Freitag, 8. Juni 2018

[Rezension] Ohne ein einziges Wort - Rosie Walsh

Titel: Ohne ein einziges Wort 
Autor:  Rosie Walsh
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2018
Anzahl der Seiten: 528
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann




"Stell dir vor, du begegnest einem Mann, einem wundervollen Mann, und verbringst sieben Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Das ist die große Liebe, und es geht ihm ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du."




"Ohne ein einziges Wort" ist ja mal wieder ein Buch, das gerade enorm gehypt wird. Viele sprechen bereits jetzt von einem Jahreshighlight, doch dem kann ich mich an dieser Stelle leider nicht anschließen.

Die Autorin besitzt einen angenehmen Schreibstil, der meiner Meinung nach aber nur schwer auf den Punkt kommt. Das Buch liest sich leicht, besitzt aber gerade am Anfang unzählige Wiederholungen, die einfach nur dazu da sind, die Geschichte auf die 528 Seiten zu strecken. Irgendwann war ich als Leser tatsächlich so genervt, dass ich das Buch am liebsten in die nächste Ecke gefeuert hätte.

Warum ich dennoch durchgehalten habe? Weil ich unbedingt wissen wollte, warum Eddie Sarah denn nun verlassen hat und warum er, ohne ein einziges Wort, einfach gegangen ist und nun auch nicht versucht, sich zu erklären ...




- Sarah -

Eigentlich hätte ich Sarah mögen müssen. Sie war im Grunde eine angenehme Protagonistin, mit der sich wohl viele Leser identifizieren können. An dieser Stelle steht aber das Wort "Eigentlich", denn zu Beginn ging mir Sarah mit ihrer wehleidigen Art tierisch auf die Nerven. Jeden musste sie auf die Nase binden, dass es ja so seltsam ist, dass sich ihr geliebter Eddie nicht mehr meldet ... Dabei verliert sie sich irgendwie selbst und stellt Eddie, der nach einer Woche die Liebe ihres Lebens ist, ins Zentrum.

Auf der einen Seite soll das wohl romantisch sein. Auch ich fand die Tatsache süß, dass die beiden schon nach so kurzer Zeit so extreme Gefühle füreinander entwickeln. Auf der anderen Seite muss ich so einer Liebesgeschichte ja auch etwas skeptisch entgegentreten. Ihre Freunde hatten teilweise Recht damit, dass sie sich nicht selbst so fertig machen soll ...

- Eddie -

Ja, der geheimnisvolle Eddie. Die Autorin hat die Geschichte rund um ihm sehr geschickt gesponnen. Der Leser fragt sich natürlich die ganze Zeit, warum er keinen Kontakt zu Sarah mehr haben will. Was hat er angestellt? Hat er sie belogen? Hat er längst eine Freundin? Oder steckt etwas vollkommen anderes dahinter.

Im Grunde erfahren wir über Eddie erst später mehr und seine Charakterzeichnung fand ich an dieser Stelle wirklich gelungen!




Puhh, ich muss gleich gestehen, dass ich mich mit "Ohne ein einziges" Wort von Rosie Walsh furchtbar schwer getan habe. Die ersten 200 - 250 Seiten waren zäh wie Kaugummi und es passiert im Grunde recht wenig. Wir lernen Sarah etwas kennen, erfahren, wie sie Eddie getroffen hat und sehen zu, wie sie leidet und immer wieder versucht, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Hier muss ich echt sagen, dass ich das Buch am liebsten abgebrochen hätte, denn Sarah ging mir ab einen gewissen Punkt ungemein auf die Nerven ...

Einzig das Geheimnis, das Eddie hier offenbar verbirgt, hat mich angetrieben, am Ball zu bleiben. Leider konnte ich dadurch das Buch am Anfang nicht genießen. Immer wieder habe ich es beiseite gelegt, als wieder unzählige Seiten nichts passiert ist. Wir erfahren zwar mehr über das Kennenlernen der beiden, über Sarahs Leben und ihren Freundeskreis, aber alles wird hier furchtbar öde und ohne Spannung oder Emotionen erzählt ...

