Donnerstag, 4. März 2021

[Rezension] Liegen lernen - Frank Goosen

 



Titel: Liegen lernen

Autor:  Frank Goosen
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 20. November 2001
Anzahl der Seiten: 354
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 24.01.2021
Beendet: 26.01.2021


"Eine Stadt im Ruhrgebiet. Anfang der 80er Jahre. Helmut ist 16, besucht die Oberstufe eines Gymnasiums, hat Eltern, die nicht miteinander reden und eine Mutter, die immer nur wissen möchte, was er eigentlich will. Vom Leben, zum Beispiel. Wenn er das nur selbst so genau wüßte. Seine lakonische Selbsteinschätzung: drogenabstinenter, heterosexueller Nichtdemonstrierer, so wenig Engagement wie nötig, so viel Leben (lassen) wie möglich. Helmut hört Platten von den Beatles und Dylan, tanzt zu Madness und Fischer Z, trägt wie alle anderen Bäckerhosen und verliebt sich in die Schulsprecherin Britta. Ihr zuliebe engagiert er sich in der Nicaragua-Gruppe, sie führt den kleinbürgerlichen, immer etwas schüchternen Jungen in die Liebe ein. Zur ersten Liebe aber gehört auch die erste Enttäuschung. Und so erzählt Helmut rückblickend sein Leben als Suche nach der einzigen Frau, die ihm etwas bedeutet hat, während seine amourösen Abenteuer ihn in Wirklichkeit kaltließen."


Die Geschichte von Helmut beginnt an dem Tag, als seine Eltern einen Farbfernseher anschaffen und von da an nur noch wenig miteinander, aber auch mit ihrem Sohn reden. Helmut ist erst 16 und weiß wie wohl jeder Teenager in diesem Alter nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Doch da tritt Britta in sein Leben, die ihn an die Hand nimmt - allerdings hält die erste Liebe bekanntlich nicht ewig ...

Helmut ist ein Charakter, mit dem sich wohl jeder Leser identifizieren kann. Wir standen (oder stehen noch immer!) doch alle vor Entscheidungen, die darüber bestimmen, in welche Richtung sich unser Leben entwickeln wird und wir alle haben uns sicherlich schon einmal schwer damit getan, herauszufinden, was wir eigentlich wollen. Der Hauptcharakter dieses Buches wächst in den 80ern und 90ern auf und versucht verzweifelt, seinen Platz in einer Welt zu finden, die sich doch dauernd verändern.

Aus der Sicht von Helmut erfahren wir in erster Linie, wie er nach seiner ersten gescheiterten Beziehung mit anderen Frauen umgeht, ja, dass es ihm anscheinend nur um den Geschlechtsverkehr und nicht um die echte Liebe geht. Wie der Titel sehr passend bereits andeutet, muss Helmut erst einmal "liegen lernen", sprich, sesshaft werden. Doch wie soll das gehen, wenn es unter seiner ersten Beziehung nie einen echten Schlussstrich gab?

In "Liegen lernen" geht es hauptsächlich um Helmuts Liebesleben. Die Zeit des Mauerfalls spielt nur eine untergeordnete Rolle und so nehmen wir, genau wie Helmut, den großen Umbruch Deutschlands nur am Rande wahr. Zu groß sind doch seine eigenen "Probleme".

Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen gelesen, was sicherlich in erster Linie an den tollen Humor von Frank Goosen lag. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, in der es für meinen Geschmack zwar etwas zu viel um Sex ging, die aber an vielen Stellen zum Nachdenken anregt. Es ist schön zu sehen, wie Helmut sich mit der Zeit verändert, wie er seine Fehler und wie er erwachsen wird ohne dabei seine Jugend aufzugeben!


"Liegen lernen" ist ein lesenswerter Roman über das Erwachsenwerden und das Eingestehen der eigenen Fehler! Helmut ist ein interessanter Charakter und das Buch besitzt einen tollen Humor, wenngleich für meinen Geschmack deutlich zu viel Sex ...

Ich vergebe 4 von 5.

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