Mittwoch, 21. Juni 2023

[Rezension] Girl running, Boy falling - Kate Gordon

 


Titel: Girl running, Boy falling

Autor:   Kate Gordon

Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2020
Seitenzahl: 240
Cover: © Carlsen
Begonnen:30.05.2023
Beendet: 03.06.2023


Therese ist in ihren besten Freund Wally verliebt, der Gedichte und tiefgründige Gespräche mag und sie immer "Champ" nennt. Kurz nachdem Wally sie endlich küsst, nimmt er sich das Leben und plötzlich droht auch Therese zu fallen ...

"Girl Running, Boy falling" ist ein berührendes Jugendbuch, in dem es um den Verlust eines geliebten Menschen geht. Wally ist der strahlende Footballstar, doch niemand erkennt, dass er mit den Verlust seines Vaters, dem er noch immer herzzereißende Briefe schreibt, nicht umgehen kann.

Auf den ersten 100 Seiten erfahren wir von Therese, die zahlreiche Spitznamen hat und sich selbst noch nicht so recht gefunden hat, wie die letzten Wochen mit Wally ablaufen. Es gibt immer mehr Hinweise, dass sich das, was der Klappentext bereits offenbart, bald ereignen wird. Und dann schlägt Wallys Tod tatsächlich wie eine Bombe ein.

Hauptsächlich geht es in dieser Geschichte um Trauerbewältigung. Therese und ihre Freunde müssen mit dem Verlust umgehen und tun das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Dabei hat Therese großes Glück, eine liebende Tante zu haben, wundervolle Freunde und auch einen Arbeitskollegen, der sich mit ihr in jedes Abenteuer stürzt.

Um diese Abenteuer geht es in dieser Geschichte und auch im Leben. Abenteuer, die zu Erinnerungen werden und kostbarer als alles andere sind. Ich habe mich in diesem emotionalen und sehr tiefgründigen Werk mit Therese, die lieber rennt als fällt, zurück ins Leben gekämpft und mal wieder erkannt, wie wichtig es ist, immer nach vorne zu schauen. Ein starker Roman über Verlust und die Kostbarkeit des Lebens.


Mich hat "Girl Running, Boy falling" emotional stark berührt, zum Weinen gebracht und gleichzeitig gezeigt, wie wertvoll all die kleinen und großen Abenteuer sind. Ein starkes Jugendbuch!

Ich vergebe 5 von 5.


Montag, 19. Juni 2023

[Rezension] Grün ist die Hoffnung - T.C. Boyle

  


Titel: Grün ist die Hoffnung

Autor:   T.C. Boyle

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1993
Seitenzahl: 448
Cover: © dtv
Begonnen:26.05.2023
Beendet: 01.06.2023


Felix bekommt die Chance auf einem abgelegenen Grundstück Marihuana anzubauen und dadurch reich zu werden. Es ist alles gut durchdacht, es gibt einen Investor und jemanden, der sich mit den Pflanzen auskennt. Felix, Gesh und Phil übernehmen die körperliche Arbeit, doch es soll alles anders kommen als geplant ...

"Grün ist die Hoffnung" war nun nach "Drop City" mein zweites Buch von T.C. Boyle und ich habe mich erneut köstlich amüsiert. Mit schrägen Charakteren und genialen Dialogen gewürzt, erschafft der Autor hier eine ungemein witzige Geschichte über drei Typen, die Drogen anbauen und vom Pech verfolgt werden. 

Die Geschichte ist so durchgeknallt, dass sie sich wie der reinste Drogentrip anfühlt. Am witzigsten und einprägsamsten empfand ich ja den bekifften Bär, der ihnen das Leben schwer macht. Neben wachsamen Polizisten und neugierigen Nachbarn müssen sich die drei aber auch mit dem Wetter und Frauen herumschlagen.

Letztendlich zeigt der Roman unterschwellig sehr schön, dass gewisse Erlebnisse viel wertvoller sind als alles Geld der Welt. Das, was Felix, Gesh und Phil in diesem Sommer erleben ist für sie selbst und auch für den Leser das reinste Abenteuer, das noch lange nachhallen wird! Mich hat T.C. Boyle als Leser nun endgültig für sich gewonnen und ich freue mich schon auf weitere Bücher!


