Sonntag, 14. März 2021

[Rezension] Heute will ich leben - Nora Price

 


Titel: Heute will ich leben

Autor:  Nora Price
Genre: Roman, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 10. Februar 2014
Anzahl der Seiten: 250
Cover und Inhalsangabe: © cbt

Begonnen: 05.01.2021
Beendet: 08.01.2021


"Ohne Vorwarnung wird die 16-jährige Zoe von ihrer Mutter in eine Einrichtung namens »Twin Birch« verfrachtet. Was soll sie hier zwischen all den dürren, kranken Mädchen? Ihr einziger Halt sind die Briefe, die sie an ihre beste Freundin Elise schreibt. Doch Elise antwortet nicht. Nie. Nur langsam erkennt Zoe, dass der Grund für ihren Aufenthalt in »Twin Birch« in ihrer Vergangenheit liegt, bei Elise. Erst als sie die tragische Wahrheit akzeptiert, gelingt es ihr loszulassen und sich ihren eigenen Problemen zu stellen."

Bücher, die sich mit Jugendproblemen wie beispielsweise Magersucht beschäftigen, lese ich sehr gerne. So bin ich auf "Heute will ich leben" von Nora Price gestoßen, in dem die Autorin sehr sensibel mit dieser Thematik umgeht und das Wort "Essstörung" selbst nicht allzu häufig gebraucht. So werden die sechs Mädchen, die sich in einer Klinik namens "Twin Birch" befinden, nicht auf ihre Krankheit reduziert.

Eine von diesen Mädchen ist die 16-Jährige Zoe, die eines Tages von ihrer Mutter einfach in diese Einrichtung gebracht wird. Zoe versteht selbst nicht so genau, was sie dort soll, denn sie ist zwar dünn, aber nicht so dünn wie die anderen Mädchen. So schreibt sie immer wieder an ihre beste Freundin Elise und berichtet dabei nicht nur von ihrem Alltag in der Klinik, sondern auch von gemeinsamen erlebten Momenten. Damit reflektiert sie sich selbst und kommt ganz langsam dahinter, weswegen sie nach "Twin Birch" gebracht wurde.

Zoe ist sicherlich kein einfacher Charakter, aber ich mochte es, dass die Autorin bei ihr doch mehrere Seiten beleuchtet. So geht es nicht primär ums Essen, sondern auch um andere Probleme, die sie anscheinend schon viel zu lange mit sich herumschleppt. Diese vielschichtige Darstellung hat mir bei diesem Buch besonders gut gefallen.

In "Twin Birch" werden sicherlich andere Arten von Therapien angewandt als in anderen Einrichtungen. So geht die Autorin und damit auch das Personal hier sehr sensibel mit den Mädchen um. Es gibt viele Freiheiten, aber auch einige Regeln. In erster Linie soll der Gruppenzusammenhalt gestärkt werden und die Mädchen sollen erkennen, dass sie nicht allein sind.

Innerhalb der Gruppe kommt es allerdings recht schnell zu einer Spaltung und es gibt einige Vorkommnisse, die aber wohl nur dazu dienen zu zeigen, wie verschieden die Mädchen dennoch sind. Viel zu oft werden gerade psychische Erkrankungen alle über einen Kamm geschert, doch dabei ist es wichtig, jeden Menschen als Individuum zu betrachten. "Heute will ich leben" ist auf jeden Fall ein interessanter und vielschichtiger Einblick in eine Thematik, die in anderen Büchern oft viel zu einseitig dargestellt wird. Manche Dinge konnte ich mir zwar selbst zusammenreimen, gerade was Zoes Erkrankung angeht, doch dennoch halte ich dieses Buch gerade für Jugendliche, die vielleicht selbst betroffen sind, für eine wunderbare Lektüre!

ich vergebe 5 von 5.

"Heute will ich leben" ist ein vielschichtiger Roman, der ein Mädchen begleitet, das nach und nach selbst reflektieren muss, was in ihrem Leben schief gelaufen ist. Deutlich sensibler als andere Bücher über Magersucht!


