Mittwoch, 16. September 2020

[Rezension] Höhenflug abwärts - Jana Frey

Titel: Höhenflug abwärts
Autor:  Jana Frey
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 1. März 2011
Anzahl der Seiten: 168
Cover und Inhalsangabe: © Loewe


Begonnen: 6.08.2020
Beendet: 10.08.2020






"Manchmal hasst Marie die ganze Welt. Und sich am allermeisten. Doch wenn sie eine Pille einwirft, ist alles gut, und sie will lachen und tanzen und fliegen. Dann vergisst sie ihr Zuhause mit all dem Streit und auch den Schmerz, der in ihr wühlt, seit ihr Freund Leon sich in eine andere verliebt hat. Aber der Höhenflug hält nicht an, und Marie fällt tiefer und tiefer."

Nachdem mich die Geschichte von Christiane F. in "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" stark mitgenommen hat, habe ich nach weiteren Büchern zum Thema "Drogen" Ausschau gehalten. Dabei bin ich auf Jana Frey gestoßen, deren Jugendbücher ein Teil meiner eigenen Jugendzeit waren. Damals habe ich zahlreiche Werke von ihr aus der Bibliothek ausgeliehen.

"Höhenflug abwärts" war ein Buch, das mich erst jetzt wirklich interessiert hat. Es handelt von Marie, die sich in ihren besten Freund Leon verliebt, aber mit ansehen musst, wie dieser plötzlich ein neu in die Klasse gekommenes Mädchen anschmachtet. Marie hat zum allerersten Mal Liebeskummer und um den Schmerz zu vergessen, schmeißt sie auf einer Party eine Pille ein. Dadurch fühlt sie sich gut, merkt allerdings selbst nicht, in was für eine Gefahr sie sich begibt ...

Jana Frey richtet ihre leicht zugänglichen Geschichten wie immer an Jugendliche und macht auf Probleme aufmerksam, die in der Öffentlichkeit oft totgeschwiegen werden. "Höhenflug abwärts" beschäftigt sich hier allerdings nicht wirklich mit einer echten Drogensucht sondern vielmehr mit einem leichtsinnigen Umgang mit solchen Pillen.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass nicht unbedingt die Drogen im Fokus stehen, sondern Maries anhaltender Liebeskummer, Marie will hier eigentlich nur die Kontrolle zurück erlangen und etwas Beständigkeit in ihr Leben bringen.

Da ich vor kurzem erst "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" gelesen habe, war dieses Buch ein riesiger Kontrast. "Höhenflug abwärts" wirkte sehr harmlos auf mich und hat daher sicherlich nicht den gewünschten abschreckenden Effekt auf Heranwachsende. Die Autorin hat sich in meinen Augen nur sehr oberflächlich mit der Drogenthematik auseinandergesetzt. Gerade das Ende wirkt dann eine Spur zu übereilt. Ich glaube leider nicht, das Drogensüchtige wirklich so schnell und so bereitwillig Hilfe suchen und annehmen ...



"Höhenflug abwärts" bemüht sich sehr, dass Drogensuchthema aufzugreifen, scheitert dabei an einigen Punkten und verliert sich leider in einer Geschichte, die sich mehr um den ersten
Liebeskummer dreht, als darum, eine abschreckende Wirkung zu erzielen ...

Ich vergebe 3 von 5.


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