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Montag, 30. September 2024

[Rezension] Klassenspiel - Celia Rees

 


 Titel: Klassenspiel

Autor:  Celia Rees

Genre: Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2004

Seitenzahl: 192
Cover: © Carlsen
Begonnen: 28.08.2024
Beendet: 31.08.2024


Alex musste schon einmal mit ansehen, wie ein Klassenkamerad gemobbt wurde. Damals hat sie sogar mitgemacht, doch nun, als die neue Schülerin Lauren plötzlich ausgegrenzt wird, setzt Alex alles daran, zu verhindern, dass es es noch einmal eskaliert ...

Ihr wisst ja sicherlich, wie sehr mir das Mobbingthema am Herzen liegt. Da ich selbst stark gemobbt wurde, weiß ich, wie schwer es sein kann, da wieder hinauszukommen. Celia Rees beschreibt in diesem Jugendroman, wie Mobbing entsteht und relativ schnell eskaliert. Interessant fand ich hier die Wahl der Protagonistin, geht es doch mal nicht hauptsächlich um das Opfer oder die Täter, sondern um eine ehemalige Mitläufer, die selbst erkennt, welche Fehler sie in der Vergangenheit begangen hat.

Die Autorin arbeitet hier sowohl die in der Gegenwart stattfindende Ausgrenzung von Lauren auf, als auch die Geschichte des ehemaligen Schülers Michael Bailey, über den zahlreiche Erzählungen kursieren. Leider wird das, was Michael passiert, etwas zu oberflächlich erzählt. Hier hätte eine andere Erzählform wohl für mehr Nähe gesorgt.

Mir gefiel, wie sich Alex für Lauren einsetzt und ihr zur Seite steht, obwohl sie es ihr nicht gerade leicht macht. Zum Ende hin macht es sich die Autorin allerdings eine Spur zu leicht, denn ich glaube nicht, dass sich Mobber so schnell ändern können. Dieses Happy End gibt es im echten Leben wohl nur selten ...


"Klassenspiel" ist ein wichtiges Buch zum Thema Mobbing, bei dem eine ehemalige Mitläuferin im Fokus steht. Allerdings lösten sich für mich gewisse Probleme zu schnell und einfach ... 

Ich vergebe 4 von 5.


Dienstag, 9. Juli 2024

[Rezension] Mordgedanken - Oliver Pautsch

 


Titel: Mordgedanken

Autor:  Oliver Pautsch

Genre: Jugendroman, Jugendkrimi

Erscheinungsjahr: 2008
Seitenzahl: 224
Cover: © Thienemann Verlag
Begonnen: 06.06.2024
Beendet: 09.06.2024



Jan ist bis über beide Ohren in Mona verliebt - doch Mona ist kein einfaches Mädchen und Jan fällt es schwer, ihr wirklich nahe zu kommen. Dann verschwindet Mona auf einmal und Jan begibt sich auf die verzweifelte Suche nach ihr ...

"Mordgedanken" von Oliver Pautsch besitzt ein angenehm flottes Tempo und eine jugendliche Sprache. Der Autor beschäftigt sich mit einem Jungen, der die erste Liebe erlebt, auf einmal aber gezwungen ist, um diese zu kämpfen. Er wird also der große dieser Geschichte.

Die Story selbst ist recht einfach gehalten, was mich als erwachsener Leser doch etwas gestört hat, da ich vor allem gerne tiefer in Monas Gedankenwelt eingetaucht wäre. Manchmal empfand ich die zeitliche Einordnung der Kapitel schwierig, da oft nicht so recht erkennbar war, wie lange die einzelnen  Szenen zurücklagen.

Was genau hinter Monas Verschwinden steckt war für mich relativ früh ersichtlich und so konnte mich das Ende selbst nicht so recht überraschen. Hier wäre auch etwas mehr Tiefe noch schön gewesen, gerade, weil es eine solch wichtige Thematik ist. Ich denke aber, dass jüngere Leser durchaus gefallen an dem Buch finden werden, da es doch spannend aufgebaut ist!




"Mordgedanken" von Oliver Pautsch ist ein spannend und flott erzählter Krimi, mit dem ich als erwachsener Leser aber ein paar Probleme hatte!

Ich vergebe 3 von 5.




Donnerstag, 25. April 2024

[Rezension] Was wir dachten, was wir taten - Lea-Lina Oppermann


 Titel: Was wir dachten, was wir taten

Autor:  Lea-Lina Oppermann

Genre: Roman, Jugendroman

Erscheinungsjahr: 2018
Seitenzahl: 180
Cover: © Beltz & Gelberg
Begonnen: 03.04.2024
Beendet: 04.04.2024


Es beginnt mit einer Durchsage während der Matheklausur. Dann dringt auch schon eine maskierte Person mit einer geladenen Waffe in das Klassenzimmer ein und stellt zehn Aufgaben. Aufgaben, die alle Schüler und auch den Lehrer nicht nur herausfordern, sondern auch für immer verändern sollen ...

"Was wir dachten, was wir taten" ist die Geschichte eines Amoklaufes, bei dem der Täter ein perfides Spiel mit der Klasse beginnt. Zehn Umschläge mit Aufgaben hat er dabei und diese Aufgaben haben es in sich. Es beginnt damit, dass der Lehrer einer Schülerin ins Gesicht spucken soll, doch die gestellten Forderungen werden schnell extremer und vor allem auch brutaler.

