Samstag, 8. Mai 2021

[Rezension] Der Blutschlüssel, Ein Escape-Room-Thriller - Anne Jungenitz

 


Titel: Der Blutschlüssel

Autor:  Anne Jungenitz
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 1. März 2021
Anzahl der Seiten: 238
Cover und Inhalsangabe: © Piper

Begonnen: 07.04.2021
Beendet: 09.04.2021


"Herzlichen Glückwunsch! Willkommen bei Partners-in-Crime. Du bist als Komplizin auserwählt worden! Dein Team wartet auf dich, um gemeinsam mit dir die herausforderndste Mission eures Lebens zu begehen. Können sie sich auf deinen Einsatz verlassen?

In der Anonymität von LA folgen fünf neu Zugezogene dem Lockruf eines Werbeflyers. »Partners in Crime« nennt sich das mysteriöse Abenteuer, bei dem Fremde eine Mission bestehen müssen, um sich als Team und vielleicht sogar menschlich zusammenzufinden. Hinter dem aufwändig verborgenen, spannenden Geheimnis dieser Aktivität steckt schließlich nicht mehr als ein normaler Escape Room. Doch der Raum öffnet sich nicht, nachdem alle Aufgaben gelöst wurden. Die Tür bleibt verschlossen, und schließlich erscheint ein Countdown, der verrät: Das hier ist kein Fehler.
Jetzt beginnt das eigentliche Spiel. Und mit dem ersten Toten sind die Regeln klar.
Die Frage ist nur: Wer wird sie akzeptieren? Wer von ihnen wird bereit sein, seine Teammitglieder zu opfern, um die nächste Tür zu öffnen? Und was verbirgt sich dahinter?"



Escape Rooms finde ich schon sehr lange unfassbar spannend und so war ich, nachdem ich bereits einen Film zu diesem Thema gesehen habe, auf dem Suche nach einem passenden Buch. Die erwies sich als gar nicht so schwer war, denn es gibt mittlerweile zahlreiche Autoren, die sich diesem Trend angeschlossen haben. 

Mit "Blutschlüssel" hatte ich zu Beginn ein paar Probleme, obwohl die Autorin recht schnell zur Sache kommt und sechs Fremde aufeinandertreffen lässt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit den Charakteren hatte, da diese nicht nur füreinander sondern auch für den Leser Fremde waren. Es gibt zudem keinen echten Protagonisten, da die Blickwinkel sich doch ändern und schließlich auch jeder eine kleine Vorgeschichte bekommt.

Die Räume selbst fand ich spannend umgesetzt. Die Rätsel, das Auffinden der Schlüssel und auch die kleinen "Fallen" haben mich gut unterhalten. Ich habe mich ab einem gewissen Punkt gefühlt, als wäre ich selbst dort gefangen und müsste mit Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, einen Ausgang suchen und schließlich auch ums Überleben kämpfen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut, der Spannungsbogen gelungen. Auch wenn ich mir etwas mehr Nähe zu den Charakteren gewünscht hätte, habe ich doch verstanden, warum es wichtig war, dass sie sich alle untereinander nicht kennen. Natürlich geht dadurch die Dynamik etwas verloren, aber Anne Jungenitz konnte das mit ihren fesselnden Beschreibungen ausgleichen. Das Ende ist sicherlich nicht neu, aber ich fand es toll, dass sich alles zusammenfügt und keine Fragen offen bleiben! Für mich definitiv ein lesenswerter Thriller!


Ein unterhaltsamer Thriller, der besonders Fans von Escape Rooms in den Bann ziehen wird! 

Ich vergebe 4 von 5.



Donnerstag, 6. Mai 2021

[Rezension] Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry - Rachel Joyce

 


Titel: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Autor:  Rachel Joyce
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 25. Juli 2013
Anzahl der Seiten: 398
Cover und Inhalsangabe: © Fischer Taschenbuch

Begonnen: 05.04.2021
Beendet: 08.04.2021


"Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle."



