Freitag, 20. Oktober 2017

[Rezension] Stolz und Vorurteil - Jane Austen

Titel: Stolz und Vorurteil
Autor:  Jane Austen
Genre: Roman, Klassiker
Erscheinungsdatum: erstmals 1813
Anzahl der Seiten: 490
Cover und Inhaltsangabe © dtv



"Stolz und Vorurteil - damit haben alle in Jane Austens populärstem Roman zu kämpfen. Um aristokratischen und bürgerlichen Dünkel dreht sich ein wild wirbelndes Heiratskarussell, das schließlich beim Happy End zum Stehen kommt. Witz und Ironie prägen die Dialoge dieses 1813 erstmals erschienenen Buches."



Endlich hatte ich die Gelegenheit, noch ein paar Bücher von Jane Austen zu lesen. "Stolz und Vorurteil" habe ich teilweise als Teenager schon einmal gelesen gehabt, damals hatte ich aber, was ich zu meiner Schande gestehen muss, kein besonders gutes Bild von Jane Austen. Ich fand ihre Bücher zu oberflächlich, zu frauenfeindlich, wohl, weil ich die damalige Zeit noch nicht so recht begreifen konnte.

Jetzt habe ich "Stolz und Vorurteil" noch einmal gelesen und ich habe es mit ganz anderen Augen sehen können. Allein vom Stil her ist Jane Austen eine wahre Meisterin der Schachtelsätze, der bildhaften Beschreibungen und der meisterhaften Dialoge.

Als Jugendlich hatte ich Schwierigkeiten mit der Sprache, doch heute habe ich erkannt, wie schön sie ist und wie viel Talent dahintersteckt. Ich wünschte, ich könnte mich bei Jane Austen für meine damaligen Vorurteile entschuldigen!



- Elizabeth Bennet -

Elizabeth Bennet ist die zweitälteste Tochter der Bennets und auch die zweithübscheste. Sie hat ein inniges Verhältnis zu ihrer Schwester Jane, die sich im Verlauf der Geschichte in Mr. Bingley verliebt.

Elizabeth selbst habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist sehr direkt, fast schon frech und hat eine sehr sture Art. Sie hat Vorurteile gegenüber Mr. Darcey, der sich ihr gegenüber bei ihrer ersten Begegnung sehr rüpelhaft verhält.

Sie schert sich oftmals nicht um die gesellschaftlichen Gepflogenheiten, hat aber ein sehr großes Herz, besonders ihrer Schwester Jane gegenüber.

- Mr. Darcey -

Obwohl es natürlich in "Stolz und Vorurteil" einige sehr interessante Charaktere gibt, kam ich nicht umhin, hier besonders Elizabeths und Mr. Darceys Geschichte in den Mittelpunkt zu rücken. Interessant fand ich, wie kühl und distanziert Mr. Darcey am Anfang wirkt, wie stark er sich aber im späteren Verlauf wandelt.

Hier ist die Botschaft auf jeden Fall, Menschen nicht oberflächlich nach dem ersten Eindruck zu beurteilen, sondern ihnen die Chance zu geben, sich zu beweisen. Leider ist das auch in unserer heutigen Zeit oft nicht gegeben.




Schon der Anfang der Geschichte weißt einen gewissen Humor auf, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Die Bennets sind eine sehr chaotische, aber dennoch liebenswerte Familie. Mrs. Bennet hat es sich in den Kopf gesetzt, ihre Töchter zu verheiraten. Da trifft es sich ganz gut, dass ein gewisser Mr. Bingley, der eine gute Partie zu sein scheint, in die Nähe zieht.

Natürlich geht es, wie bei "Emma" auch wieder um Verkupplungsversuche, die hier besonders von der Mutter kommen. Im Fokus der Geschichte stehen aber besonders die vielen tollen Charaktere, die alle ihren Teil zu diesem Meisterwerk beitragen.

Zum einen haben wir da Jane und ihre aufkeimende Liebe zu Mr. Bingley, die aber im späteren Verlauf auf eine harte Probe gestellt wird. Bevor die beiden zusammenkommen können, verschwindet Mr. Bingley nämlich und es ist klar, dass da irgendeine Intrige dahinterstecken muss, denn er war gerade dabei, sich in Jane zu verlieben.

Mr. Collins, der Cousin der Schwestern und der Erbe ihres Anwesens ist eine recht eigensinnige Figur in dieser Geschichte. Seine Versuche, die richtige Frau zu finden, haben mich das eine oder andere Mal zum Lachen gebracht. Toll fand ich, wie mutig und selbstbewusst Elizabeth ihm entgegentritt. Sie verliert ihre eigenen Prinzipien nie aus den Augen.

Am meisten begeistern konnte mich aber die Geschichte von Elizabeth und Mr. Darcey. Lange Zeit scheint es, als hätten die beiden keine Chance, überhaupt zusammenzukommen, doch es gibt immer wieder unendlich schöne Momente zwischen den beiden. Und natürlich ist das Ende einfach nur traumhaft schön und lässt einen das Buch mehr als zufrieden zuschlagen.