Von der allerersten Seite an habe ich mich als Teil der Klasse gefühlt. Durch die schnörkellose Sprache und die unterschiedlichen Blickwinkel entsteht schnell ein Sog, dem ich nicht mehr entkommen konnte. Ich habe das Buch, das so viele verschiedene Gefühle aufwirbelt, förmlich verschlungen. Gemeinsam mit den Jugendlichen und dem überforderten Lehrer wird auch der Leser hier ins eiskalte Wasser geschubst.

Schnell kristalisieren sich die unterschiedlichen Charaktere und damit die Rollen innerhalb des Klassenverbands heraus. Zeitgleich werden durch die gestellten Aufgaben immer mehr Geheimnisse und auch Probleme der Jugendlichen offenbart. Es scheint, als würde der Täter sie alle durchschauen. 

Mich hat Lea-Lina Oppermann mit diesem Buch förmlich umgehauen. Ich habe mit dieser Klasse so viele Emotionen durchlebt, hatte Herzrasen und auch Tränen in den Augen. Für mich war dieses Jugendbuch ein großes Highlight und vor allem ein Buch, das durch den Tiefgang noch lange nachhallen wird. Dieses Werk sollte Pflichtlektüre an Schulen sein!



"Was wir dachten, was wir taten" ist ein eindringliches Werk über einen Amoklauf, der das Leben aller Schüler und auch des Lehrers für immer verändern wird. Wahnsinn, welch Tiefe hier auf gerade mal 170 Seiten erschaffen wird. Ein sehr wichtiges Buch!


Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen!


Mittwoch, 13. April 2022

[Rezension] Archie Green und die Bibliothek der Magie - D. D. Everest


 Titel: Archie Green und die Bibliothek der Magie (Band 1)

Autor:  D. D. Everest

Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsjahr: 2015
Anzahl der Seiten: 320
Cover: © Loewe

Begonnen: 29.03.2022
Beendet: 31.03.2022




An seinem Geburtstag bekommt Archie Green von einem Anwalt ein ganz besonderes Paket mit einem magischen Buch, das er direkt nach Oxford bringen soll. Dort angekommen lernt er nicht nur seine Verwandten, von denen er bisher nichts gewusst hat, kennen, sondern wird auch noch mit der Welt der Magie konfrontiert ...

"Archie Greene und die Bibliothek der Magie" ist der erste Band einer Trilogie, die sich an jüngere Leser richtet, mir aber ebenfalls einige wunderbare Lesetunden verschafft hat. Von Anfang an mochte ich die originellen Einfälle rund um die Magie, die in den Büchern steckt und bewahrt werden muss. Archie wird hier zum Lehrling der Buchkünste, aber natürlich muss er im Verlauf der Geschichte auch noch eine große Bedrohung bekämpfen.

Mir gefielen die Schauplätze in diesem Buch sehr. Alles spielt sich zwischen dem Buchladen, dem Schokohaus und dem Museum ab. Mit Archie gemeinsam lernen wir mehr über die Welt der Magie, finden heraus, was es mit den Ploppern auf sich hat und müssen sogar einige Rätsel lösen.

Die ganze Geschichte erinnert natürlich stellenweise schon etwas an "Harry Potter", vor allem, da Archie mit seiner Cousine und seinem Cousin gemeinsam Nachforschungen anstellt, sich am Ende aber ganz allein als großer Held dem bösen Magier stellen muss.

Unterhalten hat mich diese magische Geschichte auf jeden Fall. Etwas schade fand ich als erwachsener Leser nur, dass die einzelnen Charaktere kaum Hintergründe beziehungsweise Eigenschaften besitzen. So waren viele Charaktere, besonders die Professoren im Museum, aber auch Bramble und Thistle nur Namen für mich. Eventuell würden sich jüngere Leser aber nicht daran stören! Ich würde tatsächlich auch zum zweiten Band greifen, falls er mir einmal in die Hände fällt ...


Das erste Abenteuer von Archie Greene erinnert an vielen Stellen an Harry Potter und lässt sich auch als Erwachsener gut lesen. Es ist eine magische Geschichte voller origineller Einfälle, bei der für mich die Charaktere aber leider eine Spur zu kurz kamen ...

Ich vergebe 4 von 5.



Donnerstag, 10. Dezember 2020

[Rezension] Drowning - Tödliches Element - Rachel Ward

 


Titel: Drowning - Tödliches Element

Autor:  Rachel Ward
Genre: Jugendroman
Erscheinungsdatum: 22. November 2013
Anzahl der Seiten: 336
Cover und Inhalsangabe: © Chicken House


Begonnen: 23.10.2020
Beendet: 25.10.2020


"Er kommt zu sich. Ein Tropfen trifft sein linkes Auge. Dann schießt Regen aus dem grauen Himmel. Er dreht den Kopf zur Seite, spuckt Schlamm und Kies aus, entdeckt ein Gesicht, wenige Meter entfernt. Haare kleben wie dünne Schlangen auf der Stirn. Aus dem Mundwinkel rinnt Wasser. Bleiche Haut, dreckverschmiert, geschlossene Augen. Es ist sein eigenes Gesicht! Als Carl aufwacht, ist Rob tot. Doch Carl kann sich an nichts erinnern. Nicht, wie sein Bruder ertrunken ist, oder warum sie an dem See waren und auch nicht, weshalb Neisha, die offensichtlich bei ihnen war, Todesangst vor ihm hat. Er weiß nur, dass er herausfinden muss, was passiert ist. Bevor vollendet wird, was an jenem Tag begann."


