Dienstag, 5. April 2022

[Rezension] Betty Blue, 37,2 Grad am Morgen - Philippe Djian




 Titel: Betty Blue, 37,2 Grad am Morgen

Autor:  Philippe Djian

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1988
Anzahl der Seiten: 400
Cover: © Diogenes

Begonnen: 22.03.2022
Beendet: 25.03.2022




Ich liebe außergewöhnliche und verrückte Geschichten und so wusste ich sofort, dass "Betty Blue - 37,2° am Morgen" die perfekte Lektüre für mich ist. Es handelt sich hier um eine fast schon obsessive Liebesgeschichte, die zerstörerisch ist und doch voller Leben und Hoffnung steckt.

Der Ich-Erzähler berichtet von seinen Abenteuern mit seiner Freundin Betty, die ihn immer wieder anstachelt, aus seinem gewohnten Umfeld auszubrechen. Unser Protagonist ist nämlich eigentlich ein Mensch, der sich schnell zufrieden gibt, der nicht zu hoch hinaus will und sein Leben lieber in aller Ruhe genießen will. Er wird hier zur Stimme der Vernunft, doch Betty drängt ihn, rüttelt ihn wach und holt letztendlich das Beste aus ihm heraus.

Betty ist ein Charakter, mit dem ich mich schnell identifizieren konnte. Sie ist rastlos, will so viel wie möglich erleben und sehen, kommt aber gegen ihre inneren Dämonen nicht an. Sie ist ein starker Charakter mit vielen Schwächen, Fehlern, Launen und auch mit einem Hang zur Selbstzerstörung.

"Betty Blue - 37,2° am Morgen" ist ein Buch, das schon durch die ausgefallene Sprache heraussticht. Die Geschichte ist von Anfang an verrückt, sehr humorvoll, lebendig und temporeich. Als Leser weiß man nie, auf welche Ideen das Paar nun auf den nächsten Seiten kommen und wohin ihre gemeinsame Reise denn gehen wird.

Mich hat diese verrückte Story nicht nur in den Bann gezogen und zum Lachen gebracht, sondern auch stark beeindruckt. Es geht um die Höhen und Tiefen des Lebens, um die eigenen Entscheidungen, aber auch um den tristen Alltag, der gerade für Menschen wie Betty doch die größte Herausforderung darstellt. Wie jede große Liebesgeschichte steuert auch diese hier einem sehr tragischen Ende oder besser einem Abgrund entgegen. Mir kam das Buch wie eine Achterbahnfahrt vor, bei der er immer wieder zu Entgleisungen kommt. Wer einzigartige und sehr verrückte Geschichten mag, wird wohl, genau wie ich, in "Betty Blue - 37,2° am Morgen" ein echtes Highlight finden.


Als Fan von verrückten und obsessiven Liebesgeschichten habe ich in "Betty Blue - 37,2 am Morgen" ein echtes Highlight entdecken dürften. Temporeich, abenteuerlich und voll trauriger Lebendigkeit, erschafft der Autor hier ein einzigartiges und tragisches Werk über die Liebe und das Leben ...

Ich vergebe 5 von 5 mit Extratropfen!










Sonntag, 3. April 2022

[Rezension] Das graue Schloss am Meer - Marion Zimmer Bradley

 


Titel: Das graue Schloss am Meer

Autor:  Marion Zimmer Bradley

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1997
Anzahl der Seiten: 223
Cover: © Heyne

Begonnen: 21.03.2022
Beendet: 23.03.2022




Ich wollte schon lange einmal ein Buch von Marion Zimmer Bradley lesen, habe mich aber bewusst gegen "Die Nebel von Avalon" entschieden, bin ich doch kein allzu großer Fantasyfan. "Das graue Schloss am Meer" hat sich nun nach einem sehr geheimnisvollen Thriller angehört.

Es geht um die Sängerin Laura, die zu Beginn der Geschichte im Pariser Variété arbeitet und sich allein durchs Leben schlägt. Jeden Abend taucht ein Mann in der Vorstellung auf, der ihr schließlich Geld und ein besseres Leben bietet - wenn sie sich für seine Frau ausgibt. Laura, die zufälligerweise mit Etiennes Frau Monique verwandt ist, stimmt zu und ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich begibt ...

Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir sehr leicht, denn der Schreibstil ist schnörkellos und sehr lebendig. Schnell habe ich jedoch festgestellt, dass man bei diesem Buch nicht unbedingt eine echte Logik erwarten sollte. So ist es natürlich erst einmal seltsam, dass alle Verwandten, die Monique vorher kannten, keinerlei Verdacht zu schöpfen scheinen. Gestört hat mich hier etwas Moniques Sohn. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Kind einfach so eine Fremde für die eigene Mutter halten kann ...

Auch der Plan von Etienne leuchtete mir nicht so ganz ein, aber ich habe irgendwann begriffen, dass man bei diesem Buch einfach nicht alles in Frage stellen sollte. Als Leser sollte man sich einfach auf geheimnisvolle Geschichte einlassen, in der schließlich auch noch ein alter Familienschatz eine große Rolle spielt.

Die Atmosphäre des Buches hat mir gefallen, genau wie Laura als Protagonistin, die gar nicht so recht weiß, wem sie vertrauen soll. Das Ende empfand ich allerdings als sehr einfallslos. Letztendlich ist hier alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. So war mein erstes Buch der Autorin insgesamt doch eher ein enttäuschendes Erlebnis ...


"Das graue Schloss am Meer" ist ein sehr mysteriöse Geschichte, bei der sich einiges allerdings nicht logisch nachvollziehen lässt und das Ende leider etwas frustriert und enttäuscht zurücklässt ...

Ich vergebe 3 von 5.










Freitag, 1. April 2022

[Rezension] Und jeden Tag ein Stück weniger von mir - Gerhard Eikenbusch

 


Titel: Und jeden Tag ein Stück weniger

Autor:  Gerhard Eikenbusch

Genre: Jugendroman
Erscheinungsjahr: 1998
Anzahl der Seiten: 211
Cover: © Ravensburger

Begonnen: 18.03.2022
Beendet: 22.03.2022




Bücher über Magersucht und Bulimie lese ich immer sehr gerne, vor allem, wenn es dabei tiefe Einblicke in diese Krankheiten gibt. In "Und jeden Tag ein Stück weniger von mir" begleiten wir Frauke, die plötzlich anfängt zu hungern und sich selbst gar nicht mehr so richtig versteht.

Wie im Nachwort erwähnt, ist die Magersucht sowohl Hilferuf, als auch Suche und Protest. Das fasst auch Fraukes Verhalten sehr gut zusammen. Sie hat nicht nur schulischen Druck, sondern auch Eltern, die wenig Verständnis zeigen und sich im Grunde kaum für sie interessieren. In ihrer Verzweiflung sucht sie nach etwas, das sie kontrollieren kann und endet so bei ihrem Gewicht.

Mich hat es hier besonders mitgenommen, wie die Mutter von Frauke ihrem Kind droht und sie für ihre Krankheit verantwortlich macht. Immer wieder fallen toxische Sätze wie "warum tust du uns das nur an, Kind?" oder "du machst mich krank, Frauke". Mir wurde hier beim Lesen etliche Male schlecht bei der Ignoranz dieser Eltern.

Der Autor stellt hier sehr glaubhaft jene Familienverhältnisse dar, an denen wohl viele Jugendliche leiden. Mich wundert es wenig, dass Frauke schließlich einfach "verschwinden" will, um all das nicht mehr ertragen zu müssen.

Sie kommt schließlich in eine Klinik, in der auch der größte Teil des Romans spielt, doch wirklich verstehen tut sie ihre Krankheit erst, als sie eine esssüchtige Zimmergenossin bekommt. Fraukes Gedankenwelt wirkt beim Lesen mitunter sehr wirr und sie muss einige Rückschläge hinnehmen. Das Buch ist recht kurz und schildert vermutlich nur die Spitze des Eisberges. Die Einblicke in die Therapie hätten für mich gerne noch intensiver sein können, denn ich hatte das Gefühl, dass die Ärzte Frauke fast genauso wenig Verständnis entgegenbringen wie ihre Eltern ... Dennoch halte ich dieses Buch aber für einen guten Einblick in das Leben einer Magersüchtigen. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an!


