Freitag, 13. August 2021

[Rezension] Tina und Tini (Sammelband 1) - Enid Blyton


Titel:
 
Tina und Tini (Sammelband 1)

Autor:  Enid Blyton

Genre: Jugendbuch, Kinderbuch
Erscheinungsdatum: 1978
Anzahl der Seiten: 380
Cover und Inhalsangabe: © Schneider

Begonnen: 13.07.2021
Beendet: 15.07.2021


"Die beiden Freundinnen Tina und Tini sind unzertrennlich. Immer wieder geraten sie in verzwickte Situationen. Leider kann Tina kein Geheimnis für sich behalten,...

Inhalt:
- Tina und Tini finden den geheimnisvollen Schatz
- Tina und Tini stehen vor Rätseln
- Tina und Tini überlisten den Meisterdieb"


Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie etwas von Enid Blyton gelesen und demnach auch ihre sehr bekannte "Hanni und Nanni" - Reihe nicht kenne. In einem öffentlichen Bücherschrank habe ich allerdings nun einen Sammelband rund um die Abenteuer der beiden Freundinnen "Tina und Tini" entdeckt und musste ihn sofort mitnehmen.

Natürlich sind die drei Abenteuer in diesen Buch eher für jüngere Leser gedacht, aber auch ich als Erwachsene hatte großen Spaß an den Geschichten und auch an den passenden Illustrationen. In "Tina und Tina finden den geheimnisvollen Schatz" suchen die beiden zusammen mit Tinas Bruder Tobbi und ihren Cousin Oliver einen alten Familienschatz. Für mich war es hier eine sehr spannende Geschichte und ein guter Einstieg um die beiden Mädchen, aber auch Tobbi, der in allen Abenteuern dabei ist, kennenzulernen.

Die zweite Geschichte mit dem Namen "Tina und Tini stehen vor neuen Rätseln" spielt in den Sommerferien, in denen bei Tina und Tobbi nebenan seltsame Leute einziehen, die einen Jungen haben, der aber das Haus nicht verlassen darf. Auch hier ergibt sich eine sehr spannende Geschichte.

Zuletzt geht es in "Tina und Tina überlisten des Meisterdieb" noch auf ein Luxusschiff, auf dem Tinis Vater der Kapitän ist. Auch diese Geschichte ist sehr abenteuerlich und hat mich gut unterhalten. Ich möchte sowohl Tina und Tina, als auch Tobbi hier sehr gerne und hoffe noch weiter Geschichten mit den beiden zu entdecken. Eine perfekte Lektüre für zwischendurch mit einem angenehmen Humor und Charakteren, mit denen man selbst gerne befreundet wäre!


Drei unterhaltsame Abenteuer rund um die Freundinnen Tina und Tina und natürlich auch Tobbi. Sehr angenehm zu lesen! Ich bin gespannt auf weitere Bücher von Enid Blyton.

Ich vergebe 5 von 5.






Mittwoch, 11. August 2021

[Rezension] Der Heimweg - Sebastian Fitzek


Titel:
 
Der Heimweg

Autor:  Sebastian Fitzek

Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2020
Anzahl der Seiten: 400
Cover und Inhalsangabe: © Droemer HC

Begonnen: 09.07.2021
Beendet: 12.07.2021


"Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt - oder im Notfall Hilfe ruft.
Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation. Bis heute, als Jules mit Klara spricht.
Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an ..."


Ich muss zu Beginn dieser Rezension ganz ehrlich gestehen, dass ich mich in den letzten Jahren doch bewusst von Sebastian Fitzek und dem ganzen Hype, der um seine Person gemacht wird, abgewandt habe. Seine ersten Bücher habe ich damals geliebt, doch irgendwann wurde mir alles zu viel, zu überdreht und auch etwas zu aufgesetzt. Vielleicht auch eine Spur zu verkaufsorientiert. Nun habe ich nach all der Zeit tatsächlich eins seiner neueren Werke in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt und war nun doch neugierig.

