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Sonntag, 10. Februar 2019

[Buch vs. Verfilmung] Der Schrei der Eule - Patricia Highsmith



Ich habe noch längst nicht alle Bücher von Patricia Highsmith gelesen - dennoch kann ich sagen, dass mich ihre Bücher auf eine ganz besondere Art und Weise berühren und zum Nachdenken anregen. Ich liebe ihre Art, die Menschen zu beobachten, zu beschreiben und den Leser dennoch nicht in eine gewisse Richtung zu drängen.

"Der Schrei der Eule" war mein viertes Buch der Autorin und es hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Es ist eine Geschichte, die viele Richtungen anschlägt und aufzeigt, wie schnell wir Menschen uns doch in eine Richtung drängen lassen.

Robert Forrester war ein Charakter, den ich sehr vielschichtig fand. Auf den ersten Seiten beobachtet er eine junge Frau in ihrem Haus und wirkt dadurch tatsächlich wie ein Voyeur, doch das Bild wandelt sind, als klar wird, dass Robert nur einsam ist.

Jenny, die Frau, die er beobachtet, tritt plötzlich in sein Leben. Doch ist nicht das, was Robert wirklich wollte. Er kann Jenny nicht lieben, noch nicht, vielleicht irgendwann ... vielleicht niemals. Die Geschichte dieser zwei verlorenen Menschen wird im Verlauf der Handlung immer tragischer. Besonders Jenny hat mich als Charakter fasziniert.

Die Geschichte zeigt wieder einmal, wie leicht wir Menschen doch urteilen - oft genügt ein Blick, eine winzige Informationen um jemanden abzustempeln. Dabei wäre es gar nicht so schwer, einmal hinter die Fassade zu schauen - ja, Dinge zu hinterfragen, statt sie einfach hinzunehmen. Das Ende von "Der Schrei der Eule" könnte nicht tragischer und ironischer sein. Außenseiter, Andersdenkende, ja Menschen fern der Normalität, werden wohl immer abgestempelt werden ... weil es eben leichter ist ...




Ich beziehe mich hier auf den Film aus dem Jahre 2009, es handelt sich hier also um eine zeitgemäße Verfilmung. Jamie Thraves bringt hier die Handlung mit einigen kleineren Abweichungen auf die Leinwand. Der Film schlägt hier aber die leisen Töne des Romans an und besitzt gerade im Bezug auf den Hauptcharakter, der von Paddy Considine verkörpert wird, eine gewisse Tiefe.

Enttäuscht hat mich allerdings die Rolle von Jenny ein wenig, die im Buch so präsent war, im Film allerdings trot der überzeugenden Darstellung von Julia Stiles etwas an Dynamik verliert. Klar, sie war auch im Roman eine sehr depressive und nachdenkliche Frau, allerdings hätte ich mir hier eine ebenso tiefgründige Betrachtungsweise gewünscht.

"Der Schrei der Eule" ist trotz der ruhigen Erzählweise doch sehenswert und wird von den Charakteren und ihren Handlungen angetrieben. Es ist ein ein Drama, auf das der Zuschauer sich einlassen muss. Die einzelnen Personen müssen verstanden, aber auch hinterfragt werden.

Bis zum Ende bleibt doe psychologische Spannung erhalten und genau wie das Buch besitzt auch der Film einen wunderbaren Nachklang und eine gewisse Ironie in der Abschlussszene!



Ich bin froh, dass der Film die ganze Rahmenhandlung beibehalten hat und auch die Schlüsselmomente gut eingebaut hat. Um ein besseres Bild von Jenny zu bekommen, empfehle ich aber auf jeden Fall, als erstes das Buch zu lesen und danach die Verfilmung zu genießen!

Donnerstag, 15. November 2018

[Buch vs. Verfilmung] Becks letzter Sommer - Benedict Wells


In diesem Monat habe ich endlich mein erstes Buch von Benedict Wells gelesen. "Becks letzter Sommer" hat mich dabei auf eine abenteuerliche Reise in die Türkei, aber gleichzeitig auch zu mir selbst entführt. Das Buch handelt von den Entscheidungen, die wir im Leben treffen, die uns auf verschiedene Wege führen können, aber auch über das Begraben der eigenen Träume, die einen am Ende aber doch immer noch verfolgen!

Robert Beck ist in dem Buch kein leichter Protagonist, aber dafür einer, der Ecken und Kanten besitzt und mit dem ich mich deswegen sehr gut identifizieren konnte. Er sieht in seinem Unterricht einen talentierten Jungen und möchte ihn fördern. Doch steckt da vielleicht auch der eigene Wunsch dahinter, den eigenen großen Traum doch noch zu verwirklichen?

Für mich war "Becks letzter Sommer" ein wahres Buchhighlight und ich weiß schon jetzt, dass ich diese Geschichte zu meinen Jahreshighlights gehören wird. Für mich war es definitiv auch nicht das letzte Buch von Benedict Wells, ich muss allerdings erst noch den wunderbaren Nachklang dieser Geschichte genießen und auch verarbeiten!



Kommen wir nun zum Film. Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, muss ich zugeben, dass ich etwas skeptisch eingestellt war. Wirklich gute deutsche Filme kann ich tatsächlich an einer Hand abzählen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber bei vielen deutschen Filmen fehlen mir doch ein wenig die Emotionen. Es kommt meistens recht wenig rüber.

Überrascht war ich beim Film jedoch erst einmal, wie sehr sich zu Beginn doch an die Buchvorlage gehalten wurde. Wir lernen Becks, Rauli und auch Charlie kennen und natürlich kommt es hier zu einigen sehr witzigen Szenen. Allerdings kommt die Gedankenwelt von Becks selbst, die im Buch sehr wichtig ist, in der Verfilmung natürlich etwas zu kurz.

Die Charaktere im Film agieren ähnlich wie im Bauch. Christian Ulmen als Becks wird aber eindeutig von der tollen schauspielerischen Leistung von Nahuel Pérez Biscayart, der hier Rauli spielt, übertrumpft. Rauli war im Film genauso, wie ich ihn mir im Buch vorgestellt hatte. Witzig ist hier auch der Soundtrack der Band Bonaparte, die nicht nur für einen Ohrwurm sorgt, sondern einfach genial auf Rauli selbst abgestimmt ist.