"Und jeden Tag ein Stück weniger von mir" von Gerhard Eikenbusch ist ein sehr kurzer Jugendroman, der aber einen guten Einblick in das Leben einer Magersüchtigen gibt und zeitgleich die schwierigen Familienverhältnisse schildert, die zu einer Erkrankung führen können. Lesenswert!


Ich vergebe 4 von 5.







Mittwoch, 30. März 2022

[Rezension] Die Chemie des Todes - Simon Beckett

 


Titel: Die Chemie des Todes

Autor:  Simon Beckett

Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2007
Anzahl der Seiten: 426
Cover: © Rowohlt

Begonnen: 17.03.2022
Beendet: 20.03.2022




Vor kurzem hatte ich "Der Hof" von Simon Beckett gelesen und die Atmosphäre hat mich direkt in den Bann gezogen. Eine ähnliche Atmosphäre habe ich nun auch in "Die Chemie des Todes" vorgefunden, dem ersten Band der Reihe rund um den Arzt David Hunter.

Alles spielt in einem abgelegenen Dorf, in dem die Bewohner einfach nur ein ruhiges Leben führen wollen. Gleich zu Beginn des Buches wird dort von Kindern eine verweste Leiche gefunden. David Hunter, der eigentlich als Landarzt in Manham arbeitet, wird von der Polizei eingespannt, denn einst war Hunter ein bekannter forensischen Anthropologe. Nun soll er den Todeszeitpunkt bestimmen, doch es soll nicht bei der einen Leiche bleiben. Schnell ist klar, dass in dem Dorf ein wahnsinniger Mörder sein Unwesen treibt ...

Ich war froh, das David Hunter kein herkömmlicher Ermittler ist, sondern jemand, der eigentlich gar nicht in die ganze Sache hineingezogen werden will. Leider überschlagen sich die Ereignisse dann jedoch und im Dorf breitet sich eine eigenartige Stimmung aus. Plötzlich werden die ersten Leute verdächtigt und auch David Hunter, der nach all den Jahren noch immer als Fremder im Ort gilt, gerät in den Fokus der anderen Einwohner. Mir gefiel die ganze Grundstimmung in diesem Buch sehr, denn es hier zeigt sich doch sehr schön, wie solche Morde die Menschen verändern. Da ist nicht nur Angst und Verzweiflung, sondern auch unbändige Wut und der Wunsch nach Vergeltung.

"Die Chemie des Todes" ist hierbei kein Pageturner. Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die sich ganz langsam mit jeder weiteren Leiche beziehungsweise jedem weiteren Vermisstenfall aufbaut. Die Einblicke forensische Anthropologie haben mir hier sehr gefallen, auch wenn man stellenweise schon einen guten Magen für einige Abschnitte braucht.

Das Ende hat mir gefallen, allerdings muss ich gestehen, dass ich eine gewisse Person bereits von Anfang an im Verdacht hatte! Ich fand aber die ganzen Verstrickungen dennoch gelungen und ich habe nach diesem Buch definitiv Lust auf weitere Fälle rund um David Hunter. Mir gefällt Simon Becketts ruhiger Spannungsaufbau und die Atmosphäre, die er beinahe mühelos erzeugt. Ich bin gespannt auf weitere Bücher!



Simon Beckett hat mich mit diesem ersten Band rund um den Arzt beziehungsweise forensischen Anthropologen David Hunter definitiv überzeugen können. Es ist ein ruhiger Thriller, der durch die beklemmende Atmosphäre aber definitiv zu fesseln weiß.

Ich vergebe 5 von 5.










