Dienstag, 11. Juni 2024

[Rezension] Die Schwiegertochter - Philippa Gregory

 


Titel: Die Schwiegertochter

Autor:  Philippa Gregory

Genre: Roman, Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2000
Seitenzahl: 400
Cover: © Aufbau Taschenbuch Verlag
Begonnen: 11.05.2024
Beendet: 18.05.2024


Elizabeth hält sich selbst für die perfekte Schwiegermutter, doch leider hält sie Ruth nicht für sie passende Frau für ihren Sohn. Ruth, die selbst kaum etwas innerhalb ihrer Beziehung und auch ihrer neuen Familie zu sagen hat, bekommt schließlich ein Baby, das sie eigentlich gar nicht wollte. Plötzlich ist sie überfordert und Elizabeth ist bereit, alles für ihren Enkel zu tun ...

"Die Schwiegertochter" besitzt einen angenehmen Schreibstil und konfrontiert den Leser mit den recht typischen Problemen zu Schwiegereltern, die sich dauernd einmischen wollen. Ruth selbst ist hier von Anfang an leider eine sehr naive und schwache Frau, die praktisch alles mit sich machen lässt. Sie verliert ihren Job, zieht mit ihrem Mann in die Nähe ihrer Schwiegereltern und lässt sich dann auch dazu drängen, nicht mehr zu verhüten, obwohl sie selbst eigentlich einen ganz anderen Plan für ihr Leben hat.

Nach der Geburt ihres Sohnes leidet sie an Depressionen und muss sich anhören, wie unfähig und krank sie ist. Immer wieder springt Elizabeth ein, die vorgibt, einfach nur das Beste für ihren Enkel zu wollen. Sie kontrolliert auch ihren Sohn Patrick, der für mich der lächerlichste Charakter in diesem Buch war. Ich konnte einfach nicht verstehen, wieso Ruth mit einem solchen Nann, der total abhängig von seinen Eltern ist und gar keine eigene Meinung besitzt, zusammen sein kann. Die Beziehung der Beiden wirkte auch nicht besonders liebevoll. Immer ging es nur um körperliche Begierde, nie um etwas Greifbares.

Ich habe mich mit diesem Psychothriller doch recht schwer getan. Alle Charaktere waren furchtbar anstrengend und Sympathieträger gibt es hier leider keinen einzigen. Mir waren alle zu festgefahren, vor allem Ruth, die bis zum Ende in ihrer Rolle feststecken bleibt. Die Themen die angesprochen werden, sind allerdings gelungen, besonders die Geschichte von Ruth als Mutter, die Probleme hat, ihren Sohn zu lieben. Auf den letzten Seiten schlägt die Autorin noch eine bitterböse Richtung ein, die der Leser so allerdings längst erwartet. Deprimierend ist hier, dass gewisse Charaktere nun auch weiterhin in diesem doch sehr trostlosen Leben gefangen bleiben werden ...


"Die Schwiegertochter" ist ein Psychothriller, der viele interessante Themen anschlägt, letztendlich aber durch die anstrengenden Charaktere doch mit den Nerven der Leser spielt. Die naive Ruth und der verweichlichte Mamasohn Patrick waren einfach nicht meins ...

Ich vergebe 3 von 5.





Sonntag, 9. Juni 2024

[Rezension] Mein Sommer nebenan - Huntley Fitzpatrick

 


 Titel: Mein Sommer nebenan

Autor:  Huntley Fitzpatrick

Genre: Roman, Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2013
Seitenzahl: 512
Cover: © cbt
Begonnen: 07.05.2024
Beendet: 13.05.2024


Samantha Reed hat die chaotische, 10-köpfige Nachbarsfamilie immer nur aus der Ferne beobachtet, doch dann lernt sie Jase kennen und verliebt sich in ihn. Von den Garrets wird sie direkt liebevoll aufgenommen, doch vor ihrer Mutter muss sie das alles gemein halten. Doch dann geschieht ein Autounfall und zwingt Samantha, eine Entscheidung zu treffen ...