Ich fand den Film auf jeden Fall unterhaltsam. Er besitzt nicht die Schwere des Romans, sondern ist eben das, was Kinozuschauer erwarten: Eine leichte, witzige Geschichte mit einem Hauch Tragik. Das Ende wurde hierbei komplett geändert, denn natürlich möchte kein Zuschauer am Ende des Films in eine recht depressive Stimmung verfallen. Das war hier allerdings ein Punkt, den ich schade fand, denn genau diesen Nachklang hätte ich auch hier am Ende des Filmes erwartet. Leider ist es im Leben ja oftmals so, dass wir in Sackgassen geraten, auch wenn wir uns augenscheinlich richtig entscheiden. Dieses "offene" Happy End hätte es hier für mich nicht gebraucht ...




An dieser Stelle punktet natürlich wieder einmal das Buch, das einfach einen viel tieferen Einblick in Becks Gedankenwelt bietet. Die Literaturvorlage ist definitiv, wenn man sie dann nicht nur auf das Wesentliche beschränkt, eine sehr melancholische Geschichte, die einen auch das eigene Leben reflektieren lässt. Der Film ist hingegen reinste Unterhaltung mit einem Ende, dass Hoffnung gibt ...

Kennt ihr das Buch? Und habt ihr auch schon den Film gesehen?

Dienstag, 17. Juli 2018

[Buch vs. Verfilmung] Letztendlich sind wir dem Universum egal

Cover © FJB


Erst im letzten Monat habe ich "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan gelesen und war tatsächlich hin und weg von der Geschichte rund um A, der/die keinen Körper hat und jeden Tag in einem anderen Menschen aufwacht. Die Botschaft des Buches hat mich berührt, da
es hier um so viel mehr geht als um eine simple Liebesgeschichte. Es geht um die Unterschiede, die uns alle zu etwas Besonderem machen, es geht um Akzeptanz und darum, dass die Welt voller Farben ist und dass genau dies etwas Wunderschönes ist.

"Letztendlich sind wir dem Universum egal" hat mich dabei nicht nur an einer Stelle zum weinen gebracht. Ich habe es geliebt, dass wir mit A gemeinsam jeden Tag einen anderen Menschen kennenlernen. So wachen wir in den unterschiedlichsten Personen auf und schnell wird klar, dass es auf die Seele ankommt und nicht auf die Hülle!

Für mich war das Buch im Jugendroman-Bereich ein echtes Highlight und ich werde das Buch in einigen Jahren wohl auf jeden Fall noch einmal lesen!




Natürlich musste ich im Anschluss an das Buch auch noch den Film sehen. Im Vorfeld war mir bereits klar, dass es schwer sein wird, die Gedankenwelt von A auf der großen Leinwand darzustellen. Zugegebenermaßen war ich erst einmal enttäuscht, dass der Film fast vollständig aus Rhiannons Sicht erzählt wird. Meiner Meinung nach war sie im Buch allerdings nur eine Art Wegweiser für A, die Liebesgeschichte selbst stand für mich hier nämlich gar nicht so sehr im Fokus.

Die Verfilmung von "Letztendlich sind wir dem Universum egal" geht hier eindeutig mehr in die Richtung Teenie-Liebesfilm. Im Fokus des Ganzen steht Rhiannon, dargestellt von Angourie Rice, die für mich hier leider viel zu wenig Emotionen rüberbringen konnte. Das ist sehr schade, denn dadurch war der Film leider tatsächlich "nur" ein netter Teeniefilm, der mich emotional nicht direkt berühren konnte.

Für Fans des Buches ist die Verfilmung aber dennoch ein Muss - solange nicht mit zu hohen Erwartungen an die ganze Sache herangegangen wird. Während das Buch sich intensiv mit den verschiedensten Menschen beschäftigt, in denen A erwacht, geht es hier aber zentral um die Liebesgeschichte. Natürlich muss sich auch A selbst finden, aber dies bleibt doch etwas im Hintergrund, was ich sehr schade fand.




Diese Verfilmung beweist wieder einmal, dass nicht jede Geschichte, die auf dem Papier funktioniert, auch als Film klappt. Für mich war das Buch von der Botschaft her einfach wundervoll, ich habe es geliebt, mit A in den verschiedensten Menschen aufzuwachen und die vielen kleinen Unterschiede zu entdecken, die jeden von uns zu etwas Besonderem machen! Der Film wirkte auf mich daher sehr abgeschwächt, ohne große Emotionen und ohne Nachklang. Ich empfehle eindeutig, zu erst das Buch zu lesen und dann dem Film, ganz unvoreingenommen, eine eigene Chance zu geben. Er ist meiner Meinung nach unterhaltsam, aber nicht mit dem Buch vergleichbar!

Donnerstag, 28. Juni 2018

[Buch vs. Verfilmung] Nur drei Worte - Becky Albertalli (Love, Simon)



Im letzten Jahr hatte ich "Nur drei Worte" von Becky Albertalli gelesen, ein Buch, das das Thema Homosexualität auf sehr positive Art behandelt hat. Die Story rund um Simon mochte ich sehr, denn er steht hier kurz vor seinem Coming-Out und es war spannend, ihm auf diesen Weg zu begleiten.

Simon lernt hier übers Internet einen Typen kennen, der ebenfalls schwul ist. Sie beide klammern sich aneinander, stehen sich bei, weil sie am gleichen Punkt stehen. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, wenn nicht sogar eine Liebe.

Leider werden die Emails dann veröffentlicht und Simon muss lernen, zu sich selbst zu finden. Diese Selbstfindung steht auch im Zentrum des Buches, auch wenn natürlich auch spannend ist, herauszufinden, wer hinter Blue steckt. Ich erinnere mich noch, dass mich die Geschichte von Simon sehr glücklich zurückgelassen hat, ich habe das Buch mit einem Lächeln zugeschlagen. Dieses positive Gefühl ist mehr hierbei mehr in Erinnerung geblieben als die Story.





Mittlerweile schaue ich fast nur noch Horrorfilme und Buchverfilmungen. Auf "Love, Simon" habe ich mich besonders gefreut, da ich mich kaum noch an die Handlung des Buches erinnern konnte. Nur ein paar Zentrale Momente der Handlung wurden durch das Schauen des Films wieder in Erinnerungen gerufen.