Montag, 28. März 2022

[Rezension] Die Stille zwischen den Sternen - Jürgen Banscherus



Titel: 
Die Stille zwischen den Sternen 

Autor:  Jürgen Banscherus

Genre: Jugendkrimi, Jugendbuch
Erscheinungsjahr: 2009
Anzahl der Seiten: 161
Cover: © cbt

Begonnen: 15.03.2022
Beendet: 17.03.2022




Vom Cover her und auch vom Titel hatte ich bei "Die Stille zwischen den Sternen" von Jürgen Banscherus eine ganz andere Art von Geschichte erwartet. Im Fokus steht hier nämlich ein Kriminalfall, denn es geht um Jonas, der anscheinend von einem Mobilfunkmast gefallen ist. Was hatte er dort oben auf dem Katzenberg zu suchen? Und wieso hatte er so viel Bargeld dabei?

Nachdem Jonas im Krankenhaus erwacht, kann er sich nicht an das erinnern, was in jener Nacht passiert ist. Außerdem kann er plötzlich nicht mehr reden. Mit der Hilfe des Arztes muss er seine Geschichte aufarbeiten und es zeigt sich, dass er im Vorfeld einige Probleme hatte.

Den Einstieg in dieses Buch fand ich schwierig, denn es dauert hier eine Weile, bis Jonas sich dem Leser öffnet. Es zeigt sich, dass er sich nicht anders zu helfen wusste, als sich abzukapseln und nicht mehr zu reden. Wie viele Jugendliche in dem Alter sendet er stumme Hilfeschreie aus, mit denen seine Eltern allerdings nur wenig anfangen können. Ich konnte mit Jonas auf jeden Fall mitfühlen, auch wenn ich mir bei diesem Thema stellenweise noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Leider werden auch die Hauptprobleme nicht wirklich gelöst, sondern nur verschleppt.

Den Kriminalfall hatte ich persönlich nicht gebraucht, denn es wollte bei mir kaum Spannung aufkommen. Die kleine Liebesgeschichte ist passend, aber letztendlich harmonisierte alles nicht so recht miteinander. Auf knapp 160 Seiten ist einfach kein Platz dafür, die Geschichte erst in verschiedenene Richtungen laufen zu lassen und dann wieder geradezubiegen. "Die Stille zwischen den Sternen" ist daher ein Buch, das ich mit einem seltsamen Gefühl gelesen und dann zugeschlagen habe. Es war zu viel von allem und zu wenig von den Momenten, die wirklich berühren oder im Gedächtnis bleiben.



"Die Stille zwischen den Sternen" ist in erster Linie ein Jugendkrimi, in dem es darum geht, mehr über Jonas zu erfahren. Für mich war das Buch leider zu oberflächlich ...

Ich vergebe 3 von 5.








Samstag, 26. März 2022

[Rezension] Die gebundenen Füße - Kathryn Harrison

 



Titel: 
Die gebundenen Füße

Autor:  Kathryn Harrison

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2003
Anzahl der Seiten: 398
Cover: © List Taschenbuch

Begonnen: 08.03.2022
Beendet: 18.03.2022




"Die gebundenen Füße" erzählt die Geschichte mehrerer unterdrückter Frauen, die sich allesamt durchs Leben kämpfen müssen. Im Fokus steht hierbei Mays sehr tragische Lebensgeschichte. Ihre Großmutter brach ihr als Kind die Zehen, denn sogenannte "Lotosfüße" sollten ihren Heiratswert steigern. Doch May kommt als vierte Frau in eine Ehe, in der sie schließlich missbraucht wird. Nach einem missglückten Selbstmordversuch, beschließt May zu fliegen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen ...

Wir begleiten in diesem Buch neben May auch noch ihre Nichte Alice, die in einer anderen Zeit aufwächst und demnach auch ganz eigene Erfahrungen sammeln muss. Sie ist anders als ihre Tante und doch ähneln sie sich in ihrer Stärke und ihren Wünschen, das Leben auf eine ganz eigene Art und Weise zu führen. Alice gibt sich den Männern hin, braucht Führung, während May sich ein unabhängiges Leben aufbaut und eine Art Schutzpanzer um sich herum errichtet. Dabei schimmert ihre eigene Verletzlichkeit aber immer wieder durch.