"Mein Sommer nebenan" ist ein sehr ruhiger Jugendroman, in dem es um zwei Jugendliche geht, die in zwei Familien leben, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Samanthas Mutter ist alleinerziehend und zudem Politikern. Sie ist streng, ordentlich und möchte alles kontrollieren - auch ihre beiden Töchter ...

Die Garrets sind das genaue Gegenteil. In der Familie herrscht das blühende Leben und Samantha wird schnell Teil dieser Familie und des ganzen liebenswerten Chaos. Als Leser mochte ich es sehr, die wirklich sehr sympathische Familie kennenzulernen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jase und Samantha hat mir gefallen, auch wenn ich mir noch etwas intensivere Momente zwischen den beiden gewünscht hätte.

Auffallend war, dass für mich die beiden Protagonisten hier sehr erwachsen wirken und einen genauen Plan von sich und ihrem Leben haben. Manchmal waren sie mir eine Spur zu reif und erwachsen. Der tragische Unfall, der erst spät eintritt, gibt der Geschichte ein klein wenig Tragik. Doch zum Ende hin plätschert leider alles etwas aus, da die Autorin alles schnell und so moralisch einwandfrei wie möglich beenden wollte! Mir hätte es mehr gefallen, wenn alles etwas chaotischer beendet worden wäre.


"Mein Sommer nebenan" ist ein ruhiger Jugendroman über die erste Liebe. Das Buch hat mich gut unterhalten, war mir stellenweise aber etwas zu reif und erwachsen ...

Ich vergebe 4 von 5.


Freitag, 7. Juni 2024

[Rezension] Schlimme Geschichten für schlaue Leser - Henry Slesar

  


Titel: Schlimme Geschichten für schlaue Leser

Autor:  Henry Slesar

Genre: Kurzgeschichten

Erscheinungsjahr: 1982
Seitenzahl: 378
Cover: © Diogenes
Begonnen: 06.05.2024
Beendet: 10.05.2024


Ein Mann, der seit Jahren erpresst wird, aber vor einem Verbrechen zurückschreckt.
Eine Frau, die alles für eine Rolle in einem Theaterstück tun will. 
Ein Mörder, der sich in einer Fernsehshow stellen möchte.
Ein Geheimnis hinter einer verschlossenen Tür.
In insgesamt 35 oft sehr kurzen Geschichten erzählt Henry Slesair vom Alltäglichem und vom Außergewöhnlichen. Dabei baut er überraschend viele Themen ein!

"Schlimme Geschichten für schlaue Leser" war mein erster und definitiv nicht mein letzter Kontakt mit Henry Slesar. Der Autor schreibt genau jene Art von Kurzgeschichten, die ich so liebe. Kurz, knackig und doch mit wundervollen, oft sehr bitterbösen Pointen am Ende, die einfach Spaß machen!

Mich konnte in diesem Kurzgeschichtenband so gut wie jede Kurzgeschichte in den Bann ziehen und vor allem überraschen. Der Autor entführt den Leser in die verschiedensten Ausgangssituationen. So abwechslungsreich und originell empfand ich schon lange keine Sammlung mehr. Müsste ich mich für ein paar Highlights entscheiden, würde ich wohl zum einen die Geschichte "Liebe Mrs. Fenwick" wählen, in der es um einen wendungsreichen Briefwechsel geht.

Auch die Geschichten "Bücherliebe", "Der Antrag" oder auch "Hinter verschlossener Tür" haben sich bei mir eingeprägt und auch die leicht übersinnlich angehauchten Storys haben mir absolut gefallen. Ich glaube, hier habe ich einen neuen spannenden Schriftsteller für mich entdeckt!



Diese Kurzgeschichtensammlung, in der es bei jeder Story bitterböse und ehr überraschende Enden gibt, hat mich unfassbar gut unterhalten und mir wieder einen bisher unbekannten Schriftsteller näher gebracht! 

Ich vergebe 5 von 5.


