Sonntag, 16. Januar 2022

[Rezension] Total blauäugig - Sophie Brandes

 


Titel: Total blauäugig

Autor:   Sophie Brandes

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1988
Anzahl der Seiten: 216
Cover: © Beltz und Gelberg

Begonnen: 02.01.2022
Beendet: 04.01..2022




"Total Blauäugig" beginnt mit einer Vergewaltigung. Marieluise versteht nicht, was genau ihr wiederfahren ist und sie gibt sich selbst auch keine Gelegenheit, das Erlebte zu verarbeiten. Plötzlich weiß sie nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, aber eins wird ihr klar: Sie will einfach nur weg. So geht sie als Au-Pair nach Paris, doch die Erinnerungen verfolgen sie ...

Mit dem Schreibstil von Sophie Brandes hatte ich bei diesem doch sehr alten Jugendbuch große Probleme. Alles ist sehr umgangssprachlich und liest sich, als wäre es direkt dem Kopf der Protagonistin entsprungen, die übrigens in Dialogen nur selten vollständige Sätze zusammenbekommt. Auf der einen Seite passt das natürlich zur Thematik, auf der anderen hat es dieses Buch doch zu einer sehr anstrengenden Lektüre gemacht.

Die Autorin beschreibt hier sehr eindringlich und ehrlich die Auswirkungen einer Vergewaltigung auf die Psyche einer Heranwachsenden. Das Problem ist allerdings, dass der Leser Marieluise erst nach der Vergewaltigung kennenlernt und sie eben durchwegs in diesem depressiven Zustand wahrnimmt. Sie ist und bleibt zudem sehr "blauäugig" (naiv), gleichzeitig wirkt sie aber auch furchtbar frustriert und irgendwie auch unmotiviert und etwas dümmlich. Zudem liegt ihr die Arbeit als Au-Pair nicht wirklich und sie ist plötzlich in einem Leben gefangen, das ihr nicht gefällt. Darauf, dass sie selbst für eine Veränderung sorgen muss, kommt sie leider nicht ...

Der große Wendepunkt kam mir etwas zu konstruiert vor, da mir auch hier ein eigener Antrieb der Protagonistin fehlte. Aus diesem Grund würde ich das Buch auch nicht unbedingt Leuten empfehlen, die sensibel auf dieses Thema reagieren oder gar eigene Erfahrungen gesammelt haben. Es ist doch in erster Linie ein Jugendbuch, in dem es um Liebe, Zusammenhalt und Freundschaft geht und das einfach nur aufzeigen will, dass das Leben immer irgendwie weitergeht ...


"Total Blauäugig" ist die passende Bezeichnung für die Protagonistin, die hier nach einer Vergewaltigung sehr verloren als Au-Pair durch Paris streift ... Durch den Schreibstil leider eine sehr anstrengende Lektüre, dir zwar einige interessante Ansätze präsentiert, aber viel zu wirr wirkt ... 

Ich vergebe 3 von 5.


Freitag, 14. Januar 2022

[Rezension] Willkommen in der unglaublichen Welt von Frank Banning - Julia Claiborne Johnson

 


Titel: Willkommen in der unglaublichen Welt von Frank Banning

Autor:   Julia Claiborne Johnson

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2020
Anzahl der Seiten: 416
Cover: © Aufbau Taschenbuch

Begonnen: 28.12.2021
Beendet: 30.12..2021




Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich außergewöhnliche Charaktere in Büchern liebe und deswegen hat mich "Willkommen in der unglaublichen Welt von Frank Banning" sofort angesprochen, geht es doch um einen Jungen, der ganz anders als andere Kinder ist.

Alice, aus deren Sicht wir das Geschehen erfahren, wird hier zu der berühmten Autorin Mimi Banning geschickt. Sie soll sich um den Haushalt und um ihren neunjährigen Sohn Frank kümmern, dessen Welt allerdings nach ganz eigenen Regeln funktioniert ...

Frank mit seinem außergewöhnlichen Kleidungsstil, seinem schier endlosen Wissen und seiner liebenswerten Art konnte ich beim Lesen schnell ins Herz schließen. Er ist ein toller Charakter, der mich immer wieder zum Lächeln gebracht hat. Allerdings muss ich sagen, dass die restlichen Charaktere leider in seinem Schatten stehen. So auch die Protagonistin Alice, über die der Leser nur wenig erfährt. Sie agiert hier eher als Ersatzmutter in der Zeit, in der Mimi ihr Buch schreibt ...