Besonders bewegt hat mich zudem die Geschichte der lispelnden Eleanor, die ebenfalls sehr schön aufzeigt, dass Frauen unter vielen großen, aber auch kleinen Problemen leiden können. Die Frauenschicksale in diesem Buch berühren und mir gefiel die Botschaft, denn es geht darum, die eigenen Fehler zu erkennen und sie in etwas Positives zu verwandeln.

Die Geschichte selbst ist durch viele Zeit- und Perspektivenwechsel keine einfache Lektüre. Ich hatte zu Beginn auch einige Probleme, da ich Alices Geschichte als etwas zu füllend empfand. Ich mochte es dennoch sehr, die verschiedenen Frauen an verschiedenen Stationen ihrer Lebens zu treffen, zu sehen, wie sie mit den unterschiedlichen Arten von "Fesseln" umgehen und schließlich erkennen, dass es vollkommen in Ordnung ist, sich von gewissen Einflüssen - ob sie nun von einem Mann, der Familie oder der eigenen Kultur können - zu distanzieren ...



"Die gebundenen Füße" ist die tragische Lebensgeschichte mehrerer Frauen, die für ihre eigene Freiheit kämpfen müssen. Ein bewegendes Buch, auch wenn es gerade anfangs etwas anstrengend zu lesen ist ...

Ich vergebe 4 von 5.







Donnerstag, 24. März 2022

[Hörbuch-Rezension] Tage wie Salz und Zucker - Shari Shattuck

 


Titel: Tage wie Salz und Zucker

Autor:  Shari Shatuck

Genre: Roman, Hörbuch
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 6 Stunden und 21 Minuten
Cover: © Argon Verlag




Da mich Corona im März auch erwischt hat, konnte ich ein paar Tage leider nicht lesen. Zum Glück gibt es aber Hörbücher und so konnte ich mir die Zeit mit Shari Shattucks "Tage wie Salz und Zucker" verbringen, eine wirklich zauberhafte, amüsante und vor allem irgendwie verrückte Geschichte, die absolut zu mir gepasst hat.

In "Tage wie Salz und Zucker" geht es um Ellen, die für alle in ihrem Umfeld unsichtbar ist, was ihr auch ganz recht kommt, ist sie doch stark übergewichtig und mag es überhaupt nicht, gesehen zu werden. Im Bus lernt sie eines Tages Temerity kennen. Eine blinde, sehr selbstbewusste und vor allem selbstironische Frau, die schließlich von einem Taschendieb überfallen wird. Ellen hilft ihr und plötzlich hat Ellen die erste Freundin ihres Liebes. Dabei wird sie zum allerersten mal von einem Menschen gesehen, der sie ja eigentlich überhaupt nicht sehen kann ...

Ich mochte Ellen von Anfang an, denn ich habe ja ein Faible für Außenseiter. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ihre große Leidenschaft besteht darin, andere Leute zu beobachten und als sie schließlich mit der ebenfalls überaus neugierigen Temerity gemeinsam diesem "Hobby" nachgeht, erkennt sie, dass sie das Leid anderer Menschen nicht nur beobachten muss. Nein, sie kann selbst eingreifen ...

Dieses Hörbuch war absolut verrückt, denn das Frauengespann wirbelt wirklich jede Menge Staub auf. So legen sie sich nicht nur mit einem Drogenverkäufer an, sondern geraten auch noch eine echt lebensbedrohliche Situation. Mich hat dieser Roman, der perfekt von Muriel Baumeister gelesen und mit Leben gefüllt wurde, unfassbar gut unterhalten. Es war schön zu sehen, wie Ellen ganz nebenbei echtes Selbstvertrauen entwickelt und es plötzlich auch genießen kann, gesehen zu werden. Ein wirklich wundervolles Hörbuch!


Mich hat die Geschichte von Ellen und Temerity nicht nur unterhalten, sondern auch berührt. Es ist ein Buch über Freundschaft, über Zusammenhalt und dem Anerkennen der eigenen Stärken!

Ich vergebe 5 von 5.