Vor vielen Jahren habe ich von Rachel Ward bereits "Numbers" gelesen und fand das Buch wirklich fesselnd. Nun habe ich die Autorin allerdings viele Jahre aus den Augen verloren und mich erst durch einen zufälligen Bücherschrankfund wieder an sie erinnert. "Drowning - Tödliches Element" klang dabei wir ein interessanter Jugend-Mystery-Thriller, in dem es um mein liebstes Element, nämlich das Wasser, geht.

Carl hat sein Gedächtnis verloren. Er erinnert sich weder an seine Familie, noch an den Tag, an dem sein Bruder ertrank. Kurze Erinnerungsfetzen zeigen ihm aber immer wieder auf, das Rob, sein Bruder, kein besonders guter Mensch war und den Tod vielleicht verdient hat. Als in seinem Umfeld merkwürdige Dinge passieren, die ihn schließlich herausfinden lassen, was an jenem Tag passiert ist, schwebt auch die Freundin seines Bruders, auf die Carl selbst ein Auge geworfen hat, in Gefahr ...

Rachel Wards Schreibstil hat mir auch hier gefallen, schafft sie es doch, das Element Wasser sehr atmosphärisch in die Geschichte einzubauen. Leider wirkt das Buch aber von Anfang an sehr melancholisch, fast schon depressiv. Wir haben hier einen Protagonisten, der kaum etwas über sich selbst und die Menschen in seinem Umfeld weiß, eine alkoholsüchtige Mutter und ein recht verschlossenes Mädchen, über das wir kaum etwas erfahren. Die düstere Grundstimmung mochte ich zwar, doch ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Buch würde mich extrem herunterziehen ...

Ich muss gestehen, dass ich etliche Male daran gedacht habe, das Buch abzubrechen, doch letztendlich habe ich mich dazu durchgerungen, es doch noch bis zum Ende zu lesen. Es gibt einen ganz netten, wenn auch etwas überladenen Showdown, der aber zumindest die Melancholie kurzzeitig vertreibt und für ein wenig Action sorgt. Allerdings muss ich doch sagen, dass mich die Story selbst nicht vom Hocker reißen konnte, gibt es doch kaum Wendungen oder Überraschungen. Für mich daher leider eine Durchschnittskost, die mir persönlich aber viel zu düster war.


"Drowning - Tödliches Element" ist ein sehr schwermütiger Mysterthriller, der eine recht düstere Grundstimmung besitzt, mich aber nicht wirklich in den Bann ziehen konnte. Stattdessen war mir die Geschichte zu melancholisch und die Gefahr, die vom Wasser ausging, irgendwann nicht mehr spürbar ...

Ich vergebe 3 von 5.


Sonntag, 7. Januar 2018

[Rezension] GötterFunke - Hasse mich nicht (Band 2) - Marah Woolf

Titel: GötterFunke - Hasse mich nicht
Autor:  Marah Woolf
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 25. September 2017
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe © Dressler

ACHTUNG! TEIL 2 EINER TRILOGIE! REZENSION ENTHÄLT SPOILER!



"Das neue Schuljahr beginnt und Jess versucht, Cayden zu vergessen, nach allem, was er ihr angetan hat. Aber Zeus und seine Götter haben anscheinend andere Pläne, und schon am ersten Schultag steht Cayden plötzlich vor ihr. Schwebt Jess etwa in Gefahr? Ist Agrios ihr womöglich nach Monterey gefolgt? Jess möchte nicht in den Kampf der Götter hineingeraten, sondern wünscht sich ein ganz normales Leben. Aber was ist schon normal, wenn man die Welt der Götter sehen und betreten kann? Und vor allem: Wie lange kann sie Cayden wirklich hassen?"



Endlich habe ich es geschafft, den zweiten Teil von „Götterfunke“ in Angriff zu nehmen. Vor ein paar Monaten habe ich den ersten Band gelesen und war, obwohl ich Göttersagen sonst weniger interessant finde, doch sehr angetan von der Geschichte.

Besonders mochte ich die Verschmelzung dieser Göttersagen mit einer sehr jugendlichen und modernen Geschichte, in der es natürlich auch um die Liebe geht. Im zweiten Band kehren wir nun mit Jess von dem Feriencamp zurück und müssen feststellen, dass die Götter nun auch an ihrer Highschool ihr Unwesen treiben.



- Jess -

Ich mag Jess nach wie vor, auch wen ich sagen muss, dass sie mir manchmal doch recht verloren vorkommt. In diesem Buch gerät sie hier auch zwischen die Fronten. Sie hat natürlich allen Grund, sauer auf die Götter und besonders auf Cayden zu sein, haben sie ihr doch nie die Wahrheit gesagt.

