Freitag, 15. Juni 2018

Die Schattenseiten des Schreibens

Inspiriert von "SCHATTEN" von Karin Alvtegen, das ich in der vergangenen Woche gelesen, beziehungsweise eher inhaliert habe, bin ich auf ein Thema gekommen, das ich gerne einmal mit euch diskutieren würde.

Es geht natürlich um das Schreiben, weil es das ist, was nun schon seit vielen Jahren in Zentrum meines Lebens steht. Karin Alvtegen hat mit ihrem Werk die verschiedensten Motivationen hinter dem Schreiben angesprochen. Sei es einfach der Drang, sich auszudrücken in der Welt, in der das
gesprochene Wort oft keinen Nachklang besitzt oder aber der Wunsch, einen kleinen oder aber großen Fußabdruck zu hinterlassen.

Kritisch betrachtet sie dabei natürlich auch die Schattenseiten des Erfolgs. Ruhm kann süchtig machen und den Menschen formen. Ich bin immer noch der Ansicht, dass das Buch selbst einen größeren Stellenwert hat, als der Autor dahinter. Klar, der Autor ist der Erschaffer, aber die Welt, die er dort erfunden hat, ist für mich wichtiger als der Verfasser selbst ...

Versteht mich an dieser Stelle nicht falsch, ich lese auch fast immer die Informationen, die über den Autoren in Büchern abgedruckt ist, so oberflächlich sie auch manchmal sein mögen. Dennoch ist es mir meistens egal, wie viele Preise er gewonnen hat, auf wie vielen Bestellerlisten er stand und mit was sonst noch geworben wird.

Ich will ein Buch unvoreingenommen lesen, ja, ich will den Autoren beim Lesen kennenlernen und so in seine Welt eintauchen. Das ist wohl auch der Grund warum ich schreibe. Ich tue es nicht des Ruhmes wegen, sondern ich will verstanden werden. Ich möchte, dass der Leser in meine Welt abtaucht, Spaß hat, am Ende auch eine kleine Verbindung zu mir aufbaut, das Buch vielleicht irgendwo in seinem Inneren abspeichert und mit sich herumträgt ...

Was ich nicht will, und da unterscheide ich mich wohl von anderen Autoren, ist es selbst im Mittelpunkt zu stehen. In dieser Branche muss man gut darin sein, sich selbst zu vermarkten, um überhaupt wahrgenommen zu werden, doch dafür besitze ich wohl kein allzu dickes Fell und diese ganze Ellbogentaktik ist auch nichts für mich ...

Schade, dass Autoren sehr oft gegeneinander arbeiten, aber das sind wohl die angesprochenen Schattenseiten ... Ich habe in den letzten Jahren wirklich viele tolle und sehr inspirierende Autoren kennengelernt, doch leider auch Autoren, denen der Ruhm zu Kopf gestiegen zu sein scheint. Ich werde natürlich an dieser Stelle keine Namen nennen, aber ich finde es wirklich krass, mit welchen Mitteln manchmal versucht wird, an 5-Sterne-Rezensionen zu kommen oder wie die Autoren von ihrem Neid getrieben andere Kollegen fertigmachen. Ich hatte als Blogger und auch als Autor tatsächlich schon einige sehr negative Erfahrungen gemacht, einige, die mich mal wieder an dieser ganzen Buchwelt zweifeln ließen ... Darunter waren leider auch sehr große und ungemein erfolgreiche Autoren ...

Ich bin in dieser Hinsicht froh, doch sehr klein und unbedeutend zu sein. Ich schreibe, weil ich schreiben muss, weil das wohl meine Berufung ist und ich nichts dagegen machen kann. Aber wirklich berühmt/bekannt will ich nicht werden, aus Angst, dass mich diese Welt irgendwie zum negativen verändern würde. Ich möchte einfach nur stolz auf mich sein, mit Freude und Leidenschaft an das Schreiben gehen und mich nicht verbiegen lassen. Für Glück brauche ich keine Bestsellerlisten, sondern einfach nur einen Stift und etwas Papier ...

So, ich hoffe ich habe euch mit diesem Beitrag der etwas anderen Art nicht genervt. Mich hat Karin Alvtegens "Schatten" einfach mal wieder animiert, das Negative herauszulassen und in etwas Positives zu verwandeln. Es gibt so viele talentierte Autoren da draußen, so viele Bücher, die entdeckt werden wollen. Wir haben so wohl als Leser, als auch als Schriftsteller immer die Wahl, in welche Richtung wir uns entwickeln und inwieweit wir uns beeinflussen lassen ...