"Love, Simon" war für mich von Anfang an ein Film, der sehr viel positive Vibes ausgestrahlt hat. Es ist kein depressiver oder melancholischer Film, nein, er besitzt Witz und vor allem eine Story, die nicht nur die negativen Seiten betrachtet.

Das Thema "Homosexualität" wird hier nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern völlig natürlich in die Handlung eingebaut. Besonders toll fand ich die Bemerkung, warum sich eigentlich nur Homosexuelle outen müssen, ja, warum wir immer noch in einer Zeit leben, in der Heterosexualität als Normalität betrachtet wird. Ich denke, mittlerweile sollten wir tatsächlich schon viel weiter sein ...

Die ganzen Charaktere des Films versprühen viel Lebensfreude und das ist es wohl auch, das den Film einfach zu einer tollen Unterhaltung mit einer wundervollen, unterschwelligen Botschaft macht. Hier ist Simon, der sich selbst finden muss und einige Fehler begeht. Fehler, die jeder Heranwachsende begeht und zu denen er stehen muss. Am Ende ist es nur wichtig, sich selbst zu finden und mit sich im Reinen zu sein!

Mich konnte der Film nicht nur unterhalten, sondern auch berühren. An einigen Stellen musste ich tatsächlich mit den Tränen kämpfen, einfach, weil genau so die Welt sein sollte. Wir sollten in erster Linie den Menschen sehen, nicht das ganze Drumherum, das uns im Grunde überhaupt nichts angeht. "Love, Simon" hat hier vor allem die Botschaft, einander zu akzeptieren und mehr Menschlichkeit zu entwickelt. Das könnte unserer Gesellschaft heutzutage wirklich nicht schaden, mal alle Vorurteile abzuwerfen und die Welt in all ihren Farben zu betrachten! Erst die Unterschiede machen das Leben spannend!




Ich muss an dieser Stelle tatsächlich einmal sagen, dass ich den Film durch den Witz und der positiven Herangehensweise wohl tatsächlich noch besser als das Buch fand. Meistens ist es ja eher andersherum, aber hier muss ich sagen, dass der Film bei mir tatsächlich noch viel intensiver nachklingt und mir mal wieder gezeigt hat, wie die Welt eigentlich sein sollte ...

Sonntag, 24. Juni 2018

[Buch vs. Verfilmung] Zwei Fremde im Zug / Der fremde im Zug




Cover © Diogenes
Vor kurzem hatte ich euch bereits "Zwei Fremde im Zug", das Debüt der amerikanischen Schriststellerin Patricia Highsmith, vorgestellt. Mich hat das Buch als Fan älterer Krimis sehr gut unterhalten, besonders die Idee hinter dem perfekten Verbrechen fand ich hier sehr originell, auch wenn im Verlauf der Handlung doch alles aus den Fugen gerät.

Guy Haynes, ein Architekt mit dem sich wohl jeder Leser irgendwie identifizieren kann, lernt auf
einer verhängnisvollen Zugfahrt Charles Bruno, eine recht durchgeknallten Kerl, der seinen Vater hasst  und schon lange über den perfekten Mord grübelt. Da Guy mit seiner Noch-Ehefrau einigen Stress hat, da sie von einem anderen Mann schwanger ist, sich aber dennoch nicht scheiden lassen will, kommt Bruno auf eine abstruse Idee. Warum tötet er nicht Guys Frau und Guy im Gegenzug Brunos Vater? Beide können sich so ein wasserdichtes Alibi verschaffen.

Das Buch ist ein echter Krimi, der zum Glück ohne große Ermittlungsarbeit auskommt. Wie bereits in meiner Rezension erwähnt, geht in den Krimis von Highsmith eher um das "Whydunit", also das große Warum hinter einer Tat. So begleiten wir in diesem Buch einen jungen Mann, der eigentlich nur friedlich und vor allem glücklich leben will, dann aber in die Fänge eines Psychopathen gerät. Besonders toll fand ich bei diesem Buch, das definitiv nicht mein letztes der Autorin gewesen ist, die psychologische Tiefe. Ein unschuldiger und gesetzestreuer Mensch wird hier so stark manipuliert, dass die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt. Ist wirklich jeder dazu fähig, einen Mord zu begehen?



Hin und wieder finde ich Schwarz-Weiß-Filme sehr interessant. So konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch die Verfilmung dieses Krimis anzuschauen, die unter dem Namen "Der Fremde im Zug" (OT: Strangers in the Train) erschien. Unter der Regie von Alfred Hitchcook, der mich schon in jungen Jahren mit "Psycho" begeistert hat, erwartete ich hier eine tolle Umsetzung dieses spannenden Krimis. Leider weicht die Handlung hier enorm von der Geschichte des Buches ab.

Hätte ich das Buch nicht kurz vorher gelesen und wäre ich nicht so begeistert gewesen, so hätte ich beim Schauen des Filmes wohl ein Auge (oder auch zwei ...) zugedrückt. Doch beim Film fielen mir sofort jede Menge Schwachstellen auf, was vor allem wohl auch daran lag, dass die Handlung sehr stab abgeändert wurde.

Obwohl die Schauspieler größtenteils wirklich gute Arbeit geleistet haben, kommt hier leider kaum Spannung auf. Farley Granger in der Rolle als Guy Haynes bleibt recht blass, seine innere Zerrissenheit, die im Buch solch ein zentrales Thema spielt, ist im Film nicht greifbar. Bis zum großen Showdown bleibt er ohne eigenen Antrieb und lässt sich mehr oder weniger durch die Geschichte treiben. Hier glänzt zwar seine liebende Partnerin Anne Morton, er selbst wirkt dadurch aber furchtbar träge und eintönig.

Einzig und allein die weiblichen Personen, allen voran Alfred Hitchcooks Tochter Patricia Hitchcook fand ich passend. Bei allen anderen Charaktere fehlte mir das Gefühl. Guy Haynes wirkte so teilnahmslos und Bruno leider nicht wie der Verrückte aus der Originalgeschichte. Mir kam er, bis auf ein paar Ausnahmen, zu weich vor. Ihm fehlte die Härte, aber auch gleichzeitig dieses Gewissen, dass ihm im Buch bereits zu Beginn geplagt hat ...