Jess tat mir teilweise auch leid, weil sie noch immer nicht von Cayden fortkommt und jetzt auch wieder einmal mit ansehen muss, wie er zahlreiche andere Mädchen aufreißt. Ihre Liebe zu ihm muss hier allerdings tatsächlich unendlich sein, so viel wie sie hier erträgt …


- Die Götter -

Nun haben wir hier wieder die Götter, die zwar versprochen haben, für immer zu verschwinden, nun aber doch bei Jess in der Schule auftauchen. Cayden/Prometheus ist bereit für die nächste Wette und lässt mal wieder nichts anbrennen. Auch wenn ich seine Hintergrunde rund um seinen Wunsch, ein Mensch zu sein, verstehen kann, so fand ich ihn hier doch an einige Stellen echt nervig und sehr verletzend.

Natürlich treffen wir auch wieder auf Zeus, Hera, Apollo, Athene und eine Vielzahl anderer Götter. Besonders viel Sympathien konnte ich den Göttern hier aber nicht mehr entgegenbringen, da sie Jess weiterhin belügen und teilweise sogar in Lebensgefahr bringen! Es sind eben immer noch Götter, die das Wohl der Menschen recht wenig zu interessieren scheint. Zeus geht es zum Beispiel nur um seine Macht und die Verteidigung seines Throns …

- Robin -

Obwohl Robin hier eher Randfigur ist, muss ich sie doch erwähnen. Ich fand sie im ersten Teil schon absolut unmöglich, aber hier hat es sich tatsächlich noch gesteigert. Sie gehört definitiv zu den Hasscharakteren schlechthin.

Nachdem sie im letzten Band mit Cayden geschlafen hat und Jess damit verletzt hat, mutiert sie hier zum absoluten Miststück. Ihr einstige beste Freundin ist ihr vollkommen egal und zum Glück erkennt Jess dann doch noch, wie sehr sie sich zuvor in Robin getäuscht hat …




Der erste Teil von „Götterfunken“ hat mich vor wenigen Monaten wirklich begeistern können, besonders weil es nicht die typische Liebesgeschichte ist, sondern mit viel Herzschmerz verbunden ist. Wir haben hier einen Gott, der unbedingt ein Mensch sein will und deswegen eine Wette mit Zeus abgeschlossen hat. Er muss Mädchen aufreißen, sie so sehr um den Finger wickeln, bis diese mit ihm schlafen wollen und dann eine Abfuhr bekommen. Doch alle Mädchen stehen auf ihn und niemand hat ihm bis jetzt eine Abfuhr erteilt …

Im ersten Band hat Cayden/Prometheus, besagter Gott, mit Robin geschlafen, der besten Freundin von Jess. Das ist erst einmal der Anfang von diesem Buch. Die Götter sind weg und Jess steht vor den Scherben der einstigen Freundschaft und ihrer "Liebe". Unmöglich und nicht nachvollziehbar fand ich die Tatsache, dass Jess sich am Anfang ernsthaft bei Robin entschuldigen wollte … Sie ist wirklich viel zu gutherzig!

Der ganze Trubel vom Feriencamp geht weiter, als die Götter in der Schule auftauchen. Runde zwei der Wette beginnt und Cayden/Prometheus lässt wirklich nichts anbrennen. Ich konnte Jess und ihren Hass ihm gegenüber verstehen, auch wenn ihre Liebe unendlich stark zu sein scheint. Sie muss hier einiges ertragen und schafft es leider auch nicht, sich von den Göttern fernzuhalten, denn anscheinend hat sie, in ihrer Rolle als Diafani, die Fähigkeit, Zeus im Kampf gegen seinen Sohn Agrios zu helfen. Dieser will nämlich noch immer die Herrschaft haben und die Menschheit zerstören!

„Götterfunke, Hasse mich nicht“ ist auf jeden Fall wieder sehr abwechslungsreich. Es gibt wieder einige Gefahren, denen sich Jess stellen muss und einige tolle und intensive Momente zwischen ihr und Cayden. Ich habe selbst angefangen Cayden und diese ganze Wette zu verabscheuen, denn sie bringt hier tatsächlich nur Leid. Irgendwann kam ich allerdings an einen Punkt, an dem ich tatsächlich gehofft habe, dass Jess endlich von Cayden los kommt, es ist irgendwie eine Liebesgeschichte, die von Anfang an unter keinen guten Stern stand und die ich irgendwie auch nicht mit einem Happy End sehen kann.

Toll fand ich, dass hier auch die Mutter von Jess thematisiert wird, die selbst Probleme hat, aber endlich für ihre beiden Kinder da sein möchte. Durch sie entwickelt sich auch Jess und zeigt endlich einmal Stärke.

Auch wenn mich dieser Band wieder gut unterhalten hat, muss ich sagen, dass mir der erste doch um einiges besser gefallen hat. Dort konnte konnte ich Cayden wenigstens halbwegs verstehen, hier in diesem Teil habe ich ihn regelrecht gehasst, genau wie Robin, die sich hier wirklich absolut daneben und unfair benimmt … Warum hat Jess sie im ersten Teil nur gerettet?

Interessant waren allerdings die ganzen Götterlegenden, die auch hier wieder Teil der Geschichte sind. So wird beispielsweise der Krieg von Troja oder die Büchse der Pandora thematisiert. Auch der Handlungsverlauf ist sehr spannend gehalten, auch wenn eine „Wendung“ dann doch schon sehr früh abzusehen war … Das Ende hat mir aber gefallen, denn dieses macht auf jeden Fall Lust auf den dritten Band!




