Mittwoch, 10. März 2021

[Rezension] Boy`s Life - Die Suche nach einem Mörder - Robert McCammon

 


Titel: Boy`s Life - Die Suche nach einem Mörder

Autor:  Robert McCammon
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 18. März 2020
Anzahl der Seiten: 582
Cover und Inhalsangabe: © Luzifer

Begonnen: 28.01.2021
Beendet: 04.02.2021


"Es ist 1964 in dem kleinen idyllischen Städtchen Zephyr, wo die Bewohner entweder in der Papierfabrik am Tecumseh River oder in dem örtlichen Milch­betrieb arbeiten. Es ist ein einfaches Leben, aber doch voller Wunder für den zwölfjährigen Cory Mackenson.
Eines Morgens werden er und sein Vater Zeuge, wie ein Auto vor ihnen von der Straße abkommt und in einem See versinkt. Am Steuer aber befand sich ein nackter, geschundener Körper, mit Handschellen an das Lenkrad gefesselt. Mit der Zeit vergessen oder verdrängen die Bewohner des Ortes den seltsamen Vorfall, doch Cory und sein Vater wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Ihre Suche führt sie in eine Welt, wo Unschuld und Bosheit aufeinanderprallen und Magie und Fantasie mit der Realität zu verschmelzen scheinen …"


Robert McCammon hat mich mit dem ersten Teil der Reihe rund um "Matthew Corbet" bereits in den Bann gezogen und mit seinem sehr detailreichen Schreibstil überzeugt. Nun wollte ich unbedingt "Boy`s Life" lesen, das von vielen Bloggern als großes Highlight bezeichnet wird. So habe ich mich nun gedanklich auch ins kleine Städtchen Zephyr begeben und dort viele kleine und große Abenteuer erlebt.

"Boy´s Life" ist ein sehr vielschichtiger Roman, der sich nicht in eine Schublade pressen lässt. Im Fokus steht der zwölfjährige Cory, der ein besonderes Jahr seiner Kindheit beschreibt. Dabei geht es, wie der Untertitel vermuten lässt, auch um einen Mord. Dieser geschieht schon auf den ersten Seiten, denn Cory muss mit ansehen, wie ein ans Auto gefesselter Mann im See verschwindet. Dieser Vorfall bildet den Auftakt für eine Reihe merkwürdiger Vorkommnisse.

Ich war von der allerersten Seite an gefesselt, denn ich liebe Bücher, die aus der Sicht von Kindern geschrieben sind. Kinder, die auf der einen Seite alles mit ganz eigenen Augen wahrnehmen, die aber dennoch immer wieder mit der Welt der Erwachsenen kollidieren. Gewisse Parallelen zu den Bücher von Stephen King waren für mich sehr offensichtlich, doch Robert McCammon baut hier viele sehr originelle Ideen ein, die diese Geschichte zu einem einzigartigen Leseerlebnis machen.

Als Protagonist und als sehr fantasievoller Erzähler tritt hier Cory auf, den ich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen habe. Natürlich hat mich hier besonders fasziniert, dass er Schriftsteller werden will und sich auch ersten zaghaften Schreibversuchen hingibt.

Überrascht hat mich, wie viele Nebengeschichten Robert McCammon hier doch einbaut, Wir haben hier zum Beispiel eine spirituell angehauchte Lady, eine wilde "Dämonin", einen Jungen, der unfassbar gut werfen kann, ein unheimliches Flussmonster und ein Äffchen, das die Stadt terrorisiert. Für mich hat Robert McCammon hier ein wahres Meisterwerk erschaffen. Ich habe bis zum Ende mit Cory gelacht, geweint, gekämpft, gelitten und gehofft. Genau so muss ein gutes Buch sein!


"Boy`s Life" ist für mich ein wahres Meisterwerk und damit auch ein großes Highlight. Selten haben mich Bücher so gefangen genommen wie dieses!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extra-Regentropfen!


Montag, 8. März 2021

[Rezension] Schutzengel - Dean R. Koontz

 


Titel: Schutzengel

Autor:  Dean R. Koontz
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1990
Anzahl der Seiten: 494
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 27.01.2021
Beendet: 29.01.2021


"Sobald die junge Laura Shane in Gefahr gerät taucht immer wieder ein geheimnisvoller Schutzengel auf. 20 Jahre lang bleibt er dann während ihrer Ehe verschwunden - Bis er plötzlich verwundet vor ihrer Haustür erscheint. Nun ist es Laura, die ihren einstigen Beschützer vor grausamen Feinden aus einer längst vergangenen Zeit retten muss."