Endlich kann ich die Faszination zu "Stolz und Vorurteil" verstehen! Die Geschichte besticht durch zahlreiche interessante Charaktere, durch Verstrickungen und natürlich durch viele Vorurteile, die zwischen unseren Liebenden stehen! Für mich ein Klassiker, den man gelesen haben sollte!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

[Rezension] Game - Anders de la Motte

Titel: Game
Autor:  Anders de la Motte
Genre: Thriller, Roman
Erscheinungsdatum: 12. September 2011
Anzahl der Seiten: 432
Cover und Inhaltsangabe © Heyne

"Als Henrik Pettersson, kurz HP genannt, noch leicht benommen von der letzten durchzechten Nacht, im Zug nach Stockholm ein Handy findet, steckt er es kurzerhand ein und überlegt, es zu Geld zu machen. Doch plötzlich erscheinen folgende Worte auf dem Display: WANNA PLAY A GAME? HP zögert, drückt dann aber auf YES. Und damit beginnt das Spiel und der allergrößte Nervenkitzel, den er je erlebt hat – bis es irgendwann um sein eigenes Leben geht."





"Game" von Anders de la Motte war so ein Buch, das ich mir vor einer Ewigkeit aufgrund des coolen Klappentextes gekauft habe, dass ich dann aber irgendwie nicht gelesen habe. Zum Glück bot der Road-Trip endlich die Chance, meinen SUB (Oder ist es jetzt ein AUB? Also ein Auto ungelesener Bücher?) komplett abzubauen.


Das Buch "Game" ist dabei eigentlich ein echter Thriller, der auch viele spannende Momente besitzt, aber leider auch einen Handlungsstrang besitzt, den die Geschichte überhaupt nicht braucht. Dadurch wechseln sich sehr starke Momente immer mit extrem schwachen Momenten ab. Vom Stil her waren für mich beide Stränge, die zwischen unserem Protagonisten HP und einer Frau namens Rebecca hin und herwechseln, auch komplett verschieden.


Teilweise ist das Buch sehr amerikanisch, fast schon erzwungen amerikanisch, was mir an einigen Stellen einfach "too much" war!






- Henrik Pettersson -

Da haben wir also unseren HP, einen echt harten Kerl, der sich nicht an Regeln und Gesetze hält und der perfekte Spieler zu sein scheint. Er ist gut darin, Aufgaben auszuführen und bald kommt er sich extrem wichtig vor.

Irgendwie ist HP schon schlau, aber leider auch extrem faul. Deswegen will er das schnelle Geld, aber auch das Ansehen, das ihm von dem Spiel versprochen wird, ist genau das, was sein Ego braucht.

Ich muss gestehen, dass mir HP ein wenig zu hart war. Als Leser kam ich nicht direkt an ihn heran (und wollte wohl auch nicht an ihn herankommen!), weil er mir einfach zu unerreichbar war. Ich konnte mich einfach nicht mit ihm identifizieren.


- Rebecca -

Wie passt Rebecca eigentlich in die Geschichte? Das bleibt lange Zeit unklar und ich muss sagen, dass ich ihre Abschnitte und ihren Part in der Story (auch ihre Verbindung zu HP) eher unwichtig fand.

Sie ist das genaue Gegenteil von HP, sie ist gesetzestreu, aber nicht so tough, wie sie äußerlich erscheint. Ihr Job als Leibwächterin ist alles für sie, doch irgendwie ist sie dennoch nicht mit sich zufrieden.






So cool ich die ganze Idee hinter dem Spiel, das eine Art ARG, also Alternate Reality Game ist, auch finde, so sehr hat mich das Buch auch an "Nerve" von Jeanne Ryan oder auch "Das Spiel" von Richard Laymon erinnert.

HP muss Aufgaben erfüllen, um dafür Geld und Ansehen in der "Spielewelt" zu erhalten. Am Anfang sind diese Aufgaben, die unser Protagonist bewältigen muss, auch superspannend, aber ab der Hälfte entwickelt sich das "Spiel" in eine ganz andere Richtung.

"Game" von Anders de la Motte besitzt auf jeden Fall einige echt gute Cliffhanger und Wendungen und am Anfang einen tollen Spannungsbogen. Dieser lässt allerdings nach, als beide Stränge zusammengefügt werden und das "Spiel" endet. Ab hier wurde die Geschichte für mich zu actionreich, zu übertrieben und zum Ende hin leider auch sehr flach von der Handlung her.

Irgendwann war bei der Geschichte bei mir die Luft raus. Während ich zu Beginn HP noch gerne begleitet habe, wurde es zum Ende hin immer mühsamer, zu verstehen, was genau er denn vorhat. Manche Pläne und manche seiner Handlungen konnte ich einfach nicht mehr nachvollziehen.

Das letzte Drittel hat die Geschichte  für mich kaputt gemacht und ich hatte das Gefühl, als hätte selbst der Autor sich irgendwann verloren. Schade, denn die Grundidee war echt cool und gerade der Anfang hat echt einen spannenden Thriller mit gesellschaftskritischen Elementen versprochen.