"Grün ist die Hoffnung" ist die verrückte und unfassbar witzige Geschichte von drei schrägen Typen, die Drogen anbauen wollen und sich mit zahlreichen Problemen herumschlagen müssen! Ein durchgeknallter Lese-Trip!

Ich vergebe 5 von 5.



Samstag, 17. Juni 2023

[Rezension] Jinx - Der verfluchte Liebeszauber - Meg Cabot

 


Titel: Jinx - Der verfluchte Liebeszauber

Autor:   Meg Cabot

Genre: Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 1999
Seitenzahl: 320
Cover: © cbj
Begonnen:26.05.2023
Beendet: 30.05.2023


Jean, die von allen nur Jinx genannt wird, muss, um einem Jungen zu entkommen, zu Verwandten nach New York ziehen. Dort muss sie feststellen, dass ihre Cousine Tory sich vollständig verändert hat und sogar denkt, eine Hexe zu sein. Blöd, dass sich Jean ausgerechnet für Zack zu interessieren beginnt, auf den auch Tory ein Auge geworfen hat und den sie um jeden Preis für sich gewinnen will ...

Meg Cabot, die mit ihren "Plötzlich Prinzessin"-Büchern bekannt wurde, konnte mich mit dieser witzigen und jugendlichen Hexenromanze perfekt unterhalten. Es ist eine Geschichte, die sich leicht lesen lässt und einen sofort in das Leben von Jean katapultiert, die selbst denkt, vom Unglück verfolgt zu werden. Schnell fühlt sie sich zu Zack hingezogen, der aber augenscheinlich an jemand anderen interessiert ist. Auch Tory, die nicht akzeptieren kann, dass Jean anscheinend die auserwählte Hexe der Familie ist, sorgt für einige Intrigen und Probleme. 

Die Liebesgeschichte geht dabei zwar nicht in die Tiefe, konnte mich aber dennoch in den Bann ziehen, vor allem weil Jean lange das Offensichtliche nicht bemerkt. Für mich war "Jinx - der verfluchte Liebeszauber" eine angenehme, humorvolle und spannende Hexengeschichte, die zwar größtenteils etwas vorhersehbar ist, aber dennoch Spaß macht! Ein tolles Buch für Zwischendurch! Auch für Erwachsene!


Eine süße und sehr jugendliche Hexenromanze, die zu unterhalten weiß und zielsicher auf ein großes Happy End zusteuert! Mir hat das Buch Spaß gemacht!

Ich vergebe 4 von 5.


Donnerstag, 15. Juni 2023

[Rezension] Wo dich niemand kennt - Lois Duncan


  Titel: Wo dich niemand kennt

Autor:   Lois Duncan

Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 1999
Seitenzahl: 224
Cover: © C.Bertelsmann
Begonnen:24.05.2023
Beendet: 26.05.2023


April wird von einem Tag auf den anderen aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Ihr Vater hat verdeckt für das FBI gearbeitet und ist nun in einen Drogenprozess verwickelt. Die gesamte Familie soll untertauchen, da ein Auftragskiller hinter ihnen her ist. Doch kann April wirklich ihr altes Leben und ihre erste große Liebe aufgeben?

Lois Duncan, die besonders durch den Jugendroman "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", der zu einem Horrorfilm umgehört wurde, bekannt wurde, hat mit "Wo dich niemand kennt" einen fesselnden Jugendthriller geschaffen, in dem es um den Wert der eigenen Identität geht.

April, die seit kurzem mit Steve zusammen ist, muss nicht nur sämtliche Kontakte zu den Menschen in ihrem Umfeld abbrechen, sie darf auch ihrer Tennisleidenschaft nicht mehr nachgehen. Ihre Mutter, die Schriftstellerin ist, darf nichts mehr veröffentlichen und ihr junger Bruder muss plötzlich Kontaktlinsen tragen. Aber kann man wirklich all das aufgeben, was einen ausmacht und sich ganz neu erfinden?

Die Geschichte wird sehr spannend erzählt, denn April, die später Valerie heißt, macht jede Menge Fehler und so ist es irgendwann klar, dass sich der Killer an ihre Fersen heftet. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da spürbar ist, wie schwer es für April ist, wirklich alles aufzugeben. Das Ende habe ich förmlich inhaliert und auch wenn mir "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" in Buchform nicht so gut gefallen hat, so hat mich doch dieser Jugendthriller perfekt unterhalten. Ich werde sicher noch mehr von der Autorin lesen!