"Viele Menschen geraten im Laufe ihres Lebens, ohne es selbst zu merken, in eine Sackgasse. Der Alltag wird immer eintöniger, die Probleme häufen sich und viele falsche Entscheidungen bringen einem zum Grübeln. Manchmal braucht es dann nur einen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. So ergeht es auch dem Protagonisten in "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry", der einen Brief einer alten Freundin bekommt, die im Sterben liegt. Harold zieht sich seine Segelschuhe an und will eigentlich nur eine kurze Antwort zum Briefkasten bringen, doch dann setzt er sich in den Kopf, zu Fuß zu ihr zu laufen und nimmt sich ganz fest vor, sie auf diese Weise zu retten.

Von dem Buch selbst habe ich schon oft gehört, doch ich kam erst durch einen zufälligen Fund in einem Bücherschrank in den Genuss, es zu lesen. Als Leser war mir natürlich schnell klar, wie diese Pilgerreise aussehen wird - pilgere ich doch auch schon lange durch die Welt, um mich selbst zu finden. Dennoch hat mich Harold Fry, der selbst erst gar nicht so recht versteht, warum er denn läuft, von Anfang mit auf seine eigene, ganz persönliche Reise mitgenommen. Es war schön zu sehen, wir er sich verändert und dabei unzählige Leute trifft, die alle ebenfalls eine Last zu tragen haben.

Nach und nach erfahren wir, wie es um seine eigene Ehe steht und warum die Beziehung zu seinem Sohn David so schlecht geworden ist. Zeitgleich lernen wir aber auch die Frau besser kennen, die Harold Fry nun besuchen und retten will. Queenie erschien mir dabei, auch wenn sie nur in den Erinnerungen des Protagonisten anzutreffen ist, wie eine sehr liebenswerte Frau. Ihr Schicksal hat mich deswegen sehr mitgenommen.

Auch Harolds Frau Maureen findet durch diese Pilgerreise, an der sie selbst überhaupt nicht teilnimmt, endlich wieder zu sich selbst und auch zu ihrem Mann. Ihre Entwicklungen und ihre Hintergründe haben mich echt mitgenommen. Die letzten 50 Seiten des Buches habe ich auch mit Tränen in den Augen gelesen, da es zum Ende hin doch sehr emotional wird und die Geschichte mir sehr nahe ging.

"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" zeigt sehr schön, wie wichtig Glaube ist. Dabei ist es der Autorin gelungen, diesen ganz unabhängig von einer Religion einzubauen. So geht es für Harold hier mehr um den Glauben an sich selbst, der ihm hilft, endlich all das abzulegen, was ihn schon viel zu lange eingeschränkt und auch frustriert hat. Die Welt ist nicht perfekt, wir alle machen Fehler, nehmen falsche Abzweigungen und können manchmal nicht ausdrücken, was wir empfinden. Die Geschichte von Harold Fry zeigt sehr schön, dass es nie zu spät für einen Neubeginn ist und dass dieser einzig und allein Mut erfordert. Ein wundervolles und wichtiges Buch! 


"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" ist ein vielschichtiger Selbstfindungsroman, der zeigt, das es nie zu spät ist, sich den Dingen, die schief gelaufen sind zu stellen. Sehr emotional!

Ich vergebe 5 von 5.




Dienstag, 4. Mai 2021

[Rezension] The One - Finde dein perfektes Match - John Marrs

 


Titel: The One - Finde dein perfektes Match

Autor:  John Marrs
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2019
Anzahl der Seiten: 398
Cover und Inhalsangabe: © Heyne Verlag

Begonnen: 01.04.2021
Beendet: 07.04.2021


"In der nahen Zukunft ist der Traum von der großen Liebe Wirklichkeit geworden. Dank der revolutionären Entschlüsselung eines bis dahin verborgenen genetischen Codes können die Menschen durch einen simplen Gentest ihren perfekten Partner finden. Das beschert der Welt Millionen glücklicher Paare und dem Online-Portal MatchyourDNA Milliarden auf dem Konto. Moment mal, Millionen glücklicher Paare? Nicht so ganz, denn auch Seelenverwandte haben Geheimnisse voreinander – und manche davon sind tödlicher als andere …"



"The One - Finde dein perfektes Match" besitzt eine ungemein spannende Ausgangslage. Was wäre, wenn mithilfe der DNA jeder den perfekten Partner finden könnte? Ja, wenn es ausreicht, einfach nur eine Probe einzuschicken, um den Menschen zu finden, der für einen bestimmt ist? Würde dies das Leben nicht ungemein erleichtern?