"Game" beginnt sehr stark mit vielen spannenden Aufgaben, die unser Protagonist HP bewältigen muss, doch irgendwann ist die Luft raus und über das Ende konnte ich leider nur den Kopf schütteln.





Montag, 16. Oktober 2017

[Rezension] The Girls: Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht … - Rebecca Thornton

Titel: The Girls: Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht …
Autor:  Rebecca Thornton
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 26. August 2016
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Rowolth



"Josephine und Freya sind beste Freundinnen. Gemeinsam besuchen sie ein englisches Eliteinternat, sind süchtig nach Leben und Erfolg. Von den anderen werden sie beneidet - alle wären gerne so wie sie. Doch die beiden sind unzertrennlich, für eine Dritte im Bunde ist kein Platz. Bis eine verhängnisvolle Nacht alles verändert.
18 Jahre später: Josephine ist Ausgrabungsleiterin, in der ganzen Welt unterwegs und eigentlich auf der Flucht: vor sich selbst, dem Leben, vor Beziehungen. Und vor allem vor den Erinnerungen an das, was damals geschah. Nach Jahren ohne jeden Kontakt meldet sich plötzlich Freya bei ihr. Sie besteht auf ein Treffen. Und sie macht unmissverständlich klar, dass es Zeit ist, das Schweigen zu brechen."




Die liebe Petra von Papier und Tintenwelten hat mir dieses tolle Buch noch kurz vor unserem Trip geschickt und ich war so unendlich glücklich darüber, denn ich habe es schon im März bei ihr entdeckt und seid dem war es auf meiner Wunschliste.

Ich war schon vorgewarnt, dass es sich bei "The Girls" eher um einen Spannungsroman, als um einen Thriller handelt, aber ich muss gleich sagen, dass das Buch von der ersten Seite einen ungemeinen Sog hatte, dem ich mich kaum entziehen konnte. Es ist teilweise ein Jugendthriller, denn es wird die Geschichte der Freundinnen Josephine und Freya näher betrachtet und es gibt so einige Verbindungen in die heutige Zeit und viele dunkle Schatten, die noch heute das Leben beider ehemaliger Freundinnen beeinflussen.




- Josephine -

Wir lernen zu Beginn der Geschichte die Josephine im Jahre 1996 kennen. Dort gewinnt sie die Wahl zur Schulsprecherin und sticht damit ihre Rivalin Verity aus. Sie freut sich enorm über ihre neue, verantwortungsvolle Aufgabe, doch dann passiert etwas, das nicht nur ihren Job gefährdet, sondern auch die Freundschaft zwischen ihr und Freya Stück für Stück zerstört.

Natürlich lernen wir auch noch die heutige Josephine kennen und es wird schnell klar, dass sie das, was damals passiert ist, nicht vergessen kann. Sie hat zudem ihr Leben nicht unter Kontrolle, flüchtet sich in eine sonderbare Beziehung, hat eine Familie, die sich nicht für sie interessiert und wird total von der Vergangenheit überrollt, als sie eine Nachricht von Freya erhält.

- Freya -

Damals waren Josephine und Freya beste Freundinnen und unzertrennlich, doch eine Nacht zerstört scheinbar alles. Freya wandelt sich nach diesem Erlebnis, das erst im letzten Teil des Buch aufgedeckt wird, das der Leser aber bereits erahnen konnte.

Ich hatte beim Lesen mit Freya mitfühlen können. Sie war eigentlich eine lebensfrohe Person, wandelt sich dann extrem und sucht eigentlich nur nach einem offenen Ohr. An manchen Stellen wäre ich echt gerne ins Buch gestiegen, um sie in den Arm zu nehmen.




Einst waren sie unzertrennlich, doch selbst solche eine enge Freundschaft kann zerbrechen wie Glas. Diese Erfahrung müssen Josephine und Freya in dieser Geschichte machen. Der Leser weiß dabei bis zu letzt nicht, was genau in der Nacht, die schon der Titel andeutet, genau passiert ist, auch wenn man sich bereits einige Dinge zusammenreimen kann.

Teilweise fand ich Josephines Verhalten unmöglich, aber die Autorin hat dennoch ein sensibles Händchen bewiesen, denn dadurch, dass wir erfahren, wie es ihr heute geht und wie viel Schuld sie sich unterbewusst zu geben scheint, können wir vieles besser nachvollziehen. Waren wir nicht alle einmal jung? Haben wir nicht alle einmal Momente einfach verdrängen und aus unsere Gedächtnis löschen wollen?

In "The Girls" von Rebecca Thornton geht es um das Erwachsenwerden, um Fehler, die wir alle machen, aber auch um die Stärke, um Verzeihung zu bitten, ganz gleich wie viel Zeit vergangen sein mag. Es geht ums Verdrängen, aber auch um die Tatsache, dass nicht alles tief im Inneren vergraben bleibt.