Mittwoch, 5. Juni 2024

[Hörbuch] Tödlicher Podcast - Cleo Konrad

 


 Titel: Tödlicher Podcast

Autor:  Cleo Conrad

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2024
Länge: 14 Stunden und 52 Minuten
Cover: © Lübbe Audio
Begonnen: 01.04.2024
Beendet: 04.05.2024


Nina ist schon lange großer Fan von Malu M., Berlins wohl bekanntester True-Crime-Podcasterin und nutzt die Chance, als diese eine Reinigungskraft sucht. Doch schnell erkennt sie, dass in Malus Familie irgendetwas nicht stimmt und ehe sie sich versieht, ist sie selbst Teil eines großen True-Crime-Falles ...

Dieses Hörbuch habe ich mit meinem Mann gemeinsam gehört und wir fanden die Geschichte, die in zwei Zeitsträngen erzählt wird, unfassbar spannend. Zum einen wird erst einmal von der Podcasterin Malu M. erzählt, die ein sehr zurückgezogenes Leben führt und irgendwas zu verbergen scheint. Zum anderen ist da die Geschichte eines Mädchens, das auf der Straße lebt und mit ihrer Freundin Strippe nach Spanien flieht, um dort ein neues Leben anzufangen. Es ist klar, dass dort irgendwas passiert sein muss, das Wellen bis in die Gegenwart schlägt.

"Tödlicher Podcast" weiß gleich an mehreren Stellen zu überraschen und baut das True-Crime-Thema, das ich sehr anziehend finde, auf sehr spannende Weise ein. Es gibt einige Wendungen, die ich nicht so kommen sah, auch wenn mein Mann und ich den wahren Täter hier schon relativ früh enttarnen konnten. Ich empfand das Hörbuch aber als absolut stimmig. Es war seit langem mal wieder eins, bei dem ich auch motiviert war, eine Rezension zu schreiben. Für mich war es hier die perfekte Unterhaltung!


"Tödlicher Podcast" ist ein spannender Thriller mit einigen Wendungen und Überraschungen, der uns perfekt unterhalten konnte! Eine klare Empfehlung!


Ich vergebe 5 von 5.


Montag, 3. Juni 2024

{Rezension] Stargirl - Jerry Spinelli

 


Titel: Stargirl

Autor:  Jerry Spinelli

Genre: Roman, Jugendbuch

Erscheinungsjahr: 2000
Seitenzahl: 208
Cover: © dtv
Begonnen: 04.05.2024
Beendet: 06.05.2024


Eine neue Schülerin kommt an die Mica Highschool. Sie nennt sich selbst Stargirl und fällt zwischen all ihren angepassten Mitschülern direkt auf. Stargirl ist nicht nur selbstbewusst und schrill, sondern auch vollkommen selbstlos. An den Geburtstagen ihrer Mitschüler sing sie ihnen ein Ständchen, als Cheerleaderin feuert sie auch die gegnerischen Teams an und sie schreibt Karten mit liebevollen Worten, um Menschen aufzumuntern. Doch ihre Andersartigkeit führt schnell dazu, dass sich alle von ihr abwenden und als sie sich in Leo verliebt, ist auch dieser plötzlich auf dem besten Weg ein Außenseiter zu werden ...

Wow! Was für eine Geschichte! Ich hätte vor dem Lesen niemals gedacht, hier in solch einen philosophischen und tiefgründigen Roman eintauchen zu dürfen. Der Protagonist Leo stellt hier einen stinknormalen Teenager da, der Stargirl erst einmal aus der Ferne beobachtet und sie, wie alle anderen, einfach nur für durchgeknallt hält. Doch dann kommt er ihr näher und muss sich plötzlich zwischen ihr und allen anderen entscheiden ...

Stargirls Charakter und ihre Art, komplett so zu leben wie sie es für richtig hält, hat mich hier total fasziniert und inspiriert. Ihr ist es egal, was andere von ihr denken und sie verlangt auch nichts von ihren Mitmenschen, noch nicht einmal ein "Danke" für all die Gesten und Dinge, die sie tut. Eigentlich müsste sie die Leute an der Schule zum Nachdenken bringen, doch sie wird schnell zur Außenseiterin, weil alle doch so leben wollen, wie sie es gewohnt sind.