John Marrs zeichnet die Leben von fünf Menschen auf, die alle ihr "perfektes" Match finden. Dabei verlaufen aber alle Geschichten ganz unterschiedlich und manche landen sogar in einer Sackgasse. Sehr vielschichtig zeigt der Autor in dieser Zukunftsvision die Probleme auf, die mit solch einer Entwicklung dahergehen. Was ist beispielsweise, wenn ein Mann, der glücklich mit einer Frau zusammen ist, als Match einen anderen Mann bekommt? Oder wie ist es mit einem Psychopathen, der eigentlich von sich denkt, keine Liebe empfinden zu können? Und was ist eigentlich, wenn einer der Partner vor dem ersten Treffen verstirbt?

Kurze, knackige Kapitel sorgen hier für eine tolle Dynamik und durch die gut gesetzten Cliffhanger kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Ich mochte die verschiedenen Blickwinkel. Jede einzelne Geschichte steckt hier voller Wendungen und Überraschungen. In erster Linie ist "The One - Finde dein perfektes Match" sicherlich eine Dystopie, die zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig gibt es aber auch einige Thrillerelemente, die bei mir für atemlose Spannung gesorgt haben.

Erstaunlich war für mich, dass ich alle fünf Handlungsstränge in den Bann ziehen konnten. Ich konnte mit allen Charakteren mitfiebern und ich denke, dass diese Vielfalt diese Geschichte auch aus macht. John Marrs zeigt mit diesem Werk doch sehr schön, wie bunt und groß. aber auch wie gefährlich die Welt sein kann ...

Nach "Wenn Schweigen tötet" war dies nun mein zweites Buch von John Maars und ich habe erneut ein echtes Highlight entdeckt. "The One - Finde dein perfektes Match" ist ein temporeicher, spannender und vor allem vielfältiger Roman mit einigen Thrillerelementen und einer interessanten Gesellschaftskritik!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen.


Samstag, 1. Mai 2021

[Rezension] Onkel Paul - Celia Fremlin

 


Titel:
 
Onkel Paul

Autor:  Celia Fremlin
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Januar 1991
Anzahl der Seiten: 256
Cover und Inhalsangabe: © Diogenes Verlag

Begonnen: 29.03.2021
Beendet: 01.04.2021


"Zwei kleine Mädchen, die mit gespitzten Ohren und innerlich angespannt lauschten, um durch die geschlossene Tür ein paar Worte aufzufangen, einen Laut, der ihnen erklärte, warum Onkel Paul (wie sie ihn nannten) mit den dunklen, unverschämten Augen, dem fröhlichen, mitreißenden Lächeln aus ihrem Leben verschwinden sollte, ganz plötzlich und für immer..."


"Onkel Paul" war nach "Zwielicht" und "Gibt`s ein Baby das nicht schreit" nun mein drittes Buch von Celia Fremlin und ich bin nach wie vor von ihren Werken, die sich keinem bestimmten Genre zuordnen lassen, begeistert, bewahrt sie sich doch einen ganz eigenen Stil.

Auch dieses Werk wirkt von den allerersten Seite an sehr mysteriös. Meg wird von ihrer Schwester Isabel darüber informiert, dass ihre Halbschwester Mildred, bei der die beiden aufgewachsen sind und deswegen eher als "Tante" ansehen, mal wieder ihre Hilfe benötigt. Wobei wird gar nicht so schnell ersichtlich, hat sich Mildred doch gerade einfach nur von ihrem Mann getrennt und in einem Cottage in der Nähe von dem Ort, an dem Isabel gerade mit ihrer Familie Urlaub macht, einquartiert. Es handelt sich dabei um ein Cottage, das Mildred einst mit einem Mann namens Paul bewohnt hat ...

Der besagte und auch titelgebende Onkel Paul schwebt, einem Damoklesschwert gleich, über der gesamten Handlung. Häppchenweise offenbart die Autorin hier, was damals passiert ist. Dabei bleibt Paul aber weiterhin ein Phantom, über den der Leser selbst nicht allzu viel erfährt, dass den drei Frauen aber noch immer Angst einjagt ...