Auch im neuen Jahr geht es für mich mit den Werken von Dean R. Koontz weiter, denn schließlich gibt es da noch eine Menge zu entdecken. Nun bin ich erst einmal auf "Schutzengel" gestoßen und kann gleich zu Beginn dieser Rezension sagen, dass dies wohl einst der verrücktesten Geschichten aus der Feder von Dean R. Koontz ist.

Als Leser begleiten wir der Protagonistin Laura in der ersten Hälfte des Buches von ihrer Kindheit an bis ins Erwachsenenalter. Dabei erfahren wir, dass sie schon seit Geburt an einen "Schutzengel" beziehungsweise einen Beschützer hat, der sie immer wieder rettet. So wächst Laura trotz einiger schlimmer Schicksalsschläge zu einer glücklichen Frau heran und wird eine bekannte Schriftstellerin. Doch dann taucht ihr Beschützer bei ihr auf und dieses mal ist er es, der Hilfe braucht ...

Lauras Geschichte ist sehr berührend. Es hat mir großen Spaß gemacht, sie heranwachsen zu sehen. Sie steckt viele wirklich tragische Ereignisse in ihren Leben sehr gut weg und versucht immer optimistisch zu bleiben. Dies habe ich an ihr bewundert, denn dies macht sie zu einer Kämpferin, die auch die abgedrehten Geschehnisse in diesem Buch meistert.

Ich war überrascht, in welche Richtung sich diese Story entwickelt, denn hinter dem "Schutzengel" verbirgt sich doch etwas ganz anderes, als ich zu Beginn erwartet hatte. Für mich hat Dean R. Koontz hier einige sehr originelle Ideen eingebaut, die mich an einigen Punkten echt schmunzeln ließen. Diese Art der Geschichte hätte ich hier nämlich definitiv nicht erwartet!

Vom Aufbau ist dieses Werk sicherlich ein typischer Koontz, denn schließlich gibt es mal wieder eine wilde Verfolgungsjagd, die mir im großen Finale zwar etwas zu dick aufgetragen war, die aber dennoch zu unterhalten weiß. In die Horrorrichtung entwickelt sich dieses Buch allerdings nicht. Einordnen würde ich "Schutzengel" fast schon als Sci-Fi-Roman und obwohl mir dieses Genre sonst nicht so recht liegt, war ich hier doch begeistert! Ich bin gespannt, ob andere Bücher von Koontz dieselbe Richtung einschlagen ...



Ein geheimnisvoller "Schutzengel" wacht jahrelang über eine Frau, braucht dann aber selbst Hilfe. Eine wirklich verrückte Geschichte, die gerade was die Verfolgungsjagd anbelangt zwar recht typisch für ein Buch von Dean Koontz ist, aber dennoch an vielen Punkten zu überraschen weiß! Ein toller Unterhaltungsroman!
Ich vergebe 4 von 5.

Samstag, 6. März 2021

[Rezension] Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg - Julie Clark

 


Titel: Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg

Autor:  Julie Clark
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 25. Dezember 2020
Anzahl der Seiten: 278
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 25.01.2021
Beendet: 28.01.2021


"New York, Flughafen JFK: Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, beim Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen – vor seinen gewalttätigen Übergriffen und der lückenlosen Kontrolle, die er über sie ausübt. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb weniger Sekunden beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken.
Erleichtert landet Claire in Kalifornien. In Evas Haus gibt es allerdings keine Hinweise auf einen Ehemann. Dann erfährt sie, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist. Und kurz darauf entdeckt sie die vermeintlich abgestürzte Eva in einer Fernsehreportage über das Unglück. Lebendig. Hat sie die Flucht in das Leben einer Anderen am Ende doch nur in eine Falle gelockt?"


Claire plant schon lange, sich von ihrem gewalttätigen Mann zu trennen, doch sie weiß einfach nicht genau, wie sie es anstellen soll, schließlich ist Rory als Sohn einer Senatorin sehr einflussreich. Mit der Hilfe einer alten Freundin will sie schließlich, als sie wieder mal für ihren Mann verreisen soll, endlich untertauchen ... doch an dem Tag, an dem sie ihren Plan ausführen soll, geht alles schief. Doch dann lernt sie eine Frau kennen, die ebenfalls einen Ausweg sucht und so tauschen die beiden nicht nur ihre Flugtickets sondern auch ihre Identitäten.