Die Geschichte von Josephine und Freya hat mich schockiert und berührt. Das Buch ist trotz der ruhigen Handlung spannend und besitzt einen besonderen Sog. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen und eins gelernt: Es ist nie zu spät, sich zu entschuldigen!




"The Girls: Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht …" von Rebecca Thrornton ist ein ruhiger Roman über die Zerbrechlichkeit von Freundschaft mit einigen sehr schockierenden Momenten. Es geht um Intrigen, um das Verdrängen und um den Moment, wenn die Vergangenheit einen einholt. Von mir eine klare Empfehlung!


Sonntag, 15. Oktober 2017

[Rezension] Death Call - Er bringt den Tod - Chris Carter

Titel: Death Call - Er bringt den Tod
Autor:  Chris Carter
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 11. August 2017
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Ullstein




"Tanya Kaitlin freut sich auf einen entspannten Abend. Plötzlich klingelt ihr Handy, ein Videoanruf von ihrer besten Freundin. Tanya nimmt den Anruf an und der Alptraum beginnt: Ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Tanya hat eine Chance, die Freundin zu retten, hört sie von einer tiefen, unheimlichen Stimme. Sie muss nur zwei Fragen richtig beantworten. Sie scheitert - und ihre Freundin wird vor ihren Augen brutal ermordet.
Profiler Robert Hunter und sein Partner Garcia haben einen neuen Fall: ein Serienmörder, der seinen Opfern in den sozialen Medien auflauert. Er studiert ihre Fehler und nutzt sie für sein perfides Spiel. Und das hat gerade erst begonnen ..."




Den neuen Chris Carter musste ich natürlich unbedingt lesen, denn die Reihe rund um Robert Hunter hat mich bereits zuvor unsagbar begeistert. Seine Bücher sind wie Kinofilme: rasant, intelligent und immer megaspannend.

Mit "Death Call" habe ich unseren "Road Trip" eingeleitet und das Buch habe ich förmlich inhaliert. Wie gewohnt lässt uns Chris Carter hier bei den Morden eines bestialischen Serienkiller dabei sein und spricht zeitgleich ein sehr aktuelles Thema an. Ein Thema, das uns in Zeiten von Social Media wohl alle ein wenig betrifft!




- Robert Hunter -

Ja, Hunter ist einer der wenigen Ermittler, die ich einfach in mein Herz geschlossen habe. Er hat seinen eigenen Kopf und präsentiert uns die Polizeiarbeit, die in vielen anderen Thriller immer etwas zäh ist, ganz locker und interessant.

- Mr. J -


Ein weiterer toller Charakter in diesem Buch ist Mr. J. Wer er genau ist, kann ich an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel: Er hat mit einem der Opfer zu tun. Mr. J ist einfach cool und ich hoffe, er wird auch noch in weiteren Teilen vorkommen. Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden!




Da das Buch jetzt schon gut 1,5 Monate her ist, muss ich mich nun ein wenig auf meine Aufzeichnungen stützen, um meine damalige Begeisterung zum Ausdruck zu bringen. Die Bücher von Chris Carter sind für mich immer wieder ein Highlight. Sie lassen sich superschnell lesen und bieten all das, was ich an Thrillern so liebe.

Zum einen haben wir in "Death Call - Er bringt den Tod" einen Killer, der mit den Opfern und einer nahestehenden Person ein böses Spiel treibt. Per Videochat stellt er nämlich zwei Fragen und wenn beide beantwortet werden, kann das Opfer gerettet werden.

Natürlich gelingt es hier erst einmal nicht, denn scheinbar stellt der Täter bewusst Fragen, die nicht beantwortet werden können. Zu Beginn der Geschichte erleben wir so ein Frage-Spiel live mit, was auf jeden Fall atemlose Spannung verspricht.

Natürlich ermittelt dann auch unser geliebter Robert Hunter wieder und ist der Meinung, dass es sich bei dem Täter um einen Stalker handeln muss. Dass noch viel mehr dahintersteckt, entdeckt er erst, als es noch mehr Opfer gibt!

Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden gelesen, denn ist ist wirklich wieder einmal unendlich spannend. Das einzige, das mir etwas negativ aufgefallen ist: Es gibt kaum Spielraum zum Miträtseln, was den Täter anbelangt. Im Nachhinein betrachtet muss ich aber sagen, dass in "Death Call" auch nicht das "Wer" im Mittelpunkt steht, sondern eher das Warum. Und die endgültige Auflösung fand ich dann wieder einmal sehr brilliant, denn hier wird ein kritischer Blick auf unsere derzeitige Gesellschaft geworfen!




Auch der achte Band der Reihe rund um Robert Hunter konnte mich wieder einmal begeistern. Chris Carter schreibt auf einem sehr hohen Niveau. Für mich ist er mittlerweile ein Meister des Thriller-Genres!

Freitag, 13. Oktober 2017

[Rezension] Das Reich der sieben Höfe, Dornen und Rosen (Band 1) - Sarah J. Maas

Titel: Das Reich der sieben Höfe, Dornen und Rosen (Band 1)
Autor:  Sarah J. Maas
Genre: Roman, Fantasy
Erscheinungsdatum: 10. Februar 2017
Anzahl der Seiten: 480
Cover und Inhaltsangabe © dtv



Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren.



