Mittwoch, 18. April 2018

[Abgebrochen] Das Haus der verlorenen Kinder - Linda Winterberg

Titel: Das Haus der verlorenen Kinder
Autor: Linda Winterberg
Genre: Roman, historischer Roman
Erscheinungsdatum: 18. April 2016
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe © atb



"Norwegen, 1941: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Soldaten. Ihre verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden jungen Frauen verlieren alles, was ihnen lieb ist. Ausgerechnet bei den deutschen Besatzern scheinen sie Hilfe zu finden, doch dann wird Lisbet von ihrer kleinen Tochter getrennt. Erst lange Zeit später findet sich ihre Spur – in Deutschland.

Eine dramatische Geschichte um zwei junge Frauen in Norwegen im Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal bis in die Gegenwart reicht."




Leider, leider war es wieder einmal so weit, dass ich mich mit einem Buch enorm herumgequält habe und nach einer geschlagenen Woche auch erst bei der Hälfte angekommen bin. Immer wieder habe ich daran gedacht, es abzubrechen, mich dann aber gezwungen, doch noch weiter zu lesen, in der Hoffnung, dass es dann doch noch besser wird. Leider muss ich jetzt aber aufgeben!

Angesprochen hat mich das Buch in erster Linie aufgrund der Thematik, allerdings auch wegen dem Schauplatz Wiesbaden. Ich komme selbst aus dieser Umgebung, mag Wiesbaden selbst zwar nicht, war aber auf die Einbettung der historischen Fakten sehr gespannt.

Linda Winterbergs Schreibstil ist eigentlich recht angenehm, allerdings war er für meinen Geschmack für diese Geschichte, die sie hier erzählen will, zu ruhig und auch viel zu einfach gehalten. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Story kommt nicht voran und dreht sich nur um die Beschreibungen der Umgebungen oder sinnlose Füll-Dialoge. Auch die Charaktere blieben für mich hier leider auf der Strecke, obwohl die Geschichte eigentlich enorm viel Potenzial birgt ...




Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht so recht in der Geschichte anzukommen. Es spielt, wie gewohnt, auf zwei Zeitebenen. Einmal haben wir die Vergangenheit, die zu Beginn aber gar nicht so einen großen Raum einnimmt und dann haben wir die Gegenwart, die, da war ich tatsächlich überrascht, hier etwas stärker zu sein scheint, als die Vergangenheit.

Hier lernen wir Marie kennen, die eigentlich ein spannender Charakter ist. Sie hat ihre Eltern verloren und macht sich nun auf die Suche nach der Vergangenheit. Ja, das könnte tatsächlich spannend sein, aber ich hatte in ihrem Strang ein ganz großes Problem, was mir jegliche Spannung geraubt hat: Als Leser wusste ich von Anfang an viel mehr als Marie. Dadurch kam natürlich Langeweile auf, denn ich wäre oft gerne ins Buch gestiegen, um ihr zuzurufen: "Beeille dich doch bitte mal, ich hab das alles hier aus der Ferne schon durchschaut!"

So stark die Gegenwartssicht auch mit der Spurensuche gedacht war, so sehr zog sich das ganze auch. Im Schatten dieser Handlung stand dann eigentlich nur die Vergangenheit: Hier lernen zwei Freundinnen in Norwegen deutsche Soldaten kennen, verlieben sich und das Unheil, das seine Wellen bis in die Gegenwart schlägt, nimmt seinen Lauf. Allerdings weiß der Leser schon früh, was in etwa passiert sein muss - was bei mir streckenweise für enorme Langeweile gesorgt hat.

Die Thematik, die Linda Winterberg hier anspricht, nämlich die sogenannten deutschen Lebensborn-Heime, war für mich neu und spannend, aber die Umsetzung des Romans konnte mich leider nicht fesseln. Leider kam ich zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte an und habe jetzt, mit einem guten Gefühl, die Geschichte nach der Hälfte abgebrochen.




Ich bewerte das Buch an dieser Stelle natürlich nicht, denn es kann sein, dass die zweite Hälfte sich doch noch gesteigert und die Autorin dort noch einige Überraschungen eingebaut hat. Für mich fehlte hier aber das Fesselnde, beziehungsweise das Gefühl, mit der Protagonistin zusammen der Wahrheit auf der Spur zu kommen ...

Kommentare:

  1. Schade, das Buch ist so gut! Bist du gar nicht bis nach Norwegen gekommen?? Ich habe schon sehr viel Weltkriegslitertaur gelesen, aber immer wieder neue Dinge erfahren und was hier eröffnet wird, hat mich sehr schockiert!!!

    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Huhu Martina :D

      Meinst du, als Marie nach Norwegen fuhr? Ich bin bis dahin gekommen, als sie abreisen wollte. Da scheine ich ja echt noch irgendeine Wendung verpasst zu haben! :O

      Die Thematik mit diesen Lebensborn fand ich übrigens auch sehr schockierend, es war auch ein Thema, das ich noch nicht kannte. Nur leider konnte mich das Buch nicht direkt fesseln! ;(

      Liebe Grüße
      Jessi

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