Jess muss sich ein weiteres Mal mit den Göttern herumschlagen, obwohl sie endlich von Cayden/Prometheus lösen möchte. Alles geht hier drunter und drüber, die Göttersagen sind perfekt in die jugendliche Geschichte eingefügt und es gibt einige sehr spannende Momente und einen tollen Showdown … Nur Cayden kann ich nach diesem Band einfach nicht mehr sympathisch finden …

Donnerstag, 22. September 2016

[Rezension] Die Insel der besonderen Kinder - Ransom Riggs

Titel: Die Insel der besonderen Kinder
Autor: Ransom Riggs
Genre: Roman, Jugendroman, Fantasy
Verlag: Knaur (Meine Ausgabe ist vom Pan - Verlag! Diese ist nicht mehr erhältlich!)
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe ©  Knaur



"Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Inzwischen ist Jacob 15 Jahre alt und kann sich kaum noch an die wunderbaren Schauergeschichten erinnern – bis zu dem Tag, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt und Jacob Hinweise darauf findet, dass es die Insel aus seinen Geschichten wirklich gibt. Der Teenager macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freunde findet, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Monster sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …"




"Die Insel der besonderen Kinder" war ein Buch, das ich schon lange aus der Ferne beobachtet, an das ich mich aber nie herangetraut habe! Durch eine liebe Freundin, mit der ich Bücher getauscht habe, durfte ich dieses Werk dann aber endlich lesen. Besonderer Anreiz war natürlich auch der Film, der bald erscheint!

Highlight in diesem Buch sind die vielen echten Fotos, um die der Autor eine sehr fantasievolle Geschichte gestrickt hat. Der Schreibstil von Ransom Riggs ist zwar recht einfach, aber dennoch passend für ein Jugendbuch. Mich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten in den Bann ziehen und ich bin froh, es endlich gelesen zu haben!



- Jacob -

Jacob ist eigentlich ein normaler Teenager, der schon lange nicht mehr an die seltsamen Geschichten seines Großvaters glaubt. Als sein Opa dann aber stirbt, wird Jacob tief in das einstige Leben seines Großvaters hineingezogen.

Jacob beginnt, an die Existenz von jenen Monstern zu glauben, die seinen Großvater angeblich schon seit Jahren gefolgt sind. Einziger Ort, der Schutz bieten soll, ist eine Art "Waisenhaus" auf einer Insel. Hier beginnt die Reise in die Vergangenheit. Eine Reise, die Jacobs Leben für immer verändern soll.

- Die besonderen Kinder -

Ich möchte hier nicht zu viel von der Geschichte oder den Charakteren wegnehmen, denn "Die Insel der besonderen Kinder" ist ein Buch, das man erleben muss. Auf der Insel leben so einige Kinder mit besonderen "Fähigkeiten", mit Eigenarten, die es ihnen nicht ermöglicht, normal unter Menschen zu leben!

Liebevoll beschreibt der Autor die verschiedensten Kinder und das war für mich das Besondere an dem Buch. Es hat Spaß gemacht, die Charaktere näher kennenzulernen und durch die Fotos hatte ich stets das Gefühl, ihnen nahe zu sein. Ich hatte das Gefühl, die eigentliche Geschichte ist eigentlich nur Nebensache, denn wie gesagt, mir hat besonders die Charakterzeichnung gefallen!




"Die Insel der besonderen Kinder" ist tatsächlich ein besonderes Buch! Schon nach wenigen Seiten war ich in dieser rätselhaften und atmosphärischen Geschichte gefangen und habe mich zusammen mit Jacob auf die Reise begeben. Es war eine Reise ins Ungewisse, denn die ganze Geschichte rund um die Kinder wird sehr mysteriös gehalten.

Nach und nach kommen jedoch die Wahrheiten ans Licht. Hier muss ich besonders die Kreativität des Autoren loben. Zwar ist erst recht spät eine echte Gefahr zu spüren, aber dennoch fesselt das Buch durch die dichte Atmosphäre und die Beschreibung dieser sonderbaren Insel!

Die Stimmung des Buches ist mystisch, zwar nicht direkt gruselig, aber dennoch so spannend und interessant, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen! Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzungen und natürlich auf den Film, von dem ich hoffe, dass er diese sagenhafte Atmosphäre einfangen kann!




"Die Insel der besonderen Kinder" ist ein Buch, dass sich kaum in Worte fassen lässt. Mir fällt nur eins ein: Besonders! Von daher, eine klare Leseempfehlung!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten!

Freitag, 22. Juli 2016

[Rezension] Joyride - Anna Banks

Titel: Joyride
Autor: Anna Banks
Genre: Roman, Jugendroman
Verlag: cbt
Cover und Inhaltsangabe ©  cbt




"Die schüchterne Carly und der Draufgänger Arden – Gegensätze, die sich eigentlich so gar nicht anziehen. Dennoch verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander – der Beginn einer leidenschaftlichen Love-Story. Und eines gefährlichen Abenteuers. Denn sowohl Carly als auch Arden hüten ein brisantes Familiengeheimnis, dessen Enthüllung zu einem atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit führt …"




Jugendbücher, in denen ein schüchternes Mädchen auf den typischen "Bad Boy" trifft, sind bei weitem nicht neu. "Joyride" von Anna Banks ist aber ein Buch, das mit einer tiefgründigen und süßen Geschichte punkten kann und dabei glücklicherweise fast vollständig auf Kitsch verzichtet.