In "Der Heimweg" setzt sich Fitzek mit einem sehr wichtigen und leider noch immer sehr aktuellen Thema auseinander, nämlich der häuslichen Gewalt. Jules Tannberg sitzt hier am Begleittelefon, das für Frauen entwickelt wurde, die sich auf dem Heimweg befinden und Angst haben. So hört er sich Klaras Geschichte an, die denkt, von dem sogenannten Kalendermörder verfolgt zu werden. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel bei dem gar nicht so recht klar ist, wer denn nur der Jäger und der Gejagte ist.

Spannungsgeladen ist dieser Psychothriller auf jeden Fall, was vor allem an den doch sehr kurzen Kapiteln, den gut gesetzten Cliffhangern und den vielen kleinen und großen Wendungen liegt. Die Geschichte wird zum einen aus Jules Sicht erzählt, der selbst mit den Dämonen seiner Vergangenheit kämpft. Zum anderen ist da Klara, die ihm übers Telefon nicht nur von ihrer schrecklichen Ehe erzählt, sondern auch davon, was Männer Frauen so alles antun können. Hier musste ich beim Lesen echt einige Male schlucken, denn weit von der Realität ist das alles sicherlich nicht entfernt.

Gut unterhalten hat mich "Der Heimweg" auf jeden Fall, aber mir wurde beim Lesen wieder einmal deutlich vor Augen gehalten, warum ich mich von Fitzeks Büchern entfernt habe. Sie sind für meinen Geschmack wirklich viel zu überladen, es gibt so viele Wendungen und Überraschungen, dass für mich ein gewisser Nachklang gefehlt hat. Gerade bei diesem doch sehr wichtigen Thema, hätte ich mir stellenweise ein paar ruhigere Momente gewünscht. Das Ende ist gut, keine Frage, gibt es doch eine echt große Wendung. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass mir alles letztendlich doch eine Spur zu konstruiert war ... 

"Der Heimweg" ist ein spannender Psychothriller, den man nicht so einfach wieder aus der Hand legen kann. Allerdings wirkt das Buch auch etwas überladen und daher auch konstruiert. Aber gute Unterhaltung liefert Fitzek, so wie wohl immer, auch hier ab! 

Ich vergebe 4 von 5.




Montag, 9. August 2021

[Rezension] Der Ghostwriter - Cecelia Ahern


 Titel: Der Ghostwriter

Autor:  Cecelia Ahern

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 26. November 2015
Anzahl der Seiten: 160
Cover und Inhalsangabe: © Fischer Taschenbuch

Begonnen: 08.07.2021
Beendet: 09.07.2021


"Herman Banks hat es vom armen Farmersjungen zum Multimillionär gebracht. Nur ein Wunsch treibt ihn noch um: Er möchte ein Buch schreiben, den großen, vollendeten Roman – und bezieht deshalb mit seiner jungen Frau das abgelegene Anwesen eines verstorbenen Autors in Südengland. Doch statt Inspiration zu finden, gerät Herman in eine mächtige Schreibblockade. Bis er im Zimmer mit der Kollektion alter Schreibmaschinen etwas Unheimliches vorfindet …"


Cecelia Ahern und ihre Bücher mag ich sehr gerne, sind sie doch immer sehr gefühlvoll und besitzen wundervolle Charaktere. Nun habe ich die Novelle "Der Ghostwriter" in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden - ein Buch, das die Meinungen spaltet.

Die Ausgangslage hat mir eigentlich gut gefallen. Wir haben hier den Multimillionär Herman, der schon eine Menge erreicht hat, Bücher liebt und nun ein eigenes Buch schreiben will. Mit seiner relativ jungen Frau kauft er das Haus eines Schriftstellers, der dort sein letztes Werk verfasst hat. Blöd nur, das Herman gerade mit eigenen Problemen zu kämpfen hat. Seine Frau Amber hat ihn nämlich betrogen und die beiden versuchen gerade, ihre Beziehung zu retten.

