Sonntag, 4. Februar 2018

[Rezension] Geschehnisse am Wasser - Kerstin Ekman

Titel: Geschehnisse am Wasser
Autor:  Kerstin Ekman
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2011
Anzahl der Seiten: 576
Cover und Inhaltsangabe © btb



"Mittsommer 1974: Eigentlich wollte Dan seine Freundin Annie Raft vom Bus abholen. Doch er taucht nicht auf. Allein irrt die junge Lehrerin mit ihrer Tochter durch die Gegend auf der Suche nach dem Mann, mit dem sie ein neues Leben beginnen wollte. Auf dem Weg bemerkt sie einen fremdländisch aussehenden Mann, und wenig später macht sie in den nordschwedischen Wäldern einen grausigen Fund: ein Zelt mit den Leichen zweier junger Menschen. 18 Jahre später sieht Annie ihre mittlerweile erwachsene Tochter in den Armen eines dunkelhaarigen Mannes, der ihr merkwürdig bekannt vorkommt. Kurz darauf ist Annie verschwunden."




Wieder mal gab es für mich einen Zufallsfund in einem Bücherschrank, der sich unglaublich interessant angehört hat. "Geschehnisse am Wasser" von Kerstin Ekman ist einer der meistgelesensten Romane Schwedens und hat anscheinend zahlreiche Preise gewonnen. Dies liegt wohl in erster Linie an Kerstin Ekmans Schreibstil, der doch recht ungewöhnlich ist.

Die Autorin beschreibt alles bis ins kleinste Detail. Und mit "alles" meine ich wirklich alles! Dabei ist sie sehr mutig und schlägt einen eigenen Weg ein, der mir allerdings so gar nicht gefallen hat. Alles wirkt furchtbar hochtrabend, so gewollt und doch irgendwie komplett leer. Ich weiß nicht ob ich im Geiste noch viel zu jung für das Buch bin, aber allein der Stil kam mir furchtbar altmodisch vor.

Am Anfang fand ich die zahlreichen Landschaftsbeschreibungen noch schön, irgendwann haben mich auch diese genervt. Das Buch besitzt keinen roten Faden, es schweift dauernd ab und verliert sich in nichtssagenden Handlungssträngen.




An dieser Stelle muss ich auf eine Beschreibung der Charaktere verzichten, denn alle wirkten so kühl und distanziert, dass ich niemanden so richtig kennengelernt haben. Obwohl Annie und ihre Tochter Mia im Klappentext erwähnt werden, ist ihre Rolle in der Geschichte doch recht klein. Durch einen Zufall finden sie die beiden Leichen und das war es schon.

Vielmehr steht Johann im Zentrum des Ganzen. Er flieht, natürlich auch ganz zufällig, am Tag des Mordes vor seinen Brüdern, die ihm im Brunnen eingesperrt haben. Irgendwie gelangt Johann dann, mit einem Aal, den er aus dem Brunnen rettet, zu einer Frau und einer sonderbaren Kommune/Sekte/Was-auch-immer.

Warum ich den Aal erwähne? Er war hier tatsächlich noch der interessanteste "Charakter" und ich denke, wenn ich mich an das Buch zurückerinnere, wird mir in erster Linie der Aal in Erinnerung bleiben und das Mysterium, was es nun eigentlich mit ihm auf sich hat.

Die restliche Story ist sehr fad und besitzt keinen roten Faden. Wir haben hier den Mord an einem Mann und einer Frau, beide bleiben für den Leser unbekannt, was recht problematisch ist. Wie soll ich bei einer Aufklärung mitfiebern, wenn ich keinerlei Verbindung zu dem Opfer habe? Ach richtig, in dem Buch soll es ja vorwiegend um die ganzen Menschen gehen, die unmittelbar daran beteiligt sind ...

Da haben wir dann einen Ermittler, der nicht mehr ermitteln darf, einen Arzt, der von seiner Frau verlassen wird und einen pubertierenden Jungen, der zum ersten Mal aus seinem gewohnten Umfeld herausbricht. Ein roter Faden existiert hier aber nicht und die Charaktere sind allesamt furchtbar langweilig. An vielen Stellen war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, aber ich dachte, dass ja irgendwas dran sein muss, dass dieser Roman einer der meistgelesensten Schwedens ist.

Leider hat mich auch das Ende nicht überzeugt. Hier hat die Autorin einen Plot-Twist erschaffen wollen, der für mich einfach nicht funktioniert hat. Schlimm genug, dass ich als Leser keine Verbindung zu den Opfern hatte, jetzt blieb auch der echte Mörder im Hintergrund verborgen. Das Buch hat sich für mich so gelesen, als wollte die Autorin eine Mischung aus sämtlichen Genres erzeugen, wir haben unpassende "Erotik", einen unwichtigen Kriminalfall, eine recht oberflächliche Charakterstudie und natürlich auch noch den Flair von unendlichen Landschaftsbeschreibungen. Für mich ein echter Flop!




"Geschehnisse am Wasser" von Kerstin Ekman war ein Buch, das ich von Anfang an nicht verstehen konnte. Sie hat zahlreiche Preise für diese Geschichte bekommen, die für mich keinen roten Faden besaß. Ihr Schreibstil war mutig und anders, aber viel zu hochtrabend und an vielen Stellen einfach nur inhaltslos. Für mich leider ein großer Flop!

Kommentare:

  1. Guten Abend:)
    also ich muss zugeben, dass mich optisch das Buch nicht ganz anspricht und ich auch bis dato davon nichts gehört habe :)
    Aber wenn ich mir Deine Rezension durchlese, dann scheint es das ich nichts verpasst habe.
    Trotzdem eine interessante Vorstellung, aber bei solchen Büchern merkt man wie stark die Meinungen eben auseinander gehen.
    Ich bleibe hier als Leserin, obwohl ich dachte, ich habe den Blog schon abonniert, aber mein Computer macht gerne Dinge die er nicht mit mir vorher abspricht :D
    Liebe Grüße und einen tollen Start in eine neue Woche:)
    Andrea
    Vielleicht magst Du mich ja auch mal besuchen kommen- ich würde mich freuen.
    (http://www.printbalance.blogspot.de)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Andrea :D

      Vielen Dank für deinen Besuch! :D Optisch hat mich das Buch hier auch nicht so wirklich angesprochen, aber die ganzen Lobreden auf dem Deckel haben mich echt dieses Mal verführt. Es soll ja einer der meistgelesensten Romane Schwedens sein ... Aber naja, das beweist wieder einmal, dass man darauf nicht hören sollte!

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
  2. Hallo Jessi,

    zumindest hast du mich mit deiner Rezension zum Schmunzeln gebracht. Immerhin, ein interessanter Aal hat doch was! XD Tapfer, dass du durchgehalten hast!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nicole :D

      Na und ob, der Aal wird mir echt ewig in Erinnerung bleiben - vor allem, da ich echt nicht gecheckt habe, was er für eine Bedeutung haben soll! :P

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
    2. Ein Aal! XD Allein deshalb sollte man mal ins Buch reinschauen. Wenn ich nicht gar so viele Bücher zum Lesen hätte ... ^^

      Löschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Datenschutzerklärung dieses Blogs.