Schon allein die Ausgangslage fand ich ungemein spannend. Zum einen habe ich erst einmal mit Claire mitgefiebert und natürlich gehofft, dass sie ihren Mann entkommen kann, zum anderen ist da dann aber auch plötzlich die geheimnisvolle Frau am Flughafen, die ebenfalls eine eigene Vorgeschichte besitzt. Wir erleben schließlich mit, wie Claire versucht, sich ein neues Leben mit einer neuen Identität aufzubauen und erfahren zum anderen, was Eva dazu getrieben hat, ihr ganzes Leben hinter sich zu lassen.

Es hat mir großen Spaß gemacht, die beiden Frauen kennenzulernen. Es wird schnell deutlich, dass beide eine Chance auf ein besseres Leben verdienen. Mir gefielen die Geschichten von Claire und Eva, die doch zeigen, dass wir alle hin und wieder die falschen Entscheidungen treffen und vielleicht meinen, dass es keinen Ausweg gibt. Doch dabei muss man für diesen Ausweg nur kämpfen ...

Spannend ist dieses Werk von Julie Clark auf jeden Fall. Die Cliffhanger sind gut gesetzt und es gibt einige Überraschungen. Als echten Thriller würde ich das Buch als Vielleser in dem Bereich allerdings nicht bezeichnen, dafür geht es die meiste Zeit doch zu ruhig zu. Dennoch hat mich "Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg" durchwegs gut unterhalten!


"Der Tausch - Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg" besitzt eine ungemein fesselnde Geschichte über zwei Frauen, die ihr Leben einfach nur hinter sich lassen wollen und einen Neuanfang wollen ... Ein Neuanfang, der allerdings beiden nicht vergönnt zu sein scheint. Für einen Thriller zwar etwas zu ruhig erzählt, aber durch die gut gesetzten Cliffhanger dennoch eine unterhaltsame Lektüre!

Ich vergebe 4 von 5.

Donnerstag, 4. März 2021

[Rezension] Liegen lernen - Frank Goosen

 



Titel: Liegen lernen

Autor:  Frank Goosen
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 20. November 2001
Anzahl der Seiten: 354
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 24.01.2021
Beendet: 26.01.2021


"Eine Stadt im Ruhrgebiet. Anfang der 80er Jahre. Helmut ist 16, besucht die Oberstufe eines Gymnasiums, hat Eltern, die nicht miteinander reden und eine Mutter, die immer nur wissen möchte, was er eigentlich will. Vom Leben, zum Beispiel. Wenn er das nur selbst so genau wüßte. Seine lakonische Selbsteinschätzung: drogenabstinenter, heterosexueller Nichtdemonstrierer, so wenig Engagement wie nötig, so viel Leben (lassen) wie möglich. Helmut hört Platten von den Beatles und Dylan, tanzt zu Madness und Fischer Z, trägt wie alle anderen Bäckerhosen und verliebt sich in die Schulsprecherin Britta. Ihr zuliebe engagiert er sich in der Nicaragua-Gruppe, sie führt den kleinbürgerlichen, immer etwas schüchternen Jungen in die Liebe ein. Zur ersten Liebe aber gehört auch die erste Enttäuschung. Und so erzählt Helmut rückblickend sein Leben als Suche nach der einzigen Frau, die ihm etwas bedeutet hat, während seine amourösen Abenteuer ihn in Wirklichkeit kaltließen."


Die Geschichte von Helmut beginnt an dem Tag, als seine Eltern einen Farbfernseher anschaffen und von da an nur noch wenig miteinander, aber auch mit ihrem Sohn reden. Helmut ist erst 16 und weiß wie wohl jeder Teenager in diesem Alter nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Doch da tritt Britta in sein Leben, die ihn an die Hand nimmt - allerdings hält die erste Liebe bekanntlich nicht ewig ...

Helmut ist ein Charakter, mit dem sich wohl jeder Leser identifizieren kann. Wir standen (oder stehen noch immer!) doch alle vor Entscheidungen, die darüber bestimmen, in welche Richtung sich unser Leben entwickeln wird und wir alle haben uns sicherlich schon einmal schwer damit getan, herauszufinden, was wir eigentlich wollen. Der Hauptcharakter dieses Buches wächst in den 80ern und 90ern auf und versucht verzweifelt, seinen Platz in einer Welt zu finden, die sich doch dauernd verändern.