Abwechselnd aus der Sicht von Carly und von Arden erfahren wir die kleinen Geheimnisse, die das Buch durchweg spannend machen. Zu den einzelnen Problemen der beiden möchte ich hier nichts schreiben, um nicht zuviel von der Geschichte wegzunehmen, aber ich konnte wirklich tief ins Buch eintauchen und mit beiden Charakteren mitfühlen.

Das Buch ist jugendlich und sehr leicht geschrieben, doch weißt trotzdem so einige Schwerpunkte auf, die "Joyride" eben nicht nur als typischen Liebesroman erscheinen lässt!




- Carly -

Carly ist ein sehr armes Mädchen. Sie lebt zusammen mit ihrem Bruder, da ihre Familie ... Ja, ihre Familie ist gerade weg. Hier möchte und kann ich einfach nicht mehr verraten.

Carly steht gewaltig unter Druck. Ihre Tage verbringt sie mit arbeiten, arbeiten, arbeiten und Schule. Ja, sie arbeitet sehr viel und hart und hat eigentlich keinen Spaß im Leben. Sie ist sehr gut in der Schule, doch droht an dem ganzen Druck dennoch kaputt zu gehen!

Da Carly eine Mexikanerin ist, spielen in diesem Buch auch Vorurteile eine kleine, aber wichtige Rolle. Dass Rassismus auch in den USA noch sehr präsent ist, ist ja kein Geheimnis!

- Arden -

Auf den ersten Blick erschien mir Arden wie der typische Macho, der gerne Mädchen abschleppt und sich um echte Gefühle einen Dreck schert. Nach wenigen Seiten wurde mir jedoch klar, dass er gar nicht so ist, wie andere ihn vielleicht sehen. Er ist eine verletzte und traurige Seele, denn auch sein Leben ist nicht so perfekt, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint!

Eigentlich mag ich diese "typischen" Bad Boys in Büchern nicht! Zum Glück hat Anna Banks hier einen einen Charakter erschaffen, der tiefgründig und ehrlich ist. Ich mochte seine Art und seine Anfälle und vor allem mochte ich auch seine weiche Seite!

- Cletus -

Cletus ist eigentlich nur ein Nebencharakter, den ich hier aber unbedingt erwähnen muss. Seine liebevolle, aber schonungslos ehrliche Art habe ich in mein Herz geschlossen. Als Großonkel von Arden taucht er immer mal wieder auf und auch für Carly spielt er bald noch eine große Rolle ...




Von "Joyride" habe ich eigentlich nicht viel erwartet. Für die vergangenen warmen Tage brauchte ich einfach nur ein Buch, das mich ein wenig berührt, in erster Linie aber unterhält. Beides hat "Joyride" auf jeden Fall geschafft - und noch viel mehr.

Die Charaktere mochte ich sofort, besonders mit Carly konnte ich mich identifizieren. Sie ist recht schüchtern, hat aber doch so ihre Eigenarten. Originell fand ich die Einführung beider Charaktere, denn sie "treffen" sich in einer sehr seltsamen Situation. Auch der Großonkel Cletus spielt hier eine Rolle!

Obwohl das Buch eine sehr sanfte Liebesgeschichte enthält ist es nicht kitschig! Ganz im Gegenteil. Ich fand die Geschichte zuckersüß und die Hürden, die sich den beiden in den Weg stellen, unsagbar spannend. Können zwei Menschen, die aus solch unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen, tatsächlich zueinander finden?

Die Thematiken, die angesprochen werden, sind sehr aktuell und konnten mich daher auf jeden Fall bewegen. Zu Carlys Eltern hatte ich schnell eine Abneigung empfunden, denn ich konnte ihre Beweggründe nicht so recht verstehen. Ardens Vater habe ich wirklich gehasst, aber das wird wohl jeder, denn der Typ ist wirklich ein großes ...

Zum Ende hin gibt es noch eine sehr große Überraschung, mit der ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hätte. Ich hatte großen Spaß "Joyride" zu lesen und werde nun auch nach anderen Büchern der Autorin Ausschau halten!




Ein sommerlicher Roman über Liebe und Familie. Absolut Lesenswert!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.



Montag, 23. Mai 2016

[Rezension] Der Kuss des Raben - Antje Babendererde

Titel: Der Kuss des Raben
Autor: Antje Babendererde
Genre: Roman, Jugendbuch, Jugendthriller
Verlag: Arena
Seitenzahl: 496
Cover und Inhaltsangabe © Arena



"Mila ist schön und anders. Ein außergewöhnliches Mädchen mit einer dunklen Vergangenheit. In Moorstein sucht sie einen Neuanfang - und findet ihre große Liebe: Tristan, eigentlich unerreichbar, erwählt ausgerechnet sie! Mila kann ihr Glück kaum fassen. Doch auch Tristan hat ein Geheimnis. Als im Dorf der Fremde Lucas auftaucht und das Haus der Rabenfrau in Besitz nimmt, erwachen die Schatten der Vergangenheit zum Leben. Lucas und Tristan scheinen sich zu kennen - und zu hassen. Mila gerät zwischen die beiden und findet sich plötzlich selbst vor einem schrecklichen Abgrund wieder."