Wie steht ihr dazu? Sind Autoren für euch kleine Stars? Geht es oftmals nicht vielmehr um die Autoren als um die Bücher selbst?




Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    bitte jetzt nicht falsch verstehen: die Autoren hinter den Büchern sind mir eher egal. Ich möchte gute Geschichten erzählt bekommen, mitgerissen, berührt werden, Angst eingejagt und die Augen geöffnet bekommen, mir soll das Herz flattern oder die Gänsehaut aufziehen - darauf kommt es mir an. Natürlich fallen mir Autorennamen auf, die ich mit einer bestimmten Art von Büchern verbinde oder schon so lange im Geschäft sind (Stephen King), dass sie selbst schon zur Marke geworden sind.

    Grundsätzlich sind Autoren keine Stars für mich, aber ich habe schon Respekt, dass sie schreiben und Leser begeistern können. Manche Schriftsteller sind populär und bekannt, doch richtige Stars sind für mich Ausnahmeerscheinungen wie zB Stephen King, George R.R. Martin oder Joanne K. Rowling.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole

      Da bin ich ganz bei dir, deswegen kann ich den ganzen Rummel um die Buchmessen und so nicht nachvollziehen. Mir geht es auch in erster Linie um das Lesen der Bücher, nicht um den Menschen dahinter. Deswegen war meine erste Buchmesse auch gleichzeitig meine letzte, da geht es null um Bücher, sondern nur um Autoren im Rampenlicht ... Und das ist irgendwie schade ... Deswegen will ich wohl auch kein "bekannter" Autor sein!

      Schlimmer, gerade als Blogger, finde ich aber, wie abgehoben manche Autoren schon auftreten. Was ich nicht alles schon für Rezensionsanfragen bekommen habe ;/ Leider habe ich dadurch auch schon eine Liste mit Autoren, die ich wohl niemals lesen werde, einfach weil ihr Auftreten unmöglich war. Irgendwie schade, aber ich liebe mittlerweile auch unbekannte Bücher viel mehr als so extrem gehypte! ;)

      Liebe Grüße
      Jessi



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    2. Hallo Jessi,

      die Buchmesse hat mir schon gut gefallen, aber nicht wegen der Autoren sondern wegen der Bücher! XD Obwohl es schon interessant ist einen Autor im echten Leben zu sehen. Hier in Ö war ich mittlerweile auf einigen Lesungen und da haben die Autoren allesamt sehr bodenständig (zB Andreas Gruber) gewirkt. Wahrscheinlich ist das auch eine Charaktersache. Dann denke ich mir oft, dass manche Autoren viel zu sehr im Hintergrund verschwinden, obwohl sie oft wahnsinnig gute Sachen schreiben (zB Anette Kannenberg oder Anton Serkalow).

      Ja, die Rezensionsanfragen sind manchmal schon dreist. Mich ärgert oft, wenn sie keine Geduld haben. Viele Autoren fragen schon nach 2 bis 3 Tagen bzgl. ihrer Anfragen nach und dann fühle ich mich unter Druck gesetzt. Dabei antworte ich auf fast jede Anfrage, aber ich schaffe es halt nicht früher zu antworten, weil ich (leider) keine hauptberufliche Buchbloggerin bin. :D

      Aber du weißt ja, alles was mich an der Bücherszene stört, blende ich einfach aus und lass' mir davon nicht die Laune verderben.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    3. Huhu :D

      Ich muss sagen, dass mir die Buchmessen (jedenfalls die beiden großen!) zu kommerziell sind. Ich hab auch keine große Lust, mich durch Menschenmassen zu drängen, um ein Buch zu kaufen, das ich auch woanders leichter kaufen könnte xD In der Zeit lese ich dann lieber! ;D

      Zwar sind signierte Bücher echt schon was besonderes, aber irgendwie wird das auf den Buchmessen zu schnell abgearbeitet. Bei meiner ersten und einzigen Buchmesse habe ich mich echt an eine riesige Schlange angestellt, um mir von Sebastian Fitzek ein Buch signieren zu lassen ... Er hatte nicht mal Zeit für ein paar Worte zum Wechseln, weil die Schlange echt ewig war ... Sowas ist mir dann irgendwie schon zu viel ;(