Aus der Sicht von Helmut erfahren wir in erster Linie, wie er nach seiner ersten gescheiterten Beziehung mit anderen Frauen umgeht, ja, dass es ihm anscheinend nur um den Geschlechtsverkehr und nicht um die echte Liebe geht. Wie der Titel sehr passend bereits andeutet, muss Helmut erst einmal "liegen lernen", sprich, sesshaft werden. Doch wie soll das gehen, wenn es unter seiner ersten Beziehung nie einen echten Schlussstrich gab?

In "Liegen lernen" geht es hauptsächlich um Helmuts Liebesleben. Die Zeit des Mauerfalls spielt nur eine untergeordnete Rolle und so nehmen wir, genau wie Helmut, den großen Umbruch Deutschlands nur am Rande wahr. Zu groß sind doch seine eigenen "Probleme".

Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen gelesen, was sicherlich in erster Linie an den tollen Humor von Frank Goosen lag. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, in der es für meinen Geschmack zwar etwas zu viel um Sex ging, die aber an vielen Stellen zum Nachdenken anregt. Es ist schön zu sehen, wie Helmut sich mit der Zeit verändert, wie er seine Fehler und wie er erwachsen wird ohne dabei seine Jugend aufzugeben!


"Liegen lernen" ist ein lesenswerter Roman über das Erwachsenwerden und das Eingestehen der eigenen Fehler! Helmut ist ein interessanter Charakter und das Buch besitzt einen tollen Humor, wenngleich für meinen Geschmack deutlich zu viel Sex ...

Ich vergebe 4 von 5.

Dienstag, 2. März 2021

[Rezension] The Cousins - Karen M. McManus


Titel:
 
The Cousins

Autor:  Karen M. McManus
Genre: Jugendthriller, Jugendroman
Erscheinungsdatum: 14. Dezember 2020
Anzahl der Seiten: 432
Cover und Inhalsangabe: © cbj

Begonnen: 13.01.2021
Beendet: 18.01.2021


"Milly, Aubrey und Jonah Story haben ihre legendäre Großmutter Mildred Margaret Story nie kennengelernt. Ihre Eltern sind schon vor langer Zeit von der High-Society-Matriarchin enterbt worden. Da erhalten die Cousins einen Brief: Sie sollen den Sommer auf dem Story-Anwesen auf Cape Cod bei ihrer Großmutter verbringen. Obwohl sich Milly, Aubrey und Jonah seit Kindesbeinen nicht gesehen haben, sind sich ihre Eltern einig – das ist die Chance, sich wieder auszusöhnen. Doch als die Cousins auf der Insel eintreffen, wird schnell klar, dass Mildred Margaret Story andere Pläne verfolgt – und dass die Story-Familiengeschichte dunkle Abgründe birgt. Diesen Sommer werden Milly, Aubrey und Jonah alle Geheimnisse aufdecken. Auch das letzte und tödlichste."


Seit ihrem Debüt bin ich großer Fan von Karen M. McManus, auch wenn ich sagen muss, dass ihre späteren Bücher für mich nicht an ihr Erstlingswerk herangereicht haben. Doch dennoch komme ich an keinem ihrer Bücher vorbei und so musste ich auch "The Cousins" direkt lesen.

In diesem Jugendthriller beschäftigt sich die Autorin mit einem dunklen Familiengeheimnis und lässt Milly, Aubrey und Jonah zum ersten Mal aufeinandertreffen. Die Familie ist schon lange zerrüttet und die drei sind überrascht, dass ihre Großmutter, die sie nie kennengelernt haben. sie nun in ihr Luxushotel einlädt und ihnen anbietet, den Sommer über dort zu arbeiten.

Dabei besitzt die Geschichte von Anfang an eine angenehme Spannung, denn natürlich will der Leser wissen, was damals vorgefallen ist. So baut die Autorin auch einen Strang aus dem Jahr 1996 ein, der zeigt, was genau die Eltern unserer drei Protagonisten damals erlebt haben. Dieser Vergangenheitsstrang kam mir allerdings doch etwas zu kurz vor und war dementsprechend auch nicht so intensiv wie die Nachforschungen in der Gegenwart.