Freitag, 12. März 2021

Die Sturmhöhe - Emily Brontë


Titel:
 
Die Sturmhöhe

Autor:  Emily Brontë
Genre: Roman, Klassiker
Erscheinungsdatum: 1989
Anzahl der Seiten: 363
Cover und Inhalsangabe: © Insel Verlag

Begonnen: 01.02.2021
Beendet: 03.02.2021


"Cathy Earnshaw und ihr Stiefbruder, das Findelkind Heathcliff, sind einander bedingungslos zugetan und beide gleichermaßen wild und kompromisslos. Als ihre Freundschaft zu Liebe wird, beginnt eine Tragödie auf Leben und Tod. Cathy heiratet den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, und Heathcliff verlässt gedemütigt die Gegend. Drei Jahre später kehrt er als reicher Mann zurück und versucht Cathy für sich zu gewinnen; ihre alte Liebe flammt wieder auf. " 


"Die Sturmhöhe", beziehungsweise später auch einfach nur unter "Sturmhöhe" veröffentlicht, war ein Klassiker, den ich schon lange lesen wollte. Ich muss sagen, dass ich das das Buch im Vorfeld vollkommen falsch eingeschätzt habe, denn ich dachte, es würde sich hier eine große Liebesgeschichte handeln. In Wahrheit ist es aber ein sehr düsteres und auch melancholisches Familiendrama ...

Aus der Sicht des neuen Pächters Mr. Lockwood werden wir erst einmal mit den aktuellen Bewohnern von "Wuthering Heights" vertraut gemacht. So erfahren wir, dass er der Hausherr Mr. Heathcliff wie ein Einsiedler lebt und ein echter Menschenfeind ist. Dies fand ich zu Beginn sehr interessant, doch relativ schnell wird deutlich, dass Heathcliff, genau wie viele andere Charaktere in dieser Geschichte, alles andere als liebenswürdig ist. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem so viele unsympathische Personen aufeinandertreffen wie in "Die Sturmhöhe".

Zu Beginn hatte ich zudem große Probleme mich in dieser doch sehr verstrickten Familienkonstellation zurecht zu finden. Einige Namen werden mehrmals verwendet und so ist der hinten im Buch abgedruckte Stammbaum zum Verständnis unabdingbar.

Mr. Lockwoods Hausangestellte, die früher auch für die Earnshaws  und Lintons gearbeitet hat, erzählt schließlich die ganze Lebensgeschichte von Heathcliff, die damit beginnt, wie er als Waisenkind in die Familie kam und schließlich durch zu viel Eifersucht, Hass und Missgunst schließlich in absoluter Einsamkeit endet.

"Die Sturmhöhe" war für mich keine einfache Lektüre und ich halte das Buch auch nicht für einen Klassiker, den man unbedingt gelesen haben sollen. Einen gewissen Sog besitzt die Geschichte definitiv, denn sie weiß zu schockieren. Einen gewissen Mut und ein gutes Sprachgefühl kann man Emily Brontë definitiv nicht absprechen. Ihre Charaktere besitzen definitiv Tiefgang und ich kann auch verstehen, warum dieses Werk auch heute noch die Leserschaft begeistert. Allerdings bin ich nun auch froh, den Fänden von Wuthering Heights entkommen zu sein!

"Die Sturmhöhe" von Emily Brontë ist eine sehr düstere Familiengeschichte, die zugleich abstoßend und anziehend wirkt. Eine sehr schwermütige Lektüre!


ich vergebe 4 von 5.




Mittwoch, 10. März 2021

[Rezension] Boy`s Life - Die Suche nach einem Mörder - Robert McCammon

 


Titel: Boy`s Life - Die Suche nach einem Mörder

Autor:  Robert McCammon
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 18. März 2020
Anzahl der Seiten: 582
Cover und Inhalsangabe: © Luzifer

Begonnen: 28.01.2021
Beendet: 04.02.2021


"Es ist 1964 in dem kleinen idyllischen Städtchen Zephyr, wo die Bewohner entweder in der Papierfabrik am Tecumseh River oder in dem örtlichen Milch­betrieb arbeiten. Es ist ein einfaches Leben, aber doch voller Wunder für den zwölfjährigen Cory Mackenson.
Eines Morgens werden er und sein Vater Zeuge, wie ein Auto vor ihnen von der Straße abkommt und in einem See versinkt. Am Steuer aber befand sich ein nackter, geschundener Körper, mit Handschellen an das Lenkrad gefesselt. Mit der Zeit vergessen oder verdrängen die Bewohner des Ortes den seltsamen Vorfall, doch Cory und sein Vater wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Ihre Suche führt sie in eine Welt, wo Unschuld und Bosheit aufeinanderprallen und Magie und Fantasie mit der Realität zu verschmelzen scheinen …"


Robert McCammon hat mich mit dem ersten Teil der Reihe rund um "Matthew Corbet" bereits in den Bann gezogen und mit seinem sehr detailreichen Schreibstil überzeugt. Nun wollte ich unbedingt "Boy`s Life" lesen, das von vielen Bloggern als großes Highlight bezeichnet wird. So habe ich mich nun gedanklich auch ins kleine Städtchen Zephyr begeben und dort viele kleine und große Abenteuer erlebt.