Ein spannender Jugendthriller, in dem es um ein Mädchen geht, dass ihr gesamtes Leben hinter sich lassen und sich ganz neu erfinden muss, dabei aber einige Fehler begeht. Sehr fesselnd!

Ich vergebe 5 von 5.



Dienstag, 13. Juni 2023

[Rezension] Polarsommer - Anne Swärd

 


Titel: Polarsommer

Autor:   Anne Swärd

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2005
Seitenzahl: 240
Cover: © Suhrkamp
Begonnen:22.05.2023
Beendet: 25.05.2023


Kristian kehrt in das Haus seiner Kindheit zurück und soll dort ein paar Wochen auf seine Halbschwester Kaj aufpassen. Sofort wird er in die Vergangenheit katapultiert und vieles, was sich jahrelang angestaubt hat, droht auszubrechen ...

Vor einigen Jahren hat mich Anne Swärd mit einem Jugendbuch begeistert, nun fiel mir ihr Debütwerk in die Hände, das ähnlich düster und melancholisch ist. Aus der Sicht mehrerer Personen gibt die Autorin in "Polarsommer" Einblick in eine kaputte Familie, in der jeder Geheimnisse zu haben scheint.

Es fiel mir sehr schwer, in der Geschichte anzukommen. Die Vergangenheit vermischt sich mit der Gegenwart, einen linearen Handlungsstrang gibt es nicht. Im Zentrum der Geschichte steht sicherlich Kaj, die das Kind eines Seitensprungs des Vaters ist und außer Tiere zu quälen kaum etwas mit ihrer Zeit anfängt. Sie wird zwar geliebt, aber diese Liebe scheint ihr nicht auszureichen.

Alles spitzt sich immer mehr zu, während die Autorin jedem Charakter eine eigene Vorgeschichte gibt. Eine leichte Lektüre war dieses Buch nicht, denn mit schwirrte oft der Kopf, da es oft nicht ersichtlich ist, wie sich das Geschilderte zeitlich einordnen lässt. Außerdem ist die gesamte Geschichte so bitter und melancholisch, dass ich teilweise das Gefühl hatte zu ertrinken. Ob mir das Buch gefiel oder nicht kann ich abschließend nicht genau sagen. Mir gefällt Anne Swärds Schreibstil sehr, aber hier war mir die Lektüre doch eine Spur zu anstrengend und teilweise auch verwirrend ...



Das Debüt von Anne Swärd ist ein mutiges Werk über eine kaputte Familie und einen Sommer, in dem die Vergangenheit präsenter als die Gegenwart zu sein scheint, das allerdings zu melancholisch ist und eine Spur zu wirr erzählt wird.

Ich vergebe 3 von 5.


Sonntag, 11. Juni 2023

[Rezension] Der Fornit - Unheimliche Geschichten - Stephen King

 



Titel: 
Der Fornit - Unheimliche Geschichten

Autor:  Stephen King

Genre: Kurgeschichten, Horror
Erscheinungsjahr: 1989
Seitenzahl: 250
Cover: © Heyne
Begonnen:20.05.2023
Beendet: 24.05.2023


"Der Fornit" ist eine gelungene Sammlung von sechs Kurzgeschichten und zwei Gedichten des Horrormeisters. Schon die Einstiegsstory hat mir dabei Schauer über den Rücken laufen lassen, denn in "Der Affe" geht es um einen bösen Spielzeugaffen, der Jahre, nachdem er in einen Brunnen geworfen wurde, zurückkehrt und seine Zimbeln aneinander schlägt ...

"Paranoid: Ein Gesang" ist ein interessantes Gedicht über Schizophrenie und konnte mich tatsächlich überzeugen, obwohl mir sonst die Gedichte von King weniger gefallen. Das zweite Gedicht namens "Für Owen", das er wohl für seinen Sohn geschrieben hat, wirkte allerdings nichts passend.

Die Kurzgeschichten haben es allerdings ins sich. "Der Textcomputer der Götter" handelt von einem Computer, der Dinge, die eingetippt oder gelöscht werden, wahr werden lässt. So kann der Protagonist endlich seine Wunschfamilie bekommen.