Ich mochte die drei Charaktere, aus deren Sicht wir das ganze Geschehen erfahren, da es mal wieder Jugendliche mit ganz eigenen Problemen sind. So fühlt sich Milly weder von ihrer Mutter noch von ihrer Großmutter wirklich geliebt, Aubrey hat wenig Selbstvertrauen und Jonah, ja Jonah hat seine eigenen Gründe, um diesen Ferienjob anzunehmen. Allerdings hatte ich doch, anders als bei "One is us is lying" keinen echten Lieblingscharakter, mit dem ich hier mitfiebern konnte. Sie waren alle sympathisch, aber so recht nahe kam mir niemand. Angenehm war die Lovestory, die sich nicht in den Vordergrund drängt und auch die vielen kleinen Hürden, die unsere drei Protagonisten hier meistern müssen.

Die Atmosphäre auf der Insel hat mir gut gefallen. Bei mir kamen mitten im eisigen Winter tatsächlich etwas Sommerfeelings auf. Auch die vielen kleinen Wendungen haben mir gut gefallen, denn die Autorin lässt hier viele kleine Bomben hochgehen, bevor sie sich dem großen Finale nähert. Die letztendliche Auflösung hat mir auch zugesagt, wenngleich ich ein paar Details doch mal wieder zu konstruiert fand. "The Cousins" reicht zwar erneut nicht an Karen McManus Debüt ran, ist aber definitiv ein interessanter Jugendroman mit netten Wendungen und Überraschungen.


"The Cousins" ist ein interessanter Jugendroman, bei dem die Autorin viele kleine und große Geheimnisse aufdeckt. Eine spannende Lektüre mit interessanten Charakteren, allerdings waren mir Teile der Auflösung zu konstruiert und es fehlte mir doch eine Person zum mitfiebern ...

Ich vergebe 4 von 5.









Sonntag, 28. Februar 2021

[Rezension] Langoliers - Stephen King

 


Titel: Langoliers 

Autor:  Stephen King
Genre: Horror, Roman
Erscheinungsdatum: 1998
Anzahl der Seiten: 544
Cover und Inhalsangabe: © Heyne

Begonnen: 11.01.2020
Beendet: 14.01.2020


„Langoliers“: Seltsame Dinge ereignen sich an Bord eines Flugzeugs.
„Das heimliche Fenster“ wurde mit Johnny Depp verfilmt: Ein Schriftsteller bekommt merkwürdigen Besuch.

"Langoliers" war ein Buch, das sich schon in meiner Jugend in meinem Besitz befunden hatte - allerdings hatte ich zu jener Zeit nur eine der beiden Novellen gelesen. "Das geheime Fenster, der heimliche Garten" gehört schon lange zu meinen absoluten Favoriten von Stephen King und hat mich zu meinen eigenen Pseudonym inspiriert.

In "Langoliers" geht es um mehrere Leute, die in einem Flugzeug einschlafen und schließlich feststellen, dass die meisten Passagiere und auch der größte Teil der Crew verschwunden ist. Zum Glück ist noch ein Pilot an Bord, der das Flugzeug landen kann, doch die gesamte Welt scheint sich verändert zu haben. Stephen King beschäftigt sich in dieser ca. 339 Seiten langen Geschichte mit einem Zeitriss und lässt recht unterschiedliche Personen aufeinandertreffen, die schließlich gemeinsam darum kämpfen, in die Welt, die sie kennen, zurückzukehren.

Dabei ist die Geschichte nicht nur mysteriös und mitreißend, nein, sie besitzt auch durch die Charaktere und die spürbare Gefahr durch die geheimnisvollen Langoliers eine tolle Dynamik. Zudem ist die Atmosphäre in dem Flugzeug, als auch auf dem Flughafen absolut gelungen. Für mich  ist "Langoliers" eine sehr starke Novelle, die sicherlich auch als Roman gut funktioniert hätte.

"Das geheime Fenster, der heimliche Garten" ist  deutlich kürzer als "Langoliers", aber genauso spannend, wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise. Hier haben wir den Schriftsteller Mort Rainey, der Besuch von einem Fremden bekommt, der behauptet, Mort habe seine Geschichte gestohlen. Dieser Fremde dringt immer weiter in Morts Leben ein und stellt es komplett auf den Kopf.