Antje Babendererde war mir bis zu diesem Buch hier unbekannt. Um ehrlich zu sein, fand ich auch den Klappentext hier nicht besonders ansprechend, aber ich hatte mal wieder Lust auf einen guten und spannenden Jugendthriller. Ob das Buch nun hier wirklich diesem Genre zugeordnet werden kann, möchte ich an dieser Stelle aber nicht entscheiden. Für mich kam der "Thrill" ein wenig zu kurz und für mich selber würde ich jetzt als normalen Jugendroman bezeichnen.

Der Stil der Autorin hat mir gut gefallen. Die Geschichte ist angenehm zu lesen, allerdings kam ich mit ihren Charakteren hier nicht gut klar. Es gab für mich keinen Sympathieträger und leider niemanden, den ich genug mochte, um Mitgefühl aufbauen zu können. Das fand ich schade, denn Mitgefühl ist genau das, was die Geschichte zum Bestehen benötigt!




- Mila -

Mila kommt aus der Slowakei in ein kleines Städtchen in Thüringen und geht dort zu Schule, um ihr Abitur in Deutschland zu machen. Zu Beginn des Buches verliebt sich Mila unsterblich in Tristan und es beginnt eine eher unromantische Beziehung, die für mich an manchen Stellen sehr seltsam wirkte. Eigentlich lese ich sehr gerne Jugendbücher, aber hier hatte ich Probleme mit der Glaubwürdigkeit einiger Dinge. Manchmal kam mir Mila wie ein kleines, verwirrtes Kind vor, das vor Naivität nur so strotzt und manchmal wie eine überhebliche Erwachsene. Mein Problem: Ich konnte sie mir nicht wirklich als Jugendliche vorstellen. Auch ihre ganze Art hatte für mich nichts mit Mädchen in diesem Alter zu tun.

Ein Sympathieträger war Mila für mich leider nicht. Vom Charakter her konnte ich sie schlecht einschätzen. Zwar fand ich ihre Hintergrundgeschichte bezüglich der Roma und ihren Wurzeln in der Slowakei sehr originell, aber sie kam mir von der menschlichen Seite leider nicht näher!

- Tristan -

Dann ist da noch Tristan, ein mysteriöser Junge, den Mila natürlich absolut toll findet. Ihn mochte ich von Anfang an überhaupt nicht und es gibt so einige Dinge, die ich einfach nur absolut ätzend an ihm fand. Im ersten Drittel des Buches war die "Liebesgeschichte" zwischen Mila und Ihm für mich nicht ganz so gut nachvollziehbar!

- Lukas -

Und dann ist da noch Lukas. Das Buch entwickelt sich in eine typische Dreierkonstellation, doch die eigentliche Auflösung ist schnell zu erahnen. Lukas fand ich ebenso wie Tristan eher nervig, weswegen ich Mila in ihren Entscheidungen nicht verstehen konnte. Auch hier fehlte es mit an Romantik und Glaubwürdigkeit!



Den Schreibstil der Autorin fand ich während des Buches wirklich toll und beneidenswert! Allein wegen ihrer Art zu Schreiben, würde ich sogar noch einmal ein Buch von ihr lesen. Leider hat mir die ganze Handlung von "Der Kuss des Raben" überhaupt nicht gefallen. Ich konnte mir zwar alles ganz gut vorstellen, aber für mich hatte die ganze Geschichte eine solche Distanz, dass ich oft keine Lust zum weiterlesen hatte. Das Buch hat mich jetzt auch über eine Woche begleitet, obwohl ich solche Bücher eigentlich sonst innerhalb von 2-3 Tagen lese!

Ich weiß nicht, ob ich vielleicht ein wenig zu alt für das Buch war, aber ich kam vor allem nicht mit Mila und dieser ganzen "Liebesgeschichte" klar. Ihre Gedanken getreu dem Motto: "Schlaf ich jetzt mit ihm oder nicht" und dergleichen hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Das Buch wirkte am Anfang noch so süß, unschuldig und jugendlich, da passte diese Sprache und vor allem diese Thematik nicht so recht. Ich hatte den "Schock" darüber (ich bin ganz sicher nicht prüde oder dergleichen, aber es hat hier einfach nicht gepasst!) schnell überwunden, aber es wurde für mich leider nicht besser.

Die ganze Hintergrundgeschichte von Mila fand ich sehr spannend und lehrreich. Antje Babendererdes Art, diese ganzen Fakten in die Geschichte einzuweben ist genial. Ich kann mir vorstellen, dass hier bei jugendlichen Lesern das Interesse geweckt wird.

Witzig fand ich die Erwähnung von Lost Places und Geocaching, zwei großer Hobbies von mir. Die Autorin scheint ähnliche Interessen zu haben, denn die Erwähnung einiger Dinge, die ich auch mag, brachten mich zum Schmunzeln. Schade fand ich nur, dass diese kleinen Details nicht dazu beigetragen haben, mich den Personen näher zu fühlen!

Das Ende fand ich ganz gelungen. Ich konnte nur nicht so recht mitfühlen, da ich die ganzen Personen nur aus der Ferne beobachten konnte und keinerlei Emotionen mit ihnen verband. Ich muss aber sagen, dass die "Auflösung" beziehungsweise der Showdown zum Buch gepasst hat, auch wenn vieles für mich selbst zu erahnen war. Die Charaktere waren durch die konsequente Einteilung in "gut" und "böse" schnell zu entlarven!