Obwohl Frank wie bereits erwähnt ein außergewöhnlicher Charakter ist, fehlt es der Geschichte selbst an etwas Besonderem. Es ist zwar schön zu sehen, wie sich alle lernen, einander zu akzeptieren, aber es gab in diesem Buch leider keine Momente, die sich in mein Gedächtnis gebrannt haben. Wir folgen einfach nur Alice und Frank, die ein paar recht alltägliche "Abenteuer" erleben, die zwar mit einer guten Prise Humor versehen sind, aber auch zeigen, dass die Geschichte keinen roten Faden besitzt. Nach dem Zuschlagen hatte ich zwar das Gefühl, einen tollen fiktiven Charakter kennengelernt zu haben, aber ich weiß leider nicht genau, was das Buch nun für eine Botschaft vermitteln will. Es endet auch für meinen Geschmack viel zu abrupt ... 



Frank ist ein unfassbar interessanter Charakter, der allerdings alle anderen Personen sehr blass erscheinen lässt ... Eine witzige Geschichte, bei der aber leider kein roter Faden vorhanden und keine Botschaft zu erkennen ist ...

Ich vergebe 3 von 5.





Donnerstag, 13. Januar 2022

[Rezension] Ich knall euch ab! - Morton Rhue

 


Titel: Ich knall euch ab

Autor:   Morton Rhue

Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2002
Anzahl der Seiten: 288
Cover: © Ravensburger

Begonnen: 28.12.2021
Beendet: 30.12..2021




"Ich knall euch ab" war ein Buch, das ich schon vor vielen Monaten in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden habe, für das ich bisher aber einfach noch nicht in der richtigen Stimmung war. Wie auch in seinen anderen Büchern widmet sich Morton Rhue hier nämlich einen sehr ernsten Thema. Es geht um einen Amoklauf an einer Schule ...

Nun ist das Buch nicht wie ein Roman aufgebaut, sondern lässt verschiedene Menschen über die beiden Täter erzählen, die, so stellt sich schnell heraus, an der Schule erst einmal die Opfer waren. Von den anderen Jugendlichen ausgegrenzt und gemobbt entwickeln Gary und Brendan schnell einen Hass auf ihre Mitschüler. Es ist ein Hass, der sich in den Wunsch verwandelt, sich endlich an den Leuten zu rächen ...

Die Geschichte ist sehr kurz, könnte aber nicht intensiver sein. Morton Rhue analysiert sehr eingehend den Weg zu einem Amoklauf. Er lässt das Umfeld der beiden Täter zu Wort kommen und zeigt so sehr treffend, was Mobbing und Ausgrenzung alles anrichten kann. Das Bittere an dieser Geschichte ist allerdings, dass die Lehrer und Schüler zwar die eigenen Fehler erkennen, aber im Grunde nicht wissen, wie diese hätten vermieden werden können. Auch von Seiten der Mobber ist hier nur wenig Einsicht vorhanden. Dies zeigt auf doch sehr erschreckende Weise auf, wie wenig die Gesellschaft doch bereit ist, gerade beim Thema Toleranz etwas zu verändern. Seien wir nämlich einmal ehrlich: Menschen, die anders aussehen oder denken werden immer ausgegrenzt werden und Mobbing wird es leider ebenfalls immer geben. Wir alle können die Welt zwar ein kleines Stückchen besser machen, aber es ist doch die breite Masse, die den Ton angibt ...

Mich hat das Buch sehr mitgenommen und das eine oder andere mal kamen mir auch die Tränen, besonders beim Lesen der beiden Abschiedsbriefe. "Ich knall euch ab" ist auf jeden Fall ein Buch, das zum Nachdenken anregt und auf sehr erschreckende Weise zeigt, wie zu einer solchen Verzweiflungstat kommen kann. Denn Gary und Brendan sind verzweifelt, ja, beide wissen einfach nicht, wie sie dem Mobbing entfliehen können und verlieren am Ende jegliche Hoffnung auf ein "normales" Leben. Das Nachwort eines deutschen Professors hätte es für mich allerdings nicht gebraucht, denn hier wird auch ein weiteres Problem deutlich: es wird zu viel auf Statistiken geschaut und der Mensch als Individuum einfach nicht gesehen ... So wird dieses Buch wohl auch in den nächsten Jahrzehnten nur wenig an Aktualität verlieren!