Unterhalten konnte mich der Film größtenteils zwar schon, war durch diverse Logiklücken aber auch unfreiwillig lustig. So steht hier definitiv nicht das "perfekte Verbrechen" in Mittelpunkt, denn von Anfang an gibt es kein echtes Alibi und dadurch auch nur eine sehr stümperhafte Tat. Zum anderen wird am Ende versucht, noch Spannung mit einem recht unlogischen Beweisstück gemacht - das, sollte es an einem Tatort gefunden werden, an dem tausende Menschen seit dem Mord waren, eigentlich nichts aussagen sollte. Dennoch fand ich aber den großen Showdown als Unterhaltungswerk ganz gut, im Gesamtwerk empfand ich den Film aufgrund vieler Logikfehler leider deutlich schwächer als das Buch ...




Hier gewinnt, wie so oft, mal wieder das Buch, allerdings mit deutlichem Vorsprung! So unterhaltsam der Film auch ist, er hat mit der Handlungs der Originalgeschichte wenig zu tun. Das Ende wurde komplett abgeändert und verliert daher auch seinen Nachklang. Der Film beschäftigt sich nicht mit den moralischen Fragen des Buches, bietet keinen Einblick in die Psyche unserer beiden Charaktere und dient allein der Unterhaltung. Wenn man den Kopf abschaltet und nicht mitdenkt, ist es ein guter Film mit für die Zeit tollen Kameraeinstellung - allerdings für mich kein Meisterwerk ...

Donnerstag, 24. Mai 2018

[Buch vs. Verfilmung] Zeugin der Anklage - Agatha Christie


In der vergangenen Woche habe ich durch "Meisterhafte Morde" von Agatha Christie ja einige echte Klassiker von der Queen of Crime kennenlernen dürfen. Ein echtes Highlight war in diesem Kurzgeschichtenband auf jeden Fall die allererste Kurzgeschichte namens "Zeugin der Anklage".
Cover © Fischer

In der Geschichte geht es den Mord an Emily French. Leonard Vole wird von der Polizei verhaftet, da er am Abend des Mordes bei der alten Dame zu Besuch war. Panisch taucht er bei zwei Juristen auf und beteuert seine Unschuld.

Im Anschluss kommt seine Frau zu den Anwälten und denkt darüber nach, ob sie ihm ein Alibi geben soll oder nicht. Sie wirkt ausgesprochen seltsam, als wäre sie nicht sicher, was genau sie tun soll.

Dann beginnt auch schon die Gerichtsverhandlung und alles scheint sich recht geradlinig in eine Richtung zu entwickeln, alles wirkt recht einfach, doch der Leser wird hier tatsächlich bitterböse in die Irre geführt!

Mich hat die Geschichte vollkommen sprachlos zurückgelassen, denn mit dieser Wendung habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Für mich ist "Zeugin der Anklage" ein echtes Meisterwerk von Christie!




Direkt nach dem Lesen des Buches habe ich meinen Mann überredet, mit mir zusammen den schwarz-weiß-Film von 1957 anzusehen. Ich war erst skeptisch, denn der Film geht 113 Minuten und spielt sich größtenteils im Gericht ab. Dabei ist er aber sehr atmosphärisch, sehr spannend und bis zum Schluss undurchschaubar!

Ich fand es toll, dass der Film die Kurzgeschichte nicht unnötig in die Länge zieht, sondern mit Witz und Humor für eine tolle Abwechslung sorgt. So steht hier der Strafverteidiger Sir Wilfrid Robarts im Fokus, der nach einem Herzinfarkt gerade erst aus dem Krankenhaus gekommen ist. it sehr viel Humor wird hier erzählt, wie er sich in diesem Fall in die Irre führen lässt!

Marlene Dietrich spielt hier ihre Rolle als Frau von Leonard Vole meisterhaft. Ich muss zugeben, dass ich sie zuvor noch nicht kannte, da es wohl einfach nicht meine Zeit war, aber ich empfand sie hier als überaus talentierte Schauspielerin, die dazu beigetragen hat, dass der Zuschauer hinters Licht geführt wurde!

Für mich ein echtes Meisterwerk, das der Geschichte in nichts nachsteht! Würden nur die heutigen Filmemacher noch mit solcher Leidenschaft an Buchverfilmungen herangehen ...


Dienstag, 19. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Engel und Joe - Kai Hermann

Kommen wir heute zu einem Buch, das mir in meiner Jugend ebenfalls sehr viel bedeutet hat: "Engel und Joe". Die wenigsten von euch wissen vielleicht, dass ich selbst eine sehr rebellische Jugend hinter mir habe. Mein stetiger Kampf, aus dem System auszubrechen, hat auch mich für mehrere Wochen auf die Straße geführt und ich bereue keine Sekunde davon! Ganz im Gegenteil, ich liebe Menschen, die einfach ihr eigenes Ding durchziehen, die sich nicht anpassen, auch wenn viele sich auf diese Weise selbst verlieren ... So wie "Engel und Joe" ...


"Engel und Joe" basiert auf einer wahren Geschichte, die aber, was viele Punks bezeugen konnten,
Cover © Carlsen

nicht auf diese Weise stattfand, wie es in dem Buch geschildert wurde. Vieles entspringt daher auch einfach der Feder des Journalisten und Autoren Kai Hermann, der bereits die Geschichte von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" niedergeschrieben hat.

Klar, "Engel und Joe" ist in erster Linie unterhaltend, besitzt aber auch eine erschreckende Realität. Viele Jugendliche fliehen von Zuhause und landen dann in einem Sumpf aus Drogen, Alkohol und Gewalt, aus dem sie nicht mehr herausfinden.

"Engel und Joe" ist die Geschichte der 15-Jährigen Johanna, kurz Joe, die von Zuhause ausreist und dort auf den Punk Zorro (Der im Film dann aufgrund seines Nachnamens "Engel" genannt wird!) trifft. Die beiden verlieben sich aneinander, finden einen Halt, der sie in Wahrheit aber gemeinsam in den Abgrund zieht.

Das Buch hat mich berührt und bewegt, vielleicht hat es mich auch ein wenig auf die Straße getrieben, denn das alles klang besser als das Leben, das ich zuhause hatte. Natürlich wird auch die harte Realität beschrieben, mit einem Ende, das mich mehr als einmal zum Weinen gebracht hat ...