Ein Jugendbuch, das mich sprachlich, aber leider nicht inhaltlich überzeugen konnte. Die Handlung war mir zu wirr, einige Dinge zu deplatziert und die Charaktere zu fremd. Trotzdem würde ich das Buch aber empfehlen, da es doch ein Jugendbuch ist, das einmal komplett anders ist und sich dadurch von der Masse abhebt!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.




Montag, 9. Mai 2016

[Rezension] Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance - Estelle Laure

Titel: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
Autor: Estelle Laure
Genre: Roman, Jugendroman
Verlag: KJB
Seitenzahl: 256
Cover und Inhaltsangabe ©  KJB



"Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance."




"Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" ist ein recht typischer und leicht zu lesender Jugendroman über ein Mädchen, das plötzlich auf sich selbst gestellt ist und mit dieser neuen Situation umgehen muss.

An und für sich ist die gesamte Handlung voller Tragik, aber diese Gefühle der Machtlosigkeit, der Angst und der Verzweiflung blieben für mich leider auf der Strecke. Ich bin mir unsicher, ob dies an dem Schreibstil oder Charakteren lag, denn eigentlich hat die ganze Geschichte, wenn ich sie noch einmal im Kopf durchgehe, wirklich potenzial!

In manchen Abschnitten gibt es einige tolle, philosophische Ansätze, die meiner Meinung jedoch nicht bis zum Ende ausgearbeitet wurde. Insgesamt wirkte die ganze Story für mich nicht rund. Die Jugendlichkeit der Protagonistin kam für mich nicht rüber und leider hat mich das Buch auch nicht berühren können, obwohl den Charakteren so einige Schicksalsschläge widerfahren!




- Lucille -

Lucille war für meinen Geschmack viel zu stark und selbstsicher dargestellt. Urplötzlich ist sie auf sich allein gestellt, muss sich um ihre Schwester und ihr Leben kümmern und das packt sie alles mit viel zu viel Leichtigkeit. Klar, in Büchern muss es auch stärkere Personen geben, Personen, die mit allem klar kommen und sich nichts gefallen lassen, aber hier konnte ich leider keinerlei Bezug zu Lucille finden.

Durch ihre enorme Stärke wirkt die ganze Geschichte ein wenig schwach. Nachdem ihre Mutter verschwunden ist, kümmert sie sich um das Haus, ihre Schwester und nimmt einen Job an. Nebenbei wird auch noch eine kleine Liebesgeschichte erzählt und das alles wird einfach runtergeschluckt. Momente der Schwäche, die ja durchaus menschlich sind, habe ich in dem Buch leider vergebens gesucht!

- Digby -

Digby ist der Zwillingsbruder von Lucilles bester Freundin. Er ist selbst glücklich vergeben und doch merkt man schnell, dass er sich auch zu Lucille hingezogen fühlt.

Mit Digby wurde ich leider auch nicht warm. Er hat eine Freundin, die er augenscheinlich liebt und dann fängt er doch etwas mit Lucille an, kann jedoch auch nicht direkt zu ihr stehen. Diese ganze Liebesgeschichte hat mich stark von der eigentlichen Handlung abgelenkt!




Für "Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" habe ich mich ganz spontan entschieden. ich dachte, es hier wieder mit einem tollen Jugendbuch zu tun zu haben, das mich zum Nachdenken anregt, doch leider blieb dieses Buch weit hinter meinen Erwartungen. Das ist schaden, denn eigentlich hat die Geschichte wirklich potenzial.

Meiner Meinung nach hat Estelle Laure hier zu viele Themen aufgeworfen, die einfach nicht miteinander harmonisieren wollten. Zum einen ist da die Sache mit Lucille, die plötzlich auf sich allein gestellt ist. Diese Ausgangssituation hätte für mich gereicht, die ganze Liebesgeschichte und die kleinen Nebendetails waren für mich nur Ablenkung.

Die Frage "wie viel ein Mensch eigentlich alleine bewältigen kann" wird auch nur oberflächlich angeschnitten. Lucille ist zu stark, als dass man als Leser Mitgefühl mit ihr haben kann. Ja, ich habe mir beim Lesen eher gedacht: "Hey, das packt sie jetzt eh!" Eine andere Charakterwahl hätte hier sehr viel ausgemacht!

Ob es in diesem Buch wirklich um Glück geht, kann ich jetzt nicht beantworten. Glück bedeutet ja meistens etwas Unerwartetes, eine positive Wende. Hier in dem Buch ist es Lucille, die alles alleine stemmt. Sie hat daher aber auch leider keinen Platz, sich zu entwickeln. Sie ist am Anfang der Geschichte beinahe die gleiche Person wie am Ende!

Apropos Ende ... Leider konnte mich dieses überhaupt nicht überzeugen. Es bleiben für meinen Geschmack zu viele Fragen offen und es wirkte alles so, als müsste es noch gewollt auf ein "Happy End" gebracht werden.




Für mich war "Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" eher ein oberflächlicher Roman, der für mich zu viele Themen angesprochen hat. Es war kein richtiger roter Faden zu erkennen und was nun Glück und was Schicksal war, lässt sich für mich auch nicht entscheiden!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.