„Das Reich der sieben Höfe“ von Sarah J. Maas ist mir immer wieder auf Blogs begegnet, sodass ich letztendlich nicht darum kam, mal in diesen ersten Band zu schnuppern. Beim Schnuppern blieb es dann nicht, denn das Buch hat von Anfang an einen ganz besonderen Sog.

Die Geschichte ist düster, abwechslungsreich und voller Charaktere, die mir trotz vieler Schwächen, ans Herz gewachsen sind. Besonders toll empfand ich die detaillierten Beschreibungen der Welt und der Wesen dort.




- Feyre -

Feyre ist von Anfang an ein sehr starkes Mädchen oder besser: eine sehr starke junge Frau. Ich bin bei solchen Geschichten wohl ein absoluter Ausnahmefall, aber ich muss gestehen, dass mir grundsätzlich schwächere Charaktere besser fallen, vielleicht weil ich mich mit ihnen besser identifizieren kann und weil es die Möglichkeit gibt, diesen bei der Entwicklung zuzusehen.

Feyre ist eine Jägerin (wie das Cover schon zeigt!) und sie kümmert sich liebevoll um ihre Familie, da sie es ihrer verstorbenen Mutter versprochen hat. Die ersten Seiten des Buches beschäftigen sich mit Feyres Familiensituation und die fand ich wirklich schrecklich. Kein Wunder also, dass Feyre eine gewisse Stärke zeigen müssen, um innerlich nicht auseinanderzubrechen!

Wie ihr bestimmt schon merkt, konnte ich mich mit Feyre dennoch anfreunden. Sie ist teilweise sehr überlegen. Sie weiß, was sie will und das nimmt sie sich. Auch wenn ich einige Seiten von ihr nicht so recht verstehen konnte, habe ich sie am Ende der Geschichte dennoch in mein Herz schließen können.



In vielen Rezensionen habe ich gelesen, dass das Buch leicht an „Die Schöne und das Biest“ erinnert und das kann ich bestätigen. Mir hat dies aber auf jeden Fall sehr gut gefallen, besonders weil die Autorin diese Grundidee in eine sehr fantasievolle Welt gebracht hat. Es gibt dort die Fae, die man als Leser anfangs gar nicht so recht einschätzen kann. Sind sie nun böse oder gut?

Die Fae haben besondere Fähigkeiten und leben in einem eigenem Land, fern der Menschen. Unsere Protagonistin gerät in die Welt der Fae, genauer gesagt nach Prythian. Dort soll sie von nun an leben, weiß aber gar nicht so genau, warum. Als Leser können wir dies auch nicht so recht einschätzen, denn eigentlich sollte Feyre getötet werden, nachdem sie einen schrecklichen Fehler getan hat. Stattdessen kommt sie aber nach Prythian und darf weiterleben …

Wundervoll fand ich hier die Beschreibungen dieser Welt. Es gibt einige Wesen, auf die Feyre trifft und natürlich auch auf einen geheimnisvollen High-Fae, der für sie eine Art Beschützer wird. Tamlin fand ich als Charakter wirklich toll. Er regiert den einen der sieben Höfe und ist ein guter Mensch, der nichts böses tun möchte. Deswegen hat er wohl auch Feyre verschont, oder steckt da etwa mehr dahinter?

„Das Reich der sieben Höfe“ beinhaltet natürlich auch eine Liebesgeschichte, die glücklicherweise nicht kitschig ist, mir aber gerade von Feyres Seite stellenweise zu sexuell war. Das war auch ein Punkt, den ich an ihr nicht verstanden habe, denn sie verdrängt das Wort „Liebe“ immer wieder.

Die Geschichte hat einige überraschende Wendungen, besonders bezüglich einer geheimnisvollen Seuche, die das Land der Fae augenscheinlich bedroht. Hier hat die Autorin für eine tolle Abwechslung gesorgt, besonders als offenbart wird, was tatsächlich dahintersteckt.

Während es am Anfang eher ruhig zugeht und die aufkeimende Liebesgeschichte im Fokus steht, nimmt die Geschichte im letzten Drittel gehörig Fahrt auf. Besonders das Ende mit den Aufgaben, die Feyre zu bewältigen hat, fand ich toll. Das ganze hat mich ein wenig an „Die Tribute von Panem“ erinnert!

Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil des Buches und kann nun auf jeden Fall verstehen, warum „Das Reich der sieben Höfe“ so gehypt wird. Es lohnt sich wirklich!



Der erste Band von „Das Reich der sieben Höfe“ ist ein wundervoller Auftakt im Stil eines Fantasy-
Märchens. Die Geschichte ist abwechslungsreich, originell, düster, überraschend, gefährlich und besitzt jenen Sog, den ich so an Büchern liebe.  Auch wenn ich unsere Protagonistin an einigen Stellen nicht so recht verstehen konnte, gibt es von mir hier dennoch eine Empfehlung!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mein Blog lebt wieder!!!