Cover © Ullstein

Ich denke, ich habe damals zuerst den Film gesehen und dann das Buch gelesen, was in diesem selten Fall wirklich die bessere Wahl war. Mir hat der Film mit Robert Stadlober und Jana Pallaske in den Hauptrollen sehr gut gefallen, so gut, dass ich ihn tatsächlich schon mehrmals gesehen habe. Der Film handelt alles aber sehr flott ab, alles geht furchtbar schnell und so war ich froh, im Anschluss noch das Buch gelesen zu haben, um einen tieferen Einblick in Joes Gedankenwelt zu bekommen.

Der Film behandelt auf jeden Fall die wichtigsten Momente des Buches (Buch und Film sind übrigens zur selben Zeit erschienen!). An den Stellen, an denen sich das Buch Zeit lässt, rast der Film natürlich von einer Szene zur nächsten. Es ist aber auch schwer, alles in gut 90 Minuten unterzubringen!

Das Ende vom Film wird hierbei relativ offen gehalten, während das Buch auch noch das "Danach" kurz anschneidet. Was nun, nach all den Jahren, aus Joe geworden ist, würde mich brennend interessieren, es existiert ja ein Gerücht, das sie tot sein soll ...

"Engel und Joe" hat mich sowohl als Film, als auch als Buch mitgenommen. Es ist eine jugendliche Geschichte über die erste große Liebe, über die Fehler, die wir alle tun und über das bittere Leben, das nur durch die perfekten und einzigartigen Momente ein paar Höhepunkte bekommt! Ich kann beides empfehlen!

Kennt ihr "Engel und Joe"?




Sonntag, 17. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Die Bestimmung - Veronica Roth

Heute komme ich zu dem besten Beispiel, wie ein Film einem eine ganze Buchreihe kaputt machen kann. "Die Bestimmung" von Veronica Roth habe ich vor ein paar Jahren gelesen, doch nach dem Anschauen des Filmes, hat sich meine Begeisterung leider komplett gewandelt.




© cbt
In "Die Bestimmung" von Veronica Roth geht es mal wieder um eine der dystopische Zukunftsvision. Wir haben hier fünf Fraktionen, die alle eine unterschiedliche Lebensform haben. Diese Grundidee hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Als Protagonistin haben wir hier Beatrice, die eine sogenannte "Unbestimmte" ist und deswegen zu keiner der fünf Fraktionen zu passen scheint. Sie entscheidet sich für die wagemutigen Ferox, die ihr ein großes Abenteuer versprechen.

Beatrice als Charakter fand ich hier sehr spannend und der ganze erste Band konnte mich wirklich begeistern. Spannend ist auch Four, der erst sehr unnahbar wirkt, doch dann sein Innerstes offenbart. "Die Bestimmung" war hier ein wirklich toller und spannender Einstieg in diese interessante Zukunftsvision, hätte ich nur nicht den Fehler gemacht, mir den Film anzuschauen ...





Da mir das Buch so sehr gefallen hat, musste ich mir natürlich auch den dazugehörigen Film anschauen, was sich schlussendlich jedoch als großer Fehler erwiesen hat.

Ich empfand die Verfilmung leider als sehr schlecht umgesetzt. Obwohl sich die Verfilmung nahezu panisch an die Romanvorlage hält, schafft sie es doch nicht, die Atmosphäre des Buches einzufangen. Hinzu kommt, dass ich von den beiden Schauspielern für die Rollen der Beatrice und des Four leider überhaupt nicht überzeugt war.

Shailene Woodley als Beatrice war mir viel zu starr und zu emotionslos und Theo James als Four kam mir leider wirklich deplatziert vor. Für meinen Geschmack war er zu alt und damit zu reif für den Four, den ich mir im Buch vorgestellt habe!

Leider besaß die Liebesgeschichte im ersten Teil kaum Dynamik, es erschien mir viel zu aufgezwungen, zumal dies im Buch eher eine Nebenhandlung darstellte. Ich habe mir auch den zweiten Teil angeschaut, was ich im Nachhinein echt bereue ... Dieser hat mir nämlich vollständig die Lust auf die Buchreihe genommen. Hier gibt es nur Action und irgendwie lieblos aneinandergereihte Szenen, die sehr wirr wirkten. Echt Schade, denn das erste Buch hatte wirklich sehr viel Potenzial!

Ich habe gelesen, dass es eventuell eine TV-Serie hierzu geben wird, hier bin ich auf jeden Fall gespannt und hoffe, dass diese es schafft, mich doch noch von der Geschichte zu begeistern.




Die beiden Filme haben mir leider die Lust am Lesen der Bücher komplett zerstört. Besonders der zweite Teil war hier ungemein schwach und lieblos, sodass ich jetzt wohl für immer diese beiden recht lustlos erscheinen Schauspieler mit ihren lieblosen Dialogen im Kopf haben werde. Echt schade ...

Wie seht ihr das? Konnte euch die Verfilmung begeistern?

Freitag, 15. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Das geheime Fenster, der geheime Garten - Stephen King

Und nun kommen wir wohl zu meiner liebsten Buchverfilmung, bei der ich leider mal wieder den "Fehler" gemacht habe, zu erst den Film zu sehen ...




In dem Buch "Langoliers" von Stephen King verbirgt sich eine meiner Lieblingsnovellen von Stephen King. Die Rede ist hier von "Das geheime Fenster, der geheime Garten" über den Autoren Mort Rainey (Ja, jetzt lüfte ich wohl das Geheimnis über mein eigenes Pseudonym).

Mort Rainey zieht sich nach der Trennung von seiner Frau in ein einsames Haus zurück, wo er sofort eine Schreibblockade bekommt. Alles überschlägt sich, als ein Fremder namens Shooter bei ihm auftaucht und behauptet, Mort hätte seine Geschichte gestohlen! Alles kommt dann jedoch anders als gedacht ...

Warum mir die Geschichte so gut gefallen hat? In erster Linie wohl, weil sich seid dem Lesen ein Satz bei mir eingebrannt hat: "Das Ende ist der wichtigste Teil einer Geschichte!" Das versuche ich auch immer bei meinen eigenen Manuskripten umzusetzen.