Ein kurzes, aber intensives Werk, das den Weg zu einem Amoklauf skizziert und dabei auf erschreckende Art und Weise aufzeigt, was Mobbing und Ausgrenzung mit einem Menschen anstellen kann ... Für mich ein absolutes Must-Read für Schüler! 

Ich vergebe 5 von 5.


Mittwoch, 12. Januar 2022

[Rezension] All das Ungesagte zwischen uns - Colleen Hoover


  Titel: All das Ungesagte zwischen uns

Autor:   Colleen Hoover

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2020
Anzahl der Seiten: 448
Cover: © dtv

Begonnen: 23.12.2021
Beendet: 27.12..2021




Ich bin nun schon länger großer Fan von Colleen Hoover, die mich schon mit einigen Büchern berührt und auch zum weinen gebracht hat. Nun habe ich "All das Ungesagte zwischen uns" in einem Bücherschrank entdeckt, das ich natürlich direkt lesen musste.

Anders als in ihren anderen Büchern geht es hier um zwei Paare, die zueinander finden. Wir haben zum einen Morgan, die schon seit der High School mit Chris zusammen ist, sich aber schon immer gut mit dem Freund ihrer Schwester verstanden hat. Jonah nimmt nun nach einem schweren Schicksalsschlag wieder einen Platz in ihrem Leben ein, doch kann sie sich wirklich auf ihn einlassen? Da ist nämlich noch ihre Tochter Clara, die gerade selbst ihre erste große Liebe findet - der Zeitpunkt dafür ist allerdings alles andere als perfekt ...

Die Geschichte von Clara und Miller war für mich das große Highlight in diesem Buch, denn das Kennenlernen und Erleben der besonderen Momente zwischen den beiden ist wirklich zuckersüß und unfassbar witzig. Hier war Colleen Hoovers gewohnter Stil wieder zu erkennen, der dazu führt, dass man die Charaktere einfach ins Herz schließen muss.

Probleme hatte ich allerdings mit Morgan, die als Mutter und Erwachsene sehr verloren wirkt und die meiste Zeit echt frustriert ist. Auf der einen Seite konnte ich sie verstehen, auf der anderen Seite wirkte sie auf mich aber so festgefahren, dass sie mir über große Strecken auf die Nerven ging. Die Mutter-Tochter-Beziehung ist hier auch sehr anstrengend und es war echt schlimm zu sehen, wie Clara und Morgan sich immer weiter voneinander entfernen, obwohl sie ja beide gerade eine schwere Zeit durchmachen und füreinander da sein sollten ...

So konnte mich Morgans Liebesgeschichte auch nicht ansatzweise so sehr in den Bann ziehen wie die von ihrer Tochter. Zwischen Morgan und Jonah habe ich beim Lesen leider auch nicht wirklich etwas spüren, weswegen mich die Abschnitte immer etwas aus der Geschichte gerissen haben. Große Geheimnisse, die erst später offenbart werden gibt es hier nicht. Gleich zu Beginn lässt Colleen Hoover hier bereits die Bombe platzen und später geht es nur noch darum, wie Clara wohl auf die Wahrheit reagieren wird.

"All das Ungesagte zwischen uns" konnte mich dennoch unterhalten und wäre es nur um Clara und Miller gegangen, wäre es für mich eins der romantischsten Bücher der Autorin gewesen. So aber werde ich wohl auch immer an die sehr schwierige Mutter-Tochter-Beziehung zurückdenken müssen ... 


Die unglaublich süße Liebesgeschichte von Clara und Miller wird leider etwas von den Problemen Morgans überschattet, die hier als sehr frustrierte leider auch verlorene Mutter auftritt. Dennoch unterhaltsam und mit sehr starken Momenten!

Ich vergebe 4 von 5.