Der Autor baut hier auf sehr angenehme und jugendliche Art sehr viele philosophische Themen ein und fordert die Leser auf, selbst zu entscheiden, ob die Meinung der breiten Masse wirklich so einen hohen Stellenwert hat oder ob es nicht eher auf die wichtigen, einen nahestehenden Menschen kommt. 

Zum Ende zeigt sich auf sehr ehrliche Weise, dass der größte Teil der Menschen doch immer den einfacheren, vorgegeben Weg einschlagen wird. Mich hat dieses Jugendbuch von der Botschaft und Intensität umgehauen und ich denke, ein Hauch von Stargirl steckt nun auch in mir! Ein großes Highlight!



Dieses Jugendbuch, so unscheinbar der Titel und auch das Cover sein mögen, hat sich als großes Highlight entpuppt. Es ist die Geschichte eines Mädchens, das gegen den Strom schwimmt und in einen Jungen verliebt, der das einfach nicht kann. Ein starkes Buch, das ich so schnell sicher nicht mehr vergessen werde!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse.




Samstag, 1. Juni 2024

[Gemeinsame Leserunde] Dunkle Umarmung (Casteel-Saga 5) - V.C. Andrews



Wer liest mit?

Nicole von Zeit für neue Genres

Andrea von Leseblick

Martina von Martinas Buchwelten

und meine Wenigkeit ;)


Leseabschnitte

1)  Vorspiel bis 3. Kapitel

2)  4. Kapitel bis 7. Kapitel

3)  8. Kapitel bis 10. Kapitel

4)  11. Kapitel bis Ende


Ich wünsche uns allen viel Spaß und eine rege Diskussion!

Freitag, 31. Mai 2024

[Rezension] Irgendwann holt es dich ein - Jane Hill

 


Titel: Irgendwann holt es dich ein

Autor:  Jane Hill

Genre: Psychothriller

Erscheinungsjahr: 2011
Seitenzahl: 320
Cover: © RM Buch und Medien
Begonnen: 03.05.2024
Beendet: 07.05.2024


"Wir haben etwas Furchtbares getan!" Diese Worte hört Kate von einer ehemaligen Mitschülerin, kurz bevor sich diese vor eine U-Bahn stürzt. Plötzlich erinnert sich Kate wieder an ihre Schulzeit und an das Mobbing. Alte Wunden reißen auf und es scheint jemand zu geben, der schonungslos darin herumstochern will ...

"Irgendwann holt es dich ein" von Jane Hill besitzt einen spannenden Einstieg. Der Leser wird mit einem augenscheinlichen Selbstmord konfrontiert und lernt dann Kate kennen, sie sich gerade nach mehreren Fehlgeburten auf Probe von ihrem Mann getrennt hat. Schnell taucht Kate in ihre eigene Vergangenheit und damit auch an die teure Mädchenschule Lady Jane Grey, auf der sie durch ein Stipendium kam und von Anfang an ausgegrenzt wurde.

Die Autorin erzählt die Geschichte recht ruhig und der Aufbau wirkt dadurch auch recht einfach. Zentrale Themen sind Mobbing und Ausgrenzung. Außerdem geht es um die Aufarbeitung der eigenen Fehler. Als echten Psychothriller würde ich das Buch allerdings nicht beschreiben, denn dazu fehlte es stellenweise doch etwas an Tempo und Tiefgang. Die kleinen Wendungen am Ende haben mir hier aber sehr gut gefallen. Für meinen Geschmack hätte die Vergangenheit aber noch etwas intensiver eingearbeitet werden können! Dennoch aber lesenswert!


Irgendwann holt die eigene Vergangenheit jeden ein. Das muss auch Kate in dieser recht ruhig erzählten Geschichte erkennen, in der sie sich dem Mobbing aus ihrer Schulzeit stellen muss. Lesenswert, wenn auch etwas spannungsarm an manchen Stellen!

Ich vergebe 4 von 5.