Der Schreibstil ist einfach und irgendwie auch sehr distanziert. Alles wird schnell abgehandelt und für mich war die Charakterentwicklung nicht wirklich stimmig. Besonders Hermans Wandel war für mich zu überstürzt, gerade hier hätte sich die Autorin mehr Zeit lassen müssen. Dabei ist gerade Herman und sein Wunsch, etwas zu Schreiben hier der Motor, der die Novelle antreibt. Mich hat die Grundidee etwas an "Das geheime Fenster, der heimliche Garten" von Stephen King erinnert, aber leider taucht Cecelia Ahern hier nicht wirklich in die Psyche ihrer Charaktere ein. Ganz im Gegenteil, die Geschichte bleibt einfach und leider auch sehr oberflächlich.

Auch Amber konnte ich nicht wirklich verstehen. Ihre Affäre selbst wird nicht wirklich thematisiert, von daher bleibt auch ihr Innenleben für den Leser verborgen. Dabei gibt es, gerade was Hermans Eifersucht angeht, einige starke Momente in diesem Werk. Allgemein wirkt "Der Ghostwriter" allerdings sehr lieblos und irgendwie so, als wären hier noch hundert Seiten nötig gewesen, um eine wirklich runde Geschichte zu erschaffen. Für Zwischendurch sicherlich ein Werk, das man als Fan von Ahern lesen kann, denn unterhaltsam und gut zu lesen ist das Buch, aber es ist weit davon entfernt, ein echtes Highlight zu sein ...


"Der Ghostwriter" ist eine kurze Geschichte, die sich relativ schnell lesen lässt, dabei aber leider sehr oberflächlich bleibt ... Schade, denn die Grundidee ist echt gut.

Ich vergebe 3 von 5.







Samstag, 7. August 2021

[Rezension] Gärten der Nacht (Vorgeschichte der Saga "Das Erbe von Foxworth Hall") - V.C. Andrews


 Titel: Gärten der Nacht

Autor:  V.C. Andrews

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: ca. 1996
Anzahl der Seiten: 320
Cover und Inhalsangabe: © GGP Media

Begonnen: 03.07.2021
Beendet: 06.07.2021



"Die Vorgeschichte zu der Familensaga "Das Erbe von Foxworth Hall". Warum hasst Malcom Foxworth, der Erbe von Foxworth Hall, seine Frau Olivia seit dem Tag ihrer Hochzeit? Und warum verfällt er vom ersten Augenblick an Alicia, der schönen und blutjungen zweiten Frau seines Vaters? Eines Tages verschwindet die schwangere Alicia spurlos ..."


Die Reihe rund um "Foxworth Hall" hat mich schon nach dem ersten Teil nicht nur in den Bann gezogen sondern auch schockiert und emotional fürchterlich mitgenommen. Es ist eine solch intensive, aber auch psychisch sehr herausfordernde Geschichte, dass ich mir viel Zeit genommen hatte, die Reihe fortzusetzen. Band vier habe ich bisher noch nicht gelesen, aber die Vorgeschichte, die ich zufällig in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt habe, wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal sich mir die Gelegenheit bot, das Buch mit zwei Bloggerkolleginnen zu lesen.

Intensiv, verstörend und sehr überraschend präsentiert V.C. Andrews hier die doch sehr tragische Geschichte von Olivia, die später von den Leser als verabscheuungswürdige Großmutter wahrgenommen werden soll. Dabei beweist die Autorin abermals ihr Geschick dafür, Charaktere von verschiedenen Seiten zu beleuchten und dabei aufzuzeigen, wie sich Menschen im Laufe des Lebens verändern.