Hallo ihr Bücherverrückten,

Ich melde mich endlich zurück und werde meinen Blog jetzt natürlich auch wieder aufleben lassen und euch mit ganz vielen Rezensionen von Büchern füttern, die ich in den letzten Wochen lesen durfte.

Natürlich möchte ich auch ein paar Worte zu unserem "Trip" loswerden. Ich habe jetzt nach den 1,5 Monaten gelernt, wie schlecht die Welt da draußen ist und das ich mich auch in Zukunft nicht anpassen will/kann/möchte. Eigentlich wollte ich ja genau das Gegenteil erreichen, ich wollte das "Schöne" dieser Welt sehen, mehr Akzeptanz lernen, aber ich hab wohl wieder einmal zu tief in die Abgründe der Menschen geschaut.

Von nun werde ich einfach so leben, wie ICH es für richtig halte, ohne Kompromisse, aber natürlich mit Respekt. Ich werde mich, wie zuvor wieder in die Buchwelt flüchten und dort LEBEN, denn diese Welt ist bei weitem angenehmer als unsere!

Ein gutes hatte der "Trip" auf jeden Fall: Ich habe geschrieben wie noch nie zuvor, ich habe in den 1,5 Monaten meine Dystopie so gut wie fertig und muss sie nur noch abtippen. Darauf lege ich jetzt meinen Hauptaugenmerk und natürlich auf diesen Blog, denn den habe ich wirklich wahnsinnig vermisst! Genau wie euch hier! Ich hoffe, das ich trotz meiner Wohnsituation hier dennoch wieder Anschluss finde und wir ab sofort wieder gemeinsam in Bücher abtauchen können!

So, und nun lange Rede, kurzer Sinn: I`m Back und ich werde hoffentlich auch bleiben, hier, im Internet, bei euch und in all den tollen Büchern da draußen!




Sonntag, 20. August 2017

Ein (hoffentlich kurzer) Abschied!

Hallo meine lieben Bücherfreunde,

ich hatte eigentlich gedacht, euch noch die eine oder andere Rezension liefern zu können, aber momentan ist mein Kopf dafür nicht frei genug. Daher nutze ich die Chance jetzt einfach einmal, um hier noch ein paar Worte loszuwerden.

Wie die meisten von euch wahrscheinlich mitbekommen haben, ging es mir in letzter Zeit nicht sonderlich gut. Ich hatte wieder einmal mit Mobbing zu kämpfen, ich dachte nach all den Jahren stärker geworden zu sein, doch ich merke wieder einmal, wie wenig ich damit umgehen kann und wie sehr mich das alles belastet und von den wirklich wichtigen Dingen ablenkt.

In letzter Zeit fehlte es mir zunehmend an Motivation, sei es zum Schreiben, zum Lesen oder auch zum Schreiben von Rezensionen. Ich habe das Gefühl, mich verloren zu haben und dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr gewachsen zu sein.

Mich zu akzeptieren fällt mir schwer, genau wie die Akzeptanz darüber, dass es immer wieder schlechte Menschen gibt, die Steine in den eigenen Weg legen, weil sie mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind. Ich habe nur noch das Gefühl, zu vegetieren und die schönen Seiten des Lebens nur noch in Dunkelheit zu sehen. So soll und darf es nicht sein!

Aus diesem Grund werde ich auf einen kleinen Selbstfindungstrip gehen, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich schließlich irgendwo eine neue und ich glaube fest daran, bald mit neuem Elan wiederzukommen und endlich echte Lebensfreude zu verspüren.

Ich möchte mich von allem Schlechtem lösen, ich möchte endlich im Reinen mit mir sehr und das Positive im Leben sehen. Nach langem Überlegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich dazu erst einmal auf die Suche nach meinem wahren "Ich" machen muss, das ich im Zwang dieser Gesellschaft scheinbar verloren habe!

An dieser Stelle weiß ich nicht, wie lange ich weg sein werde. Ich habe aber alles dabei, was mich sonst immer glücklich gemacht hat: Schreibblöcke und Bücher und ich hoffe, ein wenig Ruhe zu finden, um all die Gedanken, die mich so quälen, freizulassen. Wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme, werde ich euch dennoch auf dem Laufenden halten, ich hoffe natürlich, dass ich schnell wieder bei euch sein kann!

Alle meine Bloggerkollegen sind im Laufe der letzten 5 Jahre nämlich zu meiner Familie geworden. Ein großes Danke an dieser Stelle an euch, ich hätte nie gedacht, hier so viele tolle Menschen kennenzulernen und vor allem so viel Akzeptanz zu erfahren! Bleibt so wie ihr seid und wenn ich zurück bin, werden wir hoffentlich noch ganz viele Bücher zusammen lesen! Ich werde euch vermissen, aber ich weiß, dass ihr mich in meinem Herzen begleiten werdet!