Irgendwann kommt dann aber endlich der große Knall und damit auch die längst erwartete Wende. Der Anfang hat sich hier wie ein langer Marsch durch die Wüste angefühlt, der Wendepunkt war dann endlich die Wasserstelle. Hier ging es auch endlich bergauf. Die Autorin schafft es zu schockieren, dem Leser eine Erklärung zu präsentieren, die er nicht erwartet hätte.

Auch ich war ab einen gewissen Punkt dann endlich in der Geschichte drin, konnte mit Sarah und auch mit Eddie mitfühlen und habe mich gefragt, wie ich wohl in so einer Situation agieren würde. Es kommen zudem noch einige sehr erschreckende Wahrheiten ans Tageslicht und es gab auch einen Moment, bei dem ich echt schlucken musste!

Hier hat die Autorin endlich ein angenehmes Niveau gefunden und baut tatsächlich Spannung auf. Auch die Emotionen, die mir am Anfang komplett gefehlt haben, waren endlich spürbar und das Ende hat mir hier wirklich unfassbar gut gefallen.

Die zweite Hälfte des Buches hat es wirklich in sich, während die erste Hälfe bei mir für enormen Lesefrust gesorgt hat. Die Autorin wirkt zwar irgendwann wie ausgetauscht, als wäre sie endlich selbst in ihrer Geschichte angekommen, aber über den sehr lahmen Anfang kann ich an dieser Stelle einfach nicht hinwegsehen. Ein Wunder, dass ich es überhaupt bis zum Wendepunkt geschafft habe ...




Die erste Hälfte des Romans plätschert nur so vor sich hin und ich war kurz davor, das Buch frustriert in die Ecke zu feuern. Dann kommt allerdings der große Knall, der es wirklich in sich hat und der Geschichte endlich zu Spannung und zu Emotionen verhilft. Dennoch kann ich über den sehr zähen Anfang, der mir keinerlei Spaß gemacht hat, nicht hinwegsehen ... Wer das Buch liest, muss auf jeden Fall Durchhaltevermögen beweisen ...

Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    ich sehe schon, bei dem Buch braucht man wahrlich Geduld. 250 Seiten lang durchzuhalten ist schon eine Herausforderung, der ich mich nicht stellen will. Obwohl die Inhaltsbeschreibung durchaus neugierig macht. Aber man muss ja nicht alles gelesen haben. :P

    Liebe Grüße & schönes Wochenende,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole :D

      Ne, ich weiß auch nicht, wieso ich so lange durchgehalten haben, das Buch war am Anfang echt so verdammt zäh, dass es mich sehr demotiviert hat ;/ Irgendwann wandelt es sich zwar, aber irgendwie gibt es am Anfang zu wenig Story für 250 Seiten ... ;/

      Liebe Grüße und dir auch ein schönes Wochenende!
      Jessi

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  2. Hallo Jessi,
    ich war ja schon sehr neugierig auf deine rezension und bin nun aber genauso verunsichert wie zuvor ;) Ich kann mich nur Nicole anschließen...250 Seiten sind schon eine Menge, die man hier "überbrücken" muss/soll/will.
    Ich werde einfach mal weiter einige Rezensionen durchlesen und wahrscheinlich nicht zum Buch greifen...höchstens meine Bücherei bekommt es...
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Huhu Martina :D

      Ja, die ersten 250 Seiten haben mich so arg genervt, dass ich den Rest dann, so stark er auch war, irgendwie auch nicht genießen konnte :/ Kann mir vorstellen, dass das Buch irgendwie in die Länge gezogen wurde, um eine gewisse Seitenzahl zu erreichen. Echt schade ;/

      Einige Rezensenten loben das Buch aber wieder in den Himmel ;) Also vielleicht lag es nur an mir ;)

      Liebe Grüße
      Jessi

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