Ich wusste lange Zeit nicht, wohin sich denn die Geschichte entwickeln wird und wie genau die einzelnen Charaktere einzuschätzen sind. So ist da beispielsweise auch Megs "Freund" Freddy, der von Anfang an mit seiner schlagfertigen und selbstbewussten Art allen die Show stiehlt. Ihn fand ich von allen Personen tatsächlich am interessantesten.

Die Charaktere sind es, die Celia Fremlins Werke so einzigartig machen, agieren sie allesamt doch recht eigentümlich. Es war spannend zu sehen, wie sich Meg und Isabel langsam von ihrer Halbschwester anstecken lassen und schließlich ebenfalls glauben, dass Onkel Paul bei ihnen in der Nähe ist. Das Ende jedoch habe ich zum Teil schon erahnt, was aber sicherlich auch daran lag, dass ich Fremlin mittlerweile schon kennengelernt habe. Ich halte "Onkel Paul" dennoch für ein sehr starkes und auch heute noch lesenswertes Werk!

"Onkel Paul" ist ein sehr ungewöhnlicher Roman über drei (Halb-) Schwestern, die von den Schatten der Vergangenheit verfolgt werden und dabei die Wahrheit nicht sehen wollen. Lesenswert!

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 29. April 2021

[Rezension] Meine beste Freundin - Sarah Alderson


Titel:
 
Meine beste Freundin

Autor:  Sarah Alderson
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 21. April 2020
Anzahl der Seiten: 279
Cover und Inhalsangabe: © Goldmann Verlag

Begonnen: 26.03.2021
Beendet: 30.03.2021


"Seit Jahren hat die unscheinbare Lizzie nicht mehr an ihre ehrgeizige Kollegin Becca gedacht. Obwohl online befreundet, nahm Becca im wahren Leben kaum Notiz von ihr und verschwand nach einem schrecklichen Unfall schließlich ganz. Als Lizzie plötzlich ein Tinder-Date mit James, Beccas attraktivem Exfreund, vorgeschlagen wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Becca, die laut Facebook mittlerweile das perfekte Leben führt – Designstudio, erfolgreicher Ehemann, süßes Baby –, hätte doch sicher nichts dagegen. Doch mit Freunden wie Becca braucht Lizzie keine Feinde …"


Wir leben in einer Zeit, in der wir einen kleinen oder auch großen Teil unseres Lebens mit anderen, fremden Menschen übers Internet teilen. Dabei wird allerdings eine Scheinwelt errichtet, denn natürlich ist die echte Welt nicht ansatzweise so perfekt, wie es auf den sozialen Netzwerken oft aussieht ... Mit dieser Thematik beschäftigt sich auch "Meine beste Freundin" von Sarah Alderson. In dem Thriller geht es um Lizzie, die furchtbar eifersüchtig auf das Leben ihrer ehemaligen Kollegin Becca ist ... Doch ist dieses Leben wirklich so toll, wie es auf den Onlineprofilen scheint?

Becca ist, seit sie auf einer Weihnachtsfeier einen tragischen Unfall hatte, von der Bildfläche verschwunden. Da lernt Lizzie plötzlich Beccas Exfreund über Tinder kennen und stellt sich zeitgleich die Frage, was denn aus ihrer ehemaligen Kollegin wurde. Nach ein paar Mausklicks steht fest: Beccas Leben ist noch perfekter geworden. Sie hat einen tollen Job, einen neuen Mann und sogar eine kleine Tochter ...

Wirklich sympathisch ist in diesem Thriller niemand, aber das ist auch ganz passend. "Meine beste Freundin" zeigt sehr gut, was die anscheinend so "perfekte" Onlinewelt aus uns Menschen machen kann. Da ist auf der einen Seite die von Neid zerfressene Protagonistin, die sich viel mehr für Beccas Leben als für ihr eigenes interessiert und dann ist da die strahlende und angeblich immer glückliche Becca, die allerdings seit dem Unfall doch ein ganz anderer Mensch ist.

