Sonntag, 17. April 2022

[Rezension] Der unglaubliche Flug der verliebten Briefträgerin - Romain Puértolas

 


Titel: 
Die Wachsbildnerin

Autor:  Romain Puértolas

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 2017
Anzahl der Seiten: 256
Cover: © Heyne Verlag

Begonnen: 01.03.2022
Beendet: 04.03.2022




Der Fluglotse Léo sitzt beim Friseur und erzählt die Geschichte von der Briefträgerin Providence, die unbedingt nach Marrakesch zu ihrer schwerkranken Adoptivtochter reisen muss. Da aufgrund einer Aschewolke keine Flugzeuge mehr starten dürfen, bittet sie Leo um Starterlaubnis. Sie will fliegen - ohne Flugzeug, angetrieben von ihrer Hoffnung und ihrem Glauben.

Allein die Ausgangslage von "Der unglaubliche Flug der verliebten Briefträgerin" empfand ich als sehr witzig und originell, denn Providence 
hat es sich hier wirklich in den Kopf gesetzt, selbstständig zu fliegen. Wie gut, dass sie da an einen Großmeister gerät, der sie zu Mönchen schickt und ihr zeigt, dass der Mensch alles erreichen, was er sich in den Kopf gesetzt hat.

Der Roman besitzt allerdings nicht nur einen grandiosen Humor, sondern schlägt auch sehr ernste Töne an. So erfährt der Leser auch mehr über Zahera, die an Mukoviszidose leidet. Sie ist eine echte Kämpferin, doch natürlich stellt sich beim Lesen die Frage, ob Providence wirklich rechtzeitig ankommen wird.

Mich hat die Geschichte der verliebten Briefträgerin, die hier alles für ihre Adoptivtochter tut, zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht. An einigen Punkten dachte ich zwar, dass es hier nun doch eine Spur "zu viel" ist, als sie beispielsweise für Frieden auf der Welt sorgt oder aber Obama trifft, doch dann kam das wirklich überraschende und leider sehr bittere Ende. Es war grandios, wie sich mit einem Schlag die eigenen Blickwinkel komplett verändern. Der Autor stellt hier alles auf den Kopf und ich werde wohl noch sehr lange an diese wundervolle und doch sehr tragische Geschichte zurücksenden müssen ...


"Der unglaubliche Flug der verliebten Briefträgerin" ist eine humorvolle, aber zeitgleich auch sehr traurige und nachdenklich stimmende Geschichte über den Glauben, der manchmal Berge versetzen oder wie in diesem Fall Flügel verleihen kann. Das Ende ist sehr überraschend und wird wohl jeden Leser erst einmal überrollen ...

Ich vergebe 5 von 5.


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