Mittwoch, 27. Dezember 2017

[Rezension] Der blaue Karfunkel (und andere Kurzgeschichten!) - Arthur Conan Doyle

Endlich hatte ich mal wieder die Chance, etwas von Arthur Conan Doyle zu lesen. Die Bücher rund um Sherlock Holmes und John Watson begeistern mich noch immer ungemein und so war ich froh, eine ganz alte Ausgabe mit 13 Kurzgeschichten in einem Bücherschrank gefunden zu haben.

Die Geschichten lassen mich immer wieder tief abtauchen. Obwohl der Stil durch die Erzählung von Watson sehr distanziert ist, schafft es Arthur Conan Doyle doch, meist auf nur wenigen Seiten intensive, intelligente und vor allem kluge Krimigeschichten zu erschaffen.

Ich verehre Sherlock Holmes schon seid einigen Jahren und ich liebe seinen Charakter einfach. Er ist unnahbar, etwas chaotisch und einfach ein Freigeist, der sich von nichts und niemanden von seinem Weg abbringen lässt. Er ist und bleibt mein Lieblingscharakter!



Da in dem Buch 13 Kurzgeschichten vorhanden sind, habe ich mich entschlossen, zu jeder ein paar Worte zu verlieren, denn sie sind natürlich alle sehr unterschiedlich und verdienen hier eine genauere Betrachtung.

„Sherlock Holmes erstes Abenteuer“

Wie wurde Sherlock Holmes Spürsinn eigentlich geweckt? Das erfahren wir in dieser kurzen Geschichte, die zwar einen recht schnell gelösten und nicht so brillanten Fall präsentiert, aber Einblick darüber gibt, wie Holmes damals zum ersten Mal mit einem „Verbrechen“ in Kontakt kam.

„Der Katechismus der Familie Musgrave“

In dieser Geschichte gehen wir mit Holmes und Watson erst einmal alte Erinnerungsstücke durch und stoßen dabei auf ein Kästchen mit sonderbaren Dingen. Holmes beginnt dann, von dem Fall rund um den „Katechismus der Familie Musrave“ zu erzählen. Hier geht es um einen Hausmeister, der von seinem Hausherren dabei ertappt wird, wie er heimlich Papiere, genauer den Katechismus, liest. Der Hausmeister wird gefeuert, verschwindet dann aber urplötzlich von einem Tag auf den anderen …

Der Fall ist sehr verzwickt, doch Sherlock Holmes kommt schnell dahinter, dass hinter der Familientradition mehr stecken muss. Ein toller Fall!

„Das getupfte Band“

Hier kommen wir zu einer Geschichte, die ich in meiner Jugend bereits gelesen hatte und die ich schon damals absolut genial fand. Es geht um eine Frau namens Helene, die den Tod ihrer Schwester mit angesehen hat und nun selbst um ihr Leben bangt. Sie ist verlobt und will nun heiraten, genau wie es ihre Schwester vor ihrem Tod wollte. Der Stiefvater, der sehr jähzornig ist, hat das perfekte Motiv: Wenn seine Stieftöchter heiraten, muss er ihnen einen jährlichen Unterhalt entrichten …

Die Geschichte ist witzig, vor allem, wenn man weiß, was sich hinter dem „getupften Band“ versteckt! Spannend und sehr gefährlich geht es am Ende zu, als Sherlock und Watson den nächsten Mord verhindern wollen …

„Die Geschichte des blauen Karfunkels“

Ein Klient kommt zu Holmes, der einen Hut und eine Gans gefunden hat und nun den Besitzer ausfindig machen möchte. Für Sherlock Holmes stellt das natürlich keine Schwierigkeit dar, aber dann wird der Fall noch verstrickter, als in dem Hals der Gans etwas gefunden wird …

„Die Geschichte des blauen Karfunkels“ fand ich echt genial und ausgesprochen witzig. Sie beweist, dass eben nicht jeder ein Verbrechen ausüben kann und dass das eigene Gewissen einen manchmal im Weg stehen kann. Toll fand ich an dieser Geschichte besonders das Ende, in dem deutlich wird, welch ausgeprägten Gerechtigkeitssinn Sherlock Holmes doch hat!

„Sherlock Holmes als Einbrecher“

Sherlock Holmes wird zum Einbrecher? Ja, aber er hat einen guten Grund dafür. Er möchte nämlich endlich den Erpresser Milverton stellen. Dieser benutzt die Briefe reicher Leute, um sich selbst zu bereichern …

Dieser Fall ist sehr abenteuerlich und überraschend, denn bei dem Einbruch kommt dann doch alles komplett anders. Am Ende musste ich zudem echt lachen!