Zum anderen fand ich Mort Rainey als Charakter sehr einprägsam. Er ist ein typischer Autor, in dem ich mich teilweise (zum Glück aber ohne Schreibblockade!) sehr gut wiedergefunden habe! Er liebt das Schreiben, wirkt aber auch sehr verloren und leider auch sehr einsam ...

Das Ende in "Das geheime Fenster, der geheime Garten" hat es echt in sich, auch wenn ich zuerst den Film geschaut habe, fand ich doch, dass Stephen King hier wieder sehr viel Feingefühl bewiesen hat und den Leser gekonnt in die falsche Richtung lenkt ...




"Das Geheime Fenster" gehört, obwohl Johnny Depp die Hauptrolle spielt, wohl zu den weniger bekannten Verfilmungen der King-Bücher. Das finde ich echt schade, denn ich fand diese Umsetzung als Film wirklich brilliant. Es gibt einen tollen und meiner Meinung nach unvorhersehbaren Plot-Twist, der für mich sehr genial umgesetzt wurde.

Wahrscheinlich bin ich als Autor etwas voreingenommen, aber ich mochte Mort Rainey als Charakter sehr, er ist vermutlich einer meiner liebsten Buchcharaktere und ich muss sagen, dass ich mir hier keinen besseren Schauspieler als Johnny Depp hätte vorstellen können. Er trifft den Mort Rainey aus meinem Kopfkino beinahe komplett!




Ich liebe den Film und möchte ihn wirklich jeden ans Herz legen, zumal er eher unbekannt ist. Ich denke, hier spielt es keine große Rolle, ob zuerst der Film geschaut oder das Buch gelesen wird, der Plot-Twist wird in beiden Fällen für eine große Überraschung sorgen!


Und jetzt die Frage aller Frage: Wer von euch kennt die Novelle beziehungsweise den Film?

Mittwoch, 13. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Die Tribute von Panem - Suzanne Collins

Von "Die Tribute von Panem" habe ich nichts gehört, bevor der Film in die Kinos kam. Damals wusste ich nicht einmal, dass es dazu eine Buchreihe gibt.

Nachdem mir der erste Film aber so unglaublich gut gefallen hat, musste ich auch hier die Bücher lesen, noch bevor die anderen Teile in die Kinos kamen.




© Oetinger
"Die Tribute von Panem" waren meine Eintrittskarte in das Genre der Dystopien. Zuvor hatte ich von dem Genre reichlich wenig gewusst, denn Sci-Fi und insbesondere Geschichten über die Zukunft hatten mich nie besonders angesprochen.

Was mir an "Die Tribute von Panem" beziehungsweise allgemein an Dystopien so gut gefällt, ist die unterschwellige Gesellschaftskritik und die Frage, ob sich die Welt wirklich in diese Richtung
entwickeln könnte. Das macht es wirklich spannend und die Idee rund um die Hungerspiele, die ja zur Unterhaltung der Bevölkerung ausgetragen werden. fand ich sehr originell.

Gleich nach dem ersten Band war ich wirklich gefesselt von der Geschichte, zumal Katniss Everdeen, ähnlich wie Bella aus "Twilight" ein recht pessimistischer und melancholischer Charakter ist, was mir in Büchern seltsamerweise immer ausgesprochen gut gefällt.

Ich konnte mit Katniss Everdeen mitfiebern und besonders der zweite Band "Gefährliche Liebe" fand ich absolut brilliant und spannend (Besonders den allerletzten Satz, der mich fast wahnsinnig gemacht hat, da ich den nächsten Band noch nicht parat hatte!)

Den letzten Band fand ich insgesamt etwas schwächer, was aber vielleicht daran lag, dass wir uns hier in keiner Arena mehr befanden und mir die Rebellen etwas unsympathisch waren. Dies war von der Autorin aber definitiv beabsichtigt, denn Katniss muss sich hier entscheiden, für oder gegen eine Seite!




Die Verfilmungen fand ich überaus gelungen. Bereits der erste Teil war toll umgesetzt und besaß wohl auch den emotionalsten Moment der ganzen Reihe!

Der zweite Teil war im Buchform mein Favorit, allerdings muss ich sagen, dass mir hier der Film etwas zu schnell ablief, das Buch hat sich da definitiv mehr Zeit gelassen. Vielleicht wäre es hier auch besser gewesen, einen Zweiteiler daraus zu machen.

Der erste Film war für mich definitiv der Beste, aber ich kann die gesamte Reihe empfehlen. Alle Filme wissen zu fesseln, haben tolle Schauspieler und besonders die Arenen im ersten und zweiten Teil haben mir ausgesprochen gut gefallen. Meiner Meinung nach hätten sie den letzten Teil allerdings nicht splitten brauchen, denn hier wirkte es doch arg in die Länge gezogen. Hier hätte ich mir eher gewünscht, dass der zweite Buchband als Film etwas länger geworden wäre!




Beides hat ihren Reiz. Der Film ist absolut toll umgesetzt, aber wie immer tendiere ich dazu, erst die gesamte Reihe als Buch zu lesen und sein eigenes Kopfkino zu genießen!


Wie seht ihr das? Haben euch die Bücher besser gefallen als die Filme?

Montag, 11. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Bis(s) zum Morgengrauen - Stephenie Meyer

Meine Rezension zu "Bis(s) zum Morgengrauen" kam ja vor kurzem hier online und ich bin echt froh, das Buch, das wirklich zu meiner Jugend gehört hat, noch einmal gelesen zu haben! :) Natürlich kann ich es mir nicht nehmen lassen, auch hier, Buch und Film miteinander zu vergleichen.



"Bis(s) zum Morgengrauen" habe ich als Jugendliche gelesen, noch bevor der Film überhaupt in die
© Carlsen
Kinos kam. Ich erinnere mich noch gut daran, wie falsch ich "Carlisle" oder die "Cullens" ausgesprochen habe! ;)

Ich war von dem Buch tatsächlich von der ersten Seite an gefesselt und habe es beinahe am Stück gelesen. Damals war ich bereits total bücherverrückt, hatte mit Vampiren aber so gar nichts am Hut. Dies hat sich aber geändert, als dann die Geschichte von Bella und Edward erschien.