Sehr anschaulich zeigt die Autorin, was das Internet mit unserer Psyche tun kann. Sie zeigt auf, wie leicht wir uns alle doch von dieser Scheinwelt blenden lassen und wie leicht aus Neid doch echter Hass werden kann. "Meine beste Freundin" ist kein Schocker, weiß aber dennoch zu fesseln. Allerdings muss ich gestehen, dass ich relativ schnell wusste, wohin sich alles entwickeln wird. Lizzie und Becca empfand ich als sehr interessante Charaktere, die beide ihre Problemchen haben. Im letzten Drittel ließ die Geschichte für mich allerdings stark nach. Zum einen lag das sicher daran, dass sich das Ende schon früh abzeichnet, zum anderen aber auch daran, dass die polizeilichen "Ermittlungen" recht überflüssig und wenig glaubwürdig wirken. Wie die Autorin in ihrem Nachwort offenbart, wurde dieses Buch in nur sechs Wochen geschrieben und das ist, gerade am Ende auch spürbar ...


Neid, Eifersucht und Hass, all das begegnet uns tagtäglich im Internet und auch in diesem Thriller wird deutlich, wie gefährlich diese Scheinwelt sein kann, die auf vielen sozialen Netzwerken aufrecht erhalten wird ... Als Thriller etwas vorhersehbar, aber durch die zwei Frauen, die hier gegenener agieren, obwohl sie sich überhaupt nicht kennen, doch eine fesselnde Lektüre!

Ich vergebe 4 von 5.





Dienstag, 27. April 2021

[Rezension] Die Wanderhure - Iny Lorentz


 Titel: Die Wanderhure

Autor:  Iny Lorentz
Genre: Roman, Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 1. April 2005
Anzahl der Seiten: 607
Cover und Inhalsangabe: © Knaur

Begonnen: 24.03.2021
Beendet: 29.03.2021


"Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückscheut. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaustreibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf ..."


"Die Wanderhure" von dem Autorenduo Iny Lorentz war so ein Buch, das ich schon etliche Male in der Hand gehalten habe und sogar schon einmal begonnen hatte. Mit historischen Romanen komme ich allerdings erst seit ein paar Jahren zurecht und so war nun erst die Zeit gekommen, diesem Werk endlich eine richtige Chance zu geben.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir direkt Marie kennen, die unmittelbar vor ihrer Hochzeit Opfer einer schrecklichen Intrige wird und schließlich aus ihrer Heimatstadt verbannt wird. Die ersten Seiten waren hier sehr mitreißend, denn sie zeigen sehr schön die Ungerechtigkeiten dieser Zeit auf, in der Geld und Ansehen mehr zählen als Menschlichkeit.

Als Leser begleiten wir nun Marie, die versucht, am Leben zu bleiben und sich schließlich auch Männern hingibt, da ihr klar wird, überhaupt keine andere Wahl zu haben. Es war interessant und spannend zu sehen, wie sie sich von einem wohlbehüteten und unschuldigen Mädchen in eine starke, selbstbewusste Frau verwandelt, die sich nicht unterkriegen lässt. Angetrieben wird sie in erster Linie von ihrem Verlangen nach Vergeltung. Der Mann, dem sie ihr neues Leben verdankt, soll nicht ungeschoren davonkommen.

Ich war überrascht, wie einfach der Schreibstil der beiden Autoren doch ist. So konnte ich unfassbar schnell in die Geschichte eintauchen. Ich denke, dieses Werk ist besonders für jene Leser geeignet, die gerne einmal einen historischen Roman ausprobieren wollen, sich aber schnell von zu vielen geschichtlichen Fakten erschlagen fühlen. "Die Wanderhure" entführt zwar ins sehr düstere Mittelalter, aber ich habe schon im Vorfeld gelesen, dass dies eher eine Unterhaltungslektüre ist. So geht es in erster Linie um Maries Reise und vieles entspringt auch nur der Fantasie der Autoren und dient nur dazu, die Geschichte voranzutreiben. Mir hat etwas die Tiefe gefehlt und stellenweise auch die Emotionen.

Den Anfang fand ich deutlich stärker als den weiteren Verlauf. Die Personen, die Marie trifft, sind abwechslungsreich gestaltet. Gefallen hat mir vor allem Hiltrud, die zu einer treuen Freundin wird. Michel, der für Anfang an etwas für Marie empfindet, kam mir allerdings doch zu kurz und am Ende konnte ich sein Verhalten nicht so recht nachvollziehen. Das Ende ist gelungen, auch wenn es mir doch etwas zu viel des Guten war. Nicht jede Geschichte braucht ein solch übertriebenes Happy End. Trotz meiner Kritik hat mich das Buch aber gefesselt und unterhalten. 