"Boy´s Life" ist ein sehr vielschichtiger Roman, der sich nicht in eine Schublade pressen lässt. Im Fokus steht der zwölfjährige Cory, der ein besonderes Jahr seiner Kindheit beschreibt. Dabei geht es, wie der Untertitel vermuten lässt, auch um einen Mord. Dieser geschieht schon auf den ersten Seiten, denn Cory muss mit ansehen, wie ein ans Auto gefesselter Mann im See verschwindet. Dieser Vorfall bildet den Auftakt für eine Reihe merkwürdiger Vorkommnisse.

Ich war von der allerersten Seite an gefesselt, denn ich liebe Bücher, die aus der Sicht von Kindern geschrieben sind. Kinder, die auf der einen Seite alles mit ganz eigenen Augen wahrnehmen, die aber dennoch immer wieder mit der Welt der Erwachsenen kollidieren. Gewisse Parallelen zu den Bücher von Stephen King waren für mich sehr offensichtlich, doch Robert McCammon baut hier viele sehr originelle Ideen ein, die diese Geschichte zu einem einzigartigen Leseerlebnis machen.

Als Protagonist und als sehr fantasievoller Erzähler tritt hier Cory auf, den ich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen habe. Natürlich hat mich hier besonders fasziniert, dass er Schriftsteller werden will und sich auch ersten zaghaften Schreibversuchen hingibt.

Überrascht hat mich, wie viele Nebengeschichten Robert McCammon hier doch einbaut, Wir haben hier zum Beispiel eine spirituell angehauchte Lady, eine wilde "Dämonin", einen Jungen, der unfassbar gut werfen kann, ein unheimliches Flussmonster und ein Äffchen, das die Stadt terrorisiert. Für mich hat Robert McCammon hier ein wahres Meisterwerk erschaffen. Ich habe bis zum Ende mit Cory gelacht, geweint, gekämpft, gelitten und gehofft. Genau so muss ein gutes Buch sein!


"Boy`s Life" ist für mich ein wahres Meisterwerk und damit auch ein großes Highlight. Selten haben mich Bücher so gefangen genommen wie dieses!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extra-Regentropfen!


Montag, 8. März 2021

[Rezension] Schutzengel - Dean R. Koontz

 


Titel: Schutzengel

Autor:  Dean R. Koontz
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1990
Anzahl der Seiten: 494
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 27.01.2021
Beendet: 29.01.2021


"Sobald die junge Laura Shane in Gefahr gerät taucht immer wieder ein geheimnisvoller Schutzengel auf. 20 Jahre lang bleibt er dann während ihrer Ehe verschwunden - Bis er plötzlich verwundet vor ihrer Haustür erscheint. Nun ist es Laura, die ihren einstigen Beschützer vor grausamen Feinden aus einer längst vergangenen Zeit retten muss."

Auch im neuen Jahr geht es für mich mit den Werken von Dean R. Koontz weiter, denn schließlich gibt es da noch eine Menge zu entdecken. Nun bin ich erst einmal auf "Schutzengel" gestoßen und kann gleich zu Beginn dieser Rezension sagen, dass dies wohl einst der verrücktesten Geschichten aus der Feder von Dean R. Koontz ist.

Als Leser begleiten wir der Protagonistin Laura in der ersten Hälfte des Buches von ihrer Kindheit an bis ins Erwachsenenalter. Dabei erfahren wir, dass sie schon seit Geburt an einen "Schutzengel" beziehungsweise einen Beschützer hat, der sie immer wieder rettet. So wächst Laura trotz einiger schlimmer Schicksalsschläge zu einer glücklichen Frau heran und wird eine bekannte Schriftstellerin. Doch dann taucht ihr Beschützer bei ihr auf und dieses mal ist er es, der Hilfe braucht ...

Lauras Geschichte ist sehr berührend. Es hat mir großen Spaß gemacht, sie heranwachsen zu sehen. Sie steckt viele wirklich tragische Ereignisse in ihren Leben sehr gut weg und versucht immer optimistisch zu bleiben. Dies habe ich an ihr bewundert, denn dies macht sie zu einer Kämpferin, die auch die abgedrehten Geschehnisse in diesem Buch meistert.