Ja, in dieser Hinsicht bin ich wohl extrem kitschig, vielleicht zu kitschig, denn die Geschichte ist wirklich so übertrieben romantisch, dass ich sie eigentlich total abstoßend finden müsste. Tue ich aber nicht.  Es liegt wohl daran, dass ich Bella und Edward viel zu sehr in mein Herz geschlossen habe und deswegen ihre gesamte Geschichte so unglaublich toll fand.

Besonders Bella mochte ich sehr, genau wie Alice. Alle Charaktere sind, so einfach die Geschichte auch geschrieben sein mag, sehr liebevoll beschrieben und ich denke, dies macht den besonderen Reiz des Buches aus!

Im übrigen bin ich aber nie bis zum letzten Band gekommen, denn damals, als die Filme rauskamen, habe ich mich tatsächlich geschämt, die Reihe zu mögen, was jetzt im Nachhinein echt dumm war. Man sollte sich niemals für etwas schämen müssen, was man mag und so werde ich in naher Zukunft die Reihe endlich auch bis zum Ende lesen!



So blöd einige Leute die Filme auch finden, so muss man ihnen doch eins zu Gute halten: Sie halten sich enorm an die Bücher. Das ist wirklich selten. In "Twilight" wurden die meisten Szenen wirklich eins zu eins übernommen und damit verbildlicht, was ich wirklich gelungen fand. Die meisten Dialoge befinden sich auch so im Buch und von daher muss ich sagen, dass die Regisseurin hier wirklich eine gute Arbeit geleistet hat!

Natürlich ist das Kopfkino in den meisten Fällen stärker und auch ich habe mir Bella und Edward im Vorfeld vollkommen anders vorgestellt. Dennoch ist die schauspielerische Leistung des gesamten Cast auf einem guten Niveau, zwar nicht perfekt, aber sie alle besitzen doch eine gewisse Sympathie. (Die Volturi mal außen vorgelassen!)

Ich mag die gesamte Filmreihe und kann mir die einzelnen Filme auch wirklich mehrmals ansehen. Besonders der allerletzte Teil hat es mir angetan, hier kann ich aber Film und Buch nicht vergleichen, aber das werde ich wohl nachholen, sobald ich "Bis(s) zum Ende der Nacht" endlich gelesen habe!




Beides lohnt sich, allerdings würde ich jedem raten, zuerst die Bücher zu lesen, denn mittlerweile haben sich bei mir die Gesichter im Kopf doch schon gewandelt und ich sehe hinter jeder Figur nur den Schaupieler. Bei einigen ist es passend, bei anderen wiederum nicht.

Dennoch finde ich Verfilmung mehr als gelungen. Die Atmosphäre des Buches wurde gut eingefangen!


Wie steht ihr zu der Buch/Filmreihe?

Samstag, 9. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Menschenjagd - Stephen King

Heute kommen wir einmal zu einer Verfilmung, die ich erst vor kurzem gesehen habe, nachdem mich das Buch "Menschenjagd" von Stephen King so sehr begeistert hat.




"Menschenjagd" von Stephen King ist ein sehr dystopischer Roman über eine Welt, die unserer nicht allzu fern ist. Das Fernsehen manipuliert die Menschen und stellt sie weitestgehend ruhig, damit sie die Fehler des Systems nicht erkennen.

Dabei gibt es so einige grausame Spiele, die der Belustigung der Zuschauer dienen, in Wahrheit aber nur das Zwei-Klassen-System fördern. Kranke, dumme und arme Menschen werden einfach Teil einer Show, der Gipfel von allem ist hier die "Menschenjagd", bei der es um Leben und Tod geht.

Ben Richards nimmt an der "Menschenjagd" teil, weil er Geld für seine kranke Tochter braucht. Er ist ein Charakter, der das System von Anfang an verabscheut, aber weiß, dass er nicht dagegen ankommt. Dennoch kämpft er jede einzelne Sekunde für eine Gerechtigkeit, die von den Leuten vielleicht nicht gewollt wird.

Der Roman hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Das Buch besitzt eine Gesellschaftskritik, die wir auch heute eins zu eins auf unsere Welt übertragen können, was mich besonders schockiert hat! Stephen King zeigt hier eine ganz neue Seite an sich, es gibt keinen Horror, sondern eine aufregende Geschichte über den Kampf um Leben und Tod und um die Freiheit, die wir auf diesen Planeten wohl niemals erreichen werden.




"Running Man" ist nun die Verfilmung von "Menschenjagd", die 1987 erschien und in der Arnold Schwarzenegger die Hauptrolle spielt. Ja, Arnold Schwarzennegger spielt hier einen Ben Richards, der aber außer dem Namen nichts mehr mit dem Charakter aus Kings Buch zu tun hat!

Im Grunde hat der Film reichlich wenig mit dem Buch zu tun. Das Spiel ist ebenfalls komplett anders, es findet in einem abgesperrten Bereich statt, während sich die Menschenjagd aus dem Buch auf das ganze Land erstreckt. Hier kommen wir auch schon zu dem größten Problem des Filmes: Es besitzt keinerlei Gesellschaftskritik und ähnelt sich nur von der Grundidee.

Arnold Schwarzenegger macht den Film zu einem reinen Action-Film. Er ist natürlich übertrieben stark, kämpft sich durch das Spiel und steht am Ende natürlich als strahlender Held da. Dies war für mich definitiv nicht die Aussage von Kings Roman und Ben Richards war für mich nicht dieser übertriebene Held und Kämpfer, sondern eher ein normaler Kerl, der das System durchschaut und innerlich lange Zeit schon aufgegeben hat. Echt schade, wie der Film umgesetzt wurde!



Der Film erzählt leider eine komplett andere Geschichte als das Buch. An Arnold Schwarzeneggers Seite geht es hier eher um Action und die Gesellschaftskritik wurde komplett weggelassen! Echt schade, aber hier muss ich definitiv sagen, dass sich die Verfilmung absolut nicht lohnt. Ich wünsche eher, den Film nie gesehen zu haben, denn er hat den Ben Richards aus dem Buch, wirklich in ein komplett falsches Licht gerückt! Bitte erspart euch also den Film und lest lieber das wahnsinnig geniale Buch!

Kennt ihr das Buch? Und vielleicht sogar den Film?

