenheit 451 - Ray Bradbury

Das Buch hat sich durch seine Intensivität, seiner treffenden Gesellschaftskritik und vor allem seinen vielen Gänsehautmomenten einen Platz ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsbücher erkämpft! Ein Must-Read für Denker, Kritiker und Menschen, die sich aus der eigenen Blase befreien wollen! 

Veronika beschließt zu sterben - Paulo Coelho

"Veronika beschließt zu sterben" ist ein unfassbar starkes Werk, das aufzeigt, wie wertvoll unser Leben ist und das wir dies nicht erst im Angesicht des Todes erkennen sollten. Ein großes Highlight! 


Wer die Nachtigall stört - Harper Lee

Es ist eine wunderbare Geschichte darüber, mit welcher Werten Kinder aufwachsen sollten und wie wichtig gegenseitiges Verständnis ist und wie zerstörerisch Vorurteile sein können. Ein Buch, das hoffentlich viele Leser aufwachen lässt ...


Jane Eyre - Charlotte Brontë

"Jane Eyre" war für mich ein unfassbar intensives, mutiges und inspirierendes Werk, das mich vollkommen gefangen genommen hat! Definitiv eins meiner Lieblingsbücher!

Autoren

Neben diesen Highlights durfte ich auch viele Autoren entdecken, von denen ich hoffentlich noch einiges lesen darf. So möchte ich hier besonders Joan Aiken erwähnen, die mich mit ihrer Vielseitigkeit echt überrascht und inspiriert hat.

Auch Victoria Holt war für mich in diesem Jahr eine spannende Entdeckung. Von Stephen King und John Saul bin ich 2021 leider etwas abgekommen, dafür durfte ich aber zwei "Fear Street"-Romane lesen, die meine Liebe für diese Art von Geschichten wieder geweckt hat.

Schreiben

Ich hab in diesem Jahr extrem viel geschrieben ... So viel wie noch nie zuvor und ich LIEBE es. Das Schreiben entführt mich nach wie vor in eine ganz eigene Welt und ich finde es absolut schön, wie groß Rainfield mittlerweile geworden ist.

Mit dem Abtippen habe ich leider nach wie vor Probleme und ich denke, im neuen Jahr wird es hier auch noch einmal schwieriger, aber das Schreiben ist und bleibt mein Leben!

Veröffentlicht habe ich in diesem Jahr vier Bücher, zwei davon enthielten Kurzgeschichten, die für mich auch in diesem Jahr zu einer tollen Nebenbeschäftigung geworden sind.

Im neuen Jahr werde ich mich etwas vom Paranormalen entfernen, denn aktuell schreibe ich an einem Slasher und ich möchte mich auch in Zukunft gerne diesem Genre zuwenden!


Wie sah euer Lesejahr aus? Welche Autoren habt ihr neu entdeckt? Welche Bücher waren eure Highlights?