Ich war überrascht, in welche Richtung sich diese Story entwickelt, denn hinter dem "Schutzengel" verbirgt sich doch etwas ganz anderes, als ich zu Beginn erwartet hatte. Für mich hat Dean R. Koontz hier einige sehr originelle Ideen eingebaut, die mich an einigen Punkten echt schmunzeln ließen. Diese Art der Geschichte hätte ich hier nämlich definitiv nicht erwartet!

Vom Aufbau ist dieses Werk sicherlich ein typischer Koontz, denn schließlich gibt es mal wieder eine wilde Verfolgungsjagd, die mir im großen Finale zwar etwas zu dick aufgetragen war, die aber dennoch zu unterhalten weiß. In die Horrorrichtung entwickelt sich dieses Buch allerdings nicht. Einordnen würde ich "Schutzengel" fast schon als Sci-Fi-Roman und obwohl mir dieses Genre sonst nicht so recht liegt, war ich hier doch begeistert! Ich bin gespannt, ob andere Bücher von Koontz dieselbe Richtung einschlagen ...



Ein geheimnisvoller "Schutzengel" wacht jahrelang über eine Frau, braucht dann aber selbst Hilfe. Eine wirklich verrückte Geschichte, die gerade was die Verfolgungsjagd anbelangt zwar recht typisch für ein Buch von Dean Koontz ist, aber dennoch an vielen Punkten zu überraschen weiß! Ein toller Unterhaltungsroman!
Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 6. März 2021

[Rezension] Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg - Julie Clark

 


Titel: Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg

Autor:  Julie Clark
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 25. Dezember 2020
Anzahl der Seiten: 278
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 25.01.2021
Beendet: 28.01.2021


"New York, Flughafen JFK: Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, beim Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen – vor seinen gewalttätigen Übergriffen und der lückenlosen Kontrolle, die er über sie ausübt. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb weniger Sekunden beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken.
Erleichtert landet Claire in Kalifornien. In Evas Haus gibt es allerdings keine Hinweise auf einen Ehemann. Dann erfährt sie, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist. Und kurz darauf entdeckt sie die vermeintlich abgestürzte Eva in einer Fernsehreportage über das Unglück. Lebendig. Hat sie die Flucht in das Leben einer Anderen am Ende doch nur in eine Falle gelockt?"


Claire plant schon lange, sich von ihrem gewalttätigen Mann zu trennen, doch sie weiß einfach nicht genau, wie sie es anstellen soll, schließlich ist Rory als Sohn einer Senatorin sehr einflussreich. Mit der Hilfe einer alten Freundin will sie schließlich, als sie wieder mal für ihren Mann verreisen soll, endlich untertauchen ... doch an dem Tag, an dem sie ihren Plan ausführen soll, geht alles schief. Doch dann lernt sie eine Frau kennen, die ebenfalls einen Ausweg sucht und so tauschen die beiden nicht nur ihre Flugtickets sondern auch ihre Identitäten.

Schon allein die Ausgangslage fand ich ungemein spannend. Zum einen habe ich erst einmal mit Claire mitgefiebert und natürlich gehofft, dass sie ihren Mann entkommen kann, zum anderen ist da dann aber auch plötzlich die geheimnisvolle Frau am Flughafen, die ebenfalls eine eigene Vorgeschichte besitzt. Wir erleben schließlich mit, wie Claire versucht, sich ein neues Leben mit einer neuen Identität aufzubauen und erfahren zum anderen, was Eva dazu getrieben hat, ihr ganzes Leben hinter sich zu lassen.

Es hat mir großen Spaß gemacht, die beiden Frauen kennenzulernen. Es wird schnell deutlich, dass beide eine Chance auf ein besseres Leben verdienen. Mir gefielen die Geschichten von Claire und Eva, die doch zeigen, dass wir alle hin und wieder die falschen Entscheidungen treffen und vielleicht meinen, dass es keinen Ausweg gibt. Doch dabei muss man für diesen Ausweg nur kämpfen ...

Spannend ist dieses Werk von Julie Clark auf jeden Fall. Die Cliffhanger sind gut gesetzt und es gibt einige Überraschungen. Als echten Thriller würde ich das Buch als Vielleser in dem Bereich allerdings nicht bezeichnen, dafür geht es die meiste Zeit doch zu ruhig zu. Dennoch hat mich "Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg" durchwegs gut unterhalten!


"Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg" besitzt eine ungemein fesselnde Geschichte über zwei Frauen, die ihr Leben einfach nur hinter sich lassen wollen und einen Neuanfang wollen ... Ein Neuanfang, der allerdings beiden nicht vergönnt zu sein scheint. Für einen Thriller zwar etwas zu ruhig erzählt, aber durch die gut gesetzten Cliffhanger dennoch eine unterhaltsame Lektüre!

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 4. März 2021

[Rezension] Liegen lernen - Frank Goosen

 



Titel: Liegen lernen

Autor:  Frank Goosen
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 20. November 2001
Anzahl der Seiten: 354
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 24.01.2021
Beendet: 26.01.2021


"Eine Stadt im Ruhrgebiet. Anfang der 80er Jahre. Helmut ist 16, besucht die Oberstufe eines Gymnasiums, hat Eltern, die nicht miteinander reden und eine Mutter, die immer nur wissen möchte, was er eigentlich will. Vom Leben, zum Beispiel. Wenn er das nur selbst so genau wüßte. Seine lakonische Selbsteinschätzung: drogenabstinenter, heterosexueller Nichtdemonstrierer, so wenig Engagement wie nötig, so viel Leben (lassen) wie möglich. Helmut hört Platten von den Beatles und Dylan, tanzt zu Madness und Fischer Z, trägt wie alle anderen Bäckerhosen und verliebt sich in die Schulsprecherin Britta. Ihr zuliebe engagiert er sich in der Nicaragua-Gruppe, sie führt den kleinbürgerlichen, immer etwas schüchternen Jungen in die Liebe ein. Zur ersten Liebe aber gehört auch die erste Enttäuschung. Und so erzählt Helmut rückblickend sein Leben als Suche nach der einzigen Frau, die ihm etwas bedeutet hat, während seine amourösen Abenteuer ihn in Wirklichkeit kaltließen."


Die Geschichte von Helmut beginnt an dem Tag, als seine Eltern einen Farbfernseher anschaffen und von da an nur noch wenig miteinander, aber auch mit ihrem Sohn reden. Helmut ist erst 16 und weiß wie wohl jeder Teenager in diesem Alter nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Doch da tritt Britta in sein Leben, die ihn an die Hand nimmt - allerdings hält die erste Liebe bekanntlich nicht ewig ...

Helmut ist ein Charakter, mit dem sich wohl jeder Leser identifizieren kann. Wir standen (oder stehen noch immer!) doch alle vor Entscheidungen, die darüber bestimmen, in welche Richtung sich unser Leben entwickeln wird und wir alle haben uns sicherlich schon einmal schwer damit getan, herauszufinden, was wir eigentlich wollen. Der Hauptcharakter dieses Buches wächst in den 80ern und 90ern auf und versucht verzweifelt, seinen Platz in einer Welt zu finden, die sich doch dauernd verändern.

Aus der Sicht von Helmut erfahren wir in erster Linie, wie er nach seiner ersten gescheiterten Beziehung mit anderen Frauen umgeht, ja, dass es ihm anscheinend nur um den Geschlechtsverkehr und nicht um die echte Liebe geht. Wie der Titel sehr passend bereits andeutet, muss Helmut erst einmal "liegen lernen", sprich, sesshaft werden. Doch wie soll das gehen, wenn es unter seiner ersten Beziehung nie einen echten Schlussstrich gab?

In "Liegen lernen" geht es hauptsächlich um Helmuts Liebesleben. Die Zeit des Mauerfalls spielt nur eine untergeordnete Rolle und so nehmen wir, genau wie Helmut, den großen Umbruch Deutschlands nur am Rande wahr. Zu groß sind doch seine eigenen "Probleme".

Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen gelesen, was sicherlich in erster Linie an den tollen Humor von Frank Goosen lag. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, in der es für meinen Geschmack zwar etwas zu viel um Sex ging, die aber an vielen Stellen zum Nachdenken anregt. Es ist schön zu sehen, wie Helmut sich mit der Zeit verändert, wie er seine Fehler und wie er erwachsen wird ohne dabei seine Jugend aufzugeben!


"Liegen lernen" ist ein lesenswerter Roman über das Erwachsenwerden und das Eingestehen der eigenen Fehler! Helmut ist ein interessanter Charakter und das Buch besitzt einen tollen Humor, wenngleich für meinen Geschmack deutlich zu viel Sex ...

