Donnerstag, 24. Mai 2018

[Buch vs. Verfilmung] Zeugin der Anklage - Agatha Christie


In der vergangenen Woche habe ich durch "Meisterhafte Morde" von Agatha Christie ja einige echte Klassiker von der Queen of Crime kennenlernen dürfen. Ein echtes Highlight war in diesem Kurzgeschichtenband auf jeden Fall die allererste Kurzgeschichte namens "Zeugin der Anklage".
Cover © Fischer

In der Geschichte geht es den Mord an Emily French. Leonard Vole wird von der Polizei verhaftet, da er am Abend des Mordes bei der alten Dame zu Besuch war. Panisch taucht er bei zwei Juristen auf und beteuert seine Unschuld.

Im Anschluss kommt seine Frau zu den Anwälten und denkt darüber nach, ob sie ihm ein Alibi geben soll oder nicht. Sie wirkt ausgesprochen seltsam, als wäre sie nicht sicher, was genau sie tun soll.

Dann beginnt auch schon die Gerichtsverhandlung und alles scheint sich recht geradlinig in eine Richtung zu entwickeln, alles wirkt recht einfach, doch der Leser wird hier tatsächlich bitterböse in die Irre geführt!

Mich hat die Geschichte vollkommen sprachlos zurückgelassen, denn mit dieser Wendung habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Für mich ist "Zeugin der Anklage" ein echtes Meisterwerk von Christie!




Direkt nach dem Lesen des Buches habe ich meinen Mann überredet, mit mir zusammen den schwarz-weiß-Film von 1957 anzusehen. Ich war erst skeptisch, denn der Film geht 113 Minuten und spielt sich größtenteils im Gericht ab. Dabei ist er aber sehr atmosphärisch, sehr spannend und bis zum Schluss undurchschaubar!

Ich fand es toll, dass der Film die Kurzgeschichte nicht unnötig in die Länge zieht, sondern mit Witz und Humor für eine tolle Abwechslung sorgt. So steht hier der Strafverteidiger Sir Wilfrid Robarts im Fokus, der nach einem Herzinfarkt gerade erst aus dem Krankenhaus gekommen ist. it sehr viel Humor wird hier erzählt, wie er sich in diesem Fall in die Irre führen lässt!

Marlene Dietrich spielt hier ihre Rolle als Frau von Leonard Vole meisterhaft. Ich muss zugeben, dass ich sie zuvor noch nicht kannte, da es wohl einfach nicht meine Zeit war, aber ich empfand sie hier als überaus talentierte Schauspielerin, die dazu beigetragen hat, dass der Zuschauer hinters Licht geführt wurde!

Für mich ein echtes Meisterwerk, das der Geschichte in nichts nachsteht! Würden nur die heutigen Filmemacher noch mit solcher Leidenschaft an Buchverfilmungen herangehen ...


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