Das Leben ist weder schwarz noch weiß und wir Menschen sollten einander nicht vorschnell verurteilen. Das zeigt auch diese Vorgeschichte sehr schön auf, die den Leser dazu bringt, das große Ganze besser zu verstehen. Zu Beginn der Geschichte hatte ich hier sehr viel Mitgefühl mit Olivia, die einfach nur geliebt werden möchte und schließlich von Malcom Foxworth einen Heiratsantrag bekommt. All ihre romantischen Vorstellungen werden von der tristen Realität zerstört, denn bereits nach der Hochzeit offenbart sich, dass sie an der Seite von Malcom kein allzu tolles Leben haben wird.

Neben Olivia tauchen natürlich noch andere Charaktere auf, mit denen der Leser bereits vertraut ist. Dabei gibt es auch noch einige sehr große Überraschungen, die die späteren Geschehnisse noch einmal in ein anderes Licht tauchen. Auch wenn es eine Vorgeschichte ist, würde ich an dieser Stelle unbedingt empfehlen, zumindest "Blumen der Nacht" als erstes zu lesen. Mit diesem Band schließt sich nämlich der Kreis nahezu perfekt ...

An vielen Stellen musste ich schlucken, an anderen wäre ich am liebsten in Tränen ausgebrochen oder hätte das Buch wütend gegen eine Wand geworfen. Es ist ein sehr intensives Leseerlebnis und auch dieser Band führt wohl dazu, dass ich diese Reihe nicht so schnell vergessen werde!


Die verstörende Vorgeschichte der "Foxworth"-Saga hat mich absolut in den Bann gezogen und erneut verstört und überrascht. Wer den ersten Teil der Reihe kennt, sollte sich die tragische Geschichte von Olivia und Malcom nicht entgehen lassen!

Ich vergebe 5 von 5.


Donnerstag, 5. August 2021

[Rezension] Der Sommer des Erwachens - Marjorie Reynolds


 Titel: Der Sommer des Erwachens 

Autor:  Marjorie Reynolds

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 27. Juni 2000
Anzahl der Seiten: 397
Cover und Inhalsangabe: © Lübbe

Begonnen: 29.06.2021
Beendet: 05.07.2021



"Amerika Ende der fünfziger Jahre: Gemeinsam mit ihrem strengen Vater Claude und ihrer bildschönen, aber melancholischen Mutter lebt die junge Callie Anne neben dem Starlite-Autokino. Ihr Leben ist geprägt von den Hollywood-Filmen, die ihr Vater dort zeugt. Als Claude den attraktiven Herumtreiber Memphis einstellt, überträgt sie ihre romantischen Träume auf ihn und erlebt ihre erste sehnsuchtsvolle Verliebtheit. Zu spät merkt Callie Anne, dass Memphis nicht sie liebt, sondern ihre Mutter ..."



Ich finde es immer wieder toll, Bücher zu finden, die mir sonst noch nirgends begegnet sind und zu denen es im Internet auch keinerlei Meinungen gibt. Nun habe ich "Der Sommer des Erwachens" von Marjorie Reynolds in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt und war gleich angetan von der Story, die in einem Autokino in den 50er Jahren spielt.

Der Leser weiß hier zu Beginn bereits, dass in der Gegenwart auf dem Gelände des nun verlassenen Autokinos menschliche Überreste gefunden werden. Gemeinsam mit Callie Anne reisen wir nun in die Vergangenheit und erfahren, was damals passiert ist. Dabei steht ihre Familie mit all ihren Problemen im Fokus. Ihre Mutter verlässt das Haus nicht mehr und ihr Vater verliert sehr oft die Kontrolle. Als plötzlich der Herumstreicher Memphis auftaucht, verdrehte er sowohl Callie Anne als auch ihrer Mutter den Kopf und für beide wird es ein Sommer des Erwachens beziehungsweise Erwachsenwerdens.

Der Roman ist sehr ruhig, besitzt aber dennoch einen gewissen Sog, was sicherlich an den interessanten Charakteren liegt. Zum einen haben wir hier Callie Anne, die selbst noch sehr unerfahren und teilweise auch sehr naiv wirkt. Sie verliebt sich in Memphis, sieht aber auch, dass dieser sich zu ihrer Mutter hingezogen fühlt. Ihre Gefühle selbst kann sie nicht so recht einordnen, denn sie wurde weder aufgeklärt, noch weiß sie, was Liebe ist.