Dienstag, 11. Januar 2022

[Rezension] Martyn Pig - Kevin Brooks

 


 Titel: Martyn Pig

Autor:   Kevin Brooks

Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2004
Anzahl der Seiten: 288
Cover: © dtv

Begonnen: 22.12.2021
Beendet: 27.12..2021




Ich liebe verrückte Geschichte, bei denen man einfach nicht weiß, was denn nun als nächstes passieren wird. So stieß ich schon vor einer ganzen Weile auf "Martyn Pig" von Kevin Brooks, das für mich nun perfekt in die Weihnachtszeit gepasst hat.

Martyn Pig lebt bei seinem alkoholsüchtigen, vollkommen überforderten Vater, der kurz vor Weihnachten bei einem Streit plötzlich unschön mit dem Kopf aufschlägt und verstirbt. Statt die Polizei zu rufen, versucht Martyn das ganze zu vertuschen und zieht seine gute Freundin Alex in die Sache mit hinein. Als er auch noch von einem Erbe erfährt, überschlagen sich die Dinge und es kommt zu einigen witzigen, aber auch einigen sehr bitteren Ereignissen.

Ich habe Martyn Pig schnell ins Herz geschlossen, denn ich liebe Außenseiter, die es nicht leicht im Leben haben. Martyn liest gerne Krimis und ist davon überzeugt, dass er dieses "Verbrechen", das ja eigentlich ein Unfall war, vertuschen und irgendwo vollkommen neu anfangen kann. Beim Lesen habe ich wirklich mit ihm mitgefiebert und gezittert, als er sich und auch Alex immer tiefer in die ganze Sache verstrickt. Besonders nahe ging mir, wir verloren er doch teilweise wirkt und wie sehr er sich nach einem echten "Zuhause" sehnt.

Teilweise geht es in diesem Jugendbuch um Vertrauen. Martyn ist anfangs auf sich ganz allein gestellt, bekommt dann aber Hilfe von Alex. Die Geschichte ist dabei sehr chaotisch, denn die beiden agieren alles andere als logisch. Dies macht, in Kombination mit dem sehr passenden schwarzen Humor aber den Charme dieser verrückten Story aus.

Kevin Brooks hat mich unfassbar gut mit dieser Geschichte unterhalten, mich aber gerade zum Ende hin auch sehr nachdenklich gestimmt. Ein echtes Happy End gibt es nämlich nicht und Martyn muss erkennen, dass das echte Leben eben doch kein Krimi ist ... 


"Martyn Pig" war für mich eine große Überraschung. Das Buch ist witzig, chaotisch, verrückt und einfach eine gute Unterhaltung mit leisen Untertönen, die nachdenklich stimmen! 

Ich vergebe 5 von 5.


Montag, 10. Januar 2022

[Rezension] Sein blutiges Projekt, Der Fall Roderick Macrae - Graeme Macrae Burnet

 


Titel: Sein blutiges Projekt, Der Fall Roderick Macrae

Autor:   Graeme Macrae Burnet

Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2017
Anzahl der Seiten: 348
Cover: © Europaverlag

Begonnen: 21.12.2021
Beendet: 23.12..2021




"Sein blutiges Projekt - Der Fall Roderick Macrae" war seit langem mal wieder ein Buch, das ich förmlich inhaliert habe. Das lag besonders an dem Aufbau, denn dieses Buch wirkt von der ersten bis zur letzten Seite wie die Aufarbeitung eines wahren historischen Verbrechens.

Der Leser erfährt schon zu Beginn, dass Roderick Macrae ein Blutbad im Haus seines tyrannischen Nachbarn Lachland Mackenzie angerichtet hat. Es gibt erst einmal ein paar Zeugenaussagen von den Leuten des Dorfes, die Roderick allesamt recht unterschiedlich wahrgenommen haben. Im Anschluss erzählt Roderick selbst seine Geschichte im Form eines Manuskripts, das er im Gefängnis verfasst hat. Er schildert, wie sein Vater immer wieder von Lachland schikaniert wurde und wie wenig Hoffnung er am Ende auf ein besseres Leben hatte ... 

Roderick ist ein sehr spannender Charakter. Er ist gefangen in dem Dorf und dazu verdammt, genauso hart zu arbeiten wie sein Vater obwohl er überaus intelligent und talentiert ist und von seinem Lehrer zu hören bekommt, dass er viel mehr erreichen könnte. Natürlich weiß der Leser, dass er hier auch die Erzählung eines Mörders liest. Umso interessanter ist es aber, seine Beweggründe präsentiert zu bekommen und zu sehen, dass ein Mensch eben nicht immer alles an sich abblocken lassen kann.