Bis hoffentlich Bald! <3 <3 <3 <3

Eure Jessi

Dienstag, 15. August 2017

[Rezension] Das Kind der Rache - John Saul

Titel: Das Kind der Rache
Autor:  John Saul
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: Dezember 1999
Anzahl der Seiten: 348
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



"Alex Lonsdale war einer der beliebtesten Jungs in La Paloma. Bis zu dem furchtbaren Autounfall. Und nur dank eines Doktor, der ein scheinbar medizinischen Wunder vollbringt, überlebt Alex.
Er scheint immer noch der selbe zu sein. Aber in seinen Augen ist eine schreckliche Leere, sein Herz ist gefühlskalt. Wenn seine Eltern und Freunde in seine Gehirn schauen könnten und seine Träume sehen würden, dann würden sie das Grauen erkennen.
Vor einhundert Jahren wurde in der Stadt eine grauenvolle Tat an einer spanischen Familie begangen, ein Schrei nach Rache durchschnitt die Nacht. Und mit Alex Lonsdale ist die Zeit der Rache gekommen... "




Im Moment muss ich ein wenig meinen SUB abbauen, deswegen gab es wieder einmal ein Buch von John Saul. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass John Saul ein toller Autor ist, der vor allem das Horrorgenre geprägt hat.

Bei "Das Kind der Rache" handelt es sich aber in erster Linie um einen Roman. Es ist die Geschichte eines Jungen, der einen schweren Autounfall überlebt, danach aber nicht mehr derselbe ist. Das Buch ist sehr ruhig, fast schon ungewohnt ruhig für ein Buch von John Saul!




- Alex Lonsdale -

Alex steht im Zentrum der Geschichte. Er ist eigentlich zu Beginn ein normaler Teenager, der eine Freundin hat und einfach nur auf einen Schulball und eine Party gehen möchte. Auf der Party streitet er sich jedoch mit seiner Freundin Lisa und dadurch kommt es später zu einem tragischen Unfall.

Im Krankenhaus machen die Ärzte den Eltern von Alex wenig Hoffnung, dass ihr Sohn wieder vollständig genesen kann. Im Grunde ist er eigentlich schon tot. Durch den Speziallisten Dr. Torres wird dann aber das Unmögliche möglich und Alex überlebt, ist von da an aber ein anderer Mensch!

Alex wird nach der OP zu einem gefühlslosen Menschen, der einfach nur noch zu funktionieren scheint. Ihn fand ich als Charakter sehr interessant, auch wenn er nur noch wenig Menschlichkeit besitzt!




Eigentlich dachte ich, mit "Das Kind der Rache" wieder einmal einen Ausflug ins Horrorgenre zu machen, doch die Geschichte ist eine sehr ruhige Erzählung. Wir haben hier eine kleine Vorgeschichte über spanische Siedler in Amerika, die eine Hazienda besitzen, von dort aber vertrieben werden sollen. Die Familie wird bestialisch ermordet, nur ein Junge überlebt, der Rache schwort.

Diese Vorgeschichte bleibt lange Zeit unwichtig. Ins Zentrum der Geschichte rückt dann nämlich Alex und sein Unfall. Hier merkt man wieder einmal den Faible des Autoren für Medizin, Technik und das menschliche Gehirn. (Ähnlich wie bei "Schule des Schreckens") Vor Augen halten muss man sich, dass dieses Buch 1999 herausgekommen ist, eine Zeit, in der all das hier beschriebene noch reine Fiktion war.

Interessant fand ich in "Das Kind der Rache" auf jeden Fall den Einblick in die Gehirnforschung, auch wenn die OP, die hier an Alex vollzogen wird, auch nach heutigen Erkenntnissen wohl noch nicht möglich ist. Alex überlebt zwar, allerdings ist er nicht der Mensch, der er zuvor gewesen ist. Er ist kein rebellischer Teenager mehr, hat kein Interesse mehr an seiner Freundin und versteht menschliche Gefühle wie Liebe, Mitgefühl oder auch Wut nicht.

Stattdessen erinnert sich Alex an Dinge, die lange zurück liegen, Dinge, die er einfach nicht wissen kann. Hier kommen wir dann auch zu der Verbindung zu den spanischen Siedlern. Für mich waren die Zusammenhänge zwar schon gegeben, allerdings passte meiner Meinung nach nicht alles zusammen. Die Rache, die der Klappentext und auch der Titel vermuten lässt, wird hier mehr zur Nebenhandlung, im Zentrum stehen Alex Probleme mit sich selbst und seinem Umfeld.

Schade fand ich, dass die "Morde" sehr schnell abgehandelt wurden und sehr erzwungen wirkten. Leider gab es aus diesem Grund auch keine gruselige Atmosphäre und keinerlei Horrormomente in "Das Kind der Rache", was etwas schade war. Auch das Ende wirkte für mich zu schnell und der Wandel von Alex war für mich nicht nachvollziehbar!