Es war interessant zu sehen, wie sich Callie Anne verändert, aber auch, wie ihre Mutter zeitgleich immer mutiger wird und schließlich auch sieht, in welcher Sackgasse ihre Ehe geraten ist. Es ist ein Werk, dass sich vorwiegend mit dem Erwachsenwerden beschäftigt, aber auch aufzeigt, dass es im Leben doch um Veränderungen geht und dass es nie gut ist, an etwas festzuhalten, das einem nicht gut tut oder sogar gefangen hält. Das Ende jedoch war für mich doch der schwächste Teil dieser Geschichte, was vor allem daran lag, dass es keinerlei Überraschungen oder Wendungen gibt. Dennoch halte ich "Der Sommer des Erwachsens" für einen lesenswerten Roman, der meiner Meinung nach auch viel mehr Leser verdient hätte!



Ich bin froh, dieses doch sehr unbekannte Buch entdeckt zu haben, denn auch wenn die Geschichte sehr ruhig ist, besitzt sie einen gewissen Sog und durch das Autokino, die 50er Jahre und einer Heranwachsenden Protagonistin eine tolle Atmosphäre!


Ich vergebe 4 von 5.




Dienstag, 3. August 2021

[Rezension] Im Schatten der Mauer. Ein Roman um Janusz Korczak - Christa Laird

 


Titel:  Im Schatten der Mauer. Ein Roman um Janusz Korczak

Autor:  Christa Laird

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Januar 1990
Anzahl der Seiten: 180
Cover und Inhalsangabe: © Carl Ueberreuter Verlag

Begonnen: 25.06.2021
Beendet: 30.06.2021



"Der dreizehnjährige Misha lebt im jüdischen Ghetto von Warschau. Unter Todesgefahr versorgt er dort seine kranke Mutter mit Lebensmitteln. Von ihm und seinem Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen, hängt das Leben der Mutter ab. Sein großes Vorbild ist der Kinderarzt Janusz Korczak, dem es gelingt, in einer unmenschlichen Welt menschliche Werte zu bewahren."



Bücher, die das wohl düsterste Kapitel der deutschen Geschichte beschreiben, halte ich für überaus wichtig und ich lese solche Werke auch immer wieder gerne, wenn ich mich mental dazu in der Lage fühle. "Im Schatten der Mauer" ist allerdings kein Buch, was besonders in die Tiefe geht und daher wohl einfach nur ein Jugendbuch ist, das einen kleinen stillen Beitrag dazu leistet, dass gewisse Personen und Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.

Als ich mit dem Buch begonnen habe, stellte ich relativ schnell fest, dass es mich nicht so recht berühren konnte. Schuld daran war wohl in erster Linie der doch recht altmodische und recht distanzierte Schreibstil. Wir begleiten hier Misha, der das Warschauer Ghetto, immer wieder verlässt, um für seine kranke Mutter und seine Schwestern Nahrung zu holen. Diese Schmuggeltouren machen den Hauptanteil der Geschichte aus und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich es etwas interessanter gefunden hätte, mehr über das Ghetto oder auch den Arzt Janus Korczak zu erfahren. Dieser ist nämlich eine real existierende Person und war damals für viele Waisenkinder scheinbar ein großer Held.

Über diesen Doktor, der auch Misha ein großes Vorbild ist, erfährt der Leser leider erst am Ende des Romans ein paar wenige Fakten. Dabei spielt er hier doch eine recht zentrale Rolle. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin selbst eine gewisse Distanz zur damaligen Zeit bewahren wollte und vieles einfach sehr sachlich wiedergibt.

Die Darstellung von Misha hat mir hingegen gut gefallen. Er ist ein sehr starker Junge, der sich aber auch der eigenen Schwächen gewusst ist. Dennoch hätte ich mir hier auch etwas mehr Nähe gewünscht und vielleicht noch ein paar andere Seiten an ihm ...