Bis zu der sehr beklemmende Schilderung der Morde vergeht erst einmal eine Weile und es ist fesselnd, die vielen kleinen Ereignisse beleuchtet zu bekommen, die zu der Tat letztendlich führten. Die Atmosphäre dieses Buch hat mir unfassbar gut gefallen. Ich war mittendrin im Geschehen, habe ich Ungerechtigkeit am eigenem Leib gespürt und mal wieder erkannt, dass die Gesellschaft sich gerne ihre eigene Wahrheit bildet. Auch in diesem Roman - ich kann das Buch aufgrund der ruhigen Erzählform nicht als Thriller bezeichnen - zeigt sich, wie schnell die Menschen urteilen und wie wenig sie doch hinterfragen.

Gelungen ist auch der Gerichtsprozess am Ende und die Einbeziehung der Kriminalpsychologie, auch wenn diese in der damaligen Zeit noch in den Kinderschuhen steckte. Der Autor lässt den Leser ein eigenes Urteil fällen und ich muss sagen, dass ich noch lange nach dem Zuschlagen über dieses Werk nachdenken musste.


Die Geschichte eines Mörders, der eigentlich gar kein Mörder sein wollte. Ein atmosphärischer Roman, der durch die vielen Zeugenaussagen, Berichte und der Schilderung des Gerichtsprozesses unfassbar lebendig wirkt. 
Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.



Sonntag, 9. Januar 2022

[Rezension] Schlangen im Paradies - Mary Higgins Clark


 Titel: Schlangen im Paradies

Autor:   Mary Higgins Clark

Genre: Roman, Krimi
Erscheinungsjahr: 1998
Anzahl der Seiten: 320
Cover: © Heyne

Begonnen: 17.12.2021
Beendet: 21.12..2021




Vor ein paar Wochen habe ich ein paar Bücher von Mary Higgins Clark in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt und mich daran erinnert, dass ich ihre Bücher früher sehr gerne gelesen hatte.

In "Schlangen im Paradies" geht es um Elizabeth, die gerade erst ihre Schwester Leila verloren hat. Angeblich hat Leilas Verlobter sie ermordet und ausgerechnet Elizabeth ist es, die Ted vor Gericht belasten wird. Kurz vor dem Prozess treffen sich alle Freunde von Leila in einem Kurzentrum und plötzlich wirkt jeder verdächtig. Elizabeth ist sich auf einmal nicht mehr sicher, ob wirklich Ted hinter der Tat steckt ...

Nur gefällt Mary Higgins Clarks sehr ruhiger Schreibstil sehr. Sie beleuchtet nach und nach die einzelnen Personen und gibt jedem ein mögliches Motiv. Von Mitgefühl oder Trauer ist in diesem Buch allerdings wenig zu spüren. Als Leser sollte man hier auch keine allzu tiefgründige Geschichte erwarten. Leilas Tod ist nur die Ausgangslage und in diesem Roman beziehungsweise Krimi geht es nun darum, den Täter zu finden.

Das Kurzentrum, das so etwas wie eine Schönheitsfarm ist, hat mir als Schauplatz gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, die einzelnen Charaktere zu ergründen und mitzurätseln, wer denn hinter den schrecklichen Mord stecken könnte. Es kommt zudem zu einigen Vorfällen, die allerdings wenig blutig oder gar brutal abgehandelt werden. Spannung ist eher unterschwellig vorhanden und es hätte für mich persönlich noch die eine oder andere Wendung oder auch falsche Fährte geben können.

Das Ende hat mir gefallen, auch wenn der Showdown wirklich kurz gehalten ist und mir am Ende noch ein paar Seiten gefehlt haben. Dennoch aber ein unterhaltsamer Roman/Krimi, der beim Lesen für eine gewisse Entspannung sorgt.

Seit langem habe ich mal wieder ein Buch von Mary Higgins Clark gelesen und fand hier eine entspannende und aufgeregte Lektüre, in der es in erster Linie ums Miträtseln geht! 

Ich vergebe 4 von 5.