Diese Geschichte hat auch beim zweiten Mal lesen nicht seinen Reiz verloren. Ganz im Gegenteil. Erneut habe ich mich Mort Rainey verbunden gefühlt und erneut hat mir die Wendung am Ende gezeigt, dass Stephen King auch ein Händchen für Psychothriller und auch große Überraschungen hat. In anderen Werken ist er eher für Geradlinigkeit bekannt und präsentiert doch oft eine etwas abgedrehte Auflösung, aber das Ende von "Das geheime Fenster, der heimliche Garten" ist einfach nur perfekt. Diese Novelle bleibt damit weiterhin meine Lieblingsgeschichte von King und ich werde sie wohl noch ein drittes, ein viertes und vielleicht sogar ein fünftes Mal lesen!


"Langoliers" und "Das geheime Fenster, der heimliche Garten" sind zwei unfassbar starke Novellen, die wieder einmal beweisen, wie vielseitig Stephen King ist! Ein echtes Highlight!

Ich vergebe 5 von 5 mit einem Extratropfen!


Freitag, 26. Februar 2021

[Rezension] Vollendet - Der Aufstand (Band 2) - Neal Shusterman


 Titel: Vollendet - Der Aufstand

Autor:  Neal Shusterman
Genre: Roman, Dystopie
Erscheinungsdatum: 1. August 2002
Anzahl der Seiten: 544
Cover und Inhalsangabe: © Fischer Sauerländer

Begonnen: 07.01.2021
Beendet: 13.01.2021

ACHTUNG! ES HANDELT SICH UM BAND 2 EINER REIHE! REZENSION ENTHÄLT EVENTUELL SPOILER!


"Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:
Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen.
Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein.
Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf."


Erst in Dezember hatte ich den ersten Teil der "Vollendet"-Reihe gelesen und nun habe ich mich direkt auf die Fortsetzung gestürzt, denn Neal Shusterman gehört für mich mittlerweile wirklich zu meinen liebsten Autoren. Es geht auch direkt spannend weiter, denn der zweite Band knüpft direkt nach den Geschehnissen des ersten Bandes an, allerdings lernen wir erst einmal ein paar neue Charaktere kennen, bevor wir auf die bekannten Personen stoßen.

So lernen wir erst einmal Starkey kennen, der umgewandelt werden soll, aber den JuPos entwischen kann. Er kommt schließlich zum Friedhof, wo er auf Connor trifft, der dort nun der Anführer der Widerstandsgruppe ist. Auch Risa ist wieder dort, allerdings haben die Geschehnisse des ersten Bandes sie gezeichnet. Innerlich wie auch äußerlich! Auch Lev treffen wir wieder, der sich doch stark verändert hat und ganz neue Denkweisen zeigt und irgendwie reifer wirkt.

Ein weiterer interessanter Charakter, mit dem Neal Shusterman hier moralische Fragen aufwirft, ist Cam, der aus den Teilen verschiedener Wandler besteht und so gesehen von Menschenhand geschaffen wurde, so wie einst Victor Frankenstein sein Monster schuf. Diese Thematik ist sicherlich nicht neu und hat mich auch etwas an Shustermans "Scythe"-Reihe erinnert, doch dennoch gibt es hier viel Spielraum zum Nachdenken, ob der Mensch wirklich ein perfektes "Wesen" erschaffen sollte, wenn es möglich wäre ...

Spannend ist auch dieser zweite Teil. Neal Shusterman baut seine sehr dystopische Welt noch weiter aus und zieht natürlich auch wieder Parallelen zu unserer Welt. Mir hat auch hier seine kritische Betrachtungsweise wieder gefallen, sowie die zahlreichen Ansichten, die seine Charaktere vertreten und die sich auch wandeln. Ich mochte den vielschichten Aufbau, auch wenn in diesem Teil wieder alles auf einen Angriff sowohl von außen als auch von innen hinausläuft. Ich empfand die Fortsetzung als minimal schwächer als den Auftakt, da man doch merkt, dass Shusterman hier weniger große Wendungen einbaut und dafür erst einmal seine neuen Charaktere einführt. Dennoch fand ich auch diesen Band unterhaltsam und ich bin schon gespannt, wie es weitergehen wird!


Auch Teil zwei der "Vollendet"-Reihe konnte mich wieder in den Bann ziehen. Neue, interessante Charaktere erzeugen hier ganz neue Blickwinkel auf die Problematik der "Umwandlungen". Etwas ruhiger als Band eins aber nicht minder spannend!


Ich vergebe 5 von 5.