Donnerstag, 7. Dezember 2017

[Buch vs. Verfilmung] Es - Stephen King

Hi ihr Bücherverrückten,

da ich gerade wieder einmal kein Internet habe und deswegen einige Blogbeiträge im Vorfeld schon fertig stellen musste, konnte ich endlich einmal eine Idee umsetzen, die ich schon lange im Hinterkopf habe. Neben Büchern mag ich nämlich auch Filme sehr gerne (besonders Horrorfilme!) und da habe ich schon vor einem Jahr die Idee gehabt, direkt einmal Bücher und ihre Verfilmungen zu "vergleichen". Falls die Kategorie gut ankommt, werde ich sie vielleicht im nächsten Jahr fest integrieren!

Jeder Buchliebhaber wird es sicherlich kennen: Manchmal lesen wir nur Bücher, um im Anschluss die Verfilmung zu schauen und meistens werden wir dann enttäuscht, weil es das eigene Kopfkino doch einfach nicht auf die große Leinwand schafft. Interessant finde ich es aber dennoch zu sehen, inwieweit das Buch umgesetzt wird und wie sich die Geschichten eben ähneln oder eben nicht.

Heute, im ersten Beitrag zum Thema "Buch vs. Verfilmung" geht es um einen echten Klassiker, nämlich um "Es" und da müsste es jetzt eigentlich heißen: "Buch vs. Verfilmung vs. Verfilmung" ....




1996 erschien "Es" erstmals in deutscher Sprache und hat damals vielen Lesern das Fürchten gelehrt.
Cover © Heyne
Ich gehöre auch dazu, muss allerdings gestehen, dass ich tatsächlich zuerst den Film gesehen habe. Damals war ich noch sehr jung und "Es" hat tatsächlich meine Angst vor Clowns entfacht. Schlimmer wurde es dann, als mir das Buch in der Bibliothek in die Hände fiel. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, was für einen Sog die Geschichte hatte, die um eine Clique von Freunden handelt, die sich einmal als Kinder und einmal als Erwachsene gegen ein unbekanntes "Es" zur Wehr setzen müssen.

"Es" als Buch ist ein Horrorroman auf höchstem Niveau. Ich hatte es im zarten Alter von vielleicht 12 oder 13 Jahren gelesen und  es hat tatsächlich Wochen gebraucht, bis ich mich von der Lektüre erholt habe!

Toll und bemerkenswert sind auch hier wieder die Charakterzeichnungen. Wir haben hier eine Gruppe von Kindern/Jugendliche, die alle auf den ersten Blick Außenseiter zu sein scheinen. Ben ist dick, Bill stottert, Richie ist laut und nervig, Stan ist Jude und Eddie ist kränklich. Sie alle sind sympathisch und als Leser fällt es leicht mit ihnen mitzufiebern. Ich habe mich selbst als Teil dieser Gruppe gefühlt, die hier gegen das Böse kämpfen muss und einen wundervollen Zusammenhalt entwickelt.

Solch einen Horror findet man in Büchern tatsächlich sehr selten und so ist mir "Es" nach all den Jahren noch immer in Erinnerung geblieben. Es verbindet die kindlichen Ängste mit dem Grauen, das hier das Gesicht eines blutrünstigen Clowns bekommt. Das "Es" ist dennoch nie greifbar, als junger Leser war ich deswegen stets angespannt, stets wachsam und hatte bei jedem kleinen Vorkommnis, das sich einfach nicht erklären ließ, eine ungemeine Angst!

"Es" gehört zu den Büchern, die ich im nächsten Jahr unbedingt noch einmal lesen möchte.





Kommen wir erst einmal zu der alten Verfilmung von 1990. Ich habe diesen Film in sehr jungen Jahren gesehen und ich fand ich so gruselig, dass ich tagelang an jeder Ecke Pennywise gesehen habe! Der Film ist meiner Meinung nach gut gelungen, er kommt mit einfachen Effekten aus und erzeugt für mich jene Atmosphäre, die ich dann später auch im Film gespürt habe. Alles ist unheimlich und dennoch nicht greifbar.

Toll fand ich, dass der 192-minütige Film beinahe komplett ohne Blutvergießen auskommt. Hier zeigt sich, dass ein Film/Buch nicht zwangsweise Gewalt braucht, um zu fesseln. Die bedrohliche Atmosphäre wird komplett gehalten und das Hin- und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist ausgesprochen gut gelungen. Die Freunde müssen das "Es" nämlich zwei Mal bekämpfen! Natürlich fiebern wir hier besonders mit den Kindern mit, die einen ungemeinen Mut und einen wundervollen Zusammenhalt entwickeln!

Komme ich nun zu der Neuverfilmung, die in diesem Jahr herauskam. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mir auch diese anzuschauen. Lange habe ich mich darauf gefreut und muss sagen, dass ich den Film im Großen und Ganzen gut gelungen fand. Es gibt hier allerdings auch ein großes "Aber".

Die Neuverfilmung ist modern gehalten und entspricht zu 100% den Horrorfilmen der heutigen Zeit. Für einige wird dies ein Vorteil sein, für mich als Kind der 90er und als großer Fan von uralten Horrorfilmen hat sich ein Problem abgezeichnet: Die Atmosphäre.

Viele Sprüche der Kinder waren für mich zu modern, zu angepasst an unsere heutige Jugend und daher auch ein wenig zu deplatziert für eine Geschichte, die ja im Jahr 1988 ihren Anfang nahm. Das Gefühl der damaligen Zeit war für mich nicht greifbar und deswegen hat sich die Neuverfilmung auch nicht ansatzweise wie das Buch angefühlt, das ich damals so geliebt habe.

Die gruselige Atmosphäre blieb hier leider aus, denn leider hat der Regisseur hier einen sehr bildgewaltigen Film erschaffen wollen. Er ist blutig, er ist brutal und er zeigt eben beinahe alles. Für subtilen Horror blieb hier leider keinen Platz!

Das Buch ist eins der besten, die Stephen King je geschrieben hat, doch auch die Verfilmungen können sich sehen lassen, obwohl ich immer noch die ältere aus dem Jahren 1990 bevorzuge!

Und wie ist eure Meinung zu "Es" und den beiden Verfilmungen? Welche hat euch besser gefallen?