"Das Kind der Rache" ist ein interessanter Roman über einen Jungen, der nach einem Autounfall von
einem Chirurgen operiert wird und überlebt, danach aber nicht mehr der unbeschwerte Teenager ist, der er einst war. Die Verbindung zu dem "Kind der Rache" fand ich allerdings zu schwach und letztendlich auch unnötig. Leser sollten sich bei dem Buch auch eher auf einen Roman einstellen, echten Horror findet man eher in anderen Werken des Autoren!

Samstag, 12. August 2017

[Rezension] Mondprinzessin - Ava Reed

Titel: Mondprinzessin
Autor:  Ava Reed
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2016
Anzahl der Seiten: 252
Cover und Inhaltsangabe © Drachenmond Verlag




"Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur die Sterne auf ihrem Arm, sondern auch sie selbst zu leuchten beginnt, ist nichts mehr, wie es war. Dunkle Schatten jagen sie die Wächter des Mondes. Und sie begegnet Juri, der ihr erzählt, sie sei eine Prinzessin kein Waisenkind. Trotz Lynns Unglauben folgt sie dem Mondkrieger und stellt sich ihren Verfolgern. Juri verliebt sich in Lynn, doch sie ist einem Prinzen bestimmt und nicht ihm..."




Ava Reed und ihre Bücher habe ich schon sehr oft auf den verschiedensten Blogs gesehen und mittlerweile war ich echt neugierig auf ihre Bücher. "Mondprinzessin" ist ein sehr kurzes Buch, zeigt hier jedoch, wie originell die Autorin ihre Geschichten aufbaut.

Sie verzichtet beinahe komplett auf Nebensächlichkeiten und setzt ihre Geschichte sehr geradlinig fort. Auf den gut 252 Seiten lernen wir unsere Protagonistin sehr gut gehen, allerdings bleiben ein paar der handelnden und eigentlich wichtigen Personen recht blass.

Das Buch hatte für mich von Anfang einen ungemeinen Sog, es war spannend und sehr interessant, hätte für meinen Geschmack aber deutlich länger sein können!




Lynn -

Lynn feiert zu Beginn der Geschichte einen sehr einsamen Geburtstag. Sie hat keine Familie mehr und verweilt in einem Waisenhaus. Alles ändert sich jedoch, als ihr Arm plötzlich zu leuchten beginnt und sich ein Sternenbild abzeichnet. Ab hier ändert sich ihr Leben. Sie findet sich plötzlich auf dem Mond wieder und wird damit konfrontiert, dass sie eine echte Prinzessin ist und in die Fußstapfen ihrer Eltern treten soll.

Lynn selbst hasst Kleider und ist sehr eigen. Ich mochte ihre Art, mit der sich bestimmt auch jüngere Mädchen sehr gut identifizieren können!

Das einzige, das ich hier seltsam fand, war das Aufeinandertreffen mit ihren Eltern, das mir eine Spur zu kühl ablief. König und Königin scheinen sich gar nicht so recht zu freuen, ihre Tochter lebend wiederzusehen.




Die Geschichte rund um die "Mondprinzessin" ist sehr flott und spannend erzählt. Schon der Einstieg hat mich sofort in die Handlung gezogen, denn hier erfahren wir, wer Lynn wirklich ist. Sie wurde nämlich vor vielen Jahren entführt und auf die Erde gebracht, nun wurde sie aber gefunden und soll einen Prinzen heiraten.

Lynn konnte ich sofort in mein Herz schließen. Sie ist etwas rebellisch, aber auch sehr nachdenklich. Schade ist hier, dass aufgrund der Kürze viele Nebencharaktere zu kurz kommen. Ich hätte sehr gerne noch mehr zu einzelnen Personen erfahren.

Süß fand ich den Waschbären, der Lynns Gefährte oder besser; Gefährtin wird. Auch die Beschreibungen des Mondes und der kleinen "Vorgeschichte" fand ich toll, auch wenn ich mir hier ebenfalls noch mehr Fakten gewünscht hätte.

Die Liebesgeschichte, die der Klappentext bereits andeutet, fand ich gut, auch dass sich Lynn im Verlauf der Geschichte entscheiden muss, ob sie diese Liebe für den Planeten und ihre Familie aufgibt. Hier hatte ich einen ähnlichen inneren Konflikt wie Lynn, denn hier steht viel auf dem Spiel.

Witzig fand ich die "Prinzenwahl", die mich an "Selection" erinnert hat. Für meinen Geschmack hätte diese Suche nach dem Partner auch noch etwas ausgebaut werden können, denn ich fand es sehr unterhaltsam.

Das Ende hat mich dann besonders mitgenommen. Als Lynn endlich eine Entscheidung trifft, gerät alles aus den Fugen und es gibt für sie hier leider kein Happy End. Ich liebe offene Enden, hoffe aber, dass es hier noch eine Fortsetzung geben wird!



"Mondprinzessin" von Ava Reed ist ein sehr unterhaltsamer Roman mit einer tollen Protagonisten und einem überraschenden und auch traurigen Ende. Für meinen Geschmack war das Lesevergnügen aber zu kurz, ich hätte gerne viel mehr über Lynn und den Mond als Lebensraum erfahren!