Ich wünschte, die Geschichte hätte mich mehr berühren und auch mehr fesselnd können, denn Christa Laird widmet sich hier einem sehr wichtigen Thema. Für mich war es aber teilweise zu oberflächlich!

Ich vergebe 3 von 5.


Sonntag, 1. August 2021

[Rezension] Wilde Orchideen - Jude Deveraux

 


Titel: Wilde Orchideen

Autor:  Jude Deveraux

Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2007
Anzahl der Seiten: 352
Cover und Inhalsangabe: © Weltbild

Begonnen: 22.06.2021
Beendet: 25.06.2021



"Der Schriftsteller Ford, findet den Stoff für seine besten Geschichten, stets in unmittelbarer Umgebung. Doch nach dem Tod seiner geliebten Frau, fällt er nicht nur aus Trauer in ein tiefes Loch; ihm fehlt die Inspiration. Eines Tages lernt er die viel jüngere, sehr quirlige und vor allem schlagfertige Jackie Maxwell kennen und bietet ihr kurzerhand eine Stelle als seine persönliche Assistentin an. Doch Jackie winkt zunächst dankend ab, da sie ein paar Tage später heiraten möchte. Jackies Geschichte jedoch, die sie Ford auf einer Party erzählt hat, lässt Ford nicht los und macht ihn so neugierig, dass er beschließt, ein Haus in Cole Creek zu kaufen um dort an Ort und Stelle den Wahrheitsgehalt der Story zu überprüfen. Ford ist jedoch angenehm überrascht, als Jackie sich doch noch kurzfristig dazu entschließt, ihn zu begleiten."



Obwohl "Wilde Orchideen" von Jude Deveraux ein recht unscheinbares Cover besitzt, hatte ich gleich gespürt, dass es sich hierbei um etwas Besonderes handeln könnte und so war es dann auch ...

Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Zum einen haben wir den Schriftsteller Ford, der seine Frau verloren hat und den Verlust, wie auch viele andere traumatische Erlebnisse, noch nicht verarbeitet hat. Er ist auf der Suche nach einer neuen Buchidee und kommt so zu dem kleinen Ort Cole Creek, in dem angeblich einst eine Frau ein Verhältnis mit dem Teufel hatte und schließlich von einigen Anwohnern getötet wurde.

Auf der anderen Seite erfahren wir mehr über Jackie, die Fords Assistentin wird und eine ganz besondere Verbindung zu Cole Creek zu haben scheint. Ihr Humor tut nicht nur dem Leser gut sondern verändert auch den trauernden und oft sehr melancholischen Ford. Die beiden besitzen gemeinsam eine tolle Dynamik.

"Wilde Orchideen" beginnt sehr emotional und gleichzeitig sehr melancholischen, denn Ford doch sehr tragische Geschichte fesselnd den Leser und berührt ihn. Ford als Mensch und auch als Schriftsteller habe ich hier sehr schnell lieben gelernt und ich war froh, dass seine Melancholie etwas verpufft, als er auf Jackie trifft und sich schließlich auf die die doch sehr unheimliche Legende der Kleinstadt konzentriert. 

Jude Deveraux legt den Fokus hier definitiv auf ihre Charaktere, die sehr tiefgründig und damit sehr lebendig beschrieben werden. Der Roman ist sehr vielschichtig und ich war überrascht, welche originellen Ideen die Autorin hier einbaut. Nicht gerechnet hatte ich damit, dass es sogar leicht in die paranormale Richtung geht, was natürlich total meinen Geschmack getroffen hat. Ich habe das Buch förmlich verschlungen und ich bin nun tatsächlich auf weitere Bücher der Autorin gespannt.



"Wilde Orchideen" ist ein berührender, fesselnder und auch überraschender Roman mit zwei tollen Protagonisten. Ein toller Genre-Mix!

Ich vergebe 5 von 5.