"Überlebenstyp" erinnert etwas an "Robinson Crusoe", allerdings mit dem Unterschied, dass hier ein skrupelloser Chirurg strandet und auf eine bitterböse Idee kommt wie er seinen Hunger stillen konnte. Die Geschichte ist brutal, eklig und prägt sich definitiv ein!

Der Milchmann ist bereits aus anderen Geschichten bekannt, spielt in "Der Milchmann schlägt wieder zu" allerdings nur eine Nebenrolle, denn es geht hier eher um zwei Betrunkene und eine halbherzige Autoinspektion. Für mich war die Geschichte etwas schwächer als alle anderen, aber durchaus unterhaltsam.

"Der Fornit" war in diesem Band die längste Geschichte und auch mein Favorit, geht es doch um kleine Glückselfen, die in der Schreibmaschine eines Schriftstellers sitzen und ihm beim Schreiben helfen. "Der Dünenplanet" ist eine Sci-Fi-Story, die auf einem Planeten spielt, der nur aus Sand besteht und zu einer tödlichen Falle wird. Auch diese Geschichte konnte ich genießen.

Sieht man von den Gedichten ab, empfand ich diesen Sammelband als ausgesproche  stark. Teilweise haben sich bei mir beim Lesen die Nackenhaare aufgestellt und mal wieder hat es King mit seinen originellen Ideen geschafft, dass sich gewisse Bilder in meinen Kopf eingebrannt haben! Für mich gab es hier einige Kurzgeschichten, die man als Fan gelesen haben sollte!


Ein starker Kurzgeschichtenband mit teilweise sehr unheimlichen und verstörenden Geschichten! Für Fans sicherlich ein Must-Read!

Ich vergebe 5 von 5.


Freitag, 9. Juni 2023

[Rezension] Die einzige Geschichte - Julian Barnes

 


Titel: Die einzige Geschichte

Autor:  Julian Barnes

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenzahl: 304
Cover: © btb
Begonnen:18.05.2023
Beendet: 22.05.2023



Paul denkt an seine erste große Liebe zurück. Als 19-Jähriger verliebte er sich in die fast dreißig Jahre ältere und verheiratete Susan. Es folgten turbulente Jahre voller Hindernisse, Hürden und einem bitteren Ende ...

Im letzten Jahr habe ich mit großer Begeisterung das erste Buch von Barnes gelesen und nun sollten weitere folgen. "Die einzige Geschichte" klang dabei sehr gefühlvoll und tiefgründig, entpuppte sich aber recht schnell als zähe Erzählung eines alten Mannes, der einfach nur in Erinnerungen schwelgt und so Bruchstücke seines Lebens wiedergibt.

Den Anfang fand ich dabei noch am Interessantesten, denn hier wird das Aufeinandertreffen von Paul und Susan geschildert. Die beiden beginnen eine Affäre und verbringen ein paar aufregende Jahre miteinander, bevor die Realität sie einholt.

Leider wirkt die Geschichte ab einem gewissen Punkt sehr einseitig, denn es geht in Grunde nur darum, was Paul empfand. Er steht im Mittelpunkt und vergisst dabei, auch an Susan und ihre Gefühle zu denken. Beim Lesen stellte sich mir pausenlos die Frage, wie Susan das alles überhaupt wahrgenommen hat. Sie wird als Pauls große Liebe beschrieben, bleibt dabei aber nur ein Phantom.

Warum der Autor über längere Strecken in die "Du"-Form wechselt, hat sich mir nicht erschlossen. Sollte es weg vom großen und sehr egoistischen "Ich" gehen? Geglückt ist dies nicht, denn über Pauls späteres, sehr feiges und eigennütziges Verhalten konnte ich nur den Kopf schütteln. Letztendlich stellt sich mir hier nämlich die Frage, ob er es nicht vielleicht war, die Susan in den Abgrund geschubst hat ...


Leider konnte mich mein zweites Buch von Julian Barnes nicht überzeugen. Es war mir zu einseitig und das Verhalten des Protagonisten, der mir wie ein riesiger Egoist vorkam, konnte ich auch nicht so recht verstehen ...

Ich vergebe 2 von 5.