Auch wenn es der Geschichte etwas an Tiefe und Emotionen fehlt, konnte mich "Die Wanderhure" doch packen und unterhalten. Durch die einfache Sprache und den vielen kleinen Abenteuern ist es definitiv ein lesenswerter Roman, der auch Menschen begeistern dürfte, die mit historischen Werken sonst nichts anzufangen wissen!
Ich vergebe 4 von 5.




Sonntag, 25. April 2021

[Rezension] Birthday Girl - Vier Freundinnen. Ein tödliches Geschenk. - Sue Fortin


Titel:
 
Birthday Girl - Vier Freundinnen. Ein tödliches Geschenk.

Autor:  Sue Fortin
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2019
Anzahl der Seiten: 481
Cover und Inhalsangabe: © Penguin Verlag

Begonnen: 19.03.2021
Beendet: 24.03.2021

"Für ihren Geburtstag hat sich Joanne etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie lädt ihre drei besten Freundinnen zu einem Wochenende in eine abgelegene Hütte in den schottischen Wäldern ein. Und sie hat dafür ein Spiel vorbereitet. Denn was die anderen voneinander nicht wissen: Jede von ihnen verbirgt ein dunkles Geheimnis, und Joanne plant, jedes einzelne nach und nach zu enthüllen. Doch dann ist plötzlich eine von ihnen tot. War es ein Unfall oder Mord? Können die Freundinnen einander noch trauen oder hat das tödliche Spiel um die Wahrheit gerade erst begonnen?"



Vier Freundinnen, ein Abenteuerurlaub und eine Menge Geheimnisse im Gepäck. Das klingt eigentlich nach einer tollen Ausgangslage für einen spannenden Thriller, doch leider hatte ich mit "Birthday Girl" von Sue Fortin von Anfang an so meine Probleme.

Mir fiel es erst einmal schwer, die vier Frauen zu unterscheiden. Besonders Zoe und Andrea wirken gerade am Anfang sehr farblos und auch austauschbar, da der Leser reichlich wenig über die beiden erfährt. Die Ich-Erzählerin Carys gibt da zum Glück mehr über sich preis, während die Gastgeberin Joanne erst einmal nur ein sehr berechnender und auch gemeiner Mensch zu sein scheint.

Spannung besitzt "Birthday Girl" aber, was sicherlich an den gut gesetzten Cliffhangern liegt. Sue Fortin treibt die Geschichte immer weiter voran, offenbart einige interessante Geheimnisse und baut auch noch ein paar Wendungen ein. Gelangweilt habe ich mich beim Lesen nicht, aber mir fehlte es doch an Emotionen und auch an einer Person, mit der ich mitfiebern kann.

Mit Carys, die als Erzählerin natürlich im Fokus der Geschichte steht, wurde ich nicht wirklich warm. Allgemein konnte ich mit der "Freundschaft" der vier reichlich wenig anfangen, wirken sie doch alle so, als könnten sie sich nicht wirklich leiden. Irritiert hat mich auch, dass, nachdem eine von den Frauen tot aufgefunden wird, niemand wirklich trauert und schließlich sogar eine verletzte Freundin einfach so vergessen wird ... Alle Charaktere wirkten auf mich leider sehr egoistisch.

Dabei baut die Autorin bis zum Ende einige tolle Ideen ein. Ich mochte das Spiel, das sich Joanne ausgedacht hat und fand auch die Outdoor-Aktivitäten sehr interessant. Das Ende selbst ist auch nicht schlecht. auch wenn mir der ganze Plan des Täters doch sehr wirr vorkam ... Alles in allem ist "Birthday Girl" sicherlich ein Buch, das sich gut und schnell lesen lässt und auch ein paar Überraschungen bereit hält!



"Birthday Girl" von Sue Fortin besitzt eine interessante Ausgangslage und eine angenehme Spannung, konnte mich von den Charakteren allerdings nicht überzeugen. Dennoch nett für zwischendurch!

Ich vergebe 3 von 5.