Dienstag, 26. Juni 2018

[Rezension] Letztendlich sind wir dem Universum egal - David Levithan

Titel: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Autor: David Levithan
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 27. März 2014
Anzahl der Seiten: 400
Cover und Inhaltsangabe © FJB



"Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.

Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?"




Im letzten Jahr habe ich von David Levithan bereits "Was andere Menschen lieben nennen" gelesen, eine ganz süße Liebesgeschichte, die mir allerdings nicht weiter in Erinnerung geblieben ist. Nun bin ich auf den Trailer zu der Verfilmung von "Letztendlich sind wir dem Universum egal" gestoßen und ich war wirklich hin und weg. Nicht nur von der Grundidee, sondern auch von der Botschaft, die hier bereits angedeutet wurde.

Mit "Letztendlich sind wir dem Universum egal" hat David Levithan mich von der ersten Seite an berührt. Der Schreibstil ist leicht, jugendlich, besitzt dennoch eine gewisse Tiefe und Melancholie, ohne sich dabei aber belastend anzufühlen. Die Geschichte regt zum Nachdenken und vor allem auch zum Umdenken an!




- A -

A wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf. in dem Körper eines Gleichaltrigen. Zu Beginn der Geschichte hat er/sie bereits 5994 Tage so "gelebt", immer in einem anderen Menschen "gefangen", immer in einem anderen Leben.

Die Geschichte von A hat mich von Anfang an berührt. Denn im Grunde ist er/sie nur eine Seele, die aber keine echte eigene Existenz hat. Er taucht in die Erinnerungen von Menschen, sammelt Erfahrungen, die aber niemals seine eigenen sein können. Das hat mich zutiefst bewegt, weswegen ich A sofort in mein Herz geschlossen hat.

A will ein eigenes Leben, er will lieben und sich selbst finden. Doch wie es möglich, wenn er jeden Tag in einem anderen Körper steckt?

- Rhiannon -

Rhiannon ist die erste, die schließlich As Geheimnis erfährt. Er verliebt sich in sie, während sie hin und hergerissen ist. Sie ist bereits seit einem Jahr mit Justin zusammen, doch die Beziehung läuft alles andere als gut.

Als Rhiannon einen Tag mit A verbringt, der ja in dem Körper ihres Freundes steckt, erkennt sie, wie schön das Leben und vor allem auch die Liebe sein kann. Sie klammert sich an den Moment, will, dass jeder Tag so wundervoll ist, wird am nächsten Tag aber wieder mit ihrem "echten" Freund konfrontiert. Sie beginnt an dieser Beziehung zu zweifeln, auch wenn es einfach erscheint, sich an diese Beständigkeit zu klammern!

Von Rhiannon selbst erfährt man mehr wohl nur in der "Fortsetzung", da das Geschehen dort noch einmal aus ihrer Sicht geschildert wird. Ich mochte sie allerdings auch schon in diesem Buch, vor allem, das sie selbst das ganze kritisch betrachtet. Kann sie wirklich mit jemanden lieben, der jeden Tag anders aussieht? Der weder weiblich, noch männlich ist? Der keinen eigenen Körper hat?




"Letztendlich sind wir dem Universum egal", hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Es war seit langem mal wieder ein Buch, das mich gepackt und tief in sich gezogen hat. Am liebsten hätte ich die Geschichte wohl am Stück gelesen, doch ich wollte das Buch so intensiv wie möglich erleben.

Schon der Anfang hat mich berührt. A wacht in Justins Körper auf, sieht dann Rhiannon und verbringt einen wundervollen Tag mit ihr. Zum ersten Mal ignoriert er/sie seine/ihre Prinzipien, nichts in den Leben der Menschen, in denen er/sie landet, zu verändern und beginnt, auch selbst zu existieren. Dies fühlt sich so gut an, dass er/sie sich an Rhiannon klammert und sie unbedingt sehen will - auch als er/sie am nächsten Tag wieder in einem fremden Körper steckt.

Es beginnt eine Liebesgeschichte, die mich wie keine andere berührt hat. Vor allem da sie nicht kitschig, sondern vollkommen ehrlich ist. Rhiannon hat von Anfang an Zweifel und weiß nicht, ob sie mit alledem klar kommt. "Letztendlich sind wir dem Universum egal" ist in dieser Hinsicht keine rosarote Liebesgeschichte, in der alles perfekt ist, nein, es ist in erster Linie ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

Für mich besaß die Geschichte eine tolle Botschaft, nämlich die, dass es egal ist, wie und wen du liebst. Es kommt nicht aufs Aussehen an, nicht auf das Geschlecht, sondern auf den Menschen, der tief im Inneren steckt. Dadurch, dass A jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, beinhaltet das Buch viele Schicksale. Besonders bewegt hat mich zum Beispiel das depressive Mädchen, das an Selbstmord denkt. Darf A sich an dieser Stelle einmischen und solch eine Entscheidung in Frage stellen?

Neben vielen kleinen Geschichten wird auch immer wieder das Thema Homosexualität und sogar Transsexualität angesprochen. Es gibt so viele verschiedene Menschen, so viele Unterschiede und genau das macht das Leben so spannend und faszinierend. Für mich ist "Letztendlich sind wir dem Universum egal" ein wichtiges Buch über Akzeptanz. Warum nur sind wir immer noch nicht an dem Punkt angekommen, Menschen jeglicher Art zu akzeptieren?




Mich hat "Letztendlich sind wir dem Universum egal" so sehr berührt, dass ich das Buch auf jeden Fall noch einmal lesen werde. Es ist eine Geschichte über Akzeptanz, über die farbenfrohe Unterschiede, die das Leben so spannend und interessant machen. Ein Buch über eine Menschlichkeit, die eigentlich längst einmal die Oberflächlichkeit ablösen sollte ...








Kommentare:

  1. Guten Morgen =)

    Vor einiger Zeit ist das Buch ja wirklich permanent auf den Blogs aufgetaucht und nach vielen guten Eindrücken, hatte ich mir die Geschichte auch für mich vorgemerkt.
    Irgendwie ist es ein wenig in Vergessenheit geraten und nach den Meinungen zur Verfilmung hatte ich es schon fast wieder von meiner Liste gestrichen.
    Und jetzt kommst du mit deiner Meinunge =). Und vor allem dem Fazit, dass du es direkt nochmal lesen würdest. Jetzt bin ich in der Zwickmühle ^^.

    LG
    Anja

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    1. Huhu Anja :D

      Also für mich war das Buch echt ein Highlight! :D Über den Film kann ich noch nichts sagen, hab aber auch schon gehört, dass er nicht an das Buch rankommt! :D Ich werde ihn mir aber echt demnächst auch mal anschauen! :D

      Für mich ist das echt eine sehr wichtige und berührende Geschichte! :D Ich glaub, sie wird dir auch gefallen! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Hallo Jessi,

    eine bezaubernde Rezension, die mir jetzt schon fast Lust auf das Buch macht. Vielleicht schaffe ich es mir doch noch an. Wobei ich ja bisher einen weiten Bogen herum gemacht habe. Vielleicht hat mich der Hype abgeschreckt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole :D

      Irgendwie habe ich den Hype damals wohl gar nicht mitbekommen xD Irgendwie komisch, aber als ich den Filmtrailer gesehen habe, musste ich das Buch einfach lesen. Nun liebe ich diese Geschichte <3 <3

      Liebe Grüße
      Jessi

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