      Was mich ebenfalls etwas stört, dass viele wirklich großartige Autoren nie richtig Erfolg haben werden, einfach weil sie nicht der breiten Masse entsprechen. Echt schade, dass man solche Buchschätze dann dadurch auch super schwer findet ;/

      Ich versuche alles Negative auch auszublenden, es ist einfach nicht gut, sowas an sich heranzulassen. Diese ständigen Anfragen, bei denen klar wird, dass der Autor nur seinen Tet kopiert, finde ich aber schon schlimm ;/ Vor allem wenn dann in der Anrede nicht mal mein Name steht oder ich mal wieder ein Erotik-Buch angeboten bekomme, obwohl klar ersichtlich ist, dass ich solche Bücher nicht lese ... Aber ja, davon sollte man sich auch nicht die Laune verderben lassen! :D

      Liebe GRüße
      Jessi

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  2. Huhu Jessi,
    ich mag deine Einstellungen auch wenn das Schreiben so nur mit ganz viel Glück zum Brotjob werden kann. Ich mag diese Bodenständigkeit aber tausendmal lieber als dieses abgehobene mancher Autoren. Wie du ja weißt, diese ständige Werbung und Ebooks hinterherschmeißen ist nicht so meins. Da nehme ich dann eher Abstand zu.
    Ansonsten kann ich mich nur Nicole anschließen, es gibt so ein paar berühmte Namen und AutorInnen, aber das ist für mich auch nur eine geringe Zahl. In manchen Fällen von "Bestseller" Autoren war ich aber auch schon verblüfft wie schwach manche Geschichten sein können. Für mich sagt der Name also nichts mehr aus. Infos über die Autoren lese ich gerne, aber du hast recht, meist sind es ja nur so Standardinfos.
    Sehr schöner Post!
    Liebe Grüße, Petra

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    1. Huhu Petra :D

      Vor allem sind diese Standartinfos so verdammt uninteressant meistens :P Ich kenne aber auch die Seite vom Verlag, damals sollte ich auch eine sehr langweilige "Werbe"-Biografie schreiben, also bloß nicht allzu persönlich werden. Das hat mich auch irgendwie gestört, deswegen bin ich auch mit dem Selfpublishing viel glücklicher :D

      Für mich sind auch eher die Bücher "berühmt", weniger die Autoren dahinter :D Außer natürlich King, Rowling, George Martin ... Das sind für mich schon irgendwie unerreichbare Größen, die aber auch viel geleistet haben, um dahin zu kommen! ;) Witzigerweise sind das ja auch alles Leute, die den ganzen Rummel um ihre Person auch nicht unbedingt mochten!

      Durch die ganze Werbung, die einige Autoren machen, habe ich aber echt schon eine Liste von Büchern, die ich wohl nicht lesen werden. Manche Autoren machen es sich da wohl selbst kaputt mit den ganzen Betteleien um Leser ;/ Das macht irgendwie total unsympathisch ...

      Liebe Grüße
      Jessi

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    2. Huhu Liebes,
      ja das finde ich auch. Es ist halt nur die oberste Oberfläche, die man da präsentiert kriegt. Bei Autobiographischen Sachen ist dann ja etwas anderes, das weckt dann auch mehr mein Interesse für den Werdegang des Autors.
      Ja das hast du richtig gesagt, ich empfinde das auch als betteln um Leser und das finde ich anstrengend. Ich verstehe ja, dass man die Werbetrommel rühren muss, um überhaupt gesehen zu werden in den Massen an Neuerscheinungen, aber dieses Übertriebene bewirkt bei mir auch eher, dass ich tatsächlich Abstand zu solchen Autoren nehme. Jetzt wüßte ich echt gern mal, ob wir da an ähnliche Namen denken? ;-)
      Liebste Grüße, Petra

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    3. Huhu Petra :D

      Das sollten wir im Brief bereden :D Mal schauen, ob wir auch von den selben Autoren belästigt wurden :P Manchmal grenzt es echt schon an Belästigung, ich kann das zwar auch irgendwie verstehen als Autor, aber manche Autoren wollen einen ja schon förmlich zwingen, was von ihnen zu lesen/zu rezensieren! :/ Das ist echt schlimm!

      So, diese Woche schreibe ich dir auch noch den Brief! :D <3

      Liebe Grüße
      Jessi

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