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 2. März 2021

[Rezension] The Cousins - Karen M. McManus


Titel:
 
The Cousins

Autor:  Karen M. McManus
Genre: Jugendthriller, Jugendroman
Erscheinungsdatum: 14. Dezember 2020
Anzahl der Seiten: 432
Cover und Inhalsangabe: © cbj

Begonnen: 13.01.2021
Beendet: 18.01.2021


"Milly, Aubrey und Jonah Story haben ihre legendäre Großmutter Mildred Margaret Story nie kennengelernt. Ihre Eltern sind schon vor langer Zeit von der High-Society-Matriarchin enterbt worden. Da erhalten die Cousins einen Brief: Sie sollen den Sommer auf dem Story-Anwesen auf Cape Cod bei ihrer Großmutter verbringen. Obwohl sich Milly, Aubrey und Jonah seit Kindesbeinen nicht gesehen haben, sind sich ihre Eltern einig – das ist die Chance, sich wieder auszusöhnen. Doch als die Cousins auf der Insel eintreffen, wird schnell klar, dass Mildred Margaret Story andere Pläne verfolgt – und dass die Story-Familiengeschichte dunkle Abgründe birgt. Diesen Sommer werden Milly, Aubrey und Jonah alle Geheimnisse aufdecken. Auch das letzte und tödlichste."


Seit ihrem Debüt bin ich großer Fan von Karen M. McManus, auch wenn ich sagen muss, dass ihre späteren Bücher für mich nicht an ihr Erstlingswerk herangereicht haben. Doch dennoch komme ich an keinem ihrer Bücher vorbei und so musste ich auch "The Cousins" direkt lesen.

In diesem Jugendthriller beschäftigt sich die Autorin mit einem dunklen Familiengeheimnis und lässt Milly, Aubrey und Jonah zum ersten Mal aufeinandertreffen. Die Familie ist schon lange zerrüttet und die drei sind überrascht, dass ihre Großmutter, die sie nie kennengelernt haben. sie nun in ihr Luxushotel einlädt und ihnen anbietet, den Sommer über dort zu arbeiten.

Dabei besitzt die Geschichte von Anfang an eine angenehme Spannung, denn natürlich will der Leser wissen, was damals vorgefallen ist. So baut die Autorin auch einen Strang aus dem Jahr 1996 ein, der zeigt, was genau die Eltern unserer drei Protagonisten damals erlebt haben. Dieser Vergangenheitsstrang kam mir allerdings doch etwas zu kurz vor und war dementsprechend auch nicht so intensiv wie die Nachforschungen in der Gegenwart.

Ich mochte die drei Charaktere, aus deren Sicht wir das ganze Geschehen erfahren, da es mal wieder Jugendliche mit ganz eigenen Problemen sind. So fühlt sich Milly weder von ihrer Mutter noch von ihrer Großmutter wirklich geliebt, Aubrey hat wenig Selbstvertrauen und Jonah, ja Jonah hat seine eigenen Gründe, um diesen Ferienjob anzunehmen. Allerdings hatte ich doch, anders als bei "One is us is lying" keinen echten Lieblingscharakter, mit dem ich hier mitfiebern konnte. Sie waren alle sympathisch, aber so recht nahe kam mir niemand. Angenehm war die Lovestory, die sich nicht in den Vordergrund drängt und auch die vielen kleinen Hürden, die unsere drei Protagonisten hier meistern müssen.

Die Atmosphäre auf der Insel hat mir gut gefallen. Bei mir kamen mitten im eisigen Winter tatsächlich etwas Sommerfeelings auf. Auch die vielen kleinen Wendungen haben mir gut gefallen, denn die Autorin lässt hier viele kleine Bomben hochgehen, bevor sie sich dem großen Finale nähert. Die letztendliche Auflösung hat mir auch zugesagt, wenngleich ich ein paar Details doch mal wieder zu konstruiert fand. "The Cousins" reicht zwar erneut nicht an Karen McManus Debüt ran, ist aber definitiv ein interessanter Jugendroman mit netten Wendungen und Überraschungen.


"The Cousins" ist ein interessanter Jugendroman, bei dem die Autorin viele kleine und große Geheimnisse aufdeckt. Eine spannende Lektüre mit interessanten Charakteren, allerdings waren mir Teile der Auflösung zu konstruiert und es fehlte mir doch eine Person zum mitfiebern ...

Ich vergebe 4 von 5.