Mittwoch, 14. März 2018

[Rezension] Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer - Clannon Miller

Titel: Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer
Autor:  Clannon Miller
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 15. September 2014
Anzahl der Seiten: 509
Cover und Inhaltsangabe © CreateSpace




"Was, wenn es nur eine wahre Liebe für dich gibt? Was, wenn deine Herkunft und deine eigene Familie das größte Hindernis sind? Für Emma gab es nie einen anderen als Leon. Schon als junges Mädchen hat sie nur ihn geliebt. Doch Eifersucht und Habgier führen zu einer Tragödie, die beide auseinanderreißt und sie alles verlieren lässt, woran sie glauben. Jahre später begegnen sich Emma und Leon wieder. Er ist zu einem reichen, frauenverachtenden Kotzbrocken geworden. Sie ist schöner denn je aber geheimnisvoll und unnahbar. Ihre Liebe von einst hat sich in Verbitterung und Hass verwandelt. Das glauben die beiden zumindest, bis zu dem Moment, wo sie sich wieder gegenüberstehen ..."




"Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer" von Clannon Miller war so ein Buch, bei dem ich mir anhand des Covers und auch des Klappentextes erst mal wenig vorstellen konnte - das mich aber dennoch irgendwie angesprochen hat.

Schon nach den ersten Seiten wurde klar, dass es sich hier um einen Roman handelt, den man schlecht in ein Genre einordnen kann und der gleichzeitig wohl auch anders ist, als all das was ich sonst lese.

Auf der einen Seite wirkt der Schreibstil von Clannon Miller kindlich, fast schon unschuldig, doch dann nimmt sie eine knallharte, fast schon vulgäre Sprache an. Ich muss gestehen: meins war die teilweise doch recht harte, sehr sexuelle Wortwahl dann leider nicht.




- Emma -

Wir lernen Emma in jungen Jahren kennen und das macht auch den Reiz dieser Geschichte aus, denn wir reifen sozusagen mit Emma, die erst einmal nur ein "Kind" ist, dennoch nach und nach viel Verantwortung übernehmen muss.

Sie ist schon früh in den älteren Leon verliebt, der bereits ins Erwachsenenalter tritt. Diese Liebesgeschichte, die schon recht früh beginnt, steht im Zentrum der ganzen Handlung.

Emma selbst fand ich zu Beginn sehr sympathisch, ihr Leben wirkt wie ein Märchen, denn sie hat zwei echt schlimme Schwestern und eine Mutter, die dem Alkohol verfallen ist. Emma muss also schon früh Verantwortung übernehmen und das packt sie wirklich unfassbar gut!

Die ältere Emma mochte ich dann leider weniger, was vermutlich daran lag, dass ich eine Sache nicht verstanden habe: Wieso kann sie nach alledem, was ihr in der Jugend passiert ist, noch immer so sexbesessen sein? Sorry, aber das wollte einfach nicht in meinen Kopf ...

- Leon -

Auf der anderen Seite des ganzen steht Leon, der im Gegensatz zu seinem Bruder Max alles andere als ein Frauenheld ist. Leon ist ein computerbegeisterter Stubenhocker, jedenfalls zu Beginn der Geschichte ... Hier lernt er auch Emma kennen, die ihn gleich anzieht, da er sie aber für viel zu jung hält, behält er seine Zuneigung erst einmal geheim und es entwickelt sich eine Freundschaft, die ich wirklich toll fand!

Der ältere Leon war mir dann, ähnlich wie Emma, leider auch furchtbar unsypmpathisch. Er hat sich irgendwann verloren, ist zum Macho mutiert und wird eigentlich nur noch vom Ding in seiner Hose gesteuert ...




Puhh, ich muss sagen, dass ich unter "wohl dosierter Erotik" wohl etwas anderes verstanden habe - denn leider steht doch das sexuelle in diesem Roman deutlich im Mittelpunkt. Dabei rutscht die Sprache leider sehr oft ins vulgäre und zerstört die Handlung, die im Grunde wirklich Potenzial und Spannung besitzt.

Das Buch ist nämlich eigentlich ein echt toller Genremix. Wir haben Emma, die erwachsen wird und sich verliebt, dann aber auch eine Geschichte, die eine Art Krimi ist, zusätzlich erleben wir dann noch, wie Emma erwachsen ist und all das Erlebte verarbeitet. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Geschichte ab Zeitpunkt des Erwachsenwerdens unserer Protagonisten leider weniger gefallen hat.

Während sich die erste Hälfte noch wie ein Märchen liest und ich tatsächlich Mitgefühl mit Emma empfinden konnte, ließ mich die zweite Hälfte dann leider furchtbar kalt. Schlimm fand ich hier, was aus Emma und Leon geworden ist - ich hatte irgendwie bei beiden das Gefühl, dass sie sich eher ins Negative entwickelt haben, auch wenn Emma selbst doch als unabhängige und reife Frau dargestellt werden sollte ...

Der eigentliche Plot hat mir gut gefallen, er ist unvorhersehbar, bietet einige Überraschungen und ist durch verschiedene Sichtweisen sehr abwechslungsreich! Wäre da nicht diese ganze "Erotik", die für mich teilweise recht platt und lächerlich gewirkt hat und bei mir das Lesevergnügen deutlich getrübt hat.

Warum ich dennoch bis zum Schluss durchgehalten habe? Weil das Buch zwischen all den sehr schwachen Momenten auch einige sehr starke besitzt. Genau dies hat mich zum Dranbleiben animiert, denn das Buch weiß an einigen Stellen tatsächlich zu überraschen. Leider wird dies dann aber doch durch die recht platte sexuelle Richtung zerstört ...

Irgendwann hatte die Autorin sich für mich verloren ... Irgendwann, ja, irgendwann ging es nur noch um das Eine und Leon und Emma haben mich förmlich angewidert. Wo sind die starken Charaktere vom Anfang? Warum wird alles so furchtbar oberflächlich? Leider wird mir das Buch daher eher negativ in Erinnerung bleiben ...




"Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer" ist ein Buch, das zu überraschen weiß, sich irgendwann aber in eine recht platte Geschichte mit viel zu viel unpassender Erotik verwandelt. Mich hat die Story trotz der vielen starken Momente, leider größtenteils angewidert ...








Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    das klingt sehr prickelnd. ^^ In letzter Zeit erlebst du interessante Techtelmechtel bei deiner Lektüre. Der Aal und nun das hier. :D

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D

      Ja, in letzter Zeit schaffe ich es immer wieder, mir seltsame Bücher auszusuchen! xD Ich suche ja immer nach besonderen, ganz andersartigen Büchern - aber da kommen echt seltsame Sache bei raus! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Huhu,

    also alleine vom Cover her hätte ich das Buch ja nie so eingeschätzt. o.o Ich dachte erst, wow das sieht nach was aus. Auch deine Kritik mit der unpassenden "Erotik" kann ich verstehen. So einige Bücher machen sich so viel kaputt...
    Hoffe dein nächstes wird wieder super :D

    Tintengrüße von der Ruby

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    1. Huhu Ruby :D

      Das ging mir beim Cover auch so, ich fand das so schön und dachte echt an eine süße und emotionale Geschichte! :D Irgendwie hatten das auch die Rezensionen angedeutet, aber mir war es dann eindeutig viel zu vulgär ;( Ich fand einige Abschnitte echt widerlich, ich glaub, das muss man einfach mögen ...

      Ganz liebe Grüße zurück!
      Jessi

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