„Die tanzenden Männchen“

Ein echter Holmes-Klassiker. Ein Mann hat eine Frau mit einem dunklen Geheimnis geheiratet. Diese Frau bekommt nun sonderbare, codierte Nachrichten, die sie in Angst und Schrecken versetzen …

Sherlock Holmes muss hier erst einmal einen Code lösen, doch schafft er es, bevor ein schreckliches Verbrechen passiert? Eine sehr spannende Geschichte, auch wenn ich den Code mit den tanzenden Männchen etwas komplizierter erwartet hätte …

Der Daumen des Ingenieurs“ 

Hach, diese Geschichte ist wohl mein absoluter Favorit in diesem Buch, denn sie ist tatsächlich teilweise echt brutal und gruselig. Watson bekommt einen Patienten, der einen Daumen verloren hat und Sherlock im Anschluss eine sonderbare Geschichte über einen Auftrag erzählt, den er in der vergangenen Nacht in einem scheinbar abgelegenen Haus ausführen sollte …

Diese Geschichte war wirklich ungemein spannend und überraschend. Ich habe in den Erzählungen des Ingenieurs echt mitgefiebert und an einigen Stellen echt angst bekommen! Klasse!

„Der Bund der Rothaarigen“ 

Noch eine Geschichte, die ich in meiner Jugend bereits gelesen habe und an deren Auflösung ich mich noch gut erinnern konnte. In der Zeitung befindet sich eine Stellenanzeige, in der ein Rothaariger gesucht wird. Unser Klient bekommt den Job, der einfach nur daraus besteht eine Enzyklopädie abzuschreiben …

Eine echt tolle Geschichte, auch wenn die Verbrecher hier wohl nicht ganz überlegt vorgehen!

„Der Marinevertrag“

Einer von Watsons Schulkameraden bittet ihn um Hilfe. Er hat eine Stelle im auswärtigen Amt und sollte eine Abschrift eines wichtigen Vertrages vornehmen. Leider wurde ihm dieser Vertrag dann gestohlen und damit ist auch seine Anstellung in Gefahr …

Ein interessanter Fall, der am Ende auch einen überraschenden Täter aufzeigt!

„Der sterbende Sherlock Holmes“

Dies war wohl der Fall, der mich am meisten schockiert hat, denn Sherlock Holmes liegt hier augenscheinlich im Sterben. Er hat eine schlimme Kuikrankheit und ist sehr wirr, als Watson zu ihm kommt, um ihm zu helfen. Holmes verlangt nach einem speziellen Arzt, der sich mit solche Viren auskennt und dann kommt alles doch ganz anders …

Am Ende musste ich wirklich laut loslachen, denn dieser „Fall“ ist wirklich sehr witzig, was die Auflösung angeht. Sherlock Holmes ist eben ein wahrer Meister!

„Das letzte Problem“

Während „Der sterbende Sherlock Holmes“ am Ende noch eine recht lustige Auflösung hat, ist „Das letzte Problem“ wohl jene Geschichte, die allen Holmes-Fans erst einmal das Herz zerreißt. Hier muss sich Holmes nämlich seinem größten Fein Mariarty stellen.

Ein echter Klassiker an den Reichenbachfällen, die ich irgendwann auch besuchen möchte!

„Im leeren Hause“

Hier geht es eigentlich um die Ermordung eines Barons, doch im Zentrum der Geschichte steht definitiv Holmes Rückkehr. Natürlich möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel spoilern, aber ich denke, jeder Holmes-Fan wird diese eine Geschichte in Erinnerung behalten!

„Die gestohlenen Unterseebootzeichnungen“

Und nun kommen wir zum letzten Fall in diesem Buch, in dem auch endlich einmal Mycroft und seine Arbeit eine Rolle spielt. Hier wurden nämlich sehr wichtige und teure Zeichnungen gestohlen und bei einem toten Mitarbeiter in der Tasche gefunden. Ein Teil der Zeichnungen fehlt aber und da ist Holmes gefragt.

Toll, dass auch Mycroft mal wieder auf der Bildfläche erscheint. Ich mag Holmes Bruder sehr gerne und fand es tol, hier einmal Einblick in seine Tätigkeiten zu bekommen!




13 tolle, abwechslungsreiche und spannende Kurzgeschichten. In diesem Buch geht es nicht nur einmal mit Sherlock Holmes zuende, es gibt viele traurige, aber auch witzige Momente und natürlich jede Menge knifflige Fälle!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Datenschutzerklärung dieses Blogs.